Hallo Ihr Lieben,
ich habe schon eine ganze Weile nichts mehr geschrieben, weil ich schlicht nicht die Muße und Lust hatte etwas niederzuschreiben.
Heute möchte ich endlich einmal berichten, wie es mir so ergangen ist.
Beruflich habe ich mich im März verändert. Ich habe meine Leitungsposition in meiner Kita aufgegeben und arbeite wieder im Gruppendienst. Der Grund dafür war sehr einfach. Trotz anderer Beteuerungen hatten meine Kolleginnen ein ziemliches Problem mit Katharina. Das hat sich vom persönlichen Empfinden auf den Job übertragen. Zu sagen, dass es im Team nicht gepasst hat, wäre wohl nicht untertrieben. Meine Bereichsleitung war auch keine Hilfe, schließlich ist es leichter eine Person auszuwechseln als mehrere. Besonders wenn diese Person auch noch Trans ist.
So bin ich zwar beim gleichen Träger verblieben, aber in eine andere Kita und einen anderen Bereich gewechselt. Dort kennt man mich nur als Katharina, was vieles leichter machte. Ich arbeite nun mit einer sehr lieben Kollegin zusammen und habe auch sonst ein nettes Team vorgefunden. Bis auf eine Kollegin, mit der ich leider auch noch direkt zusammenarbeiten muss, da wir teiloffen arbeiten.
Aber ich denke solche Menschen gibt es leider immer wieder. In diesem Fall verhält sie sich einfach unprofessionell und unhöflich, da sie nicht mit mir redet und mich auch sonst wo es geht ignoriert.
Für eine Weile werde ich damit schon allein aus finanziellen Gründen zurecht kommen, aber auf Dauer wird es mir wohl zu daher habe ich mir bereits eine Ausstiegsstrategie überlegt, bei der ich nicht wieder finanziell über den Tisch gezogen werde.
Meine Therapie ging leider auch nicht so schnell voran, wie ich es mir erhofft hatte aber seit Juni ist endlich meine 1. Indikation fertig. ich konnte sie bereits lesen, aber kann sie leider noch nicht mitbekommen, da einer der Ärzte, die sie unterschreiben krank ist. Aber das wichtigste ist, das sie fertig und gut geschrieben ist. Die HRT wird empfohlen und so bin ich frohen Mutes direkt vom ZiP in Kiel direkt rüber zur Endokrinologie im UKSH nur um zu erfahren, dass er nächste freie Termin am 02.09. ist. Nun drückt mir bitte die Daumen, dass ich dann auch endlich das begehrte Rezept bekommen und nicht noch weitere Wochen darauf warten muss.
Meine Logopädin zieht leider der Liebe wegen nach Bremen, so dass ich auch hier nicht weiterkomme aber dafür habe ich nun eine Logopädin in Neumünster, bei der ich auf der Notfall-Warteliste stehe. Die normale Liste hat eine Wartezeit von 1,5 Jahren
Aber auf der anderen Seite geht es mir aber so gut, dass ich trotz aller Hindernisse weiter optimistisch nach Vorne schaue. Ich lebe endlich so wie ich mich fühle, meine Frau und meine Familie halten trotz meiner Transition zu mir. Ich lasse mir die Haare lang wachsen, habe nun 2 Ohrlöcher pro Seite und besuche regelmäßig ein Nagelstudio um mir die Nägel in einem schönem Rot machen zu lassen. Alles Dinge die ich mich vor ein paar Wochen nicht getraut hätte.
Ich bin mir heute sicher, dass ich die GaOP will und habe auch dafür einen groben Zeitrahmen für mich festgelegt. Gerade hierzu habe ich viele Fragen und auch Ängste, aber der Wunsch in absehbarer Zukunft ganz als Frau leben zu können ist größer als meine Ängste.
Gibt es hier vielleicht Erfahrungen mit der Personenstandsänderung ohne den Weg über die Gutachten und das Gericht gehen zu müssen? Leider lässt das Selbstbestimmungsgesetz ja weiter auf sich warten.
Ja es geht zwar nicht so schnell voran, wie ich es gerne hätte, aber es geht voran.
Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag und melde mich wieder, sobald es etwas neues zu berichten gibt.
Alles Liebe Katharina.