Palliativpsychologin verrät: Womit Menschen am Ende ihres Lebens am meisten hadern
Palliativpsychologin verrät: Womit Menschen am Ende ihres Lebens am meisten hadern

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Anne-Mette
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Palliativpsychologin verrät: Womit Menschen am Ende ihres Lebens am meisten hadern

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

BRIGÄITTE:

Das ideale und für viele Menschen wünschenswerteste Finale für ihr Leben ist wahrscheinlich, in Frieden gehen und loslassen zu können, wenn sie an der Reihe sind. Doch welche Voraussetzungen sind dafür nötig? Wir haben darüber mit einer Palliativpsychologin gesprochen.

https://www.brigitte.de/liebe/persoenli ... 41262.html
Diana.65
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Re: Palliativpsychologin verrät: Womit Menschen am Ende ihres Lebens am meisten hadern

Post 2 im Thema

Beitrag von Diana.65 »

Danke Anne-Mette für's teilen dieses Artikels.
Ich denke, wenn das Ende des Lebens naht, denkt man noch einmal wesentlich intensiver über sein eigenes Leben nach und da kommen viele unerledigte Sachen wieder mit hoch. Man kann nur schon viel früher damit anfangen und sich damit beschäftigen, was man noch alles nicht erledigt hat und was für Wünsche und Vorstellungen noch nicht erfüllt sind.

Nachdenkliche Grüße,
Diana.
Ich bin und bleibe ich.
Und ... genieße mein neues Leben.
Momo58
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Re: Palliativpsychologin verrät: Womit Menschen am Ende ihres Lebens am meisten hadern

Post 3 im Thema

Beitrag von Momo58 »

Der Tod gehört zum Leben, wie das Leben zum Tod gehört. Wenn du geboren wirst weinst du und deine Nächsten lächeln. Wenn du stirbst, lächelst du, während deine Nächsten um dich weinen.
Diesen Zustand zu erreichen ist ein wichtiges Ziel im Leben. Das erreichst du nicht mit materiellem Denken. Ein ausgeglichener emotionaler Zustand ist dafür Grundvoraussetzung. Ich habe mich von meinem toxischen Erzeuger getrennt; ich habe noch nie auf einer Pyramide gestanden, aber ich hatte schöne Erlebnisse mit Wild- und Haustieren. Ich habe in meiner Ehe versucht das Beste zu geben, wobei es mir nicht immer gelungen ist. Beim Thema Gerechtigkeit dürfte ich allerdings ein schwieriges Gehen vor mir haben. Ich habe gelernt, mich so zu lieben wie ich bin und ich unterstütze queere Menschen durch mein Testament an eine transsexuelle Stiftung.

Liebe Grüße
Manuela
Wir alle sind nur ein unbedeutendes Staubkorn im Universum
Franziska
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Re: Palliativpsychologin verrät: Womit Menschen am Ende ihres Lebens am meisten hadern

Post 4 im Thema

Beitrag von Franziska »

Liebe Anne-Mette,

auch von mir einen lieben Dank für diesen Beitrag.

Die Frage, ob man im Leben alles erreicht hat, alles richtig gemacht hat, dass stellen sich sicherlich nicht nur Patienten auf den Palliativstationen, sondern viele Menschen im Alter. Sie lassen dann ihr Leben noch einmal Revue passieren. Damit meine ich weniger die materiellen Dinge, sondern vielmehr die Gefühle, die Beziehungen, der Umgang mit meinem Partner, mit meinen Verwandten und Freunden. Waren es gute und glückliche Zeiten oder habe ich jemanden (unbewusst) verletzt. Habe ich den richtigen Beruf ausgeübt, hätte ich mich mehr ehrenamtlich engagieren sollen? Es sind sicherlich Fragen über Fragen, die dann auftauchen. Dies ist aber nur möglich, wenn ich geistig dazu noch in der Lage bin.

Und dann gibt es auch noch die Menschen, die dazu nicht mehr in der Lage sind, ihr Leben rückblickend zu betrachten
und die Angehörigen in den meisten Fällen ein Ergebnis auch nicht mehr erfahren.

Das Sterben gehört zum Leben und dennoch schieben es die meisten Menschen vor sich her, was menschlich sicherlich verständlich ist. Aber man sollte sich schon frühzeitig Gedanken machen und Rückschau halten. Auch über Testament (welchen lieben Menschen möchte ich noch etwas Besonderes zukommen lassen) und gegenseitige Vollmachten sollte man rechtzeitig regeln. Daneben aber auch über die Dinge sprechen wie z.B. wie und wo möchte ich beigesetzt werden, Musik zur Trauerfeier, reine Kirchenlieder oder sollten vielmehr meine Lieblingslieder gespielt werden, die mich ein Leben lang begleitet haben, vielleicht die Traueranzeige selbst gestalten und, und, und"¦

Auch wenn man die Trauerfeier dann nicht mehr selbst erlebt, so hat man wahrscheinlich eine innere Befriedigung, dass die eigenen Wünsche dann hoffentlich erfüllt worden sind.

Liebe Grüße
Franziska
Genieße Deine Zeit, denn du lebst nur jetzt und heute. Morgen kannst Du gestern nicht mehr nachholen.
Und später kommt früher als Du denkst.
Albert Einstein
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Re: Palliativpsychologin verrät: Womit Menschen am Ende ihres Lebens am meisten hadern

Post 5 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo,

Bilanz des Lebens, Erfolgreiches, Bereutes und Gehardetes. Ob das wirklich so viel Platz einnimmt, wenn der Tod unausweichlich naht?

Ist der Artikel in der Brigitte nicht zu sehr aus der Sicht der Lebenden geschrieben und nicht so sehr aus der Sicht der Sterbenden?

Manchmal frage ich mich: Könnte es nicht auch anders sein, wenn der Tod unausweichlich näher und näher rückt, spürbar und sichtbar wird, dass die körperlichen Funktionen schwach werden, zerfressen werden und nach und nach aufgeben? Könnte es nicht auch sein, dass das bisherige Leben egal wird, Stückchen für Stückchen in der Bedeutungslosigkeit versinkt, nur noch letzte Reaktionen des Körpers und irgendwann noch gedankenloses Atmen übrig bleibt, bis der Zeitpunkt des Todes eintritt?

Liebe Grüße
Inga
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Re: Palliativpsychologin verrät: Womit Menschen am Ende ihres Lebens am meisten hadern

Post 6 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Doch ohne tiefe, persönliche, soziale V ... komplett.

Man sagt ja, dass der Manch am Ende des Lebens nicht bereut, was er gemacht hat, sondern was er nicht gemacht hat. Ich würde das nicht so absolut sehen, doch darin stecken wichtige Fragen für die Lebenden. Was fehlt noch in meinem Leben ? Was macht mich "komplett" ? Und spezieller in unserer Thematik: Gehe ich mit meinen Lebensthemen richtig um ?

Als ich meinen 50. feierte, wurde mir bewusst, dass auch bei bester Gesundheit meine Lebensmitte überschritten ist. Die zweite Hälfte ist, egal um was es sich handelt, gefühlt immer kürzer als die erste Hälfte. Jetzt bin ich fast 63. Um mich herum werden viele Menschen ernsthaft krank, viele sterben. Statistisch bleiben mir noch ca. 10 Jahre, bis mich auch eine schwere Krankheit trifft. Körperlich werde ich vermutlich meinen Segelsport nur noch wenige Jahre ausüben können. Ein heftiger Hörsturz hat mich auf meine rechten Ohr fast taub werden lassen und der Tinnitus zeigt mir jeden Tag, dass ich noch lebe.

Was ist die Konsequenz ? Kopf hängen lassen ? Kommt nicht in Frage. Mein Motto: ich mache das zu der Zeit, in der ich es tun kann. Ein langer Segelurlaub wird vorgezogen, weil ich nicht weiß, ob ich den in meinem Ruhestand noch machen kann. Lieber heute tanzen als morgen. Fehler sind dazu da, dass man sie korrigiert. Und wie im Artikel beschrieben, sind das die persönlichen Beziehungen. Ich kann nicht von mir ssagen, dass ich alles richtig gemacht habe und ich bin mir sicher, dass ich in Zukunft auch weiterhin Fehler machen werde, aber das Bewusstsein, mein Bestes zu geben und mich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren, hilft mir, Fehler zu vermeiden und zu erkennen, was mein Bestes ist.

Am Ende des Buches von Michael Ende von Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer bekommt der Drache einen ersten goldenen Schimmer auf dem Weg zum goldenen Drachen der Weisheit. Vielleicht liegt die Gunst des Alters in der Fähigkeit, solche goldenen Streifen zu entwickeln. Das kann niemand von einem 30- oder 40-jährigen Menschen erwarten. Ich erkenne immer mehr, wie sehr es eine Gunst ist, alt werden zu dürfen.

Ich habe keine Angst vor dem Tod, aber vor dem Sterben sehr wohl. Aber wer weiß, vielleicht ist sogar das Sterben ein notwendiger Teil zur Reife...
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
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