Linke fragt nach Kürzungen bei Freiwilligendiensten | Bundestag
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Anne-Mette
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Linke fragt nach Kürzungen bei Freiwilligendiensten | Bundestag

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Familie, Senioren, Frauen und Jugend/Kleine Anfrage

Die Folgen der im Bundeshaushalt 2024 geplanten Kürzungen bei den Freiwilligendiensten thematisiert Die Linke in einer Kleinen Anfrage (20/8287). So will die Fraktion von der Bundesregierung zunächst unter anderem wissen, ob neben der vorgesehenen Streichung der Mittel in Höhe von 78 Millionen Euro für das kommende Jahr weitere Kürzungen für 2025 geplant sind. Darüber hinaus fragen die Abgeordneten, wie viele der derzeit 110.000 Freiwilligenplätze aufgrund der Haushaltskürzungen wegfallen könnten und ob auch Diensteinsatzstellen geschlossen werden müssten.
Magdalena
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Re: Linke fragt nach Kürzungen bei Freiwilligendiensten | Bundestag

Post 2 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo,

zu den Kürzungen und denen Auswirkungen gab es dieser Tage auch etwas im Morgenmagazin. Leider kann ich mehr sagen, wann es war. Ich war nebenbei mit anderen Dingen beschäftigt. In dem Bericht ging es um Anlaufstellen für die Integration von Asylbewerbern. Viele dieser Anlaufstellen würden nicht mehr arbeitsfähig sein. Am Ende bedeutet es
Unzufriedenheit auf mehreren Seiten mit zunehmend sozialen Spannungen. In deren Folge am Ende höhere Kosten auf den Steuerzahler zukommen können. Ich denke hier wird am falschen Ende gespart.

Viele liebe Grüße von Magdalena
Lebe jeden Tag.
Susi T
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Re: Linke fragt nach Kürzungen bei Freiwilligendiensten | Bundestag

Post 3 im Thema

Beitrag von Susi T »

Natürlich ist das nach dem Motto:"Sparen, koste es was es wolle".
Sind halt unterschiedliche Töpfe aus denen bezahlt wird und eine Abteilung macht ihren Job auf kosten der anderen.
Meine Tochter hat letztes Schuljahr ein Fsj an unserer Schule hier gemacht, eigendlich waren 2 Stellen zur Verfügung, aber nur eine konnte besetzt werden. Bei gut 300€ im Monat Taschengeld natürlich trotzdem eine Ersparnis, zumal nicht die Schule das bezahlen muss. Tätigkeiten als Springerin im Bereich: Sekreteriat, Nachmittagsbetreuung, Lehrervertretung und Orga von Schulfesten ect.. Sowas spart eigendlich eine Vollzeitkraft, mindestens eine Halbtagskraft ein. Aber anstatt es attraktiv zu machen, wird gekürzt. Verstehen kann man sowas nicht, mehr Lehrer*innen werden ja auch nicht eingestellt. Im Gegenteil, da sind Zeitverträge immernoch normal für Neue, incl. Arbeitsamt für die Sommerferien.
Bildung ist ja auch völlig Nebensächlich in Deutschland^^, kein Wunder das wir in sovielen Bereichen den Anschluß verloren haben.
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Re: Linke fragt nach Kürzungen bei Freiwilligendiensten | Bundestag

Post 4 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

Trotz aller Bekundungen schwatzhafter Politiker jedweden Geschlechts und politischer Ausrichtung funktioniert die Beschaffung ausländischer qualifizierter Arbeitnehmer nicht, vor allem - und das ist am wichtigsten - aus Nicht-EU Ländern. Die einzigen Möglichkeiten erstmal nach D zu kommen ist als Au-pair oder über Soziales Jahr Programme. Einmal hier, geht es nur mit unbeirrbarer Sturheit der Betreuer (wenn man hat!) weiter. Natürlich müssen die Sprachkenntnisse erworben werden - das geht aber. Im Vorfeld helfen auch Goethe-Institute. Bei der ersten Afrikanerin haben wir eine Abschiebung nach Ablauf Au-pair durch Intervention auf hoher Ebene noch verhindern können. Jetzt, 4 Jahre später, ist sie Pflegedienstleiterin (!) in einem Altenheim. Ihr Freund - Ingenieur erneuerbare Energien - bekam noch nicht einmal ein Besuchsvisum - er könnte ja da bleiben wollen - schrecklicher Gedanke. Über das Soziale Jahr hat er es geschafft, hat kurz vor Ende problemlos eine Ingenieur-Stelle bei einer Solarfirma bekommen - Planung und Bauleitung großer industrieller Anlagen im In- und Ausland. Und darf bleiben. Im aktuell dritten Fall gab es wieder so viele Probleme mit Behördenträgheit - Entschuldigung Personalmangel, Urlaub, mangelnde Abstimmung. 4 Wochen tagtäglich gekämpft. So fehlten die deutschen Standardimpfungen. Die Au-pair KV zahlt nur Notfallbehandlung, ab 1. Arbeitstag würde die GKV zahlen. Aber lt. Gesetz muß der Impfnachweis vor Arbeitsbeginn vorliegen. Selbst über 300€ zahlen? Zum Glück haben wir Ärzte im Bekanntenkreis. Und vieles mehr, man könnte ein Buch schreiben, es ist ein Trauerspiel. Alle machen auf Klugscheißen, keiner hat jemals den Auftrag gegeben, die Abläufe zu analysieren und zu optimieren. Und kein Land in Sicht.

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Re: Linke fragt nach Kürzungen bei Freiwilligendiensten | Bundestag

Post 5 im Thema

Beitrag von Blossom »

Ein Problem, welches wir gar nicht hätten, wäre die Wehrpflicht nicht ausgesetzt worden. Ich habe das schon immer für falsch gehalten und tue es auch weiterhin. Einerseits ist die Wehrfähigkeit nicht mehr gegeben und zugleich fehlt es im ehemaligen Zivildienstbereich an allen Ecken. Grundsätzlich hat es keinem jungen Menschen geschadet - ganz abgesehen von den positiven Begleiterscheinungen, wie Respekt, Verantwortungsbewusstsein und all den typisch preußischen Tugenden - und gerade hier fehlt es heute den meisten.
Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.
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Re: Linke fragt nach Kürzungen bei Freiwilligendiensten | Bundestag

Post 6 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

Blossom hat geschrieben: Di 12. Sep 2023, 23:05 Ein Problem, welches wir gar nicht hätten, wäre die Wehrpflicht nicht ausgesetzt worden.
War aber nur für Jungs. Diskriminierung? Gäbe heute gewaltige Diskussionen.

Liebe Grüße Nora
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Re: Linke fragt nach Kürzungen bei Freiwilligendiensten | Bundestag

Post 7 im Thema

Beitrag von Blossom »

Nora_7 hat geschrieben: Di 12. Sep 2023, 23:10 War aber nur für Jungs. Diskriminierung? Gäbe heute gewaltige Diskussionen.
Das sehe ich nicht, nachdem die BW auch für Frauen geöffnet wurde. Aber auch so würde es keine Diskriminierung darstellen.

Hier mal ein Link, wenngleich aus der Schweiz - wäre aber auch hier gültig, da Entscheidung nach der Europäischen Menschenrechtskonvention (Art. 14 EMRK).

https://www.humanrights.ch/de/ipf/mensc ... iminierung

Wir sollten vorsichtig sein, immer gleich von Diskrimierung zu sprechen - ganz gleich worum es geht.
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Re: Linke fragt nach Kürzungen bei Freiwilligendiensten | Bundestag

Post 8 im Thema

Beitrag von Account gelöscht »

Ja, für den Zivildienst wäre es ganz schön gewesen. Für viele Bereiche von Beruf, Gesellschaft und Wirtschaft ist es ein störendes Relikt vergangener Zeiten. Und selbst wenn die Bundeswehr nun für Frauen geöffnet ist, eine weibliche Wehrpflicht oder Ersatzpflicht gibt und gab es nicht und wäre auch nicht gekommen.
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Re: Linke fragt nach Kürzungen bei Freiwilligendiensten | Bundestag

Post 9 im Thema

Beitrag von Franziska »

Blossom hat geschrieben: Di 12. Sep 2023, 23:05 Ein Problem, welches wir gar nicht hätten, wäre die Wehrpflicht nicht ausgesetzt worden. Ich habe das schon immer für falsch gehalten und tue es auch weiterhin. ...
Ich stimme Dir da voll und ganz zu. Aus eigener jahrzehntelanger Erfahrung sind die politischen Weichenstellungen in die falsche Richtung gelaufen.
Es sollten Etateinsparungen erreicht werden, wenn die Bundeswehr verkleinert werde und man sich mit einer kleineren Freiwilligentruppe
nur noch auf Auslandseinsätze konzentriert. Die Landesverteidigung kann auf ein Minimum reduziert werden, wir sind doch nur noch von Freunden umgeben.
Das Ergebnis sehen wir heute.

Die Bundeswehr hat aus den vielen Wehrpflichtigen eine große Zahl an Längerdienenden gewonnen.
Die ist heute leider weggefallen und die Bundeswehr muss ihr Personal "auf dem Markt" gewinnen.
Und selbst, wenn die Wehrpflicht wieder aktiviert werden sollte, so treten "technische" Probleme auf.
Es fehlt an Kasernen, an Ausbildungspersonal und letztlich auch am Geld.

Und wie Du es schreibst, die Zivildienstleistenden, und das ist das Traurige, fehlen an allen Ecken.
Genieße Deine Zeit, denn du lebst nur jetzt und heute. Morgen kannst Du gestern nicht mehr nachholen.
Und später kommt früher als Du denkst.
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Re: Linke fragt nach Kürzungen bei Freiwilligendiensten | Bundestag

Post 10 im Thema

Beitrag von Paula »

Blossom hat geschrieben: Di 12. Sep 2023, 23:17 https://www.humanrights.ch/de/ipf/mensc ... iminierung

Wir sollten vorsichtig sein, immer gleich von Diskrimierung zu sprechen - ganz gleich worum es geht.
Da stimme ich dir voll zu. Es wird heutzutage viel zu schnell gemeckert und gemotzt. Und anstrengen mag sich auch niemand mehr - das sieht man ja schon in den Schulen (Gewalt gegen Lehrer und Eltern die sofort mit dem Anwalt drohen).

Der Artikel kommentiert das (Gerichtsurteil) dann allerdings anders:
Das Bundesgericht hat in diesem Urteil eine weitere Chance vertan, die Wehrpflicht als diskriminierend zu bezeichnen. Da die Ungleichbehandlung mit rationalen Argumenten nicht gerechtfertigt werden kann, ist die Begrenzung der Wehrpflicht als geschlechterdiskriminierend einzustufen.
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Re: Linke fragt nach Kürzungen bei Freiwilligendiensten | Bundestag

Post 11 im Thema

Beitrag von Blossom »

Linda Hostedder hat geschrieben: Mi 13. Sep 2023, 06:40 eine weibliche Wehrpflicht oder Ersatzpflicht gibt und gab es nicht und wäre auch nicht gekommen.
In 12 europäischen Ländern erüfllen Frauen ihre Pflicht an der Waffe ... und entspricht damit einem Urteil des EuGH.
Man hätte es hier also durchaus durchsetzen können, wie auch einen entsprechenden Ersatzdienst.

Aber wie Franziska schrieb ... Wir sind ja hier von Freunden umgeben ... warum nicht einsparen und verkleinern ... sollen die doch die Außengrenzen schützen und investieren?! Wie sehr uns diese Denkweise (die zudem extrem egoistisch ist / derart würde ich nie mit meinen Freunden umspringen) auf die Füße fällt, sehen wir ja aktuell.

Danke für den Hinweis, dass es weder das eine noch das andere gegeben hat. Ich habe auch nichts dergleichen behauptet. Und als störendes Relikt dürften es nur die Altersgruppe verstehen, die damit nie konfrontiert war - und sich letztlich darauf verlässt, dass sich schon irgendwer darum kümmern wird, dass sie in Frieden und Freiheit leben können. Im Ernstfall würden wir heute mit heruntergelassener Hose dastehen, weil der Teil der Bevölkerung, der noch an Waffen ausgebildet wurde, altersmäßig immer kleiner wird.

Ich war immer für eine Wehrpflichtigen-Truppe und gehe davon nicht ab. Vor allem aber eine, die beide Geschlechter beinhaltet. Und wer aus persönlichen Gründen - ob Mann oder Frau - dies nicht möchte, der soll einen verpflichtenden sozialen Ersatzdienst leisten PUNKT
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Re: Linke fragt nach Kürzungen bei Freiwilligendiensten | Bundestag

Post 12 im Thema

Beitrag von Susi T »

Es nützt ja nichts über die Wehrpflicht zu diskutieren, wenn jetzt sogar das Geld/Stellen für den Zivildienst/Freiwilligendienst gestrichen wird.
Das Signal das da an junge Menschen gesendet wird ist fatal, die Auswirkungen für die Gesellschaft entsprechend.
Wir haben Pflegenotstand, Lehrermangel und viele andere Soziale Stellen haben Personalmangel. Aber wir sparen bei den günstigsten Arbeitskräfte und zeigen den jungen Leuten den Mittelfinger, einfach nur unverständlich.
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Re: Linke fragt nach Kürzungen bei Freiwilligendiensten | Bundestag

Post 13 im Thema

Beitrag von Lana »

Tira hat geschrieben: Mi 13. Sep 2023, 11:01 Aber wir sparen bei den günstigsten Arbeitskräfte und zeigen den jungen Leuten den Mittelfinger, einfach nur unverständlich.
Du merkst aber schon, was Du da schreibst?
Den Mittelfinger zeigt man den jungen Menschen schon damit, dass man sie so billig wie möglich arbeiten lassen möchte, um einen Mangel zu mildern, der nur wegen der ewigen Knauserigkeit besteht. Meinst du, die merken nicht, dass sie nur als billige Lückenfüller mißbraucht werden?
Echte Wertschätzung sieht anders aus.

LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
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Re: Linke fragt nach Kürzungen bei Freiwilligendiensten | Bundestag

Post 14 im Thema

Beitrag von Blossom »

Lana hat geschrieben: Mi 13. Sep 2023, 11:27 Echte Wertschätzung sieht anders aus.
Stimmt ... die ist aber nicht einseitig. Man kann nicht laufend erwarten, dass der Staat einen auffängt - sich u.U. sogar noch darauf ausruhen . man hat auch etwas zu geben!

Ganz klares Statement meiner Seite: weder die Zeit der Wehrpflicht (zumal extremst verkürzt am Ende) noch die eines sozialen Dienstes hat irgendjemandem geschadet. Im Gegenteil, es hat sie u.a. Respekt gegenüber der Polzei als auch älteren, pflegebedürftigen Mitmenschen gelehrt. Heute sehe ich allgemein eher eine "Ist mir doch egal"-Haltung!

Und das fängt bereits beim achtlosen Wegschnippen einer Kippe in den öffentlichen Raum an.
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Re: Linke fragt nach Kürzungen bei Freiwilligendiensten | Bundestag

Post 15 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

Lana hat geschrieben: Mi 13. Sep 2023, 11:27 Den Mittelfinger zeigt man den jungen Menschen schon damit, dass man sie so billig wie möglich arbeiten lassen möchte, um einen Mangel zu mildern, der nur wegen der ewigen Knauserigkeit besteht. Meinst du, die merken nicht, dass sie nur als billige Lückenfüller mißbraucht werden?
Das würden sie aber, wenn die derzeitigen Vorschläge durchkämen. "Gehalt" lächerlich, davon läßt sich noch nicht einmal Miete bezahlen. Reguläre Hilfsarbeiter erhalten ein Vielfaches. Also müssen die Eltern wieder zahlen - Kostenfaktor, auch wenn das Kind zuhause wohnt. Der Berufseinstieg verzögert sich mit Auswirkungen auf die spätere Rente. Es ist m.E. einfach nur Ausnutzung. Wer will, gerne, aber wer bereits eine grundsätzliche Lebensplanung bezüglich Ausbildung hat, verliert einfach nur wertvolle Lebenszeit.

Nora
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