2. Monitoring-Bericht zu homo- und transphober Gewalt in Berlin
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Anne-Mette
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2. Monitoring„Bericht zu homo„ und transphober Gewalt in Berlin

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Pressemitteilung vom 05.12.2022

Berlin legt den 2. Monitoringbericht zu trans- und homophober Gewalt in Berlin vor und verfügt damit als einziges Bundesland über ein solches Instrument zur Bekämpfung von Hassgewalt gegen Lesben, schwule, Bisexuelle sowie trans- und intergeschlechtliche Menschen (LSBTI).


https://www.berlin.de/sen/justva/presse ... 271674.php
Anne-Mette
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Re: 2. Monitoring„Bericht zu homo„ und transphober Gewalt in Berlin

Post 2 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Ein Blatt der Boulevardpresse macht das daraus:

Studie nennt erschreckende Zahlen
Transpersonen leben in Berlin in ständiger Angst vor Gewalt


Ist so eine Schlagzeile vielleicht "einladend" oder hilft sie Transpersonen?

https://www.bz-berlin.de/berlin/transpe ... vor-gewalt
Jaddy
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Re: 2. Monitoring„Bericht zu homo„ und transphober Gewalt in Berlin

Post 3 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Ein ganz hervorragender Band. Die Statistiken sind ziemlich detailliert, zum Beispiel zur Altersstruktur von Tätys und Betroffenen. Klar ist auch: Die Gewalt geht zu 90% von Männern aus.

Ich finde aber auch die Begleittexte hervorragend. Es lohnt sich, im PDF auf der Downloadseite mal alle Kapitel wenigstens anzulesen.
Svetlana L
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Re: 2. Monitoring„Bericht zu homo„ und transphober Gewalt in Berlin

Post 4 im Thema

Beitrag von Svetlana L »

Jaddy hat geschrieben: Di 6. Dez 2022, 16:24 Ein ganz hervorragender Band. Die Statistiken sind ziemlich detailliert, zum Beispiel zur Altersstruktur von Tätys und Betroffenen. Klar ist auch: Die Gewalt geht zu 90% von Männern aus.
Und genau deshalb finde ich nicht, dass es sich bei der Studie um einen zahnlosen Tiger handelt, wie sie von Christopher Schreiber vom LSVD Berlin-Brandenburg genannt wird. Es kommt natürlich auch darauf an, was man jetzt mit der Erkenntnis anfängt. Dass wir z. B. ein riesiges Dunkelfeld haben, ist ja erstmal nichts Neues. So detailliert habe ich aber zum Thema Transfeindlichkeit noch nicht viel gefunden. Ich kann mich erinnern, dass ich für diese Studie auch interviewt wurde. Im Übrigen gab es schon vor ein paar Jahren eine täterorientierte Studie zu homofeindlicher Gewalt der HWR Berlin (Institut für öffentliche und private Sicherheit) um Prof. Ohder. Die Ergebnisse dürften im Wesentlichen übertragbar sein. Leider weiß ich nicht, ob es diese Studie online gibt.
Hawadehre
Svetlana

As gitt halt nix Bessers wäi wos Guads!
Däi owapfölzer Bärlinerin
Karla
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Re: 2. Monitoring„Bericht zu homo„ und transphober Gewalt in Berlin

Post 5 im Thema

Beitrag von Karla »

" Von 141 Befragten gaben zwei Drittel an, sie seien bereits Opfer eines Übergriffes geworden. Dazu zählt die Studie auch, wenn der Betroffene beim Arzt mit dem falschen Vornamen angesprochen wurde. Damit werde die Existenz des Betroffenen infrage gestellt. Experten schätzen, dass in Berlin deutlich über 22 000 Transpersonen leben."

Deadnaming in der Arztpraxis stört mich zwar auch, und ich spreche die Mitarbeitenden dann darauf an, aber als BEWUSSTEN Übergriff werte ich das zunächst nicht.
-> wenn die Praxis die Leistungen über die Krankenkasse "meines Zwillingsbruders" abrechnen muß, kann das "durchrutschen".
Facebook kennt 60 Geschlechter, da kann die Übersicht mal verlorengehen: Adrogyner Mann oder trans-Frau?, Butch oder trans-Mann?

Nach erfolgter Selbstauskunft sollte die richtige Anrede jedoch funktionieren, sonst sind die Praxisinhaber (m/w/d) auf Schulungsbedarf hinzuweisen!

Jeder bewußte Übergriff ist jedoch einer zuviel und sollte konsequent geahndet werden!

BZ:
"Der Männeranteil bei den Tätern lag bei durchschnittlich 90 Prozent. Oft waren es junge Wiederholungstäter, die bei der Polizei bereits wegen "Extremismus" bekannt sind. Aber: Die Macher der Studie können nicht sagen, ob es sich dabei um Links- oder Rechtsextremisten oder Islamisten handelt."

->bereits beim 1. Mal gehören die Täter zu einer Schulung verpflichtet!
...und im Wiederholungsfall gilt dann: unbelehrbar, Maximalstrafe!

LG Karla
Ein Leben ohne Möps(chen) ist möglich, aber sinnlos. (frei nach Loriot)
Jasmine
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Re: 2. Monitoring„Bericht zu homo„ und transphober Gewalt in Berlin

Post 6 im Thema

Beitrag von Jasmine »

Anne-Mette hat geschrieben: Di 6. Dez 2022, 09:10 ..........und verfügt damit als einziges Bundesland über ein solches Instrument zur Bekämpfung von Hassgewalt gegen Lesben, schwule, Bisexuelle sowie trans- und intergeschlechtliche Menschen (LSBTI).
Was würde eine Statistik für ganz Deutschland aussagen? Was würde solch eine Statistik für Bayern aussagen? Wird in den restlichen Ländern nach dem Motto "Keine gesonderte Erfassung - also auch keine Vorkomnisse" gehandelt?
Nachdenkliche Grüße Jasmine
Jaddy
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Re: 2. Monitoring„Bericht zu homo„ und transphober Gewalt in Berlin

Post 7 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Karla hat geschrieben: Di 6. Dez 2022, 20:34 " Von 141 Befragten gaben zwei Drittel an, sie seien bereits Opfer eines Übergriffes geworden. Dazu zählt die Studie auch, wenn der Betroffene beim Arzt mit dem falschen Vornamen angesprochen wurde.
Na Deadnaming geht bei mir nicht, die hab ich ja behalten. Aber misgendering bzw. andauerndes binäres gendern hab ich draussen _immer_.
Karla hat geschrieben: Di 6. Dez 2022, 20:34 Deadnaming in der Arztpraxis stört mich zwar auch, und ich spreche die Mitarbeitenden dann darauf an, aber als BEWUSSTEN Übergriff werte ich das zunächst nicht.
Bei den meisten klappt es. Besonders wenn sie häufiger trans Kundys haben. Aber das OP-Zentrum meiner Augenärztin (sie ist daran beteiligt und operiert da auch) hab ich jetzt mehrfach eskaliert auf den Pott gesetzt. Angefangen vom Empfang, über die Betreuung, bis zur Rechnung (Zuzahlung) haben sie es jedes einzige Mal verkackt. Und zwar jedes Mal. Also nicht nur einmal und dann gelernt, sondern wiederholt. Vor Ort hab ich entsprechend Rabbatz gemacht und die Rechnung zurückgeschickt, bis sie das korrigiert haben.
Karla hat geschrieben: Di 6. Dez 2022, 20:34 BZ:
"Der Männeranteil bei den Tätern lag bei durchschnittlich 90 Prozent. Oft waren es junge Wiederholungstäter, die bei der Polizei bereits wegen "Extremismus" bekannt sind. Aber: Die Macher der Studie können nicht sagen, ob es sich dabei um Links- oder Rechtsextremisten oder Islamisten handelt."
Dafür gibt es diese Tabelle auf S.55.
Bildschirm­foto 2022-12-06 um 22.44.39.png
Und auf der gleichen Seite:
Mit 75,9 % der ermittelten Tatverdächtigen sind auffällig viele Tatverdächtige bereits im Vorfeld polizeilich bekannt geworden. Damit ist der Anteil polizeilich bereits be- kannter Tatverdächtiger deutlich höher als in Auswertungen zu linker und rechter politisch motivierter Kriminalität in Berlin (Senatsverwaltung für Inneres und Sport. Abteilung Verfassungsschutz 2014, 39f., 2015, 42f.). Dabei handelt es sich überwie- gend um Allgemeinkriminalität ohne politische Bezüge: Bei etwas mehr als der Hälfte der Verdächtigen (51,1 %) geht es um allgemeine Delinquenz ohne Bezüge zu politisch motivierter Kriminalität. 22,9 % der Tatverdächtigen sind bereits durch allgemeine De- linquenz sowie politisch motivierte Delinquenz aufgefallen, lediglich bei 1,8% liegen ausschließlich Vorerkenntnisse zu staatsschutzrelevanten Delikten vor.
Bildschirm­foto 2022-12-06 um 22.48.35.png
Den Vergleich mit den Staatsangehörigkeiten der Berliner Bevölkerung sehe ich kritisch wegen der Altersstruktur der Tatverdächtigen.
Die ermittelten Tatverdächtigen seit 2010 sind im Durchschnitt 33,7 Jahre alt. Die Altersstruktur ist allerdings breit gestreut — das starke Übergewicht jüngerer Tatver- dächtiger aus der Frühzeit der Erfassung hat sich mittlerweile nicht unerheblich rela- tiviert. In der Langzeitperspektive ab dem Jahr 2010 ist insbesondere auffällig, dass sich die früher stark ausgeprägte Dominanz von Tatverdächtigen im Alter von 20 bis unter 30 Jahren inzwischen deutlich verringert hat. Im Jahr 2021 gehörte nur noch ein Fünftel der Tatverdächtigen (20,3%) in diese Altersgruppe. Besonders auffällig waren im Jahr 2021 zuletzt Tatverdächtige im Alter von zehn bis unter 20 Jahren, 2021 betrug deren Anteil 27,8 %
(Der Altersmedian (nicht Durchschnitt, der ist etwas unsinnig) in Deutschland liegt bei ~42 Jahren).

Siehe dazu auch Seite 68: 60% der Beschuldigten sind <40. (Bei den Geschädigten betrachte ich die Sparte "Geschlecht" mal sehr skeptisch)
Karla hat geschrieben: Di 6. Dez 2022, 20:34 ->bereits beim 1. Mal gehören die Täter zu einer Schulung verpflichtet!
...und im Wiederholungsfall gilt dann: unbelehrbar, Maximalstrafe!
Ich bin sehr froh, dass Du keinen Einfluss auf (und offenbar auch keine Ahnung von) deutscher Rechtsprechung hast. Oder was das scherzhaft gemeint?
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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