Ich verstehe mich selbst nicht!?
Ich verstehe mich selbst nicht!?

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Parzifal

Ich verstehe mich selbst nicht!?

Post 1 im Thema

Beitrag von Parzifal »

Gestern habe ich mich das erste Mal bewusst geoutet nachdem ich jahrelang meine Neigungen unterdrückt und verschwiegen habe bei einem jahrelangen guten Freund mit seiner Freundin.

Und ich kann eigentlich gar nicht mehr anders, ich muss reden letzendlich. Als Kind bemerkte ich es schon das ich gewisse Neigungen habe und es cool empfand als mich meine Mutter fragte als was ich mich im Fasching den verkleiden möchte, war aber nicht jedes Fasching dann so muss ich dazu sagen. Aber ich glaube die Antwort ist klar, sonst wäre ich auch nicht in diesem Forum unterwegs. Ja als Mädchen, und das gefiel mir auch. Mit 14/15 hatte ich dann eine Phase als ich bei Pflegeeltern wohnte mir die Klamotten und die Schminksachen von meiner Pflegeschwester anzuziehen und kauften auch gemeinsam noch andere Schminksachen ein, sowie falsche Fingernägel und eine Perücke hatte ich damals noch von meiner Mutter, die sie mir gab. Meine echte Mama sowie auch meine Pflegemama hatten nie ein Problem damit als ich das tat, mich als Frau anzuziehen und ich empfand es als lustig und erregend. Meine Pflegeschwester half mir auch beim Schminken damals und hatte sehr viel Freude daran was ich bemerkte, das ging dann soweit das ich den Mut hatte mit ihr gemeinsam rauszugehen als Frau verkleidet mit Strumpfhose, Mittellanges Röckchen und sexy Bluse, schwarzen Pumps mit demensprechenden BH, der mit Socken gefühlt war.

Ich hatte auch kein Problem damit, nur etwas schüchtern war ich schon, und meine Stimme konnte ich noch nie gut weiblich verstellen. Ich hatte aber irgendwie das Gefühl das dies nicht mal wer bemerkte das ich ein Typ war der als Frau versucht rumzulaufen, außer eben gerademal eine oder zwei Frauen, wo ich ihre lächelnden Blicke, aber nicht abgeneigt negativem Blicke, lesen konnte was sie sahen. Es bliebe auch nicht bei dem einen Mal rausgehen so, und manchmal schlafte ich auch mit meiner halben Montur, auch wenn es eine ordentliche Arbeit in der Früh war wieder so hergerichtet zu sein, da waren aber auch Ferien. Bei einem anderen rausgehen im Park mit ihr und einem Freund der es auch wusste natürlich was ich tat, und mitging, spazierten wir so rum, und setzten uns dann (es war Abend), und es kam ein Typ vorbei der einfach zum quatschen anfing und wir unsere Namen sagten und mir war es so peinlich der Typ war sich auch gar nicht sicher ob ich ein Mädchen bin und fragte nach, ich sagte ja ich bin TV und ein Junge und sagte meinen Namen, und es war ihn irgendwie egal wie es den Anschein hatte, und quatschten gemütlich weiter und gingen danach auch wieder nach Hause. Ich hörte auch schon bald wieder damit auf das zu tun, und wollte es verdrängen, was ich auch tat, dir ganze Lehrzeit dann über. Als ich 19 war hatte ich diese Wäsche und alles noch und ging nur wenig und immer einzeln was nachkaufen an Schminkzeug und begann mich wieder zu verkleiden alleine in meiner Wohnung, bis eines Tages überraschenderweise mein Bruder vorbeikam, und abwimmeln konnte ich auch nicht, er hörte der Musik wegen sicher das ich daheim bin. Er war schon etwas entsetzt davon, aber blieb kurz und wir redeten normal. Ich sagte ihn nur das ich halt auch wieder damit aufhöre, und er war zufrieden und redete es mir auch ein. Hörte auch damit auf, und schmiss alles weg, und empfand sowas wie ekel vor mir selber und so. Doch bald danach empfand ich es so das mir das abging und ich das eigentlich schon mochte mich wie eine Frau zu fühlen. Mittlerweile bin ich 24 und träume sogar manchmal das ich eine Frau bin wenn ich schlafe. Aber in all den Jahren meine Heterosexualität auch auslebte und mir einredete bi sein oder schwul sein ist schlecht und nicht normal und entwickelte auch eine Art Homophobie gebe ich auch offen und ehrlich zu, weil ich dachte damit überspiele ich das was da versteckt in meinen Kopf vorgeht und lebte das auch nie aus bis jetzt, und habe auch nur einen Freundeskreis der so denkt und besuche als gläubiger Mensch nebenher auch noch eine Gemeinde hie und da und bin auch in einem Bibelkreis, ist mir auch wichtig weil es mein Glaube ist, aber ich scheitere an den Gedanken das es egal ob Freundeskreis mit homophoben Tendenzen oder der christliche Kreis wo ich bin jemals über so eine Problematik reden kann, oder soll. Und ich merke das ich es nicht kann und weiß auch nicht weiter, bis auf die zwei Freunde wo ich eben gestern war, wo ich verzweifelt schon sagte das ich denke in Wirklichkeit bi zu sein und es eigentlich mag als Frau verkleidet zu sein. Ich hoffe ich bin hier richtig mit meinen Anliegen bei euch im Forum. Die Freundin bot mir auch von meinen Freund an das ich mit ihr Wäsche kaufen gehen kann und auch alles andere, aber sie erwähnte auch ich soll das auch mit meiner Psychotherpeutin bereden die ich seit Jahren besuche wo ich dieses Thema auch nie anschnitt und nie erwähnte weil es mir so peinlich ist, und ich glaube das die Gesellschaft sehr intollerant ist, zumindest das Umfeld indem ich lebe bis auf die zwei Freunde wo ich das Gefühl hatte sie verstünden mich wo ich jetzt war.
Ich weiß nicht ob das nur ein fetisch von mir genau jetzt ist oder ob ich echt eine Identitätskrise habe. Ich hatte ja auch nur Kontakte über all die Jahre mit Heteros und nur Sex mit Frauen.
Aber ich denke an Männer wenn ich mich selbst als Frau verkleidete das merkte ich, bin ich nicht so verkleidet verdränge ich das. Ich weiß nicht ob das so gut zum verstehen ist, und ich verstehe mich ja selbst manchmal nicht, ich kann nur sagen was ich empfinde und merke das ich traurig bin was diese Situation anbelangt! Bitte diskriminiert mich nicht, mir geht es schlecht genug damit, darum würde ich euch bitten!
Lina
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Re: Ich verstehe mich selbst nicht!?

Post 2 im Thema

Beitrag von Lina »

Egal ob es nun eine fetischistische Neigung ist, ob mehr dahinter steckt - dass du evtl. bi bist, oder dass du mental eher wie ein Mädchen bist und schon immer warst - dann stellt sich nach meiner Meinung erst mal eine große Frage: Magst du dich selbst - kannst du dich selber akzeptieren so wie du bist?

Ich finde nämlich, dass das sehr wichtig ist. Vielleicht wichtiger als alles andere. Einfach dieses, "ich bin ich - so bin ich, und wer mich so nicht akzeptiert ist nicht mein Freund, und wer mich so mag, mag ich auch." Dann kann man hinterher stückchenweise anfangen zu erforschen, wie weit will ich gehen. Ist das nur ein erotisches Spiel für mich, oder will ich teilweise oder ganz als Frau durch die Welt gehen.

Und wenn die Antwort auf die erste Frage ein "Nein" ist, warum? Oder anders gefragt: Wie wärst du denn gerne, damit du dich selbst mögen würdest?
Parzifal

Re: Ich verstehe mich selbst nicht!?

Post 3 im Thema

Beitrag von Parzifal »

Danke Maria ich vermute du hast Recht, ich hätte mich schon länger dazu äußern sollen, ich bin bei dieser Therapeutin weil ich früher ein Rauschgiftproblem hatte, und auch an Depressionen mit Angstpsychosen zu tun habe heute noch, ich befürchte das ich auch früher viel versucht habe davon wie ich bin eigentlich mit den Substanzen zu unterdrücken, ich hoffe ich bin nicht zu direkt, weil ich mich dazu äußere, aber ich denke das spielt alles mit meiner Geschlechtsidentität auch zusammen, und glaube auch das ich daher etwas psychisch labil vorbelastet bin was Dinge betrifft die ich früher tat.

Heute könnte ich mich nie bei meinen :cry: Bruder mehr so äußern wie damals, weil er auch Erfolge verzeichnetet in einer Subkultur die extrem homophob ist, wo ers sich auch so äußert das jeder der anders ist geschlagen gehört. Ich fragte ihn mal was er machen würde wenn ich schwul wäre (obwohl ich ja tatsächlich bi bin von meinem Gefühl und Damenwäsche mag) da sagte er mir: "Würde dir die Fresse polieren", und mit solchen Sprüchen wuchs ich auf und verdrängte und verdrängte demensprechend, ich werde mich nie bei meinem Bruder outen können, glaube ich das weiß ich irgendwie!

Obwohl meine Mutter sagte ich es jetzt gerade wieder (heute) das ich schon so empfinde und äußert sich auch nicht im Umfeld darüber weil ich sie bat und akzeptiert das ich so bin wie ich bin. Ich habe so das Bedürfniss mir Wäsche und Perücke und Schmikzeug zu holen, aber ich bin so verkorkst von der "so tolaranten" (ironie) Gesellschaft das ich mich das einfach, zumindest nicht alleine traue, also höchtens mit der Freundin von meinem Freund, die volles Verständnis auch haben dafür. Aber ich würde mir schon auch Wünschen das ich das auch alleine kaufen kann wenn ich Bedarf und Lust dazu spüre. Ja ich schrieb schon wieder einen Roman, entschuldigung!

Liebe Grüße an euch, ihr seid so nett zu mir vorallem dein Beitrag hat mir gut gefallen Maria.

Parzifal/Anja (mein liebster Mädchenname)
Parzifal

Re: Ich verstehe mich selbst nicht!?

Post 4 im Thema

Beitrag von Parzifal »

Ich habe prbiert einzukaufen, ich brachte es nur zusammen bei Staxx (so ein Fun-Krims-Krams-Laden) eine schwarze Langhaarperücke zu kaufen, ich hatte Herzpochen dabei und fühlte mich schwer überfordert obwohl ich das ja wollte. Dann wollte ich zum H&M, und ich scheiterte, ich war so fertig kann man sagen, das ich 3 - 4 Mal ausging zwar schaute, aber mich nichts angreifen traute in der Damenabteilung, ich habe so Angst kritisiert zu werden, und auch keinen Ton rauszubringen wenn das geschieht. Ich schaffte es nicht etwas zu kaufen, obwohl mir ein schönes Röckchen zusagte, was ich so gerne gehabt hätte und in Aktion war es auch noch! :roll: Ich weiß nicht wie ich mich alleine überwinden soll? Ich habe so Bammel, das ich schräg oder absonderlich angeguckt werde von den anderen oder der Verkäufer/innen. :(

Ich rief die Freundin von meinem Freund an wo ich mich ja vorgestern diesbezüglich geoutet habe, und bat sie ob sie mit mir am Vormittag bei H&M und Bipa (Drogeriegeschäft für Schminke etc., weiß nicht ob es das in Deutschland gibt deswegen setztes ich das jetzt in Klammer!) einkaufen geht, die Sachen die ich möchte und mir auch gefallen. Hmm, irgendwie bin ich sehr sehr schüchtern wie ein kleines Mädchen was sich nicht traut eines zu sein, obwohl es gerne natürlich eines wäre. Ja soweit bin ich gekommen heute.....
Parzifal

Re: Ich verstehe mich selbst nicht!?

Post 5 im Thema

Beitrag von Parzifal »

Ich habe es geschafft mit der Freundin alles zu erledigen, wir hatten sogar Spass bei einkaufen, ich bin so glücklich mich wieder chic machen zu können.
Mir ihr heute klappte alles aufeinmal, ich bin froh das dies so schnell ging, ich fühle mich so gerne als Frau.

Liebe Grüße eure liebe schüchterne Anja! )))(:

PS: Ach ja Mädels, guten Rutsch euch allen! :)p
Lina
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Re: Ich verstehe mich selbst nicht!?

Post 6 im Thema

Beitrag von Lina »

Parzifal hat geschrieben:Ich habe prbiert einzukaufen, ich brachte es nur zusammen bei Staxx (so ein Fun-Krims-Krams-Laden) eine schwarze Langhaarperücke zu kaufen, ich hatte Herzpochen dabei und fühlte mich schwer überfordert obwohl ich das ja wollte. Dann wollte ich zum H&M, und ich scheiterte, ich war so fertig kann man sagen, das ich 3 - 4 Mal ausging zwar schaute, aber mich nichts angreifen traute in der Damenabteilung, ....
Das klingt ja schrecklich. Kannst du definieren, wovor du eigentlich Angst hast. Ich meine, rein logisch betrachtet ist es ja nichts Gefährliches. Du wirst nicht bestraft oder mit Gewalt bedroht. Es ist nicht wie an einem Freitag Abend mit schlechtem Passing durch ein Türken-Viertel zu laufen - das könnte tatsächlich gefährlich sein.
Ich sage damit nicht, dass es keine unlogischen Ängste gibt - ich z.B. fühle mich auch wohl auf 10 m Tiefe im Meer, nur mit Schnorkel und Flossen und habe trotzdem immer noch Angst in einem Schwimmbecken. Ich weiß auch eine Menge darüber, warum.

Aber warum hat man Angst, ein Kleid bei H&M zu kaufen? Warum ist das so schlimm?
Parzifal

Re: Ich verstehe mich selbst nicht!?

Post 7 im Thema

Beitrag von Parzifal »

Ich weiß nicht ich habe halt immer das Negative irgendwie im Kopf, ich weiß das ist nicht richtig, dieses denken. Aber ich möchte nicht verurteilt werden, das ist es wohl. Schließlich habe ich ja sogar Angst vor meinen Bruder, ich weiß nie wie ich mich im outen sollte, weil ich auch wirklich Angst habe von ihm geschlagen zu werden nur weil ich lieber eine Frau wäre und er mich so sieht. Ich möchte auch nicht alle meine Freunde verlieren nur weil ich eben so bin wie ich bin. Generell habe ich schon wenig selbstvertrauen, und daran wird es auch liegen. So rausgehen könnte ich zumindest auch jetzt noch nicht, da hätte ich auch Angst verprügelt zu werden. Ich muss mal in unsere Rosa-Lila-Villa in unserer Stadt, dann lerne ich viele ähnliche Menschen kennen und verliere auch meine Ängste, weil ich noch damit alleine bin mit meiner Situation, vielleicht liegt es auch nur daran?
Bianca D.
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Re: Ich verstehe mich selbst nicht!?

Post 8 im Thema

Beitrag von Bianca D. »

Parzifal hat geschrieben:, weil ich auch wirklich Angst habe von ihm geschlagen zu werden
Hallöchen,

Mal ernsthaft,besteht die Gefahr wirklich oder ist das nur unbegründete Angst? Mein Bruder wäre für mich ein toter Mann,bitte nicht wörtlich zu nehmen,aber die Bindung wäre wohl ein für alle mal
zerbrochen.
Auch hierrüber solltest du mal mit deiner Therapeutin sprechen.
Dem kann ich mich nur anschließen.

Gruß Bianca
Ick wees nüscht,kann nüscht,hab aba jede Menge Potenzial
Lina
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Re: Ich verstehe mich selbst nicht!?

Post 9 im Thema

Beitrag von Lina »

Ja, das würde ich auch gerne wissen: Ist er denn oder war er denn für gewöhnlich gewalttätig?

Wo du sagst, dass du immer negativ denktst und dass du weißt dies sei falsch, bringst du eigentlich einiges sehr gut auf den Punkt: Nicht negativ denken, geht nämlich gar nicht. Und der Wunsch nicht verurteilt zu werden geht auch nicht, denn das Unterbewusstsein kann nur ganz schlecht das Wort "nicht" umsetzen. Was du also damit deinem Unterbewusstsein einprägst ist: Ich denke negativ, ich werde verurteilt, ich habe angst und ich werde geschlagen etc. ...

Darin sehe ich schon ein System von Gedanken, die mir Angst machen würden.

Wenn du aber jetzt diese Aussagen uwandeln würdest, und zwar in: Ich denke postiiv, ich werde akzeptiert, ich gehe voller lbstvertrauen zu H&M und ich oute mich zu Menschen die meine Freunde sind und mich akzeptieren, wie ich bin.

... dann erwarte ich zwar keine sofortigen Wunder, aber es könnte mich interessieren, was es in dir bewegen würde, wenn du dir erlauben würdest genau das zu denken. Wenn du diese Sätze z.B. ruhig und laut vor dir hin sprichst. (Wenn es nirgendwo anders geht, alleine im Auto auf einem Autobahnparkplatz).

Das hier soll kein fünfminutenkurs im Überwinden von Ängsten sein, lediglich ein kleiner Wegweiser, für den Anfang.

Nur so als Beispiel: Wenn ich beispielsweise ständig gesagt hätte, ich habe Angst vorm Ertrinken, dann hätte ich nie Schwimmen gelernt. Ich musste es auch nicht sagen, denn das hatte ich sowieso. Absolute Panikgefühle im Wasser oder wenn Wasser ein Moment über meinen Kopf strömte. Niemand wusste damit umzugehen und die haben mir gesagt, dass ich dann auch nicht schwimmen lernen konnte. Ein Weg, mit Ängsten umzugehen, ist, die kontrolliert zu konfrontieren. Inzwischen hätten viele von denen, die mich ausgelacht haben, Angst mitzukommen, wo ich normalerwese gerne rum schwimme. (wie erwähnt, im Meer 5-10 Tiefe ohne Atemgerät). Meine Ängste vor Schwimmbecken könnte ich bestimmt auch überwinden. Das ist aber auf meiner Prioritätenliste weit nach unten gerutscht.
Ich denke trotzdem, dass es ein guter Vergleich ist und viele Methoden auf deine Situation übertragbar sind. Ich will nicht mal sagen, dass es bei mir heftiger war, weil es bei der Angst vorm Ertrinken auch um reale Todesängste geht. Da ist nämlich noch nie jemand in der Dusche ertrunken, weil Wasser über die Nase lief. Da ist die reale Gefahr, dass man beim einkaufen eines Kleides vor Aufregung einen Kreislaufkollaps kriegt vielleicht noch wahrscheinlicher. Aber letztendlich ist das egal, denn die Angstprogrammierungen im Unterbewusstsein greifen alle auf Todesängste zurück. Also ist da nicht viel Unterschied.

Wenn du oder andere mehr darüber wissen wollt, dürft ihr mich gerne direkt per PN kontaktieren.
Parzifal

Re: Ich verstehe mich selbst nicht!?

Post 10 im Thema

Beitrag von Parzifal »

Habe ich schon geschafft, war alleine nochmals bei H&M, stellte mir vor ich wäre alleine dort und die anderen sind Luft, das klappte wirklich, ich dachte nicht denken nur tun, und achen was mir diesbezüglich gefällt, funktinierte, war dann nachher auch gleich bei Bipa, mir fehlten ein paar Sachen. Ich glaube die Angst beim Einkaufen habe ich überwunden. Das was noch fehlt zu überinden wäre so rauszugehen, das möchte ich aber auch noch hinbekommen.
martina

Re: Ich verstehe mich selbst nicht!?

Post 11 im Thema

Beitrag von martina »

das ist doch schon ein schönes erfolgserlebnis (flo)
Parzifal

Re: Ich verstehe mich selbst nicht!?

Post 12 im Thema

Beitrag von Parzifal »

Hmm, jetzt bin ich mittlerweile soweit das ich schon rausgehe, das ging schneller als ich glaubte, habe mir sogar jetzt schon Camouflage zum abdecken des Bartschattens besorgt. Allerdings verzweifel ich beim schminken oft, das gelingt nicht immer so wie ich es mir vorstelle, und ich muss nachbessern und so. Ich glaube ich habe meine Ängste was einkaufen betrifft und sogar rausgehen überwunden. Jetzt möchte ich nur mehr perfektionieren, sprich bessere Perücke, mit Kleidung und deren Farbtönung spielen wie was zusammenpasst oder Bein- und Armrasur und solche Angelegenheiten. Ich habe bereits immer mehr den Wunsch mich zu verweiblichen und es gefällt mir mehr als nur gut! Dessen bin ich mir sicher!
Lina
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Re: Ich verstehe mich selbst nicht!?

Post 13 im Thema

Beitrag von Lina »

Mona Schwindt hat geschrieben:
Lina hat geschrieben:Das hier soll kein fünfminutenkurs im Überwinden von Ängsten sein, lediglich ein kleiner Wegweiser, für den Anfang.

Mache dir die Angst zum Freund und ihr wird es langweilig dir Angst zu machen. Du kennts sie zu gut die Angst und weist was sie will. Die Angst kann nicht sehr viel, sie versucht halt nur angst zu machen.

...

Mona Schwindt
(flo) (drink)

Und wie macht man das?
OK, Spaß beiseite - du wirst doch wahrscheinlich auch zugeben, dass es alles eine unmögliche Aufgabe ist, solange man sich nicht bewusst gemacht hat, wovor man eigentlich Angst hat.
Lina
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Re: Ich verstehe mich selbst nicht!?

Post 14 im Thema

Beitrag von Lina »

Mona Schwindt hat geschrieben:
Lina hat geschrieben:Und wie macht man das?
OK, Spaß beiseite - du wirst doch wahrscheinlich auch zugeben, dass es alles eine unmögliche Aufgabe ist, solange man sich nicht bewusst gemacht hat, wovor man eigentlich Angst hat.
Ich meinte dies so, dass ein Freunde mir sagt also die Angst, so jetzt ist es richtig "angst zu haben", also als Schutzfunktion für mich. Oft sind viele Ängste unbegründet und sind da, ohne erkennbare Ursache, und da hat die Angst keine Schutzfuntkion, sondernn ist eher hinderlich. Und eine gute Freundschaft bedarf einer sehr intensiven Auseinänderasetzung mit dem Gegenüber - dem Freund. Also heißt dies für mich auch eine sehr intesive Auseinandersetzung mit der Angst. Ich kann jetzt meine diesbezüglichen Gedanken hier noch vertiefen, dies würde den Kern der Aussage aber eher nicht deutlicher machen. Zum Freund machen ist für mich ein Synonym für instensives Auseinandersetzen mit der Angst und sie soll mit da zur Seite stehen, wo es für das Überleben und Leben Sinn macht, also mich schützen.

Gruß Mona
(flo)

Ja, macht Sinn. Das setzt aber oft voraus, dass der "Freund-Angst" nicht geheim hält, wovor er eigentlich schützen will.

Nehmen wir als beispiel, die ganz junge Lina, die schön gestylt vor der Tür steht und eigentlich die Absicht hatte so am Sonnabend in die Disco zu gehen, und die hat jetzt Angst. Konkret gibt es ja keinen Grund dazu. Die ist hübsch und geschmackvoll gekleidet, hat zwar noch nicht die Übung drin jegliche männliche Gesten abzulegen, aber das bedeutet ja auch nichts. Sie tut ja nichts, wovor sie bestraft werden kann, die hat sowieso die Absicht ein Taxi zu rufen und muss nicht viel auf den Straßen in irgendeinem Schmuddelviertel, wo irgendwelche "Gruppierungen von Menschen" gewalttätig werden können. Die fährt auch irgendwo hin, wo man bestimmt nicht zum ersten Mal jemanden sieht, die Trans ist. Und die hat trotzdem Angst. Die Frage ist wovor soll diese Angst schützen, wenn überhaupt was.

Ich kann es am besten mit einer körperlichen Reaktion vergleichen, die viele andere wahrscheinlich auch erlebt haben: Ich schaue z.B. American Copper auf DMAX, Vince setzt die Schweißelektrode an und schon das weiße Licht vom Bildschirm löst eine Schmerzreaktion in den Augen aus und ich schließe die Augen. Klar, man soll nicht direkt darauf schauen, wenn geschweißt wir. Aber die Bildschirmdarstellung davon kann nie im Leben intensiver sein als die weiße Bildschirmfläche, worauf ich ich in diesem Moment schreibe. Und die tut nicht weh. Also ist es eine in der aktuellen Situation völlig unnötige Reaktion des Körpers, die einfach von alten gespeicherten Informationen ausgelöst wird. Natürlich weiß ich, wovor dieser Automatismus mich schützen will. Ich bin oft genug in Umgebungen gewesen, wo geschweißt wurde, und ich weiß genau wie es sich anfühlt, wenn man nicht früh genug weg schaut. Leute, die nciht mal wissen, wie ein Schweißgerät aussieht, schließen nicht die Augen, wenn Vince die Elektrode ansetzt.

Aber wusste die junge Lina, wovor die Angst sie angeblich schützen sollte? Wenn überhaupt was ... Nein, sie wusste es bestimmt nicht. Und die frühere Prägung, die ursächlich war, hatte auch konkret ganz wenig mit der aktuellen Situation zu tun.
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