Im ZDF ist es den einzelnen Redaktionen überlassen. D.h. die entscheiden für sich. Eine Hausregel gibt es nicht. Deshalb ist z.B. bei manchen heute-Moderatorys der Glottisschlag zu hören und bei anderen nicht.MatthiasTV hat geschrieben: Do 7. Dez 2023, 13:07 Schau dir mal ARD und ZDF an . In jeder Sendung wird gegendert. Egal ob Kindersendung , Nachrichtern , Talks , Tiersendungen jeder Moderator muss oder glaubst du die machen das weil sie es toll finden. Oder stellt man dort nur noch Leute ein die gendern toll finden? Ne da gibt es von oben vom Programmdirektor oder von noch höher die Anweisung wir müssen das Volk zum gendern bringen. Es gab Umfragen ob die Zuschauer das wollen ,sie wollen es mit großer Mehrheit nicht und was passiert es wird weiter gestottert was das Zeug hält. Da Frage ich mich schon warum ? Wer hat was von dem Quatsch. Wer spinnt da von oben die Fäden? Wer übt hier Druck aus?
Die FAZ - anerkannt nicht-linkes Blatt
Das ZDF selbst hat einen Artikel dazu https://www.zdf.de/comedy/heute-show/wh ... r-102.html
Darin übrigens auch viele nützliche Verweise für einen differenzierten Umgang mit geschlechter-sensibler und geschlechter-gerechter Sprache. Das muss ja nicht immer Sternchen heissen. Zum Beispiel in dem vom ZDF verlinkten Artikel zur niedersächsischen Regelung (Link), die mir gestern wer als "Genderzwang" verkaufen wollte.
Sehr schön finde ich die Zusammenstellung der Süddeutschen, "Wie es die Öffentlich-Rechtlichen mit dem Gendern halten": Wenn Hausregeln, dann Sternchenverbot, ansonsten Freiheit der Redaktionen. Allerdings auch übergreifend die das Bewusstsein, dass "generisches Maskulin" nicht mehr zeitgemäss ist und nicht mal die Doppelnennung alle Menschen einschliesst. Ganz interessant, dass sich der BR auf die "Gesellschaft für deutsche Sprache" beruft, die offen zugeben, im Moment keine konsistenten Angebote für Formen jenseits der Zweigeschlechtlichkeit zu haben. Das ist... so ein gewisser Rückzug auf Grammatik-Formalien auf den sich zB der BR abstützt, obwohl er mehr als Grammatik berücksichtigen müsste. Sind schliesslich Grund- und Gleichstellungsrechte.
Das Fazit im letzten Absatz: "Die Gemengelage zeigt: Den Öffentlich-Rechtlichen ist weder die Sprache noch ihr Publikum egal. In einer Welt, in der viele mitsprechen, fällt es schwerer, sich auf eine Sprache zu einigen. Eine Vielzahl von Regelungen existiert nebeneinander. Bei aller Komplexität, Verwirrung und Irritation heißt das aber auch: Hier wird experimentiert, reagiert, verworfen, neu probiert. Und das ist doch eine gute Nachricht für jede, jeden, für alle." Ich möchte allerdings anfügen: Nur dort, wo nicht generell verboten wird.
All diese Quellen sind schon mehrere Jahre alt. Neuere gibt es offenbar nicht. Es hat sich daran wohl auch nichts geändert.
Hier zusätzlich die oben angesprochene niedersächsische Regelung, weil staatliche Stellen sich nicht so leicht um die Rechtslage (Gleichstellung!) rumdrücken können: Link
Und die Anleitung im Original: PDF
Ich finde sie pragmatisch und ziemlich elegant.
Die Einleitung:
Selbst da liesse sich die "Dezernent*innenkonferenz" noch durch "Dezernatskonferenz" ersetzen, weil offenbar kein feststehender Begriff (sondern im Original vermutlich eher Konferenz der Dezernatsleitungen).Verwaltungssprache soll alle Menschen ansprechen. Frauen und Männer und jene, die sich nicht als Frau oder Mann selbst beschreiben. Deshalb sollen zukünftig von der Verwaltung geschlechtsumfassende Formulierungen (z.B. Beschäftigte) verwendet werden.
Wenn eine geschlechtsumfassende Formulierung nicht möglich ist, ist der Genderstar (z.B. Antragsteller*innen) zu verwenden.
Diese Regelung gilt für sämtlichen Schriftverkehr der Verwaltung — Emails, Präsentationen, Broschüren, Presseartikel, Drucksachen, Hausmitteilungen, Flyer, Briefe - und schließt somit auch Formulare ein.
Mit Zustimmung des Oberbürgermeisters und der Dezernent*innenkonferenz wird mit diesen neuen Regelungen die aus dem Jahr 2003 stammende "Empfehlung für eine zeitgemäße, Frauen und Männer angemessen berücksichtigende Verwaltungssprache" abgelöst
Das heisst: Von den meisten Formen geschlechtergerechter Sprache wirst du gar nichts mitbekommen. Nur wo, aus welchem Grund auch immer, keine neutrale Form gefunden wurde.
Also: Wenn du in den öffentlich-rechtlichen einen Glottisschlag hörst, jenseits von Wörtern, die eh einen haben, dann ist der tatsächlich freiwillig. Es sei denn, du möchtest Verschwörungsmythen folgen.
