Little Years | Let’s talk about: Trans*identität bei Kindern und Jugendlichen
Little Years | Let’s talk about: Trans*identität bei Kindern und Jugendlichen

Forumbereich für Kinder und Jugendliche, die sich als transsexuell oder transidentisch beschreiben und deren Eltern.
Hilfe bei Outing, Schulalltag und Zeugnisgestaltung, Umgang mit Eltern und Geschwistern
Antworten
Anne-Mette
Administratorin
Beiträge: 27672
Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
Geschlecht: W
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ringsberg
Forum-Galerie: gallery/album/1
Hat sich bedankt: 217 Mal
Danksagung erhalten: 2529 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Little Years | Let’s talk about: Trans*identität bei Kindern und Jugendlichen

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Zum Beitrag: https://www.littleyears.de/artikel/lets ... BxkYaQ7lac

Aus dem Beitrag:

Fakt ist: Bis zur Pubertät lassen sich keine konkreten Vorhersagen treffen. Bei Kindern irgendwelche Prognosen oder Diagnosen zu stellen, halte ich für unseriös. Daher spreche ich auch nicht von "Transkindern", sondern nur von "geschlechtsdiversen Kindern". In dem jungen Alter lässt sich nicht sicher vorhersagen, ob sich ihr Wunsch in der Pubertät noch einmal verändert oder nicht.
(Prof. Dr. Georg Romer)
Karla
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1539
Registriert: Mo 1. Mai 2017, 14:12
Geschlecht: div
Pronomen:
Wohnort (Name): Stuttgart
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 3 Mal
Kontaktdaten:

Re: Little Years | Let’s talk about: Trans*identität bei Kindern und Jugendlichen

Post 2 im Thema

Beitrag von Karla »

Prof. Romer hat ca. 600 trans-Kinder und Jugendliche allein im Laufe der letzten 8 Jahre behandelt.
seine Feststellungen:
auch er ist der Meinung, es muss viel mehr über Trans*identität geredet werden, um Unwissen, Missverständnisse und Vorurteile abzubauen — und um Toleranz aufzubauen.
zu einer rechzeitigen Behandlung mit Blockern und HET:
Die extrem hohe Suizidrate, die sehr hohe Rate an Depressionen und die ebenfalls hohe Rate an therapieresistenten Langzeitproblem, die man jahrzehntelang bei trans*identen Menschen beobachtet hatte, ließen sich durch solch eine Behandlung senken. Das war ein Donnerschlag für die Fachwelt..
..
Man kann als Jugendlicher vielleicht zu einem homosexuellen Abenteuer verführt werden — aber auf Dauer wird sich das nicht durchsetzen, wenn man nicht homo- oder bisexuell ist. Ähnlich ist es bei der Trans*identität: Sicher gibt es Jugendliche, die mal ausprobieren, wie es ist, als Trans*mensch zu leben und nur vorübergehend auf diesen Zug aufspringen. Sind sie es aber nicht, werden sie dabei auch nicht auf Dauer bleiben. Aber ich finde, man sollte sie gewähren und alles ausprobieren lassen. Nur so finden sie heraus, wer sie wirklich sind.

frueher-phillip-heute-sophia-siebenjaehrige-lebt-als-maedchen-im-jungenkoerper
https://www.noz.de/lokales/artland/arti ... r-21238143
Sophia hat sich mit 4 Jahren geoutet!
Dank verständnisvoller Umgebung (und dgti-Ausweis) DARF sie als Mädchen leben!
(Höschen bleibt halt in der Umkleide AN, Thema Aufklärung incl. Empfängnisverhütung sollte m.E. in einem solchen Fall aber bereits ab der 2. Klasse Grundschule angesprochen werden, laut Guiness-Buch war der jüngste Vater bei Zeugung 11! )

-> auch transidente Kinder unter 14 haben ein Recht auf Schutz durch den Staat, ohne daß dies vom Wohlwollen der Umgebung abhängen darf!
-> entweder muß der "halboffizielle" dgti-Ausweis aufgewertet werden, oder die Personenstandsänderung muß ab Kindergarten möglich sein - ggf. mit Indikation durch EINEN Kinderpsychiater!

zum "Überhang" der trans-Jungen:
Trans*mädchen haben bei ihrem Outing viel höhere Hemmnisse zu überwinden als Trans*jungen. Das ist nach wie vor so. Im Kindergarten, in der Schule — das zieht sich durch. Gehänselt wird eher ein sich feminin zeigender Junge im Kleid, als ein burschikoses Mädchen im Kapuzenpullover.

(kann ich mit meinem coming-out mit 60 bestätigen)

Fazit: Blocker/HET darf es nicht im 1. Termin geben, dauerhafte Verweigerung ist jedoch unterlassene Hilfeleistung - und damit Bruch des hippokratischen Eids!

LG Karla
Ein Leben ohne Möps(chen) ist möglich, aber sinnlos. (frei nach Loriot)
Antworten

Zurück zu „Kinder und Jugendliche“