NB in der Steinzeit
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Momo58
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NB in der Steinzeit
Nicht binäres Leben in der Steinzeit nachgewiesen.
https://www.nationalgeographic.de/gesch ... -identitat
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Wir alle sind nur ein unbedeutendes Staubkorn im Universum
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Lavendellöwin
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Re: NB in der Steinzeit
Hey
Zitat aus dem Artikel "Wir müssen auch den Bestätigungsfehler berücksichtigen: Wir Menschen neigen dazu, das zu finden, was wir finden wollen."
ja, genauso ist das. Ich gehe schon sehr davon aus das es non-binäre und trans Personen schon immer gab,
aber dieser Artikel ist doch eher naja.
Es gab matriarchale Strukturen in Alteuropa, sodass es nahe liegt das auch Frauen Kriegerinnen waren
oder schaut euch den Haarknoten der Sueben an, das war eine Männerfrisur die aber auch weiblich gelesen werden könnte.
Untern Strich kann man bei nichtschriftbasierten Kulturen soziale Zusammenhänge nur vermuten, nicht mehr.
Schau gerne einmal hier https://www.uni-kiel.de/de/unizeit/uz/news/steinzeit#
ich hätte fast Archäologie studiert, deswegen sehe ich das wirklich etwas kritisch weils es meine Hobbyberufung ist, sorry
Alles Liebe Marie
Zitat aus dem Artikel "Wir müssen auch den Bestätigungsfehler berücksichtigen: Wir Menschen neigen dazu, das zu finden, was wir finden wollen."
ja, genauso ist das. Ich gehe schon sehr davon aus das es non-binäre und trans Personen schon immer gab,
aber dieser Artikel ist doch eher naja.
Es gab matriarchale Strukturen in Alteuropa, sodass es nahe liegt das auch Frauen Kriegerinnen waren
oder schaut euch den Haarknoten der Sueben an, das war eine Männerfrisur die aber auch weiblich gelesen werden könnte.
Untern Strich kann man bei nichtschriftbasierten Kulturen soziale Zusammenhänge nur vermuten, nicht mehr.
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Jaddy
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Re: NB in der Steinzeit
Das ist genau der Punkt. Und ein unterschiedliches wording. Sie schreiben nichtbinär, aber sie meinen non-cis. Das geht aus dem Original-Paper besser hervor. Schön herausgearbeitet, dass die Bestimmung von sex & gender sich gegenseitig beeinflussen.EmmiMarie hat geschrieben: Mo 5. Jun 2023, 08:06 Untern Strich kann man bei nichtschriftbasierten Kulturen soziale Zusammenhänge nur vermuten, nicht mehr.
Ihre zentrale Frage ist, ob sich die strictness oder gar die Existenz von expliziten gender roles im heutigen Sinne überhaupt durch Grabbeigaben bestimmen lassen (IMO nein). Ihr Beispiel sind Waffen als Grabbeigaben. Wenn in der überwiegenden Zahl ("significant associations") der Fälle (Gräber) Waffen bei einem männlichen Skelett liegen, was kann dann daraus geschlossen werden? Dass nur Männer Waffen tragen durften? Kaum. Dass Waffen ein männliches Symbol waren? Auch nicht. Genauso gut könnten Waffen geschlechtlich neutral gewesen sein, aber hauptsächlich von "Männern" benutzt.
Dann ist zu klären, wer überhaupt mit wertvollen Beigaben begraben wurde. Nur sozial hochstehende bzw materiell reiche Personen? Waren das vor allem formale Begräbnisse? Sind die dann repräsentativ für die Mehrheit der Gesellschaft?
Heisst: Es kann durch Grabfunde nicht belegt werden, welche geschlechtliche Bedeutung bestimmte Dinge hatten und ob es eine derart strikte Trennung binärer Gender gab, wie wir sie heute mit Toiletten, Klamotten, Umkleiden und Sportvereinen durchziehen.
Weiteres Problem: 70% der Knochenreste waren gar nicht vollständig genug untersucht ("invisible majority") und es gibt erhebliche Probleme, den Phänotyp aus Knochenfunden überhaupt sicher zu bestimmen. Es ist seit über einem Jahrzehnt klar, dass in vielen Fällen falsch "Ah, Waffen: Ist ein Mann" geschlossen wurde.
Dass dennoch zu allen Zeiten eine recht stabile Minderheit von Individuen nicht in ein einfaches soziales 2er-Modell passte, ist auch ohne Archäologie klar. Einfaches Nachfragen bei indigenen Völkern hat das längst geklärt. Auch wenn diese heute nicht mehr wie vor 5000 Jahren leben. Auch indigene Kultur entwickelt sich.
Wenn also in den ausgefilterten 30% der Gräber, bei denen Beigaben und "biologisches Geschlecht" (vermutlicher Phänotyp anhand Knochenbau) ausreichend sicher bestimmt wurden, 10% "untypische" Beigaben hatten, kann das vieles bedeuten. Zum Beispiel dass gender roles weniger strikt an Körper gekoppelt[1] waren oder aber dass gender roles weniger strikt erzwungen wurden. Dass 10% der Menschen sich lieber "dem anderen" Geschlecht zuordneten. Dass die Personen durch eine Form von Intergeschlechtlichkeit anders zugeordnet wurden. Und so weiter.
Es kann auch heissen, dass nur in 10% der Fälle eine trans-ness nach heutigem Verständnis von den Hinterbliebenen so akzeptiert wurde, dass sie die Beigaben entsprechend gestalteten, also social acceptance.
Alles sehr spannend und der wichtigste Impuls des Papers ist mE, dass auch moderne Wissenschaft nicht frei davon ist, eigene, erworbene heutige Vorstellungen von "Geschlecht" plus Vorurteile über prähistorische Gesellschaften unbewusst zu projezieren.
[1] Dieser Artikel (engl) beschreibt, wie unterschiedlich gender roles in anderen Kulturen gehandhabt wurden, dass es in vielen mehr als zwei Gender gab und dass sie nicht unbedingt nach Körpern zugeordnet wurden: "The Dagaaba people in present-day Ghana didn"™t assign gender based on anatomy, but rather on a person"™s energy. Some other West African tribes don"™t assign genders at all, or at least not until age five or after puberty. African scholar Malidoma Somé notes that "at least among the Dagara people, gender has very little to do with anatomy. It is purely energetic. In that context, one who is physically male can vibrate female energy, and vice versa. That is where the real gender is." Oyèrónkáº¹Ì OyÄ›wùmÃ"™s The Invention of Women (1997) illustrates how pre- colonial Yoruba society did not see gender as a determinant for what people could or couldn"™t do. Their categories were notably permeable; the terms "man" and "woman" were reasonably insignificant. Several pre-colonial societies also had a relatively fluid approach to relations between men and women. They weren"™t always opposites or sharply divided subjects, and in some societies, women had many of the same rights and participation in society as men."
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Ulrike-Marisa
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Re: NB in der Steinzeit
Moin,
ich persönlich glaube, dass es eine gewisse Vielfalt wie wir sie heute so benennen schon immer gegeben hat, quasi seit Anbeginn der Menschheit (Menschwerdung). Auch die frühen Menschen werden in ihrem Empfinden und Gefühlen nicht viel anders gestrickt gewesen sein, wie wir heute. Archäologische Grabungsbefunden weisen denke ich, auch in diese Richtung. Dass Überleben der Gruppe war einzig wichtig. Alles andere ist Zeitgeist im weitesten Sinne.
Grüße, Ulrike-Marisa
ich persönlich glaube, dass es eine gewisse Vielfalt wie wir sie heute so benennen schon immer gegeben hat, quasi seit Anbeginn der Menschheit (Menschwerdung). Auch die frühen Menschen werden in ihrem Empfinden und Gefühlen nicht viel anders gestrickt gewesen sein, wie wir heute. Archäologische Grabungsbefunden weisen denke ich, auch in diese Richtung. Dass Überleben der Gruppe war einzig wichtig. Alles andere ist Zeitgeist im weitesten Sinne.
Grüße, Ulrike-Marisa