in Teilen kann ich deinen Worten folgen, bei anderen bin ich genau der entgegen gesetzten Meinung. So z.B.
Ich habe eher den Eindruck, dass die Verkrampfung auf einer ganz anderen politischen und gesellschaftlichen Ebene liegt. Es schätzungsweise damit zu tun, was man sehen will.Wally hat geschrieben: Fr 9. Jun 2023, 14:00 Ich fürchte, dass schon die heute erreichte Mainstream-Haltung zu einem gewissen Teil gar nicht von echter, gelassener Toleranz, sondern eher von ängstlicher Verkrampfung geprägt ist.
Man könnte auch sagen, dankbar für etwas, was selbstverständlich ist ? Aber ich bin dankbar, dass die Gesellschaft bereit ist, sich zu verändern und dass die Repressionen geringer geworden sind.Wally hat geschrieben: Fr 9. Jun 2023, 14:00 Ich finde, es ist an der Zeit, dass wir die uns aktuell erwiesene Toleranz auch mal anerkennen und uns der Gesellschaft dankbar dafür zeigen.
Auch hier sehe ich das anders. Wie sehr stilisieren wir uns zum Ofer ? Tatsache ist, dass die Übergriffe, die heute gezählt werden, längst wieder steigen. Das hat zwar unterschiedliche Gründe, aber sie sind existent und zwar in teilweise perfider Art. Ich habe noch keine Übergriffe persönlich erlebt, aber mein Opferdasein liegt darin, dass ich mich nur begrenzt zeige. Hierfür bin ich tatsächlich selber verantwortlich. Hintergrund sind aber die befürchtete Missachtung. Ist das wirklich nur Einbildung ?Wally hat geschrieben: Fr 9. Jun 2023, 14:00 Aber wenn wir uns - in einer Situation, in der es uns doch tatsächlich so gut geht wie nie zuvor - immer noch weiter zum "Opfer" stilisieren und paranoid Front gegen angebliche Transen-Hasser machen, dann wird das Pendel der so erpressten "Toleranz" irgendwann auch wieder zurückschlagen und die Diskriminierung zur self-fulfilling prophecy werden.
Die von Dir angesprochene "erpresste Toleranz" ist in einem langen Prozess von vielen erkämpft worden. Von sich aus bewegt sich die Gesellschaft nicht oder in die falsche Richtung. Die Frauenbewegung oder die Freiheiten in unserem Land sind deutliche Beispiele. Diese gilt es immer wieder zu bewahren und auf Missstände aufmerksam zu machen, denn der Backlash ist bereits in vollem Gange. Und die Quellen hierzu liegen sicher nicht in der Gesellschaft im Allgemeinen, sondern an verschiedenen agitierenden Gruppen. Das ist keine "selfullfilling prophecy", sondern ein aktiver Angriff auf unsere Rechte. Wie sagte schon Karl Popper ? Keine Toleranz für Intoleranz.
Der Punkt ist für mich folgender: Ich bin in meiner Art für niemanden eine Gefahr oder eine Einschränkung. Andere mischen sich aber jenseits ihrer Person in meine Angelegenheiten. Das ist für mich nicht hinnehmbar und es für mich unerträglich, wenn ich dadurch als ein Mensch gesehen werde, der
macht.
Sorry Wally, das sind für mich verdrehte Schainargumente.