Der Sommer ist im Norden zurück.
Ich wählte einen leichten Blumen-Rock und ein weißes Shirt für meinen geplanten Besuch in einer Grundschule.
Im letzten Jahr habe ich an einer Teamsitzung eines Kindergartens teilgenommen, bei der es um ein Kind ging, das vermutlich transsexuell ist.
Das Kind wurde nun eingeschult - und das Team der Schule, das für die Klassengemeinschaft des Kindes zuständig ist, wollte auch gern beraten werden.
Dabei ist "beraten werden" etwas hoch gegriffen; denn ich hatte das Gefühl, dass sie schon alles gut und richtig machen und dass das Kind dort gut aufgehoben ist.
Es bekommt dort die Freiheiten, die es braucht - und auch die Frage der Umkleidesituation beim Sport wurde praktikabel und unter Einbeziehung des Kindes gelöst.
Selbst "die Toilettenfrage" ist zunächst keine, da das Kind die Toilette aufsuchen kann, die es bevorzugt.
Sollten mal Umbaumaßnahmen anstehen, habe ich angeregt, auch an geschlechtsneutrale Toiletten zu denken (so wie es eine weiterführende Schule gemacht hat).
Hier geht es jedoch um die ersten Jahre in der Grundschule.
Das Kind wird dort "selbstverständlich" seine Schul-Laufbahn beginnen - und nicht als "Trans-Aktivistin" oder als "Beispiel für ein transsexuelles Kind", sondern als Schulkind.
Probleme werden wir erst erörtern, wenn sie auftauchen (falls...).
Das Team erlebte ich als offen und bereit, sich mit Fragen (auch von Eltern) auseinanderzusetzen.
Gut finde ich, dass der Kindergarten, in dem das Kind vorher gewesen ist, meine Kontaktdaten weiter gegeben hat, sodass ich eingeladen werden konnte.
Dem auch anwesenden Rektor konnte ich gleich das ältere, aber noch gültige Schreiben zu rechtlichen Fragen der Namensführung im Schulbetrieb von Frau Augstein übergeben.
Ich wünsche besonders dem Kind, aber auch dem Team eine gute Schulzeit
Es war heute noch deutlich zu merken, dass die Einschulung erst wenige Tage zurück liegt; denn bei Schulschluss warteten viele Eltern auf ihre Kinder, um sie abzuholen.
So ein Gewusel - aber positiv
