Dossier Geschlechtsdysphorie im Jugendalter
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Anne-Mette
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Dossier Geschlechtsdysphorie im Jugendalter
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Geschlechtsdysphorie im Jugendalter
ROGD (Rapid-Onset Gender Dysphoria)
https://www.eggoe.at/rogd/dossier-gesch ... gendalter/
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Jaddy
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Re: Dossier Geschlechtsdysphorie im Jugendalter
Mit anderen Worten: Grober Unfug. Gemeingefährlicher Unfug.
Wer mal gucken will, was die Autorin - Bettina Reiter - so denkt: https://www.wienerzeitung.at/h/uber-die ... -des-seins
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Lana
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Re: Dossier Geschlechtsdysphorie im Jugendalter
Gibt es auch eine fachlich-inhaltliche Begründung für deine Meinung, oder findest du das ad-hominem-"Argument" ausreichend?Jaddy hat geschrieben: Mo 12. Feb 2024, 19:07 Mit anderen Worten: Grober Unfug. Gemeingefährlicher Unfug.
Ich habe mich nicht mit der Vita der Autorin beschäftigt, weil ich an der fachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema interessiert bin. Dabei hilt es, wenn ich mich möglichst unvoreingenommen der Lektüre widmen kann.
Von einzelnen Formulierungen abgesehen, kann ich dem Grundtenor zustimmen. Es wird dargestellt, dass Vieles von dem, was derzeit gemacht wird, nur wenig wissenschaftliche Evidenz aufweist. Alle gemachten Aussagen werden in einem ausführlichen Quellenverzeichnis belegt, das wissenschaftlichen Standards genügen sollte.
Ich finde die Forderung, die Behandlung von betroffenen Kindern und Jugendlichen auf eine wissenschaftlich fundierte Grundlage zu stellen, absolut richtig, ebenso wie die Berücksichtigung von sozialmedizinischen Faktoren.
LGL
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Jaddy
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Re: Dossier Geschlechtsdysphorie im Jugendalter
Also: Für "ROGD" wurden alle angeführten Paper wiederlegt, alle aufgrund schwerer wissenschaftlicher Mängel, beginnend mit dem ersten von Littman 2015, der nachher zurückgezogen wurde. Jüngster Artikel, der das alles noch mal populär zusammenfasst: https://www.scientificamerican.com/arti ... ia-claims/Lana hat geschrieben: Mo 12. Feb 2024, 20:06 Gibt es auch eine fachlich-inhaltliche Begründung für deine Meinung, oder findest du das ad-hominem-"Argument" ausreichend?
Von einzelnen Formulierungen abgesehen, kann ich dem Grundtenor zustimmen. Es wird dargestellt, dass Vieles von dem, was derzeit gemacht wird, nur wenig wissenschaftliche Evidenz aufweist. Alle gemachten Aussagen werden in einem ausführlichen Quellenverzeichnis belegt, das wissenschaftlichen Standards genügen sollte.
Kernsatz: "It is not rapid-onset gender dysphoria," she says. "It"™s rapid-onset parental discovery."
Der Anstieg der Zahlen ist mit den erweiterten Informationsmöglichkeiten plus offenerem Umgang und ernst nehmen ausreichend erklärt. In Schweden knickt die Kurve inzwischen ab. Heisst: Die Kinder und Jugendlichen kommen einfach früher raus und sparen sich ca ein Jahrzehnt Leid. Die anti-trans Kräfte wie diese Autorin und der Verein (siehe anderer Post) begrenzen die Betrachtung der Altersgruppe gezielt. Bei der Gesamtbetrachtung bis 40 Jahre würde sonst auffallen, dass sich die Zahlen dort nicht wesentlich ändern.
Anders ausgedrückt: Es kommen heute mehr trans Personen bereits als Kinder oder Jugendliche raus als früher. Früher kamen sie später raus. Insgesamt liegt die "irgendwie trans" Quote immer noch um 1%. Die Linkshändigkeits-Analogie ist vermutlich bekannt?
Die Evidenz für gender affirming care existiert sehr wohl. Tonnenweise Studien, die nachweisen, dass a) gute psychologische und medizinische Betreuung das Wohlbefinden und die mentale Gesundheit verbessern, b) >90% der Jugendlichen, die diese Betreuung erhalten, auch nach 5 Jahren - also als Erwachsene - dabei bleiben. Die anderen brechen aus diversen Gründen ab - und zwar vor "irreversiblen Schäden" (s.u). WPATH hat etliche Studien als Referenzen im SOC8. In der S3 Leitlinie von 2019 werden etliche angeführt.
Heisst: Der Konsens der Praktizierenden weltweit befürwortet inzwischen gender affirming care, basierend auf in den Dokumenten referenzierten Studien. Auf eine ausführliche Qualitätsanalyse und Vergleich der angeführten Studien wäre ich gespannt, wenn du das tun möchtest. Bisher tendiere ich dazu WPATH und AWMF etc und ihrer praktischen Erfahrung zu folgen.
Unter anderem deswegen: Die "Regret"-Raten liegen bei HET und OPs bei ~1% (nach 5 Jahren). 80% dieses 1% leiden daran, dass ihr Umfeld sie auch nach einer Transition nicht in Ruhe und in ihrem eigentlichen Gender leben lässt.
Heisst: Von 1000 Menschen, die eine Transition machen, sind 10 nach einigen Jahren unzufrieden - und 8 davon wegen ihres Umfelds, nicht wegen der Transition. Die "Regret"-Raten bei Knie-OPS liegen bei 10-15%. Mit anderen Worten: 1. Die psychologische und medizinische Betreuung sorgt für eine in jeder Hinsicht erstaunlich gute Zufriedenheit. 2. Der Hauptgrund für Detransition bzw Regret sind intolerante Menschen.
Nachzulesen hier: https://www.gendergp.com/detransition-facts/
Zusammengefasst: Dieses Paper von Bettina Reiter ist das trans health care Äquivalent zur Klimawandel-Leugnung.
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Susi T
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Re: Dossier Geschlechtsdysphorie im Jugendalter
Das ist halt leider keine Fachliche Auseinandersetzung, sondern entspricht von Beginn an schon zig mal wiederlegten alten Thesen die immer wieder neu ausgegraben werden um die Diskussion nicht weiter zu bringen, sondern immer wieder zurück zu drücken. Funktioniert leider immer wieder, weil da mit Nachdruck dran gearbeitet wird.
Selbst wenn man solche Leute direkt wiederlegt, kramen sie anschließend wieder die selben Argumente hervor, denn ihnen geht es nunmal nur um Stimmungsmache.
Selbst wenn man solche Leute direkt wiederlegt, kramen sie anschließend wieder die selben Argumente hervor, denn ihnen geht es nunmal nur um Stimmungsmache.
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Lana
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Re: Dossier Geschlechtsdysphorie im Jugendalter
Das ist doch eine zentrale Forderung in dem Paper, siehe Abschnitt 9.2.Jaddy hat geschrieben: Mo 12. Feb 2024, 20:53 Auf eine ausführliche Qualitätsanalyse und Vergleich der angeführten Studien wäre ich gespannt
Natürlich wirst du immer Studien finden, die genau das belegen, was du gerade vertrittst. Die Frage ist nur, wie aussagekräftig die sind. Du behauptest, die wären OK und würden andere Studien widerlegen, die ein anderes Ergebnis haben. Andere Leute behaupten das Gegenteil. Ich kann das fachlich nicht einschätzen, und ob du das kannst, weiß ich nicht.
Jedenfalls scheint mir bei deinen Postings immer eine gehörige Portion Ideologie mitzuschwingen, die andere Standpunkte von vorneherein ausschließt und einer offenen Diskussion nicht dienlich ist. Dein Eingangsstatement in diesem Thema spricht da für sich, ebenso wie das hier:
LGLJaddy hat geschrieben: Mo 12. Feb 2024, 20:53
Zusammengefasst: Dieses Paper von Bettina Reiter ist das trans health care Äquivalent zur Klimawandel-Leugnung.
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Jaddy
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Re: Dossier Geschlechtsdysphorie im Jugendalter
OK, ich erkläre mal, wie ich das navigiere: Wie ist das Verhältnis an tatsächlichen Fachleuten des Gebiets? Wie ist deren Konsens? 50:50 oder 90:10 oder gibt es viele Ansätze, deren Evidenzlage alle schwach ist? Wie sind die jeweiligen praktischen Ergebnisse? Gibt es aktuelle, unabhängige, peer reviewed, statistisch aussagekräftige Studien, die diese Ergebnisse und Ansätze unterstützen? Gibt es belastbare (s.o.) Studien, die die Ansätze in Zweifel ziehen?Lana hat geschrieben: Mo 12. Feb 2024, 22:54Das ist doch eine zentrale Forderung in dem Paper, siehe Abschnitt 9.2.Jaddy hat geschrieben: Mo 12. Feb 2024, 20:53 Auf eine ausführliche Qualitätsanalyse und Vergleich der angeführten Studien wäre ich gespannt
Natürlich wirst du immer Studien finden, die genau das belegen, was du gerade vertrittst. Die Frage ist nur, wie aussagekräftig die sind. Du behauptest, die wären OK und würden andere Studien widerlegen, die ein anderes Ergebnis haben. Andere Leute behaupten das Gegenteil. Ich kann das fachlich nicht einschätzen, und ob du das kannst, weiß ich nicht.
Jedenfalls scheint mir bei deinen Postings immer eine gehörige Portion Ideologie mitzuschwingen, die andere Standpunkte von vorneherein ausschließt und einer offenen Diskussion nicht dienlich ist. Dein Eingangsstatement in diesem Thema spricht da für sich, ebenso wie das hier:LGLJaddy hat geschrieben: Mo 12. Feb 2024, 20:53
Zusammengefasst: Dieses Paper von Bettina Reiter ist das trans health care Äquivalent zur Klimawandel-Leugnung.
WPATH ist die World Professional Association for Transgender Health, hat 2700 praktisch tätige Member, ist seit 1979 aktiv. Ihre Standards of Care (SOC) werden weltweit angewandt und führen zu den Ergebnissen, die ich genannt hatte: Im Vergleich zu anderen med./psych. Massnahmen inzwischen unglaublich hohe Zufriedenheitsraten, unglaublich niedrige "Regret"-Raten. Damit beweist sich das quasi selbst. Sie arbeiten regelmässig Studien ein und verbessern die SOC. Dazu gehören auch Modernisierungen wie die Entpathologisierung, d.h. die Streichung von Transidentität als psychische Störung und Anerkennung als Varianz.
Die Leitlinien der AWMF funktionieren ebenso: Sie orientieren sich an best practices, also dem was nachweislich funktioniert, also die Betroffenen zufriedener macht.
Auf der anderen Seite gibt es Behauptungen, deren Veröffentlichungen seit der ersten Erfindung der Abkürzung ROGD 2015 samt und sonders wegen methodischer Mängel implodiert sind. Heisst: Es gibt da keine belastbare Evidenz. Ihre Veröffentlichungen wurden von keiner renommeriten, d.h. peer reviewed Fachzeitschrift angenommen.
Schlimmer noch: Neben der im SciAm Artikel genannten Studie gibt es weitere, die trans Jugendliche befragt haben, wie lange sie vor ihrem coming out gegenüber den Eltern sich ihrer Transidentität bewusst waren. Ergebnis: ca. 2 Jahre. Für weitere Infos: Julia Serano hat die Referenzen; aus peer reviewed Fachzeitschriften.
Also: Auf der einen Seite eine sehr große Zahl Praktiker*innen mit nachweislich guten Ergebnissen, unterstützt von überprüften Studien, die genau diese Ergebnisse bestätigen. Auf der anderen Seite eine sehr kleine Zahl von Menschen ohne nachweisliche Ergebnisse (die ihre Hypothese stützen würden) und ohne wissenschaftlich überprüfte Studien. Und das seit 8 Jahren.
Das quasi gleichwertig zu behandeln nennt sich false balance. Daher mein Vergleich mit Klimawandel-Leugnenden.
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Lana
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Re: Dossier Geschlechtsdysphorie im Jugendalter
Auf der anderen Seite gibt es (in aktivistischen Kreisen leider weit verbreitet) den confirmation bias.Jaddy hat geschrieben: Di 13. Feb 2024, 01:18Das quasi gleichwertig zu behandeln nennt sich false balance.
Die Gefahr, nur eine "wissenschaftliche" Bestätigung für vorgefasste Meinungen zu suchen, wird leider nicht kritisch diskutiert, obwohl sie m.E. bei vielen dieser Studien (egal von welcher "Seite") prävalent ist.
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