Spektrum | Geschlechtergerechte Sprache: Das Gendersternchen kehrt das Problem um
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Anne-Mette
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Blossom
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Re: Spektrum | Geschlechtergerechte Sprache: Das Gendersternchen kehrt das Problem um
Na, dann fange ich mal an und sage: Ich habe das Sternchen von Anfang an für Quatsch gehalten, denn genau das, was im Artikel steht, ist mir beim Schreiben aufgefallen. Ich hatte tatsächlich den Versuch unternommen einen gendersprachlich korrekten Text zu formulieren - und stieß laufend an Probleme der Lesbarkeit als auch des Verstehens.
Auch glaube ich nicht, dass diese Art einer gendergerechten Sprache - insoweit es die überhaupt irgendwo gibt - das eigentliche Probleme des zwischenmenschlichen Miteinanders, inklusive gegenseitigem Verständnis - löst. Meiner Meinung nach macht es das nur noch komplizierter, wenn man sich über alles was man sagt, erst zigmal Gedanken über "political corrrectness" machen muss.
Wir haben eine sehr schöne, wortgewaltige Sprache - Das Land der Dichter und Denker - und fangen an sie zu verhunzen; das inkludiert auch die immer häufiger auftauchenden Aglizismen, die es nicht braucht.
Auch glaube ich nicht, dass diese Art einer gendergerechten Sprache - insoweit es die überhaupt irgendwo gibt - das eigentliche Probleme des zwischenmenschlichen Miteinanders, inklusive gegenseitigem Verständnis - löst. Meiner Meinung nach macht es das nur noch komplizierter, wenn man sich über alles was man sagt, erst zigmal Gedanken über "political corrrectness" machen muss.
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Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.
Billie Jean King (*1943)
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Jaddy
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Re: Spektrum | Geschlechtergerechte Sprache: Das Gendersternchen kehrt das Problem um
Der ganze Sinn und Zweck ist aber genau, dass gewohnte Muster unterbrochen werden, weil in der Realität die bekannten Verhältnisse herrschen (im wahrsten Wortsinne) und in der Sprache wiederholt werden. Durch die Sprache soll aufmerksam gemacht werden, dass es wie im Artikel nicht nur männliche Zuhörer sind - und auch nicht nur Männchen und Weibchen.Blossom hat geschrieben: Sa 19. Mär 2022, 17:01 Na, dann fange ich mal an und sage: Ich habe das Sternchen von Anfang an für Quatsch gehalten, denn genau das, was im Artikel steht, ist mir beim Schreiben aufgefallen. Ich hatte tatsächlich den Versuch unternommen einen gendersprachlich korrekten Text zu formulieren - und stieß laufend an Probleme der Lesbarkeit als auch des Verstehens.
Oder, wie du schreibst, sich jedes Mal auch Gedanken zu machen. Wer das nur wegen empfundenem Zwangs zu "political correctness" tut, greift zu kurz und hat das Problem entweder nicht verstanden oder ignoriert es bewusst. Es geht nämlich um Fairness, Respekt, bewusste Akzeptanz und Teilhabe, die bisher versagt werden.
Mal ganz deutlich: Wer wegen "Sprachverhunzung" im generischen Maskulinum schreibt und die Genderproblematik kennt, lässt nur zwei Interpretationen zu. Entweder "ich bin so sprachunfähig, dass ich mich nicht anders ausdrücken kann" oder "mir gehen die Probleme anderer am A***h vorbei".
Schlussendlich geht es um Veränderungen in der Realität. Dass mehr Menschen und mehr Vielfalt automatisch mitgedacht werden. Und zwar vorher und von allen, nicht nur im Nachhinein, wenn Betroffene darauf aufmerksam machen.
Das beginnt banal (Anreden, Begrüssungen), wird unangenehm (Umkleiden, Sportvereine) und teilweise sehr ausschliessend (Veranstaltungen an "Herren" - mit "Damenbegleitung") und bekanntermassen auch sehr diskriminierend (Bewerbungen, Beförderungen, Gründungskredite, usw).
Also wenn nicht auch über ein paar Jahrzehnte bewusst gewählte Sprache, wie kriegen wir das hin? Ist ein bisschen zusätzliche Anstrengung zu viel verlangt? Gerade bei Menschen, die professionell Sprache benutzen und denen deshalb als Fachleute präzise und korrekte Sprache wichtig sein sollte? Wo bleibt denn das die Berufsehre?
Ja, immer wieder behauptet, wird aber nicht wahrer, sondern falscher mit der Zeit. Mit Ausnahme weniger Erzeugnisse, an denen die Autorys lange feilen, umbauen und neu formulieren, war und ist gesprochene und geschriebene Sprache nur eine kleine Untermenge dieser Wortgewalt. Die ganzen Zeitungsartikel, Medienbeiträge und selbst die meisten Bücher. Dazu verschiedene Untermengen gesprochener Sprache in verschiedenen Schichten, Milieus und Fachgebieten. Die "wortgewaltige Sprache" war immer höchstens einer kleinen Elite geläufig, eben den Dichtys und Denkys. Und auch unter denen machen 200 Jahre einen Unterschied, ob sie sich noch verständigen können. Walter von der Vogelweide hätte Goethe nicht verstanden, schon weil viele Begriffe des 18ten und 19ten Jahrhunderts zu Vogelweides Zeiten noch gar nicht erfunden waren.Blossom hat geschrieben: Sa 19. Mär 2022, 17:01 Wir haben eine sehr schöne, wortgewaltige Sprache - Das Land der Dichter und Denker - und fangen an sie zu verhunzen; das inkludiert auch die immer häufiger auftauchenden Aglizismen, die es nicht braucht.
Vor Luthers total zusammengesuchter Sprache inklusiver vieler von ihm erfundener Wörter, um eine für alle deutschen Mundarten und Dialekte verständliche Bibelübersetzung zu schaffen, konnten Sächsische so gut mit Ostfriesischen reden, wie heute mit Niederländischen.
Oh übrigens: So alt ist das generische Maskulin noch gar nicht. Ca. 400 Jahre. Davor wurde noch viel präziser geschrieben/gesprochen, ob es um Männchen, Weibchen, alle oder unbestimmte ging. Findet sich hier und mit ein bisschen Recherche auch bei anderen Fachaufsätzen. Diese wortgewaltige Vielfalt hat sich danach reichlich abgeschliffen und eben aufs generische Maskulin reduziert.
Besonders hübsch, wie linguistische Fachbücher zu der Zeit geschrieben waren, so wortgewaltig "urdeutsch": Nettes Beispiel auch die Gästin, die noch im Wörterbuch der Gebrüder Grimm auftaucht, dann im 19ten Jahrhundert verschwindet und erst neulich von der Duden-Redaktion wieder aufgenommen wurde, weil inzwischen wieder verwendet.
Naja, und immer wieder gut: "Die Glocke" eines unserer Oberdenkers enthält so viele Lehnworte, dass sie ohne diese keine Poesie mehr ist und kaum mehr verständlich:
Fazit: Die so vielfältige, wortgewaltige und scheinbar früher viel stabilere deutsche Sprache war nichts davon. Von den "Dichtern und Denkern" zu schwadronieren zeigt nur, sich auf eine ganz bestimmte Clique aus einer ganz bestimmten Epoche zu versteifen, deren Texte eins in der Schule als Maßstab gelernt hat - und die eins selbst keineswegs so wunderbar selbst praktiziert. Das wäre viel zu umständlich und es fehlten auch zu viele Wörter. Die meisten sind ja nicht mal eines korrekten Genitivs mächtig.
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Blossom
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Re: Spektrum | Geschlechtergerechte Sprache: Das Gendersternchen kehrt das Problem um
Das kann man ja alles gerne im postalischen Bereich machen, oder individuell im Gespräch ... meinetwegen auch noch in irgendwelchen journalistischen Artikel.Jaddy hat geschrieben: Sa 19. Mär 2022, 19:53 Der ganze Sinn und Zweck ist aber genau, dass gewohnte Muster unterbrochen werden, weil in der Realität die bekannten Verhältnisse herrschen (im wahrsten Wortsinne) und in der Sprache wiederholt werden. Durch die Sprache soll aufmerksam gemacht werden, dass es wie im Artikel nicht nur männliche Zuhörer sind - und auch nicht nur Männchen und Weibchen.
Aber ehrlich, versuch dich mal an einem Roman, der das berücksichtigt ... es ist eine schier unlösbare Aufgabe, zerstört den Lesefluss, macht es an vielen Stellen schlicht unverständlich. Da bleibe ich, auch zuliebe meiner Leserschaft, bei Altbewährtem. Dort wo es geht, okay ... so würde eine Protagonistin auf einer Feier natürlich mit "Liebe Gäste, schön, das ihr alle gekommen seid" ihre Ansprache beginnen. Da sind dann ja alle gleichermaßen angesprochen und enthalten.
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Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.
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Re: Spektrum | Geschlechtergerechte Sprache: Das Gendersternchen kehrt das Problem um
Wenn du eine reine Leserschaft hast und keine diverses Lesepublikum, dann ist das vielleicht besserBlossom hat geschrieben: Sa 19. Mär 2022, 20:17 Aber ehrlich, versuch dich man an einem Roman, der das berücksichtigt ... es ist eine schier unlösbare Aufgabe, zerstört den Lesefluss, macht es an vielen Stellen schlicht unverständlich. Da bleibe ich, auch zuliebe meiner Leserschaft bei Altbewährtem.
Hm, nein, sind sie eigentlich nicht.Blossom hat geschrieben: Sa 19. Mär 2022, 20:17 Dort wo es geht, okay ... so würde eine Protagonistin auf einer Feier natürlich mit "Liebe Gäste, schon, das ihr alle gekommen seid" ihre Ansprache beginnen. Da sind dann ja alle gleichermaßen angesprochen und enthalten.
"Ihr Lieben, schön dass ihr alle gekommen seid"
"Verehrte Anwesende, wie schön, dass ihr alle erschienen seid"
Da bietet unsere wundervolle Sprache doch so viele Möglichkeiten
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Blossom
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Re: Spektrum | Geschlechtergerechte Sprache: Das Gendersternchen kehrt das Problem um
Ja, die Beispiele gehen natürlich auch ... keine Frage ... lächel.Jaddy hat geschrieben: Sa 19. Mär 2022, 20:35 Da bietet unsere wundervolle Sprache doch so viele Möglichkeiten![]()
Letztlich ist es in der direkten Rede der Protas ja möglich und auch für die Leserschaft nachvollziehbar und verständlich. Ansonsten bleibt es aber extrem schwierig.
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Re: Spektrum | Geschlechtergerechte Sprache: Das Gendersternchen kehrt das Problem um
Es ist nicht so einfach wie bisher, logisch. DIe bisherigen Formen sind so trainiert und eingeschliffen, dass sie schnell aus den Fingern in die Tasten fliessen. Es ist aber "nur" Übungssache.Blossom hat geschrieben: Sa 19. Mär 2022, 20:39 Letztlich ist es in der direkten Rede der Protas ja möglich und auch für die Leserschaft nachvollziehbar und verständlich. Ansonsten bleibt es aber extrem schwierig.
(und ich zum Beispiel bemerke jedes Sternchen, jeden Glottisschlag und jede inklusive Formulierung, und freue mich drüber und fühle mich wertgeschätzt - naja und genauso beim Gegenteil)
Mein Bunny und ich hatten im November und neulich noch mal die Gelegenheit, das Thema vor Textprofis zu erläutern. Die machen technische Doku und eine normenkonformere, regelfordernde Klientel wird eins bzgl Sprache nicht finden
Gerade daran konnten wir aber appellieren und das wurde auch verstanden: Es geht um Präzision und Professionalität. Wer ist wirklich gemeint und wie kann das sprachlich genau formuliert werden.
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Dali
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Re: Spektrum | Geschlechtergerechte Sprache: Das Gendersternchen kehrt das Problem um
Da bin ich ganz bei dir.Blossom hat geschrieben: Sa 19. Mär 2022, 17:01 Auch glaube ich nicht, dass diese Art einer gendergerechten Sprache - insoweit es die überhaupt irgendwo gibt - das eigentliche Probleme des zwischenmenschlichen Miteinanders, inklusive gegenseitigem Verständnis - löst. Meiner Meinung nach macht es das nur noch komplizierter, wenn man sich über alles was man sagt, erst zigmal Gedanken über "political corrrectness" machen muss.
Ob es möglich ist in einer Diskussion jemals 100% gendergerecht zu reden, halte ich für ausgeschlossen. Das geht vielleicht noch beim schreiben, zerstört aber dann viel vom Fluss und der Lesbarkeit eines Buches.
Dass ich eine passende Anrede z.B. bei einem Brief bekomme, ist wieder etwas anderes, dass sollte durchaus machbar sein, hier bei uns geht es ja auch.
Alles Weitere wird wachsen müssen, aber ohne den Zwang und den Ideen, wie sie von manchen Beamten kommt.
Ich frage mich, warum in Deutschland alles 100% sein muss. Ich glaube es gab in den letzten Jahrhunderten keine großen Probleme damit, wer bei einer Diskussion oder einem Brief gemeint war. Hier geht es doch eher darum, dass der oder die Redner(in) / Verfasser(in) das Geschlecht seines oder ihres Gegenüber respektiert. (Alleine diesen Satz musste ich 3x lesen und korrigieren) Aber der gegenseitige Respekt sollte vielleicht nicht sooo 100%ig an der Sprache festgemacht werden. Hier gibt es viel mehr Baustellen, die viel interessanter wären.Jaddy hat geschrieben: Sa 19. Mär 2022, 21:03 Es geht um Präzision und Professionalität. Wer ist wirklich gemeint und wie kann das sprachlich genau formuliert werden.
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Re: Spektrum | Geschlechtergerechte Sprache: Das Gendersternchen kehrt das Problem um
Ich finde die Gendersternchen Diskussion ziemlich kleinkariert.Wenn das Jemand machen möchte, bitteschön. Wenn das Jemand nicht machen möchte, auch ok. Beide VerfasserInnen müssen mit den Folgen selbst zurechtkommen. Diese ganze Diskussion wird die Menschen, die Geschlechter nicht näher zusammenführen, sondern im Gegenteil die Fronten eher verhärten. Jemand dem diese ganze Genderdiskussion bis jetzt egal war, sieht sich plötzlich einem unlesbaren Text gegenüber, der mit * Sternchen und Innen übersäht ist.
sum sum sum - no Latein
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Re: Spektrum | Geschlechtergerechte Sprache: Das Gendersternchen kehrt das Problem um
Ich bin da voll bei Blossom, Dali und Steffi.
Manchmal mache ich es so, wenn ich weiß dass die angesprochene Personengruppe sowieso zu >90% weiblich ist, dann nehme ich gleich die weibliche Form oder halt die eher unauffällige Variante mit großen "I". Sternchen geht für mich gar nicht.
Manchmal mache ich es so, wenn ich weiß dass die angesprochene Personengruppe sowieso zu >90% weiblich ist, dann nehme ich gleich die weibliche Form oder halt die eher unauffällige Variante mit großen "I". Sternchen geht für mich gar nicht.
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Re: Spektrum | Geschlechtergerechte Sprache: Das Gendersternchen kehrt das Problem um
Das war jetzt speziell auf unsere Zielgruppe des Vortrags bezogen. Das sind tatsächlich Menschen, die sich professionell und akribisch damit beschäftigen, ihre Texte auf Präzision, Klarheit und Eindeutigkeit hin zu feilen. Die sind tatsächlich gut darauf angesprungen, dass sich beim generischen Maskulin nicht-männliche Menschen weniger angesprochen fühlen. Das kann auch bei technischen Texten ungünstig sein, wenn da steht "der Techniker muss X machen" und die Technikerin das (unbewusst) nicht oder weniger als eigene Aufgabe interpretiert.
Vorschlag: "Hier geht es doch eher darum, in Rede oder Text das Geschlecht der angesprochenen Personen zu respektieren"Dali hat geschrieben: So 20. Mär 2022, 07:31 Hier geht es doch eher darum, dass der oder die Redner(in) / Verfasser(in) das Geschlecht seines oder ihres Gegenüber respektiert. (Alleine diesen Satz musste ich 3x lesen und korrigieren)
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Dali
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Re: Spektrum | Geschlechtergerechte Sprache: Das Gendersternchen kehrt das Problem um
Ich fürchte, der Zug ist bei mir, nach über 55 Jahren gesprochenem und zutiefst eingefleischtem Deutsch, abgefahren.Jaddy hat geschrieben: So 20. Mär 2022, 16:53 Vorschlag: "Hier geht es doch eher darum, in Rede oder Text das Geschlecht der angesprochenen Personen zu respektieren"Soll sagen, manchmal sind genderneutrale Umformulierungen viel einfacher, als sich mit Beidnennungen, Sternchen oder ähnlichem zu quälen. "Redepult" statt "Redner*innenpult", "Anwesende" statt "Damen und Herren", usw.
Selbst wenn ich wollte, würde ich das in einer Rede oder Gespräch niemals umsetzen können.
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Re: Spektrum | Geschlechtergerechte Sprache: Das Gendersternchen kehrt das Problem um
Oh, da sind wir ja numerisch fast gleich altDali hat geschrieben: Mo 21. Mär 2022, 07:09 Ich fürchte, der Zug ist bei mir, nach über 55 Jahren gesprochenem und zutiefst eingefleischtem Deutsch, abgefahren.
Selbst wenn ich wollte, würde ich das in einer Rede oder Gespräch niemals umsetzen können.![]()
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Re: Spektrum | Geschlechtergerechte Sprache: Das Gendersternchen kehrt das Problem um
Die Hirnforschung sagt uns, dass wir bis zum letzten Augenblick neue Verschaltungen im Gehirn stattfinden können. Siehe auch viewtopic.php?t=24150Dali hat geschrieben: Mo 21. Mär 2022, 07:09 Ich fürchte, der Zug ist bei mir, nach über 55 Jahren gesprochenem und zutiefst eingefleischtem Deutsch, abgefahren.
Selbst wenn ich wollte, würde ich das in einer Rede oder Gespräch niemals umsetzen können.
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Vicky
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