19,7% aller Opfer häuslicher Gewalt sind Männer
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Anne-Mette
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19,7% aller Opfer häuslicher Gewalt sind Männer

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Informationen von maemerberatung-sh.de:

Die aktuelle Auswertung der Polizeilichen Kriminalstatistik zu Häuslicher Gewalt zeigt, dass insgesamt 143.604 Menschen 2021 Opfer partnerschaftlicher Gewalt wurden. Das ist ein leichter Rückgang gegenüber 2020 um 3% - allerdings wird gerade in diesem Bereich ein hohes Dunkelfeld vermutet.
Die weit überwiegende Zahl der Opfer ist weiblich. Doch auch Männer sind von häuslicher Gewalt betroffen. 19,7 % der Opfer 2021 waren männlich — das sind bundesweit insgesamt 28.289 Männer.
Mit zunehmenden Alter steigt für Männer das Risiko, von häuslicher Gewalt betroffen zu sein: ab 60 Jahren sind 32,2 % der Opfer männlich.
Wir bieten Hilfe und Beratung für Männer, die häusliche Gewalt erleben oder in ihrer Kindheit und Jugend sexuelle Gewalt erfahren haben.
Auch Männer erleben körperliche Gewalt durch ihre Partnerinnen und Partner oder haben sexuellen Missbrauch in ihrer Kindheit erfahren müssen. Ein Tabuthema, das für die Opfer oft mit viel Scham besetzt ist.
Die Männerberatung ist ein landesweites, bundesweit einmaliges Modellprojekt des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft, Jugend, Familie und Senioren des Landes Schleswig-Holstein. Seit über drei Jahren bieten insgesamt drei Träger in Schleswig-Holstein Männerberatung an - der Frauennotruf in Kiel, Pro Familia in Flensburg und der Wendepunkt in Elmshorn.
https://www.wendepunkt-ev.de/maennerberatung/
https://www.maennerberatung-sh.de.
Die Beratung ist kostenlos und auf Wunsch anonym.
Alle Menschen haben ein Recht auf ein gewaltfreies Leben und einen niederschwelligen Zugang zu einem qualifizierten Schutz- und Hilfeangebot.
Für alle Betroffene gibt es immer noch zu wenig Hilfsangebote.
MiriamR
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Re: 19,7% aller Opfer häuslicher Gewalt sind Männer

Post 2 im Thema

Beitrag von MiriamR »

Auch "Männerhäuser" sind so was von überfällig.....
Geschützte Räume sollte es auch für Männer geben.

weibliche Grüße )))(:

Miriam
Have fun.....always.
Michi
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Re: 19,7% aller Opfer häuslicher Gewalt sind Männer

Post 3 im Thema

Beitrag von Michi »

Fun fact: Die Gründerin des ersten Frauenhauses in GB wurde dafür angefeindet, dass sie sich auch für männliche Opfer häuslicher Gewalt einsetzte.
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
Malvine
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Re: 19,7% aller Opfer häuslicher Gewalt sind Männer

Post 4 im Thema

Beitrag von Malvine »

Das bayerische Sozialministerium hat zu diesem Thema auch eine Website
https://bayern-gegen-gewalt.de/gewalt-i ... term=handy#

sehr Interessant dabei: es gibt Link-Buttons um den Browserverlauf zu löschen oder die Site für 1 Minute nicht wieder aufzurufen - Da hat wirklich jemand mitgedacht, wie (männliche) Besucher vor Nachverfolgung durch wen auch immer geschützt werden kann. Dafür gibt es von mir ein (yes)

und einen Facebookbeitrag mit sehr interessanten Kommentaren, welche in ihrem Umfang die ganze Problematik aufzeigen.
https://www.facebook.com/plugins/post.p ... XxjHS22rZG

- Wer sich als Mann in einer Beziehung gewallt antun lässt ist kein richtiger Mann...
- Die Strafverfolgungsbehörden nehmen dieses Problem meist auch nicht wirklich ernst - Männer als Opfer passen nicht in das System...
- Als Mann kannst du eigentlich nur verlieren - wirtschaftlich, emotional und zwischenmenschlich.
Nicht das schwarze Schaf ist anders, die Weißen sind alle gleich
Nicole Fritz
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Re: 19,7% aller Opfer häuslicher Gewalt sind Männer

Post 5 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Da vermute ich mal eine gewaltige Dunkelziffer. Es fängt oft ganz harmlos mit dem allseits bekannten Pantoffel an. Dann steigert es sich: Nudelholz, Bratpfanne, ... Axt. - Aber ein richtiger Mann redet über so etwas nicht.

Liebe Grüße und frohe Weihnachten (wmue) (NICOII)
Nicole
Karla
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Re: 19,7% aller Opfer häuslicher Gewalt sind Männer

Post 6 im Thema

Beitrag von Karla »

Minenfeld! (schön wäre es , wenn mensch zu Deeskalation fähig wäre!!! - und dies auch in der Schule gelehrt würde!!!)
Frauen können u.U. psychisch vernichtende Breitseiten schießen...
Männer gehen teils hoch "wegen einer Fliege an der Wand" -
in beiden Fällen ist Deeskalation geboten!!! (und gehört schon in der Schule gelehrt!!!)..
Wenn mir eine eigentlich liebende, jedoch teils impulsive und eifersüchtige Partnerin "mal einen blauen Fleck drückt"
- ihr war nicht immer klar, daß andere Frauen: für sie keine Konkurrenz, für das damals unterdrückte Mädel in mir jedoch Vorbild waren...
- ich ihr "im offenen Kampf" aber überlegen bin - und sie nicht zu Heimtücke greift...
- dann kann und werde ich verzeihen! (ich hatte eine solche Partnerin - leider vor gut 6 Jahren verstorben -
...sofern das nicht zur Regel wird! ...und die Partnerin nicht über die Boxausbildung einer Regina Halmich verfügt: ...
...und auch die hat Stefan Raab "nur" die Nase gebrochen... (kleinen Denkzettel hatte der verdient!)
Malte, Tugce, Herr Brunner sind leider an andere männliche Kaliber geraten und haben dies nicht überlebt!

Mit steigendem Alter und im Zuge der HET erlebe ich, daß immer mehr andere Menschen mir körperlich überlegen sind.
Solange ich grundsätzlich als Mensch respektiert werden, kann ich damit leben!

Wenn dieser Respekt verloren geht, ist es höchste Zeit für eine Trennung!
(und ggf. rechtliche Gegenwehr!)

LG Karla
Ein Leben ohne Möps(chen) ist möglich, aber sinnlos. (frei nach Loriot)
Inga
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Re: 19,7% aller Opfer häuslicher Gewalt sind Männer

Post 7 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo,

wenn 19,7 % aller Opfer häuslicher Gewalt Männer sind, so sind 80,3 % aller Opfer häuslicher Gewalt anderes Geschlechts.

Ja, jeder Fall von Gewalt ist ein Fall zu viel. Und es ist in meinen Augen gut, dagegen anzukämpfen.
Doch sollte nicht übersehen werden, wo bei aller Dunkelziffer der Schwerpunkt der häuslichen Gewalt wohl immer noch ist.

Liebe Grüße
Inga
Karla
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Re: 19,7% aller Opfer häuslicher Gewalt sind Männer

Post 8 im Thema

Beitrag von Karla »

Meine private Bilanz: (Stichprobengröße n=5 zugegeben klein)
2 von 5 Langzeitpartnerinnen haben Hand bzw. Fuß (Grundkurs Karate - zum Glück nicht mehr) gegen mich - damals noch in männlicher Rolle - eingesetzt, dank eigener, wenn auch länger zurückliegender Kampfsporterfahrung ist mir nichts Schlimmes passiert)
Inga hat geschrieben: Mi 21. Dez 2022, 00:39 Doch sollte nicht übersehen werden, wo bei aller Dunkelziffer der Schwerpunkt der häuslichen Gewalt wohl immer noch ist.
Daß ein "Mann", der tatsächlich zum Opfer wird, sich RICHTIG schämt ... und deshalb keine Anzeige erstattet -nachvollziehbar!
...und daß eine körperlich unterlegene Frau mit Anzeige droht oder dies tatsächlich macht: ebenfalls verständlich!
-> vermutlich sind deutlich mehr als 20% der Opfer häuslicher Gewalt männlich!
dennoch trifft es wohl mehr Frauen als Männer, tendenziell sind letztere halt körperlich stärker.

...aber Inga hat ja recht: jeder Fall von illegitimer Gewalt ist einer zu viel - ob in der Partnerschaft oder zwischen Staaten!
unser Rechtssystem funktioniert da leider im kleinen - zwischen Partnern - als auch im Großen - zwischen Staaten - teils unzureichend!
Da ist noch viel Luft nach oben!!!

LG Karla
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Olivia
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Re: 19,7% aller Opfer häuslicher Gewalt sind Männer

Post 9 im Thema

Beitrag von Olivia »

Inga hat geschrieben: Mi 21. Dez 2022, 00:39 wenn 19,7 % aller Opfer häuslicher Gewalt Männer sind, so sind 80,3 % aller Opfer häuslicher Gewalt anderes Geschlechts.
Hallo Inga,

danke dafür - ich möchte das durch Zitate aus "Wikipedia" ergänzen:

"...Als Femizid bezeichnet man die Tötung von Frauen und Mädchen aufgrund ihres Geschlechts. Der von Feministinnen geprägte Begriff fand ab den 1990er Jahren zunächst in den USA Verbreitung. Mehrere wissenschaftliche Disziplinen, darunter die Soziologie, die Epidemiologie und die öffentliche Gesundheitspflege, entwickelten Ansätze, um Morde an Frauen im Hinblick auf Kontexte, Täterprofile, Risiko- und Schutzfaktoren zu analysieren. Die einzelnen Disziplinen entwickelten jeweils eigene Definitionen für das Vorliegen eines Femizids. Femizid ist in Deutschland kein Begriff der juristischen Fachsprache im Sinne eines Tatbestands.[1] Die Tötung von Männern wird Androzid genannt.
Man unterscheidet genauer einen Femizid, der durch die Tötung durch einen Intimpartner (sogenannter Intim-Femizid) verursacht wurde, einen Mord im Namen der "Ehre", einen Mitgift-bezogenen Femizid und einen nicht-intimen Femizid. Weltweit wurden im Jahr 2017 zwar fünfmal soviele Männer ermordet wie Frauen, jedoch waren bei den Morden durch einen Intimpartner oder die Familie fast zwei Drittel der Opfer Frauen. Im Jahr 2017 fielen weltweit 1,3 von 100.000 Frauen in der Bevölkerung einem intimen oder familiären Femizid zum Opfer. ..."

"...Das Bundeskriminalamt weist in seiner Kriminalstatistischen Auswertung des Jahres 2019 zum Thema Partnerschaftsgewalt aus, dass ein Teil der Opfer von Mord und Totschlag "Opfer in Partnerschaften" waren (von 2713 Personen 394 Personen demnach ca. 14,5 %). Der Frauenanteil lag dabei bei ca. 75 % (301 weibliche Opfer gegenüber von 93 männlichen Opfern von versuchtem oder vollendetem Mord oder Totschlag).[96] 2020 wurden 139 Frauen Opfer von vollendetem Mord und Totschlag oder Körperverletzung mit Todesfolge im Rahmen von Partnerschaftsgewalt.[97] Im Jahr 2021 ist die Zahl der angezeigten Gewalttaten unter Paaren und Ex-Partnern insgesamt leicht gesunken. Es gab 109 weibliche Opfer derartiger vollendeter Tötungsdelikte, die angezeigt wurden. ..."

Nur zur Einordnung der Dimensionen Frau/Mann!

Liebe Grüße von

Olivia
ExUserIn-2026-04-08
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Re: 19,7% aller Opfer häuslicher Gewalt sind Männer

Post 10 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Ich halte es nicht für zweckmäßig, Opfer- oder Täterzahlen gegeneinander aufzurechnen. Dadurch ist keine einzige Tat verhindert worden.

Ich denke, wenn man psychische Gewalt einbezieht, wird die Dunkelziffer der Taten noch erheblich höher und damit auch die Quote. Selbst körperlich schwache Frauen können so Gewalt ausüben und dabe den Anschein erwecken, sie seien der Gewalt nicht fähig. Konterkariert das nicht jede Statistik ? Klar ist, es gibt zu viel Gewalt.

Ich glaube, Pauschalisierungen helfen hier nicht wirklich und Statistik kann nur in Grenzen sensibilisieren. Zu leicht eröffnet das Möglichkeiten, mit dem Finger auf Andere zu zeigen und von sich selber abzulenken. Meine Frage wäre, wie kann man häusliche Gewalttäter, egal von welchem Geschlecht ausgeübt, für das eigene Handeln so sensibilisieren, dass eine Selbstreflexion möglich wird ? Das wäre für mich der Einstieg in die Selbstkontrolle. Wie kann man Opfer so sensibilisieren, dass sie sich selber als Opfer erkennen und daraus Konsequenzen ziehen ?
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
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