Wo bleibt das Vertrauen????
Wo bleibt das Vertrauen????

Intergeschlechtliche Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
elfe
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Wo bleibt das Vertrauen????

Post 1 im Thema

Beitrag von elfe »

Hallo ihr lieben,
nach einiger Zeit melde ich mich wieder mal zu Wort.

Mittlerweile weiß ich nun ca. seit 1 Jahr dass mein Mann ein CD ist. Wir haben natürlich immer wieder Höhen und Tiefen gehabt. Nun habe ich mich schon damit angefreundet und ich finde es OK dass mein Mann zu Hause nur noch in Rock und Seidentrumpfhose rumläuft. Ich kann auch damit leben dass er immer wieder mal sich ganz als Frau kleidet. Allerdings möchte ich ihn nicht geschminkt und mit Perücke sehen.
Nun zu meinem Problem: Mein Partner ist einfach nicht offen zu mir was mich sehr verletzt. Er betont immer wieder dass er es NICHT bereut mir nie (seit 25Jahren) gesagt zu haben dass er Cd ist und er würde es immer wieder genau so machen. Habe es ja durch Zufall entdeckt. Wo ist da das Vertrauen? Er erwartet aber von mir dass ich ihm Vertraue.
Er versperrt Schubladen und hat sogar Bewegungssensoren drauf falls er mal vergisst abzusperren und sein Computer ist passwortgeschützt damit ich ja nicht seine Fotos (oder wer weiß was sonst noch????) sehe. Wenn ich ihm sage dass mich das stört bekomme ich nur zur Antwort dass mich das gar nichts angeht. Ich muss immer aufpassen was ich sage denn er könnte ja meine Worte als Vorwurf sehen. (Was sicher nicht meine Absicht ist)
Wie soll das gehen? Ich finde dass Geheimnisse in einer Beziehung Gift sind. Aber leider weiß ich nicht mehr weiter. Wenn wir darüber reden blockt er total ab. Momentan wird dieses Thema totgeschwiegen.
Ich möchte meinen Partner nicht verlieren aber dieses Verhalten frisst mich innerlich auf und ich weiß einfach nicht mehr wie wir da weiterkommen können.
Ich habe an mir gearbeitet dass ich das alles akzeptieren kann aber nun denke ich dass es an der Zeit ist das mein Partner auch an sich arbeiten muss und endlich mal offen und ehrlich zu mir ist.

Habt ihr da irgendwelche Erfahrungen, Tipps usw. wie wir dieses Problem lösen könnten?

Bin für alle Tipps dankbar.
Glg Elfe
Violetta Arden
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Re: Wo bleibt das Vertrauen????

Post 2 im Thema

Beitrag von Violetta Arden »

Hallo Elfe,
Ja, Vertrauen schaut anders aus. Ich denke, Dein Mann hat Geheimnisse, die er Dir nicht offenbaren will. Vielleicht geheime Neigungen, die er nicht mit Dir teilen kann/will. Natürlich schaut man sich als CS/Part-Time-Lady auch Fotos im Netz an, die sexuelle Inhalte haben - wer das verneint, ist wohl nicht ganz ehrlich auch zu sich selber. Dass er sich vor Deinen "Nachforschungen" schützt, scheint mir so etwas zu sein. Aber ich kann Dir da auch keinen Rat geben. Du bist ja sowieso sehr tolerant und verständnisvoll, was viele von uns schmerzlich vermissen. Ich glaube, da müsst ihr wohl ein bisschen tiefer gehen - ich nehme an, ihm ist einiges peinlich. Aber ohne Gespräch geht mal gar nichts - ob's was bringt- ich hoffe es für Dich/Euch.
Alles Liebe Gerda
Mein weibliches Ich ist ein Teil von mir und lässt sich nicht mehr unterdrücken. Ungenützte Zeit lässt sich nie mehr zurückholen.
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Re: Wo bleibt das Vertrauen????

Post 3 im Thema

Beitrag von scheue_Sarah »

Liebe Elfe,

diese Aussage ist eher untypisch:
elfe hat geschrieben: Di 1. Feb 2022, 14:47 Er betont immer wieder dass er es NICHT bereut mir nie (seit 25Jahren) gesagt zu haben dass er Cd ist und er würde es immer wieder genau so machen.
Die meisten hier im Forum haben lange Jahre ihren Liebsten ihre Neigung verschwiegen, allerdings es nachher eher bereut. Vor allem wenn sich herausstellt:
elfe hat geschrieben: Di 1. Feb 2022, 14:47 Nun habe ich mich schon damit angefreundet und ich finde es OK dass mein Mann zu Hause nur noch in Rock und Seidentrumpfhose rumläuft. Ich kann auch damit leben dass er immer wieder mal sich ganz als Frau kleidet.
Da ist er doch zu beneiden!
Anfangs steht immer die Angst dem Vertrauen im Weg. Werde ich sie/ihn verlieren? Nachdem Du das verneint hast, ist seine Antwort eher ein Rätsel.
In Verbindung mit seiner Heimlichtuerei (abschließen, Sonsoren, Passwörter und Abwehrhaltung) denke ich, dass da mehr dahinter steckt. Seine "Frauensachen" braucht er ja nicht mehr zu verstecken...

Ich habe mit Psychologie nichts zu tun und mein Bauchgefühl mag mich manchmal täuschen...
Ihr müsst die Mauer zwischen euch überwinden. Mit Zeit, mit Gesprächen oder auch mit fremder und professioneller Hilfe.

Alles Gute für diesen schweren Weg
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Re: Wo bleibt das Vertrauen????

Post 4 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Vielleicht hat ja seine Heimlichtuerei nichts mit Crossdressing zu tun. Wäre eine Möglichkeit.
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Re: Wo bleibt das Vertrauen????

Post 5 im Thema

Beitrag von elfe »

Mit was dann?? Bin ich zu Naiv ??
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Re: Wo bleibt das Vertrauen????

Post 6 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Ich kann beide Fragen nicht beantworten.

Aber manche Menschen sind von Natur aus paranoid oder sie haben andere Geheimnisse vorüber sie nicht gerne sprechen. Oder er hat eine Perücke und Schminke (und Bilder im Computer mit Perücke und Schminke) die er nicht möchte das du es siehst. Weil du es ihm so gesagt hasst.

Und ich vermute du bist nicht naiv.

Wie wäre es Mal ganz entspannt zu reden und zu betonen wie wichtig und essentiell für dich Vertrauen ist?

LG
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Re: Wo bleibt das Vertrauen????

Post 7 im Thema

Beitrag von chrisvomsee »

Hallo Elfi,

uijuijui, da wird es jetzt schwer etwas dazu zu schreiben. Bzw. einen guten Rat zu finden.
Darum möchte ich mich erst mal nur auf diese Zeilen beziehen:
elfe hat geschrieben: Di 1. Feb 2022, 14:47 Nun zu meinem Problem: Mein Partner ist einfach nicht offen zu mir was mich sehr verletzt. Er betont immer wieder dass er es NICHT bereut mir nie (seit 25Jahren) gesagt zu haben dass er Cd ist und er würde es immer wieder genau so machen. Habe es ja durch Zufall entdeckt. Wo ist da das Vertrauen? Er erwartet aber von mir dass ich ihm Vertraue.
"Er würde es genauso machen" ... das hat mich am meisten verwundert beim Lesen.
Das ist sehr ungewöhnlich.
Ja, verheimlicht haben das viele zuerst. Ich auch. Aber ich fühle mich damit nicht gut. Denn ich habe es verheimlicht weil ich nicht 100% zu mir gestanden habe.
Und dass das die wenigsten können ist auch ganz normal. Es ist nicht so einfach zu verstehen was da passiert, auch für die betroffenen Männer nicht, und schon gar nicht wenn man noch jünger ist und auf Partnersuche. Da dachte ich selbst oft, "neee, das behalt ich mal lieber für mich, vielleicht verschwindet's ja auch mal"... usw.

Aber mit der heutigen Erfahrung würde ich niemals sagen "dass ich das wieder genauso machen würde"
Da stimmt was nicht.
Vielleicht fragst du da nochmal nach wie er das denn meint.
Meint er das wirklich so, dass er das mit heutigem Wissen wieder so machen würde? Also verstecken ohne das Bedürfnis sich Dir gegenüber zu öffnen?

Nun, wenn ich eigene Bedürfnisse, Themen, Phantasien ect. verstecke, dann fehlt mir das Vertrauen zu der Person vor der ich es verstecke.
Ich verstecke mich "noch" vor der Gesellschaft, weil ich ihr nicht vertraue dass sie mich so annimmt wie ich bin.

Also bleibt für mich nur der Rückschuss dass es hier definitiv ein Vertrauensproblem gibt (wie du ja selbst auch vermutest)

Könntest Du hier ansetzten? Also ihn explizit fragen was er von Dir bräuchte damit er seine Bedürfnisse eben nicht vor Dir verstecken möchte.
So wie Du schreibst wäre es ihm ja viel lieber du hättest es nie entdeckt.
Somit ist seit der "Entdeckung" ja irgendwas passiert. Es geht ihm also nach der Öffnung zu Dir nicht "besser"(wie eigentlich vielen hier), sondern anscheinend schlechter.

Zu aller erst aber, sei Dir 100% im klaren dass es nicht Dein Fehler ist wenn das Vertrauen fehlt, sondern wenn überhaupt dann ist das ein Ergebnis von ungenügender Kommunikation.

Nämlich dem offenen Austausch der jeweils eigenen "Bedürfnisse"

Soviel erst mal,

Liebe Grüße

Chris
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Anne-Mette
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Re: Wo bleibt das Vertrauen????

Post 8 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
chrisvomsee hat geschrieben: Di 1. Feb 2022, 15:55 uijuijui, da wird es jetzt schwer etwas dazu zu schreiben. Bzw. einen guten Rat zu finden.
deshalb sollte bitte auch Raum gelassen werden für Partnerinnen, die antworten wollen und können.

Gruß
Anne-Mette
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Re: Wo bleibt das Vertrauen????

Post 9 im Thema

Beitrag von Micha »

Liebe Elfe (ich hoffe, nomen est omen) (so)

ich schreibe jetzt trotzdem, obwohl ich nicht direkt helfen kann. Bei uns ist Frau eben Frau und ich das CD.
Seit 5 Jahren weiß ich wie das heißt und bin froh eine Art "Normalität" gefunden zu haben. Als mir dies klar wurde, erzählte ich es sofort.
Meine Frau ist nicht einverstanden, will nur "ihren Mann" und nichts dazu. Kürzlich war es heftig strittig bei uns, da kam heraus, dass sie dieses trans"¦ durchaus für heilbar hält.
In ihrem Beisein wandle ich nicht mehr zu Stina. Zu viel Ablehnung.
Mein Wunsch und Hoffnung war, dass sie aus Spaß mein "Rollenspiel" mitspielt. Einige BioFreundinnen geben mir dies als Outinghilfe und haben einen Riesenspaß dabei. Ja, erleben ihr Frausein noch einmal anders. Man kann ein Fest daraus machen.
Eure Vertrauenssache hat mit trans"¦.. wenig zu tun. Mit dem Entschluss Zusammenzugehen sind Vereinbarungen notwendig. Manchmal nur die eine, völliges gegenseitiges Vertrauen. Ich glaube nicht mehr an so etwas. Jetzt halte ich so eine Art Ehevertrag vorweg für gut. Darüber reden ist schon eklig und lässt die Schmetterlinge in Schreckstarre fallen. Sehr gute Basis für klares Denken und sein Wollen äußern.
Aus Sicht meiner Frau habe ich eine unausgesprochene Vereinbarung verletzt. Allerdings war mir dieser "Fehler" angeboren.
Bei jedem tauchen im Leben neue Seiten auf, die sich ganz unterschiedlich auswirken. Wenn Partnerschaft ein deal ist, kauft man die Katze im Sack mit.

"¦.an Dir gearbeitet, alles zu akzeptieren????

Das könnte für Dich gefährlich sein. Was sagt Dein Bauchgefühl? Empfindest Du Stärke? Dann ist es gut. Oder Kraftverlust?

Als bei uns die Verärgerung/Enttäuschung zu groß wurde hat sich jeder in eine Liebelei begeben. Das ist lange vorbei. Stina ist eine nicht integrierbare Belastung unserer Ehe. Nein, nicht ganz allein. Durch das trans"¦. kamen noch weitere Themen/Reibereien ans Tageslicht. Stina war eher Auslöser.

Beide suchen wir die Freude im Bauchgefühl. Wir sehen traurig, dass wir uns gegenseitig keine Freude mehr sind. Aber wir sind auch froh, dass die Schwindeleien, auch sich selbst gegenüber, heraus kommen. Spät, aber früh genug zum Überdenken.

Du hast nach Hilfe gefragt, deshalb antworte ich nur auf Deines. Dein Partner muss sich selber kümmern, so er etwas retten mag.

Ich vermute mal, dass Du in einer misslichen wirtschaftlichen Zwangslage bist. Möglicherweise seid ihr auch nicht auf Augenhöhe. Wenn Dich das beginnt krank zu machen, musst Du Dir um Deinerselbst Willen professionelle Hilfe suchen oder mediatorgeeignete Menschen aus dem Freundeskreis. Für Dich zur Stärkung, eventuell auch Eurer Partnerschaft.

Ich wünsche Euch sehr, für jeden das Bestmögliche zu erreichen. Sei ganz herzlich gegrüßt. Stina
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Re: Wo bleibt das Vertrauen????

Post 10 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2023-01-07 »

Liebe Elfe,

Du bist sehr tolerant und setzt zugleich klare Grenzen. Das finde ich wirklich gut und richtig so. Was mir hier so durch den Kopf geht: Du sagst, Du möchtest ihn nicht geschminkt und/oder mit Perücke sehen. Kann es sein, dass er mit seinen Maßnahmen dafür sorgt, dass genau das nicht passiert? Dass Du Ihn eben nicht so zu sehen bekommst, wie Du es nicht willst. Dies würde ich einfach mal so thematisieren. Sonst möchte ich gerade nicht so viel in sein Verhalten hineininterpretieren, ohne ihn zu kennen.

Und noch eine andere Perspektive auf das Thema Vertrauen, die bei Gesprächen mit ihm helfen könnten. Es könnte hilfreich sein, nicht zu fragen "Warum vertraust Du mir nicht, warum versteckst Du die Dinge" sondern "Vor was hast Du Angst? Was befürchtest Du, könnte passieren, wenn ich das sehe? Es macht mich ärgerlich und traurig, wenn Du Dich so verschließt und ich würde mich freuen, wenn Du mir vertrauen könntest." (Nur Beispielhaft, bitte eigene Worte finden (smili) ). So kommst Du in der Kommunikation weg vom Vorwurf hin zu einem Versuch, ihn zu verstehen, empathisch zu sein und zugleich eigene Gefühle und Wünsche zu benennen.

Liebe Grüße
Juna
Eigentlich bin ich ganz anders, ich komm nur viel zu selten dazu ...

By the way: ehemals Juna33
rika
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Re: Wo bleibt das Vertrauen????

Post 11 im Thema

Beitrag von rika »

Liebe Elfe,

Ferndiagnosen sind meistens schlecht, Schreiben und Lesen kann aber guttun. Du hast Dich daran gewöhnt, dass Dein Mann weibliche Kleidung zuhause trägt. Das ist soweit ok, da eine Jeans in weiblicher Größe 42 nicht wirklich so weit weg von einer in männlicher Größe 54 ist. Du willst nicht, dass er sich schminkt und eine Perücke trägt. Das kann ich gut nachvollziehen, da die optische Verwandlung des Gesichts und gesamten Kopfes unendlich viel weiter geht als alles andere. Zusammen mit weiblicher Kleidung nur noch der Kern = die Sprache, das Verhalten und die Mimik und selbst die ganz sich verwandeln. Make-up und Perücke wirken leider bei etlichen CDs wenig professionell. was nicht wundert, wenn der Kopfumfang weit über 60 cm, der Bartwuchs wie wild und das ganze Gesicht eher wie das von Lawrow ist.

Die Verheimlichungen Deines Mannes sind nach so einer langen gemeinsamen Zeit völlig inakzeptabel, aber vielleicht hilft eine kleine Provokation Deinerseits: ein kleiner Schrank oder Behältnis, welches Du mit einem Schloss versiehst und nur Du den Schlüssel hast. Der Inhalt ist völlig egal.

Es wird immer wieder gesagt, dass man gemeinsam sprechen muss. Ja, das ist wichtig, aber das Sprechen fällt vielen Menschen leicht oder schwer und wenn da keine gemeinsame Ebene ist, kann es ziemlich nach hinten los gehen. Sich sprechend zu öffnen kann dazu führen, dass dieser Mensch danach ein Gefühl der Blöße hat und es bereut. Daher komme ich nochmals auf meinen Eingangssatz: Schreiben und lesen. Wer schreibt, überlegt und streicht vielleicht ein paar Sätze. Schreiben braucht Zeit und reduziert die Spontanität des Dialogs. Das kann gut sein, wenn sich die Partner zu schnell vom Reden zum Streiten bewegen. Lesen heißt es wieder lesen zu können und nachzudenken.

Liebe Grüße

rika

P.S. Gerda: nein, ich schaue mir solche Fotos nicht an, habe es noch nie getan und werde es auch nicht tun, da mich sexualisierte Bilder abstoßen.
Wally
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Re: Wo bleibt das Vertrauen????

Post 12 im Thema

Beitrag von Wally »

elfe hat geschrieben: Di 1. Feb 2022, 14:47 Nun zu meinem Problem: Mein Partner ist einfach nicht offen zu mir was mich sehr verletzt. Er betont immer wieder dass er es NICHT bereut mir nie (seit 25Jahren) gesagt zu haben dass er Cd ist und er würde es immer wieder genau so machen.
Hallo Elfe,

Irgendwie widerspricht sich das selber: Dein Partner trägt seit der Entdeckung zuhause - von Dir toleriert - ständig (!) Rock + Strumpfhosen, wie Du berichtest. Offenbar erlebt er das als Gewinn, sonst täte er's ja wohl nicht. Und trotzdem bereut er NICHT, dass er das mangels Vertrauen zu Dir jahrzehntelang nicht tun konnte? Schon sehr seltsam...
Ich kann mir's nur so erklären, dass er auch anderweitig sexuell noch seine verborgenen Ecken hat, die er Dir nicht zu offenbaren wagt: vielleicht ein Stück Sadomasochismus, Gummifetischismus, was weiß ich... Viele von uns haben sowas, ich selber auch, meine Frau weiß davon, kann aber selber nix damit anfangen; also konfrontiere ich sie damit nach Möglichkeit nicht. Verbieten lasse ich mir's aber auch nicht, es gehört nun mal zu mir, wenigstens in der Fantasie will ich das dann schon auch ausleben dürfen.

Als ich meine Frau vor 15 Jahren kennenlernte, war ich in all diesen Dingen von vornherein offen; ich hatte ja damals schon meine Brustimplantate, konnte diese Seite also vor ihr gar nicht mehr verstecken, und auch sexuell haben wir anfangs regelrecht miteinander erprobt, was gemeinsam und einvernehmlich ging und was nicht. Meine SM-Vorlieben (eigentlich eher nur Bondage/Fesselung) hat sie anfangs mir zuliebe sogar aktiv mitgemacht; ich habe das dann aber meinerseits schon bald beendet, weil für mich spürbar wurde, dass sie nicht wirklich Spaß dran hatte - so war's dann auch für mich nicht wirklich befriedigend. Auch Sadomasochisten empfinden das so... Seitdem ist das halt ein intimer Bereich in meinem PC - noch nicht mal Password-geschützt; meine Frau repektiert einfach, dass das meine Intimsphäre und sexuelle Fantasie ist, die sie nichts angeht, und läßt die Finger davon. Es nimmt ihr ja auch nichts weg.

Euere Partnerschaft hat da eine andere - und noch dazu 10 Jahre längere - Vorgeschichte. Da stand die Grenzziehung schon gleich am Anfang und wurde später nur noch durch zufällige oder versehentliche Entdeckung stellenweise durchbrochen. Wenn man das 25 Jahre lang so gehandhabt hat, wird es vermutlich (für BEIDE Partner!) sehr schwer werden, da eine grundsätzlich andere Haltung einzunehmen. Du hast Angst, dass sich hinter seiner Geheimnistuerei Dinge verbergen, die Du womöglich nicht tolerieren und akzeptieren kannst - und er hat genau DIESELBE Angst! Dabei bewegt Ihr beide Euch (soweit sich da überhaupt was tut) doch nur auf dieselbe Grenzziehung zu, wie ich es mit meiner Frau auch tue - nur von der entgegengesetzten Seite her: wir setzen (und respektieren) diese Grenze einander einvernehmlich nach unseren unterschiedlichen Bedürfnissen, Ihr durchbrecht sie dagegen stückweise, wo sie von vornherein (Angst auf beiden Seiten...) zu strikt war und Euere gemeinsamen Bedürfnisse behindert hat.

Der anzustrebende Endzustand ist in beiden Fällen derselbe: eine beiderseits einvernehmlich respektierte Intimsphäre. Grenzenlosigkeit kann nicht das Ziel sein: so vollständig ein Herz und eine Seele, dass sie auf ihre Intimsphäre völlig verzichten könnten, sind zwei Menschen nie, das gibt's bloß in Groschenromanen. Das Problem ist nicht die Grenze an sich, sondern der Umgang damit: kann ich das Bedürfnis meines Partners nach Abgrenzung in gewissen Bereichen akzeptieren und respektieren, oder MISSTRAUE ich dem dahingehend, dass ich dahinter Partnerschafts-zerstörende Geheimnisse argwöhne? Umgekehrt: kann ich meinem Partner dahingehend vertrauen, dass er meine Intimsphäre respektiert, oder MISSTRAUE ich ihm dahingehend, dass er übergriffig wird, wenn ich es nicht aktiv zusperre? Das Misstrauen steckt da auf BEIDEN Seiten und bedingt sich gegenseitig, es schaukelt sich gegenseitig hoch.

Nach 25 Jahren offenbar zumindest grundsätzlich funktionierender Partnerschaft solltet Ihr beide aber doch eigentlich Grundlage genug haben, das beiderseitige Misstrauen und die Angst allmählich abzulegen: was 25 Jahre lang Eure Partnerschaft nicht kaputtgemacht hat, das wird es wohl auch die nächsten 25 Jahre nicht tun. Wenn Du die Intimsphäre Deines Partners konsequent respektierst und er seinerseits Vertrauen dazu faßt, dass Du schon nicht übergriffig wirst, dann ist es für BEIDE Seiten schlicht schnurz, ob zur Wahrung der Intimsphäre noch Schubladen abgesperrt und Computerdateien verschlüsselt werden. Die Sperren erübrigen sich dann von selber - aber nicht die Grenzen, die Ihr Euch gegenseitig setzt! Die werdet Ihr auch weiterhin brauchen, die braucht nun mal jeder Mensch. Man kann sich gütlich darauf einigen, sie gegenseitig auch ohne Zwangsmittel zu respektieren.

Könnte das eine erfolgversprechende Basis für Euren Dialog sein? Ich wünsche es Euch.
Herzliche Grüße
Wally
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Re: Wo bleibt das Vertrauen????

Post 13 im Thema

Beitrag von Mary »

Liebe Elfe,

Ich möchte mich hier mal als Partnerin, spontan aus dem Bauch heraus äußern. Es ist ja schon viel gesagt worden, Ideen aufgebracht worden und im Kopf deines Mannes rumgedacht worden. Und ich kann und will mich Wallys Meinung einfach nicht anschließen. Ich finde nicht dass es, wenn man die Intimsphäre des anderen respektiert, es egal ist, ob der dann zusätzlich auch noch andere Sicherungen anbringt. Ganz im Gegenteil....

Also, als ich deinen Bericht gelesen habe, war ich wütend. Dein Mann würde alles genauso machen? Er findet es also gut, dich jahrelang belogen zu haben und läuft dennoch nun nur noch in Frauenkleidern rum? Du hast zu respektieren,dass er aus Schubladen, Zimmer etc. einen Hochsicherheitstrakt macht, ohne eine sinnvolle Erklärung dafür zu haben? Wo bleibt da der Respekt dir gegenüber? Warum darfst du keine Erklärung einfordern?

Natürlich steht jedem eine Intimsphäre zu. Mir würde es nie einfallen in den Privatsachen meines Mannes herumzuschnüffeln. Ich schaue auch nicht in seine privaten Accounts oder in sein Tablet, obwohl ich mir das Passwort vorstellen kann. Darum geht es nicht. Aber was bitte geht in jemandem vor, der meint er müsse, könne, dürfe Bewegungsmelder und Schlösser anbringen, um seine Frau beim vermeintlichen schnüffeln zu ertappen oder von selbigem abzuhalten.

Es wäre mir egal,was er damit versucht zu verbergen. Es ist in meinen Augen ein no go. Ich weiß nicht, was in seinem Kopf vor sich geht, und es kann hier trefflich darüber diskutiert werden - es weiß hier niemand. Die Frage ist letztlich ob du auf dieser Basis die Beziehung fortführen kannst und möchtest. Wenn er bereit ist, wäre eine Mediation eventuell ein Weg. Du hast ihm alle Türen geöffnet. Es gibt keinen Grund bei dir die Schuld zu suchen oder den Grund für sein Verhalten bei dir zu sehen.

Ich wünsche dir alles Gute!
Mary
Wenn dir das Leben in den Hintern tritt, nutze den Schwung um vorwärts zu kommen....
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Re: Wo bleibt das Vertrauen????

Post 14 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Mich deucht, als hätte ich ähnliche Threads schon gesehen und manche erschienen mir glaubhaft, andere nicht und einige eher wie Trolle. Das orde vielleicht jedein für sich selbst ein :)

Nix für ungut.
-=Tom=-
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Re: Wo bleibt das Vertrauen????

Post 15 im Thema

Beitrag von -=Tom=- »

Mary hat geschrieben: Di 1. Feb 2022, 21:16 Es wäre mir egal,was er damit versucht zu verbergen. Es ist in meinen Augen ein no go. Ich weiß nicht, was in seinem Kopf vor sich geht, und es kann hier trefflich darüber diskutiert werden - es weiß hier niemand. Die Frage ist letztlich ob du auf dieser Basis die Beziehung fortführen kannst und möchtest. Wenn er bereit ist, wäre eine Mediation eventuell ein Weg. Du hast ihm alle Türen geöffnet. Es gibt keinen Grund bei dir die Schuld zu suchen oder den Grund für sein Verhalten bei dir zu sehen.
Hallo Elfe,

ich kann mich der Aussage von Mary nur anschließen! Einen wirklichen Lösungsweg wird dir hier niemand in dieser recht schwierigen Situation aufzeigen können. Das Thema CD/Trans/Divers hat sehr viel mit Vertrauen zu tun. Ich bin sehr froh über die Akzeptanz meiner Frau zu meiner CD Leidenschaft. Meine Frau kann und soll jederzeit an meine Frauenkleidung kommen können. Wir "zanken" uns zwischendurch sogar damit ein wenig auf eine sehr liebevolle Art. Heute Abend liegt meine Frau gerade neben mir auf der Couch, hat sich an meiner Schublade bedient und trägt eine Leggings von mir :lol: .
Das ist für keinen von uns beiden schlimm. Das Gegenteil ist sogar der Fall:wink:

Ihr braucht definitiv Hilfe von außen um mit der Situation klar zu kommen. Alleine schafft ihr das an dem Punkt der Beziehung nicht.
Liebe Grüße

Tom
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