Wie gehen Kinder damit um?
Wie gehen Kinder damit um? - # 6

Intergeschlechtliche Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
Michi
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Re: Wie gehen Kinder damit um?

Post 76 im Thema

Beitrag von Michi »

Zuallererst möchte ich meiner liebsten Frieda ein Kompliment machen, dafür, dass sie ihre Kinder zu so offenen und aufgeschlossenen Menschen erzogen hat. (ki) (he)


Weil absehbar bereits wieder die Spekulationen ins Kraut schießen, und wahrscheinlich gefühlte 3/4 des Forums alles besser wissen, möchte ich mal für die nötige Klarheit sorgen!

Unseren Jüngsten betreffend hatte ich niemals Zweifel daran, dass er mich in irgendeiner Weise ablehnen könnte, wenn er mehr über mich erfährt.

Es dürfte jedoch weitgehend bekannt sein, dass ich nicht offen als Frau lebe und bisher auch nicht vor habe, die Nachbarschaft, Arbeitskollegen und das übrige Umfeld darüber in Kenntnis zu setzen, was mit mir los ist. Und auf Grund seines Alters, seiner Selbstverständlichkeit und Unbekümmertheit im Bezug auf das Thema Trans* sah ich die Gefahr, dass er in der Schule oder bei Freunden etwas ausplaudert, ohne sich im Geringsten dessen bewusst zu sein.

Das, und nur das hatte mich bisher gebremst, ihn mit Michi bekannt zu machen.


Liebe Grüße
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
rika
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Re: Wie gehen Kinder damit um?

Post 77 im Thema

Beitrag von rika »

Ja, dann will ich mich auch als Vater und baldiger Opa zu diesem Thema melden.

ich glaube, dass die Intensität der Beziehung ein wichtiger Faktor ist. ich wurde mit 38 Jahren unerwartet und überglückich Vater; meine damalige Frau hatte bereits 3 KInder, die sie mit in die Ehe brachte und ich somit "über Nacht" eine große Familie hatte. Dieser Ekkehard war irgendwie anders, trug Leggings oder lange Pullover, aber war wohl ok.

Mit meiner Tochter war es fast ein Ritual: sonntags morgens in der riesigen Badewanne zu planschen. Als die Scham kam, war dies zu Ende.

2002 waren wir (die Ehe war zu Ende) auf Norderney und ich trug lange Jeansröcke. Es war ok, ich war ihr Papa, aber irgendwie mochte sie es nicht. Das hat sie mir später gesagt, da die "Leute" auf uns schauten.

Je inniger die Beziehung ist, desto toleranter wird sie wohl. Das gilt sie hoffentlich auch für Erwachsene. Meine Tochter hat mich = rika nie komplett gesehen, weiß aber von ihr und die vielen kleinen Details wie Kleidung, Augenbrauen sind ihr sicher bewusst.

Wir dürfen unsere Kinder nicht überfordern, aber durchaus fordern und vorbereiten - für das spannende und wunderbare Leben, was ihnen bevorsteht.

Noch ein paar Zeilen an Nicole. Warum auch immer hast Du keine Familie und keine Kinder. Du schaust mit Hass auf Deine Kindheit. Meine war von außen gesehen auch nicht immer lustig: 4 Kinder, Vater behindert, beengtes Wohnen ohne Bad, von der Schule geflogen, mit 21 zum ersten Mal geheiratet. Ich werde (hoffentlich) im Oktober 70 und blicke voller Zufriedenheit zurück und freue mich auf die Zukunft - wie lange sie immer währen wird.

Denn da ist die rika, die den Ekkehard stärkt und souverän macht. Das Geben und nehmen von Kindern (ich habe einige Zeit die Sana aus Afghanistan betreut) ist ein großes Lebensglück.

Und weil wir vielleicht etwas anders, etwas sensibler sind, können wir geben und von Kindern so viel zurück bekommen.

rika
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Re: Wie gehen Kinder damit um?

Post 78 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Nina.Gartner hat geschrieben: Mi 11. Sep 2019, 21:23 Besonders bei meinem Sohn mit 7 Jahren habe ich angst, er könnt sich abwenden.
Auch wenn dieser Satz schon etwas älter ist, denke ich, er ist noch immer aktuell. Und die Ängste sind durchaus berechtigt.

Ich drehe gerne die Dinge anders herum um zu sehen, wass dann passiert. Wenn man also sich selber verbiegt und seinen Kindern "zuliebe" die eigene, innere Frau versteckt, was lehrt man damit seinen Kindern ? Ist es wirklich ein Erziehungsziel, die eigene Persönlichkeit hinter die Meinung anderer Menschen zu stellen ? Provoziert man hier nicht erst recht auf Dauer Auflehnung gegen einen duckmäuserischen Vater ? Hat man hier nicht auf lange Sicht verloren ?

Wer zu sich steht, kann Ablehnung erfahren, aber man zeigt wenigstens, dass man zu sich selber steht. Kann das nicht auch ein Ziel einer Erziehung sein ?

Der Weg, wie man dazu kommt, ist etwas anderes. Da ist Rücksicht manchmal wichtiger als man selbst.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
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Re: Wie gehen Kinder damit um?

Post 79 im Thema

Beitrag von Karla »

@rika: Glückwunsch: Du wirst Ompa!
bei mir: mein Sohn und seine Partnerin kommen mit KARLA klar, meine Töchter (27 und 41) haben den Kontakt leider derzeit abgebrochen.
Die Partnerin meines Sohnes meinte beim 1. Treffen: Ich wußte nicht, ob ich Karl oder Karla treffe. ICH: den Karl-... gibt es nich mehr!
...ich habe ZU LANGE versucht als "Kerl" durchzuhalten!
...hat mir nicht gutgetan!
..."Karl-.." war irgendwann nach 60 Jahren komplett am Ende, KARLA schafft hoffentlich die nächsten 30 Jahre!!!

LG Karla
Ein Leben ohne Möps(chen) ist möglich, aber sinnlos. (frei nach Loriot)
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