Um es deutlich zu machen: Statistiker gehen davon aus, dass 7,4 Prozent der Menschen in Deutschland queer sind. Aber nach wie vor kämpfen Queers um Sichtbarkeit und gegen Diskriminierung. Auf Amrum hat sich jetzt die QuAC (Queer Amrum Community) gegründet, die dem entgegen wirken möchte. Nur wie?
https://www.shz.de/lokales/amrum-foehr- ... t-42071703
Wie die Queer Amrum Community queeren Menschen Halt geben möchte
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Anne-Mette
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Re: Wie die Queer Amrum Community queeren Menschen Halt geben möchte
Fängt das Dilemma nicht schon viel früher an ? Ist nicht die Einteilung in queer und nicht-queer/normal/was-auch-immer nicht bereits das Problem. Mit dem Etikett "queer" grenzen wir uns bereits selber aus. Was würde passieren, wenn wir Menschen nicht mehr in Kategorien eingeteilt werden ? Es ist nicht das Wir-gegen-die-Anderen" denken, das das eigentliche Problem darstellt ?
Ich habe neulich einen Beitrag (kein queer-Thema) gehört, in dem es u.a. um individualistische und kollektivistische Gesellschaften ging. Aber die Unterscheidung ist doch gar nicht erforderlich. In dem wir jedes Individuum als solches anerkennen, kann daraus ein kollektivistisches (d.h. für mich soziales) Element einer Gesellschaft sein. Es geht letztlich darum, andere Menschen zu respektieren, wie sie sind. Jede Form von Ab- und Ausgrenzung ist Gift für eine Gesellschaft.
Das fängt bei jedem Einzelnen an. Wo grenze ich jemanden aus ? Denn das bedeutet auch, dass ich mich von anderen Menschen ausgrenze. Ein Satz wie "Ich bin queer" kann auf zweierlei Art gelesen werden. Zum Einen als Beschreibung einer eigenen persönlichen Qualität und zum Anderen als Distanzierung zum "Rest der Welt".
Aber wozu brauche ich denn den Satz überhaupt ? Braucht es eine Beschreibung des eigenen Wesens, wenn es ohne Bedeutung sein soll ? Wieso brauchen wir Foren wie dieses hier, Diskussionen, Filme etc. Um über Trans zu berichten und auszutauschen ? Wenn wir jetzt auf andere zeigen, in dem wir fehlende Anerkennung beklagen, machen wir mMn bereits einen Fehler. Die naheliegende Antwort heißt mMn "Sichtbarkeit". Wenn tatsächlich über 7 % der Menschen nicht in das hetero-normative Raster passen, wäre die Sichtbarkeit nicht vernachlässigbar, sondern stellte bereits eine bedeutsame Größe dar.
Ich finde es sehr entlarvend, wenn man solche Zahlen in den Raum stellt. Wieso gehören manche Menschen zu einer Gruppe "LGBTxxx" dazu und manche nicht ? Hängen wir noch ein paar Buchstaben hinten dran, dann werden es immer mehr Menschen, die dazu gehören. Das wird dann so absurd, dass die "Normalen" zur Minderheit werden.
Und genau da sehe ich die Lösung. Mit irgend einer Eigenschaft gehört jeder Mensch zu einer Minderheit. Das kennzeichnet alle Menschen als Individuen. Auf der anderen Seite sind Menschen soziale Wesen, die interagieren und aufeinander angewiesen sind. Jede Form der Abgrenzung ist Gift für den Zusammenhalt und die Kooperation. Und die Abgrenzung fängt in den eigenen Köpfen an. Ich denke, hier muss man als erstes ansetzen. Als
Transmensch weiß ich, dass ich in beiden Geschlechtern agieren und denken kann. Aber mir ist auch bewusst, dass bereits die Unterscheidung Mann-Frau eine Abgrenzung darstellt. Wie viel Leid steckt bereits in dieser Abgrenzung ?! Ich glaube, wir brauchen ein neues Denken, wenn wir "Menschheit" ernst nehmen. Wir brauchen ein Kollektiv, in dem die Elemente individualistisch sind. Das ist eine Utopie, aber es ist ein Lösungsansatz, der in vielen Bereichen gesehen, aber noch nicht konsequent zu Ende gelebt wird. Er steckt in den Weltreligionen, aber auch in Systemen wie dem Kommunismus u.a. Er steckt auch in der Demokratie und in der Charta für Menschenrechte. Man braucht es nur zu leben ...
Viele Grüße
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.