Wording in der gleichgeschlechtlichen Ehe / Partnerschaft
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Intergeschlechtliche Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
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Marit
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Wording in der gleichgeschlechtlichen Ehe / Partnerschaft

Post 1 im Thema

Beitrag von Marit »

Liebe Transfrauen in einer Partnerschaft,

ich frage euch mal, weil es in meiner Partnerschaft bei aller Harmonie noch ein ungeklärtes Thema gibt:

Seit wir mit meiner gerichtlichen Geschlechtsänderung Frau und Frau sind, diskutieren wir, wie wir uns gegenüber anderen nennen sollen.

Die Bezeichnung 'Meine Frau' ist für mich nicht so leicht, weil ich das als Mann jahrzehntelang gesagt habe und das für mich immer noch so nach 'Mann und Frau' klingt.
Da finde ich 'meine Partnerin' oder 'Lebensgefährtin' besser, doch drückt das den Ehestatus nicht aus - ist mir aber auch nicht so wichtig.

Für meine Partnerin ist es noch schwieriger. Sie möchte nicht gleich für lesbisch gehalten werden und sagt deshalb lieber 'meine Freundin' wenn sie von mir spricht, doch das drückt ja unsere Partnerschaft nicht aus.
Freundinnen hat man hoffentlich mehr als eine.

Wie ging es euch damit? Habt ihr da noch andere Ideen oder war euch das Thema egal?

Liebe Grüße von Marit )))(:
Nichts ist für immer.
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Re: Wording in der gleichgeschlechtlichen Ehe / Partnerschaft

Post 2 im Thema

Beitrag von Fen »

Hi zusammen,

Ich bin nicht verheiratet, aber ich habe ähnliche Schwierigkeiten, weil gerade die konventionellen Begriffe nicht zu passen scheinen. Oft bezeichne ich meine Kleine mit dem männlichen Vornamen. Das fühlt sich zwar falsch an, aber bei den meisten Leiten sind wir ja nicht geoutet.Manchmal bezeichne ich sie als mit mein Schatz oder Maus. Am besten würde passen "meine Liebe" das irritiert dann aber die Gesprächspartner etwas,dandie Liebe ja einen weiblichen Artikel hat.

Liebe Grüße
Fen
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Re: Wording in der gleichgeschlechtlichen Ehe / Partnerschaft

Post 3 im Thema

Beitrag von Jasmine »

Was gibt es da an Schwierigkeiten? Wir machen uns keine Gedanken was andere sagen, es ist unser Leben. Wichtig ist nur wie wir zueinander stehen. Was die Leute über zwei Frauen (Menalee und mich) denken die zusammenleben kann nicht unser Problem sein.
Liebe Grüße Jasmine
Blossom
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Re: Wording in der gleichgeschlechtlichen Ehe / Partnerschaft

Post 4 im Thema

Beitrag von Blossom »

Sehe da auch keine Probleme.

Meine Lebensgefährtin (Heirat wird bereits von beiden Seiten angedacht) stellt mich als ihre Partnerin vor. Ansonsten nennt sie mich: Schatzi, Liebes, Süße, meine Kleine (sie ist etwas größer), Mausi oder Dergleichen.
Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.
Billie Jean King (*1943)
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Re: Wording in der gleichgeschlechtlichen Ehe / Partnerschaft

Post 5 im Thema

Beitrag von Céline »

Ich denke das liegt auch an der länge der Zeit in der man die Jahre miteinander verbracht hat.
Für eine Ehefrau ist es alles andere als leicht den " Mann" den man viele Jahre gehabt hat dann als " Ehefrau" vorzustellen oder mit einem neuen Namen anzusprechen.
Und ich verfolge da eine gewisse Inaktzeptanz wenn sie es nicht können. Ich kann das mittlerweile sehr gut verstehen und hab vollstes Verständnis für die Partnerinnen/Partner.
Und gerade deshalb weil ich weiß das ich genauso reagieren würde.
Mein Beispiel: Meine Frau ist seit über dreißig Jahren mit mir verheiratet. Ich war immer nach außen der Vorzeigemann. Handwerklich, Baustelle, Männerberuf und nach Ihrer Ansicht gutaussehend. Und dann eigentlich von heute auf morgen den Mann als Ehefrau und Céline vorzustellen oder anzusprechen. Das geht nicht und funktioniert nicht. Und das hat nichts mit Intoleranz oder sonstwas zu tun. Meine Frau liebt mich über alles und ist diesen ganzen schweren Weg bei mir geblieben und hält zu mir. Sie hat mich noch nie als Céline angesprochen oder vorgestellt weil sie es nicht kann und möchte. Wisst ihr warum??
Es schmerzt sie so sehr. Der Schmerz ihren Mann entgültig verloren zu haben sitzt so tief das ich das gar nicht mehr möchte und verlange. Mir ist es egal wie sie mich nennt weil ich sie liebe und glücklich bin das sie das alles ertragen hat und immer meine starke Schulter war und selbst nie eine Starke Schulter zum anlehnen hatte. Ein Name oder die Anrede sind nur zusammenhängende Buchstaben. Unbedeutende Buchstaben die im Gegensatz zu wahrer Liebe nichts wert sind. Und genau deswegen hab ich gelernt das so hinzunehmen und Worten und Pronomen keinen Wert mehr zu schenken.

Céline
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C.B.
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Re: Wording in der gleichgeschlechtlichen Ehe / Partnerschaft

Post 6 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Hmmm...

zu allererst sind wir Partnerinnen-seit bald 19 Jahren und die Verbundenheit nimmt immer noch zu.

Früher hat Birgit natürlich mein Freund gesagt oder mein Süsser oder meinen alten Namen benutzt.
Bei mein Mann hätte ich mich schon früher gewehrt.
Ich habe es schon immer ihr überlassen, wo sie mich outet (und sich ja natürlich mit) wenn sie heute
noch entscheidet, das manche Kunden nichts über mich zu wissen brauchen, sie aber unser Verhältniss
klar stellen möchte, ist das für mich okay.
Ich werde die Kunden ja eh nie sehen..bei fremden Kulturkreisen bin ich sogar völlig dafür, wenn sie
den Tarnmantel der Sicherheit nutzt. Ich hätte sie nämlich gerne abends wieder heile bei mir...

Wenn wir mit anderen über uns reden benutzen wir ausschliesslich unsere Namen. Oder auch mal Süsse.
Unter uns Liebste, sie nennt mich Löwin oder Katze (ich bin löwegeboren, deshalb früher Löwe) und ich
sie Glitzerchen oder Elflein...

ja, das Thema (Ehe)mann oder (Ehe)Frau...
ich würde schon gerne heiraten (Birgit eben nicht, sie findet es überflüssig), aber meine Frau und mein
Mann, schlimmer noch mit Ehe davor, würde ich nicht haben wollen.
Zum einen klingt das für mich nach (festem) Besitz-Ihr erinnert euch, eine Katze gehört nur sich selbst-und zum anderen
mit Ehe davor wie als wäre eine EHE eine bessere Partnerschaft als eine "normale" Partnerschaft".
Und das ist sie nicht-definitiv nicht. Wir haben uns gegenseitig ein Versprechen gegeben, dafür braucht
es keine Bestätigung von wem auch immer.
Also finde ich einfach keinen "Mehrwert" in diesen Bezeichnungen. Das ist nicht im geringsten was für uns.

Heiraten weil es ein wunderschöner Tag sein kann-das ist was anderes...

Alles Liebe Marie (flo)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Re: Wording in der gleichgeschlechtlichen Ehe / Partnerschaft

Post 7 im Thema

Beitrag von Claudia_G »

Meine Frau ist noch immer meine Frau und ich bin die "bessere Hälfte" in ihrer Außenkommunikation.
Ich finde, sie hat da eine gute Lösung für sich gefunden. Wird ja gern auch in Hetero-Beziehungen verwendet
Untereinander reden wir uns mit unseren Vornamen oder auch mal mit Koseworten an.

Viel problematischer ist bei uns gerade das Thema - Was bin ich in Bezug auf unsere Kinder in der Außenkommunikation.
Thematisch passt es zwar hier rein, aber ich bin grad unsicher, ob es das eigentlich Thema nicht doch verfehlt.
Bin keine CD, bin ne Floppy-Disk ... ;-)
Marit
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Re: Wording in der gleichgeschlechtlichen Ehe / Partnerschaft

Post 8 im Thema

Beitrag von Marit »

Hallo ihr Lieben,

habt vielen Dank für eure vielfältigen Antworten.
Da es nicht allzuviele sind, kann und möchte ich kurz darauf eingehen und das Thema damit auch abschließen.
Fen hat geschrieben: Sa 4. Dez 2021, 08:50 Ich bin nicht verheiratet, aber ich habe ähnliche Schwierigkeiten, weil gerade die konventionellen Begriffe nicht zu passen scheinen. Oft bezeichne ich meine Kleine mit dem männlichen Vornamen. Das fühlt sich zwar falsch an, aber bei den meisten Leiten sind wir ja nicht geoutet.Manchmal bezeichne ich sie als mit mein Schatz oder Maus. Am besten würde passen "meine Liebe" das irritiert dann aber die Gesprächspartner etwas,dandie Liebe ja einen weiblichen Artikel hat.
Wenn nicht alle Bescheid wissen, seid ihr ja wahrscheinlich auch teilweise als Frau und Mann unterwegs. Dann ist der männliche Vorname sicher am unkompliziertesten.
Wir sind nun immer eindeutig als zwei Frauen erkennbar, und da geht das natürlich nicht mehr.
Jasmine hat geschrieben: Sa 4. Dez 2021, 09:04 Was gibt es da an Schwierigkeiten? Wir machen uns keine Gedanken was andere sagen, es ist unser Leben. Wichtig ist nur wie wir zueinander stehen. Was die Leute über zwei Frauen (Menalee und mich) denken die zusammenleben kann nicht unser Problem sein.
Die Schwierigkeit liegt im Kopf und in den Gefühlen meiner Partnerin, das kann ich nicht so mit einem Satz wegwischen.
Blossom hat geschrieben: Sa 4. Dez 2021, 09:26 Sehe da auch keine Probleme.

Meine Lebensgefährtin (Heirat wird bereits von beiden Seiten angedacht) stellt mich als ihre Partnerin vor. Ansonsten nennt sie mich: Schatzi, Liebes, Süße, meine Kleine (sie ist etwas größer), Mausi oder Dergleichen.
Danke, Partnerin finde ich auch am passendsten. Vielleicht kann ich meine Partnerin doch noch davon überzeugen.
Céline hat geschrieben: Sa 4. Dez 2021, 10:01 Ich denke das liegt auch an der länge der Zeit in der man die Jahre miteinander verbracht hat.
Für eine Ehefrau ist es alles andere als leicht den " Mann" den man viele Jahre gehabt hat dann als " Ehefrau" vorzustellen oder mit einem neuen Namen anzusprechen.
Und ich verfolge da eine gewisse Inaktzeptanz wenn sie es nicht können. Ich kann das mittlerweile sehr gut verstehen und hab vollstes Verständnis für die Partnerinnen/Partner.
Und gerade deshalb weil ich weiß das ich genauso reagieren würde.
Mein Beispiel: Meine Frau ist seit über dreißig Jahren mit mir verheiratet. Ich war immer nach außen der Vorzeigemann. Handwerklich, Baustelle, Männerberuf und nach Ihrer Ansicht gutaussehend. Und dann eigentlich von heute auf morgen den Mann als Ehefrau und Céline vorzustellen oder anzusprechen. Das geht nicht und funktioniert nicht. Und das hat nichts mit Intoleranz oder sonstwas zu tun. Meine Frau liebt mich über alles und ist diesen ganzen schweren Weg bei mir geblieben und hält zu mir. Sie hat mich noch nie als Céline angesprochen oder vorgestellt weil sie es nicht kann und möchte. Wisst ihr warum??
Es schmerzt sie so sehr. Der Schmerz ihren Mann entgültig verloren zu haben sitzt so tief das ich das gar nicht mehr möchte und verlange. Mir ist es egal wie sie mich nennt weil ich sie liebe und glücklich bin das sie das alles ertragen hat und immer meine starke Schulter war und selbst nie eine Starke Schulter zum anlehnen hatte. Ein Name oder die Anrede sind nur zusammenhängende Buchstaben. Unbedeutende Buchstaben die im Gegensatz zu wahrer Liebe nichts wert sind. Und genau deswegen hab ich gelernt das so hinzunehmen und Worten und Pronomen keinen Wert mehr zu schenken.
Das sind wahre Worte, die mir sehr zu Herzen gehen. Wir als die, die sich verändern, sollten vielleicht viel öfter innehalten und überlegen, wie es unseren Partnerinnen damit gehen mag. Und auch mal das erfragen und annehmen, was für sie gerade annehmbar ist.
Nun habe ich das große Glück, dass meine Liebste meinen Namen gerne und konsequent verwendet, nur mit den Worten, die unser Verhältnis definieren, ihre Probleme hat.
EmmiMarie hat geschrieben: Sa 4. Dez 2021, 11:36 zu allererst sind wir Partnerinnen-seit bald 19 Jahren und die Verbundenheit nimmt immer noch zu.

ja, das Thema (Ehe)mann oder (Ehe)Frau...
ich würde schon gerne heiraten (Birgit eben nicht, sie findet es überflüssig), aber meine Frau und mein
Mann, schlimmer noch mit Ehe davor, würde ich nicht haben wollen.
Zum einen klingt das für mich nach (festem) Besitz-Ihr erinnert euch, eine Katze gehört nur sich selbst-und zum anderen
mit Ehe davor wie als wäre eine EHE eine bessere Partnerschaft als eine "normale" Partnerschaft".
Und das ist sie nicht-definitiv nicht. Wir haben uns gegenseitig ein Versprechen gegeben, dafür braucht
es keine Bestätigung von wem auch immer.
Also finde ich einfach keinen "Mehrwert" in diesen Bezeichnungen. Das ist nicht im geringsten was für uns.
Wunderschön, dass ihr schon so lange zusammen seid, da braucht ihr wirklich kein Zertifikat mehr.
Das mit dem 'meine Frau' finde ich auch so besitzergreifend und veraltet, dass es gar nicht mehr gut über die Lippen bringe.
Ich werde das wohl nicht mehr werwenden und auf unsere Ehe muss ich auch niemanden hinweisen.
Danke, dass du meine Gedanken bestätigt hast.
Claudia_G hat geschrieben: Sa 4. Dez 2021, 11:56 Viel problematischer ist bei uns gerade das Thema - Was bin ich in Bezug auf unsere Kinder in der Außenkommunikation.
Thematisch passt es zwar hier rein, aber ich bin grad unsicher, ob es das eigentlich Thema nicht doch verfehlt.
Das Thema ist vielleicht einen eigenen Thread wert, wenn es den nicht sogar schon gibt.
Wie die (längst erwachsenen) Kinder mich anreden oder vorstellen, überlasse ich ihnen.
Ich selbst nenne mich am liebsten Schwester des Vaters, der ja so einfach nicht mehr existiert.

Also dann seid lieb gegrüßt und habt eine gute Zeit! (moin)
Marit
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