Wir waren fünfunddreissig oder so, und wir waren richtig fanatische Spieler. Sogar in der Mittagspause im Betrieb, das Essen ausfallen lassen, ab in die Betriebsumkleide, kurz in die Tennissschuhe geschlüpft, das Trikot übergezogen und eine, zwei Runden Squash gespielt. Hinterher schweissnass aber happy, weil man seinen Gegner "abgezogen" hatte. Ich erinnere mich, einmal hatte mein Gegner blutige Hände, weil ihn mein Schlag unglücklich auf die Hand getroffen hatte. Das war übrigens mein damaliger Chef. Ob der sich heute noch dran erinnert?
Ich war so vernarrt in das Spiel, dass ich auf Geschäftsreisen die Schläger dabeihatte, so wie andere ihre Joggingschuhe. Für abends.
Von Valerie wusste ich in dieser Zeit noch nichts, besser gesagt, ich wußte schon von ihr, sie war da, aber sie blieb im Hintergrund. Valerie hatte damals einfach Pause, es gibt längere Phasen in meinem Leben, wo Valerie sich quasi versteckt im Hintergrund aufhielt. Also, in die Squashhalle hatte sie sich nicht reingetraut, dazu war das Spiel zu schnell, zu hart, und wie gesagt, manchmal haute man sich auf auf die Finger, irrtümlicherweise.
Eine sehr schöne Erinnerung, die damaligen Jahre. Ob mit oder ohne Valerie. Ob heute noch irgendwo Squash gespielt wird? Würde irgendwie nicht mehr in die Jetztzeit passen, glaube ich wenigstens.
Lieben Gruß, Valerie