Bundestag legalisiert Cannabis | shz
Bundestag legalisiert Cannabis | shz - # 2

Benja
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Re: Bundestag legalisiert Cannabis | shz

Post 16 im Thema

Beitrag von Benja »

Nochmal Huhu

Ob es einen Grund hat das gerade ziemlich viele "Pflanzenbeleuchtungslampen" im Amazonas ausverkauft sind??


Ich frage für einen Freund

Liebe Grüße
Benja
Benja
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Re: Bundestag legalisiert Cannabis | shz

Post 17 im Thema

Beitrag von Benja »

Und nochmal Huhu


Wie kommt man denn bitte auf die Idee das Menschen mit dem Kiffen anfangen nur weil es jetzt legal ist?

Wer es nicht jetzt schon tut der wird es auch am 01.04. nicht tun.
Ich verstehe das nicht.

Dein Vergleich zum Alkohol hat die logische Schlussfolge das jeder Konsument von Alkohol immer betrunken Auto fährt und am Arbeitsplatz auch trinkt.
Christiane
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Re: Bundestag legalisiert Cannabis | shz

Post 18 im Thema

Beitrag von Christiane »

Benja hat geschrieben: Sa 24. Feb 2024, 07:45 Dein Vergleich zum Alkohol hat die logische Schlussfolge das jeder Konsument von Alkohol immer betrunken Auto fährt und am Arbeitsplatz auch trinkt.
Ich würde mal sagen - der hinkt.
Das hast Du wohl missverstanden.
Es geht mir um den verantwortungsvollen Umgang - und der ist leider bei einigen Menschen weder beim Alkohol noch bei Cannabis, oder anderen Drogen gegeben.
Ich zitiere mich selbst:
Klar, bei verantwortungsvollem Gebrauch dürfte für die Allgemeinheit kein Problem entstehen.

Außerdem müsste Dir auch klar sein, dass zu diesem Thema kontroverse Meinungen bestehen.
Und - ich sehe mich da jetzt nicht in der totalen Dagegen/Verbieten-Ecke.

Wie schon geschrieben:
Wenn alle Konsumenten das in ihrer Chill-Ecke tun würden, ohne danach noch auf die Piste zu gehen - wärs mir egal.
Aber, dem wird wohl leider nicht so sein.


Ich glaube, das ist eine durchaus realistische Einschätzung.
Denn - immer wenn es um verantwortungsbewusstes Handeln oder Eigenverantwortung geht - versagen große Teile unserer Bevölkerung grandios - leider.
"Pünktchen sind immer süß!"
Benja
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Re: Bundestag legalisiert Cannabis | shz

Post 19 im Thema

Beitrag von Benja »

Liebe Christiane,

Ich bleibe auf dem Standpunkt. Alle deine negativen Einwände sind doch schon seit Jahrzehnten da.

Ich denke nicht das sich die Zahl der Konsumenten (ach nein ich muss konsumierenden Menschen schreiben) stark zu nehmen wird.

Und wo jeder der seine 25g, was absoluter Unsinn ist, weil viel zu viel, mit sich rum schleppen will, was kaufen kann war auch noch nie Thema.

Liebe Grüße
Benja
Juliane
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Re: Bundestag legalisiert Cannabis | shz

Post 20 im Thema

Beitrag von Juliane »

Ich habe zu der Freigabe eine deutlich abweichende Meinung, nämlich :((a .

Und zwar aus folgenden Gründen:
Die Tochter guter Freude begann mit 16 oder 17 Jahren intensiv zu kiffen. Die Folgen sind
in diesem Falle dramatisch. Heute mit Ende 30 ist sie psyschisch krank, hat Depressionen
der schlimmsten Art. Sie hat Angst Menschen zu treffen, hockt nur noch in der abgedunkelten
Wohnung, ist abgemagert und nimmt am Leben kaum noch teil.

Ein für mich typischer Fall von, Birne weich gekifft.

Der zweite Fall betrifft meine inzwischen verstorbene Schwiegermutter. Sie wurde mit gut 60
Jahren, auf einem Zebrastreifen, von einem Auto überfahren. Dessen Fahrer war so zugekifft,
das die Polizisten Mühe hatten ihn aus dem Fahrzeug zu bekommen.
Die Folgen hier: 12 Wochen Krankenhaus, anschließende Reha und ihr restliches Leben lang
Schmerzen und Beeinträchtigungen bei jedem ihrer Schritte.
Der Unfallfahrer wurde schuldig gesprochen, aber zu holen war bei ihm nichts. Und eine Haftstrafe,
anstelle der Schmerzensgeldzahlung, sahen die Richter als nicht angemessen an. Der Fahrzeughalter,
der wusste das sein Fahrer rauschgiftsüchtig war, wurde zu einer hohen Schmerzensgeldzahlung
verurteilt, ging in Revision und die Summe wurde stark gekürzt.

Für mich völlig unverständlich, wie man Cannabis zusätzlich zu Alkohol freigeben kann.
Und dann noch die Richter, die Strafen verringern, nur weil die/der Täteritzkys berauscht war.
Verdoppeln der Strafe, wäre für mich eine Lösung.

Ich weiß, dass ich damit ziemlich allein dastehe, aber das musste ich einfach einmal loswerden.

Liebe Grüße, Juliane
Die mich kennen mögen mich. Die mich nicht mögen können mich. Frei nach Konrad Adenauer
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Re: Bundestag legalisiert Cannabis | shz

Post 21 im Thema

Beitrag von Franziska »

Liebe Juliane,

ich kann Dich beruhigen, Du stehst nicht allein mit Deiner Position.

Ich bin ein vehementer Gegner dieser Freigabe. Sie erfolgte trotz aller Warnungen von Seiten der Justiz, der Polizei, vor allem aber auch aus der Ärzteschaft. Und auch die Landesregierungen sehen dies sehr kritisch. Und insbesondere das von Dir als erstes genannte Beispiel, ist genau jenes, vor dem viele Ärzte, vor allem auch Kinder- und Jugendärzte und Psychologen warnen.

Daneben ist das Kiffen auch teilweise der Einstieg in härtere Drogen. Da muss man sich fragen, ob nicht einige Politiker bei der Erarbeitung dieses Gesetzes nicht auch vorher gekifft haben.

Und wer immer wieder die Niederlande mit ihrer liberalen Politik und den Coffee-Shops als positives Beispiel erwähnt, der sollte sich die dortige Situation etwas genauer anschauen. Was mal ganz "harmlos" begann, hat sich doch inzwischen zu einem hochgradigen Drogensumpf mit sich immer mehr ausbreitenden und gewaltbereiten Drogenbanden entwickelt. Rotterdam ist neben Antwerpen zum Einfallstor für Drogen geworden. Politiker und Journalisten werden z.T. massiv bedroht und auch getötet, die Polizei überfordert.

Vielleicht ist diese ablehnende Position auch dem Alter und den Lebenserfahrungen geschuldet. Ich glaube, wir liegen nur ein Jahr auseinander. Aber Drogen, dazu zähle ich auch Alkohol, können viele Probleme in der Gesellschaft herbeiführen und vor allem auch viel Leid in die Familien tragen.

Liebe Grüße
Franziska
Genieße Deine Zeit, denn du lebst nur jetzt und heute. Morgen kannst Du gestern nicht mehr nachholen.
Und später kommt früher als Du denkst.
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Re: Bundestag legalisiert Cannabis | shz

Post 22 im Thema

Beitrag von Susi T »

Ich hoffe das man irgendwo im Kleingedruckten eine Differenzierung nach THC Gehalt macht. Nicht Canabis im Allgemeinen ist das Problem, sondern das im Laufe der Zeit Sorten mit immer höheren THC Gehalt gezüchtet wurden, weil es so leichter war bessere Preise am Markt durch zu drücken. Ursprünglich sollte klar unterschieden werden um diesen Trend entgegen zu wirken. Wenn nun nur rein nach Gewicht gemessen wird, so werden THC freies/armes Canabis gleich behandelt wie die hoch dosierten und schädlichen Sorten. Das wäre als wenn man Schnaps und alkoholfreies Bier nur nach Menge gleich reglimentiert. Aus gesundheitliche Gründen sind die THC armen(unter 0,5%) Sorten bei richtiger Anwendung besser als die anderen, wirken Häufig besser als Schmerzmittel, bei einigen Problemen/Erkrankungen selbst besser als Opiate(Phentanyl) oder Morphininfusionen, ohne Nebenwirkungen zu haben. Aber nicht zur medizinischen Anwendung zugelassen und bisher schwer zu erwerben.
Früher war mal Canabis/Hanf aus gutem Grund Volksmedizin und Werkstoff, aber das waren halt noch recht harmlose Sorten, mit denen man viel anstellen konnte. Wäre schön wenn man da wieder hinkommen würde. Gute Sorten gibt es schon seid einigen Jahren wieder, aber da kommen wir bisher nicht so richtig vorran. Selbst in der Forschung wird nur nach THC geschaut, als ehemalige Wirkstofforscherin könnte ich da manchmal verzweifeln.
Der berauschenden Wirkung vom THC stehen etliche Bestandteile im Canabis zur Verfügung, die Gegenspieler sind und anstatt berauschend eine z.b. wach machende Wirkung haben, es kommt halt immer auf die Mischung drauf an.
Das beste Make-up einer Frau ist Glücklich sein
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Re: Bundestag legalisiert Cannabis | shz

Post 23 im Thema

Beitrag von Aria »

Finde ich gut, obwohl ich seit 5 Jahren nichts mehr nehme und auch durch die Legalisierung nicht wieder nehmen werde. Wenn jemand das nehmen möchte, kommt man immer irgendwie dran. Heute ist es jedoch so, dass diejenigen die das anbieten meistens auch andere Sachen anbieten und da liegt es nahe, das der Reiz auch das mal auszuprobieren leicht befriedigt werden kann.

Ausserdem reizen verbotene Dinge immer mehr als legale. Daher habe ich es meinen Kindern immer freigestellt etwas auszuprobieren, ich möchte es nur wissen, wenn sie es tun. Im Endeffekt haben sie es probiert und danach sein lassen. Ich denke, wenn jemand Drogen - egal welchen - verfällt, hat das immer mit der Person direkt zu tun und nicht, welches Angebot vorhanden ist. Wäre ich vor 25 Jahren soweit wie ich heute bin, hätte ich niemals diese zweifelhafte Karriere hingelegt, die mir beinahe das Leben gekostet hätte.
¡no lamento nada!
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Re: Bundestag legalisiert Cannabis | shz

Post 24 im Thema

Beitrag von Blossom »

Ich halte nichts von der Freigabe ... ganz abgesehen von all dem, was eh schon dagegen spricht. Heute Morgen noch das Interview mit dem Vorstand des Ärzteverbandes auf WDR5 gehört ... Grundsätzlich bin ich für ein Verbot jedweder Drogen ... abgesehen der aus einer Apotheke ... Meinetwegen gleich ab Montag eine Prohibition von Nikotin und Alkohol - und Rücknahme dieses Gesetzes, das eh keiner mehr kontrollieren kann!
Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.
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Re: Bundestag legalisiert Cannabis | shz

Post 25 im Thema

Beitrag von Lana »

Hmm, die Meinung, dass Probleme durch Verbote gelöst werden könnten, haben manche wohl so tief verinnerlicht dass sie zum Dogma geworden sind.

Es stimmt aber nicht, sonst würde der Konsum von unerlaubten Substanzen nicht ständig zunehmen - weltweit. Dabei spielt es keine Rolle, ob etwas verboten ist oder nicht.

Historische und aktuelle Beispiele belegen das. Das wurde zur genüge durchgekaut, aber scheinbar immer noch nicht zur Kenntnis genommen.
Dann kommt wieder jemand mit einer Anekdote daher, weil die Omma von einem Bekifften überfahren wurde oder ein junger Mensch sich den Verstand aus dem Hirn gekifft hat. Das ist tragisch.
Aber beides ist passiert, obwohl das Zeug verboten war.
Was genau soll also ein weiteres Verbot bringen, wenn es in einem freiheitlichen System nicht durchgesetzt werden kann?
Deshalb ein totalitäres Überwachungssystem zu installieren hätte mit Demokratie auch nichts mehr zu tun...

Letztlich ist es der Preis der Freiheit, auch wenn das platt klingen mag. Beim Straßenverkehr sind tausende getöteter Menschen pro Jahr akzeptiert, manche Medikamente haben tödliche Nebenwirkungen.

Wir können den Tod nicht abschaffen, und wenn wir versuchen, ihn möglichst aus dem Leben auszuschließen, dann reduziert man es auf ein bloßes Überleben. Das wäre mir zu wenig, und in so einer Gesellschaft könnte ich nicht leben.

LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
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Re: Bundestag legalisiert Cannabis | shz

Post 26 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Lana hat geschrieben: Sa 24. Feb 2024, 14:03 Beim Straßenverkehr sind tausende getöteter Menschen pro Jahr akzeptiert, manche Medikamente haben tödliche Nebenwirkungen.
oh ja...genau, danke!

Und es wird mal wieder einseitig gebashed..aber nun gut.

Manche Medikamente beeinträchtigen auch die Fahrtauglichkeit und ich bin mir ziemlich sicher,
das auch damit Personen am Steuer sitzen, die besser in der Schrebergartensiedlung am Stammtisch geblieben wären.

https://www.adac.de/gesundheit/gesund-u ... enverkehr/

(dort ganz unten mal auch auf "Sonderfall Medizinisches Cannabis" achten)

So, da kommt etwas aus den Apotheken, was auch nicht immer "verkehrsfähig" ist.

Deshalb bitte ich darum, mal selber die Medikation zu checken, bevor man sich die Leute vornimmt die mal einen rauchen.

Sogar "harmlose" Wirkstoffe gegen Sodbrennen wie Cimetidin oder Ranitidin beeinträchtigen die Reaktionsfähigkeit.
Dann Wechselwirkungen mit anderem oben drauf und vorgeschrittenes Alter sollte dazu führen, mal mächtig auf die Bremse zu treten.

Sorry...diese Zwei-Maße-Gesellschaft ist echt nicht okay

Marie :oops:
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Re: Bundestag legalisiert Cannabis | shz

Post 27 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Also ein Grund für die teilweise Entkriminalisierung, mehr ist es ja nicht, ist, dass die Verbotspolitik nicht wirklich was erreicht hat. An die 40% haben es eh schon mal genommen und sind offenbar nicht schwer süchtig und gemeingefährlich geworden. 10% der Erwachsenen zwischen 18 und 64 (51,44 Mio Menschen) haben in den letzten 12 Monaten konsumiert. Das sind 5 Millionen Menschen. Das ist schon ziemlich flächendeckend.

Das betrifft übrigens auch andere Substanzen. MDMA, Koks und anderes zum aufputschen, arbeiten, feiern. Pilze und LSD zur Selbstmedikation. Vieles davon auch Folge toxischer Arbeits- und Lebensumstände und fehlender Hilfsangebote (im Sinne von Kapazitäten und Qualität). Wer bei _irgendeiner_ Substanz hängenbleibt - zumeist Alkohol oder Tabletten - hat vor allem ein vorgelagertes Problem, das behandelt werden muss. Substanzverbot hilft da nicht. Verteufelung der Substanzen auch nicht.

Bei Cannabis war ich schon ziemlich erstaunt, wie verbreitet und alltäglich es ist und wie viel Wissen zum Umgang zu welchem Zweck und in welchen Situationen bereits - wie gesagt - flächendeckend existiert. Das ist mindestens so umfangreich wie zu Alkohol, wird aber nur besprochen, wenn Menschen keine Anzeige befürchten.

Das verbreitete Bild des täglich völlig zugedröhnten Kiffx ist ja völliger Unfug. Die allermeisten Cannabis-User sind nicht erkennbar, sondern völlig unauffällig in allen Altersgruppen und Schichten. Von unseren Nachbar*innen, Freundys, Kollegys usw konsumiert jede 10te Person. Der Standardkonsum ist "ab und zu mal", analog zum 2ten bis 3ten Glas Wein oder Whisky/Cognac, um den Abend entspannt ausklingen zu lassen. Die Wirkung ist ja auch ähnlich, aber im Gegensatz zu exzessivem Alkohol zum Beispiel praktisch nie gewalttätig.

Wartet mal ab, wer sich da alles outen wird, gelegentlich ne Blüte zu dampfen oder nen Brownie zu naschen (wobei edibles weiterhin verboten sind). Was in Zukunft noch besser steuerbar ist, weil du offiziell dein Gras testen lassen kannst - bzw von deinem Verein bereits mit Beipackzettel bekommst - und analog zu den Vol% auf der Flasche weisst, wie viel drin ist.

Also: Das ist Fakt. Alle Verbote und Verfolgung haben das nicht eingedämmt und werden es auch in den nächsten 60 Jahren nicht schaffen. Die Forschungslage ist ziemlich eindeutig, was stattdessen bei allen Substanzen hilft: Aufklärung und Hilfe zu verantwortlichem Konsum und bei Problemen. Drug checking (kostenfrei). Entkriminalisierung des Konsums an sich. Eine Kultur erfahrener Konsumentys. Beratung ohne Vorwürfe und Anzeigerisiko. usw.

Bei Cannabis ist vieles davon bereits (unsichtbar) vorhanden. Allerdings gibt es in D bisher auch jedes Jahr über 180000 Strafverfahren, davon ~85% wegen Konsum, also Kleinmengen. Die bereits vor dem Gericht eingestellten Verfahren sind da noch nicht bei. Das ist jede Menge Aufwand, der sich produktiver nutzen lässt. Ist ja nicht so, als ob Polizei und Justiz ansonsten Däumchen drehen würden.

Dabei geht momentan abgesehen von den Eigen- und Kleinanbauten das Geld in wirklich kriminelle Kanäle. Wer in großen Mengen produziert, transportiert oder vertreibt muss massive Strafen befürchten, was tendenziell Gewaltkriminalität "als Schutz" erzeugt. Viele Profitierende docken, weil eh schon kriminell, an andere illegale Geschäfte an. Der Schwarzmarkt ist nicht nur für Konsumierende gefährlich (problematische Streckmittel, teils harte Drogen zum Anfixen, unbekannte Konzentration), sondern befördert auch schlimmeres. Die zentrale Absicht ist, hier das Geld raus zu ziehen _und_ den Cannabisbereich vom kriminellen Geschehen abzukoppeln. In anderen Ländern hat das funktoniert (Kanada, einige US-Staaten, Portugal). In den NL übrigens nicht, weil die zwar den Besitz und Konsum legal gemacht haben, aber keine legalen Quellen bieten. Folglich kommt das Zeugs letztlich aus dem illegalen Schwarzmarkt.

Meine Prognose, basierend auf den Erfahrungen in anderen Ländern (mit teils sehr unterschiedlichen Regelungen): Der Konsum wird nicht sonderlich steigen, aber mehr Menschen sichtbar werden, die auch bisher schon konsumieren. Die Qualität des Produkts wird steigen, es wird mehr Eigenanbau und "private Teilhabe" geben (auch wenn private Weitergabe ("möchtest du auch einen?") eigentlich weiterhin verboten ist), einfach weil risikoloser.
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Re: Bundestag legalisiert Cannabis | shz

Post 28 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Tira hat geschrieben: Sa 24. Feb 2024, 11:10 Ich hoffe das man irgendwo im Kleingedruckten eine Differenzierung nach THC Gehalt macht. Nicht Canabis im Allgemeinen ist das Problem, sondern das im Laufe der Zeit Sorten mit immer höheren THC Gehalt gezüchtet wurden, weil es so leichter war bessere Preise am Markt durch zu drücken. ... Der berauschenden Wirkung vom THC stehen etliche Bestandteile im Canabis zur Verfügung, die Gegenspieler sind und anstatt berauschend eine z.b. wach machende Wirkung haben, es kommt halt immer auf die Mischung drauf an.
Völlige Zustimmung. Die hochgezüchteten Sorten sind natürlich profitabler, brauchen weniger Platz, usw. Du kannst aber jetzt schon Samen bekommen, die ein ganz anderes Verhältnis der Wirkstoffe haben. Die Anbauvereine sollen gemäss Gesetz auf dem Etikett Inhaltsstoffe und Prozentverhätnisse angeben. Ich rechne auch damit, dass es Testmöglichkeiten für Eigenanbau (oder auch Strassenware) geben wird. Von Bekannten weiss ich, dass sie ihr Gras zuerst in kleiner Dosis probieren und dann ggf CBD zusetzen. Deren Anwendung ist zumeist Selbstmedikation gegen Depression, Ängste, usw. wo das THC/CBD Verhältnis sehr wichtig ist.
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Re: Bundestag legalisiert Cannabis | shz

Post 29 im Thema

Beitrag von Blossom »

Jaddy hat geschrieben: Sa 24. Feb 2024, 14:53 Das ist jede Menge Aufwand, der sich produktiver nutzen lässt.

Naja, fragt sich was sonst noch alles wegfallen könnte, um produktiver zu sein ... Schwarzfahren vielleicht, Diebstähle im 5Euro Bereich ... Grundsätzlich halte ich auch nichts von Einstellen, wenn gegen Geldstrafe (empfindlich) und klar, es würden Wiederholungstäter (ginge es nach, was es nicht tut) mit jedem Mal höher bestraft.

Erst gestern gab es eine Diskussionsrunde im WDR5 zum Thema ... Hörer konnten anrufen ... u.. ein Sozialarbeiter aus dem psychiatrischen Bereich, der sehr deutlich auf Gefahren aufwies (u.a. Psychosen ... Zusatz: Ich bin oft genug als Rettungssanitäterin mit Drogenkonsum konfrontiert worden, die gesamte Bandbreite ... psychotische Schübe bis hin zu Selbstmord bei "harmloseren" Drogen als auch Tote, die wir in Toilettenkabinen vorfanden bei härteren Stoffen).

Auch Alkohol stellt für mich eine Eingangsdroge dar (nur nebenbei ärgere ich mich auch, wenn Fußballübertragungen von "Krombacher" gesponsert werden - Sport und Alkohol geht gar nicht zusammen).

Und im Freundeskreis rauchen gleich mehrere regelmäßig ihre Tüte (oder wie immer sie das nennen), treffen sich, und fahren anschließend mit eigenem PKW nach Hause! Ich warte jetzt schon darauf, wann es zu einer höheren Unfallrate in diesem Bereich kommt. Übrigens versuche ich die in dem Fall sogar vor dem Fahren zurückzuhalten, was nicht gelingt, weil total uneinsichtig! "Ist doch völlig harmlos!" bekomme ich zu hören.

Ich persönlich fahre nicht einmal mehr nach Einnahme von Muskelrelaxantien oder Histaminika.

Gruß an unsere Politik!
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Re: Bundestag legalisiert Cannabis | shz

Post 30 im Thema

Beitrag von Lana »

Blossom hat geschrieben: Sa 24. Feb 2024, 15:08Naja, fragt sich was sonst noch alles wegfallen könnte, um produktiver zu sein ... Schwarzfahren vielleicht, Diebstähle im 5Euro Bereich ... Grundsätzlich halte ich auch nichts von Einstellen, wenn gegen Geldstrafe (empfindlich) und klar, es würden Wiederholungstäter (ginge es nach, was es nicht tut) mit jedem Mal höher bestraft.
Und was machst du, wenn die Leute kein Geld haben? Einsperren? Beim Schwarzfahren gibt es doch die Diskussion um die Ersatzfreiheitsstrafen auch schon ewig, obwohl längst klar ist, dass sie nichts bringen.
Blossom hat geschrieben: Sa 24. Feb 2024, 15:08Hörer konnten anrufen ... u.. ein Sozialarbeiter aus dem psychiatrischen Bereich, der sehr deutlich auf Gefahren aufwies (u.a. Psychosen ... Zusatz: Ich bin oft genug als Rettungssanitäterin mit Drogenkonsum konfrontiert worden, die gesamte Bandbreite ... psychotische Schübe bis hin zu Selbstmord bei "harmloseren" Drogen als auch Tote, die wir in Toilettenkabinen vorfanden bei härteren Stoffen).
Echt jetzt, das ist dein Argument? Weißt du, was die betroffenen Leute genommen hatten?
Blossom hat geschrieben: Sa 24. Feb 2024, 15:08 Ich persönlich fahre nicht einmal mehr nach Einnahme von Muskelrelaxantien oder Histaminika.
Ja, ist doch schön, dass du dich immer und überall moralisch höchst vorbildlich verhältst. Andere leben anders, und das ist ebenso gut. Ein paar davon scheinst du sogar zu kennen.

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