Moin,
Anne-Mette, es ist natürlich richtig,, dass man anderen nicht vorschreiben kann, was sie tun sollen und jede Formulierung in dieser Richtung istt problematisch. Andererseits ist das was Michi schreibt ja auch nicht ganz falsch. Es kommt immer darauf an, was man daraus lesen kann oder will. Es ist der Klassiker des Satzes: "Der Empfänger bestimmt die Botschaft". Bleiben wir beim Thema:
Mary hat geschrieben: So 27. Mär 2022, 07:09
Für die Partnerin ist es aber aus verschiedenen Gründen problematisch. Weil sie sich mit einem rückwärts gewandten Frauenbild konfrontiert sehen, weil sie glauben können, nicht weiblich genug für ihren Mann zu sein, weil sie Weiblichkeit nicht über Kleidung definiert haben möchten.... Das hat nichts damit zu tun, was der CD selbst beabsichtigt. Und schon gar nichts mit richtig oder falsch.
Mary, Du bringst es auf den Punkt. Es geht um die Emotionen der Partnerin, also Deine oder denen der anderen betroffenen Partnerinnen. Was ist bitte ein "rückwärts gewandtes Frauenbild", dass sich in Kleidung ausdrückt ? Die Transmenschen, die ich kenne tragen in der Regel Kleidung, die aus dem mehr oder weniger aktuellen Angebot stammen. Geht es nicht um etwas anderes ?
Du schreibst: "weil sie glauben können, nicht weiblich genug für ihren Mann zu sein". Das ist für mich nachvollziehbar, aber ist Dein Gefühl für Deine persönliche Weiblichkeit von anderen Menschen, insbesondere von Deinem Mann abhängig ? Wird hier nicht etwas Grundlegendes in Dir erschüttert ? Was ist das genau ?
Mir geht es nicht um eine Antwort, aber ich glaube, es könnte sehr hilfreich sein, üder die Fragen nachzudenken, die einen selber betreffen. Als Transmensch musste und muss ich immer wieder meine Gedanken in eine Ordnung bringen. Aber Ordnung bedeutet, dass ich mit Regeln umgehen muss, die diese Ordnung begründen. Die Frage ist für mich, welche regeln gelten für mich ? Sind es die, die ich mir von außen diktieren lasse oder sind es die, die ich mir selber gebe ? Und ich denke, das gilt für Partnerinnen, ja für alle Menschen in ähnlicher Weise. Die Konfrontation, die ich erlebe, wenn mich ein geliebter Mensch mit einer Situation konfrontiert, die meinen Regeln massiv widerspricht, ist heftig. Die Ordnung meiner Gedanken wird gestört. Ich kann auf meinen Regeln bestehen und der Konflikt dauert an, bis ich mich aus der Situation entferne oder bis ich meine Regeln hinterfrage oder den Anderen von meinen Regeln überzeuge.
Love it, change it or leave it.
Der Weg ist ein Prozess. Das muss man wollen. Handelt der Partner falsch ? Sind meine Regeln überarbeitungswürdig ? Sollte ich lieber gehen ?
- Das was viele hier schreiben, meint mMn letztlich nur eins: Man kann einen Transmenschen nicht grundlegend ändern.
- Das was Michi wahrscheinlich meint, und ich sehe das ähnlich, ist folgendes: Könnte es für Dich nicht einen Schritt in deiner Entwicklung bedeuten, wenn Du Deine eigenen Sichtweise hinterfragst ? Welches sind die Regeln, nach denen Du lebst ? Sind es Deine Regeln oder kommen die von außen. Sind es vielleicht diese Regeln (z.B. was ein Mann ist und was eine Frau), die "rückwärts gewandt" sind ?
- Und letztlich bleibt Dir immer der Weg, dass Du erkennst, dass Du die Situation verlassen, sprich Dich trennen kannst, weil die Gedankenwelt Deines Partners nicht Deine Welt ist.
Die Entscheidung, wie Du mit der Situation umgehen willst, liegt ausschließlich bei Dir. Aber ich denke, es ist sehr fruchtbar, darüber nachzudenken, wie Du damit umgehen willst. Wie Du schon schreibst, es geht um Deine Gefühle bzw. um die Emotionen betroffener Partnerinnen.
War das jetzt übergriffig ?
Edit: Damit ich nicht falsch verstanden werde. Es geht nicht darum, vorbehaltslos alles zu akzeptieren, was der Partner tut oder macht. Es geht mMn darum, aus sich selber heraus zu prüfen, ob man bei sich selber etwas hinterfragt und dadurch zu einer neuen Sichtweise gelangen kann. Mit dem Ergebnis weiß man dann, wie man mit der Situation umgehen muss. Es geht um eine eigenverantwortliche Position.