Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 3. Nov 2023, 14:51
Wo wären wir heute, wenn man sich nicht mit den schwierigen Fragen beschäftigen würde ?
Hey Vicky...
ich verstehe dich. Schau, es ist für mich nicht der Ansatz, das ich mich mit allen "schwierigen" Fragen beschäftigen muss.
Ich nehme eine Frage wahr, ist nicht die richtige Zeit dazu lasse ich sie ziehen, das hält meinen Geist reiner und unbelasteder.
Und das find ich schick.
Vielleicht hilft mir das auch dabei weiter, wenn mich jemand nicht mag, das belastet mich wenig und zumeist hilft es mir
auch nicht nachtragend zu werden. Denn das gibt mir Unfrieden.
Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 3. Nov 2023, 14:51
Aber wie komme ich damit klar, wenn mich andere nicht mögen ? Hier sehe ich die prinzipielle Gefahr, dass man sich unter die Knute der Fremdbestimmung begibt, in dem man sich nach den Wertvorstellungen anderer richtet.
Genau, wie ich vorher schrieb, es belastet mich nicht. Deswegen bin ich aber nicht fremdbestimmt, ich bin sogar frei davon.
Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 3. Nov 2023, 14:51
Diese beiden Gegebenheiten stehen in einem Widerspruch. Wie kann ich mich hier nach der Meinung von Dritten richten ? Damit muss ich selber klar kommen. Für viele Transmenschen liegt mMn hier das Drama, weil Menschen in erster Linie das glauben, was sie sehen.
Das ist der Punkt, sie dürfen glauben was sie denken zu sehen, das deren Selbstbestimmung, das können die dir nicht und du ihnen nicht absprechen
sonst hast du ein Ungleichgewicht.
Das heisst auch nicht, das du dich danach richtest sondern andere als valide Personen annimmst.
Werde ich als Frau erkannt, sag ich ja auch nicht "hey, ich bin aber trans* achte da drauf", da bin ich still und freu mich einfach.
Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 3. Nov 2023, 14:51
Und da sind eine Menge Talente, Fähigkeiten und Charaktereigenschaften. Diese sind mehr oder weniger geschlechtlich konnotiert. Das sind aber gesellschaftliche Konstruktionen, die keineswegs Allgemeingültigkeit besitzen, sondern von vielen Randbedingungen abhängig. Sie taugen nicht für eine geschlechtliche Einordnung, obwohl das immer wieder versucht wird. Ich bin eine Konglomerat dieser "Parameter". Soll ich meine Qualitäten einer gesellschaftlichen Konstruktion unterwerfen, damit mich andere mögen ? Oder mag ich mich lieber selber und finde so die Menschen, die mich wirklich mögen ?
Bei dem letzten Satz bin ich vollkommen bei dir, das wäre optimal.
Sag ich ja, du musst dich gar nichts unterwerfen, andere aber eben auch nicht. Du bist wie du bist eine valide Person, andere aber auch.
An der Stelle kann ich nur mal wieder den Prof zitieren der die Leitung in meiner psychosomatischen Klinik hatte, er sagte
"ab, raus ins Leben"
Alles Liebe Marie
/edit
grade ist mir eine Begebenheit mit einem lieben Kollgen zuletzt eingefallen.
Ich sage so beiläufig "sorry, wenn ich manchmal so "männliche" Verhaltensweisen an den Tag lege" er dann "wenn du damit klar kommst,
ist das für mich völlig okay". Er weiss nicht das ich trans* bin, kurz danach sind wir nochmal über das Thema gestolpert und ich habe
ihm ein paar Dinge über den Umgang mit Transgeschlechtlichkeit nahe gebracht da kam dann die Frage "aber du bist doch eine Frau?"
Ich habe nichts gesagt, denn ich hab noch was mit ihm vor

Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.