Kleidung als Ausdruck des Geschlechts - # 4
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Laila-Sarah
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Re: Kleidung als Ausdruck des Geschlechts
Kleidung ist doch nur Ausdrucksmittel. Man kann damit ausdrücken was man fühlt oder wie man denkt. Fühlen oder denken kann man aber auch ohne es auszudrücken. Daher ist das Empfinden strikt nur an Kleidung zu koppeln ist auch eine Tür die in beide Seiten schwingt. Denn man riskiert damit Rituale zu generieren. Und wie es mit Ritualen so oft ist, kann die eigentliche Sache damit ein wenig in Bedeutungslosigkeit übergehen und das kleiden kann zum Selbstzweck werden. War bei mir zumindest zeitweilig so, dass ich so vermieden habe meinen Weg zu gehen und meine Probleme anzugehen indem ich Ankleide- und Ausgehrituale entwickelt habe.
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Re: Kleidung als Ausdruck des Geschlechts
Dem kann ich mich nur anschließen. Aber ich frage mich, worin denn der Unterschied zwischen "Teil- und Vollzeitfrauen" (schreckliche Wortbildungen) liegt ? Was wäre, wenn ich den ganzen Tag weibliche Kleidung trüge. Sie würde zur Gewohnheit. die Bedeutung der Selbstdarstellung bzw. Ausdrucks geht zurück. Ich habe mehrfach mehrere Tage en femme gelebt und genau diese Erfahrung gemacht. Da wurde die FSH und der BH irgendwann lästig. Meine Frau sagt auch nichts anderes ... Und andererseits, welche Frau findet Kleidung nicht toll, wenn sie sich einmal heraus putzt ?gerda joanna hat geschrieben: Di 8. Mär 2022, 22:18 Ja, für mich ist die Kleidung Ausdruck der Weiblichkeit - als CD oder Part-Time-Lady. Ich WILL, dass es weiblich aussieht.
Ich denke, die Bedeutung von Kleidung ist nicht geeignet, zwischen Transidenten und Switchern zu unterscheiden. Es ist bedeutend, wie jede/r Einzelne individuell Kleidung bewertet. Und da spielt das persönliche Wohlbefinden eine wesentliche Rolle. Weibliche Kleidung ist für die Person von Bedeutung, die ein Bedürfnis und gleichzeitig einen Mangel verspürt. Schematisierungen bringen uns da nicht weiter. Oder anders gefragt, was würden Ihr, die Allzeit ein Frauenleben leben (sorry, wenn Euch die Formulierung nicht gefällt) denn empfinden, wenn Ihr den ganzen Tag typische Männerkleidung tragen müsstet ? Wäre Euch das egal ? Mir geht es um den Punkt, dass unterschiedliche Perspektiven notgedrungen zu unterschiedlichen Bewertungen kommen müssen. Im Kern steht mMn immer eine persönliche Geschlechterfrage und damit auch persönliche Ausdrucksmöglichkeiten, die sich an persönlichen Situationen orientiert.
Was mMn vielen helfen kann, ist die persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema und die Erkenntnis, dass es im eigenen Kopf Hemmnisse gibt. Werden die überwunden und das Tragen weiblicher Kleidung wird zur "Normalität", ist es nicht mehr weit zur Erkenntnis, dass Kleidung überbewertet wurde. Dann verändert sich auch die Freude am Tragen weiblicher Kleidung. Das ist natürlich ein idealisierter Fall, zeigt aber meine persönlichen Erfahrungen.
Das stand und steht bei mir auch im Mittelpunkt. Vordergründig liegt da ein heftiger Reiz, der auch sexueller Natur sein kann (aber nicht muss). Aber da ist noch viel mehr, wenn ich genauer bei mir hinschaue. Es ist eine Möglichkeit, mich selber in einem anderen Licht zu sehen. Dann greifen auf einmal nicht mehr die Anforderungen und Erwartungen, die an mich gestellt werden. Dann kann ich mich neu erfinden und entdecken. Hier liegen persönliche Leichen im Keller, die ans Tageslicht müssen. Die Krux ist, wenn ich mich auf die Verarbeitung meiner psychologischen Altlasten einlasse, geht mir möglicherweise die Freude an der Selbsterfindung abhanden. Zumindest steht die Angst davor im Hintergrund. Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Also suche ich nach Gründen, die es mir verwehren, tiefer zu graben und erhalte mir die Freude am Dressen.Aria hat geschrieben: Di 8. Mär 2022, 18:48 Nein, es muss schon eindeutig weiblich sein, damit man auch wirklich die Abgrenzung vom biologischen Geschlecht merkt.
Ich habe mir ein Ziel gesetzt. Ich will "ich" werden und nach dem suchen, was mich wirklich ausmacht. Das übe ich jetzt jeden Tag, in dem ich offen zu mir und anderen bin und meiner Motivationen für mein Handeln klar werde. Ist es ein Frau-spielen oder ein Frau-sein ? Aber selbst, wenn es "nur" ein Spiel sein sollte, ist es ein wichtiger Schritt, um eine andere Perspektive zu meinem Leben einzunehmen. Ich denke, das Thema Geschlecht und damit auch die Kleidung, ist gar nicht das zentrale Thema in meinem Leben. Ich kann, vielleicht muss ich sogar in beiden Geschlechtern leben. Die Bedeutung, die das Thema hat, resultiert mMn aus einer Überhöhung der Bedeutung, die man ihm beimisst.
Ist es nicht egal, ob ich einen BH trage oder nicht ?
Viele Grüße
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.
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steffiSH
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Re: Kleidung als Ausdruck des Geschlechts
So ist es, die allermeisten Menschen schauen nicht genauer hin, wenn Du unauffällig bist. Deswegen kann man auch gut in einer Menschenmenge "verschwinden".Laura hat geschrieben: Di 8. Mär 2022, 16:25 Ich denke aber nicht, dass das für jeden anderen Menschen dort gilt. 99% der Leute werden darüber nicht so deutlich nachdenken wie ich bzw. wir. Daher ist die Aufmerksamkeit auch deutlich geringer.
sum sum sum - no Latein
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Mirjam
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Re: Kleidung als Ausdruck des Geschlechts
Dann antworte ich einmal, als allzeit ein Frauenleben führendeVicky_Rose hat geschrieben: Mi 9. Mär 2022, 09:58 Oder anders gefragt, was würden Ihr, die Allzeit ein Frauenleben leben (sorry, wenn Euch die Formulierung nicht gefällt) denn empfinden, wenn Ihr den ganzen Tag typische Männerkleidung tragen müsstet ? Wäre Euch das egal ?
Nein, es wäre mir natürlich nicht egal, wenn ich dazu gezwungen (!) würde "typische Männerkleidung" zu tragen, im schlimmsten Fall Anzug und Krawatte. Ich würde mich definitiv nicht wohlfühlen, würde mir verkleidet vorkommen. So etwas ginge höchstens noch an Fasching
Da gebe ich dir zu einem guten Teil recht, zumindest dahingehend, wie du es wohl meinst. Denn manchmal kommt es durchaus darauf an wie ich mich kleide. Zum Vorstellungsgespräch würde ich jetzt nicht gerade in löchriger Jeans kommen. Für den Alltag finde ich das aber durchaus passend, zumindest bei mirVicky_Rose hat geschrieben: Mi 9. Mär 2022, 09:58 Werden die überwunden und das Tragen weiblicher Kleidung wird zur "Normalität", ist es nicht mehr weit zur Erkenntnis, dass Kleidung überbewertet wurde.
LG, Mirjam
(heute ohne Löcher in der Jeans
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Nora_7
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Re: Kleidung als Ausdruck des Geschlechts
Deshalb nenne ich es mein "Alter Ego" wenn ich komplett en femme bin. Ist wie ein 2. Leben.
Aber wie gesagt, dies schließt Zwischenstufen bei mir nicht aus.
LG Nora_7
Schönheit ist weiblich, und ich bin auch gerne schön.
Ich kann alles tragen, wenn ich ein Mädchen bin
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Re: Kleidung als Ausdruck des Geschlechts
Hey...
dann will ich auch nochmal...
alsooo....ich habe eine Dysphorie den Körper betreffend, keine Dysphorie wegen einer
Geschlechterrolle, die sowieso immer mehr verschwimmen, was gut ist, oder gar wegen Kleidung..
ich mache mir keine Gedanken darüber, ob mein Körper oder ein "Ego" in ein Stück Kleidung passt,
sondern darüber ob mein Frausein in meinen Körper passt.
Und das wird mit allem was ich aktiv an meinem Körper ändere und auch mit dem was durch
die HRT kommt und in meinem Geist passiert immer ein bisschen besser..
und..
die Sache mit der Kleidung nebensächlicher..
Ich will mich wohlfühlen wenn ich nackt vor dem Spiegel stehe.
Wenn ich das angezogen mache, möchte ich das schon auch, aber es ist einfach lange nicht so wichtig.
Das ist die Normalität. Jede Person hat einen fluxen, fluiden Anteil,
weil mal mehr, mal weniger Intensität darin liegt, wie man sich fühlt.
Das sieht man daran, das der Kern des Wesens mal mehr nach aussen strahlt
und mal nicht--schau in die Augen, suche den Glanz und du findest wer da steht.
Nicht-Binarität ist keine schräge neue Idee, sondern das was wirklich
dem Menschen ohne aufgepfropftes Denken gerecht wird.
das es wirklich ein Muss wird. Der Entlastung wegen halt.
Das Tolle ist, das die eigenen Brüste immer an Ort und Stelle bleiben,
ohne darauf achten zu müssen ob die Haftung noch gut ist, oder der Kleber
nachlässt-so ist es auch mit anderen Anbauteilen.
Ich hab einen tollen Po und darüber freu ich mich wie ein Honigkucheneinhorn.
Das ist zumindest bei mir so und ich möchte nicht, das das jemals aufhört. An dem
Stillstand würde ich zerbrechen...und bin ich schon mal.
der ist aber schon lange weg, ich glaube seit dem ich im Landschulheim das erste
mal wirklich völlig "gedressed" war und ich gefragt wurde ob ich nicht gleich
so bleiben möchte. Ab da hatte "das Mädchen" gewonnen.
Nur einen neonfarbigen Stretchminirock habe ich nie mehr getragen-hey, es waren die 80er...
Einfach? Nein einfach war es nicht und ich bin noch ganz schön oft piepfeige
eingeknickt..
Ich ziehe das an, was mich gerade anspricht. Ich lege mir abends nichts raus, das könnte
am nächsten Tag nämlich nicht stimmig sein. Ich will da meine Freiheit..
Was man an mir selten sieht ist Jeans-egal ob als Hose, Rock oder Jacke, selbst wenn es mir
steht, ich mag den Stoff einfach nicht. Ist mir zu grob, meist zu einfarbig und alle laufen damit rum...ähm nöööö...
eigentlich sind...BH für draussen ja, Strumpfhosen, Strümpfe? Wenn es sein muss, muss es aber meist nicht...
völlig normal leben, ich bin nichts Besonderes und einen Kick empfinde ich einfach nicht dadurch.
Nein, eine Bedeutung bleibt, weil man bei mir an der Kleidung sehr deutlich die Laune ablesen kann.
Ist sie nicht gut, sieht das Ganze eher schnodderig aus, und wenn ich strahle sieht man das auch...
hmm, ob Kleidung manchmal, bei CDs besonders, überbewertet wird?
Ich glaube doch schon, zumindest dann wenn es um gelebte Konventionen geht..
da könnte ich wieder die Frage stellen, ob die CDs die eine sehr überbetonte weibliche
Darstellungsform wählen, im "Normalleben" eine sehr überbetont männliche
Anpassung haben-das die dann einen starken lauthalsen Ausgleich brauchen, könnte
ich sogar verstehen..?
Alles Liebe Marie
dann will ich auch nochmal...
alsooo....ich habe eine Dysphorie den Körper betreffend, keine Dysphorie wegen einer
Geschlechterrolle, die sowieso immer mehr verschwimmen, was gut ist, oder gar wegen Kleidung..
ich mache mir keine Gedanken darüber, ob mein Körper oder ein "Ego" in ein Stück Kleidung passt,
sondern darüber ob mein Frausein in meinen Körper passt.
Und das wird mit allem was ich aktiv an meinem Körper ändere und auch mit dem was durch
die HRT kommt und in meinem Geist passiert immer ein bisschen besser..
und..
die Sache mit der Kleidung nebensächlicher..
Ich will mich wohlfühlen wenn ich nackt vor dem Spiegel stehe.
Wenn ich das angezogen mache, möchte ich das schon auch, aber es ist einfach lange nicht so wichtig.
mhm..alle, ausnahmslos alle, haben einen nicht-binären Anteil.Mirjam hat geschrieben: Mi 9. Mär 2022, 11:21 Vielleicht kommt da ja auch mein nicht-binärer Anteil mit durch?
Das ist die Normalität. Jede Person hat einen fluxen, fluiden Anteil,
weil mal mehr, mal weniger Intensität darin liegt, wie man sich fühlt.
Das sieht man daran, das der Kern des Wesens mal mehr nach aussen strahlt
und mal nicht--schau in die Augen, suche den Glanz und du findest wer da steht.
Nicht-Binarität ist keine schräge neue Idee, sondern das was wirklich
dem Menschen ohne aufgepfropftes Denken gerecht wird.
Ohne BH ist es halt einfach bequemer, es sei denn die Brust ist so grossVicky_Rose hat geschrieben: Mi 9. Mär 2022, 09:58 Ist es nicht egal, ob ich einen BH trage oder nicht ?
das es wirklich ein Muss wird. Der Entlastung wegen halt.
Das Tolle ist, das die eigenen Brüste immer an Ort und Stelle bleiben,
ohne darauf achten zu müssen ob die Haftung noch gut ist, oder der Kleber
nachlässt-so ist es auch mit anderen Anbauteilen.
Ich hab einen tollen Po und darüber freu ich mich wie ein Honigkucheneinhorn.
Das ist gut! Aber du brauchst das nicht als Ziel, weil wir uns jeden Tag neu finden.Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 9. Mär 2022, 09:58 Ich habe mir ein Ziel gesetzt. Ich will "ich" werden und nach dem suchen, was mich wirklich ausmacht.
Das ist zumindest bei mir so und ich möchte nicht, das das jemals aufhört. An dem
Stillstand würde ich zerbrechen...und bin ich schon mal.
das kann ich -nicht mehr- nachvollziehen. Ja, es gab mal einen gewissen Reiz,
der ist aber schon lange weg, ich glaube seit dem ich im Landschulheim das erste
mal wirklich völlig "gedressed" war und ich gefragt wurde ob ich nicht gleich
so bleiben möchte. Ab da hatte "das Mädchen" gewonnen.
Nur einen neonfarbigen Stretchminirock habe ich nie mehr getragen-hey, es waren die 80er...
Einfach? Nein einfach war es nicht und ich bin noch ganz schön oft piepfeige
eingeknickt..
Natürlich wäre es mir nicht egal-weil ich mir nicht sagen lasse was ich anzuziehen habe.Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 9. Mär 2022, 09:58 der anders gefragt, was würden Ihr, die Allzeit ein Frauenleben leben (sorry, wenn Euch die Formulierung nicht gefällt) denn empfinden, wenn Ihr den ganzen Tag typische Männerkleidung tragen müsstet ? Wäre Euch das egal ?
Ich ziehe das an, was mich gerade anspricht. Ich lege mir abends nichts raus, das könnte
am nächsten Tag nämlich nicht stimmig sein. Ich will da meine Freiheit..
Was man an mir selten sieht ist Jeans-egal ob als Hose, Rock oder Jacke, selbst wenn es mir
steht, ich mag den Stoff einfach nicht. Ist mir zu grob, meist zu einfarbig und alle laufen damit rum...ähm nöööö...
Hmm lästig? Ich glaube nicht, es ist eher so, das du dann merkst wie unnötig die fürs FrauseinVicky_Rose hat geschrieben: Mi 9. Mär 2022, 09:58 Ich habe mehrfach mehrere Tage en femme gelebt und genau diese Erfahrung gemacht. Da wurde die FSH und der BH irgendwann lästig.
eigentlich sind...BH für draussen ja, Strumpfhosen, Strümpfe? Wenn es sein muss, muss es aber meist nicht...
Ja, es würde einfach normal, aber daran kann ich nichts schlimmes finden-ich möchte dochVicky_Rose hat geschrieben: Mi 9. Mär 2022, 09:58 Was wäre, wenn ich den ganzen Tag weibliche Kleidung trüge. Sie würde zur Gewohnheit. die Bedeutung der Selbstdarstellung bzw. Ausdrucks geht zurück.
völlig normal leben, ich bin nichts Besonderes und einen Kick empfinde ich einfach nicht dadurch.
Nein, eine Bedeutung bleibt, weil man bei mir an der Kleidung sehr deutlich die Laune ablesen kann.
Ist sie nicht gut, sieht das Ganze eher schnodderig aus, und wenn ich strahle sieht man das auch...
hmm, ob Kleidung manchmal, bei CDs besonders, überbewertet wird?
Ich glaube doch schon, zumindest dann wenn es um gelebte Konventionen geht..
da könnte ich wieder die Frage stellen, ob die CDs die eine sehr überbetonte weibliche
Darstellungsform wählen, im "Normalleben" eine sehr überbetont männliche
Anpassung haben-das die dann einen starken lauthalsen Ausgleich brauchen, könnte
ich sogar verstehen..?
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Wally
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Re: Kleidung als Ausdruck des Geschlechts
Das hat sich in den letzten 10-20 Jahren radikal geändert: während ich noch vor 10 Jahren mit einem weiblichen Outfit (aber als biologischer Mann erkennbar - geht bei mir nicht anders, ich bemühe mich auch gar nicht mehr darum, das zu verstecken) in der Öffentlichkeit regelmäßig angeglotzt wurde und häufig ungebetene Kommentare erntete, errege ich damit heute keinerlei Aufsehen mehr; die Leute begegnen mir einfach völlig normal und freundlich. Nur in einem schulterfreien Sommerkleidchen habe ich mal ein paar Extra-Blicke eingefangen - auch nicht unfreundlich, nur überrascht. Nicht zuletzt aufgrund dieser sehr positiven Erfahrungen bin ich dann ja vor einem Jahr komplett in die weibliche Rolle gewechselt und habe inzwischen auch Vornamen und Personenstand angleichen lassen.sbsr hat geschrieben: Di 8. Mär 2022, 18:05 Mir wäre es lieber, wenn Männer unbehelligt Kleider und all die schönen Sachen tragen könnte. Im Grunde ist Passing für mich ein Selbstzweck, ich versuche mit Kleidung, Perücke und Makeup den Eindruck zu erwecken, ich wäre eine Frau, damit niemand Anstoß nimmt, weil ein Mann im Kleid rum läuft.
Okay: ich lebe hier in ländlicher Umgebung in Oberbayern - also in einer Gegend, die zwar früher mal als extrem konservativ galt, sich heute aber eher durch wohlwollende Toleranz gegenüber unsereins auszeichnet. In Berlin oder im Ruhrgebiet mag das anders sein; wegen Corona kam ich noch nicht dazu, meine neue Rolle auch in einem solchen, großstädtischen Milieu zu erproben. Ich kann mir aber auch nicht vorstellen, dass es da wirklich grundsätzlich anders wäre.
Herzliche Grüße
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Helga
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Re: Kleidung als Ausdruck des Geschlechts
Hallo Laila,Laila-Sarah hat geschrieben: Mi 9. Mär 2022, 09:28 Kleidung ist doch nur Ausdrucksmittel. Man kann damit ausdrücken was man fühlt oder wie man denkt. Fühlen oder denken kann man aber auch ohne es auszudrücken.
unterschätze die Kleidung bzw. die Außerlichkeiten nicht.
Was auch immer uns dazu bringt uns in das weibliche Geschlecht hineinfühlen zu wollen, wir wissen eigentlich garnicht so genau was es bedeutet eine Frau zu sein, und schon gar nicht, wie sich Frau- Sein anfühlt, da wir diese "fremde Welt" nur von außen betrachten können. Aus dieser sehr intensiven Betrachtung sammeln wir einen Katalog von Äußerlichkeiten, Eigenschaften, Gefühlen, Tätigkeiten, Vorlieben, Abneigungen..., die uns als typisch weiblich erscheinen. Dieser Katalog ist individuell sehr verschieden, was vermutlich in erster Linie davon abhängt, wann und wo das Individuum sozialisiert wurde, die meisten Seiten dürften aber in den allermeisten Katalogen die Äußerlichkeiten, Kleidung, Frisuren, Makeup ausmachen, da dies am objektivsten erscheint.
Wenn ich mich im weiblichen Outfit zurechtmache, also Weiblichkeit ausdrücken möchte, dann entsteht in mir auch ein Gefühl, das ich als weiblich interpretiere. Wenn ich mich dann im Spiegel betrachte, verstärkt das Spiegelbild dieses Gefühl noch.
Noch besser als mit einem Stück leblosem, metallbedamftem Floatglas, funktioniert die Spiegelung durch fremde Menschen. Diese geben nicht einfach nur ein Bild zurück, das ich wieder mit meinen eigenen Augen interpretieren muss, sondern interpretieren selber und geben eine entsprechende Rückmeldung. Da diese Interpretation in Sekundenbruchteilen erfolgt ist eine typisch weibliche Kleidung sehr hilfreich um die erhoffte Ruckkopplung "ich sehe in dir eine Frau" zu erhalten. Diese Rückkopplung erfolgt natürlich in aller Regel nonverbal und meistens indem das Gegenüber keine weitere Notiz nimmt, da nichts Besonderes aufgefallen ist. Je öfter ich diese Rückkopplung erhalte, umso mehr verstärkt sich das Gefühl von Weiblichkeit, welches gleichzeitig dazu führt, dass meine Ausstrahlung weiblicher wird. Durch die Ausstrahlung wird aber auch Rückkopplung durch andere deutlicher. Es entsteht ein selbstverstärkender Effekt nur durch das Tragen von Frauenkleidung. Das Fühlen und Denken lässt sich durch das Ausdrucksmittel sehr stark beeinflussen.
Liebe Grüße
Helga
Was bin ich?- Zunächst einmal bin ich ein Mensch!
Meistens bin ich ein Mann.
Wenn mir danach ist bin ich eine Frau.
Ich muss mich nicht festlegen.
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Laila-Sarah
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Re: Kleidung als Ausdruck des Geschlechts
Hallo Helga,Helga hat geschrieben: Sa 12. Mär 2022, 23:24 unterschätze die Kleidung bzw. die Außerlichkeiten nicht.
nein ich will dir gar nicht widersprechen.
Aber vielleicht kann man es nebeneinander stehen lassen. Vielleicht reden wir ja auch über etwas verschiedene Aspekte innerhalb des selben Themas.
Bezogen auf mich, war es bei mir so:
Die weibliche Seite war schon sehr früh da...schon als Kind empfand ich so. Sie wurde aber von meinem Umfeld so stark abgelehnt, dass ich gelernt habe es als falsch zu empfinden, zu unterdrücken und zu leugnen. Ich wurde klassisch männlich sozialisiert. Also dachte ich männlich und bildete mir sogar ein männlich zu fühlen. Die Impulse von der weiblichen Seite kamen im erwachsenen Alter nicht gegen den männlichen "über Ich" an. Er war zu stark. Da half die Kleidung der weiblichen Seite sehr sich zu entfalten. Sie brauchte diesen Hebel.
Über die Zeit aber haben die Anteile stark verändert. Heute gibt es auch weibliche Empfindungen und Denkprozesse. Sogar überwiegend. Welche so ganz ohne Unterstützungen wie Kleidung ablaufen können. Sprich die Kleidung ist jetzt nicht mehr so wichtig wie früher. Dennoch natürlich immer noch eine tolle Sache. Eine Art Wellness wenn man es kultiviert. Und eine Art mit der Umwelt zu kommunizieren. Aber halt nicht mehr alles.
Aber, eine Kehrseite gibt es leider auch (für mich gabs die zumindest). Während am Anfang die Sache mit dem Ankleiden, herausgehen, Fotos machen, etc. dabei geholfen hat die weibliche Seite zu emanzipieren. Sie so stark zu machen, dass sie gegen den "Mann" standhalten kann. Entwickelten sich daraus Rituale. Sie wurden später zum Instrument der männlichen Seite. Er gab ihr diese Rituale und dann war wieder erstmal Ruhe und alles konnte so weiter gehen wie gewohnt. Ich hatte oft das Gefühl, das damit die eigentliche Entwicklung der weiblichen Seite von der männlichen so ganz gezielt ausgebremst und kontrolliert wurde.
Diese Erfahrung wollte ich mit euch teilen als ich den vorherigen Betrag schrieb.
LG
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Mirjam
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Re: Kleidung als Ausdruck des Geschlechts
Hmm Helga ... wer ist "wir"? Wenn ich mir das so überlege, dann passt da sehr vieles davon für mich nicht oder nur sehr begrenzt, vor allem was "Äußerlichkeiten" betrifft. Bin ich deswegen weniger Frau? Ich glaube nicht.Helga hat geschrieben: Sa 12. Mär 2022, 23:24 Was auch immer uns dazu bringt uns in das weibliche Geschlecht hineinfühlen zu wollen, wir wissen eigentlich garnicht so genau was es bedeutet eine Frau zu sein, und schon gar nicht, wie sich Frau- Sein anfühlt, da wir diese "fremde Welt" nur von außen betrachten können. Aus dieser sehr intensiven Betrachtung sammeln wir einen Katalog von Äußerlichkeiten, Eigenschaften, Gefühlen, Tätigkeiten, Vorlieben, Abneigungen..., die uns als typisch weiblich erscheinen. Dieser Katalog ist individuell sehr verschieden, was vermutlich in erster Linie davon abhängt, wann und wo das Individuum sozialisiert wurde, die meisten Seiten dürften aber in den allermeisten Katalogen die Äußerlichkeiten, Kleidung, Frisuren, Makeup ausmachen, da dies am objektivsten erscheint.
Und was es bedeutet Frau zu sein finde ich ohnehin schwer zu sagen. Ich glaube, da hat jede so ihre eigenen Vorstellungen davon. Ich bin eine, das weiß ich, aber woran ich das genau festmachen soll kann ich dir ehrlich gesagt auch nicht sagen. Es ist einfach so ...
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Re: Kleidung als Ausdruck des Geschlechts
Das geht ziemlich allen Frauen so. Egal ob trans oder cis. Und Männern mit "Mann sein". Hab ich schon häufig ausprobiert, wenn mein agender Nicht-Gefühl Thema war. Sobald die Biologie wegfällt, landet es irgendwo bei "war eben immer so", "hab ich so mitbekommen", "hat mich bisher nicht gestört", "passt wohl am besten für mich" und "Gewohnheit". Also letztlich auch "is eben so"Mirjam hat geschrieben: So 13. Mär 2022, 19:57 Und was es bedeutet Frau zu sein finde ich ohnehin schwer zu sagen. Ich glaube, da hat jede so ihre eigenen Vorstellungen davon. Ich bin eine, das weiß ich, aber woran ich das genau festmachen soll kann ich dir ehrlich gesagt auch nicht sagen. Es ist einfach so ...
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Re: Kleidung als Ausdruck des Geschlechts
Je mehr Beiträge ich hier lese, umso überzeugter bin ich davon, dass ich keine Ahnung habe ob ich nicht weiblich genug bin um das mit weiblicher Kleidung unterstreichen zu können, oder ob ich gedanklich schon zu weiblich bin um keine (übertrieben) weibliche Kleidung mehr zu brauchen.
LG, Svenja
Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.
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Ulrike-Marisa
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Re: Kleidung als Ausdruck des Geschlechts
Moin,
...Kleidung ist und bleibt vermutlich noch lange Zeit den historischen Geschlechterrollen verbunden, so wie es in der Gesellschaft allgemein gehandhabt wird, immer von Ausnahmen abgesehen.
Weibliche Kleidung für Männer ist tabu und Frauen können tragen, was ihnen gefällt. Das ist immer noch so und wird sich wohl nur ganz langsam ändern. Wer sich weiblich fühlt, Frau ist oder sich dazwischen sieht, wird das anziehen, was persönlich gefällt bzw. dem Zweck angepasst und angemessen ist immer auch von den persönlichen Gegebenheiten abhängig, hin bis zu rechtlich Fragen, die Statusbedingt sich auch auf die Kleidung auswirken können. Als Transfrau ohne rechtliche Namensänderung etc. werde ich wohl im Altersheim wohl kaum als Frau akzeptiert werden bzw. weibliche Kleidung tragen dürfen (das vermute ich zumindest, nachgefragt habe ich bisher noch nicht).
Wie ich mich anziehe, kennt ihr von meinen Beiträgen; blau und weiß sind meine Farben...
Grüße, Ulrike-Marisa
...Kleidung ist und bleibt vermutlich noch lange Zeit den historischen Geschlechterrollen verbunden, so wie es in der Gesellschaft allgemein gehandhabt wird, immer von Ausnahmen abgesehen.
Weibliche Kleidung für Männer ist tabu und Frauen können tragen, was ihnen gefällt. Das ist immer noch so und wird sich wohl nur ganz langsam ändern. Wer sich weiblich fühlt, Frau ist oder sich dazwischen sieht, wird das anziehen, was persönlich gefällt bzw. dem Zweck angepasst und angemessen ist immer auch von den persönlichen Gegebenheiten abhängig, hin bis zu rechtlich Fragen, die Statusbedingt sich auch auf die Kleidung auswirken können. Als Transfrau ohne rechtliche Namensänderung etc. werde ich wohl im Altersheim wohl kaum als Frau akzeptiert werden bzw. weibliche Kleidung tragen dürfen (das vermute ich zumindest, nachgefragt habe ich bisher noch nicht).
Wie ich mich anziehe, kennt ihr von meinen Beiträgen; blau und weiß sind meine Farben...
Grüße, Ulrike-Marisa
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Re: Kleidung als Ausdruck des Geschlechts
Das würde ich nicht unterschreiben. Dazu gibt es im Rahmen der Pflegeplanung die sogenannten AEDLs. Unter dem Punkt "sich als Mann/Frau fühlen" wird das aufgenommen und allen Mitarbeitern vermittelt. Persönliche Wünsche zur Kleidung, Frisur, Düften und Schmuck werden als identitätsfördernd erkannt und in das Pflegegeschehen mit einbezogen.Ulrike-Marisa hat geschrieben: Mo 14. Mär 2022, 10:25 Als Transfrau ohne rechtliche Namensänderung etc. werde ich wohl im Altersheim wohl kaum als Frau akzeptiert
Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.
Billie Jean King (*1943)
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Re: Kleidung als Ausdruck des Geschlechts
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