Tanja Stöckel hat geschrieben: Do 18. Nov 2021, 08:58
Danke, dass sich jemand den Podcast angehört hat und ihn kommentiert.
Ich hab einige Tage lang gezögert. Grund war die reißerische Überschrift. Ich hatte Sorge, dass mich etwas triggert, da es mir ohnehin alles andere als blendend geht.
Tanja Stöckel hat geschrieben: Do 18. Nov 2021, 08:58
Den Namen im Header habe ich mir auch nicht ausgedacht, der wurde halt von den Macherinnen des Beitrags vergeben, vielleicht auch, um ein wenig zu provozieren oder zumindest neugierig auf das Thema zu machen.
Das denke ich auch. M.E. ein Verhängnis, dass es oftmals nicht ohne Polemik, Übertreibung und Geschrei zu gehen scheint. Dadurch werden an sich sachliche und natürliche Dinge in eine völlig falsche Ecke gerückt - wie hier.
Tanja Stöckel hat geschrieben: Do 18. Nov 2021, 08:58
Ich fand die Erzählweise jedenfalls recht ehrlich und interessant,
und vor allem locker, sachlich, unaufgeregt. Sie hat sich noch nicht mal durch das provokante Gekicher der Radiodame aus der Ruhe bringen lassen, die bei intimen Details wohl eine Art Trommelwirbel mimen wollte.
Tanja Stöckel hat geschrieben: Do 18. Nov 2021, 08:58
die berufliche Orientierung als WEB-Kamera-Girl kann ich so auch nicht nachvollziehen, möchte ich aber auch nicht als verwerflich sehen, denn das war ihre Lebensentscheidung.
Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Es hat mich geschockt. Nicht nur Cam-Girl, sie spielt in Pornofilmchen mit. Ich hoffe sehr, dass sie ihre Entscheidung nicht bereut, immer fleißig ihr PreP nimmt und sich nichts einfängt bei dem zweifelhaften Vergnügen.
Ich könnte nicht mehr in den Spiegel schauen, würde meinen Körper hassen als geschändet und beschmutzt. Aber jede soll nach ihrem Gusto "glücklich" werden ...
Tanja Stöckel hat geschrieben: Do 18. Nov 2021, 08:58
Sicherlich wirkt das ein wenig dem entgegen, was man gesellschaftlich in der Meinung der Menschen manifestieren möchte, dass das Verhalten eines transsexuellen Menschen nichts mit sexuellen Neigungen zu tun hat, sondern das geistige Geschlechts-Empfinden maßgeblich hierfür ist. Aber mehr möchte ich hier zur allgemeinen Problematik gar nicht sagen.
Das ist m.E. leider nicht der einizige Pferdefuß bei der Sache. Ihre berufliche Orientierung spielt genau denen in die Hände, welche Trans*personen ausschließlich auf dem Strich oder im Rotlicht dulden - keinesfalls im sichtbaren öffentlichen Leben. Damit wird diese alte "Tradition" weiter befeuert. Ich hab mir auch schon anhören müssen, wie ich dazu käme, einen Verwaltungsjob auszuüben anstatt mich zu prostituieren. So ticken vor allem Männer. Gegen die Klischees wäre es gewesen, jemanden vorzustellen, die einer nicht-horizontalen Arbeit nachgeht. Zufall oder Berechnung?
So richtig heldenhaft waren die jungen Kerle, die sich am Ende ihre albernen Statements abrangen. Allein das Gegluckse und vor allem der Zusatz, sie könnten mit "Transfrauen" erleben, was mit Cis-Frauen nicht ginge, verrieten wunderbar, dass auch sie weibliche Transpersonen einzig als Sexgegenstand betrachten - vor allem preOP. Oder was sollte das wohl sein, was mit Cis-Frauen nicht ginge? Was für Dreckswi...
Doch die Lügengeschichten am Ende toppten alles: Auf einmal stellten sich junge Männer hin und präsentierten sich als potentielle liebevolle Familienväter, die bei einer Beziehung schon am Anfang sofort die Vermehrung ihrer Art im Auge hätten, um stolze Väter zu werden, weshalb sie ja quasi gezwungen seien, eine "Transfrau" einzig zum Sex zu benutzen.
Sicher haben sie die "Vermehrung" im Sinne, aber im Sinn der Vermeidung. Gerade die jüngere Generation betont doch ständig ihre "Freiheit", will Frauen nur "unverbindlich", "unkompliziert" und "ohne Verpflichtungen" kennenlernen. Oder meinen die damit etwa die Gründung einer Familie?
Das entspricht genau meinen Erfahrungen. Ob nun im RL oder damals beim Daten:
Ich war diejenige, welche die Anfragen der unter 30-Jährigen damit beantwortete, dass sie in ihrem Alter doch sicher irgendwann mal Kinder haben wollten, die ich ihnen nicht schenken kann. Außerdem wäre ich viiiiel zu alt. Dann kamen die Beteuerungen, dass sie keine Kinder wollen, dass es ihnen egal sei, dass ich doppelt so alt bin, Alter spiele bei der "Liebe" keine Rolle usw. Gelogen wird immer, um jemanden ins Bett zu kriegen, um vor den Saufkumpane anzugeben.
Klar wird es ein paar Ausnahmen geben. Aber die stellen sich vermutlich eher keinem Interview zum Thema Sex mit "Transfrauen" zur Verfügung ...
Okay, dann hatte mich am Ende dann doch etwas getriggert.