Was wäre wenn?...
Was wäre wenn?... - # 3

allgemeiner Austausch
Marit
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Re: Was wäre wenn?...

Post 31 im Thema

Beitrag von Marit »

Salmacis hat geschrieben: Mo 26. Dez 2022, 01:09 Wäre eine Transition denn noch nötig, wenn es gar keine Geschlechterrollen gäbe? Kommt der Wunsch nach körperlicher Anpassung nur durch den gesellschaftlichen Druck auf eine trans Person? Gäbe es denn dann überhaupt noch Transidentität? Fragen über Fragen und keine Antwort in Sicht weil alles nur Theorie ist :)
Das sind interessante Fragen und ich wage mal eine Antwort aus meiner persönlichen Sicht.
Für mich war immer die weibliche Geschlechterrolle interessant, also meine Rolle in der Gesellschaft, nicht so sehr das Körperliche. Als Mann habe ich mich immer unwohl und fehl am Platze gefühlt, weil ich als mentale Frau diese Rolle nicht wirklich ausfüllen konnte. Irgendwann habe ich es geschafft, die Seiten zu wechseln und nun war der gesellschaftliche Druck vorhanden, auch meinen Körper anzupassen, zumindest soweit das außen sichtbar ist (Busen, Haare Bart).
Gäbe es noch Transidentität, wenn das nicht so wäre? Ich denke ja, denn wir können bei allen gesellschaftlichen Veränderungen die Biologie nicht außer Acht lassen. Einerseits hat die Biologie zu all diesen gesellschaftlichen Normen geführt, andererseits ist Transidentität etwas, das in unseren Köpfen stattfindet. Unsrere Geschlechtsidentität (Kopf) passt nicht zum Körper. Selbst wenn alles Äußerliche passen würde, nicht. Jetzt kommt die Aufregerbehauptung, die ich mit meiner eigenen Erfahrung belegen kann: solange wir einen männlichen Testostronspiegel (Körper, Biologie) haben, werden wir mit unserer weiblichen Geschlechtsidentität (Kopf) nicht im Reinen sein. Das habe ich mit der HET erfahren: nach drei Monaten war das Testo runter und mir ging es zum ersten Mal im Leben wirklich gut. Seitdem bin ich ausgeglichen und nach einigen persönlichen Entwicklungen in meiner Mitte angekommen. Das äußerliche Leben in der weiblichen Rolle allein hätte das bei mir nicht bewirkt.
Jetzt komme ich noch mal kurz zu der Eingangsfrage: wenn Kleidung nicht geschlechtlich konnotiert wäre...
Für die, die den Kick suchen, wäre das doof. Für die, die damit ihre Rolle in der Gesellschaft definieren wollen, auch. Die müssten andere Wege finden. Um das Einheitsgrau der Männer aufzulockern sicher super, dann wäre ein Punkt der Gleichberechtigung abgehakt. Doch am Ende wird es immer Untersschiede in der Kleidung geben, weil Mensch die Kleidung nun einmal als Ausdruck seines Inneren gefunden hat. Auch die Geschlechtsspezifik bekommt Mensch sicher nicht mehr in die Tube zurück.
Nichts ist für immer.
Christel_Inter
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Re: Was wäre wenn?...

Post 32 im Thema

Beitrag von Christel_Inter »

Marit hat geschrieben: Mo 26. Dez 2022, 11:16 Doch am Ende wird es immer Untersschiede in der Kleidung geben, weil Mensch die Kleidung nun einmal als Ausdruck seines Inneren gefunden hat. Auch die Geschlechtsspezifik bekommt Mensch sicher nicht mehr in die Tube zurück.
Marit, an Deinen Worten erkenne ich wieder einmal, das Thema ist eigentlich ganz simpel - und doch wird es so verkompliziert. Und wir versuchen das verknotete Knäule zu entwirren, und was passiert, andere fühlen sich auf den Fuß getreten.

Ich setze einen oben drauf:
Es gibt Geschlechter - aufgrund der Evolution ist das bei der Spezies "Mensch" nun mal eine Binse.
Doch damit haben sich in der Biologie noch keine Rollen-Aufgaben ergeben, die hat Mensch sich selbst - je nach Standort auf diesem Globus und wer weiß nach welchen Kriterien auch immer selbst verpasst. Allein in dieser Differenzierung wird erkennbar, die Biologie trägt da keine Verantwortung.
Und wenn wir nun noch auf die Kleidungs-Diktate zu sprechen kommen wollen - geschenkt. Das sind immer dann Dummheiten und Gemeinheiten und was noch alles, wenn es jemandem einfällt, anderen vorzuschreiben, was angezogen werden darf oder nicht. Eine biologische Notwendigkeit kann ich an keiner Stelle erkennen... Zumal in ein und der selben Umgebung sich die Kleidungs-Diktate innerhalb der nachvollziehbaren 3000 Jahre geradezu wie die Fliegen an der Wand abwechselten - teilweise sogar diametral umgetauscht wurden... - - und wir sind so aufgeklärt und frei und spielen immer noch mit?! - ich jedenfalls nicht!
Fröhliche Weihnachten wünsche ich
Christel
Mein Kleidungsstil verfolgt nicht das Ziel "FRAU", sondern mein Sein als Ich-Bin-Ich - ein Inter*-Mensch! ÜBRIGENS: Mein Name ist amtlich "Christel"
http://www.christel-pruessner.de/_Seite_Androgyn_01.htm
Lavendellöwin
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Re: Was wäre wenn?...

Post 33 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Marit hat geschrieben: Mo 26. Dez 2022, 11:16 Für mich war immer die weibliche Geschlechterrolle interessant, also meine Rolle in der Gesellschaft, nicht so sehr das Körperliche. Als Mann habe ich mich immer unwohl und fehl am Platze gefühlt, weil ich als mentale Frau diese Rolle nicht wirklich ausfüllen konnte.

Hmm, was sind denn diese weiblichen und männlichen Rollen?

Das du Verantwortung für dich und andere übernimmst? Das du jemandem eine Schulter bietest,
Gefühle zeigst oder nicht vor dem vollen Kühlschrank verhungerst?
Das du weinen kannst, das du zeigst wer du bist? Das du mit beiden Füssen auf der Erde deine Meinung vertrittst?
Das du offensiv Sex einfordern kannst? Das du mal einem Mann sagen kannst "hey du siehst super aus".
Das du am Sonntag am Steuer sitzt, das Auto sauber machst? Den Müll rausbringst ohne dazu aufgefordert zu werden?

Ich sag dir was, in einer modernen Beziehung gibt es keinen Raum Aufgaben oder sonstiges an eine
Person zu binden. Beide sollten alles können und auch alles machen, das ist Emanzipation.

Einheitsbrei hast du dann wenn du Einheitsbrei kaufst, musst du aber nicht.
Anziehen was andere sagen? Nö, musst du auch nicht, wo steht das denn?

Letztendlich bleibt der Körper übrig, nicht unbedingt die Biologie, sondern der Körper und zwar so
das er zum Sein der Person passt. Und daher wird es immer Transidentität geben.
Denn Ansatz dich selber zu gestalten. Denn das ist das was du von Natur aus bist, ein Geist in einer Hülle.
Nicht mehr, nicht weniger, alles sonst ist die Sahne auf dem bunten Eisbecher.

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Re: Was wäre wenn?...

Post 34 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

EmmiMarie hat geschrieben: Mo 26. Dez 2022, 12:49 Beide sollten alles können und auch alles machen, das ist Emanzipation.
Hmm, können vielleicht schon,aber Aufgabenteilung ist sicher sinnvoll, aber nicht wenn er auf dem Geschlecht beruht. Ich bekomme nun einmal den Nagel leichter in die Wand, warum sollte dann das meine Frau tun, zumal sie das gar nicht will ?
Marit hat geschrieben: Mo 26. Dez 2022, 11:16 solange wir einen männlichen Testostronspiegel (Körper, Biologie) haben, werden wir mit unserer weiblichen Geschlechtsidentität (Kopf) nicht im Reinen sein. Das habe ich mit der HET erfahren: nach drei Monaten war das Testo runter und mir ging es zum ersten Mal im Leben wirklich gut.
Eine HET würde ich für mich ausschließen, aber solche Sätze geben mir zu denken. Im Augenblick habe ich emotional eher eine Achterbahnfahrt, weil ich bez. meiner "wahren" Geschlechtsidentität nicht sicher bin. Was würde eine HET emotional, ohne des Aspekt des Körperlichen, mit mir machen ?
Viele Grüße
Vicky

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Re: Was wäre wenn?...

Post 35 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 26. Dez 2022, 19:22 Ich bekomme nun einmal den Nagel leichter in die Wand, warum sollte dann das meine Frau tun, zumal sie das gar nicht will ?
Vicky,

wie ihr mögt.
Bei uns ist es aber so das wir da beide nicht sonderlich gut drin sind und es trotzdem beide probieren würden.
Oder wir laden dich oder einen Mann ein, wenns mal nötig ist und der Nagel in Wand bleiben soll...hihi

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Re: Was wäre wenn?...

Post 36 im Thema

Beitrag von Dietlind »

Eine interessante Diskussion. Hier im Süden von Florida, am Golf von Mexiko, wo ich lebe, gibt es die Einheitskleidung eigentlich schon immer. Als Schuhe werden von Frauen und Männer Flipflops getragen, und die Oberkleidung besteht aus Shorts und einem Hemd/Bluse oder T-shirt mit irgendwelchen tropischen Bildern darauf. Und trotzdem ist es relativ einfach, Frauen und Männer zu unterscheiden. Bei den Frauen sind die Flipflops etwas bunter, oder mit Strass besetzt, die Shorts sind etwas kürzer und mehr Körper betonend, und die T-Shirts der Frauen haben entweder V Ausschnitt, oder sind etwas schulterfrei und betonen den Busen etwas mehr.
Also, trotz der gleichen Kleidung sieht Damenkleidung immer etwas mehr fraulich aus.

Ich frage mich allerdings, was Crossdresser hier machen, da wir ja diese sehr typisch fraulichen Kleidungsstücke, wie Pumps oder Strumpfhosen usw. nicht tragen (ich habe noch ne eine Strumpfhose besessen)?


Linde
Michi
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Re: Was wäre wenn?...

Post 37 im Thema

Beitrag von Michi »

Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 26. Dez 2022, 19:22 Ich bekomme nun einmal den Nagel leichter in die Wand, warum sollte dann das meine Frau tun, zumal sie das gar nicht will ?
Ich hatte vor 20 Jahren eine Kollegin, bei der die Rollenverteilung zu Hause genau umgekehrt zu den üblichen Klischees war. Sie hat die Nägel in die Wand gehämmert, den Zaun repariert, und alles geschraubt und geklebt, was getan werden musste. Und doch war sie durch und durch weiblich und Frau. Mit ihr habe ich mich auf der menschlichen Ebene sehr gut verstanden, und sie hat für mich in der Retrospektive zumindest ein paar Zweifel beseitigt. Retrospektiv deswegen, weil ich damals noch nicht so weit war, intensivere Gedanken an meine weibliche Seite zuzulassen.


Liebe Grüße
Michi
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Re: Was wäre wenn?...

Post 38 im Thema

Beitrag von Michi »

Marit hat geschrieben: Mo 26. Dez 2022, 11:16
Salmacis hat geschrieben: Mo 26. Dez 2022, 01:09 Wäre eine Transition denn noch nötig, wenn es gar keine Geschlechterrollen gäbe? Kommt der Wunsch nach körperlicher Anpassung nur durch den gesellschaftlichen Druck auf eine trans Person? Gäbe es denn dann überhaupt noch Transidentität? Fragen über Fragen und keine Antwort in Sicht weil alles nur Theorie ist :)
Das sind interessante Fragen und ich wage mal eine Antwort aus meiner persönlichen Sicht.
Für mich war immer die weibliche Geschlechterrolle interessant, also meine Rolle in der Gesellschaft, nicht so sehr das Körperliche. Als Mann habe ich mich immer unwohl und fehl am Platze gefühlt, weil ich als mentale Frau diese Rolle nicht wirklich ausfüllen konnte.
Du hast interessante Gedanken ausgeworfen.

Ich habe mich auch nie männlich gefühlt.Was mir aber völlig abging, waren so Sachen wie Fußball .. das Kämpfen "Gruppe gegen Gruppe" .. eigentlich das ganze Archaische. Andererseits habe ich vieles getan, was männlich konnotiert ist .. handwerkliche Arbeiten, Modellbau, Elektronik. Und dennoch fühle ich deutlich eine Weiblichkeit in mir. Nur .. "die Seiten wechseln" .. so weit bin ich bisher nicht gekommen. Ich bin nicht sicher, ob das die Lösung für mich wäre.

Marit hat geschrieben: Mo 26. Dez 2022, 11:16 Gäbe es noch Transidentität, wenn das nicht so wäre? Ich denke ja, denn wir können bei allen gesellschaftlichen Veränderungen die Biologie nicht außer Acht lassen. Einerseits hat die Biologie zu all diesen gesellschaftlichen Normen geführt, andererseits ist Transidentität etwas, das in unseren Köpfen stattfindet.
Das sehe ich genau so, und möchte dabei auf meine Kollegin verweisen, von der ich in der Reaktion auf Vicky schrieb. Ich denke .. nein .. ich bin der Überzeugung, dass ein Mensch Frau sein kann, und doch mit Freude viele Dinge tun, die der Männerrolle zugeschrieben werden.


Liebe Grüße
Michi
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Re: Was wäre wenn?...

Post 39 im Thema

Beitrag von Marit »

Jetzt habe ich einen Tag nicht reingeschaut und versuche mal, auf eure Gedanken einzugehen...
Christel_Inter hat geschrieben: Mo 26. Dez 2022, 12:01 Doch damit haben sich in der Biologie noch keine Rollen-Aufgaben ergeben, die hat Mensch sich selbst - je nach Standort auf diesem Globus und wer weiß nach welchen Kriterien auch immer selbst verpasst. Allein in dieser Differenzierung wird erkennbar, die Biologie trägt da keine Verantwortung.
Ich habe da mal etwas gehört, was mir sagt, dass die Biologie ganz am Anfang für die bis heute weltweit vorherrschende Rollenverteilung (Stichwort Patriarchat) zwischen Mann und Frau gesorgt hat, mit allen regionalen Unterschieden. Wer die Hintergründe wissen möchte, kann hier nachhören: https://lila-podcast.de/die-biologie-da ... le-choice/
Kleidung hat damit nicht primär etwas zu tun, doch egal in welcher Kultur, es wird immer geschlechtsspezifische Unterschiede geben, damit die jeweilig geltenden patriarchalen Regeln mit ihren Ab- bzw. Ausgrenzungen gut umgesetzt werden können. In der westlichen Welt wird das inzwischen aufgeweicht, aber auch nur ganz langsam.
EmmiMarie hat geschrieben: Mo 26. Dez 2022, 12:49 Hmm, was sind denn diese weiblichen und männlichen Rollen?
Das möchte ich hier gar nicht thematisieren, weil jede(r) das für sich anders definiert. Ich habe auch nicht alle typisch männlichen Fähigkeiten mit der Transition entsorgt, doch eine Menge an weiblichen Fähigkeiten gewonnen, deren ich mir im ersten Leben nicht bewusst war.
Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 26. Dez 2022, 19:22 Im Augenblick habe ich emotional eher eine Achterbahnfahrt, weil ich bez. meiner "wahren" Geschlechtsidentität nicht sicher bin. Was würde eine HET emotional, ohne des Aspekt des Körperlichen, mit mir machen ?
Liebe Vicky, darüber können wir uns gerne persönlich austauschen. Schreib mir eine PN wenn du magst.
MichiWell hat geschrieben: Mo 26. Dez 2022, 23:12 Ich denke .. nein .. ich bin der Überzeugung, dass ein Mensch Frau sein kann, und doch mit Freude viele Dinge tun, die der Männerrolle zugeschrieben werden.
Warum auch nicht, außer die Gesellschaft toleriert es nicht. Frauen in Afghanistan würden gerne eine Ausbildung genießen und arbeiten und auch Männer in Deutschland würden sich gerne um ihre Kinder kümmern, wenn es keine finanziellen Nachteile hätte. Aber bitte lenkt die Diskussion nicht auf diese Themen, das sind nur Extrembeispiele aus der cis-Welt, die dem Patriarchat geschuldet sind und Michis Aussage bekräftigen sollen.
Bei den trans Menschen werden die Rollenklischees sowieso aufgeweicht bis aufgehoben, weil wir beide Seiten in uns vereinen. Vielleicht ist das auch ein Grund für den Hass, der uns von vielen Seiten begegnet.

Liebe Grüße von Marit ))):s
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Re: Was wäre wenn?...

Post 40 im Thema

Beitrag von Wally »

Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 26. Dez 2022, 19:22 Eine HET würde ich für mich ausschließen, aber solche Sätze geben mir zu denken. Im Augenblick habe ich emotional eher eine Achterbahnfahrt, weil ich bez. meiner "wahren" Geschlechtsidentität nicht sicher bin. Was würde eine HET emotional, ohne des Aspekt des Körperlichen, mit mir machen ?
Bei mir hat das im Wesentlichen nur den Sexualtrieb gedämpft: wirklich nur gedämpft, nicht irgendwie in der Richtung beeinflußt. Das war vor 25 Jahren, noch bevor ich mir die Brust aufbauen ließ. Da mir damals - noch gänzlich ohne körperlich Weibliches - eine wirklich befriedigende, sexuelle Beziehung nicht möglich war, empfand ich diese Dämpfung des mangels Befriedigungsmöglichkeiten als quälend stark erlebten Sexualtriebs als befreiend; und in der Folge habe ich mich aus dieser für mich neuen Gemütslage heraus sehr darüber gewundert und amüsiert, was Männer um der Sexualität willen so alles für Frauen tun bzw. sich von Frauen gefallen lassen. Wenn der größte, sexuelle Druck erst mal weg ist, sieht die Welt doch erstaunlich anders aus :-)

Bezüglich des Brustwachstums - weshalb ich die HET (inkl. Antiandrogene) eigentlich machte - tat sich nur wenig. Also habe ich mir dann die Brust chirurgisch aufbauen lassen. Damit wurden dann für mich erstmals auch sexuell wirklich befriedigende Partnerschaften möglich. Die HET habe ich daraufhin wieder abgesetzt, weil ich in den mir nun möglichen Partnerschaften den Sexualtrieb erstmals als wirklich bereichernd erleben konnte. Die Libido stieg nach dem Absetzen auch wieder an, erreichte allerdings (Gottseidank) nicht mehr das ursprüngliche Ausmaß vor der HET. Für mich war und ist es seitdem angenehm so.
Herzliche Grüße
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Re: Was wäre wenn?...

Post 41 im Thema

Beitrag von Patricia »

Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 26. Dez 2022, 19:22
Marit hat geschrieben: Mo 26. Dez 2022, 11:16 solange wir einen männlichen Testostronspiegel (Körper, Biologie) haben, werden wir mit unserer weiblichen Geschlechtsidentität (Kopf) nicht im Reinen sein. Das habe ich mit der HET erfahren: nach drei Monaten war das Testo runter und mir ging es zum ersten Mal im Leben wirklich gut.
Eine HET würde ich für mich ausschließen, aber solche Sätze geben mir zu denken. Im Augenblick habe ich emotional eher eine Achterbahnfahrt, weil ich bez. meiner "wahren" Geschlechtsidentität nicht sicher bin. Was würde eine HET emotional, ohne des Aspekt des Körperlichen, mit mir machen ?
Eine HET kann emotional so Einiges ändern muss es aber nicht
Ich kenne trans Frauen die emotional kaum bis keine Änderungen durch die HET bemerkt haben und ich kenne welche, mich eingeschlossen, die sagen würden, dass die HET in ihnen so einiges Verändert hat.
Angekommen bin ich noch lange nicht, aber in meinem Inneren ist es viel ruhiger und ausgeglichener geworden seit ich Östrogen einnehmen darf.

LG
Patricia
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Re: Was wäre wenn?...

Post 42 im Thema

Beitrag von Aria »

Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 26. Dez 2022, 19:22 Im Augenblick habe ich emotional eher eine Achterbahnfahrt, weil ich bez. meiner "wahren" Geschlechtsidentität nicht sicher bin. Was würde eine HET emotional, ohne des Aspekt des Körperlichen, mit mir machen ?
Im Augenblick?! Geht es dir nicht schon eine ganze Weile so? Zumindest lese ich ähnliche Sätze immer wieder mal von dir. Oder täusche ich mich da?
Was eine HET mit dir ganz speziell macht, kann leider niemand sagen. Mir hat sie geholfen, mich meiner "wahren" Geschlechtsidentität sicher zu werden.
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Re: Was wäre wenn?...

Post 43 im Thema

Beitrag von Michi »

Marit hat geschrieben: Di 27. Dez 2022, 11:20 Extrembeispiele aus der cis-Welt
Hallo Marit,

ich denke, da hast du mich nicht ganz verstanden. Ich wollte vielmehr darauf hinaus, dass man trotz solcher .. Extrembeispiele .. wie du es nennst, sehr genau weiß, als was man sich fühlt. Mir ist seit meinem 5. Lebensjahr klar bewusst, dass ich kein Junge/Mann bin, und ich mich mehr als Mädchen/Frau gefühlt habe, was aber damals völlig undenkbar war. Was ich daraus gemacht habe, dass ich es lange verdrängt habe, ist eine andere Sache.


Liebe Grüße
Michi
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Re: Was wäre wenn?...

Post 44 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Marit hat geschrieben: Di 27. Dez 2022, 11:20 darüber können wir uns gerne persönlich austauschen.
Hi Marit, das Angebot nehme ich gerne an, aber z.Zt. bin ich unterwegs. Ich melde mich in den nächsten Tagen.
MichiWell hat geschrieben: Mo 26. Dez 2022, 23:12 Ich habe mich auch nie männlich gefühlt.Was mir aber völlig abging, waren so Sachen wie Fußball .. das Kämpfen "Gruppe gegen Gruppe" .. eigentlich das ganze Archaische. Andererseits habe ich vieles getan, was männlich konnotiert ist .. handwerkliche Arbeiten, Modellbau, Elektronik. Und dennoch fühle ich deutlich eine Weiblichkeit in mir. Nur .. "die Seiten wechseln" .. so weit bin ich bisher nicht gekommen. Ich bin nicht sicher, ob das die Lösung für mich wäre.
Genau so geht es mir auch. Aber die Perspektive verschiebt sich zum einen über einen längeren Zeitpunkt, denn was ich heute schreibe, hätte ich vor 10 Jahren nicht schreiben können. Und andererseits gibt es kurzfristige Schwankungen in meinem Seelenleben, wa ich als sehr anstrengend empfinde. Einerseits schön, andererseits zweifelnd, inwieweit "die Seiten wechseln", wie Michi schreibt, der richtige Weg ist.
Viele Grüße
Vicky

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