Nur weil du wortwörtlich Kompromisse ablehnst. Das ganze leben ist ein Haufen von KompromissenVicky_Rose hat geschrieben: So 14. Jan 2024, 10:29Das ist das, was Du glaubst, wenn Du mein Statement liest. Gesagt habe ich das nie. Der Empfänger bestimmt die Botschaft ...Lina hat geschrieben: Sa 13. Jan 2024, 22:20 Du glaubst an die perfekte Beziehung, wo nie Kompromisse gemacht werden müssen? Interessant.
Ich glaube auch nicht an Perfektion. Eine Beziehung, die auf Kompromissen beruht, bleibt an einer Stelle stehen. Weil die Beteiligten es nicht wagen, tiefer zu schauen. Das ist meine Meinung. Ich sehe das Leben als einen fortlaufenden Prozess der Weiterentwicklung. Die Liebe ist dabei ein sehr starker Motivator. Was helfen mir da Kompromisse ? Sie sind höchstens zum Pausieren geeignet. Damit sind die eigenen Themen nicht bearbeitet, sondern verdrängt und man macht einen großen Bogen darum.
Hallo ihr Lieben - # 5
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Lina
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Re: Hallo ihr Lieben
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Flora
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Re: Hallo ihr Lieben
Hi Nathalie,
herzlich willkommen auch von mir, danke für deine Beiträge und herzlichen Glückwunsch zu dem Mut zum ersten Schritt der Offenbarung deiner weiblichen Seite gegenüber deiner Frau.
Ich schreibe dir hier etwas ausführlicher, weil ich vieles nachfühlen kann, was du (und u.a. auch Maura) hier in diesem Thread geschrieben hast; weil du vermutlich auf meinen Beitrag Bezug genommen hast ("Partnerin nicht schreiend weggerannt, will aber mit der ganzen Sache nichts zu tun haben") und weil du schreibst:
"Die Erfahrung anderer hilft mir die Argumente und auch Ängste der Frauen zu verstehen, damit ich die meiner versuchen kann zu erahnen und einzuordnen." und
"Ich glaube das wäre mir sogar am liebsten, wenn sie es selbst herausfindet. Und besonders, wenn sie es zeitnah herausfindet."
Weil dich das Outing gegenüber deiner Frau gerade beschäftigt, möchte ich bei dieser Gelegenheit - wenn sich an dieser Stelle nun schon so eine nette Diskussion ergibt - auch die verkürzte Darstellung in meiner Vorstellung etwas differenzieren. Ganz so einfach ist es nämlich nicht. Wenn ich also geschrieben habe, dass ich bei niemandem geoutet bin außer bei meiner Freundin, dann in dem Sinne, dass sie als einzige überhaupt etwas davon weiß (lässt man mal dieses Forum und die Second-Hand-Shop-Inhaberin meines Vertrauens außer Acht).
Sie weiß, dass ich Satin und ähnlich weiche Textilien gern auf der Haut spüre und lässt es zu, dass ich das manchmal drunter trage. Das wusste sie schon länger, da ich mal einige zu trocknende Wäschestücke nicht rechtzeitig weggeräumt hatte - damals war das ein Schockmoment (und zwar für uns beide). Seit relativ kurzer Zeit weiß sie dank des in meiner Vorstellung erwähnten Gesprächs aber schon das Wesentliche - zum Beispiel dass ich allein zu Hause auch mal in eine Satinbluse und Leggings schlüpfe, dass sich eng anliegende Stretch- und Nylongewebe für mich nicht einengend, sondern wie eine sanfte Umarmung anfühlen und auch, dass es dabei durchaus um mehr geht als den Stoff zu spüren - wie du es so wunderbar ausgedrückt hast: die weibliche Seite sozusagen von außen nach innen diffundieren zu lassen und das mal eine Weile auf sich wirken zu lassen. Damit muss man als Partnerin ja auch erstmal klarkommen. Was ich ihr aber noch nicht gestanden habe ist zum einen, dass ich tatsächlich schon mal geschminkt, gedressed und mit bemalten Fingernägeln auch draußen war, und zum anderen, wie groß der Bekleidungsfundus eigentlich ist.
Ganz rational ist mir natürlich sonnenklar, dass im Ergebnis eher ungewollt eine Salamitaktik daraus wird, die mit jedem neuen Scheibchen mehr und mehr Misstrauen erzeugt (wieviel kommt da noch? wo führt das hin?). Auf der emotionalen Ebene hat mich in der konkreten Situation aufgrund der zwar nicht gerade vernichtenden, aber doch recht zurückhaltenden Reaktion im Zusammenspiel mit der allgemeinen Richtung, in der das Gespräch verlaufen ist, dann leider doch der Mut verlassen, weiter ins Detail zu gehen. Das steht also noch aus und ich würde mir wünschen, sofort komplett reinen Tisch gemacht zu haben.
Man muss dazu sagen, dass meine Freundin durchaus positiv auf manche Veränderungen reagiert hat.
Flora will gepflegte Fingernägel - die sind schöner (und lassen sich besser lackieren). Also habe ich mir abgewöhnt, auf die Nägel zu beißen und feile sie stattdessen ordentlich.
Flora legt Wert auf eine gepflegte Haut - die fühlt sich angenehm an und sieht gut aus (und lässt sich besser schminken). Also bin ich immer tip-top rasiert, habe eine Pflegeroutine und setze mich dabei auch über die Regel hinweg, dass nur die Verpackungsfarben schwarz, blau und höchstens noch orange erlaubt sind und "FOR MEN" draufstehen muss.
Flora hat gern lange Haare - dann muss sie nicht immer eine Perücke tragen. Also habe ich mir den Kommentar meiner Freundin, die damals coronabedingt länger werdende Haarpracht "würde mir eigentlich auch ganz gut stehen" zu Herzen genommen und habe sie noch ein ganzes Stück weiter wachsen lassen.
Und seit unserem Gespräch kommen neuerdings manchmal so Kommentare:
"Die Nägel sind ja fast länger als meine. Soll ich dir die mal lackieren?"
Oder im Bekleidungsgeschäft: "Für mich ist das nichts... aber vielleicht für dich?"
Ich habe das bisher immer etwas beschämt abgetan ("vielleicht zum Fasching"), weil ich jedes Mal unvorbereitet war. Mittlerweile habe ich aber den Eindruck, dass es nicht so sehr kleine giftige Sticheleien sind, sondern eher spöttisch-spielerische goldene Brücken, auf die ich beim nächsten Mal vielleicht doch einen Fuß setzen sollte. Das Entscheidende ist hier die Stimmungslage. Du hast ja auch festgestellt, dass diese lockere, spielerische Atmosphäre beim Lackieren der Fingernägel ein sehr guter Moment war. Also zur plakativen Verdeutlichung mal als Kontrast: wenn sie müde von der Arbeit kommt und du dich nervös darauf vorbereitet hast, nun endlich mit einem Seufzen die bedeutungsschwangeren Worte "Du. Ich muss dir was sagen" hervorzupressen - dann hat für sie das Thema Crossdressing schon mal ein Etikett angehängt, auf dem ganz fett steht "PROBLEM". Und das muss ja nicht sein, wenn es auch anders geht. Ich denke, es lohnt sich auf jeden Fall, nach solchen "guten Momenten" Ausschau zu halten oder sie bewusst zu schaffen.
Also das alles einfach mal als Erfahrungsbericht und Austausch, ich hoffe, mehr von dir zu hören!
Ganz liebe Grüße
Flora
herzlich willkommen auch von mir, danke für deine Beiträge und herzlichen Glückwunsch zu dem Mut zum ersten Schritt der Offenbarung deiner weiblichen Seite gegenüber deiner Frau.
Ich schreibe dir hier etwas ausführlicher, weil ich vieles nachfühlen kann, was du (und u.a. auch Maura) hier in diesem Thread geschrieben hast; weil du vermutlich auf meinen Beitrag Bezug genommen hast ("Partnerin nicht schreiend weggerannt, will aber mit der ganzen Sache nichts zu tun haben") und weil du schreibst:
"Die Erfahrung anderer hilft mir die Argumente und auch Ängste der Frauen zu verstehen, damit ich die meiner versuchen kann zu erahnen und einzuordnen." und
"Ich glaube das wäre mir sogar am liebsten, wenn sie es selbst herausfindet. Und besonders, wenn sie es zeitnah herausfindet."
Weil dich das Outing gegenüber deiner Frau gerade beschäftigt, möchte ich bei dieser Gelegenheit - wenn sich an dieser Stelle nun schon so eine nette Diskussion ergibt - auch die verkürzte Darstellung in meiner Vorstellung etwas differenzieren. Ganz so einfach ist es nämlich nicht. Wenn ich also geschrieben habe, dass ich bei niemandem geoutet bin außer bei meiner Freundin, dann in dem Sinne, dass sie als einzige überhaupt etwas davon weiß (lässt man mal dieses Forum und die Second-Hand-Shop-Inhaberin meines Vertrauens außer Acht).
Sie weiß, dass ich Satin und ähnlich weiche Textilien gern auf der Haut spüre und lässt es zu, dass ich das manchmal drunter trage. Das wusste sie schon länger, da ich mal einige zu trocknende Wäschestücke nicht rechtzeitig weggeräumt hatte - damals war das ein Schockmoment (und zwar für uns beide). Seit relativ kurzer Zeit weiß sie dank des in meiner Vorstellung erwähnten Gesprächs aber schon das Wesentliche - zum Beispiel dass ich allein zu Hause auch mal in eine Satinbluse und Leggings schlüpfe, dass sich eng anliegende Stretch- und Nylongewebe für mich nicht einengend, sondern wie eine sanfte Umarmung anfühlen und auch, dass es dabei durchaus um mehr geht als den Stoff zu spüren - wie du es so wunderbar ausgedrückt hast: die weibliche Seite sozusagen von außen nach innen diffundieren zu lassen und das mal eine Weile auf sich wirken zu lassen. Damit muss man als Partnerin ja auch erstmal klarkommen. Was ich ihr aber noch nicht gestanden habe ist zum einen, dass ich tatsächlich schon mal geschminkt, gedressed und mit bemalten Fingernägeln auch draußen war, und zum anderen, wie groß der Bekleidungsfundus eigentlich ist.
Ganz rational ist mir natürlich sonnenklar, dass im Ergebnis eher ungewollt eine Salamitaktik daraus wird, die mit jedem neuen Scheibchen mehr und mehr Misstrauen erzeugt (wieviel kommt da noch? wo führt das hin?). Auf der emotionalen Ebene hat mich in der konkreten Situation aufgrund der zwar nicht gerade vernichtenden, aber doch recht zurückhaltenden Reaktion im Zusammenspiel mit der allgemeinen Richtung, in der das Gespräch verlaufen ist, dann leider doch der Mut verlassen, weiter ins Detail zu gehen. Das steht also noch aus und ich würde mir wünschen, sofort komplett reinen Tisch gemacht zu haben.
Man muss dazu sagen, dass meine Freundin durchaus positiv auf manche Veränderungen reagiert hat.
Flora will gepflegte Fingernägel - die sind schöner (und lassen sich besser lackieren). Also habe ich mir abgewöhnt, auf die Nägel zu beißen und feile sie stattdessen ordentlich.
Flora legt Wert auf eine gepflegte Haut - die fühlt sich angenehm an und sieht gut aus (und lässt sich besser schminken). Also bin ich immer tip-top rasiert, habe eine Pflegeroutine und setze mich dabei auch über die Regel hinweg, dass nur die Verpackungsfarben schwarz, blau und höchstens noch orange erlaubt sind und "FOR MEN" draufstehen muss.
Flora hat gern lange Haare - dann muss sie nicht immer eine Perücke tragen. Also habe ich mir den Kommentar meiner Freundin, die damals coronabedingt länger werdende Haarpracht "würde mir eigentlich auch ganz gut stehen" zu Herzen genommen und habe sie noch ein ganzes Stück weiter wachsen lassen.
Und seit unserem Gespräch kommen neuerdings manchmal so Kommentare:
"Die Nägel sind ja fast länger als meine. Soll ich dir die mal lackieren?"
Oder im Bekleidungsgeschäft: "Für mich ist das nichts... aber vielleicht für dich?"
Ich habe das bisher immer etwas beschämt abgetan ("vielleicht zum Fasching"), weil ich jedes Mal unvorbereitet war. Mittlerweile habe ich aber den Eindruck, dass es nicht so sehr kleine giftige Sticheleien sind, sondern eher spöttisch-spielerische goldene Brücken, auf die ich beim nächsten Mal vielleicht doch einen Fuß setzen sollte. Das Entscheidende ist hier die Stimmungslage. Du hast ja auch festgestellt, dass diese lockere, spielerische Atmosphäre beim Lackieren der Fingernägel ein sehr guter Moment war. Also zur plakativen Verdeutlichung mal als Kontrast: wenn sie müde von der Arbeit kommt und du dich nervös darauf vorbereitet hast, nun endlich mit einem Seufzen die bedeutungsschwangeren Worte "Du. Ich muss dir was sagen" hervorzupressen - dann hat für sie das Thema Crossdressing schon mal ein Etikett angehängt, auf dem ganz fett steht "PROBLEM". Und das muss ja nicht sein, wenn es auch anders geht. Ich denke, es lohnt sich auf jeden Fall, nach solchen "guten Momenten" Ausschau zu halten oder sie bewusst zu schaffen.
Also das alles einfach mal als Erfahrungsbericht und Austausch, ich hoffe, mehr von dir zu hören!
Ganz liebe Grüße
Flora
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Re: Hallo ihr Lieben
soo ein langer Vorstellungs-Faden !
Ich wünsche dir auch viel Spaß und Erkenntnisse hier, Nathalie !
Was mir aufgefallen ist: mit der Salamitaktik hast du offenbar Glück gehabt, deine Frau hat recht positiv reagiert. Mit all den Signalen muß ihr klar sein, daß du 'Crossdresser' bist (auch wenn ich die Schubladen nicht mag). Eigentlich müsste es sie brennend interessieren, wie weit die Neigung bei dir geht. Wenn es zum richtigen äussern kommt, dann ist die Gretchenfrage 'willst du Frau werden' ?
Da bei ihr bisher nicht die Alarmglocken geläutet haben, und sie die Signale so locker genommen hat, wird sie das wahrscheinlich nicht befürchten. Dann könnt ihr euch leichter arrangieren. Dafür gibt es ja Beispiele , wie du z.B. bei Malvine gelesen hast.
LG ascona
PS: du hast ein hübsches Profilfoto, könnte eine 'richtige' Frau sein...
Ich wünsche dir auch viel Spaß und Erkenntnisse hier, Nathalie !
Was mir aufgefallen ist: mit der Salamitaktik hast du offenbar Glück gehabt, deine Frau hat recht positiv reagiert. Mit all den Signalen muß ihr klar sein, daß du 'Crossdresser' bist (auch wenn ich die Schubladen nicht mag). Eigentlich müsste es sie brennend interessieren, wie weit die Neigung bei dir geht. Wenn es zum richtigen äussern kommt, dann ist die Gretchenfrage 'willst du Frau werden' ?
Da bei ihr bisher nicht die Alarmglocken geläutet haben, und sie die Signale so locker genommen hat, wird sie das wahrscheinlich nicht befürchten. Dann könnt ihr euch leichter arrangieren. Dafür gibt es ja Beispiele , wie du z.B. bei Malvine gelesen hast.
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Re: Hallo ihr Lieben
OT, aber solche Kommentare mag ich nicht, der erste Teil des Satzes hätte sicherlich gereicht
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Re: Hallo ihr Lieben
Warum sollte sie auf diesen Gedanken kommen? Zudem steht Karneval vor der Tür, da ist der Schluss, dass es sich um Crossdressing handeln könnte, noch weniger naheliegend. Viele Menschen kennen nicht mal den Begriff...ascona hat geschrieben: Do 1. Feb 2024, 17:58Was mir aufgefallen ist: mit der Salamitaktik hast du offenbar Glück gehabt, deine Frau hat recht positiv reagiert. Mit all den Signalen muß ihr klar sein, daß du 'Crossdresser' bist
Das könnte auch an ihrer Unbedarftheit oder mangelnder Information zum Thema liegen. So war es nicht nur bei meiner Partnerin, sondern auch im Bekanntenkreis. Da kamen öfter Aussagen wie: Nein, damit hätte ich im Traum nicht gerechnet...ascona hat geschrieben: Do 1. Feb 2024, 17:58 Da bei ihr bisher nicht die Alarmglocken geläutet haben, und sie die Signale so locker genommen hat,
Spekulationen sind wahrscheinlich nicht hilfreich. Persönliche Erfahrungen von anderen sind jedoch wertvoll, weil man so ein Gefühl dafür bekommen kann, wie unterschiedlich und auch widersprüchlich ein Coming out verlaufen kann.
LGL
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Herzlich willkommen, liebe Nathalie.
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
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Re: Hallo ihr Lieben
Deshalb:Lana hat geschrieben: Do 1. Feb 2024, 19:47Warum sollte sie auf diesen Gedanken kommen? Zudem steht Karneval vor der Tür, da ist der Schluss, dass es sich um Crossdressing handeln könnte, noch weniger naheliegend. Viele Menschen kennen nicht mal den Begriff...ascona hat geschrieben: Do 1. Feb 2024, 17:58Was mir aufgefallen ist: mit der Salamitaktik hast du offenbar Glück gehabt, deine Frau hat recht positiv reagiert. Mit all den Signalen muß ihr klar sein, daß du 'Crossdresser' bist
also da braucht man nicht mal den berühmten weiblichen Instinkt haben um zu merken, daß da was im Busch ist. (und den Begriff 'Crossdressing' braucht man auch nicht kennen)nathalie2 hat geschrieben: Sa 13. Jan 2024, 10:23 Der erste Schritt ist getan. Meine Tochter hat mir vor 2 Tagen die Fingernägel lackiert (mit Klarlack). Ich hatte heute Morgen ein Gespräch mit meiner Frau, in entspannter Atmosphäre, darüber, dass ich dieses Gefühl lackierter Nägel mag und dass es irgendwie eine Tür öffnet mehr Weiblichkeit im Leben zuzulassen. Hab sie gefragt, ob sie mit mir rausgehen würde, auch wenn ich rote Nägel hätte.
Aber mit folgendem hast du natürlich recht !
schöne GrüsseLana hat geschrieben: Do 1. Feb 2024, 19:47 Spekulationen sind wahrscheinlich nicht hilfreich. Persönliche Erfahrungen von anderen sind jedoch wertvoll, weil man so ein Gefühl dafür bekommen kann, wie unterschiedlich und auch widersprüchlich ein Coming out verlaufen kann.
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Re: Hallo ihr Lieben
Liebe Flora! Wie schön, Deinen Bericht zu lesen! Vielen Dank, dass Du mir persönlich geantwortet hast. Ich habe die ganze Zeit schon überlegt, die Geschichte fortzuführen. Es hat sich jedoch nicht viel ergeben und ich wollte auch nicht spammen
Die Salami-Taktik, wenn man sie denn so nennen will, hat natürlich den Vorteil, dass man zusammen daran wachen kann, so wie Du das ganz wunderbar beschreibst. Dass nun "spöttich-spielerische" Kommentare kommen, ist doch ein Zeichen dafür, dass sie das Thema auf dem Schirm hat und auch weiß, dass es für Dich ein Thema ist. Sie stößt die Tür auf, durchgehen musst Du :-p.
Witzig, dass Du Körperpflege erwähnst. Ich habe mich die Woche auch rasiert, seit langem mal wieder und Lippenstift aufgelegt..
Vielleicht erzähle ich einfach mal. Nach dem Gespräch mit ihr, von dem ich hier ja berichtet habe, habe ich das Thema noch auf einige Spaziergängen angeschnitten. Es kam jedoch leider kein Gespräch zu Stande. Ich habe es im Kopf abgelegt unter: "Mist, hast du dich doch getäuscht und sie dachte, es sei nur ein Gag gewesen"... Wobei, ich war echt innerlich aufgewühlt und mit - gefühlt - zittriger Stimme. Das hat sie doch bestimmt bemerkt und sich ihre Gedanken gemacht... Da gibt es doch normal so Antennen... Meine Frau ist vom Typ eher so, dass sie unangenehme Sachen weg drückt. Auch wenn es mal Streit gibt, muss man am besten gar nicht mehr darüber reden. Ich bin da das komplette Gegenteil
Ich hatte ja eingangs geschrieben, dass ich mich erstmal selbst einordnen muss. Nun ist meine Frau die Woche geschäftlich im Ausland unterwegs, ich mit den Kindern daheim. Also hab ich mir auf Amazon ein paar Sachen bestellt und war ultimativ aufgeregt. Die Kleinen sind vormittags in der Schule, so dass ich mich da voll ausleben kann. ich habe mich also schick gemacht und dann vor den Homeoffice PC gesetzt. Ich konnte quasi keine 5 Minuten am Stück arbeiten, immer bin ich aufgesprungen und zum Spiegel gerannt. Wenn ich an mir hinunter geschaut habe, habe ich Gänsehaut bekommen. Wenn ich mich dann wieder zurückverwandelt habe (wenn es in Richtung Schulende ging), konnte ich nur noch an mich als Frau denken. Abends hatte ich einen Flatterbauch, da ich den nächsten Morgen nicht mehr erwarten konnte...
Sehr spannend
Aber da sind auch die anderen Seiten... Zum Beispiel hat es häufiger mal an der Tür geläutet. Hier haben ein paar Menschen den Haustürschlüssel. Mir war nicht ganz klar wann die Putzfrau aufschlägt. Da wurde es mir heiß und kalt. Ich hatte die Rolläden unten und bin einfach nicht zur Tür.. Ich wollte nicht, dass ich so gesehen werde. Ich wollte das für mich - bzw bin ich natürlich auch nicht soweit, das in mein Umfeld zu lassen - aber auch dazu später noch mehr.
Einmal klingelte der DHL Mensch. Wir rufen normalerweise runter, dass er es ablegen soll, doch dieses mal brauchte er eine Unterschrift... Also hat er mich in der Tunika gesehen... Bei ihm war es mir egal, auch nicht unangenehm.
Dann wollte ich in den DM gehen und mir eine Feinstrumpfhose kaufen und einen Lippenstift. Ich bin verstohlen an den Schminkutensilien vorbei geschlichen... Dieses Gefühl kennen vermutlich einige hier
Ich denke das ist Teil meiner Verklemmtheit, die ich auch ablegen will - auf meinem Weg zu mir Selbst! Mein Wesen ist eher weich, gepresst in eine harte Schale mit Stacheln nach außen - zumindest in meiner Jungend. Spirituelle Arbeit hat mich schon den Kern erweichen lassen. Dies meiner Familie und Frau zu erzählen, hat mich damals unendliche Überwindung gekostet. Und doch haben es alle - sogar Freunde - gut aufgenommen. Doch ich drifte ab...
Wo war ich? Ach ja, die Strumpfhose!
Ich habe mir hochoffiziell eine gekauft und meine Frau weiß auch davon. Ich habe ihr davon erzählt mit der Begründung, dass mir im Office so kalt ist. Sie fand es keiner Erwähnung oder spöttischen Kommentar wert. Habe ich auch nicht erwartet. Sie war auch schon in der Wäsche. Und ich liebe das Gefühl, sie zu tragen.
Dann noch die Geschichte mit dem Nagellack! Meine älteste Tochter ist im Schmink-Alter. Habe ich ja schon erzählt, dass sie mir die Fingernägel mit Klarlack überzogen hat. Das habe ich schon ein paar mal selbst gemacht und bin mit ihr in den DM gefahren, um Nachschub zu holen. Schließlich kann ich ja nicht ihr Zeug leeren
Ja, jetzt schreibe ich diese Zeilen mit lackierten Fingernägeln. Die Kinder sind zwar im Bett, aber ich traue mich dennoch nicht, hier mit meinen Lieblings-Klamotten zu sitzen.
Hat mich das jetzt weiter gebracht?
Ich denke schon! Ich bin noch lange nicht soweit, mit Klamotten draußen herum zu laufen. Ich werde es vielleicht auch nie sein. Ich will auch nicht, dass mein Umfeld davon erfährt. Nicht mal meine Kinder. Die dürfen mich gerne schminken und lackieren. Das bringt uns sicherlich auch noch näher zusammen, davon bin ich überzeugt. Achso, die ganze Beschäftigung mit diesen Themen hat eine ganz neue Art Verständnis und Geduld in mir hervorgebracht. Selbst in Zeiten allerhöchster Not und Stress schaffe ich es, verständnisvoll zu sein. Das ist auch meinem Umfeld aufgefallen...
Auch merke ich, dass ich - wenn ich meine(!) Klamotten trage - anders fühle, anders laufe, anders bin. Ja, ich bin anders. Und hier liegt auch die Crux. Ist es nur der Reiz des "Neuen"? Ich weiß, dass sowas auch abflachen kann. wobei die Gefühle schön und intensiv waren, diese Vorfreude... Apropos, einen Fetisch kann ich für mich ausschließen. Ich ertappe mich jedoch häufiger dabei, zum Kleiderschrank rennen zu wollen und meine Klamotten anzuziehen! Ich liege auch Abends da und überlege, wie es wäre als Frau auf dieser schönen Welt zu wandeln.
Ich schaue auf Youtube nach Crossdressern und habe urplötzlich ganz viel Verständnis und Empathie für diejenigen, die so viel weiter sind auf ihrem Weg.
In dieser Woche habe ich mir viele Gedanken gemacht - und es tut gut, die auch mal zu "Papier" zu bringen. Ich bin einfach jemand, der sich momentan erkundet. Der eine neue Gefühlswelt in sich entdeckt hat und die mit voller Wucht fühlen will. Ich bin aber auch jemand, der gar keine Schubladen für sich selbst braucht, der aber auch große Angst davor hat, von anderen in Schubladen gesteckt zu werden! Nun habe ich gelackte Fingernägel und werde damit meinem Umfeld begegnen... meiner Familie... zwangsläufig... mit Handschuhen! (nein Spaß)
Wie gesagt, man wird das mitmachen, langsam, Stück für Stück => Salamitaktik! Und dennoch ehrlich! Zumindest habe ich den Eindruck. Auch wenn ich meine Klamotten-Kiste morgen früh wieder gut und sicher verstauen werde.....
Die Strumpfhose bleibt schonmal im Schrank
Und ja, die Vorteile der Körperpflege, das ist definitiv ein guter Punkt
Liebe ascona, auch Dir vielen Dank für Deine Gedanken. Ich freue mich, dass der Vorstellungsthread länger und länger wird. Bin gespannt wann ich mir einen Rüffel abholeascona hat geschrieben: Do 1. Feb 2024, 17:58 soo ein langer Vorstellungs-Faden !![]()
Da bei ihr bisher nicht die Alarmglocken geläutet haben, und sie die Signale so locker genommen hat, wird sie das wahrscheinlich nicht befürchten. Dann könnt ihr euch leichter arrangieren. Dafür gibt es ja Beispiele , wie du z.B. bei Malvine gelesen hast.
...
PS: du hast ein hübsches Profilfoto, könnte eine 'richtige' Frau sein...![]()
Ich bin oben sehr ausführlich auf meine Gedanken bezüglich "was ich bin" eingegangen. Ich vermute, sie hat es als Spaß aufgenommen und der "AHA" Moment wird noch kommen. Der, wo aus Ernst Wirklichkeit wird und sie mit der Realität Konfrontiert wird.
Mein ultimativer Traum ist aber, das quasi frei - aber nach Lust und Laune - ausleben zu können. Ohne gesellschaftliche Regimente. Ohne Angst, ohne dem Sich-verstellen, ohne diesem "ich brauche eine Ausrede parat"! Das wäre was ich will. Freiheit! Mit ihr! Zusammen einkaufen und Kleider zu probieren. Dass sie mir was mitbringt vom einkaufen... so was wäre mein absoluter Traum!
Vielleicht läuten bei ihr aber auch einfach keine Alarmglocken, weil sie mich besser kennt als ich selbst??? Hmm .. muss ich mal darüber nachdenken
- und vielen Dank! Ich hab die Anführungszeichen gesehen
Liebe Lana, auch Dir lieben Dank für Deine Gedanken! Ich verkleide mich normal nie an Karneval. Die Woche habe ich tatsächlich darüber nachgedacht, als Frau zu gehen. Ich habe auch darüber nachgedacht, die Frage hier im Forum zu stellen, als was ihr so geht. Aber im Grunde stellt es ja keine Verkleidung dar für die Allermeisten. Für mich wäre es wohl nur ein Vehikel, ein weiterer Minischritt nach vorne. Aber es ist schwierig und erfordert Mut. Und kommt ganz schön früh... Du hast natürlich recht, so könnte sich mein Umfeld daran gewöhnen und ich könnte es als weiteren Aufhänger für Gespräche nehmen. Naja, vielleicht entwickelt sich das noch als konkreter Plan die nächsten Tage, die Sachen hätte ich ja zumindest schonmal daLana hat geschrieben: Do 1. Feb 2024, 19:47 ...
Spekulationen sind wahrscheinlich nicht hilfreich. Persönliche Erfahrungen von anderen sind jedoch wertvoll, weil man so ein Gefühl dafür bekommen kann, wie unterschiedlich und auch widersprüchlich ein Coming out verlaufen kann.
...
Herzlich willkommen, liebe Nathalie.
Mit der Unbedarftheit könntest Du recht haben.