Trans* in den Medien: „Berichterstattung schürt Angst" | taz
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Anne-Mette
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Trans* in den Medien: "Berichterstattung schürt Angst“ | taz
Vor einem Jahr lancierten Trans*-ver-ei-ne eine Petition für bessere Berichterstattung über Trans*themen. Jenny Wilken über den Stand der Debatte.
https://taz.de/Trans-in-den-Medien/!5953036/
https://taz.de/Trans-in-den-Medien/!5953036/
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Marlene K.
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Re: Trans* in den Medien: "Berichterstattung schürt Angst“ | taz
Ja, Jenny hat Recht, mit dem was sie sagt und ich bin der Zeitung an der ich Anteile habe und so auch Verantwortung übernehme dankbar für ihre Offenheit.
In diesen Zusammenhang gehört allerdings ein anderer Kommentar eines bekannten Redakteurs, bei dem ich immer noch überlege, ob ich ihm zuviel Gewicht gebe, wenn ich seinen offenen Hass noch zugänglicher und bekannter mache:
https://taz.de/Entwurf-des-Selbstbestim ... /!5952781/
Nun meine fünf Cent zu den von mir zitierten, als Fakten in der bundesweiten Ausgabe "meiner" Zeitung veröffentlichten behaupteten "Meinungsäußerung".
Ich bin kein Mann, der seine Biologie für einen Irrtum hält.
Ich bin kein Transmensch, nichts außerhalb des Menschseins. Ich bin ein trans Mensch, so wie Herr Feddersen ein respektloser Mensch ist, nicht ein Respektlosermensch.
Ich weiß nicht, wie die "schweigende Mehrheit der Transmenschen" (können diese, ja nicht zur eigentlichen Menschheit gehörenden Wesen selbstständig und gleichwertig denken?) fühlt und denkt.
Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, dass ich sowohl für diese von Herrn Feddersen so gehasste und bekämpfte Gruppe, die er hier als Zeuge gegen sich selbst ins benennt, ein differenzierteres Bild geben könnte, so wie ich auch weiß, dass bei allem Hass den Herr Feddersen ujnd andere Populisten zu verbreiten suchen und auch aller dadurch hervorgerufenen Gewalt (warum denke ich jetzt an den Artikel, den Herr F. zu dem von mir erlittenen Überfall, damals im Berlinteil zu CSD 2022, veröffentlichte? viewtopic.php?p=350056#p350056) nicht die Mehrheit der Gesellschaft abbilden. Auch die denkt differenzierter, vielfältiger.
Ich weiß, ich trage mit diesem Beitrag hier auch Eulen nach Athen, aber vielleicht kann ich helfen, Mut zu machen und eventuell Argumente im gemeinsamen Kampf liefern.
In diesen Zusammenhang gehört allerdings ein anderer Kommentar eines bekannten Redakteurs, bei dem ich immer noch überlege, ob ich ihm zuviel Gewicht gebe, wenn ich seinen offenen Hass noch zugänglicher und bekannter mache:
https://taz.de/Entwurf-des-Selbstbestim ... /!5952781/
Die Hauptaussage, dass das Gesetz so, ohne die Einbindung der Opposition, die Gesellschaft sprengt und Gewalt hervorruft, verglichen der Einbindung beim Gesetz zur Ehe für alle , ist schon an sich geschichtsvergessen. Ich zumindest bin alt genug mich an die Diskussionen um den auch Herrn Feddersen betreffenden -§175 zu erinnern, der unter Bundeskanzler Brandt abgemildert wurde und 1969 das Ausleben der Sexualität zwischen erwachsenen Männern, damals mit 21 Jahren, strafrei stellte. Nicht nur die Opposition, auch der rechte Flügel der SPD war nicht dafür, nicht eingebunden. Das habe ich selber bei meiner ersten Wahlentscheidung 1980, bei der ich ein einziges Mal die FDP wählte, weil diese versprochen hatte diesen Paragraphen in jedem Falle abzuschaffen oder nicht zu regieren. Es war, nun unter Kanzler Schmidt, der erste Punkt der in den Koalitionsverhandlungen gestrichen wurde. Trotzdem ermöglichte die Straffreiheit, die ja, ähnlich dem -§218 eine Strafwürdigkeit bejaht, aber diese als zu geringfügig und nichts erreichend anerkennt, die Enstehung der zweiten Homosexuellenbewegung in Deutschland. Ich denke, Herr Feddersen fordert hier nicht, dass diese Reform zurückgenommen wird, weil ja die CDU/CSU noch nicht so weit war....
Einem Mann, der seine Biologie für einen Irrtum hält und sich als Frau fühlt, soll es möglich sein, sich bei den Behörden als Frau zu melden — und umgekehrt.
...
Trans-frau-en sind Frauen — so sagen sie, aber das ist falsch. Transfrauen sind Transfrauen, aufgewachsen in männlicher Biologie und in Transition zu dem, was sie sein wollen
...
Die — allerdings schweigende — Mehrheit der Transmenschen in Deutschland fürchtet dabei vor allem eines: dass ihr Leben nun atmosphärisch schwieriger wird, weil...
Nun meine fünf Cent zu den von mir zitierten, als Fakten in der bundesweiten Ausgabe "meiner" Zeitung veröffentlichten behaupteten "Meinungsäußerung".
Ich bin kein Mann, der seine Biologie für einen Irrtum hält.
Ich bin kein Transmensch, nichts außerhalb des Menschseins. Ich bin ein trans Mensch, so wie Herr Feddersen ein respektloser Mensch ist, nicht ein Respektlosermensch.
Ich weiß nicht, wie die "schweigende Mehrheit der Transmenschen" (können diese, ja nicht zur eigentlichen Menschheit gehörenden Wesen selbstständig und gleichwertig denken?) fühlt und denkt.
Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, dass ich sowohl für diese von Herrn Feddersen so gehasste und bekämpfte Gruppe, die er hier als Zeuge gegen sich selbst ins benennt, ein differenzierteres Bild geben könnte, so wie ich auch weiß, dass bei allem Hass den Herr Feddersen ujnd andere Populisten zu verbreiten suchen und auch aller dadurch hervorgerufenen Gewalt (warum denke ich jetzt an den Artikel, den Herr F. zu dem von mir erlittenen Überfall, damals im Berlinteil zu CSD 2022, veröffentlichte? viewtopic.php?p=350056#p350056) nicht die Mehrheit der Gesellschaft abbilden. Auch die denkt differenzierter, vielfältiger.
Ich weiß, ich trage mit diesem Beitrag hier auch Eulen nach Athen, aber vielleicht kann ich helfen, Mut zu machen und eventuell Argumente im gemeinsamen Kampf liefern.
Marlene
Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon
Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
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Marlene K.
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Re: Trans* in den Medien: "Berichterstattung schürt Angst“ | taz
Ich ärgere mich gerade darüber, dass ich Herrn Feddersen recht geben muss. Aber die große Strafrechtsreform von 1969, die die Abschwächung des -§175 beinhaltete, wurde im Juni 1969 noch zu der Zeit der großen Koalition beschlossen und trat im November 1969 in Kraft als die erste sozial-liberale Koalition regierte. Ändert meine Meinung zu dem Herrn aber nur bedingt bis garnicht.
Marlene
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Martina-NB
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Re: Trans* in den Medien: "Berichterstattung schürt Angst“ | taz
Sprachlich gesehen bist Du da allerdings in einer schwachen Position.Marlene K. hat geschrieben: Mo 28. Aug 2023, 10:43 Ich bin kein Transmensch, nichts außerhalb des Menschseins. Ich bin ein trans Mensch,
In der deutschen Sprache (im Gegensatz zum Englischen) ist es nun mal üblich, zusammengesetzte Begriffe als ein Wort zu schreiben.
Nach Deiner Logik wäre ein Wintermantel dann kein Mantel.
Und ansonsten, ICH sehe das pragmatisch, bezeichne mich auch selbst eher als Transfrau, ist einfach sprachlich einfacher und übersichtlicher und versteht jede(r), wenn man es verstehen will.
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Jaddy
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Re: Trans* in den Medien: "Berichterstattung schürt Angst“ | taz
Aber nicht, wenn es um Adjektive geht. Blond zum Beispiel, oder rot, lang, warm, wenn es um den Wintermantel geht. "trans" ist im Gegensatz zu blond, rot, lang, warm ein indeklinables Adjektiv [Duden].Martina-NB hat geschrieben: Mo 28. Aug 2023, 12:42Sprachlich gesehen bist Du da allerdings in einer schwachen Position.Marlene K. hat geschrieben: Mo 28. Aug 2023, 10:43 Ich bin kein Transmensch, nichts außerhalb des Menschseins. Ich bin ein trans Mensch,
In der deutschen Sprache (im Gegensatz zum Englischen) ist es nun mal üblich, zusammengesetzte Begriffe als ein Wort zu schreiben.
Ein Adjektiv ("rot", "lang") ist schwächer gekoppelt als ein Kompositum ("Winter-"). Es kategorisiert weniger stark. Es gibt viele Wintermäntel, und einige sind zusätzlich rot und_oder lang. Das macht sie nicht weniger wintermantelig.
Es ist deshalb ein Unterschied zwischen der früheren, hauptsächlich fremdbestimmten starken Kategorisierung "Transfrau" und der modernen, inzwischen auf von der med/psych Fachwelt - und dem dem Duden - akzeptierten "trans Frau".
"trans" als Adjektiv ist sprachlich also gültig, und die bewusste Verwendung der älteren oder moderneren Form liefert ein Indiz über die Intentionen und Pespektiven der sprechenden Person.
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ExUserIn-2026-04-08
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Re: Trans* in den Medien: "Berichterstattung schürt Angst“ | taz
Bei dem Artikel der Tatz fällt mir spontan das Portrait auf ARTE über Sidney Poitiers ein (leider nicht mehr in der Mediathek), den es fürchterlich in Rage brachte, weil die Presse ihn auf seine Hautfarbe reduzierte und ihn nicht als Mensch, Künstler oder Amerikaner sah. Die Analogien sind unübersehbar.
Trans life matters würde man vielleicht heute sagen ...
Trans life matters würde man vielleicht heute sagen ...
Viele Grüße
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.
Vicky
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