Hi ihr Lieben,
conny hat geschrieben: So 28. Mai 2023, 20:26
Stress ist ja für Dich und Deines gleichen wahrlich kein Fremdwort. Das Leben ist leider nicht immer ein Streichelzoo. Waren wenigstens die Brötchen von der Tanke OK?
Das ist wohl wahr, Conny, wenngleich ich selbst keinen Stress aufkommen lasse — es eher so sehe, dass ich selbst entscheide, ob ich etwas als stressig oder halt nicht empfinden will. Ich kann das recht gut von mir fernhalten, sodass es schon sehr viel verlangt, bis ich einen solchen Pegel erreiche "¦ Und so irre das auch klingen mag: Ich brauche diesen "Stress" sogar, um richtig gut in meinem Job zu sein. Bin also eher geneigt, mich als gestresst zu betrachten, wenn ich unterfordert bin.
Die Brötchen gingen so, wenngleich sich die junge Frau dort immer sehr viel Mühe gibt. Aber aus schlechten Rohlingen, kann auch sie nichts mehr zaubern.
Michelle_22 hat geschrieben: Mo 29. Mai 2023, 16:21
Wird leider immer noch nicht honoriert. Wann tut sich da endlich etwas??
Dir alles Gute und viel Kraft
Stimmt, aber ich beziehe das fehlende Honorar aus der Zuneigung und dem Glücklichsein meiner mir anvertrauten "Rasselbande" "¦ Tun wird sich da auf lange Sicht nichts. Das Thema begleitet mich seit meiner Ausbildung "¦ Danke für deine Wünsche "¦ lächel
Tja, und so allgemein "¦ was könnte ich jetzt schreiben "¦ grübel "¦ Nun, vielleicht "¦ dass ein anstrengendes Pfingstwochenende hinter mir liegt, dem heute Morgen noch ein weiterer Frühdienst folgte "¦ alle Tage mit Überstunden verbunden waren, was im Durchschnitt zu 10 Stunden-Diensten führte "¦ und keine echten Pausen möglich sind, da irgendein Bewohner immer etwas von einem möchte "¦ Man ist also selbst beim Kaffee oder Brötchenessen nicht allein, nimmt es zumeist mit den Mahlzeiten der Bewohnern zu sich, während man von einem zum anderen springt, um das größte Chaos auf dem Tisch zu vermeiden "¦ spricht, man greift unterstützend ein, ehe alles auf dem Boden landet.
Als ich heute Morgen gegen 5:45 zur Dienstübergabe kam, waren bereits alle wach und "turnten" im Flur und Wohnbereich herum "¦ teils in nassen Schlafanzügen, einige hatten schon ihre feuchten Windeln vom Leib gerissen und irgendwo liegen lassen, andere kamen einem gleich völlig nackt mit offenen Armen entgegen "¦ insbesondere Angelo, unser süßer Italiener, übelriechend, weil schmierigen Stuhlgang bis zum sprichwörtlichen Kragen "¦ entsprechend sahen dann halt auch die Betten aus "¦ meine Kollegin trat ihren Dienst erst um 7:00 an "¦ also los "¦ Dennis aufs Klo, weil er nicht direkt duschen wollte, eine Badewanne eingelassen für Thomas, der sich auch direkt reinsetzte, Jürgen parallel unter die Dusche "¦ wir haben ein großes Bad, Privatsphäre kennen die Bewohner nicht "¦ von Zimmer zu Zimmer springen, Anziehsachen beschaffen "¦ kaum zurück, steht Dennis aufgebracht da, weil er die Toilettenbrille vollgekackt hat und kann gerade noch abgehalten werden, dort die Finger reinzustecken "¦ Thomas hat den Stöpsel gezogen "¦ und Jürgen, der normalerweise friedlich unter der Dusche stehen bleibt, der lief nackend und pudelnass in den Wohnbereich "¦ Chaos am Morgen wie so oft "¦ Jürgen eingefangen, um ihn direkt zu waschen, angezogen, Dennis beruhigt, Stöpsel zurück in die Badewanne "¦ Geschrei aus Angelos Zimmer "¦ Tisi, halb blind, taub im orangefarbenen Overall und Helm kriecht wie eine Schildkröte auf dem Boden herum "¦ tastet nach allem was er bis zu einem Meter greifen kann "¦ Handtuchstapel erwischt "¦ dann ein Paket blauer Latexhandschuhe, von denen er sich einen über seinen nackten Fuß zieht "¦ Dennis kriegt einen Lachflash in den Thomas einstimmt "¦ anscheinend erzählen sie sich non-verbal irgendwelche Witze "¦ Ich würde gerne einmal in ihren Köpfen Mäuschen spielen "¦ Jürgen ist fertig, Dennis nun unter der Dusche, Thomas lässt den Stöpsel wo er sein soll "¦ Dennis fertig (er geht arbeiten, muss frühstücken, Med-Gabe) "¦ Thomas spielt im Schaumbad mit einem Qietscheentchen, das ich ihm vor Tagen geschenkt habe "¦ Angelo eingefangen uns ins Bad dirigiert "¦ Thomas gewaschen, angezogen "¦ Badewanne parallel für Angelo eingelassen "¦ der kleine Stinker muss baden, so kann er nicht unter die Leute und duschen hasst er "¦ Angelo ist der Wanne, Duschsitz mit einer Sicherung "¦ ich kann ihn mal allein lassen, während er den Schaum ins Bad schleudert "¦ Martin und Udo brauchen ihre Medis "¦ PEG-Versorgung "¦ zurück in die Küche "¦ Thomas und Jürgen machen einen Aufstand "¦ haben Hunger "¦ meine Kollegin kommt "¦ Ich bin schweißnass, möchte am liebsten selbst duschen "¦ Ach ja, zurück zu Angelo "¦ Kollegin kommt, lacht ob des Chaos und übernimmt Angelos und Tisis Versorgung "¦ jetzt wird es ruhiger "¦ Ich muss Udo machen, bettlägerig, Windel hat nicht alles gefasst, er schwimmt im Bett "¦ Ich spüre, wie mein Stresspegel ansteigt, jetzt bin ich die Ruhe selbst "¦ Udo gewaschen, rasiert, Deo, Rasierwasser "¦ er glänzt "¦ Verbände gewechselt "¦ es fehlt die Windelhose "¦ habe sie gerade unter seinem Po, da pinkelt er auch schon los "¦ neuer Anlauf, Intimpflege "¦ endlich angezogen Transfer mit dem Lifter in den Rollstuhl "¦ Frühstück, geschafft, denn Udo hat heute einen Termin beim Kieferchirurgen und ein Transport ist bestellt "¦ Kollegin fährt mit "¦ Ich bin wieder allein ... Martin ist süß, macht keinerlei Problemchen "¦ läuft "¦ es ist 9:30 "¦ Dennis auf Arbeit, Angelo zur Tagesstruktur gebracht, Udo beim Arzt "¦ meine restlichen Schäfchen sind friedlich "¦ durchatmen "¦ ja, wenn mir Jürgen nicht meinen gerade frisch gemachten Kaffee geklaut hätte "¦ aber so ist das halt "¦ der alltägliche Wahnsinn "¦
Ist das Obige erst geschafft wird es ruhiger "¦ aber wirklich ruhig wird es nie "¦ lächel "¦ und doch mag ich jedes einzelne "Scheißerlein" meiner Gruppe "¦ auch wenn sie mich manchmal in den Wahnsinn zu treiben versuchen.
Und was hatte ich heute an? "¦ Ich war ganz in schwarz unterwegs und ziemlich gothic-lastig "¦ Bilder gibt es dann später einmal.
Liebe Grüße vom
Blümchen "¦ es hat jetzt Feierabend und morgen einen freien Tag.
Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.
Billie Jean King (*1943)