Selbstwahrnehmung oder wen sehe ich im Spiegel?
Selbstwahrnehmung oder wen sehe ich im Spiegel?

Lebensplanung, Standorte
Patricia
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Selbstwahrnehmung oder wen sehe ich im Spiegel?

Post 1 im Thema

Beitrag von Patricia »

In den letzten Tagen ist mir vermehrt aufgefallen, dass ich mein Spiegelbild zumindest teilweise als feminin, weiblich empfinde. Ich habe angefangen darüber nachzudenken und dabei ist mir aufgefallen, dass meine eigene Wahrnehmung sehr viel damit zu tun hat, wie es mir seelisch geht. Wenn es mir schlecht geht, nehme ich verstärkt das Maskuline in meinem Gesicht wahr. Den Bartschatten, die Struktur der Knochen, meine Augenbrauen. Dann sehe ich oft einfach einen Mann im Spiegel der ich aber nicht sein will. Dann ist mir mein Spiegelbild gar fremd. Es zieht mich dann meist noch weiter herunter.
Wenn es mir etwas besser geht, wobei die Betonung hier auf etwas besser liegt, dann nehme ich oft mich selbst wahr. JA es klingt doof, aber dann weiß ich nicht nur, dass ich es bin, ich fühle es auch. Es ist für mich etwas schwer das in Worte zu fassen. Zufrieden bin ich dann meist nicht, aber ich kann damit leben was ich sehe.
Wenn es mir dann aber wieder einigermaßen gut geht bzw. ich generell positiv gestimmt bin, dann fange ich plötzlich an eine feminine Person im Spiegel wahrzunehmen, zwar mit maskulinen Merkmalen aber dennoch feminin und dann fühle ich mich gut, gerade zu glücklich.
Einige von Euch wissen ja, dass ich sehr mit meiner Selbstwahrnehmung kämpfe. Als ich vorhin darüber nachgedacht habe, kam mir der Gedanke, dass ich bei positiver Stimmung die Person im Spiegel wahrnehme die ich bin und nicht das was mein Körper (noch) repräsentiert.

Mich würde es interessieren ob ihr das auch kennt und wie es Euch dabei geht.

LG
Patricia
Tina
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Re: Selbstwahrnehmung oder wen sehe ich im Spiegel?

Post 2 im Thema

Beitrag von Tina »

Hallo Patricia,
Ich denke, dass ich verstehe was du beschreibst. Allerdings fällt es mir schwer, mein Spiegelbild weiblich zu sehen.. obwohl ich das manchmal möchte. Ja, manchmal..(.?..ich weiß, dass ist ein Widerspruch"¦ aber genau dieser ist es, der mich an weiblich.. männlich zweifeln lässt. Ich trage seit Jahren zu Hause nur feminine Kleidung, schlafe nur in weiblichen Nachthemden und es macht mich teilweise ärgerlich, wenn ich die Wohnung verlasse, z. B. um einkaufen zu gehen und dann in den Männermodus umstellen muss. Meine größere innere Zufriedenheit und Ausgeglichenheit, also wohlfühlen, finde ich, wenn ich feminin gekleidet, frei bewegen kann (also, nach Lust und Laune geschminkt, Perücke, Rock oder Kleid"¦)
Liebe Grüße
Tina
Céline
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Re: Selbstwahrnehmung oder wen sehe ich im Spiegel?

Post 3 im Thema

Beitrag von Céline »

Hi Patricia,
Das was du geschrieben hast kann ich so bestätigen. Da es mir sehr lange ziemlich schlecht ging sah ich ihn jeden Tag im Spiegel, jeden langen Tag.....
Und tatsächlich möchte ich das bestätigen das die Wahrnehmung etwas damit zu tun hat. In dem Moment als es anfing mir besser zu gehen und ganz besonders nach der OP ging es mir zusehens besser. Heute sehe ich nur noch mich im Spiegel und je nachdem wie ich gestylt bin lächle ich danach sehr lange. Das einzige Problem ist mein männlicher Oberkörper...aber so hat halt jede Frau ihre Problemzonen.
Céline
"Sprache und Worte können mich nicht verletzten...nur der Mensch und seine Absicht dahinter"
C.B.
Lorelai74
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Re: Selbstwahrnehmung oder wen sehe ich im Spiegel?

Post 4 im Thema

Beitrag von Lorelai74 »

Hallo Patricia,

Ich kenne es von mir.
Wenn ich gerade eher gestresst bin, oder ein tief habe
Nehme ich eher Dinge wahr die ich als unangenehm oder gerade noch neutral empfinde.
Wenn ich ausgeglichen bin und zufrieden, dann nehme ich eher Dinge wahr, die neutral oder angenehm sind.

Ein bisschen hat das jeder Mensch so ähnlich, denn unser Gehirn funktioniert so: wir nehmen unangenehmes einfacher wahr als angenehmes und neutrales, denn das war überlebenswichtig.
In Stresssituationen ( die ursprünglich Gefahr waren) wird das unangenehme wahrnehmen noch wichtiger und verstärkt.
Im Tief will uns unser inneres System auch zum Tun bewegen und verstärkt die unangenehme Wahrnehmung.

Das äußert sich auch bei der Wahrnehmung von Sich selbst.

Was kann helfen?
Längerfristig helfen kann das wahrnehmen von angenehmen und neutralen Empfinden zu üben wenn was uns okay geht oder gut.
Dann können wir auch in einem Zustand von Stress oder tief etwas neutrales finden und so stabilisieren und den Zustand wieder schneller verlassen.

Denn so wie die Wahrnehmung dem Zustand folgt, folgt auch der Zustand unserer Wahrnehmung.

Ich hoffe das hilft dir weiter.
Viele liebe Grüße
Lori
Helfen kann gez
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Fen
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Re: Selbstwahrnehmung oder wen sehe ich im Spiegel?

Post 5 im Thema

Beitrag von Fen »

Hi zusammen,

Ich bin eine Cis-Frau aber es geht mir ganz genauso wie Patricia. Ich habe seit ja dreieinhalb Jahren eine recht burschikose kurzhaarfrisur (radikal gekürzt von Schulterlangen, dunkelblonden naturgelockten Haaren). Und manchmal, wenn ich mich ungeschminkt im Spiegel ansehe erkenne ich mich nur schwer, bzw. sehe tatsächlich einen Mann. Besonders, wenn es mir nicht gut geht, empfinde ich mich regelrecht als hässlich.

Wenn es mir neutral oder gut geht, stimmt auch mein Spiegelbild.

Ich werde selten misgegendert, zum Glück. Aber wenn es passiert bin ich ziemlich betroffen darüber.
Liebe Grüße
Fen
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Re: Selbstwahrnehmung oder wen sehe ich im Spiegel?

Post 6 im Thema

Beitrag von Claudia_G »

Hallo Patricia,

ja, es gibt auch heute noch Tage, an denen mich der Kerl angrinst, wenn ich in den Spiegel schaue. Wie sollte es denn aber auch anders sein, über 50 Jahre hat er ein Leben gelebt, dass sich zwar nicht richtig anfühle, aber doch irgendwie gelebt werden musste.
Und ich muss sagen, soo schlecht hat ers gar nicht gemacht. Sein Sein hat ihm/mir eine Frau "beschert", die den am wenigsten männlichen Mann aus dem doch recht großen "Angebot" an Interessenten in ihr Herz gelassen hat und auch sonst hat er sich/mich nicht mit "Männlichkeitsgebaren" gequält.

Anfangs, so etwa ein dreiviertel Jahr nach meinem Outing und meinem richtigen Sein, war er trotz allen Versuchen, ihn "wegzubekommen", omnipräsent. Nur beim Lächeln soll er sich verzogen haben - sagten zumindest meine Frau und meine Tochter ....
Schwer zu glauben, wenn Frau trotz breitestem und ehrlichsten Lächeln noch immer der Kerl aus dem Spiegel entgegenlächelt.
Eines Morgens dann, ich weiß nicht mehr, welcher Gedanke mir beim Betreten das Bades durchs Gehirn floß, war der Kerl da im Spiegel weg. Einfach so und ich sah dort eine Frau mich anlächeln. Mein Innen-Ich-Bild.
Es war nur ein kurzer Moment, aber es gab ihn und mich und ich habe mich gesehen.
Einziger Kommentar meiner Frau am Frühstückstisch nach meiner euphorischen Erzählung des EREIGNISSES .... "Sag ich doch schon die ganze Zeit" .... freudiges Grinsen und (ki)

Es hat dann noch ne ganze Weile gedauert, bis ER kaum noch wahrnehmbar wurde. Aber auch heute gibt es diese Momente, wo ich ihn aus den Augenwinkeln sehe oder er sich zeigt, wenns den Resten von ihm im Gesicht an die Stoppeln geht.

Aber es ist ok, er gehört zu mir und, wie gesagt - so schlecht war er doch wirklich nicht und er konnte doch auch nichts dafür, was es war, wie es war.
Und ganz unter uns (hört ja grad niemand zu) ... mittlerweile mag ich ihn, auch wenns sich vielleicht komisch anhört.

Alles Liebe
Claudia
Bin keine CD, bin ne Floppy-Disk ... ;-)
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Re: Selbstwahrnehmung oder wen sehe ich im Spiegel?

Post 7 im Thema

Beitrag von Aria »

Patricia_cgn hat geschrieben: Fr 4. Feb 2022, 19:14 Als ich vorhin darüber nachgedacht habe, kam mir der Gedanke, dass ich bei positiver Stimmung die Person im Spiegel wahrnehme die ich bin und nicht das was mein Körper (noch) repräsentiert.
Ja, so geht es mir auch. Und ich denke das es jedem so geht. Nicht nur uns. Bei uns tritt das aber verstärkt auf, da wir uns generell sehr mit unserem Sein beschäftigen.
¡no lamento nada!
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Re: Selbstwahrnehmung oder wen sehe ich im Spiegel?

Post 8 im Thema

Beitrag von Helga »

Patricia_cgn hat geschrieben: Fr 4. Feb 2022, 19:14 Mich würde es interessieren ob ihr das auch kennt und wie es Euch dabei geht.
Hallo Patricia,
nicht 1:1, aber irgendwie doch sehr ähnlich.
Wahrnehmung ist immer subjektiv und besonders gilt dies für die Eigenwahrnehmung, da wir uns (egal mit welchem Sinn) nicht oder kaum unmittelbar selbst wahrnehmen können. Wir benötigen immer einen "Spiegel". Sei es ein gegenständlicher Spiegel oder das, was andere Menschen zurückspiegeln, wenn sie uns wahrnehmen.
Ich habe kein Problem mit meinem männlichen Spiegelbild, empfinde allerdings auch nicht das Bedürfnis es länger zu betrachten als notwendig ist um mich beim Rasieren nicht zu schneiden. Es gibt mir nichts. Ganz anders, wenn ich mich sorgfältig feminin zurecht gemacht habe. Ich kann mich an mir selbst nicht sattsehen. Mein Spiegelbild schenkt mit Wohlbefinden und dieses Wohlbefinden führt zu einem selbstverstärkenden Effekt: Je wohler ich mich fühle desto femininer nehme ich mich wahr, desto wohler fühle ich mich... . Dies funktioniert besonders gut, wenn ich fremde Menschen als Spiegel benutze, weil diese meine Ausstrahlung sehr viel besser spiegeln können als ein lebloses, metallbedampftes Floatglas. Natürlich birgt dies auch die Gefahr, dass ich eine negative Ausstrahlung negativ zurückgespiegelt bekomme.
Liebe Grüße
Helga
Was bin ich?- Zunächst einmal bin ich ein Mensch!
Meistens bin ich ein Mann.
Wenn mir danach ist bin ich eine Frau.
Ich muss mich nicht festlegen.
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Re: Selbstwahrnehmung oder wen sehe ich im Spiegel?

Post 9 im Thema

Beitrag von Laura »

Ich kenne diese Gratwanderung auch aus meinen Spiegeln. Manchmal, wenn ich in den Spiegel schaue, kann es sein das nicht Laura zurückschaut. Da ich aber nur ab und zu und nicht voll- oder Teilzeit aus der männlichen Rolle ausbrechen kann, weiß ich dann für den Tag, das ich es heute lieber lasse. Wenn aber Laura mir aus dem Spiegel entgegenstrahlt, dann klappt es auch mit der femininen Selbstwahrnehmung.

Ich glaub da spielt nämlich auch eine ganze Portion Selbstsicherheit mit, die natürlich sowohl vom Alltag als auch von kleineren Schönheitsfehlern bombardiert wird. Daher versuche ich immer möglichst viele dieser Makel los zu werden, damit ich erst gar nicht anfangen kann drüber nach zu denken. Probleme wie Bartschatten loswerden beispielsweise wird mit orangener Camouflage entgegengewirkt, die den Blauschimmer bei gewissen Lichteinfall unterdrückt. Und schon verschwende ich keinen Gedanken mehr daran, der mir sonst die ganze Zeit im Kopf rumgegeistert wäre. :) Zu Breite Schultern? Dann die Klamotten so wählen, dass sie nicht betont werden. Mach ich das nicht, wackelt bei mir auch die Selbstwahrnehmung, die Sicherheit geht dann flöten und letztendlich ist Frau einfach nur noch unzufrieden und nicht selbstbewusst genug um gegen die eigenen Anforderungen zu bestehen. Und dann funktioniert auch dieser verflixte Spiegel nicht mehr richtig! ;D
Jasmine
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Re: Selbstwahrnehmung oder wen sehe ich im Spiegel?

Post 10 im Thema

Beitrag von Jasmine »

Menalee sieht mich weiblich, mein Umfeld sieht mich weiblich und ich weiß das ich eine Frau bin. Gott hat mir dieses Gesicht geschenkt und damit muß ich leben. Mein Gesicht so zu lieben wie ich bin und mich vor allem selbst zu akzeptieren, unabhängig vom Alter, den Kilos, den Falten oder der Größe. (Anmerkung: Etwas anderes wird noch operativ geändert. Gaop ) Aber wenn ich morgens in den Spiegel sehe, sehe ich eine Frau, ein weibliches Wesen. Denn ich weiß das ich eine Frau bin. Dann sage ich mir, ich bin schön und lächle. So fängt der Tag für mich an.
Natürlich hatte ich auch schlechte Phasen, wenn mir andere Menschen weh getan haben. So wie ich heute bin war ich nicht immer, ich mußte viel lernen. Aber diese Zeit habe ich überwunden und ich bin stärker geworden. Ich bin eine Frau, das weiß ich und so lebe ich. Also schaue ich beruhigt in den Spiegel, ich muss mich mit niemandem vergleichen oder einem Schönheitsideal hinterherrennen.

@ Patricia, ich verstehe dich sehr gut. Fühl dich von mir gedrückt (dr) (dr) (dr)

Liebe Grüße Jasmine
ExuserIn-2022-08-18
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Re: Selbstwahrnehmung oder wen sehe ich im Spiegel?

Post 11 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2022-08-18 »

Hallo liebe Patricia,
Hallo ihr lieben,

ich kenne das was Du beschreibst Patricia natürlich auch. Aus eigener gelebter Erfahrung.

Vor einigen Jahren fing ich an, geprägt durch Seminare, mein eigenes Ich anders zu sehen und mich so anzunehmen wie ich bin. Mit all meinen Ecken und Kanten. Mit all meinen Gedanken und vor allem mit all meinen Gefühlen und erkannte meine inneren, grundlegenden Bedürfnisse.

Es folgte ein langer Prozess indem ich begann mich wertfrei zu betrachten. Dieser Prozess half mir mich so anzunehmen wie ich bin. Die vollkommene Akzeptanz meines Ich's.

Und das mit all meinen Ecken und Kanten.

Ich liebe beide Teile. Feminin und Maskulin. Ich bin beides.

Schaue ich heute in den Spiegel sehe ich mich. Meine Gefühlslage ist mittlerweile unabhängig von meinen weiblichen und männlichen Anteilen.

Geht es mir schlecht und ich schaue in den Spiegel fühle ich mich nicht mehr in die eine oder andere Welt hinein gezogen, sondern schaue nach innen und reflektiere mich.

Für diesen, meinen, Weg hatte ich Hilfe und Unterstützung, sonst wäre ich ihn wohl nicht gegangen.

Ich wünsche Dir liebe Patricia das Du deinen Weg weitergehst und er Dich dort hinführt wo Du keinen Kampf mehr mir deiner Selbstwahrnehmung führen brauchst.

Liebe Grüße

Cecil
Personne ne croise votre chemin par hasard et vous n'entrez pas dans la vie de quelqu'un sans raison, chaque rencontre a sa raison d'être.
Auteur inconnu
Marit
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Re: Selbstwahrnehmung oder wen sehe ich im Spiegel?

Post 12 im Thema

Beitrag von Marit »

Hallo Patricia und ihr alle,

nun bin ich schon eine Weile mit Hormonen unterwegs und mein Gesicht hat sich zumindest von der Haut her verändert, auch die Falten die einen Mann angeblich interessant machen, sind weniger geworden. Da das ganz langsam ging, habe ich die Veränderung nicht so wahrgenommen. Das im Spiegel war immer ich, ohne dass ich mir Gedanken über das Geschlecht gemacht habe.

Allerdings habe ichin letzter Zeit etwas beobachtet, was mich erst einmal verunsichert hat: wenn ich unversehens im Spiegel oder auf dem Kontrollmonitor bei einer Videokonferenz mein eigenes Bild sehe, kommt mir in den ersten Millisekunden der Gedanke 'die Frau finde ich interessant/sympathisch, die würde ich gerne kennenlernen', bis ich dann merke, dass ich auf mich selbst hereingefallen bin.
Das klingt ziemlich narzisstisch, oder? Andererseits ist es eine ähnliche Situation wie wenn einem jemand in der Fußgängerzone jemand begegnet und man hat auch diesen Gedanken für einen Moment. Das geht ganz unwillkürlich.
Ich habe es mal als positives Zeichen genommen und nehme an, dass ich einfach mit mir selbst im Reinen bin und dass ich da keinen Kerl mehr wahrnehme, selbst wenn das Passing nicht perfekt ist.

Ähnliche Erfahrungen wünsche ich euch auch, selbst wenn es mir am Anfang ziemlich schräg vorkam - Frau darf sich auch manchmal selbst lieben.

Liebe Grüße von Marit
Nichts ist für immer.
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Re: Selbstwahrnehmung oder wen sehe ich im Spiegel?

Post 13 im Thema

Beitrag von Blossom »

kenne ich von früher noch recht gut ... aber inzwischen geht es mir so gut, dass ich im Spiegel das Mädchen sehe, das ich bin ... und wie jede Frau bemerke ich dabei wohl eher die kleinen Stellen, die nerven ... weil nicht so perfekt ... mal wieder ein Paar Gramm am Bauch oder dergleichen ... hihi ... Bagatellen letztlich.
Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.
Billie Jean King (*1943)
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Re: Selbstwahrnehmung oder wen sehe ich im Spiegel?

Post 14 im Thema

Beitrag von rika »

Im großen Spiegel im Flur sehe ich die Fascetten, die mich ausmachen, im kleineren im Bad die Details.

Stufe 1: Herr Wagner, 190 groß, weißes Resthaar, Hose, Pullover, Gesicht (noch) nicht sehr faltig

Stufe 2: Herr Wagner, 190 groß. weißes Resthaar, Longpulli, Leggins, Gesicht unverändert :lol:

Stufe 3: rika, Größe unverändert, Alltagsmake-up = Foundation, Augenbrauen, Wimpern, Lidschatten, Lippenstift und Perücke, Ohrschmuck, Kleidung wie Stufe 2

Stufe 4: rika, immer noch 1,90, aber intensives Make-up, falsche Wimpern, ausgesuchte Kleidung (Pailletten, Overalls, Kleider), großer Ohrschmuck, Halskette und zum Beispiel gestern von einer Freundin mit dem Lockenstab behandelte Haarpracht.

Die letztere hat mir richtig gut gefallen, ich habe in und aus dem Spiegel gestrahlt und Marina mit. Diese Stufe ist ein besonderes Erlebnis.

Nach den unendlich vielen Jahren der Fragen, frühen Scheu, Ängste, überzogenen Versuchen sehe ich ....mich.

Gelassen, neugierig und der Spiegel sendet mir innere Ruhe.

rika
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Re: Selbstwahrnehmung oder wen sehe ich im Spiegel?

Post 15 im Thema

Beitrag von rika »

P.S. die Spiegel haben mir gezeigt, wie, wer und was ich bin. Manchmal waren sie ungnädig und fordernd, aber dann auch wieder ermutigend. Und zuletzt: ehrlich.

rika
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