Berliner Zeitung | 142 Menschen sind in Berlin aktuell als divers eingetragen
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Anne-Mette
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Berliner Zeitung | 142 Menschen sind in Berlin aktuell als divers eingetragen
Moin,
auch in Berlin haben sehr wenige Menschen den Eintrag "divers" gewählt: https://www.berliner-zeitung.de/news/dr ... -li.327011
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steffiSH
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Re: Berliner Zeitung | 142 Menschen sind in Berlin aktuell als divers eingetragen
Für mich und für Andere offensichtlich auch, stellt sich die Frage nach dem Sinn wieso man diese Änderung beantragen sollte. Was wäre der Nutzen davon ? Nachteile findet man dagegen schon. Männer die eine Frau sind oder sein wollen werden das nicht tun, genausowenig wie Frauen die Männer sind oder sein wollen.
sum sum sum - no Latein
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Jaddy
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Re: Berliner Zeitung | 142 Menschen sind in Berlin aktuell als divers eingetragen
Tja, warum sollte eins das tun?
Zum Beispiel weil die beiden binären Optionen sich für eine (nichtbinäre) Person genauso falsch anfühlen, wie die zugewiesene bei trans Personen oder "die andere" bei cis Menschen. Es ist einfach nicht richtig, und dann gibt es wenigstens irgendetwas schriftliches, auf das nichtbinäre Menschen verweisen können.
Als ich im März 2019 zum Standesamt gegangen bin, um "divers" eintragen zu lassen, war meine Absicht auch, wenigstens die ursprüngliche Zuweisung los zu werden, aber vor allem für den Aktivismus einen Schrieb zu haben, den ich zukünftig allen um die Ohren hauen könnte. Schaut, es gibt uns tatsächlich und offiziell. Respektiert uns gefälligst.
Als ich dreissig Minuten später raus kam und auf die neue Geburtsurkunde guckte, hab ich geheult wie ein Schlosshund.
Dabei war mir schon vorher völlig klar, dass es nur ein Buchstabe in einem Register ist. Ohne praktische Auswirkungen im Alltag. Ich werde nicht anders angesehen, werde immer noch auf die eine oder andere Art misgendert, es steht in keinem anderen Dokument, es gibt nicht magisch nichtbinäre Optionen bei Umkleiden, Toiletten, in Kliniken usw.
Eigentlich ist es eine völlig unsichtbare und wirkungslose Änderung.
Und doch fühlte es sich unglaublich validierend an. Ich fühlte mich wahrgenommen und anerkannt. Ein kleiner Sieg in einem eigentlich überflüssigen System.
Zum Beispiel weil die beiden binären Optionen sich für eine (nichtbinäre) Person genauso falsch anfühlen, wie die zugewiesene bei trans Personen oder "die andere" bei cis Menschen. Es ist einfach nicht richtig, und dann gibt es wenigstens irgendetwas schriftliches, auf das nichtbinäre Menschen verweisen können.
Als ich im März 2019 zum Standesamt gegangen bin, um "divers" eintragen zu lassen, war meine Absicht auch, wenigstens die ursprüngliche Zuweisung los zu werden, aber vor allem für den Aktivismus einen Schrieb zu haben, den ich zukünftig allen um die Ohren hauen könnte. Schaut, es gibt uns tatsächlich und offiziell. Respektiert uns gefälligst.
Als ich dreissig Minuten später raus kam und auf die neue Geburtsurkunde guckte, hab ich geheult wie ein Schlosshund.
Dabei war mir schon vorher völlig klar, dass es nur ein Buchstabe in einem Register ist. Ohne praktische Auswirkungen im Alltag. Ich werde nicht anders angesehen, werde immer noch auf die eine oder andere Art misgendert, es steht in keinem anderen Dokument, es gibt nicht magisch nichtbinäre Optionen bei Umkleiden, Toiletten, in Kliniken usw.
Eigentlich ist es eine völlig unsichtbare und wirkungslose Änderung.
Und doch fühlte es sich unglaublich validierend an. Ich fühlte mich wahrgenommen und anerkannt. Ein kleiner Sieg in einem eigentlich überflüssigen System.
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Lana
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Re: Berliner Zeitung | 142 Menschen sind in Berlin aktuell als divers eingetragen
Sehr interessant, danke für die Einblicke.Jaddy hat geschrieben: Di 14. Mär 2023, 14:30 Ich fühlte mich wahrgenommen und anerkannt. Ein kleiner Sieg in einem eigentlich überflüssigen System.
Woran mag es wohl liegen dass die Anpassung innerhalb eines Systems, das korrekterweise als "überflüssig" erkannt wurde, solche Gefühle auslösen kann? Warum ist uns die Anerkennung durch eben dieses diskriminierende System der Geschlechtszuweisung überhaupt so wichtig, obwohl es keine unmittelbaren Auswirkungen auf den Alltag hat?
Sollten wir da nicht einfach drüber stehen? Kann es uns nicht egal sein, wie wir in diesem System abgelegt sind, das sich an den Bedürfnissen der Verwaltung ausrichtet, und nicht an denen der verwalteten Menschen?
Ich stelle mir selbst diese Fragen immer wieder und wundere mich, dass ich es nicht schaffe, mich von der Vorstellung zu lösen, dass eine Änderung des Geschlechtseintrags irgendwie sinnvoll sein könnte für mich. Die tiefere Motivation für dieses Bestreben kann ich nicht ergründen.
LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
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