Passing verbessern für Anfängerinnen (1x1)
Passing verbessern für Anfängerinnen (1x1) - # 5

allgemeiner Austausch
Wally
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Re: Passing verbessern für Anfängerinnen (1x1)

Post 61 im Thema

Beitrag von Wally »

Passing - was is'n das? :-)

Seit nun zwei Jahren lebe ich konsequent 24/7 als Frau - und habe seit einem Jahr auch amtlich den weiblichen Pass, Personalausweis, Führerschein usw.

Praktisch bedeutet das für mich: vom Hals abwärts kleide ich mich seitdem ausschließlich und eindeutig weiblich, mit Kleid, Rock/Bluse, Nylons, Pumps, darunter dicke Hüftpolster und Silis im BH, damit auch die Körperlinie "stimmt". Die ganze Silhouette (und dank der Pumps automatisch auch die Art, mich zu bewegen) wirkt auf den ersten Blick klar weiblich. Obwohl es meinen biologischen Körper konterkariert, ist das für mich keine "Verkleidung: ich zeige mich damit genau so, wie ich mich am wohlsten fühle. Es ist für mich einfach "stimmig" - genau so BIN ich. Nur auf der rein körperlichen Ebene verstecke ich da etwas; seelisch/psychisch zeige ich mich damit ganz offen und unverhüllt so, wie ich bin.

Mit meinem Kopf ist das leider anders: den konnte ich auch mit größter Bemühung noch nie wirklich auf weiblich trimmen; die naheliegenden Maßnahmen wie Perücke oder dicke Schminke empfinde ich zudem als Maske, als "Verkleidung", hinter der ich mich als Person verstecken würde: das bin ich NICHT - zumal ich selbst dann aus der Nähe immer noch überwiegend als "männlich" wahrgenommen werde. Ich habe es deshalb aufgegeben, ich bemühe mich gar nicht erst um ein spontanes, glaubhaftes "Passing" in dem Sinne, dass man mich komplett als "weiblich" identifiziert. Ich stehe zu meiner Halbglatze, zu den kantigen Zügen und der Bariton-Stimme: das bin ich nun mal auch. Irgendwie muß ich mich schließlich auch mit meinem Körper identifizieren, so, wie der nun mal ist, trotz des "falschen" Geschlechts - ich habe nur den. So begnüge ich mich damit, mein schütteres Greisenhaar im Rahmen des Möglichen auf "weiblich" zu trimmen, mich mit großen Ohranhängern zu schmücken und damit zu demonstrieren, dass ich mich selber gerade auch "zwischen den Ohren" als weiblich identifiziere, nicht nur körperlich.

Das optische Gesamtergebnis ist natürlich weit entfernt von dem, was wir traditionell unter einem "Passing" als Frau verstehen. Früher hätte man mich in diesem Outfit als "Tunte" bezeichnet - heute empfindet man es nur noch so, sagt es aber nicht mehr ;-) Trotzdem ist es für mich letztlich ein Gewinn: wenn man mich schon nicht wirklich als Frau wahrnimmt, so doch wenigstens als einen Mann, an dem ziemlich viel Unmännliches ist, der auch gar nicht als Mann, sondern lieber als Frau gesehen werden möchte - und zwar persönlich, nicht anonym, ohne Maske, authentisch, mit offenem Gesicht. Diese Wahrnehmung liegt immerhin schon sehr viel näher an meiner Wirklichkeit als das sonst übliche Klischee "Mann-°. Die Leute erkennen mich damit ein gutes Stück besser als das, was ich wirklich bin. Manche (zum Glück nur wenige) kommen damit nicht zurecht, lehnen mich ab, weichen mir seitdem aus - was soll's, ich kann und muß auch nicht Jedem gefallen.

Aufzufallen war noch nie mein Wunsch, im Gegenteil: ich habe mich mein Leben lang danach gesehnt, möglichst unspektakulär und selbstverständlich als der Mensch erkannt und behandelt zu werden, der ich bin - genauso selbstverständlich und unauffällig, wie "normale" Männer und Frauen im Alltag als solche erkannt und bestätigt werden. Gerade deshalb habe ich mich jahrzehntelang bemüht, meine weibliche Seite so weit wie möglich "unterschwellig", im Rahmen des "Erlaubten" zu zeigen: bloß nicht auffallen, bloß keinen Skandal :oops: Das hat aber nie funktioniert; es wurde einfach nur ignoriert.

Bei meinem endgültigen Wechsel in die weibliche Rolle vor zwei Jahren war ich dann sehr überrascht davon - und bin seitdem sehr glücklich darüber -, dass mein Wunsch damit nun endlich in Erfüllung gegangen ist: ich falle nicht auf! Niemand glotzt mich an, niemand macht blöde Bemerkungen, die Leute sind mir gegenüber freundlich wie immer (oft als "Frau" sogar noch spürbar freundlicher und zuvorkommender als früher in der männlichen Rolle), man bezieht mich auch selbstverständlich in alles ein und grenzt mich nirgendwo aus. Alles ganz normal. So gesehen das perfekte "Passing".

Okay, zugegeben: genau genommen, ist das kein Passing als Frau, sondern als Tunte. Aber genau da hat in den letzten zwei Jahrzehnten der denkbar radikalste, öffentliche Sinneswandel stattgefunden: man darf heute ganz offen eine "Tunte" sein, das gilt nicht mehr als Perversion, es ist nichts Ehrenrühriges mehr. Ich falle damit nicht mal mehr auf. Ich bin's einfach, und es ist gut so.
Herzliche Grüße
Wally
Michi
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Re: Passing verbessern für Anfängerinnen (1x1)

Post 62 im Thema

Beitrag von Michi »

SonjaTransfrau hat geschrieben: Fr 3. Mär 2023, 16:04 ... Gottseidank habe ich keinen Bart oder Bartschatten ... Ich habe Mittlerweile lange eigene Haare.. mache mal Zopf, mal offen.

Das wichtigtigste bei einem Passing finde ich das Gesicht muss feminin aussehen... es ist schwerer wenn man zu Männliche Gesichtszüge hat, aber da muss man sich irgend etwas einfallen lassen.
Waaahhhnsinn! Wenn ich doch so schwerwiegende Probleme wie du hätte, und nicht im Wesentlichen meine Haare im Gesicht statt auf dem Kopf, dann könnten deine großartigen Ratschläge (rosa oder weiße Mütze) vermutlich sehr hilfreich sein.

Aber wahrscheinlich muss ich Dummerchen die Mütze einfach nur rundherum bis auf die Schultern herunter ziehen.





PS: Dieser Beitrag enthält erhebliche Spuren von Sarkasmus.
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Re: Passing verbessern für Anfängerinnen (1x1)

Post 63 im Thema

Beitrag von Malvine »

Egal wie du aussiehst, ich komme mit diesem "passing" sehr gut durch die Öffentlichkeit.
IMG_20230304_215225.jpg
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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Re: Passing verbessern für Anfängerinnen (1x1)

Post 64 im Thema

Beitrag von MEL »

Wally hat geschrieben: Sa 4. Mär 2023, 11:05 Passing - was is'n das? :-)

Seit nun zwei Jahren lebe ich konsequent 24/7 als Frau - und habe seit einem Jahr auch amtlich den weiblichen Pass, Personalausweis, Führerschein usw.

Praktisch bedeutet das für mich: vom Hals abwärts kleide ich mich seitdem ausschließlich und eindeutig weiblich, mit Kleid, Rock/Bluse, Nylons, Pumps, darunter dicke Hüftpolster und Silis im BH, damit auch die Körperlinie "stimmt". Die ganze Silhouette (und dank der Pumps automatisch auch die Art, mich zu bewegen) wirkt auf den ersten Blick klar weiblich. Obwohl es meinen biologischen Körper konterkariert, ist das für mich keine "Verkleidung: ich zeige mich damit genau so, wie ich mich am wohlsten fühle. Es ist für mich einfach "stimmig" - genau so BIN ich. Nur auf der rein körperlichen Ebene verstecke ich da etwas; seelisch/psychisch zeige ich mich damit ganz offen und unverhüllt so, wie ich bin.

....

Okay, zugegeben: genau genommen, ist das kein Passing als Frau, sondern als Tunte. Aber genau da hat in den letzten zwei Jahrzehnten der denkbar radikalste, öffentliche Sinneswandel stattgefunden: man darf heute ganz offen eine "Tunte" sein, das gilt nicht mehr als Perversion, es ist nichts Ehrenrühriges mehr. Ich falle damit nicht mal mehr auf. Ich bin's einfach, und es ist gut so.

Hallo Wally,

vielen Dank für dieses sehr offene und klare Statement, nichts beschönigend und damit deutlich positiv abhebend
von so vielen anderen Beiträgen hier aktiver Schreiber*innen, die m.E. oftmals die Augen vor den Realitäten zu verschliessen scheinen,
oder aber deren Beiträge vielleicht einfach nur gut gemeint sind (Bauch pinseln...)?! Aber klar, wer freut sich nicht über ein positives feedback?!!

Also ,bleib wie du bist ... aber da bin ich mir bei dir eh sicher :)p

Liebe Grüße

Mel
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Re: Passing verbessern für Anfängerinnen (1x1)

Post 65 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

Linda Hostedder hat geschrieben: Sa 4. Mär 2023, 09:29 :roll:
Nja, sich die Zwangsjacke im Gesicht zurückzuwünschen dürfte wohl dem Interesse des größten Teils der Bevölkerung widersprechen. Ich bin für eine offene, kommunikative Welt und nicht für anonym, kommunikationslos, abweisend.

Liebe Grüße Nora
Schönheit ist weiblich, und ich bin auch gerne schön.
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Re: Passing verbessern für Anfängerinnen (1x1)

Post 66 im Thema

Beitrag von Account gelöscht »

Nora_7 hat geschrieben: Mi 8. Mär 2023, 09:38 Nja, sich die Zwangsjacke im Gesicht zurückzuwünschen dürfte wohl dem Interesse des größten Teils der Bevölkerung widersprechen.
Ja, nein ..... das ist schon böswillig. Das habe ich nicht geschrieben. Nirgendwo. Aber .... nicht verwunderlich.
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Re: Passing verbessern für Anfängerinnen (1x1)

Post 67 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

Linda Hostedder hat geschrieben: Mi 8. Mär 2023, 14:18
Nora_7 hat geschrieben: Mi 8. Mär 2023, 09:38 Nja, sich die Zwangsjacke im Gesicht zurückzuwünschen dürfte wohl dem Interesse des größten Teils der Bevölkerung widersprechen.
Ja, nein ..... das ist schon böswillig. Das habe ich nicht geschrieben. Nirgendwo. Aber .... nicht verwunderlich.
Das Bedauern über den Wegfall der Maskenpflicht war schon deutlich präsent.
Liebe Grüße Nora
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Re: Passing verbessern für Anfängerinnen (1x1)

Post 68 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

MichiWell hat geschrieben: Sa 4. Mär 2023, 20:50 Aber wahrscheinlich muss ich Dummerchen die Mütze einfach nur rundherum bis auf die Schultern herunter ziehen.
Hierzu empfehle ich Original-Quellen aus der Volkskunde: Die Tarnkappe bei den Zwergen. - Nach meinem Verständnis ist es die bekannte rote Zipfelmütze mit zwei Löchern für die Augen. Siehe hierzu auch den allseits beliebten Gartenzwerg. Ein Motiv für das weibliche Outfit könnte da Rotkäppchen sein. :mrgreen:

Wie viele hier noch wissen, habe ich diesbezüglich einiges ausprobiert und bin schließlich bei einem nicht binären Hybrid-Modus angekommen. Dabei gibt es nichts mehr zum Tarnen. :wink:

LG Nicole
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Re: Passing verbessern für Anfängerinnen (1x1)

Post 69 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Wir schweifen ab. Da gibt es nicht wenige von uns, die machen sich über Passing viele Gedanken und es ist ihnen wichtig. Mir war das auch einmal wichtig, ein Passing zu haben, das mich nicht als verkleideten Mann zeigt. Heute hat der Begriff für mich eine andere Bedeutung.

Früher war Passing tatsächlich so etwas wie eine "Tarnkappe" für mich. Bloß nicht erkannt werden. Zum einen ist das spannend und aufregend neue Welten zu entdecken, zum anderen auch frustrierend, da es mir nicht wirklich möglich war. Sprache, Gestik ,Mimik, Kleidung, Schminken, Brüste etc ... Sehr aufregend und anstrengend. So kann und will ich nicht leben.

Da ist aber auch die Seite, die ich heute als ein "inneres Passing" verstehe. Ich möchte Frau sein können, egal ob man meinen Migrationshintergrund erkennt. Natürlich nutze ich die Möglichkeiten, die mir die gesellschaftlichen Konventionen bieten, aber es lenkt mich zu sehr vom wesentlichen ab, wenn ich das in den Mittelpunkt stelle. Es geht letztlich darum, mich selber als Frau anzuerkennen und nicht als "verkleideten Mann".

Das ist nämlich eine Krux beim Passing. Je mehr man sich Mühe gibt, ein möglichst perfektes Passing zu erzielen, um so mehr wird einem selber deutlich, dass man als "Mann" agiert, der eine Frau spielen will. Er richtet sein Bemühen auf andere aus, nicht auf sich selber. Dreht man den Spieß aber herum und verinnerlicht das Frausein, verliert das Passing an Bedeutung. Man möchte gesehen werden, wie man sich fühlt und möchte auch so behandelt werden. Frei nach einer alten Werbung: Frausein kommt von innen.

Ich will damit nicht sagen, dass die Menschen, denen das Passing wichtig ist, verkleidete Männer sind. Das wäre unfair. Ich war ja auch einmal so unterwegs. Mir geht es darum, die Möglichkeit aufzuzeigen, dass man Passing auch anders verstehen kann. Es ist Teil eines persönlichen Prozesses und wie weit man geht, entscheidet man selber. Wie weit will ich gehen? wäre die entscheidende Frage. Frau sein, Frau spielen ? Beides ist aus meiner Sicht ok. Aber wenn hinter dem Wunsch, eine Frau darzustellen mehr steht als nur das Äußere, halte ich es für Zeitverschwendung, sich unnötig viele Gedanken um das Passing zu machen. Ja, das macht Spaß, aber es geht darum, den eigenen Kern zu finden.

Ich bin heute fast 62 Jahre alt. Das ist gut, da mir kein Kerl auf der Straße hinterherpfeift, wenn ich en femme unterwegs bin. Aber ganz ehrlich, ich wäre heute gerne noch einmal 20 Jahre alt und mit dem Wissen und den Gefühlen von heute. Mein Leben verliefe sicher ganz anders. Ich bin mir fast sicher, meine damalige Freundin hätte mich voll und ganz im Wesen als Frau unterstützt. Anfang der 1980er Jahre gab es kaum Infos und als Mann in Frauenkleider war man pervers. Welcher junge Mann gibt da schon zu, eine Frau zu sein zu wollen ?

Ich möchte jeder und jedem Mut machen, sich zu dem zu bekennen, was und wer man ist. Nicht zuletzt mir selber. Offenheit vor sich selber ist der beste erste Schritt zu einem wirklich guten Passing. Ich bin darin auch nicht besonders gut, aber die Vicky von heute ist eine ganz andere als vor 40 Jahren als es den Namen für mich noch nicht gab.
Zuletzt geändert von ExUserIn-2026-04-08 am Do 9. Mär 2023, 07:57, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
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Re: Passing verbessern für Anfängerinnen (1x1)

Post 70 im Thema

Beitrag von Account gelöscht »

Vicky_Rose hat geschrieben: Do 9. Mär 2023, 06:51 Aber ganz ehrlich, ich wäre heute gerne noch einmal 20 Jahre alt und mit dem Wissen und den Gefühlen von heute. Mein Leben verliefe sicher ganz anders. Ich bin mir fast sicher, meine damalige Freundin hätte mich voll und ganz im Wesen als Frau unterstützt. Anfang der 1980er Jahre gab es kaum Infos und als Mann in Frauenkleider war man pervers. Welcher junge Mann gibt da schon zu, eine Frau zu sein zu wollen ?
Ich bin sicher, dass es hier vielen so geht. Meine Frau hat mich vor einiger Zeit gefragt, ob ich, wenn ich könnte mehr machen würde? Die Antwort war eindeutig, ja. Und so wäre das bestimmt auch heute. Wenn ich morgen im Jahr 2023 plötzlich 20 wäre, ich würde mir keine Hose anziehen. Aber ich habe eigentlich für mich damit abgeschlossen, ich bin wenn ein Mann im Rock, etwas anderes passt nicht zu mir. Eigentlich. Ich habe gestern einen Einteiler, einen Hosen-Overall, also Jumpsuit mit Beinen, sowas halt: https://images1.vinted.net/t/02_00fb1_H ... 2036ae982a erstanden.
Als ich ihn in der Hand hatte dachte ich, dass das niemals was aussehen wird, aber ich hatte mich getäuscht.
Ich glaube man hat mehr davon sich selbst zufriedenzustellen, als andere. Da möchte ich beipflichten.
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Re: Passing verbessern für Anfängerinnen (1x1)

Post 71 im Thema

Beitrag von Wally »

Linda Hostedder hat geschrieben: Do 9. Mär 2023, 07:17 Ich glaube man hat mehr davon sich selbst zufriedenzustellen, als andere.
Das beherzige ich nun seit zwei Jahren, indem ich mich konsequent so kleide, wie ich mir selber im Spiegel am besten gefalle - und eben nicht mehr so, wie ich glaube, dass es Andere von mir erwarten.

Aber diese Vorstellung davon, wie es bei Anderen ankommt, trügt eh oft: von meiner lieben Frau kriege ich des öfteren überraschend ein Kompliment (sie "kritisiert" mein Outfit nahezu ausschließlich positiv, sagt also nur, wenn ihr was besonders gut gefällt) gerade auch für Kleidungsstücke, die ich selber schon eher für "zu gewagt" hielt, bei denen ich also erst mal Hemmungen hatte, mich damit in der Öffentlichkeit zu zeigen. Da ist die Sperre vorwiegend im eigenen Kopf. Auch deshalb: siehe oben.
Herzliche Grüße
Wally
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Re: Passing verbessern für Anfängerinnen (1x1)

Post 72 im Thema

Beitrag von Lina »

Nora_7 hat geschrieben: Mi 8. Mär 2023, 09:38
Linda Hostedder hat geschrieben: Sa 4. Mär 2023, 09:29 :roll:
Nja, sich die Zwangsjacke im Gesicht zurückzuwünschen dürfte wohl dem Interesse des größten Teils der Bevölkerung widersprechen. Ich bin für eine offene, kommunikative Welt und nicht für anonym, kommunikationslos, abweisend.

Liebe Grüße Nora
Kommunikationslos gibt's nicht, wenn man überhaupt präsent ist. Deshalb ist es immer nützlich darauf zu achten, was man selber kommuniziert auf allen Levels und was zurück kommt.
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