Trans-Z
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Lea92
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Re: Trans„Z
Doofer Cliffhanger...schreib bitte bald weiter!
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Joe95
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Re: Trans„Z
hihi...
Der ultimative Cliffhanger...
Interessante Story...
Der ultimative Cliffhanger...
Interessante Story...
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!
Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
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Mina
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Re: Trans„Z
Vom Autor zurückgesetzt
Zuletzt geändert von Mina am Di 20. Jun 2017, 20:24, insgesamt 1-mal geändert.
Ziel: Human being -> Ist Dein Ziel erreicht, war es zu niedrig angesetzt -> Der Weg ist das Ziel!
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Lea92
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Re: Trans„Z
Mina, da du leider PNs deaktiviert hast, wollte ich nur sagen, dass ich dich nicht abkupfern wollte und hoffe, dass sich unsere Geschichten nicht zu sehr ähneln. Ich versuche einfach, meinen größten Wunsch in der Geschichte in ein "tatsächliches Gewand" zu stecken.
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Noemi
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Re: Trans„Z
hi,
Schreibt hier nicht jeder in seiner eigenen kleinen Story was er sich wünscht,wie er sich fühlt oder was er gerne fühlen würde?
Es ist aber der gleiche Grundgedanke.
Kann man nicht einfach lesen und sich mit klick auf den Daumen bedanken,wenns einem gefällt?
Muss man dann gleich von "abkupfern" schreiben?
Denkt mal darüber nach!
in diesem Sinne
Noemi
Schreibt hier nicht jeder in seiner eigenen kleinen Story was er sich wünscht,wie er sich fühlt oder was er gerne fühlen würde?
Es ist aber der gleiche Grundgedanke.
Kann man nicht einfach lesen und sich mit klick auf den Daumen bedanken,wenns einem gefällt?
Muss man dann gleich von "abkupfern" schreiben?
Denkt mal darüber nach!
in diesem Sinne
Noemi
Aus der Achterbahn im Kopf wird langsam eine Landstrasse.
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Lea92
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Re: Trans„Z
Du hast mich glaub ich total falsch verstanden. Mina kam vor mir. Daher konnte sie niemals von mir abkupfern, sondern nur ich von ihr. Und ich wollte ihr mitteilen, dass das definitiv nicht so sein sollte.Noemi hat geschrieben: Di 20. Jun 2017, 23:17 hi,
Schreibt hier nicht jeder in seiner eigenen kleinen Story was er sich wünscht,wie er sich fühlt oder was er gerne fühlen würde?
Es ist aber der gleiche Grundgedanke.
Kann man nicht einfach lesen und sich mit klick auf den Daumen bedanken,wenns einem gefällt?
Muss man dann gleich von "abkupfern" schreiben?
Denkt mal darüber nach!
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Noemi
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Re: Trans„Z
Was ist denn nun wieder los?
Wo ist die schöne Geschichte geblieben?
Verwirrt
-Cy
Wo ist die schöne Geschichte geblieben?
Verwirrt
-Cy
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!
Im Übrigen: Ich bin nicht hauptberuflich transsexuell!
Im Übrigen: Ich bin nicht hauptberuflich transsexuell!
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Lea92
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Re: Trans„Z
Frag ich mich auch. Ich hoffe, ich bin nicht Schuld.
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Mina
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Re: Trans„Z
Ich habe die Kurzgeschichte fertig. Ohne Cliffhanger. Eine Fortsetzung ist eventuell möglich. Mal sehen, wie sie ankommt. Bitte denkt daran, das auch Geschichten, ebenso wie Bilder usw einem Urheberrecht unterliegen. Wenn Ihr sie irgendwo anders einstellen wollt, muß der Urheber genannt werden. Oder der Quelllink, also dieser Beitrag.
Trans-Z
Es war ein Dienstag und ich saß wieder an meinem Computer, während ich gelangweilt und nachdenklich aus dem Fenster blickte.
Das Wetter war für den Mai einfach zu kühl. Es machte mir keinen Spaß raus zu gehen oder doch dem Wunsch meiner Mutter nach zu kommen, einmal wieder in die Stadt mit ihr zu fahren.
Was sollte ich dort auch? Sie würde alle Boutiquen durchkämmen während ich neidisch daneben stehen darf.
Frustrierend, allemal. Ich beschloss in die Küche zu gehen um mir noch einen Kaffee zu machen. Leise hörte ich im Radio die Wettervorhersage und stieß leise aus: Toll, wird nicht besser....
...und das in meinem Urlaub. Es war ja nicht genug das meine Freundin vor vier Wochen die Beziehung beendete. Es war wohl nicht schlau Urlaub zu nehmen, Ablenkung und Verdrängung ist doch des Menschen stärkste Eigenschaft, grummelte ich vor mir her.
Nicht wissend was ich mit meiner Zeit nun heute anfangen soll, surfte ich im Internet. Ich öffnete das städtische Anzeigenportal. In Gedanken überflog ich die Rubriken.
"Freizeit am See.....Schachspieler gesucht.....Bist Du auch alleine?......60 sucht 60....."
Der gleiche Krams wie jeden Tag,dachte ich mir.
"Seniorengruppe sucht Verstärkung.....Verändere Dich ganz und gar.......Tischtennis......Moment, Verändere Dich ganz und gar?
Das hat mein mittelmäßiges Interesse geweckt. Ich klicke die Rubrik auf.
Verändere Dein Selbst, Deinen Körper ganz und gar. Diese Ausschreibung richtet sich ausschließlich an transidente Mitmenschen, welche ihre Transition noch nicht begonnen haben.
Zu einer tiefer gehenden, wissenschaftlichen Studie werden Freiwillige gesucht.
Im Kern soll die Nachweisbarkeit erbracht werden, den Placeboeffekt in größerem Ausmaß zu beweisen.
Leider unterliegt die Studie der Verschwiegenheit und weitere Informationen erhalten sie in einem persönlichen Vorgespräch.
Auftraggeber der Untersuchung: Deutsche Vereinigung für alternative Epigenetik
Hört sich geheimnisvoll an, und ehe ich es mir versah, klickte ich den Antwortbutton.
Ich füllte das Kontaktformular aus und sollte auch eine Frage beantworten.
"Was würden sie an sich verändern wenn sie alle Wünsche offen hätten"
Das ist einfach lächelte ich. "Eine Frau sein" schrieb ich in das Feld. Ist doch egal, wenn das nichts wird, mir ist ja nur langweilig.
Ja, so was mach ich schon immer gerne. Andere würden mich auch als Troll betiteln. Aber unterbewusst weiß ich ja woher das kommt.
Als ich schon von Kind an bemerkte das etwas nicht mit mir stimmt und ich immer Schwierigkeiten hatte mich unter Schulfreunden und Klassenkameraden einzuordnen. In der Pubertät total enttäuscht war das mir ein Bart statt Brüste wuchs. Außer mir weiß es niemand, noch nicht mal meine Mutter. Nein, das wäre zu viel für sie. Zumal ich neben meiner beiden Schwestern ihr einziger Junge bin und sie immer so stolz auf mich war. Natürlich auch noch ist.
Und schon bemerkte ich den gedanklichen Konflikt! Was wenn ich als Freiwilliger in Frage komme und das Experiment gelingt......Egal, ich drückte auf Absenden.
Es dauerte keine zwei Stunden und ich hatte von der Charite' Berlin, Abteilung für humanistische Genetik eine Email im Postfach.
Guten Tag Herr Degener,
vielen Dank für Ihr Interesse an unserer Studie. In den Anhang beigefügt finden Sie einen formellen Fragebogen. Senden Sie uns diesen bitte ausgefüllt zurück.
Nach dem Auswerten der Angaben werden wir uns wieder mit Ihnen in Verbindung setzen um einen Termin für ein persönliches Gespräch zu vereinbaren, hier in Berlin.
Die Fahrtkosten sowie den Zeitaufwand bekommen Sie von uns natürlich ersetzt.
Für weitere Fragen steht Ihnen auch unsere Information telefonisch zur Verfügung.(Siehe Footer)
Mit freundlichen Grüßen
Ich öffnete den Fragebogen und begann ihn auszufüllen. Herrje, die wollen ja alles wissen. Von meinen körperlichen Dimensionen bis hin zu traumatischen Erlebnissen, welche ich im Laufe des Lebens gehabt haben könnte.
Vier Seiten mit Fragen über Fragen. Meine Blutgruppe? Keine Ahnung. Das ließ ich erst mal aus.
So nach und nach dämmerte mir was ich da angestoßen habe.
Soll ich das wirklich tun? Ich hab nichts zu verlieren dachte ich mir und füllte weiter aus.
"¦.zur Zeit ausführende Tätigkeit....Schulbildung.....
Lebenslauf......Beziehungsstatus.
Ok, wirklich alles.
Irgendwas in mir veranlasste mich, den Fragebogen mit allergrößter Sorgfalt auszufüllen. Den Spaß welchen ich Anfangs noch empfand, konnte ich nicht mehr fühlen. Ich bemerkte das es mir sehr ernst plötzlich war und ich mich interessant fühlte.
Vor dem Zurücksenden las ich den Bogen nochmal quer und versendete ihn. "Da bin ich mal gespannt".
Im nach hinein machte ich mir noch Sorgen ob die wohl meine Angaben und Daten für andere Zwecke noch verwenden. "Ich bin ja so dämlich" stieß ich laut aus. Daran hatte ich gar nicht gedacht. Wenn das nur ein Fake war?
Mir war heiß und kalt zugleich. Sofort setzte ich mich an den Rechner und recherchierte ob es diese Epigenetik-dingens wirklich gab. Zu meiner Beruhigung, ja. Ich konnte ebenfalls auf der Seite eine Ausschreibung zu dem Experiment finden. "Puh, nächstes Mal aufmerksamer sein Jonas" sagte ich mir.
"Jonas — aufwachen, wo bist Du wieder?" fragte mich meine Mutter mit suchendem Blick und winkender Hand.
Meine Mutter und ich saßen in einem Cafe in der Innenstadt. Seit dem Absenden des Fragebogens sind mittlerweile zwei Tage vergangen. Wir waren heute sowieso verabredet. Sie wollte für Papa ein Geschenk zum 61. Geburtstag kaufen. Natürlich irgendetwas für seine Modelleisenbahn. Mein Vater ist leidenschaftlicher Modelleisenbahnbauer. Seit seiner Frührente verbringt er eigentlich jede freie Minute im Keller. In dem Raum sieht es wirklich aus wie in einer Mikrostadt. Ein Mikrokosmos sozusagen.
"Sorry Mum, musste grade an was wichtiges denken, was ist denn?" fragte ich sie. "Wollen wir nun los Jonas, wir sind spät dran".
Ich stimmte zu, trank meinen letzten Schluck Kaffee aus und wir gingen los.
Eine viertel Stunde vor Ladenschluss erreichten wir den Modellbauladen.
"Guten Tag, was kann ich für Sie tun?" begrüßte man uns freundlich.
"Ich wollte die Lokomotive für Degener abholen" erklärte meine Mum.
"Ja, sicher. Die ist hier. Einen Moment Frau Degener". Ganz vorsichtig und geduldig kramte der Mitarbeiter die bestellte Lokomotive aus einer Schublade eines schier endlos langen Vitrinenschrankes.
In den Vitrinen darüber standen alle mir bekannten Schienenfahrzeuge in Kleinformat. Ich dachte mir nur, wie einerseits langweilig das wohl ist und erkannte aber auch die Kunst an der Detailtreue.
"Komm Jonas, wir sind soweit" stupste mich meine Mutter an und forderte mich zum Gehen auf.
Sie wusste das ich die Leidenschaft von meinem Vater nicht teile.
Nachdem wir zuhause angekommen waren, ging ich in meine Wohnung hoch und machte mir eine Cola auf. Es war doch etwas wärmer geworden, ganz entgegen dem Wetterbericht. Aber ja, das Wetter.
Noch immer über den Tag nachdenkend machte ich meinen Computer an und holte Emails ab.
Tatsache, eine Antwort aus Berlin .
Sehr geehrter Herr Degener,
vielen Dank für den Fragebogen. Wir haben diesen nun im Team ausgewertet und möchten Sie gerne zu einem persönlichen Gespräch nach Berlin einladen.
Im Anhang finden Sie eine Liste mit möglichen Terminen. Bitte senden Sie uns Ihren Wunschtermin zu. Wir werden uns dann zur Bestätigung wieder bei Ihnen melden.
Mit freundlichen Grüßen
Nervös öffnete ich die Exeltabelle mit den Terminvorschlägen. 21.05......23.05.....02.06.....
Ah, 02.06. Das ist ein Samstag. Den nehme ich.
Ich schickte den Terminwunsch zurück nach Berlin und lehnte mich in Gedanken versunken in meinen Stuhl zurück.
Mir war etwas dämmerig und ich legte meine Hände in den Schoß. Dabei viel mir auf das ich immer wie ein Mädchen am Rechner sitze. Ich mußte über mich selbst grinsen. Aber da war es wieder, das Gefühl.
Es kommt immer plötzlich und heftig. Und je länger ich es durch den Alltag unterdrücken muss, um so stärker trifft es wieder ein.
Ich konnte gar nicht anders. Ich stand auf und ging in mein Schlafzimmer. Ich öffnete den Schrank und holte einen Pappkarton raus.
Darin befand sich alles was mir weiblich war. Meine schönen Schuhe, weiße Chucks, meine Röcke und Tops. Auch meine Unterwäsche und Silikoneinsätze.
Langsam und genußvoll zog ich mich aus und ging ins Bad. Stellte die Dusche an und versah meinen Rasierer mit einer neuen Klinge.
Aus dem Unterschrank wühlte ich ganz hinten das Strawberry-Duschgel, mit Peeling hervor. Damit bewaffnet stellte ich mich unter die warme und wohltuende Brause. Ich bekam Gänsehaut, da meine Haut garnicht so schnell von Kalt auf Warm umstellen konnte. Nachdem sie nachgelassen hatte, begann ich mich zu rasieren. Meine Beine, meine Arme und auch die drei Haare auf der Brust. Mehr waren es nicht. Mein Haarwuchs ist sowieso nicht spektakulär. Als letztes rasierte ich den Schritt. Vorne wie hinten.
Ich strich über die glatte, nasse Haut und es fühlte sich einfach so unfassbar gut an. Nach einer Weile bemerkte ich wie sich langsam etwas regte. "Ja, das gefällt Dir" flüsterte ich zu ihm.
Dabei beließ ich es und seifte mich mit dem Fruchtpeeling ein und wusch mich gründlich ab.
Nach dem Abtrocknen ging ich zurück ins Schlafzimmer und machte meine Füße hübsch. Die Nägel zurechtfeilen, meine Prophylaxemittel gegen Nagelpilz aufbringen und die Hornhäute abraspeln.
Danach aufzustehen und ein paar Schritte zu gehen fühlt sich dann immer an als wenn man auf Wolken geht. Herrlich.
So verliebt in die Situation und der Freude darüber das es wieder einmal so ist, begann ich mich anzuziehen. Meinen Slip, den BH und die Einlagen. Danach einen süßen Karo-rock und ein schwarzes Top.
Als ich mich so im Spiegel betrachtete, fehlte mir aber irgendwas. "Klar, die Stümpfe".
Sachte zog ich meine Strümpfe über die Beine. Der Bund endet ganz knapp am Schritt. Das mag ich besonders gerne. Es schließt so schon mit der Spitze des Slip ab. Und außerdem sind sie so nicht so schnell zu sehen, wenn der Rock beim Sitzen mal nach oben rutscht.Was in meinem Fall aber eh egal ist, wer sollte es schon sehen?
Trotzdem mache ich mir eben über so etwas Gedanken. Dann noch meine Schuhe und die Perücke.
Ich ging zum Spiegel und betrachtete mich. Und dann folgte was eigentlich immer folgt. Ich mußte weinen. Ich legte mich in mein Bett so wie ich war und weinte in mein Kopfkissen. Ich war so hübsch als Frau, ich sah plötzlich was ich fühle. Die Bestätigung dessen was ich im inneren Spiegel immer sehe. Es dauerte vielleicht eine halbe Stunde, ich weiß es nicht mehr genau. Wenn mich meine Emotionen überkommen lebe ich irgendwo zwischen Raum und Zeit.
Ich war wohl eingeschlafen. Jedenfalls war es schon sehr dämmerich draussen und ich konnte Grillgeruch durch das gekippte Fenster wahrnehmen.
"Fuuuuck — das Grillen" rief ich laut aus und sprang aus dem Bett.
Wie von der Tarantel gestochen zog ich mich aus und packte meine Sachen in den Pappkarton.
Schnell zog ich mir ein blaues T-shirt über und eine Cargohose. Im Bad noch etwas Gel in die Haare, alles zurecht gestylt und meine Schuhe an. Ein flüchtiger Blick in meine Augen verrät zwar den kurzen Schlaf, nicht aber die Tränen. Puhh, ab nach unten.
"Jonas, wo bleibst Du denn Herrgott" schimpfte mein Vater mit mir. "Ja sorry, bin wohl eingeschlafen. Ist ja schließlich Urlaub"
"Ausserdem bin ich noch ganz krogge von......" Wie aus Reflex hielt ich mir die Hand vor den Mund und drehte mich in Richtung meiner Mutter. An ihrem Blick konnte ich kurz Entsetzen sehen.
Natürlich wußte mein Dad nicht wo wir heute waren.
"Junge, nimm Dir einen Teller, Dein Schaschlikspieß ist gleich soweit" komantierte mein Vater ohne zu hinterfragen was ich eigentlich sagen wollte. Wenn er am Grill steht, ist es fast wie wenn er im Keller bei seiner Bahn ist und Schaffner spielt. Nur partiell aufnahmebereit.
Julia und Barbara saßen schon zu Tisch und machten sich über den Salat her. Beide mit ihrem Smartphone hantierend. "Bitte, legt die Dinger jetzt doch mal weg. Die Welt wird schon nicht gleich untergehen" Bat meine Mutter meine beiden Schwestern.
Sie sind beide jünger als ich. Julia ein Jahr und Barbara zweieinhalb.
"ja ok," kam simultan von beiden. Zögerlich und mit gelangweiltem Blick gaben sie der Bitte meiner Mutter nach.
" wie lange hast Du noch Urlaub Jonas?" fragte mein Dad. " die nächsten zwei Wochen noch, wieso?"
"Naja, Du sitzt ja immer nur in der Bude oben und machst sonst nicht viel. Willst Du nicht mal ausgehen oder ein paar Tage wegfahren? Deinen Urlaub genießen?"
"Ja, ich habe mir überlegt vielleicht nächste Woche nach Berlin zu fahren." verriet ich mit dem Gefühl von Neugierde wie wohl die Reaktion gleich ausfallen wird.
"Berlin? Da waren wir lange nicht. Stimmts Renate?" Mein Vater lächelte meine Mum an als wenn er ihr damit einen Hinweis auf eine besondere Erinnerung geben möchte.
"Herrje, das ist ja mindestens 30 Jahre her, Paul. Kannst Du dich noch erinnern als wir den letzten Zug verpassten und wir uns die halbe Nacht am Bahnhof Zoo um die Ohren geschlagen haben?"
" Hehe, ja sicher. Ein Abenteuer. Heute würde ich das nicht mehr machen" bestätigte mein Dad.
"Was willst Du in Berlin Jonas? Willst Du alleine dahin?" fragt Julia neugierig.
"Klar, einfach mal Großstadtluft schnuppern. Und alleine, weil sonst keiner Zeit hat mit zu kommen." Lügte ich bewußt um zu verhindern das mir eine Begleitung angedreht wird.
"Ich finde es eine gute Idee Jonas, mach ruhig was für Dich. Seit Laura weg ist bist Du gar nicht mehr Du selbst. Du solltest raus" stellte meine Mum fest.
"Peng — Volltreffer" sagte ich mir leise.
"Renate, lass den Jungen jetzt. War schwer genug für ihn" frotzelte mein Vater. "Komm lieber her und hol Dir deine Tofuwurst, die ist fertig" schlug er noch vor.
"Na wenn ihr wüsstet, weswegen Berlin wirklich ansteht". Dachte ich mir und konnte mir das lachen grade so verkneifen.
Die darauffolgenden Tage machte ich mir ziemlich wirre Gedanken und versuchte ein klares Bild von der gesamten Situation zu bekommen. Es war klar, ich war im falschen Körper gefangen und hatte keine Chance auszubrechen. Selbst wenn ich im Spiegel so selten mein annäherndes Ich betrachte, scheint es nahe an dem was ich wirklich bin. Aber richtig ist es trotzdem nicht. Was sage ich meinen Eltern, meinen Schwestern und übrigen Verwandten? Meinem Arbeitgeber? Bei dem Gedanken wurde mir ganz schwindelig. Ich beschloss nicht weiter darüber nachzudenken und erst weiter zu denken wenn ich in Berlin war um zu hören um was es eigentlich geht.
Nachdem aus Berlin die Terminbestätigung und die einzelnen Informationen kamen, buchte ich ein Zugticket und bereitete alles vor. Ich packte meine Tasche und konnte die Nacht vor der Abfahrt nicht wirklich gut schlafen. Ich war zu aufgeregt und zerrissen.
Ich blickte ziellos aus dem Fenster des Zuges. Das war meine Entscheidung, nach Berlin zu fahren und das mit zu machen.
Ich reflektierte die ganze Geschichte von Anfang an. Echt lustig, dachte ich mir, aus Langeweile an einer Ausschreibung teilnehmen mit ungewissen Ausgang. Ich wußte ja immer noch nicht um was es eigentlich geht. Klar, ich hatte die Frage mit "Frausein" beantwortet. Und ich weiß es geht um den Placeboeffekt.
Placeboeffekt, was steckt da eigentlich hinter? Ich kenne ihn nur in Zusammenhang mit Medikamenten. Da hatte ich mal eine Reportage drüber gesehen wo ein Professor bestätigen wollte das dreiviertel aller Antidepressiva ohne wirklichen Wirkstoff sind und den Patienten aber trotzdem helfen. Was im Umkehrschluß ja hiese, das sich die Pharmaindustrie ne goldene Nase mit Traubenzuckertabletten verdient.
Ich wurde aus den Gedanken gerissen "Sehr geehrte Fahrgäste, wir erreichen in Kürze den Hauptbahnhof Berlin. Dieser Zug endet dort. Ihre Anschlußmöglichkeiten sind......"
Ich richtete mich auf und packte mein Smartphone sowie die Kopfhörer in die Tasche. In der Tasche befanden sich nur Sachen zum Wechseln und mein Kulturbeutel. Ich werde ja nur eine Nacht bleiben. Oder nicht?
Als der Zug hielt ging ich ganz nach meinem ausgedruckten "Routenplaner" Richtung Ubahn.
Es war dort furchtbar voll, trotz dem das es Wochenende ist. Oder trotz dessen? Ja Berlin, ich kenne mich in Großstädten nicht aus. Keine Ahnung wie dort das Leben tickt. Ausser den Informationen aus dem Fernsehen. Und sogleich begriff ich wie gefiltert solche Informationen sind. Ich fühlte es alles anders hier. Die Leute sind so bunt und vielschichtig. Sie sind so krass mit sich selbst beschäftigt und laufen wie Zombies aneinander vorbei ohne sich zu bemerken. Aber auch Ausnahmen bestätigen die Regel als mich ein Punk anstubst. "Ey, haste mal n'bisschen Kohle für watt zu kauen?"
Ich sah ihn erschrocken an und wußte erst nicht ob ich wegrennen oder schreien sollte. Aber er lächelte mich einfach an und schwankte nervös hin und her.
Irgendwie tat er mir Leid und in Bruchteilen von Sekunden schossen Fragen durch meinen Kopf. Wie er wohl aufgewachsen ist und warum er so geworden ist wie nun vor mir stand. Nervös wühlte ich in meiner Tasche und kramte ein Zweieurostück hervor. Das drückte ich ihm in die schmutzige Hand. Seine Hände sahen wirklich gruselig aus. Ich hab die Vorstellung lieber unterdrückt was er in den letzten zwölf Stunden in den Fingern hatte ohne sie sich zu waschen.
"Ey, danke. Du bist korrekt" kam von ihm mit einem breiten Grinsen während er mir auf die Schulter schlug. Für mich fühlte es sich an als wenn sich ein Elefant auf mir abstützt. "Gerne" gab ich zurück und verschwand so schnell ich konnte in der Menschenmasse.
Nachdem ich mich dreimal verfahren hatte und die Zeit drückte beschloss ich in ein Taxi zu steigen.
"Zur Charite' Mitte bitte" gab ich dem Fahrer an.
Ohne eine konkrete Bestätigung fuhr er los. Sein Radio dudelte ganz leise orientalischen Hiphop und er klopfte mit den Fingern auf das Lenkrad zum Takt. Der Verkehr auf den Straßen war nicht viel weniger als die Menschenmassen im Bahnhof. Leicht überfordert ob der Eindrücke versuchte ich meine Gedanken zu sortieren.
"Macht dann 21,50" informierte mich der Fahrer als er am Taxistand der Charite'zu Stehen kam.
Ich drückte ihm 22 in die Hand und meinte es stimmt so. Ich nahm meine Tasche und hatte kaum die Türe zu, da war er schon am losfahren.
Ich hatte noch etwas Zeit und beschloss mir eine ruhige Ecke zu suchen um von dem ganzen Stress erst mal ein wenig runter zu kommen.
Fünfzehn Minuten vor Termin ging ich zur Information. "Guten Tag, ich habe um 16.00h einen Termin bei Professor Klemm."
"Ihr Name?" fragte die freundliche Dame. "Jonas Degener" gab ich zur Antwort.
Die Dame suchte gezielt in ihrem Computer. "Ahja, Herr Degener, da habe ich sie"
" Gehen Sie bitte die Halle entlang bis zu den Aufzügen und fahren Sie dann in das zweite Untergeschoss. Dort folgen sie den Hinweistafeln für Station 341. Ganz am Ende befindet sich eine Türe. Dort dürfen Sie einmal klingeln und es wird Ihnen geöffnet. Ich sage dort schonmal bescheid"
Mit einem freundlichen "Danke sehr" bedankte ich mich bei der Dame und folgte zielstrebig ihrer Beschreibung.
Die Türen vom Lift schlossen sich und ich war alleine in dem Fahrstuhl. Im zweiten Untergeschoss hielt er an und ich folgte den Wegweisern für Station341.
An der Türe angekommen klingelte ich einmal. Ich bemerkte die Kamera an dem Klingelschild. Es dauerte nicht lange und eine blonde Frau in Kittel öffnete. " Hallo Herr Degener, schön das Sie hier sind, hatten Sie eine gute Anreise?"
" Ja, sehr angenehm" dankte ich. "Wir gehen nun für das Erstgespräch in das Sprechzimmer von Prof. Klemm".
Mitten im Satz lief sie los, den Flur abwärts. Ich folgte ihr und dachte nur, ob sich hier alle nicht mit Namen vorstellen. Scheint in Großstädten nicht so eng gesehen zu werden, bestätigte ich meine Vermutung.
"Prof. Klemm ist noch in einer Sitzung und wird aber gleich bei Ihnen sein Herr Degener. Nehmen Sie bitte hier schon einmal Platz und haben Sie einen Moment Geduld." Sie verwies mich auf einen Stuhl vor einem Zimmer mit Doppeltüre.
Ich nahm Platz und stellte die Tasche auf den Stuhl neben mir. Die blonde Frau eilte während dessen weiter den Flur hinab und verschwand in eine der vielen Türen.
Nun war ich etwas aufgeregt. Der Flur machte mir Angst. Er wirkte so futuristisch, die Wandfarbe, die indirekte Beleuchtung und die Geräusche aus den anderen Zimmern, welche ich überhaupt nicht zuordnen konnte. Die Ziffern auf der Digitaluhr an der Wand schienen sich im Ruhemodus zu befinden. Gedanken tobten durch meinen Kopf. Ich dachte sogar daran aufzustehen und wieder zu gehen.Aber meine Gedankenstürme nahmen ein jähes Ende als ein Mann in weisem Kittel auf mich zukam. Hinter ihm bewegten sich noch zwei weitere Personen in die gleiche Richtung.
Mit freundlichen Blick und einer Mischung aus Neugierde und Professionalität blickte er mich an und streckte mir seine Hand entgegen. "Herr Degener, herzlich willkommen in unserer Abteilung für humanistische Genetik hier in der Charite' Berlin. Mein Name ist Professor Klemm und das sind meine Kollegen Herr Prof. Schick und Frau Dr. Kirsch."
"Hallo". Mehr kriegte ich nicht raus im Moment. "Hatten Sie eine angenehme Anreise Herr Degener?" Fragte der Prof.
"Ja, ich bin zufrieden" etwas dämlicheres hätte mir wohl nicht einfallen können, dachte ich im selben Moment.
"Nun, dann wollen wir mal" Mit einer Geste lud mich der Prof in das Zimmer ein und ich folgte seiner Aufforderung.
Das Zimmer war eingerichtet wie ein typisches Sprechzimmer bei einem Arzt. Allerdings war es sehr modern und eher kalt vom Stil. An der Wand standen große Bücherregale und ein Sideboard mit Genmodellen. Insgesamt aber nicht voll gestellt. Der Professor verwies auf den Besprechungstisch in der Mitte des Raumes und seine Kollegen nahmen Platz. "Bitte Herr Degener, nehmen Sie gerne Platz" begrüßte mich der Prof.
"Möchten Sie gerne etwas trinken, ein Glas Wasser oder Kaffee?"
"Ein Wasser vielleicht", bat ich als ich mich setzte und feststellte das diese kalt wirkenden Stühle furchtbar bequem sind, ja sogar unfassbar bequem.
Als ich das Wasser hatte und alle sich eingerichtet hatten erhob der Professor das Wort. "Nun Herr Degener, Sie haben ja auf unsere Ausschreibung reagiert und sind für uns in Frage gekommen. Können Sie sich vorstellen um was es im Einzelnen geht?" eröffnete der Professor das Gespräch.
Natürlich hat es was mit Transidentität zu tun, stand ja schon in der Anzeige dachte ich mir. Aber ehe ich antworten konnte erklärte der Prof.: " Herr Degener, wir haben in dieser Studie etwas ganz einzigartiges für Sie vorliegen. Wie Sie sicher wissen bewegen wir uns hier in dieser Abteilung auf dem Niveau der Gentechnik oder besser Epigenetik.
Das bedeutet im Einzelnen, das wir den Forschungsweg verfolgen, verschiedene Zelltypen unabhängig von einander in ihrer Erbinformation durch gezieltes Ansprechen mittels schwingungsmechanischer Penetration, zu modulieren.
Die Grundidee ist nicht neu. Aus der alternativen Medizin ist bekannt das der Glaube an Gesundheit heilt. Da wir in der Schulmedizin mittlerweile nicht mehr davor weglaufen können, es schon gar nicht mehr weg argumentieren, das sich Tumore quasi in Luft auflösen oder Erbkrankheiten zwar ausbrechen, die Symptome aber in den Bereich zurücktreten, welchen wir als geheilten Zustand betrachten, wurde diese Forschungseinrichtung gegründet um dem Phänomen auf die Schliche zu kommen.
Wir forschen hier nun schon seit fünfzehn Jahren im Verborgenen und sind bisweilen nicht an die Öffentlichkeit gegangen.
Diesen Schritt behalten wir uns vor bis wir nachweisbare Ergebnisse präsentieren können. Und da kommen Sie ins Spiel, Herr Degener."
Ich saß auf meinem Stuhl und ließ den Monolog des Professor sacken. Die Frage welche ich mir stellte, das ich doch gesund bin, abgesehen von dem Umstand das mein Körper eben nicht weiblich ist, sondern männlich.
"Haben Sie dazu eine Frage oder möchten Sie tiefer in die Materie eintauchen, Herr Degener?" Fragte mich Dr. Kirsch.
"Ähm, ja.....schon....ich bin ja aber gar nicht krank" stellte ich fest.
"Nein , das sind sie nicht, Herr Degener" kam nun von Prof. Schick. " Sie befinden sich nur in einem, wir nennen es Quantumsirrtum, ein Zustand welche Ihre DNA auf männliche Erbinformationen gestaltet hat, statt der notwendig weiblichen um sich richtig zu fühlen.
Und genau da liegt das Paradoxon. Ihre innere Energie, auch die Schwingungen ihrer Zellen sowie die Herzkohärenz sollte in den nachfolgenden Tests deutlich beweisen das sie mit ihrem Zustand richtig liegen." erklärt Prof. Schick einleuchtend. "Dies passiert bei der eigentlichen Befruchtung der Eizelle. Sie müssen sich vorstellen, das die weiblich veranlagte Eizelle mit einem Spermium befruchtet wird wessen Genom zu einem männlichen Erbgutbild neigt, vereinfacht dargestellt."
"Aber um an diesen Punkt weiter zu gehen müssen Sie uns eine Verschwiegenheitsklausel unterzeichnen, welche nach Unterschrift rechtskräftig ist" betont Prof Klemm und zeitgleich schob er mir ein Formblatt zu welches ich unterzeichnen sollte.
Ich überflog es und bemerkte den Fehler. Nein nicht nochmal. Ich laß nochmal langsamer und Wort für Wort. Aber im Grunde konnte ich nichts entdecken was mein späteres Leben beeinflussen sollte. Nur eben das ich über folgenden Lauf in dieser Abteilung die Klappe halten muss.
Ich unterzeichnete und gab es dem Professor zurück.
"Gut, dann fangen wir an"
" Im Vorfeld sind einige Untersuchungen notwendig, sie haben ja ihre Blutgruppe nicht angegeben in dem Fragebogen. Also werden wir sowieso Blut abnehmen. Dazu werden wir Ihre Hormonwerte prüfen und eine Knochenmarkspunktion durchführen. Dazu ist eine lokale Anästhesie notwendig, weswegen Sie die Nacht hier auf unserer Station bleiben werden. Leider ist die Punktierung notwendig um Ihnen Stammzellen zu entnehmen welche wir dann decodieren um Ihre DNA zu analysieren."
Ich saß da und eigentlich wunderte ich mich nicht sonderlich. Noch im Zug dachte ich darüber nach, das ich ja bestimmt nicht zum Fußball gucken in ein Krankenhaus fahre. Also, alles gut dachte ich mir. Und interessant sowieso mehr über mich herauszufinden.Doch eine Frage drehte sich in meinem Kopf.
"Herr Professor, was ist denn eigentlich nun das Experiment an dieser Studie?" fragte ich aufgeregt.
"Schön das Sie das fragen. Nach der Genanlyse berechnen wir ihren Schwingungstypus und die Eigenresonanz ihrer Stammzellen. Wir können also durch die kontinuierliche Penetration ihrer Zellen, ihren eigentlichen Ursprungszustand wieder herstellen. Und zwar perfekt zu dem Urtypus, den Ihre Herzkohärenz schwingt. Ihre DNA wird sozusagen rückwirkend korrigiert"
Ich staunte mit großen Augen und stotterte" Sie können mir meinem weiblichen Körper zurückgeben?"
Ein Moment lang war Stille am Tisch.
"Das haben wir nicht behauptet Herr Degener" bremste mich der Professor aus."Aber wir sind zuversichtlich das wir Ihren Körper in eine Metamorphose schicken können. Das wird nach unseren jüngsten praktischen Versuchen der Fall sein. Wie weit es geht, können wir erst vorausberechnen wenn wir die Daten Ihrer Werte auf dem Tisch liegen haben."
"Die Frage ist nun also, möchten Sie den Quantumsirrtum beheben, Herr Degener" Die drei Wissenschaftler sahen mich mit ernstem aber nicht aufdringlichen Blick an und warteten auf meine Antwort.
"Bevor ich Einwillige hätte ich aber noch ein paar Fragen" wich ich aus.
"Ja, sicher. Dafür sind wir ja da" entgegnete Dr. Kirsch empathisch. In Dr. Kirsch's Augen könnte Jonas versinken. Genau die braune Augenfarbe welche er als überaus attraktiv beurteilte.
"Meine Frage wäre, ob da irgendwelche Risiken für mich bestehen. Kann es theoretisch auch zu Mutationen oder so was kommen? Ich möchte nicht entstellt werden wissen Sie? Und wie sieht die Metamorphose im Einzelnen aus? Was passiert dann mit mir und vor allem wie schnell?" Fragte Jonas sichtlich aufgeregt.
" Wie schon gesagt, der erste Schritt ist die Analyse welche mit den empfindlichsten Messeinrichtungen durchgeführt wird welche der medizinische Sektor im Moment zu bieten hat. Weiter werden wir Ihnen kleine Implantate in die Ohren setzen. Stellen Sie sich das bitte so vor, als würden Sie versteckte Hörgeräte tragen. Diese werden außen, hinter dem Ohr platziert solange bis die Metamorphose abgeschlossen ist. Diese Implantate senden kontinuierlich gewandelte Frequenzen an Ihr Trommelfell. Dieses leitet die Signale weiter und in das Gehirn. Ihr Stammhirn wird dadurch angesprochen und beginnt Verbindungen zu produzieren welche über das Nervensystem und den Blutkreislauf in Ihre Zellen gelangt. Dort passiert dann der eigentliche Prozess. Die DNA wird mit Ihrer Eigenschwingung sychronisiert. Wir haben in Forschungsergebnissen herausgefunden, das bei Menschen wie Ihnen die weiblichen Erbinformationen nahezu vollständig im genetischen Code hinterlegt sind. Diese werden aktiviert.
Es kommt zu einer Erneuerung Ihrer Erbgutinformation. Die Metamorphose dauert solange an, bis sich alle Zellen in Ihrem Körper nach der korrigierten DNA, erneuert haben.
Im Idealfall passiert äußerlich folgendes: Ihr Skelettbau passt sich an, Die Haut, die sekundären und die primären Geschlechtsorgane sowie der Hormonhaushalt und daraus resultierenden Eigenschaften einer Frau.
Auf Grund der korrigierten DNA bemerkt Ihr Körper den Irrtum und beginnt von selbst mit der Korrektur, welche innerhalb von drei Jahren vollständig abgeschlossen sein sollte. Gefühlstechnisch werden Sie eine zweite Kindheit im Eildurchlauf erleben. Natürlich kann es auch zu Symptomen kommen wie etwa Wachstumsschmerzen oder Gefühlsschwankungen. In dieser Situation werden Sie aber in Anleitung von uns über Ihren Hausarzt betreut. Und bis zur vollständigen Umwandlung müssen Sie auf Geschlechtsverkehr verzichten. Orgasmusfähig bleiben Sie aber innerhalb der Zeit.
Bei Mäusen und Ratten gibt es ebenfalls ein ähnliches Vorkommen, wie in der menschlichen Natur in Bezug auf Transidentität. Bei den männlichen Versuchstieren schrumpfte innerhalb der Umstellung der Penis zurück und die Hoden wurden zurückgebildet. Die inneren Geschlechtsorgane wandelten sich in einen weiblichen Uterus. Nach der Umstellung war das "Männchen" gebärfähig und wies ausschließlich weibliche Parameter in den Blut und Hormonwerten aus. Also ist das Resultat, ein echtes und bis auf die DNA gewandeltes Weibchen.
Und deswegen beruht die Studie auf dem Placeboeffekt, denn wie das Einspielen einer ausgesuchten Frequenz den Körper verändert, gleicht dem Bild das ebenfalls Gedanken heilen können. Denn nichts anderes machen wir. Über das Trommelfell indirekte Gedanken implizieren."
Ich saß auf meinem Stuhl und bemerkte wie sich mein Hals zuschnürte und Tränen in die Augen bekam. Sollte es wirklich so einfach ein?
Trans-Z
Es war ein Dienstag und ich saß wieder an meinem Computer, während ich gelangweilt und nachdenklich aus dem Fenster blickte.
Das Wetter war für den Mai einfach zu kühl. Es machte mir keinen Spaß raus zu gehen oder doch dem Wunsch meiner Mutter nach zu kommen, einmal wieder in die Stadt mit ihr zu fahren.
Was sollte ich dort auch? Sie würde alle Boutiquen durchkämmen während ich neidisch daneben stehen darf.
Frustrierend, allemal. Ich beschloss in die Küche zu gehen um mir noch einen Kaffee zu machen. Leise hörte ich im Radio die Wettervorhersage und stieß leise aus: Toll, wird nicht besser....
...und das in meinem Urlaub. Es war ja nicht genug das meine Freundin vor vier Wochen die Beziehung beendete. Es war wohl nicht schlau Urlaub zu nehmen, Ablenkung und Verdrängung ist doch des Menschen stärkste Eigenschaft, grummelte ich vor mir her.
Nicht wissend was ich mit meiner Zeit nun heute anfangen soll, surfte ich im Internet. Ich öffnete das städtische Anzeigenportal. In Gedanken überflog ich die Rubriken.
"Freizeit am See.....Schachspieler gesucht.....Bist Du auch alleine?......60 sucht 60....."
Der gleiche Krams wie jeden Tag,dachte ich mir.
"Seniorengruppe sucht Verstärkung.....Verändere Dich ganz und gar.......Tischtennis......Moment, Verändere Dich ganz und gar?
Das hat mein mittelmäßiges Interesse geweckt. Ich klicke die Rubrik auf.
Verändere Dein Selbst, Deinen Körper ganz und gar. Diese Ausschreibung richtet sich ausschließlich an transidente Mitmenschen, welche ihre Transition noch nicht begonnen haben.
Zu einer tiefer gehenden, wissenschaftlichen Studie werden Freiwillige gesucht.
Im Kern soll die Nachweisbarkeit erbracht werden, den Placeboeffekt in größerem Ausmaß zu beweisen.
Leider unterliegt die Studie der Verschwiegenheit und weitere Informationen erhalten sie in einem persönlichen Vorgespräch.
Auftraggeber der Untersuchung: Deutsche Vereinigung für alternative Epigenetik
Hört sich geheimnisvoll an, und ehe ich es mir versah, klickte ich den Antwortbutton.
Ich füllte das Kontaktformular aus und sollte auch eine Frage beantworten.
"Was würden sie an sich verändern wenn sie alle Wünsche offen hätten"
Das ist einfach lächelte ich. "Eine Frau sein" schrieb ich in das Feld. Ist doch egal, wenn das nichts wird, mir ist ja nur langweilig.
Ja, so was mach ich schon immer gerne. Andere würden mich auch als Troll betiteln. Aber unterbewusst weiß ich ja woher das kommt.
Als ich schon von Kind an bemerkte das etwas nicht mit mir stimmt und ich immer Schwierigkeiten hatte mich unter Schulfreunden und Klassenkameraden einzuordnen. In der Pubertät total enttäuscht war das mir ein Bart statt Brüste wuchs. Außer mir weiß es niemand, noch nicht mal meine Mutter. Nein, das wäre zu viel für sie. Zumal ich neben meiner beiden Schwestern ihr einziger Junge bin und sie immer so stolz auf mich war. Natürlich auch noch ist.
Und schon bemerkte ich den gedanklichen Konflikt! Was wenn ich als Freiwilliger in Frage komme und das Experiment gelingt......Egal, ich drückte auf Absenden.
Es dauerte keine zwei Stunden und ich hatte von der Charite' Berlin, Abteilung für humanistische Genetik eine Email im Postfach.
Guten Tag Herr Degener,
vielen Dank für Ihr Interesse an unserer Studie. In den Anhang beigefügt finden Sie einen formellen Fragebogen. Senden Sie uns diesen bitte ausgefüllt zurück.
Nach dem Auswerten der Angaben werden wir uns wieder mit Ihnen in Verbindung setzen um einen Termin für ein persönliches Gespräch zu vereinbaren, hier in Berlin.
Die Fahrtkosten sowie den Zeitaufwand bekommen Sie von uns natürlich ersetzt.
Für weitere Fragen steht Ihnen auch unsere Information telefonisch zur Verfügung.(Siehe Footer)
Mit freundlichen Grüßen
Ich öffnete den Fragebogen und begann ihn auszufüllen. Herrje, die wollen ja alles wissen. Von meinen körperlichen Dimensionen bis hin zu traumatischen Erlebnissen, welche ich im Laufe des Lebens gehabt haben könnte.
Vier Seiten mit Fragen über Fragen. Meine Blutgruppe? Keine Ahnung. Das ließ ich erst mal aus.
So nach und nach dämmerte mir was ich da angestoßen habe.
Soll ich das wirklich tun? Ich hab nichts zu verlieren dachte ich mir und füllte weiter aus.
"¦.zur Zeit ausführende Tätigkeit....Schulbildung.....
Lebenslauf......Beziehungsstatus.
Ok, wirklich alles.
Irgendwas in mir veranlasste mich, den Fragebogen mit allergrößter Sorgfalt auszufüllen. Den Spaß welchen ich Anfangs noch empfand, konnte ich nicht mehr fühlen. Ich bemerkte das es mir sehr ernst plötzlich war und ich mich interessant fühlte.
Vor dem Zurücksenden las ich den Bogen nochmal quer und versendete ihn. "Da bin ich mal gespannt".
Im nach hinein machte ich mir noch Sorgen ob die wohl meine Angaben und Daten für andere Zwecke noch verwenden. "Ich bin ja so dämlich" stieß ich laut aus. Daran hatte ich gar nicht gedacht. Wenn das nur ein Fake war?
Mir war heiß und kalt zugleich. Sofort setzte ich mich an den Rechner und recherchierte ob es diese Epigenetik-dingens wirklich gab. Zu meiner Beruhigung, ja. Ich konnte ebenfalls auf der Seite eine Ausschreibung zu dem Experiment finden. "Puh, nächstes Mal aufmerksamer sein Jonas" sagte ich mir.
"Jonas — aufwachen, wo bist Du wieder?" fragte mich meine Mutter mit suchendem Blick und winkender Hand.
Meine Mutter und ich saßen in einem Cafe in der Innenstadt. Seit dem Absenden des Fragebogens sind mittlerweile zwei Tage vergangen. Wir waren heute sowieso verabredet. Sie wollte für Papa ein Geschenk zum 61. Geburtstag kaufen. Natürlich irgendetwas für seine Modelleisenbahn. Mein Vater ist leidenschaftlicher Modelleisenbahnbauer. Seit seiner Frührente verbringt er eigentlich jede freie Minute im Keller. In dem Raum sieht es wirklich aus wie in einer Mikrostadt. Ein Mikrokosmos sozusagen.
"Sorry Mum, musste grade an was wichtiges denken, was ist denn?" fragte ich sie. "Wollen wir nun los Jonas, wir sind spät dran".
Ich stimmte zu, trank meinen letzten Schluck Kaffee aus und wir gingen los.
Eine viertel Stunde vor Ladenschluss erreichten wir den Modellbauladen.
"Guten Tag, was kann ich für Sie tun?" begrüßte man uns freundlich.
"Ich wollte die Lokomotive für Degener abholen" erklärte meine Mum.
"Ja, sicher. Die ist hier. Einen Moment Frau Degener". Ganz vorsichtig und geduldig kramte der Mitarbeiter die bestellte Lokomotive aus einer Schublade eines schier endlos langen Vitrinenschrankes.
In den Vitrinen darüber standen alle mir bekannten Schienenfahrzeuge in Kleinformat. Ich dachte mir nur, wie einerseits langweilig das wohl ist und erkannte aber auch die Kunst an der Detailtreue.
"Komm Jonas, wir sind soweit" stupste mich meine Mutter an und forderte mich zum Gehen auf.
Sie wusste das ich die Leidenschaft von meinem Vater nicht teile.
Nachdem wir zuhause angekommen waren, ging ich in meine Wohnung hoch und machte mir eine Cola auf. Es war doch etwas wärmer geworden, ganz entgegen dem Wetterbericht. Aber ja, das Wetter.
Noch immer über den Tag nachdenkend machte ich meinen Computer an und holte Emails ab.
Tatsache, eine Antwort aus Berlin .
Sehr geehrter Herr Degener,
vielen Dank für den Fragebogen. Wir haben diesen nun im Team ausgewertet und möchten Sie gerne zu einem persönlichen Gespräch nach Berlin einladen.
Im Anhang finden Sie eine Liste mit möglichen Terminen. Bitte senden Sie uns Ihren Wunschtermin zu. Wir werden uns dann zur Bestätigung wieder bei Ihnen melden.
Mit freundlichen Grüßen
Nervös öffnete ich die Exeltabelle mit den Terminvorschlägen. 21.05......23.05.....02.06.....
Ah, 02.06. Das ist ein Samstag. Den nehme ich.
Ich schickte den Terminwunsch zurück nach Berlin und lehnte mich in Gedanken versunken in meinen Stuhl zurück.
Mir war etwas dämmerig und ich legte meine Hände in den Schoß. Dabei viel mir auf das ich immer wie ein Mädchen am Rechner sitze. Ich mußte über mich selbst grinsen. Aber da war es wieder, das Gefühl.
Es kommt immer plötzlich und heftig. Und je länger ich es durch den Alltag unterdrücken muss, um so stärker trifft es wieder ein.
Ich konnte gar nicht anders. Ich stand auf und ging in mein Schlafzimmer. Ich öffnete den Schrank und holte einen Pappkarton raus.
Darin befand sich alles was mir weiblich war. Meine schönen Schuhe, weiße Chucks, meine Röcke und Tops. Auch meine Unterwäsche und Silikoneinsätze.
Langsam und genußvoll zog ich mich aus und ging ins Bad. Stellte die Dusche an und versah meinen Rasierer mit einer neuen Klinge.
Aus dem Unterschrank wühlte ich ganz hinten das Strawberry-Duschgel, mit Peeling hervor. Damit bewaffnet stellte ich mich unter die warme und wohltuende Brause. Ich bekam Gänsehaut, da meine Haut garnicht so schnell von Kalt auf Warm umstellen konnte. Nachdem sie nachgelassen hatte, begann ich mich zu rasieren. Meine Beine, meine Arme und auch die drei Haare auf der Brust. Mehr waren es nicht. Mein Haarwuchs ist sowieso nicht spektakulär. Als letztes rasierte ich den Schritt. Vorne wie hinten.
Ich strich über die glatte, nasse Haut und es fühlte sich einfach so unfassbar gut an. Nach einer Weile bemerkte ich wie sich langsam etwas regte. "Ja, das gefällt Dir" flüsterte ich zu ihm.
Dabei beließ ich es und seifte mich mit dem Fruchtpeeling ein und wusch mich gründlich ab.
Nach dem Abtrocknen ging ich zurück ins Schlafzimmer und machte meine Füße hübsch. Die Nägel zurechtfeilen, meine Prophylaxemittel gegen Nagelpilz aufbringen und die Hornhäute abraspeln.
Danach aufzustehen und ein paar Schritte zu gehen fühlt sich dann immer an als wenn man auf Wolken geht. Herrlich.
So verliebt in die Situation und der Freude darüber das es wieder einmal so ist, begann ich mich anzuziehen. Meinen Slip, den BH und die Einlagen. Danach einen süßen Karo-rock und ein schwarzes Top.
Als ich mich so im Spiegel betrachtete, fehlte mir aber irgendwas. "Klar, die Stümpfe".
Sachte zog ich meine Strümpfe über die Beine. Der Bund endet ganz knapp am Schritt. Das mag ich besonders gerne. Es schließt so schon mit der Spitze des Slip ab. Und außerdem sind sie so nicht so schnell zu sehen, wenn der Rock beim Sitzen mal nach oben rutscht.Was in meinem Fall aber eh egal ist, wer sollte es schon sehen?
Trotzdem mache ich mir eben über so etwas Gedanken. Dann noch meine Schuhe und die Perücke.
Ich ging zum Spiegel und betrachtete mich. Und dann folgte was eigentlich immer folgt. Ich mußte weinen. Ich legte mich in mein Bett so wie ich war und weinte in mein Kopfkissen. Ich war so hübsch als Frau, ich sah plötzlich was ich fühle. Die Bestätigung dessen was ich im inneren Spiegel immer sehe. Es dauerte vielleicht eine halbe Stunde, ich weiß es nicht mehr genau. Wenn mich meine Emotionen überkommen lebe ich irgendwo zwischen Raum und Zeit.
Ich war wohl eingeschlafen. Jedenfalls war es schon sehr dämmerich draussen und ich konnte Grillgeruch durch das gekippte Fenster wahrnehmen.
"Fuuuuck — das Grillen" rief ich laut aus und sprang aus dem Bett.
Wie von der Tarantel gestochen zog ich mich aus und packte meine Sachen in den Pappkarton.
Schnell zog ich mir ein blaues T-shirt über und eine Cargohose. Im Bad noch etwas Gel in die Haare, alles zurecht gestylt und meine Schuhe an. Ein flüchtiger Blick in meine Augen verrät zwar den kurzen Schlaf, nicht aber die Tränen. Puhh, ab nach unten.
"Jonas, wo bleibst Du denn Herrgott" schimpfte mein Vater mit mir. "Ja sorry, bin wohl eingeschlafen. Ist ja schließlich Urlaub"
"Ausserdem bin ich noch ganz krogge von......" Wie aus Reflex hielt ich mir die Hand vor den Mund und drehte mich in Richtung meiner Mutter. An ihrem Blick konnte ich kurz Entsetzen sehen.
Natürlich wußte mein Dad nicht wo wir heute waren.
"Junge, nimm Dir einen Teller, Dein Schaschlikspieß ist gleich soweit" komantierte mein Vater ohne zu hinterfragen was ich eigentlich sagen wollte. Wenn er am Grill steht, ist es fast wie wenn er im Keller bei seiner Bahn ist und Schaffner spielt. Nur partiell aufnahmebereit.
Julia und Barbara saßen schon zu Tisch und machten sich über den Salat her. Beide mit ihrem Smartphone hantierend. "Bitte, legt die Dinger jetzt doch mal weg. Die Welt wird schon nicht gleich untergehen" Bat meine Mutter meine beiden Schwestern.
Sie sind beide jünger als ich. Julia ein Jahr und Barbara zweieinhalb.
"ja ok," kam simultan von beiden. Zögerlich und mit gelangweiltem Blick gaben sie der Bitte meiner Mutter nach.
" wie lange hast Du noch Urlaub Jonas?" fragte mein Dad. " die nächsten zwei Wochen noch, wieso?"
"Naja, Du sitzt ja immer nur in der Bude oben und machst sonst nicht viel. Willst Du nicht mal ausgehen oder ein paar Tage wegfahren? Deinen Urlaub genießen?"
"Ja, ich habe mir überlegt vielleicht nächste Woche nach Berlin zu fahren." verriet ich mit dem Gefühl von Neugierde wie wohl die Reaktion gleich ausfallen wird.
"Berlin? Da waren wir lange nicht. Stimmts Renate?" Mein Vater lächelte meine Mum an als wenn er ihr damit einen Hinweis auf eine besondere Erinnerung geben möchte.
"Herrje, das ist ja mindestens 30 Jahre her, Paul. Kannst Du dich noch erinnern als wir den letzten Zug verpassten und wir uns die halbe Nacht am Bahnhof Zoo um die Ohren geschlagen haben?"
" Hehe, ja sicher. Ein Abenteuer. Heute würde ich das nicht mehr machen" bestätigte mein Dad.
"Was willst Du in Berlin Jonas? Willst Du alleine dahin?" fragt Julia neugierig.
"Klar, einfach mal Großstadtluft schnuppern. Und alleine, weil sonst keiner Zeit hat mit zu kommen." Lügte ich bewußt um zu verhindern das mir eine Begleitung angedreht wird.
"Ich finde es eine gute Idee Jonas, mach ruhig was für Dich. Seit Laura weg ist bist Du gar nicht mehr Du selbst. Du solltest raus" stellte meine Mum fest.
"Peng — Volltreffer" sagte ich mir leise.
"Renate, lass den Jungen jetzt. War schwer genug für ihn" frotzelte mein Vater. "Komm lieber her und hol Dir deine Tofuwurst, die ist fertig" schlug er noch vor.
"Na wenn ihr wüsstet, weswegen Berlin wirklich ansteht". Dachte ich mir und konnte mir das lachen grade so verkneifen.
Die darauffolgenden Tage machte ich mir ziemlich wirre Gedanken und versuchte ein klares Bild von der gesamten Situation zu bekommen. Es war klar, ich war im falschen Körper gefangen und hatte keine Chance auszubrechen. Selbst wenn ich im Spiegel so selten mein annäherndes Ich betrachte, scheint es nahe an dem was ich wirklich bin. Aber richtig ist es trotzdem nicht. Was sage ich meinen Eltern, meinen Schwestern und übrigen Verwandten? Meinem Arbeitgeber? Bei dem Gedanken wurde mir ganz schwindelig. Ich beschloss nicht weiter darüber nachzudenken und erst weiter zu denken wenn ich in Berlin war um zu hören um was es eigentlich geht.
Nachdem aus Berlin die Terminbestätigung und die einzelnen Informationen kamen, buchte ich ein Zugticket und bereitete alles vor. Ich packte meine Tasche und konnte die Nacht vor der Abfahrt nicht wirklich gut schlafen. Ich war zu aufgeregt und zerrissen.
Ich blickte ziellos aus dem Fenster des Zuges. Das war meine Entscheidung, nach Berlin zu fahren und das mit zu machen.
Ich reflektierte die ganze Geschichte von Anfang an. Echt lustig, dachte ich mir, aus Langeweile an einer Ausschreibung teilnehmen mit ungewissen Ausgang. Ich wußte ja immer noch nicht um was es eigentlich geht. Klar, ich hatte die Frage mit "Frausein" beantwortet. Und ich weiß es geht um den Placeboeffekt.
Placeboeffekt, was steckt da eigentlich hinter? Ich kenne ihn nur in Zusammenhang mit Medikamenten. Da hatte ich mal eine Reportage drüber gesehen wo ein Professor bestätigen wollte das dreiviertel aller Antidepressiva ohne wirklichen Wirkstoff sind und den Patienten aber trotzdem helfen. Was im Umkehrschluß ja hiese, das sich die Pharmaindustrie ne goldene Nase mit Traubenzuckertabletten verdient.
Ich wurde aus den Gedanken gerissen "Sehr geehrte Fahrgäste, wir erreichen in Kürze den Hauptbahnhof Berlin. Dieser Zug endet dort. Ihre Anschlußmöglichkeiten sind......"
Ich richtete mich auf und packte mein Smartphone sowie die Kopfhörer in die Tasche. In der Tasche befanden sich nur Sachen zum Wechseln und mein Kulturbeutel. Ich werde ja nur eine Nacht bleiben. Oder nicht?
Als der Zug hielt ging ich ganz nach meinem ausgedruckten "Routenplaner" Richtung Ubahn.
Es war dort furchtbar voll, trotz dem das es Wochenende ist. Oder trotz dessen? Ja Berlin, ich kenne mich in Großstädten nicht aus. Keine Ahnung wie dort das Leben tickt. Ausser den Informationen aus dem Fernsehen. Und sogleich begriff ich wie gefiltert solche Informationen sind. Ich fühlte es alles anders hier. Die Leute sind so bunt und vielschichtig. Sie sind so krass mit sich selbst beschäftigt und laufen wie Zombies aneinander vorbei ohne sich zu bemerken. Aber auch Ausnahmen bestätigen die Regel als mich ein Punk anstubst. "Ey, haste mal n'bisschen Kohle für watt zu kauen?"
Ich sah ihn erschrocken an und wußte erst nicht ob ich wegrennen oder schreien sollte. Aber er lächelte mich einfach an und schwankte nervös hin und her.
Irgendwie tat er mir Leid und in Bruchteilen von Sekunden schossen Fragen durch meinen Kopf. Wie er wohl aufgewachsen ist und warum er so geworden ist wie nun vor mir stand. Nervös wühlte ich in meiner Tasche und kramte ein Zweieurostück hervor. Das drückte ich ihm in die schmutzige Hand. Seine Hände sahen wirklich gruselig aus. Ich hab die Vorstellung lieber unterdrückt was er in den letzten zwölf Stunden in den Fingern hatte ohne sie sich zu waschen.
"Ey, danke. Du bist korrekt" kam von ihm mit einem breiten Grinsen während er mir auf die Schulter schlug. Für mich fühlte es sich an als wenn sich ein Elefant auf mir abstützt. "Gerne" gab ich zurück und verschwand so schnell ich konnte in der Menschenmasse.
Nachdem ich mich dreimal verfahren hatte und die Zeit drückte beschloss ich in ein Taxi zu steigen.
"Zur Charite' Mitte bitte" gab ich dem Fahrer an.
Ohne eine konkrete Bestätigung fuhr er los. Sein Radio dudelte ganz leise orientalischen Hiphop und er klopfte mit den Fingern auf das Lenkrad zum Takt. Der Verkehr auf den Straßen war nicht viel weniger als die Menschenmassen im Bahnhof. Leicht überfordert ob der Eindrücke versuchte ich meine Gedanken zu sortieren.
"Macht dann 21,50" informierte mich der Fahrer als er am Taxistand der Charite'zu Stehen kam.
Ich drückte ihm 22 in die Hand und meinte es stimmt so. Ich nahm meine Tasche und hatte kaum die Türe zu, da war er schon am losfahren.
Ich hatte noch etwas Zeit und beschloss mir eine ruhige Ecke zu suchen um von dem ganzen Stress erst mal ein wenig runter zu kommen.
Fünfzehn Minuten vor Termin ging ich zur Information. "Guten Tag, ich habe um 16.00h einen Termin bei Professor Klemm."
"Ihr Name?" fragte die freundliche Dame. "Jonas Degener" gab ich zur Antwort.
Die Dame suchte gezielt in ihrem Computer. "Ahja, Herr Degener, da habe ich sie"
" Gehen Sie bitte die Halle entlang bis zu den Aufzügen und fahren Sie dann in das zweite Untergeschoss. Dort folgen sie den Hinweistafeln für Station 341. Ganz am Ende befindet sich eine Türe. Dort dürfen Sie einmal klingeln und es wird Ihnen geöffnet. Ich sage dort schonmal bescheid"
Mit einem freundlichen "Danke sehr" bedankte ich mich bei der Dame und folgte zielstrebig ihrer Beschreibung.
Die Türen vom Lift schlossen sich und ich war alleine in dem Fahrstuhl. Im zweiten Untergeschoss hielt er an und ich folgte den Wegweisern für Station341.
An der Türe angekommen klingelte ich einmal. Ich bemerkte die Kamera an dem Klingelschild. Es dauerte nicht lange und eine blonde Frau in Kittel öffnete. " Hallo Herr Degener, schön das Sie hier sind, hatten Sie eine gute Anreise?"
" Ja, sehr angenehm" dankte ich. "Wir gehen nun für das Erstgespräch in das Sprechzimmer von Prof. Klemm".
Mitten im Satz lief sie los, den Flur abwärts. Ich folgte ihr und dachte nur, ob sich hier alle nicht mit Namen vorstellen. Scheint in Großstädten nicht so eng gesehen zu werden, bestätigte ich meine Vermutung.
"Prof. Klemm ist noch in einer Sitzung und wird aber gleich bei Ihnen sein Herr Degener. Nehmen Sie bitte hier schon einmal Platz und haben Sie einen Moment Geduld." Sie verwies mich auf einen Stuhl vor einem Zimmer mit Doppeltüre.
Ich nahm Platz und stellte die Tasche auf den Stuhl neben mir. Die blonde Frau eilte während dessen weiter den Flur hinab und verschwand in eine der vielen Türen.
Nun war ich etwas aufgeregt. Der Flur machte mir Angst. Er wirkte so futuristisch, die Wandfarbe, die indirekte Beleuchtung und die Geräusche aus den anderen Zimmern, welche ich überhaupt nicht zuordnen konnte. Die Ziffern auf der Digitaluhr an der Wand schienen sich im Ruhemodus zu befinden. Gedanken tobten durch meinen Kopf. Ich dachte sogar daran aufzustehen und wieder zu gehen.Aber meine Gedankenstürme nahmen ein jähes Ende als ein Mann in weisem Kittel auf mich zukam. Hinter ihm bewegten sich noch zwei weitere Personen in die gleiche Richtung.
Mit freundlichen Blick und einer Mischung aus Neugierde und Professionalität blickte er mich an und streckte mir seine Hand entgegen. "Herr Degener, herzlich willkommen in unserer Abteilung für humanistische Genetik hier in der Charite' Berlin. Mein Name ist Professor Klemm und das sind meine Kollegen Herr Prof. Schick und Frau Dr. Kirsch."
"Hallo". Mehr kriegte ich nicht raus im Moment. "Hatten Sie eine angenehme Anreise Herr Degener?" Fragte der Prof.
"Ja, ich bin zufrieden" etwas dämlicheres hätte mir wohl nicht einfallen können, dachte ich im selben Moment.
"Nun, dann wollen wir mal" Mit einer Geste lud mich der Prof in das Zimmer ein und ich folgte seiner Aufforderung.
Das Zimmer war eingerichtet wie ein typisches Sprechzimmer bei einem Arzt. Allerdings war es sehr modern und eher kalt vom Stil. An der Wand standen große Bücherregale und ein Sideboard mit Genmodellen. Insgesamt aber nicht voll gestellt. Der Professor verwies auf den Besprechungstisch in der Mitte des Raumes und seine Kollegen nahmen Platz. "Bitte Herr Degener, nehmen Sie gerne Platz" begrüßte mich der Prof.
"Möchten Sie gerne etwas trinken, ein Glas Wasser oder Kaffee?"
"Ein Wasser vielleicht", bat ich als ich mich setzte und feststellte das diese kalt wirkenden Stühle furchtbar bequem sind, ja sogar unfassbar bequem.
Als ich das Wasser hatte und alle sich eingerichtet hatten erhob der Professor das Wort. "Nun Herr Degener, Sie haben ja auf unsere Ausschreibung reagiert und sind für uns in Frage gekommen. Können Sie sich vorstellen um was es im Einzelnen geht?" eröffnete der Professor das Gespräch.
Natürlich hat es was mit Transidentität zu tun, stand ja schon in der Anzeige dachte ich mir. Aber ehe ich antworten konnte erklärte der Prof.: " Herr Degener, wir haben in dieser Studie etwas ganz einzigartiges für Sie vorliegen. Wie Sie sicher wissen bewegen wir uns hier in dieser Abteilung auf dem Niveau der Gentechnik oder besser Epigenetik.
Das bedeutet im Einzelnen, das wir den Forschungsweg verfolgen, verschiedene Zelltypen unabhängig von einander in ihrer Erbinformation durch gezieltes Ansprechen mittels schwingungsmechanischer Penetration, zu modulieren.
Die Grundidee ist nicht neu. Aus der alternativen Medizin ist bekannt das der Glaube an Gesundheit heilt. Da wir in der Schulmedizin mittlerweile nicht mehr davor weglaufen können, es schon gar nicht mehr weg argumentieren, das sich Tumore quasi in Luft auflösen oder Erbkrankheiten zwar ausbrechen, die Symptome aber in den Bereich zurücktreten, welchen wir als geheilten Zustand betrachten, wurde diese Forschungseinrichtung gegründet um dem Phänomen auf die Schliche zu kommen.
Wir forschen hier nun schon seit fünfzehn Jahren im Verborgenen und sind bisweilen nicht an die Öffentlichkeit gegangen.
Diesen Schritt behalten wir uns vor bis wir nachweisbare Ergebnisse präsentieren können. Und da kommen Sie ins Spiel, Herr Degener."
Ich saß auf meinem Stuhl und ließ den Monolog des Professor sacken. Die Frage welche ich mir stellte, das ich doch gesund bin, abgesehen von dem Umstand das mein Körper eben nicht weiblich ist, sondern männlich.
"Haben Sie dazu eine Frage oder möchten Sie tiefer in die Materie eintauchen, Herr Degener?" Fragte mich Dr. Kirsch.
"Ähm, ja.....schon....ich bin ja aber gar nicht krank" stellte ich fest.
"Nein , das sind sie nicht, Herr Degener" kam nun von Prof. Schick. " Sie befinden sich nur in einem, wir nennen es Quantumsirrtum, ein Zustand welche Ihre DNA auf männliche Erbinformationen gestaltet hat, statt der notwendig weiblichen um sich richtig zu fühlen.
Und genau da liegt das Paradoxon. Ihre innere Energie, auch die Schwingungen ihrer Zellen sowie die Herzkohärenz sollte in den nachfolgenden Tests deutlich beweisen das sie mit ihrem Zustand richtig liegen." erklärt Prof. Schick einleuchtend. "Dies passiert bei der eigentlichen Befruchtung der Eizelle. Sie müssen sich vorstellen, das die weiblich veranlagte Eizelle mit einem Spermium befruchtet wird wessen Genom zu einem männlichen Erbgutbild neigt, vereinfacht dargestellt."
"Aber um an diesen Punkt weiter zu gehen müssen Sie uns eine Verschwiegenheitsklausel unterzeichnen, welche nach Unterschrift rechtskräftig ist" betont Prof Klemm und zeitgleich schob er mir ein Formblatt zu welches ich unterzeichnen sollte.
Ich überflog es und bemerkte den Fehler. Nein nicht nochmal. Ich laß nochmal langsamer und Wort für Wort. Aber im Grunde konnte ich nichts entdecken was mein späteres Leben beeinflussen sollte. Nur eben das ich über folgenden Lauf in dieser Abteilung die Klappe halten muss.
Ich unterzeichnete und gab es dem Professor zurück.
"Gut, dann fangen wir an"
" Im Vorfeld sind einige Untersuchungen notwendig, sie haben ja ihre Blutgruppe nicht angegeben in dem Fragebogen. Also werden wir sowieso Blut abnehmen. Dazu werden wir Ihre Hormonwerte prüfen und eine Knochenmarkspunktion durchführen. Dazu ist eine lokale Anästhesie notwendig, weswegen Sie die Nacht hier auf unserer Station bleiben werden. Leider ist die Punktierung notwendig um Ihnen Stammzellen zu entnehmen welche wir dann decodieren um Ihre DNA zu analysieren."
Ich saß da und eigentlich wunderte ich mich nicht sonderlich. Noch im Zug dachte ich darüber nach, das ich ja bestimmt nicht zum Fußball gucken in ein Krankenhaus fahre. Also, alles gut dachte ich mir. Und interessant sowieso mehr über mich herauszufinden.Doch eine Frage drehte sich in meinem Kopf.
"Herr Professor, was ist denn eigentlich nun das Experiment an dieser Studie?" fragte ich aufgeregt.
"Schön das Sie das fragen. Nach der Genanlyse berechnen wir ihren Schwingungstypus und die Eigenresonanz ihrer Stammzellen. Wir können also durch die kontinuierliche Penetration ihrer Zellen, ihren eigentlichen Ursprungszustand wieder herstellen. Und zwar perfekt zu dem Urtypus, den Ihre Herzkohärenz schwingt. Ihre DNA wird sozusagen rückwirkend korrigiert"
Ich staunte mit großen Augen und stotterte" Sie können mir meinem weiblichen Körper zurückgeben?"
Ein Moment lang war Stille am Tisch.
"Das haben wir nicht behauptet Herr Degener" bremste mich der Professor aus."Aber wir sind zuversichtlich das wir Ihren Körper in eine Metamorphose schicken können. Das wird nach unseren jüngsten praktischen Versuchen der Fall sein. Wie weit es geht, können wir erst vorausberechnen wenn wir die Daten Ihrer Werte auf dem Tisch liegen haben."
"Die Frage ist nun also, möchten Sie den Quantumsirrtum beheben, Herr Degener" Die drei Wissenschaftler sahen mich mit ernstem aber nicht aufdringlichen Blick an und warteten auf meine Antwort.
"Bevor ich Einwillige hätte ich aber noch ein paar Fragen" wich ich aus.
"Ja, sicher. Dafür sind wir ja da" entgegnete Dr. Kirsch empathisch. In Dr. Kirsch's Augen könnte Jonas versinken. Genau die braune Augenfarbe welche er als überaus attraktiv beurteilte.
"Meine Frage wäre, ob da irgendwelche Risiken für mich bestehen. Kann es theoretisch auch zu Mutationen oder so was kommen? Ich möchte nicht entstellt werden wissen Sie? Und wie sieht die Metamorphose im Einzelnen aus? Was passiert dann mit mir und vor allem wie schnell?" Fragte Jonas sichtlich aufgeregt.
" Wie schon gesagt, der erste Schritt ist die Analyse welche mit den empfindlichsten Messeinrichtungen durchgeführt wird welche der medizinische Sektor im Moment zu bieten hat. Weiter werden wir Ihnen kleine Implantate in die Ohren setzen. Stellen Sie sich das bitte so vor, als würden Sie versteckte Hörgeräte tragen. Diese werden außen, hinter dem Ohr platziert solange bis die Metamorphose abgeschlossen ist. Diese Implantate senden kontinuierlich gewandelte Frequenzen an Ihr Trommelfell. Dieses leitet die Signale weiter und in das Gehirn. Ihr Stammhirn wird dadurch angesprochen und beginnt Verbindungen zu produzieren welche über das Nervensystem und den Blutkreislauf in Ihre Zellen gelangt. Dort passiert dann der eigentliche Prozess. Die DNA wird mit Ihrer Eigenschwingung sychronisiert. Wir haben in Forschungsergebnissen herausgefunden, das bei Menschen wie Ihnen die weiblichen Erbinformationen nahezu vollständig im genetischen Code hinterlegt sind. Diese werden aktiviert.
Es kommt zu einer Erneuerung Ihrer Erbgutinformation. Die Metamorphose dauert solange an, bis sich alle Zellen in Ihrem Körper nach der korrigierten DNA, erneuert haben.
Im Idealfall passiert äußerlich folgendes: Ihr Skelettbau passt sich an, Die Haut, die sekundären und die primären Geschlechtsorgane sowie der Hormonhaushalt und daraus resultierenden Eigenschaften einer Frau.
Auf Grund der korrigierten DNA bemerkt Ihr Körper den Irrtum und beginnt von selbst mit der Korrektur, welche innerhalb von drei Jahren vollständig abgeschlossen sein sollte. Gefühlstechnisch werden Sie eine zweite Kindheit im Eildurchlauf erleben. Natürlich kann es auch zu Symptomen kommen wie etwa Wachstumsschmerzen oder Gefühlsschwankungen. In dieser Situation werden Sie aber in Anleitung von uns über Ihren Hausarzt betreut. Und bis zur vollständigen Umwandlung müssen Sie auf Geschlechtsverkehr verzichten. Orgasmusfähig bleiben Sie aber innerhalb der Zeit.
Bei Mäusen und Ratten gibt es ebenfalls ein ähnliches Vorkommen, wie in der menschlichen Natur in Bezug auf Transidentität. Bei den männlichen Versuchstieren schrumpfte innerhalb der Umstellung der Penis zurück und die Hoden wurden zurückgebildet. Die inneren Geschlechtsorgane wandelten sich in einen weiblichen Uterus. Nach der Umstellung war das "Männchen" gebärfähig und wies ausschließlich weibliche Parameter in den Blut und Hormonwerten aus. Also ist das Resultat, ein echtes und bis auf die DNA gewandeltes Weibchen.
Und deswegen beruht die Studie auf dem Placeboeffekt, denn wie das Einspielen einer ausgesuchten Frequenz den Körper verändert, gleicht dem Bild das ebenfalls Gedanken heilen können. Denn nichts anderes machen wir. Über das Trommelfell indirekte Gedanken implizieren."
Ich saß auf meinem Stuhl und bemerkte wie sich mein Hals zuschnürte und Tränen in die Augen bekam. Sollte es wirklich so einfach ein?
Ziel: Human being -> Ist Dein Ziel erreicht, war es zu niedrig angesetzt -> Der Weg ist das Ziel!
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Mina
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Re: Trans„Z
Nach dem Gespräch und noch unzähligen beantworteten Fragen, entließen mich die Wissenschaftler, um meine Entscheidung zu fällen. Sie boten mir an schon heute damit zu beginnen oder aber wieder nach Hause zu fahren, falls ich eine längere Gedankenpause brauchte.
Aber ich wußte — ich will das! Sofort!
Ich will meinen weiblichen Körper und mir ist egal was mein Umfeld dazu sagt. Natürlich werde ich meine Familie einweihen müssen ehe sie die schleichenden Veränderungen bemerken.
Das wird schwer. Auf der Arbeit ebenso.
"Herr Degener" holte mich die blonde Frau, welche mir die Tür öffnete aus den Gedanken. "Mein Name ist Kerstin Stoll, ich bin hier in der Abteilung die verantwortliche Ärztin für Psychoanalyse".
Stellte sie sich mir vor und streckte mir gleichzeitig die Hand entgegen.
"Guten Tag, Jonas Degener" begrüßte ich sie nochmals. "Verzeihen Sie mir bitte bei unserer ersten Begegnung die kleine Unhöflichkeit. Wir haben im Team beschlossen dieses Thema bis zu diesem Punkt nicht zu erwähnen. Wir wollten Sie auf keinen Fall zu Beginn verunsichern."
"Ja, ich verstehe Frau Stoll."
"Ich möchte mit Ihnen über Ihren Lebenslauf sprechen und herausfinden wo sie stehen Herr Degener. Wäre das ok für Sie?"
"Ja, sicher. Kein Problem. Was möchten sie wissen?" fragte ich ganz offen.
"Nun am besten Sie erzählen mir von Ihrer Transidentität. Erzählen Sie mir was Ihnen wichtig ist. Wann Sie es das erste Mal bemerkt haben." Empfahl sie während sie Platz nahm und einen Notizblock auf den Tisch legte.
Auch sie hatte so unglaublich tolle Augen. Und eine Brille welche ihr Gesicht so unbemerkt ziert. Ich dachte mir nur " Diesem Engel soll ich alles erzählen, hm". Aber ich beruhigte mich wieder und beschloss dem höheren Ziel zu folgen und meine Hormone zum schweigen zu verdonnern.
" Ich bemerkte es als Kind. Ich war glaube ich, fünf Jahre alt. Meine kleine Schwester Barbara war da ja erst drei Jahre, aber dennoch hat mir ihr Kinderzimmer immer besser gefallen als meines. Meine Mutter hat mich oft aus dem Zimmer geholt, weil ich dort immer spielen wollte statt in meinem. Meine kleine Schwester ist immer von mir geweckt worden und das fand meine Mutter natürlich nicht gut.
Auch im Kindergarten und in der Schule später habe ich immer lieber den Kontakt zu den Mädchen gesucht. Jungs hatte ich in meiner Freundschaft nicht. Gottseidank bin ich da aber ohne große Probleme zurecht gekommen. Das Einzige war eben das ich mich selbst nicht einordnen konnte und auch bemerkte das ich anders bin.
Später in der Pubertät ging es dann richtig los. Ich erwartete eigentlich das mir Brüste wachsen würden. Statt dessen kam aber der Bart."
"Wie war es denn an Kindergeburtstagen? Hatten Sie dann Freunde eingeladen?"
"Ja, natürlich. Ich hatte es immer gemischt. Die Hälfte Jungs und die Hälfte Mädchen. Meine Eltern haben aber schon komisch geguckt was ich mir zu den Geburtstagen wünschte."
"Was war das in der Regel, Herr Degener?" fragte die Psychologin während sie sich Notizen machte.
"Ja das waren Dinge wie ein Kaufmannsladen oder Brettspiele für Mädchen.Sowas eben"
"Mein Vater schenkte mir zum zehnten Geburtstag eine Dampfmaschine. Das fand ich auch interessant aber dennoch stand sie eher in meinem Zimmer herum statt mit ihr zu spielen. Insgesamt kann ich schon sagen das mein Vater wohl etwas enttäuscht war, das ich keine Legosachen wollte oder eine Eisenbahn."
"Verstehe, aber Sie trugen immer Jungenkleidung, oder?"
"Ja, meine Mutter schleppte mich ja immer in die Stadt und kaufte mir Sachen. Bis zu meinem vierzehnten Lebensjahr durfte ich mir nichts selbst aussuchen, höchstens die Farbe oder so."
"Gut, das sagt ja schon viel aus. Wie war es nach der Schule. Nach der Pubertät? Hatten Sie Beziehungen?"
"Erst spät. Mit 18 hatte ich meine erste Freundin. Ich fand sie sehr süß und wollte damals mit ihr nach Australien auswandern um zu studieren. Aber die Beziehung endete recht schnell, nach vier Wochen."
"Hatten Sie auch da Ihr erstes Mal?"
Ich spürte deutlich das ich rot wurde. "Ähm, nein....ja. Es sollte passieren aber mein Kopf hat nicht mitgespielt."
"Inwiefern der Kopf"
Und ich wusste vorher schon das sie nachhakt, wie peinlich. Na gut...
" Ich hatte keine Erektion, das war auch der Grund warum ich mich von ihr wieder trennte. Wir haben es öfter probiert. Aber es ging nicht. Obwohl ich es wollte".
"Und haben Sie die fehlende Erektion für sich begründen können?" fragte die Psychologin mit sanfter Stimme.
"Ja, eigentlich sofort. Ich war so verwirrt ob ich innerlich nun lesbisch bin und dies mit einem männlichen Körper auslebe. Das beschäftigte mich zu sehr und ich hab es nicht geschafft mir ihr darüber zu reden."
"Was haben Sie als Trennungsgrund angegeben?"
"Eigentlich nichts direkt. Ich hab ihr gesagt ich wäre nicht soweit für eine tiefe Beziehung und möchte viel lieber erstmal Single bleiben."
"Hat sie es denn verstanden? Konnte sie damit umgehen?"
"Ja, sie war sehr verständnisvoll und das hat es mir nur noch schwerer gemacht weil ich bemerkt habe das ich eine so verständnisvolle Frau einfach aufgebe wegen meiner Angst. Das hat lange genagt."
"Gut, Herr Degener. Ich denke, dabei belassen wir es erstmal." stellte Frau Stoll fest.
"Eine abschließende Frage hätte ich noch. Wie empfinden Sie die Ansprache mit Ihrem männlichen Pronomen?"
Ich mußte tief durchatmen und fand direkt zur Wahrheit. "Mit Frau und Sie wäre mir nun glaube ich lieber." verkündete ich.
"Haben Sie schon einen weiblichen Namen für sich gewählt?" "Nein, bis jetzt nicht."
"Nun, damit können Sie sich auch noch Zeit lassen, in der Zeit Ihrer Angleichung werden sie ohnehin mit "sie" angesprochen."
"Ja, richtig. Danke"
"Nein, ich hab zu danken Frau Degener. Sie können hier nun warten, bis Sie zu der ersten Untersuchung abgeholt werden. Denken Sie bitte daran, das sie ab nun nichts mehr zu sich nehmen. Das ist notwendig wegen der Lokalanästhesie und Ihrem Blutbild.
"Ja, ok. Ich achte darauf."
Ich hatte noch eine knappe Stunde Zeit. So beschloss ich in den Warteraum zu gehen und etwas zu entspannen. Insgesamt hatte mich die ganze Situation sehr angestrengt. Gerade hatte ich die Augen nicht mehr versucht zu kontrollieren, gegen das Gewicht der Lider, als mich Prof. Klemm aus dem Entspannungszustand holte.
"Frau Degener, kommen Sie dann bitte mit. Es geht los." Ich stand auf und folgte dem Professor hinunter dem Gang bis zu einer weiteren Türe. Dort gab der Professor einen Code in ein Zahlenschloss ein und öffnete die Türe.
Wir gingen in einen größeren Raum der mit gleißend blauen Licht durchflutet war. Aufgeteilt war der Raum durch mehrere kleine Abtrennungen in denen Messgeräte und viele Laborgegenstände bereit standen. Große Lichtanlagen, wie man sie aus Operationssälen kennt, waren an der Decke moniert. Ein leises Summen und rhythmisches Piepen durchdrang den Raum.
"So Frau Degener, wir wollen Ihnen zuerst Blut abnehmen um es im Labor auswerten zu lassen. Bitte legen Sie sich auf die Liege dort drüben."
Der Professor zeigte mit dem Finger in die hintere Ecke des Raumes, wo eine Liege stand und bereits eine Assistentin auf mich wartete.
Ich legte mich hin und die Assistentin fing an mich vorzubereiten. "Frau Degener, das pickst jetzt gleich einmal, bitte nicht erschrecken." warnte sie mich. Und ehe ich zu ende denken konnte rann der rote Saft schon in die Kanüle.
Sie füllte sechs kleine Ampullen mit meinem Blut. Zog die Kanüle wieder raus und versorgte die Wunde. "Bitte noch einige Minuten feste drauf drücken." empfahl sie mir. Ich legte meinen Finger auf die Kompresse und drückte. Ein Glück, schwindelig wurde mir noch nie dabei.
"Frau Degener, wir wären für die Sonoresonanzgraphie soweit. Diese müssen wir vor der Punktierung Ihres Rückenmarkes ausführen, da die Lokalanästhesie unsere Messwerte verfälschen würde.
"Wird das denn wehtun?" fragte ich besorgt. "Nein, Sie werden gar nichts davon merken. Wir schicken Schallwellen durch Ihren Körper und messen die Resonanzen an verschiedenen Punkten wieder ab. Dann werden wir den Computer vergleichen lassen, welche und wie viele weibliche Anteile vorhanden sind. Wenn wir danach Ihre DNA analysiert haben, finden wir Ihre weibliche Grundfrequenz."
"Ah, ok. Dann bin ich beruhigt." erklärte ich.
"Ja, beruhigt sein dürfen Sie, denn es wird von Ihnen verlangt circa eine Stunde ruhig zu liegen. Dazu bekommen Sie ein Muskelentspannungsmittel. Jedes Muskelzucken könnte das Ergebnis beeinflussen. Das möchten wir natürlich vermeiden."
"Ja, natürlich."
"Gut, sind Sie soweit? Dann entkleiden Sie sich bitte da hinten vollständig und legen sich dann ganz entspannt hier rauf."
Der Professor deutete auf die Liege mitten im Raum. Über dieser Liege waren die großen Lampen montiert. Neben den Lampen waren auch noch seltsame Platten an Armen moniert.
"Wozu sind diese Platten, Herr Professor?" "Oh, ja das sind unsere Detektoren. Diese werden nachher bei der Untersuchung Ihr sonoresonanzgrafisches Abbild erfassen und an den Computer weiterleiten." Erklärte der Professor stolz.
Ich kam den Anweisungen des Professors nach und zog mich aus. Legte meine Klamotten auf den Stuhl der in der Ecke stand und legte mich auf die Liege.
Die Assistentin, welche mir das Blut abnahm legte mir ein Stirnband um, welches an den Ohren irgendwelche technischen Dinger dran hatte. "Hier leiten wir die Frequenzen ein." Erklärte sie knapp.
"Ich spritze Ihnen nun ein Muskelentspannungsmittel. Es kann sein, das es am Anfang sehr kalt wirkt und Sie auch eine Erektion bekommen. Diese wird aber nach wenigen Minuten abklingen und wir können beginnen." Ich staunte und war plötzlich verunsichert. Ich sollte hier mitten im Raum nackt liegen und eine Erektion bekommen? Nein, das ging ja gar nicht.
"Können Sie mir nicht solange was überlegen?" Fragte ich besorgt. "Natürlich". Kam knapp von ihr. Sie ging in einen Nebenraum und kam sogleich mit einem dicken Handtuch wieder welches sie über meine Scham legte.
"Ich beginne nun mit dem Einleiten des Serums. Das pickst wieder einmal kurz. Wenn Sie gleich einschlafen möchten ist das kein Problem. Ihr Bewußtsein ist nicht notwendig für die Analyse."
"Alles klar, es kann losgehen. Schicken Sie mich weg."
Ich spürte das Mittel langsam in meinem Oberarm hoch fließen. Ich spürte sogar wie es sich in meiner linken Körperhälfte verteilte und ich langsam kalt wurde. Richtig kalt. Langsam verteilte sich die Kälte auch auf der anderen Seite und tatsächlich, ich bemerkte eine Reaktion im Schritt. Sie schwoll so an das ich fast dachte, er platzt gleich.
Doch nach wenigen Augenblicken wich das Gefühl und ich fühlte das die Erektion abschwoll.
Meine Augenlider wurden schwer und ich beschloss ihnen nachzugeben. Das einzige was ich noch mitbekam war das hochfrequente Piepen in meinen Ohren. Ich könnte es im Nachhinein auch nicht weiter beschreiben. Ein derartiges Geräusch hatte ich im entferntesten noch nie gehört.
"Frau Degener? Frau Degener?" Ich fühlte das irgendwas meinen Oberarm berührte. Ich fühlte mich irgendwie benommen. Irgendwie auch schwebend und auch irgendwie, weiblich. Ja, ich fühlte meinen Penis nicht mehr, stattdessen aber das ich viel schwerer auf der Brust war.
Ich versuchte meine Augen zu öffnen. Dies gelang mir nur ansatzweise. Ich konzentrierte mich regelrecht, wurde aber abgelenkt von dem Gefühl der Wärme in mir.
"Lassen Sie ihre Augen ruhig noch einige Minuten geschlossen, Frau Degener. Gleich werden sie von selbst aufgehen wollen. Wir haben Ihnen ein neutralisierendes Mittel intravenös verabreicht um
die Muskelentspannung zu neutralisieren." erklärte mir die Assistentin.
"Ich fühle mich so......so......." mehr konnte ich nicht raus bringen.
"So unvollständig und doch mehr als komplett?" half mir die Assistentin. "Ja, ja genau. Das ist es" lallte ich noch ganz schlaftrunken.
"Das ist völlig normal Frau Degener, es hört in ein paar Minuten auf. Wir betrachten dies als Reflektion aus dem Unterbewusstsein durch die Behandlung."
"Ok, gut. Sie haben wunderschöne Augen." gab ich noch ganz benommen der Assistentin preis. Ich fühlte das freche Grinsen in meinem Gesicht. Und je mehr ich mir dies in dem Zustand vorstellte, umso mehr musste ich grinsen. So muss sich LSD anfühlen, mutmaßte ich.
"Jaja, vielen Dank. Gleich wird alles besser." beruhigte sie mich. "Wie lange war ich weg?" wollte ich wissen. "Eine Stunde und fünfunddreißig Minuten." bestätigte die Assistentin.
Nach ein paar weiteren Minuten fühlte ich mich wieder wach und warm. In der Zwischenzeit hatte man viele Geräte und Bestecktische an meine Liege herangebracht.
"Wir werden ihnen jetzt die Lokalanästhesie verabreichen. Seien Sie unbesorgt, das ist ein Routineeingriff und wird nur einige Minuten dauern. Sie werden zwar unter der Betäubung wach bleiben, spüren werden Sie aber nichts." Erklärte der Professor. Mittlerweile waren auch Prof. Schick und Dr. Kirsch eingetroffen.
"Wir rollen Sie jetzt auf die Seite um die Biopsie durchzuführen" erklärte Dr. Kirsch.
Ich spürte wie mein Lendenbereich langsam taub wurde. Die Betäubung erfüllte ihren Zweck. Ein seltsames Gefühl. So etwas hatte ich noch nie vorher. Nur vielleicht im Fernsehen gesehen.
"Spüren Sie das?" fragte mich Prof. Schick. Ich wusste nicht was er meinte. "Nein, ich spüre nichts." bestätigte ich.
"Gut dann beginnen wir. Bitte bleiben Sie solange ganz ruhig liegen, bis wir Ihnen sagen das sich wieder bewegen dürfen."
"Ok, mache ich."
Ich hätte mich sowieso nicht bewegt. Oder irgendwas ohne Aufforderung gemacht. Zu groß war der Respekt davor, das jemand an meinem Rückenmark herum operiert. Schließlich wäre es wohl das Schlimmste wegen so was im Rollstuhl zu landen.
"Die Kanüle sitzt. Wir können jetzt die Probe auffangen." erklärte Prof. Schick. "Ja gut." bestätigte Dr. Kirsch und hielt ein Gefäß bereit. Langsam wurde die Probe der Biopsie auf eine Glasplättchen abgegeben und hermetisch versiegelt
"So, das wars schon." signalisierte Dr. Kirsch. "Wir werden Sie jetzt auf den Bauch drehen und so bleiben Sie bitte liegen bis die Betäubung zurückgeht." Wies Dr. Kirsch an.
"Gut, bringen wir sie auf das Zimmer." ja, sie muß jetzt ruhen. "Wollen wir noch die Infusion legen?" "Ja, sicher."
"Schwester Joline, legen Sie bitte noch eine Ringerlösung mit 2mg Novalginzugabe."
Gab Prof. Schick an.
Die Assistentin legte mir einen Zugang in den Handrücken und daran einen Schlauch der in einer Flasche Kochsalzlösung endete."Falls Ihnen schlecht wird drücken Sie bitte diesen Knopf."
Sagte Schwester Joline zu mir als sie mir ein kleines Gerät in die Hand drückte.
"Frau Degener, Schwester Jolin bringt Sie jetzt auf Ihr Stationszimmer. Versuchen Sie bitte die nächsten Stunden zu schlafen oder wenigstens entspannt zu ruhen."
"Ich gebe mein Bestes." versprach ich. "Interessant", dachte ich mir. Die hübsche Assistentin heißt Joline.
Aber das ganze Prozedere machte mich so fertig, das ich schon auf dem Weg in das Zimmer einschlief. Dieses intensive Gefühl des Einschlafens hatte ich noch nie so war genommen. Ich war so grundehrlich müde, wie ich es nie zuvor war. Das Schönste aber war, das ich nach der psychologischen Untersuchung als Frau angesprochen wurde. Mit diesem Gedanken schwebte ich weg.
Als ich meine Augen öffnete, schien die Morgensonne durch mein Fenster und leuchtete die andere Seite des Zimmers aus. Der Raum war wie alle anderen Räume sehr futuristisch und eher kühl ausgestattet. Auf dem Stuhl neben meinem Bett stand meine Tasche und ich hatte noch immer den Notschalter in der Hand.
Ich mutmaßte wie spät es wohl ist. Ich hatte keine Idee. So beschloß ich die Morgensonne zu genießen und in diesem unsagbar bequemen Bett einfach noch ein wenig meine Gedanken zu genießen.
Ja, ich konnte es gebrauchen, denn ich freute mich schon auf die Ergebnisse der Untersuchung und darauf das man mir sagt, ich werde vollständig wieder hergestellt. Ja, das ist der richtige Ausdruck, vollständig hergestellt.
Seltsamerweise störte mich der Gedanke auch nicht mehr, was ich meinem Umfeld sagen würde. Es war plötzlich doch nur klar, das ich diesen Schritt gehen würde. Zwar würde ich niemals meine Transidentität als eine Krankheit bezeichnen, statt vielmehr eines biologischen Irrtums, doch hat es Befunde zur Folge. Und was ich im Internet alles gelesen hatte. In Foren und Webseiten von Selbsthilfegruppen. Das sehr viele Menschen so sehr darunter leiden das sie sich ihr Leben nehmen möchten oder in eine schwere Suchtkrankheit verfallen.
Bei diesen Gedanken wurde mir eines klar. Ich, die Person welche nie in die Öffentlichkeit gegangen ist, immer nur stiller Beobachter der gesellschaftlichen Geschehen war, sollte jetzt der Urtypus einer kompromisslosen Angleichung werden. Mein Gott, sie werden mich Transdolly nennen oder so. "Nach dem ersten geklonten Schaf benannt werden", beschlich mich ein kleiner Zweifel welchen ich aber mit stillem Gelächter ins Positive kehrte.
Ein harsches Klopfen an der Türe unterbrach meine morgendliche Gedankenflut. Ich erwiderte mit einem freundlichen "Ja, bitte" . "Guten Morgen Frau Degener, wie haben Sie geschlafen?" fragte mich Professor Klemm als er eintrat und die Türe hinter sich schloss. "Guten Morgen Herr Professor.Wie ein Murmeltier." beurteilte ich.
"Das ist gut Frau Degener. Ich habe positive Neuigkeiten für Sie. Dr. Kirsch und Prof. Schick haben über die letzte Nacht Ihre DNA-Sequenz vollständig analysiert und den Abgleich mit der sonoresonanzgrafischen Aufzeichnung hergestellt." Ich konnte es gar nicht erwarten was der Professor mir gleich sagen wird. Ich fühlte mich wieder wie ein Kind an Weihnachten kurz bevor man den Weihnachtsbaum sehen durfte. Ich war so aufgeregt, es kribbelte am ganzen Körper und meine Hände wurden warm und schweißnass.
"Frau Degener, Sie verfügen über das absolute Vorbild einer geeigneten DNA für unseren Wandlungsversuch. Das bedeutet, Sie werden mit einer achtundneunzig prozentigen Wahrscheinlichkeit vollständig angeglichen."
Ich bemerkte die Energie der Freude in mir Aufsteigen und musste diese nun loswerden. Ich stand aus dem Bett auf und umarmte den Professor. Im selben Moment fiel mir auf das ich eine solche impulsive Handlung noch nie erlebt hatte. Aber ich war so voll von Freude und diesem unermesslichen Gefühl der Hoffnung und Zuversicht.
"Alles gut, Frau Degener." kam sichtlich überrascht von Prof. Klemm während er sehr sachte meine Umarmung erwiderte. Natürlich sehr professionell und doch empathisch.
"Wir holen Sie nach dem Frühstück in das Behandlungsgespräch."
Ich konnte es nicht glauben. Ich musste es erst mal sacken lassen und entschied ein ausgiebiges Duschbad zu nehmen. Im Bad hing ein großer Spiegel, in dessen ich mich ausgiebig betrachtete. Da fiel mir ein, vielleicht sollte ich eine Fotodokumentation meiner Wandlung anfertigen. Jede Woche ein Bild. Gedacht, getan. Ich holte mein Smartphone und fotografierte mich im Spiegel. Ich musterte mich von Kopf bis Fuß. Dabei fragte ich mich wie ich wohl als Frau aussehen würde. Mir vielen meine knabenhaften Hüften auf und die breite Schulter. Muskeln hatte ich nie viel. War eigentlich immer der schmale Typ. Auch meine Füße waren mit Größe 42 nicht die größten. Doch der Kopf. Zum ersten Mal fiel mir auf wie groß mein Kopf ist. Sollte der Schädel sich auch zurückentwickeln?
Nach dem Duschbad zog ich mich an, während die Schwester schon mein Frühstückstablett in das Zimmer brachte und es mit einem freundlichen "Guten Morgen Frau Degener" auf den Tisch stellte. "Lassen Sie es sich schmecken" kam noch freundlich von ihr als sie das Zimmer wieder verließ. Ich konnte durch die halb geöffnete Badezimmertüre nur noch ein "Danke sehr" hinterherrufen.
Und ja, das Frühstück war grandios. Ich erwartete eigentlich fade schmeckenden Kaffee und Pappkartonbrot mit Döschenmarmelade. So wie man es aus Krankenhäusern eben kennt.Aber als ich den Deckel öffnete waren da Rührei und aufgebackenes Brot. Der Kaffee roch sehr aromatisch und schmeckte herrlich.
"Ich muss wohl das Firstclass-Frühstück haben" dachte ich mir laut aus. Es schmeckte unglaublich lecker und ließ nichts auf dem Tablett zurück. Noch nicht mal den Joghurt, obwohl Joghurt gar nicht so mein Ding ist. Aber ich hatte einen wahnsinnigen Hunger. Dem Gefühl gab ich bedingungslos nach. Mit dem letzten Bissen im Mund meldete sich mein Smartphone. Eine Nachricht von meiner Mutter: "Hallo Jonas, na wie ist es in Berlin? Hast Du eine gute Unterkunft? Melde Dich doch mal. Mama."
Jonas? Wer war Jonas? Ok, gestern war ich es noch. Aber es fühlt sich ein wenig so an als hätte ich Jonas nie gekannt. Ich merkte, das mich der Prozess gedanklich von ganz weit weg abholt.
Was schreib ich jetzt zurück? Ich muss sie ja anlügen. Ich kann ja schlecht über einen Nachrichtendienst mal eben die Wahrheit erzählen. Nein, das geht nicht. Ah, ich schreib das:
"Hallo Mama, Berlin ist eine unglaubliche Stadt. Es ist viel interessanter hier als ich dachte. Ich werde heute aber ja wieder zurück fahren. Vielleicht sehen wir uns ja noch, wenn es nicht zu spät wird. LG Jonas"
Mit dem Absenden der Nachricht überkam mich ein Gefühl des Grauens. Ich lüge nicht gerne und doch hab ich es schon mein Leben lang gemacht. Ich hatte meiner Mutter nie etwas darüber erzählt. Was macht mich eigentlich sicher, das sie kein Verständnis für mich haben sollte? Kann es sein das ich aufgrund meiner Scham und meiner Bedenken ihr eine Reaktion angedichtet habe? Ich hätte es vielleicht probieren sollen, indirekt. In einem beiläufigen Gespräch über transidente Menschen. Aber vermutlich wäre es darauf hinausgelaufen das ich ihr erst einmal den Unterschied zwischen Transidentität, Transsexualität und Transvestismus erklären hätte müssen.
Ich beschloss nicht weiter darüber zu grübeln. Es macht an dieser Stelle sowieso keinen Sinn. Sie wird es erfahren. Zu einem geeigneten Zeitpunkt, wenn ich wieder zuhause bin.
Nachdem ich mich fertig gemacht hatte, holte mich Prof. Klemm ab zur großen Besprechung. Ich war unglaublich aufgeregt. Es sollte also heute beginnen.
Wir betraten das Sprechzimmer und dort warteten bereits Dr. Kirsch und Prof. Schick.
"Guten Morgen Frau Degener" begrüßten mich die Ärzte fast synchron.
"Guten Morgen." grüßte ich mit aufgeregter Stimme zurück. " Sie sind bestimmt schon ganz aufgeregt, seit Ihnen Prof. Klemm die gute Nachricht überbracht hat." stellte Dr. Kirsch fest. Und da lächelte sie mich mir ihren hübschen Augen an als wenn sie einem Lotteriegewinner den Koffer mit den fünf Millionen überreichen wollte. Nunja, gewissermaßen ist es ja ein Hauptgewinn für mich, dachte ich mir.
"Jaa, ich bin super nervös." gestand ich.
"Nun, dann werden wir Ihnen jetzt genauer Erläutern wie es weiter geht. Zunächst aber müssen Sie eine Unterlassungserklärung unterschreiben, welche im Falle von Komplikationen oder unvorhersehbaren Entwicklungen, unsere Forschung schützt." erklärte Prof. Schick.
"Ja, natürlich." Gab ich verstanden zurück.
Prof. Klemm schaltete den Beamer ein welcher ein Bild von zunächst wilden Diagrammen und wirren Linien an die Wand warf.
"Gut, hier sehen Sie die Auswertung Ihrer Untersuchung. Die blauen Linien und Balken stellen Ihre Grundfrequenz dar, welche wir gestern ermittelt haben. Die gelben Anteile stellen die Eigenresonanz Ihrer Stammzellen dar und die grünen Anteile sind der spezifische Abgleich Ihrer DNA.
Ich füge nun die von uns ermittelte Frequenz in das Bild, mit welcher wir Sie dann über die Wandlung dauerhaft beeinflussen."
Fasziniert betrachtete ich das Bild. Die Linien sind in der Tat sehr deckungsgleich.
"Und das wäre das Ergebnis der Diagnose." Prof. Klemm wechselte das Bild auf eine andere Seite. Dort waren ein blauer Balken und ein roter Balken zu sehen.
"Hier sehen sie blau abgebildet Ihren Resonanzwert vor der Wandlung und in rot den Wert nach der Wandlung." Erklärte er.
"Wir haben also den Manipulationsintervall festgelegt und können nun über die Daten, welche wir in die Sonoresonanzmodule transferiert haben, Ihr Stammhirn dauerhaft ansprechen."
Zeitgleich holte er zwei kleine muschelähnliche Kapseln aus einer kleinen Schatulle.
An jeweils beiden Geräten ging ein kleines durchsichtiges Kabel ab. Zumindest sah es aus wie ein Kabel.
"Das sind Ihre Module. In der Kapsel wird die Schwingung in der entsprechenden Frequenz moduliert und an den Schallwellenleiter abgegeben." Der Professor bewegte eines der beiden Kabel leicht hin und her.
"Die Module befestigen wir hinter den Ohren und führen dann die Schallwellenleiter in ihr Ohr. Dort werden sie mit einem kleinen Dorn und Gewebekleber fest positioniert."
"Mit einem Dorn?" fragte ich besorgt. "Ja, ein kleiner Stift welcher sich innerhalb des Hörkanales fixiert. Keine Angst das werden Sie nur durch einen kleinen Druck bemerken. Schmerzen verursacht es nicht."
"Puh, dann bin ich beruhigt. Aber werde ich die Schwingungen hören?"
"Nein Frau Degener, die Schwingungen liegen außerhalb des menschlichen Hörvermögens. Nur Ihr Trommelfell wird sie weiterleiten kann aber kein hörbares Signal daraus modulieren."
Der Professor gab mir eine der Kapseln in die Hand. Ich betrachtete sie von jeder Seite.
"Wie schaltet man sie an und wieder aus?" wollte ich wissen. "Das geht nicht. Die Kapseln haben eine Laufzeit von circa vier Jahren. Sie laufen dauerhaft. Dazu sind sie wasser- und erschütterungsfest. Sie haben also keinerlei Einschränkungen im Alltag. Ebenso sind sie elektromagnetisch abgeschirmt."
Nachdem der Professor mir das alles weiter erklärte, gingen wir in ein Behandlungszimmer. Dort wurden mir die beiden Geräte angebracht. Nachdem sie fixiert waren, konzentrierte ich mich darauf ob ich etwas hören konnte. Aber da war nichts.
"Gut Frau Degener, dann haben wir es. Ich habe hier noch den Patientenbrief für Ihren Hausarzt, welcher von uns ausreichend in Kenntnis gesetzt wird. Vereinbaren Sie bitte einen Termin mit ihm, wenn Sie wieder zuhause sind. Er wird eine Grunduntersuchung bei Ihnen durchführen und den Prozess genau überwachen." klärte mich Prof. Klemm auf. "Und denken Sie bitte daran, das Sie in jedem Quartal zur Zwischenuntersuchung zu uns reisen."
"Gut, ok das mache ich. Was muss ich sonst noch beachten Herr Professor?" versicherte ich mich.
"Über den Vorgang an sich müssen sie Stillschweigen bewahren. Erzählen Sie ihrem Umfeld, das Sie eine Hormonersatztherapie begonnen haben, natürlich sollten Sie sich entsprechend in Ihrem Umfeld erklären. Wenn sie psychotherapeutische Hilfe benötigen nehmen Sie bitte in jedem Fall mit Frau Dr. Stoll Kontakt auf."
" Ja gut, das werde ich. Vielen vielen Dank Herr Professor. Und auch meinen großen Dank an Sie." ich schüttelte allen die Hände und musste vor Glück eine kleine Träne verdrücken.
" Alles Gute Frau Degener. Heute ist der erste Tag Ihres neuen Lebens. Passen Sie gut auf sich auf." wünschte mir Dr.Kirsch.
Ein letztes Mal versank ich in ihren Augen. "Sie finden alleine hinaus?" fragte Prof. Schick.
"Ja klar, vielen Dank." Mit einem kurzen und schmerzlosen "Auf Wiedersehen" verabschiedete ich mich und ging samt meiner Tasche hinaus.
Dann begann es also!
Nachdem ich mich durch das Berliner Geschehen zurück zum Bahnhof verirrt hatte, saß ich nun im Zug Richtung meiner Heimatstadt.
Wieder blickte ich ziellos aus dem Fenster und ließ die Gedanken einfach kommen und gehen.
Schon seltsam, das Gefühl ist jetzt ein ganz anderes. Zwar bin ich äußerlich immer noch ein Mann, innerlich hab ich mich aber nie stärker wie eine Frau gefühlt.
Die Kapseln hinter meinen Ohren waren noch sehr präsent. Ich vermutete es ist wohl ähnlich dem Gefühl, wen man plötzlich eine Brille braucht. An das Gestell muss man sich ja auch erst gewöhnen. Bei den vielen verschiedenen Geräuschen im Abteil versuchte ich gar nicht erst erneut ein Geräusch der Kapseln vielleicht doch wahrzunehmen. Mit dem Gedanken, sie werden wohl ihren Zweck erfüllen, beließ ich es.
Stattdessen wurden die Gedanken, über die nächsten Wochen und die notwendigen Gespräche mit meiner Familie und meines Arbeitgebers immer lauter je näher ich meinem Zielbahnhof kam.
Wie würden sie reagieren, was sagen meine Kollegen? Ich schloss die Augen und versuchte zu entspannen.
Der Zug hielt sachte und sanft mit 35 Minuten Verspätung an meinem Zielbahnhof.
Es war doch schon spät und ich fuhr vom Park and Ride Parkplatz nach Hause.
Bei meinen Eltern war es schon dunkel. Sie gehen ja pünktlich um 22.30h ins Bett.
Ich ging in meine Wohnung und legte meine Tasche ab. Meinen Kulturbeutel stellte ich ins Bad, zog mich aus und legte mich so wie ich war, ins Bett.
Ich wachte auf, mir war ganz komisch und die Wolken zogen sehr rasch an meinem Schlafzimmerfenster vorbei. Die Sonne brannte mir abwechselnd auf die Brust. Ich versuchte sie mit den Händen zu schützen. Doch was war das? Ich fühlte drei massive "Berge" auf meiner Brust. Ich konnte die Augen nicht mehr öffnen und so sehr ich mich anstrengte es gelang mir nicht. Ich fühlte in den Schritt und es schlug mir förmlich auf den Kopf, was ich da fühlte. Mein Penis ist so dick wie ein Regenrohr aber nur halb so kurz wie vorher. Ich rannte in Panik ins Bad. Am Türstock stieß ich mich heftig an der Schulter, da ich ja immer noch nichts sah. Im Bad konnte ich die Augen öffnen und sehen was ich war. Meine Haut sah wie verbrannt aus, vernarbt und uneben. Wie ein Monster. Die Haare waren zur Hälfte und fleckig ausgefallen. Mein Mund und Unterkiefer hingen ganz schief in meinem Gesicht. Der Anblick verstörte mich derart, das ich nach hinten in Ohnmacht viel......
"¦.schweißgebadet wachte ich auf. Ich setzte mich auf und blickte zum Fenster. Es dämmerte. Ich schlug wie in Panik die Bettdecke auf und rannte ins Bad. Ein Stein fiel von meinem Herzen ab. "Nur ein Traum, nur ein Traum" sprach ich laut aus. Meine Haut war noch mit Schweiß benetzt. Ich beschloss erst einmal ausgiebig zu duschen.
Um 7.30h klingelte mein Smartphone. Mein Erinnerungswecker.
Heute bin ich mit meiner Mum verabredet, das Geburtstagsgeschenk für meinen Vater abholen, ehe wir grillen.
Aber ich wußte — ich will das! Sofort!
Ich will meinen weiblichen Körper und mir ist egal was mein Umfeld dazu sagt. Natürlich werde ich meine Familie einweihen müssen ehe sie die schleichenden Veränderungen bemerken.
Das wird schwer. Auf der Arbeit ebenso.
"Herr Degener" holte mich die blonde Frau, welche mir die Tür öffnete aus den Gedanken. "Mein Name ist Kerstin Stoll, ich bin hier in der Abteilung die verantwortliche Ärztin für Psychoanalyse".
Stellte sie sich mir vor und streckte mir gleichzeitig die Hand entgegen.
"Guten Tag, Jonas Degener" begrüßte ich sie nochmals. "Verzeihen Sie mir bitte bei unserer ersten Begegnung die kleine Unhöflichkeit. Wir haben im Team beschlossen dieses Thema bis zu diesem Punkt nicht zu erwähnen. Wir wollten Sie auf keinen Fall zu Beginn verunsichern."
"Ja, ich verstehe Frau Stoll."
"Ich möchte mit Ihnen über Ihren Lebenslauf sprechen und herausfinden wo sie stehen Herr Degener. Wäre das ok für Sie?"
"Ja, sicher. Kein Problem. Was möchten sie wissen?" fragte ich ganz offen.
"Nun am besten Sie erzählen mir von Ihrer Transidentität. Erzählen Sie mir was Ihnen wichtig ist. Wann Sie es das erste Mal bemerkt haben." Empfahl sie während sie Platz nahm und einen Notizblock auf den Tisch legte.
Auch sie hatte so unglaublich tolle Augen. Und eine Brille welche ihr Gesicht so unbemerkt ziert. Ich dachte mir nur " Diesem Engel soll ich alles erzählen, hm". Aber ich beruhigte mich wieder und beschloss dem höheren Ziel zu folgen und meine Hormone zum schweigen zu verdonnern.
" Ich bemerkte es als Kind. Ich war glaube ich, fünf Jahre alt. Meine kleine Schwester Barbara war da ja erst drei Jahre, aber dennoch hat mir ihr Kinderzimmer immer besser gefallen als meines. Meine Mutter hat mich oft aus dem Zimmer geholt, weil ich dort immer spielen wollte statt in meinem. Meine kleine Schwester ist immer von mir geweckt worden und das fand meine Mutter natürlich nicht gut.
Auch im Kindergarten und in der Schule später habe ich immer lieber den Kontakt zu den Mädchen gesucht. Jungs hatte ich in meiner Freundschaft nicht. Gottseidank bin ich da aber ohne große Probleme zurecht gekommen. Das Einzige war eben das ich mich selbst nicht einordnen konnte und auch bemerkte das ich anders bin.
Später in der Pubertät ging es dann richtig los. Ich erwartete eigentlich das mir Brüste wachsen würden. Statt dessen kam aber der Bart."
"Wie war es denn an Kindergeburtstagen? Hatten Sie dann Freunde eingeladen?"
"Ja, natürlich. Ich hatte es immer gemischt. Die Hälfte Jungs und die Hälfte Mädchen. Meine Eltern haben aber schon komisch geguckt was ich mir zu den Geburtstagen wünschte."
"Was war das in der Regel, Herr Degener?" fragte die Psychologin während sie sich Notizen machte.
"Ja das waren Dinge wie ein Kaufmannsladen oder Brettspiele für Mädchen.Sowas eben"
"Mein Vater schenkte mir zum zehnten Geburtstag eine Dampfmaschine. Das fand ich auch interessant aber dennoch stand sie eher in meinem Zimmer herum statt mit ihr zu spielen. Insgesamt kann ich schon sagen das mein Vater wohl etwas enttäuscht war, das ich keine Legosachen wollte oder eine Eisenbahn."
"Verstehe, aber Sie trugen immer Jungenkleidung, oder?"
"Ja, meine Mutter schleppte mich ja immer in die Stadt und kaufte mir Sachen. Bis zu meinem vierzehnten Lebensjahr durfte ich mir nichts selbst aussuchen, höchstens die Farbe oder so."
"Gut, das sagt ja schon viel aus. Wie war es nach der Schule. Nach der Pubertät? Hatten Sie Beziehungen?"
"Erst spät. Mit 18 hatte ich meine erste Freundin. Ich fand sie sehr süß und wollte damals mit ihr nach Australien auswandern um zu studieren. Aber die Beziehung endete recht schnell, nach vier Wochen."
"Hatten Sie auch da Ihr erstes Mal?"
Ich spürte deutlich das ich rot wurde. "Ähm, nein....ja. Es sollte passieren aber mein Kopf hat nicht mitgespielt."
"Inwiefern der Kopf"
Und ich wusste vorher schon das sie nachhakt, wie peinlich. Na gut...
" Ich hatte keine Erektion, das war auch der Grund warum ich mich von ihr wieder trennte. Wir haben es öfter probiert. Aber es ging nicht. Obwohl ich es wollte".
"Und haben Sie die fehlende Erektion für sich begründen können?" fragte die Psychologin mit sanfter Stimme.
"Ja, eigentlich sofort. Ich war so verwirrt ob ich innerlich nun lesbisch bin und dies mit einem männlichen Körper auslebe. Das beschäftigte mich zu sehr und ich hab es nicht geschafft mir ihr darüber zu reden."
"Was haben Sie als Trennungsgrund angegeben?"
"Eigentlich nichts direkt. Ich hab ihr gesagt ich wäre nicht soweit für eine tiefe Beziehung und möchte viel lieber erstmal Single bleiben."
"Hat sie es denn verstanden? Konnte sie damit umgehen?"
"Ja, sie war sehr verständnisvoll und das hat es mir nur noch schwerer gemacht weil ich bemerkt habe das ich eine so verständnisvolle Frau einfach aufgebe wegen meiner Angst. Das hat lange genagt."
"Gut, Herr Degener. Ich denke, dabei belassen wir es erstmal." stellte Frau Stoll fest.
"Eine abschließende Frage hätte ich noch. Wie empfinden Sie die Ansprache mit Ihrem männlichen Pronomen?"
Ich mußte tief durchatmen und fand direkt zur Wahrheit. "Mit Frau und Sie wäre mir nun glaube ich lieber." verkündete ich.
"Haben Sie schon einen weiblichen Namen für sich gewählt?" "Nein, bis jetzt nicht."
"Nun, damit können Sie sich auch noch Zeit lassen, in der Zeit Ihrer Angleichung werden sie ohnehin mit "sie" angesprochen."
"Ja, richtig. Danke"
"Nein, ich hab zu danken Frau Degener. Sie können hier nun warten, bis Sie zu der ersten Untersuchung abgeholt werden. Denken Sie bitte daran, das sie ab nun nichts mehr zu sich nehmen. Das ist notwendig wegen der Lokalanästhesie und Ihrem Blutbild.
"Ja, ok. Ich achte darauf."
Ich hatte noch eine knappe Stunde Zeit. So beschloss ich in den Warteraum zu gehen und etwas zu entspannen. Insgesamt hatte mich die ganze Situation sehr angestrengt. Gerade hatte ich die Augen nicht mehr versucht zu kontrollieren, gegen das Gewicht der Lider, als mich Prof. Klemm aus dem Entspannungszustand holte.
"Frau Degener, kommen Sie dann bitte mit. Es geht los." Ich stand auf und folgte dem Professor hinunter dem Gang bis zu einer weiteren Türe. Dort gab der Professor einen Code in ein Zahlenschloss ein und öffnete die Türe.
Wir gingen in einen größeren Raum der mit gleißend blauen Licht durchflutet war. Aufgeteilt war der Raum durch mehrere kleine Abtrennungen in denen Messgeräte und viele Laborgegenstände bereit standen. Große Lichtanlagen, wie man sie aus Operationssälen kennt, waren an der Decke moniert. Ein leises Summen und rhythmisches Piepen durchdrang den Raum.
"So Frau Degener, wir wollen Ihnen zuerst Blut abnehmen um es im Labor auswerten zu lassen. Bitte legen Sie sich auf die Liege dort drüben."
Der Professor zeigte mit dem Finger in die hintere Ecke des Raumes, wo eine Liege stand und bereits eine Assistentin auf mich wartete.
Ich legte mich hin und die Assistentin fing an mich vorzubereiten. "Frau Degener, das pickst jetzt gleich einmal, bitte nicht erschrecken." warnte sie mich. Und ehe ich zu ende denken konnte rann der rote Saft schon in die Kanüle.
Sie füllte sechs kleine Ampullen mit meinem Blut. Zog die Kanüle wieder raus und versorgte die Wunde. "Bitte noch einige Minuten feste drauf drücken." empfahl sie mir. Ich legte meinen Finger auf die Kompresse und drückte. Ein Glück, schwindelig wurde mir noch nie dabei.
"Frau Degener, wir wären für die Sonoresonanzgraphie soweit. Diese müssen wir vor der Punktierung Ihres Rückenmarkes ausführen, da die Lokalanästhesie unsere Messwerte verfälschen würde.
"Wird das denn wehtun?" fragte ich besorgt. "Nein, Sie werden gar nichts davon merken. Wir schicken Schallwellen durch Ihren Körper und messen die Resonanzen an verschiedenen Punkten wieder ab. Dann werden wir den Computer vergleichen lassen, welche und wie viele weibliche Anteile vorhanden sind. Wenn wir danach Ihre DNA analysiert haben, finden wir Ihre weibliche Grundfrequenz."
"Ah, ok. Dann bin ich beruhigt." erklärte ich.
"Ja, beruhigt sein dürfen Sie, denn es wird von Ihnen verlangt circa eine Stunde ruhig zu liegen. Dazu bekommen Sie ein Muskelentspannungsmittel. Jedes Muskelzucken könnte das Ergebnis beeinflussen. Das möchten wir natürlich vermeiden."
"Ja, natürlich."
"Gut, sind Sie soweit? Dann entkleiden Sie sich bitte da hinten vollständig und legen sich dann ganz entspannt hier rauf."
Der Professor deutete auf die Liege mitten im Raum. Über dieser Liege waren die großen Lampen montiert. Neben den Lampen waren auch noch seltsame Platten an Armen moniert.
"Wozu sind diese Platten, Herr Professor?" "Oh, ja das sind unsere Detektoren. Diese werden nachher bei der Untersuchung Ihr sonoresonanzgrafisches Abbild erfassen und an den Computer weiterleiten." Erklärte der Professor stolz.
Ich kam den Anweisungen des Professors nach und zog mich aus. Legte meine Klamotten auf den Stuhl der in der Ecke stand und legte mich auf die Liege.
Die Assistentin, welche mir das Blut abnahm legte mir ein Stirnband um, welches an den Ohren irgendwelche technischen Dinger dran hatte. "Hier leiten wir die Frequenzen ein." Erklärte sie knapp.
"Ich spritze Ihnen nun ein Muskelentspannungsmittel. Es kann sein, das es am Anfang sehr kalt wirkt und Sie auch eine Erektion bekommen. Diese wird aber nach wenigen Minuten abklingen und wir können beginnen." Ich staunte und war plötzlich verunsichert. Ich sollte hier mitten im Raum nackt liegen und eine Erektion bekommen? Nein, das ging ja gar nicht.
"Können Sie mir nicht solange was überlegen?" Fragte ich besorgt. "Natürlich". Kam knapp von ihr. Sie ging in einen Nebenraum und kam sogleich mit einem dicken Handtuch wieder welches sie über meine Scham legte.
"Ich beginne nun mit dem Einleiten des Serums. Das pickst wieder einmal kurz. Wenn Sie gleich einschlafen möchten ist das kein Problem. Ihr Bewußtsein ist nicht notwendig für die Analyse."
"Alles klar, es kann losgehen. Schicken Sie mich weg."
Ich spürte das Mittel langsam in meinem Oberarm hoch fließen. Ich spürte sogar wie es sich in meiner linken Körperhälfte verteilte und ich langsam kalt wurde. Richtig kalt. Langsam verteilte sich die Kälte auch auf der anderen Seite und tatsächlich, ich bemerkte eine Reaktion im Schritt. Sie schwoll so an das ich fast dachte, er platzt gleich.
Doch nach wenigen Augenblicken wich das Gefühl und ich fühlte das die Erektion abschwoll.
Meine Augenlider wurden schwer und ich beschloss ihnen nachzugeben. Das einzige was ich noch mitbekam war das hochfrequente Piepen in meinen Ohren. Ich könnte es im Nachhinein auch nicht weiter beschreiben. Ein derartiges Geräusch hatte ich im entferntesten noch nie gehört.
"Frau Degener? Frau Degener?" Ich fühlte das irgendwas meinen Oberarm berührte. Ich fühlte mich irgendwie benommen. Irgendwie auch schwebend und auch irgendwie, weiblich. Ja, ich fühlte meinen Penis nicht mehr, stattdessen aber das ich viel schwerer auf der Brust war.
Ich versuchte meine Augen zu öffnen. Dies gelang mir nur ansatzweise. Ich konzentrierte mich regelrecht, wurde aber abgelenkt von dem Gefühl der Wärme in mir.
"Lassen Sie ihre Augen ruhig noch einige Minuten geschlossen, Frau Degener. Gleich werden sie von selbst aufgehen wollen. Wir haben Ihnen ein neutralisierendes Mittel intravenös verabreicht um
die Muskelentspannung zu neutralisieren." erklärte mir die Assistentin.
"Ich fühle mich so......so......." mehr konnte ich nicht raus bringen.
"So unvollständig und doch mehr als komplett?" half mir die Assistentin. "Ja, ja genau. Das ist es" lallte ich noch ganz schlaftrunken.
"Das ist völlig normal Frau Degener, es hört in ein paar Minuten auf. Wir betrachten dies als Reflektion aus dem Unterbewusstsein durch die Behandlung."
"Ok, gut. Sie haben wunderschöne Augen." gab ich noch ganz benommen der Assistentin preis. Ich fühlte das freche Grinsen in meinem Gesicht. Und je mehr ich mir dies in dem Zustand vorstellte, umso mehr musste ich grinsen. So muss sich LSD anfühlen, mutmaßte ich.
"Jaja, vielen Dank. Gleich wird alles besser." beruhigte sie mich. "Wie lange war ich weg?" wollte ich wissen. "Eine Stunde und fünfunddreißig Minuten." bestätigte die Assistentin.
Nach ein paar weiteren Minuten fühlte ich mich wieder wach und warm. In der Zwischenzeit hatte man viele Geräte und Bestecktische an meine Liege herangebracht.
"Wir werden ihnen jetzt die Lokalanästhesie verabreichen. Seien Sie unbesorgt, das ist ein Routineeingriff und wird nur einige Minuten dauern. Sie werden zwar unter der Betäubung wach bleiben, spüren werden Sie aber nichts." Erklärte der Professor. Mittlerweile waren auch Prof. Schick und Dr. Kirsch eingetroffen.
"Wir rollen Sie jetzt auf die Seite um die Biopsie durchzuführen" erklärte Dr. Kirsch.
Ich spürte wie mein Lendenbereich langsam taub wurde. Die Betäubung erfüllte ihren Zweck. Ein seltsames Gefühl. So etwas hatte ich noch nie vorher. Nur vielleicht im Fernsehen gesehen.
"Spüren Sie das?" fragte mich Prof. Schick. Ich wusste nicht was er meinte. "Nein, ich spüre nichts." bestätigte ich.
"Gut dann beginnen wir. Bitte bleiben Sie solange ganz ruhig liegen, bis wir Ihnen sagen das sich wieder bewegen dürfen."
"Ok, mache ich."
Ich hätte mich sowieso nicht bewegt. Oder irgendwas ohne Aufforderung gemacht. Zu groß war der Respekt davor, das jemand an meinem Rückenmark herum operiert. Schließlich wäre es wohl das Schlimmste wegen so was im Rollstuhl zu landen.
"Die Kanüle sitzt. Wir können jetzt die Probe auffangen." erklärte Prof. Schick. "Ja gut." bestätigte Dr. Kirsch und hielt ein Gefäß bereit. Langsam wurde die Probe der Biopsie auf eine Glasplättchen abgegeben und hermetisch versiegelt
"So, das wars schon." signalisierte Dr. Kirsch. "Wir werden Sie jetzt auf den Bauch drehen und so bleiben Sie bitte liegen bis die Betäubung zurückgeht." Wies Dr. Kirsch an.
"Gut, bringen wir sie auf das Zimmer." ja, sie muß jetzt ruhen. "Wollen wir noch die Infusion legen?" "Ja, sicher."
"Schwester Joline, legen Sie bitte noch eine Ringerlösung mit 2mg Novalginzugabe."
Gab Prof. Schick an.
Die Assistentin legte mir einen Zugang in den Handrücken und daran einen Schlauch der in einer Flasche Kochsalzlösung endete."Falls Ihnen schlecht wird drücken Sie bitte diesen Knopf."
Sagte Schwester Joline zu mir als sie mir ein kleines Gerät in die Hand drückte.
"Frau Degener, Schwester Jolin bringt Sie jetzt auf Ihr Stationszimmer. Versuchen Sie bitte die nächsten Stunden zu schlafen oder wenigstens entspannt zu ruhen."
"Ich gebe mein Bestes." versprach ich. "Interessant", dachte ich mir. Die hübsche Assistentin heißt Joline.
Aber das ganze Prozedere machte mich so fertig, das ich schon auf dem Weg in das Zimmer einschlief. Dieses intensive Gefühl des Einschlafens hatte ich noch nie so war genommen. Ich war so grundehrlich müde, wie ich es nie zuvor war. Das Schönste aber war, das ich nach der psychologischen Untersuchung als Frau angesprochen wurde. Mit diesem Gedanken schwebte ich weg.
Als ich meine Augen öffnete, schien die Morgensonne durch mein Fenster und leuchtete die andere Seite des Zimmers aus. Der Raum war wie alle anderen Räume sehr futuristisch und eher kühl ausgestattet. Auf dem Stuhl neben meinem Bett stand meine Tasche und ich hatte noch immer den Notschalter in der Hand.
Ich mutmaßte wie spät es wohl ist. Ich hatte keine Idee. So beschloß ich die Morgensonne zu genießen und in diesem unsagbar bequemen Bett einfach noch ein wenig meine Gedanken zu genießen.
Ja, ich konnte es gebrauchen, denn ich freute mich schon auf die Ergebnisse der Untersuchung und darauf das man mir sagt, ich werde vollständig wieder hergestellt. Ja, das ist der richtige Ausdruck, vollständig hergestellt.
Seltsamerweise störte mich der Gedanke auch nicht mehr, was ich meinem Umfeld sagen würde. Es war plötzlich doch nur klar, das ich diesen Schritt gehen würde. Zwar würde ich niemals meine Transidentität als eine Krankheit bezeichnen, statt vielmehr eines biologischen Irrtums, doch hat es Befunde zur Folge. Und was ich im Internet alles gelesen hatte. In Foren und Webseiten von Selbsthilfegruppen. Das sehr viele Menschen so sehr darunter leiden das sie sich ihr Leben nehmen möchten oder in eine schwere Suchtkrankheit verfallen.
Bei diesen Gedanken wurde mir eines klar. Ich, die Person welche nie in die Öffentlichkeit gegangen ist, immer nur stiller Beobachter der gesellschaftlichen Geschehen war, sollte jetzt der Urtypus einer kompromisslosen Angleichung werden. Mein Gott, sie werden mich Transdolly nennen oder so. "Nach dem ersten geklonten Schaf benannt werden", beschlich mich ein kleiner Zweifel welchen ich aber mit stillem Gelächter ins Positive kehrte.
Ein harsches Klopfen an der Türe unterbrach meine morgendliche Gedankenflut. Ich erwiderte mit einem freundlichen "Ja, bitte" . "Guten Morgen Frau Degener, wie haben Sie geschlafen?" fragte mich Professor Klemm als er eintrat und die Türe hinter sich schloss. "Guten Morgen Herr Professor.Wie ein Murmeltier." beurteilte ich.
"Das ist gut Frau Degener. Ich habe positive Neuigkeiten für Sie. Dr. Kirsch und Prof. Schick haben über die letzte Nacht Ihre DNA-Sequenz vollständig analysiert und den Abgleich mit der sonoresonanzgrafischen Aufzeichnung hergestellt." Ich konnte es gar nicht erwarten was der Professor mir gleich sagen wird. Ich fühlte mich wieder wie ein Kind an Weihnachten kurz bevor man den Weihnachtsbaum sehen durfte. Ich war so aufgeregt, es kribbelte am ganzen Körper und meine Hände wurden warm und schweißnass.
"Frau Degener, Sie verfügen über das absolute Vorbild einer geeigneten DNA für unseren Wandlungsversuch. Das bedeutet, Sie werden mit einer achtundneunzig prozentigen Wahrscheinlichkeit vollständig angeglichen."
Ich bemerkte die Energie der Freude in mir Aufsteigen und musste diese nun loswerden. Ich stand aus dem Bett auf und umarmte den Professor. Im selben Moment fiel mir auf das ich eine solche impulsive Handlung noch nie erlebt hatte. Aber ich war so voll von Freude und diesem unermesslichen Gefühl der Hoffnung und Zuversicht.
"Alles gut, Frau Degener." kam sichtlich überrascht von Prof. Klemm während er sehr sachte meine Umarmung erwiderte. Natürlich sehr professionell und doch empathisch.
"Wir holen Sie nach dem Frühstück in das Behandlungsgespräch."
Ich konnte es nicht glauben. Ich musste es erst mal sacken lassen und entschied ein ausgiebiges Duschbad zu nehmen. Im Bad hing ein großer Spiegel, in dessen ich mich ausgiebig betrachtete. Da fiel mir ein, vielleicht sollte ich eine Fotodokumentation meiner Wandlung anfertigen. Jede Woche ein Bild. Gedacht, getan. Ich holte mein Smartphone und fotografierte mich im Spiegel. Ich musterte mich von Kopf bis Fuß. Dabei fragte ich mich wie ich wohl als Frau aussehen würde. Mir vielen meine knabenhaften Hüften auf und die breite Schulter. Muskeln hatte ich nie viel. War eigentlich immer der schmale Typ. Auch meine Füße waren mit Größe 42 nicht die größten. Doch der Kopf. Zum ersten Mal fiel mir auf wie groß mein Kopf ist. Sollte der Schädel sich auch zurückentwickeln?
Nach dem Duschbad zog ich mich an, während die Schwester schon mein Frühstückstablett in das Zimmer brachte und es mit einem freundlichen "Guten Morgen Frau Degener" auf den Tisch stellte. "Lassen Sie es sich schmecken" kam noch freundlich von ihr als sie das Zimmer wieder verließ. Ich konnte durch die halb geöffnete Badezimmertüre nur noch ein "Danke sehr" hinterherrufen.
Und ja, das Frühstück war grandios. Ich erwartete eigentlich fade schmeckenden Kaffee und Pappkartonbrot mit Döschenmarmelade. So wie man es aus Krankenhäusern eben kennt.Aber als ich den Deckel öffnete waren da Rührei und aufgebackenes Brot. Der Kaffee roch sehr aromatisch und schmeckte herrlich.
"Ich muss wohl das Firstclass-Frühstück haben" dachte ich mir laut aus. Es schmeckte unglaublich lecker und ließ nichts auf dem Tablett zurück. Noch nicht mal den Joghurt, obwohl Joghurt gar nicht so mein Ding ist. Aber ich hatte einen wahnsinnigen Hunger. Dem Gefühl gab ich bedingungslos nach. Mit dem letzten Bissen im Mund meldete sich mein Smartphone. Eine Nachricht von meiner Mutter: "Hallo Jonas, na wie ist es in Berlin? Hast Du eine gute Unterkunft? Melde Dich doch mal. Mama."
Jonas? Wer war Jonas? Ok, gestern war ich es noch. Aber es fühlt sich ein wenig so an als hätte ich Jonas nie gekannt. Ich merkte, das mich der Prozess gedanklich von ganz weit weg abholt.
Was schreib ich jetzt zurück? Ich muss sie ja anlügen. Ich kann ja schlecht über einen Nachrichtendienst mal eben die Wahrheit erzählen. Nein, das geht nicht. Ah, ich schreib das:
"Hallo Mama, Berlin ist eine unglaubliche Stadt. Es ist viel interessanter hier als ich dachte. Ich werde heute aber ja wieder zurück fahren. Vielleicht sehen wir uns ja noch, wenn es nicht zu spät wird. LG Jonas"
Mit dem Absenden der Nachricht überkam mich ein Gefühl des Grauens. Ich lüge nicht gerne und doch hab ich es schon mein Leben lang gemacht. Ich hatte meiner Mutter nie etwas darüber erzählt. Was macht mich eigentlich sicher, das sie kein Verständnis für mich haben sollte? Kann es sein das ich aufgrund meiner Scham und meiner Bedenken ihr eine Reaktion angedichtet habe? Ich hätte es vielleicht probieren sollen, indirekt. In einem beiläufigen Gespräch über transidente Menschen. Aber vermutlich wäre es darauf hinausgelaufen das ich ihr erst einmal den Unterschied zwischen Transidentität, Transsexualität und Transvestismus erklären hätte müssen.
Ich beschloss nicht weiter darüber zu grübeln. Es macht an dieser Stelle sowieso keinen Sinn. Sie wird es erfahren. Zu einem geeigneten Zeitpunkt, wenn ich wieder zuhause bin.
Nachdem ich mich fertig gemacht hatte, holte mich Prof. Klemm ab zur großen Besprechung. Ich war unglaublich aufgeregt. Es sollte also heute beginnen.
Wir betraten das Sprechzimmer und dort warteten bereits Dr. Kirsch und Prof. Schick.
"Guten Morgen Frau Degener" begrüßten mich die Ärzte fast synchron.
"Guten Morgen." grüßte ich mit aufgeregter Stimme zurück. " Sie sind bestimmt schon ganz aufgeregt, seit Ihnen Prof. Klemm die gute Nachricht überbracht hat." stellte Dr. Kirsch fest. Und da lächelte sie mich mir ihren hübschen Augen an als wenn sie einem Lotteriegewinner den Koffer mit den fünf Millionen überreichen wollte. Nunja, gewissermaßen ist es ja ein Hauptgewinn für mich, dachte ich mir.
"Jaa, ich bin super nervös." gestand ich.
"Nun, dann werden wir Ihnen jetzt genauer Erläutern wie es weiter geht. Zunächst aber müssen Sie eine Unterlassungserklärung unterschreiben, welche im Falle von Komplikationen oder unvorhersehbaren Entwicklungen, unsere Forschung schützt." erklärte Prof. Schick.
"Ja, natürlich." Gab ich verstanden zurück.
Prof. Klemm schaltete den Beamer ein welcher ein Bild von zunächst wilden Diagrammen und wirren Linien an die Wand warf.
"Gut, hier sehen Sie die Auswertung Ihrer Untersuchung. Die blauen Linien und Balken stellen Ihre Grundfrequenz dar, welche wir gestern ermittelt haben. Die gelben Anteile stellen die Eigenresonanz Ihrer Stammzellen dar und die grünen Anteile sind der spezifische Abgleich Ihrer DNA.
Ich füge nun die von uns ermittelte Frequenz in das Bild, mit welcher wir Sie dann über die Wandlung dauerhaft beeinflussen."
Fasziniert betrachtete ich das Bild. Die Linien sind in der Tat sehr deckungsgleich.
"Und das wäre das Ergebnis der Diagnose." Prof. Klemm wechselte das Bild auf eine andere Seite. Dort waren ein blauer Balken und ein roter Balken zu sehen.
"Hier sehen sie blau abgebildet Ihren Resonanzwert vor der Wandlung und in rot den Wert nach der Wandlung." Erklärte er.
"Wir haben also den Manipulationsintervall festgelegt und können nun über die Daten, welche wir in die Sonoresonanzmodule transferiert haben, Ihr Stammhirn dauerhaft ansprechen."
Zeitgleich holte er zwei kleine muschelähnliche Kapseln aus einer kleinen Schatulle.
An jeweils beiden Geräten ging ein kleines durchsichtiges Kabel ab. Zumindest sah es aus wie ein Kabel.
"Das sind Ihre Module. In der Kapsel wird die Schwingung in der entsprechenden Frequenz moduliert und an den Schallwellenleiter abgegeben." Der Professor bewegte eines der beiden Kabel leicht hin und her.
"Die Module befestigen wir hinter den Ohren und führen dann die Schallwellenleiter in ihr Ohr. Dort werden sie mit einem kleinen Dorn und Gewebekleber fest positioniert."
"Mit einem Dorn?" fragte ich besorgt. "Ja, ein kleiner Stift welcher sich innerhalb des Hörkanales fixiert. Keine Angst das werden Sie nur durch einen kleinen Druck bemerken. Schmerzen verursacht es nicht."
"Puh, dann bin ich beruhigt. Aber werde ich die Schwingungen hören?"
"Nein Frau Degener, die Schwingungen liegen außerhalb des menschlichen Hörvermögens. Nur Ihr Trommelfell wird sie weiterleiten kann aber kein hörbares Signal daraus modulieren."
Der Professor gab mir eine der Kapseln in die Hand. Ich betrachtete sie von jeder Seite.
"Wie schaltet man sie an und wieder aus?" wollte ich wissen. "Das geht nicht. Die Kapseln haben eine Laufzeit von circa vier Jahren. Sie laufen dauerhaft. Dazu sind sie wasser- und erschütterungsfest. Sie haben also keinerlei Einschränkungen im Alltag. Ebenso sind sie elektromagnetisch abgeschirmt."
Nachdem der Professor mir das alles weiter erklärte, gingen wir in ein Behandlungszimmer. Dort wurden mir die beiden Geräte angebracht. Nachdem sie fixiert waren, konzentrierte ich mich darauf ob ich etwas hören konnte. Aber da war nichts.
"Gut Frau Degener, dann haben wir es. Ich habe hier noch den Patientenbrief für Ihren Hausarzt, welcher von uns ausreichend in Kenntnis gesetzt wird. Vereinbaren Sie bitte einen Termin mit ihm, wenn Sie wieder zuhause sind. Er wird eine Grunduntersuchung bei Ihnen durchführen und den Prozess genau überwachen." klärte mich Prof. Klemm auf. "Und denken Sie bitte daran, das Sie in jedem Quartal zur Zwischenuntersuchung zu uns reisen."
"Gut, ok das mache ich. Was muss ich sonst noch beachten Herr Professor?" versicherte ich mich.
"Über den Vorgang an sich müssen sie Stillschweigen bewahren. Erzählen Sie ihrem Umfeld, das Sie eine Hormonersatztherapie begonnen haben, natürlich sollten Sie sich entsprechend in Ihrem Umfeld erklären. Wenn sie psychotherapeutische Hilfe benötigen nehmen Sie bitte in jedem Fall mit Frau Dr. Stoll Kontakt auf."
" Ja gut, das werde ich. Vielen vielen Dank Herr Professor. Und auch meinen großen Dank an Sie." ich schüttelte allen die Hände und musste vor Glück eine kleine Träne verdrücken.
" Alles Gute Frau Degener. Heute ist der erste Tag Ihres neuen Lebens. Passen Sie gut auf sich auf." wünschte mir Dr.Kirsch.
Ein letztes Mal versank ich in ihren Augen. "Sie finden alleine hinaus?" fragte Prof. Schick.
"Ja klar, vielen Dank." Mit einem kurzen und schmerzlosen "Auf Wiedersehen" verabschiedete ich mich und ging samt meiner Tasche hinaus.
Dann begann es also!
Nachdem ich mich durch das Berliner Geschehen zurück zum Bahnhof verirrt hatte, saß ich nun im Zug Richtung meiner Heimatstadt.
Wieder blickte ich ziellos aus dem Fenster und ließ die Gedanken einfach kommen und gehen.
Schon seltsam, das Gefühl ist jetzt ein ganz anderes. Zwar bin ich äußerlich immer noch ein Mann, innerlich hab ich mich aber nie stärker wie eine Frau gefühlt.
Die Kapseln hinter meinen Ohren waren noch sehr präsent. Ich vermutete es ist wohl ähnlich dem Gefühl, wen man plötzlich eine Brille braucht. An das Gestell muss man sich ja auch erst gewöhnen. Bei den vielen verschiedenen Geräuschen im Abteil versuchte ich gar nicht erst erneut ein Geräusch der Kapseln vielleicht doch wahrzunehmen. Mit dem Gedanken, sie werden wohl ihren Zweck erfüllen, beließ ich es.
Stattdessen wurden die Gedanken, über die nächsten Wochen und die notwendigen Gespräche mit meiner Familie und meines Arbeitgebers immer lauter je näher ich meinem Zielbahnhof kam.
Wie würden sie reagieren, was sagen meine Kollegen? Ich schloss die Augen und versuchte zu entspannen.
Der Zug hielt sachte und sanft mit 35 Minuten Verspätung an meinem Zielbahnhof.
Es war doch schon spät und ich fuhr vom Park and Ride Parkplatz nach Hause.
Bei meinen Eltern war es schon dunkel. Sie gehen ja pünktlich um 22.30h ins Bett.
Ich ging in meine Wohnung und legte meine Tasche ab. Meinen Kulturbeutel stellte ich ins Bad, zog mich aus und legte mich so wie ich war, ins Bett.
Ich wachte auf, mir war ganz komisch und die Wolken zogen sehr rasch an meinem Schlafzimmerfenster vorbei. Die Sonne brannte mir abwechselnd auf die Brust. Ich versuchte sie mit den Händen zu schützen. Doch was war das? Ich fühlte drei massive "Berge" auf meiner Brust. Ich konnte die Augen nicht mehr öffnen und so sehr ich mich anstrengte es gelang mir nicht. Ich fühlte in den Schritt und es schlug mir förmlich auf den Kopf, was ich da fühlte. Mein Penis ist so dick wie ein Regenrohr aber nur halb so kurz wie vorher. Ich rannte in Panik ins Bad. Am Türstock stieß ich mich heftig an der Schulter, da ich ja immer noch nichts sah. Im Bad konnte ich die Augen öffnen und sehen was ich war. Meine Haut sah wie verbrannt aus, vernarbt und uneben. Wie ein Monster. Die Haare waren zur Hälfte und fleckig ausgefallen. Mein Mund und Unterkiefer hingen ganz schief in meinem Gesicht. Der Anblick verstörte mich derart, das ich nach hinten in Ohnmacht viel......
"¦.schweißgebadet wachte ich auf. Ich setzte mich auf und blickte zum Fenster. Es dämmerte. Ich schlug wie in Panik die Bettdecke auf und rannte ins Bad. Ein Stein fiel von meinem Herzen ab. "Nur ein Traum, nur ein Traum" sprach ich laut aus. Meine Haut war noch mit Schweiß benetzt. Ich beschloss erst einmal ausgiebig zu duschen.
Um 7.30h klingelte mein Smartphone. Mein Erinnerungswecker.
Heute bin ich mit meiner Mum verabredet, das Geburtstagsgeschenk für meinen Vater abholen, ehe wir grillen.
Ziel: Human being -> Ist Dein Ziel erreicht, war es zu niedrig angesetzt -> Der Weg ist das Ziel!
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Conny-Andrea
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Re: Trans„Z
Hallo Mina,
schöne Geschichte, aber sicher nur der erste Teil.
Diese "Wandlung" ist auch eine interessante Theorie. Ich hatte früher immer den "Traum", das eine Gehirntransplantation von meinem schlechten Mannkörper in den absolut perfekten Fraukörper möglich wäre.
Zurück zur Geschichte. Du hast einen guten Schreibstil, flüssig, unterhaltsam und mitziehend. Du hast reales und unrealistisches miteinander verknüpft und dadurch den Anschein von Echtheit erzeugt. Wirklich toll geschrieben. Aber das kann ja nur die Einleitung zur richtigen Story sein, oder.
Den Titel verstehe ich leider nicht, aber vielleicht habe ich nur einen Knoten im Hirn.
Vielen Dank für diese schöne Unterhaltung.
Liebe Grüße von Conny-Andrea
schöne Geschichte, aber sicher nur der erste Teil.
Diese "Wandlung" ist auch eine interessante Theorie. Ich hatte früher immer den "Traum", das eine Gehirntransplantation von meinem schlechten Mannkörper in den absolut perfekten Fraukörper möglich wäre.
Zurück zur Geschichte. Du hast einen guten Schreibstil, flüssig, unterhaltsam und mitziehend. Du hast reales und unrealistisches miteinander verknüpft und dadurch den Anschein von Echtheit erzeugt. Wirklich toll geschrieben. Aber das kann ja nur die Einleitung zur richtigen Story sein, oder.
Den Titel verstehe ich leider nicht, aber vielleicht habe ich nur einen Knoten im Hirn.
Vielen Dank für diese schöne Unterhaltung.
Liebe Grüße von Conny-Andrea
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Mina
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Re: Trans„Z
Huhu
Vielen Dank für Eure Kritiken
Ich hatte ja vorneweg geschrieben, das es vielleicht eine Fortsetzung gibt. Aber schreiben kann ich immer auch nur, wenn es die Zeit erlaubt. Für Eure Anmerkungen zum Ende der Geschichte deute ich nochmal auf den Schlüsselsatz hin
:

Vielen Dank für Eure Kritiken
Ich hatte ja vorneweg geschrieben, das es vielleicht eine Fortsetzung gibt. Aber schreiben kann ich immer auch nur, wenn es die Zeit erlaubt. Für Eure Anmerkungen zum Ende der Geschichte deute ich nochmal auf den Schlüsselsatz hin
Wo begann der Traum und warum hat er so geendet? Wie geht es an diesem Tag weiter? Das wäre die mögliche Fortsetzung.Mina hat geschrieben: Fr 27. Okt 2017, 14:08 Heute bin ich mit meiner Mum verabredet, das Geburtstagsgeschenk für meinen Vater abholen, ehe wir grillen.
Ziel: Human being -> Ist Dein Ziel erreicht, war es zu niedrig angesetzt -> Der Weg ist das Ziel!
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rebecca58
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Re: Trans„Z
Hallo Mina, eine schöne Geschichte, es ist immer wieder faszinierend welche Fantasie wir hier entwickeln. Echt schön. Ich bin gespannt wie es weitergeht.
Gruß Rebecca
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Bibi Melina
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Re: Trans„Z
hallo mina
erst jetzt bin auf diese geschichte gestossen
schade das du sie nicht weiter schreibst es wäre doch interessant zu wissen ob das was dieser Prof. Klemm da vons ich gegen hatte wahr wird
mit lieben gruß die Bibi-Melina
erst jetzt bin auf diese geschichte gestossen
schade das du sie nicht weiter schreibst es wäre doch interessant zu wissen ob das was dieser Prof. Klemm da vons ich gegen hatte wahr wird
mit lieben gruß die Bibi-Melina
Glaube an Wunder, Liebe und Glück! Schaue nach vorn und niemals zurück! Tu was du willst, und steh dazu, denn dieses Leben lebst nur du