Liebe Kerstin.
Oooh, wie gut kann ich, können wohl soviele hier, deine Worte nachvollziehen.
Diese Sehnsucht, die Sachen selber einmal anzuziehen. Diese Kleidung, die doch eigentlich den Mädchen und Frauen vorbehalten war.
Diese Angst erwischt zu werden und sich auszumalen, was dann passieren könnte.
Diese Panik, wenn dieser Fall eingetreten ist und man (Kind) einfach nicht weiß, was jetzt passiert.
Diese Hilflosigkeit wenn Mutter dann droht, ....... damit droht alles Vater zu erzählen, ...... und ins Heim gesteckt zu werden.
Diese Verzweiflung, die Schläge, die Drohungen, ........... sie lassen einen hilflos zurück.
Und dabei wollte man doch nur einmal, für ganz kurze Zeit spüren, wieder einmal spüren, wie es sich anfühlt, die richtige Kleidung zu tragen.
Endlich wieder einmal ein Kleid anzuziehen, spitzenverzierte Wäsche, seidige Strümpfe, hochhackige Schuhe und Mutters Lippenstift zu schmecken.
Einiges ist damals in den 60er Jahren, innen drin, an der Seele, kaputt gegangen, kaputt gemacht worden.
Um so froher bin ich jetzt, dass ich nun, seit über 20 Jahren, mithin inzwischen ein gutes Drittel meines Lebens, mich nicht mehr verstecken muss.
Dass ich im Rückblick mein absolut bestes Stück meines Lebens, jetzt so lebe wie ich möchte.
Dass ich diesen Gefühlen Raum geben kann. Dass Juliane leben kann und so viele um mich herum, mich so akzeptieren oder tolerieren.
Ich Glückspilz ich

Die mich kennen mögen mich. Die mich nicht mögen können mich. Frei nach Konrad Adenauer