TAGESSPIEGEL: Grünenpolitikerin Tessa Ganserer „Wir sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen" - # 2
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Marielle
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Re: TAGESSPIEGEL: Grünenpolitikerin Tessa Ganserer "Wir sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen“
Guten Abend Chrissie,
sei mir bitte nicht böse, aber beim ersten lesen deiner Antwort habe ich sie für Ironie gehalten. Das tut mir Leid. Im Grunde ist es den Menschen zugewandt, was du schreibst. In gewisser Weise ist es zunächst auch solidarisch und ermächtigend. Ich tue mich daher mit folgendem schwer, trotzdem halte ich es für richtig und wichtig.
Ich halte die Idee, allen Menschen (z.B. der Oma mit den Kastrationsfantasien) eine, irgendwie bürgerlich-verirrte, aber im Grundsatz nachvollziehbare und begründete Haltung zuzubilligen, für absolut falsch. Ebenso halte ich jeden Vorschlag zur Anbiederung an deren Motive für falsch. Sowas kann man aus strategischen Erwägungen heraus kurzfristig machen, um Ziele zu erreichen. Man darf sich aber niemals in dieser Anbiederung -im appeasement- einrichten.
Freiheit, Gleichheit und Geschwisterlichkeit sind für mich keine relativen Begriffe, die in einem Verhältnis zu irgendetwas existieren könnten, das Rücksichtnahme auf individuelle Vorstellungen oder Verirrungen fordert. Es sind absolute Werte; ohne Bedingungen.
Mach dir also bitte keine Sorgen um mein Selbstwertgefühl. Dem geht es gut. Ich streite für die freie Entfaltung aller Menschen. Auch derjenigen, die 120 oder mehr Kilogramm zu tragen haben, kurze Röcke und lange Kunsthaare tragen, allerlei als männlich angesehene Eigenschaften oder Hobbys haben und 'trotzdem' fordern, unbedingt so angesprochen zu werden, wie die Konventionen es 'konventionellen' Frauen vorbehalten wissen wollen.
Ich verstehe diese Menschen nicht und ich teile ihre Ansprüche/Forderungen nicht. Ich halte ihre Forderungen z.T. sogar für abwegig. Aber ich streite für ihr unbedingtes Recht auf Respekt gegenüber ihrem Sein.
Habs gut
Marielle
sei mir bitte nicht böse, aber beim ersten lesen deiner Antwort habe ich sie für Ironie gehalten. Das tut mir Leid. Im Grunde ist es den Menschen zugewandt, was du schreibst. In gewisser Weise ist es zunächst auch solidarisch und ermächtigend. Ich tue mich daher mit folgendem schwer, trotzdem halte ich es für richtig und wichtig.
Ich halte die Idee, allen Menschen (z.B. der Oma mit den Kastrationsfantasien) eine, irgendwie bürgerlich-verirrte, aber im Grundsatz nachvollziehbare und begründete Haltung zuzubilligen, für absolut falsch. Ebenso halte ich jeden Vorschlag zur Anbiederung an deren Motive für falsch. Sowas kann man aus strategischen Erwägungen heraus kurzfristig machen, um Ziele zu erreichen. Man darf sich aber niemals in dieser Anbiederung -im appeasement- einrichten.
Freiheit, Gleichheit und Geschwisterlichkeit sind für mich keine relativen Begriffe, die in einem Verhältnis zu irgendetwas existieren könnten, das Rücksichtnahme auf individuelle Vorstellungen oder Verirrungen fordert. Es sind absolute Werte; ohne Bedingungen.
Mach dir also bitte keine Sorgen um mein Selbstwertgefühl. Dem geht es gut. Ich streite für die freie Entfaltung aller Menschen. Auch derjenigen, die 120 oder mehr Kilogramm zu tragen haben, kurze Röcke und lange Kunsthaare tragen, allerlei als männlich angesehene Eigenschaften oder Hobbys haben und 'trotzdem' fordern, unbedingt so angesprochen zu werden, wie die Konventionen es 'konventionellen' Frauen vorbehalten wissen wollen.
Ich verstehe diese Menschen nicht und ich teile ihre Ansprüche/Forderungen nicht. Ich halte ihre Forderungen z.T. sogar für abwegig. Aber ich streite für ihr unbedingtes Recht auf Respekt gegenüber ihrem Sein.
Habs gut
Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
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Anne-Mette
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Re: TAGESSPIEGEL: Grünenpolitikerin Tessa Ganserer "Wir sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen“
Moin,
Du streitest dich also für/um Forderungen, die du selbst abwegig findest?
Ich habe das Gefühl, damit wirfst du viele mit in einen Topf, die da nicht mit hineingehören. Ich möchte nicht in alle Töpfe hineingehören und weise das auch weit von mir, wenn ich gefragt werde, ob ich "auch so eine bin" oder dazu gehöre.
Ich möchte auch nicht "mitvertreten werden", wenn es um abwegige Forderungen geht; denn ich meine, dass sie "uns" schaden und anderen Menschen eher Angst machen als dass sie für Toleranz werben.
Mir geht es nicht um "Anbiederung" und Kleinmachen gegenüber anderen Gruppen, z.B. Frauengruppen; aber irgendwie muss es für mich noch vermittelbar sein, was ich fordere.
Bei allem Respekt und Hochachtung vor deinem Einsatz: Ich habe das Gefühl, dass einige Argumente aus einer "queeren Blase" kommen und eine Rückkopplung mit Menschen vermissen lassen, die sich dort nicht aufhalten oder deren Blase durchlässiger ist.
Herzliche Grüße
Anne-Mette
"Das ruft nach einer näheren Erklärung", wollte ich schreiben, aber ich bitte dich lieber darum.Marielle hat geschrieben: Sa 30. Okt 2021, 00:21 Ich verstehe diese Menschen nicht und ich teile ihre Ansprüche/Forderungen nicht. Ich halte ihre Forderungen z.T. sogar für abwegig. Aber ich streite für ihr unbedingtes Recht auf Respekt gegenüber ihrem Sein.
Du streitest dich also für/um Forderungen, die du selbst abwegig findest?
Ich habe das Gefühl, damit wirfst du viele mit in einen Topf, die da nicht mit hineingehören. Ich möchte nicht in alle Töpfe hineingehören und weise das auch weit von mir, wenn ich gefragt werde, ob ich "auch so eine bin" oder dazu gehöre.
Ich möchte auch nicht "mitvertreten werden", wenn es um abwegige Forderungen geht; denn ich meine, dass sie "uns" schaden und anderen Menschen eher Angst machen als dass sie für Toleranz werben.
Mir geht es nicht um "Anbiederung" und Kleinmachen gegenüber anderen Gruppen, z.B. Frauengruppen; aber irgendwie muss es für mich noch vermittelbar sein, was ich fordere.
Bei allem Respekt und Hochachtung vor deinem Einsatz: Ich habe das Gefühl, dass einige Argumente aus einer "queeren Blase" kommen und eine Rückkopplung mit Menschen vermissen lassen, die sich dort nicht aufhalten oder deren Blase durchlässiger ist.
Herzliche Grüße
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Ulrike-Marisa
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Re: TAGESSPIEGEL: Grünenpolitikerin Tessa Ganserer "Wir sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen“
Moin,
letztlich muss doch jede/r für sich selbst entscheiden, wo sie/er sich in der Gesellschaft einordnen kann und vielleicht auch gar nicht möchte. Die eigene Selbstwahrnehmung, das eigene Gefühl ist doch dass entscheidende, wie ich als Mensch in der Gesellschaft wahrgenommen werde. Ich glaube nicht, dass andere Menschen sich so intensiv um mich kümmern, mich beobachten, dass es anders wäre, wie bei allen anderen Menschen auch. Wir selbst haben doch unsere Außenwirkung, sofern gewünscht in der Hand. Andere können meine Probleme nicht lösen, bestenfalls unterstützen und begleiten.
Grüße, Ulrike-Marisa
letztlich muss doch jede/r für sich selbst entscheiden, wo sie/er sich in der Gesellschaft einordnen kann und vielleicht auch gar nicht möchte. Die eigene Selbstwahrnehmung, das eigene Gefühl ist doch dass entscheidende, wie ich als Mensch in der Gesellschaft wahrgenommen werde. Ich glaube nicht, dass andere Menschen sich so intensiv um mich kümmern, mich beobachten, dass es anders wäre, wie bei allen anderen Menschen auch. Wir selbst haben doch unsere Außenwirkung, sofern gewünscht in der Hand. Andere können meine Probleme nicht lösen, bestenfalls unterstützen und begleiten.
Grüße, Ulrike-Marisa
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Re: TAGESSPIEGEL: Grünenpolitikerin Tessa Ganserer "Wir sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen“
Moin Moin Anne-Mette,
.
Ich schrieb, dass ich für das unbedingte Recht aller streite, dass ihrem individuellen Sein Respekt entgegengebracht wird. Und das meine ich auch so.
Ich möchte es so zusammenfassen: Niemals werde ich irgendjemandem seine Selbstbeschreibung absprechen. Keine Selbstbeschreibung als Frau, keine als Mann und keinem Menschen seine Selbstbeschreibung, der sich anders beschreibt. Ich behalte mir aber vor, nicht an die Kategorien glauben zu müssen, die für solche Selbstbeschreibungen in Anspruch genommen werden. Ich halte es da wie mit der Religion (ich bin agnostisch). Wenn jemand an Gott glaubt, ist das sein Recht. Die Existenz eines Gottes zu verneinen hat das gleiche Recht. Ich finde beides in gewisser Weise auch abwegig, weil keine der beiden Seiten verifizierbare Argumente (Definitionen, Beweise) hat. Solange die einen oder anderen Menschen niemandem mehr als notwendig auf die Nerven gehen, muss man diese Menschen aber glücklich sein lassen. Beim Geschlecht und beim Glauben. Und man muss für ihre Freiheit streiten.
Hab's gut
Marielle
Rufen ist auch OK"Das ruft nach einer näheren Erklärung", wollte ich schreiben, aber ich bitte dich lieber darum.
Wer will das schon? Ich verstehe deine Kritik (als solche fasse ich deinen Beitrag auf) aber nicht so richtig. Wer versucht denn, dich in einen Topf zu werfen, in den du nicht möchtest? Ich? Ich halte nichts von all diesen Töpfen und werde auch nicht versuchen, irgendwen in irgendeinen Topf zu stecken.Ich möchte nicht in alle Töpfe hineingehören...
Ich schrieb, dass ich für das unbedingte Recht aller streite, dass ihrem individuellen Sein Respekt entgegengebracht wird. Und das meine ich auch so.
Es bleibt nach meiner Ansicht jedem Menschen selbst überlassen, mit wem er sich verbündet und mit wem nicht. Ich wünsche es mir, aber ich verlange oder erwarte von niemandem, dass er/sie/es meine Ansichten teilt, aufgreift oder gar vertritt. Wer wäre ich denn?...und weise das auch weit von mir, wenn ich gefragt werde, ob ich "auch so eine bin" oder dazu gehöre.
Ja. Zum Beispiel bei den Elternschaftsregelungen. Meine persönliche Ansicht ist, dass das Wort 'Mutter' einen Menschen bezeichnet, der (unabhängig von seinem vermuteten Geschlecht oder seiner geschlechtlichen Identität oder seinem amtlich erfassten Geschlecht) ein Kind geboren hat und ein 'Vater' ein Mensch ist, der (ebenfalls ohne entsprechende Bezüge) ein Kind gezeugt hat. Ich finde es daher abwegig zu fordern, dass die entsprechenden Einträge in den Geburtsurkunden der Kinder einen Bezug zum amtlich erfassten Geschlecht haben sollen. Genauso abwegig finde ich allerdings die in den jetzigen -§-§ 1591 und 1592 BGB jeweils schon enthaltenen Geschlechtsbezüge und insbesondere die völlig alberne, erste Vaterschaftsdefinition im -§ 1592. Trotzdem und deswegen streite ich dafür, dass in dieser Sache endlich Reformen erfolgen. Grade auch, weil ich weiss, wieviele Menschen (auch Grenzbeamt_innen) solch abwegigem Unfug anhängen und anderen Menschen Schwierigkeiten bei der Ein- oder Ausreise machen könnten, wenn die vorhandenen Papiere Irritationen verursachen. Sollte eine praktisch umsetzbare Reform nur darin bestehen können, dass die Zuordnungen zu den Einträgen 'Mutter' und 'Vater' am rechtlich erfassten Geschlecht festgemacht werden, fände ich das falsch bzw. abwegig, aber ich würde es unterstützen und dann auch dafür streiten, weil es für einige Menschen aus der Community besser als der Status Quo wäre.Du streitest dich also für/um Forderungen, die du selbst abwegig findest?
Ich möchte es so zusammenfassen: Niemals werde ich irgendjemandem seine Selbstbeschreibung absprechen. Keine Selbstbeschreibung als Frau, keine als Mann und keinem Menschen seine Selbstbeschreibung, der sich anders beschreibt. Ich behalte mir aber vor, nicht an die Kategorien glauben zu müssen, die für solche Selbstbeschreibungen in Anspruch genommen werden. Ich halte es da wie mit der Religion (ich bin agnostisch). Wenn jemand an Gott glaubt, ist das sein Recht. Die Existenz eines Gottes zu verneinen hat das gleiche Recht. Ich finde beides in gewisser Weise auch abwegig, weil keine der beiden Seiten verifizierbare Argumente (Definitionen, Beweise) hat. Solange die einen oder anderen Menschen niemandem mehr als notwendig auf die Nerven gehen, muss man diese Menschen aber glücklich sein lassen. Beim Geschlecht und beim Glauben. Und man muss für ihre Freiheit streiten.
Hab's gut
Marielle
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For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
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Anne-Mette
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Re: TAGESSPIEGEL: Grünenpolitikerin Tessa Ganserer "Wir sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen“
Moin,
mir geht es erstmal um die Menschen, die "in der Mitte der Gesellschaft" ankommen wollen oder meinen, sich schon darin zu finden.
Dabei ist "Mitte der Gesellschaft" natürlich kein definierter Begriff, über dessen Bedeutung sich alle Menschen einig sein werden.
Ich möchte damit auch nicht für andere Menschen bewerten, ob ein Erreichen dieser Mitte nun sehr erstrebenswert ist.
Sicherlich fühlen sich einige Menschen außerhalb dieser Mitte wesentlich wohler; und das ist ja auch gut voll in Ordnung.
Viele Menschen versuchen jedoch, in diese Mitte aufgenommen und Teil von ihr zu werden zu werden. Von einigen (ehemaligen) transsexuellen Menschen wurde das z.B. so geäußert: "ich möchte einfach als Mann/Frau leben und in meinem Geschlecht aktzeptiert werden".
Ich versuche bei "Menschen der Mitte", darauf hinzuweisen, dass es Menschen gibt, die auch dazu gehören wollen, auch nach ihrem eigenen und auch meinem Empfinden dazu gehören, aber sich in manchen Fällen ausgeschlossen fühlen,
weil sie auf irgendeine Art und Weise anders sind, sodass ablehnende Menschen aus der Mitte meinen: "die gehören nicht dazu, weil...".
Ich werbe für Öffnung der Mitte für die Menschen, die sich zugehörig fühlen wollen und für eine Öffnung der Grenzen, um diese Mitte vielfältiger zu gestalten.
Gleichwohl überlege ich oft, was ich "Menschen der Mitte" zumuten kann und darf, um einen Prozess der Öffnung nicht zu verhindern; denn manche Forderungen werden "falsch verstanden", wenn z.B. "Mütter mit Leib und Seele" befürchten, sich als "Gebärende" bezeichnen lassen lassen zu sollen, nur weil es auch ein paar Männer gibt, die sich als "Gebärende" betrachten.
Forderungen müssen erhoben und möglichst auch durchgesetzt werden. Allerdings sollte auch klar sein, für wen und in wessen Namen Forderungen erhoben werden.
Das bedeutet in meinen Augen eine große Verantwortung, Forderungen so zu formulieren, dass sie eine Chance auf eine Durchsetzung haben und dass möglichst viele Menschen fest hinter ihnen stehen.
Es ist allerdings die Frage, wo diese Menschen sind. Ich staune immer wieder über die vielen (in meinen Augen) "Belanglosigkeiten", die die Menschen wesentlich mehr beschäftigen.
Ich denke, es stehen manchmal zu viele Forderungen im Raum, die letztendlich wieder dazu führen, dass sich die Gremien in Detailfragen verlieren und nichts dabei herauskommt.
Mich stört auch, dass überwiegend "hinter verschlossen Türen" verhandelt wird und ab und zu dann mal eine geheimnissvolle Botschaft veröffentlicht wird.
Ich hoffe, das wird sich mit den nun neu vertretenen Politikerinnen ändern.
Gruß
Anne-Mette
mir geht es erstmal um die Menschen, die "in der Mitte der Gesellschaft" ankommen wollen oder meinen, sich schon darin zu finden.
Dabei ist "Mitte der Gesellschaft" natürlich kein definierter Begriff, über dessen Bedeutung sich alle Menschen einig sein werden.
Ich möchte damit auch nicht für andere Menschen bewerten, ob ein Erreichen dieser Mitte nun sehr erstrebenswert ist.
Sicherlich fühlen sich einige Menschen außerhalb dieser Mitte wesentlich wohler; und das ist ja auch gut voll in Ordnung.
Viele Menschen versuchen jedoch, in diese Mitte aufgenommen und Teil von ihr zu werden zu werden. Von einigen (ehemaligen) transsexuellen Menschen wurde das z.B. so geäußert: "ich möchte einfach als Mann/Frau leben und in meinem Geschlecht aktzeptiert werden".
Ich versuche bei "Menschen der Mitte", darauf hinzuweisen, dass es Menschen gibt, die auch dazu gehören wollen, auch nach ihrem eigenen und auch meinem Empfinden dazu gehören, aber sich in manchen Fällen ausgeschlossen fühlen,
weil sie auf irgendeine Art und Weise anders sind, sodass ablehnende Menschen aus der Mitte meinen: "die gehören nicht dazu, weil...".
Ich werbe für Öffnung der Mitte für die Menschen, die sich zugehörig fühlen wollen und für eine Öffnung der Grenzen, um diese Mitte vielfältiger zu gestalten.
Gleichwohl überlege ich oft, was ich "Menschen der Mitte" zumuten kann und darf, um einen Prozess der Öffnung nicht zu verhindern; denn manche Forderungen werden "falsch verstanden", wenn z.B. "Mütter mit Leib und Seele" befürchten, sich als "Gebärende" bezeichnen lassen lassen zu sollen, nur weil es auch ein paar Männer gibt, die sich als "Gebärende" betrachten.
Forderungen müssen erhoben und möglichst auch durchgesetzt werden. Allerdings sollte auch klar sein, für wen und in wessen Namen Forderungen erhoben werden.
Das bedeutet in meinen Augen eine große Verantwortung, Forderungen so zu formulieren, dass sie eine Chance auf eine Durchsetzung haben und dass möglichst viele Menschen fest hinter ihnen stehen.
Es ist allerdings die Frage, wo diese Menschen sind. Ich staune immer wieder über die vielen (in meinen Augen) "Belanglosigkeiten", die die Menschen wesentlich mehr beschäftigen.
Ich denke, es stehen manchmal zu viele Forderungen im Raum, die letztendlich wieder dazu führen, dass sich die Gremien in Detailfragen verlieren und nichts dabei herauskommt.
Mich stört auch, dass überwiegend "hinter verschlossen Türen" verhandelt wird und ab und zu dann mal eine geheimnissvolle Botschaft veröffentlicht wird.
Ich hoffe, das wird sich mit den nun neu vertretenen Politikerinnen ändern.
Gruß
Anne-Mette
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ExuserIn-2023-06-22
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Re: TAGESSPIEGEL: Grünenpolitikerin Tessa Ganserer "Wir sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen“
Meine Jasmine ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen und damit auch ich. Schließlich habe ich mich in sofern geändert, das ich mich nicht mehr zu Männern hingezogen fühle. Dies nimmt auch unser Umfeld bzw. die Gesellschaft wahr. Diese Liebe, Verständnis und Zärtlichkeit die ich bei meiner Frau gefunden habe, ist so wunderbar. Es ist soviel mehr als ich mir früher vorstellen konnte. Diese Zufriedenheit und Glücksgefühle strahle ich auch nach außen aus. Sagt außer meiner Maus auch mein Umfeld. Mein Gefühl sagt mir das sie (wir) zumindest in unseren Kleinstädten in unserem Landkreis akzeptiert, toleriert oder ähnliches sind. Das gilt auch für unser Lebensmodell. Wir sind schließlich ein Paar und so treten wir auch auf. Es ist so schön, wenn mir Komplimente ( zum Beispiel von Vereinsmitgliedern) gemacht werden das ich so viel Lebensfreude ausstrahle. Das resultiert daraus das ich das Leben mit meiner Jassi genieße. Dabei blende ich nicht die aus, die über uns hinter vorgehaltener Hand tuscheln. Es wird nie eine einhundert prozentige Anerkennung geben. Aber wenn unser Umfeld sieht, das da zwei Menschen sind die ein gutes Leben führen, sich engagieren und obendrein auch noch jeden Sonntag in die Kirchen gehen - wer will da noch irgendetwas nachteiliges über uns sagen. Vielleicht haben einige Menschen die etwas gegen uns sagten bereits gemerkt das sie sich selbst diskreditieren. Wenn sich Frau Ganserer als in der Mitte der Gesellschaft angekommen fühlt, so darf ich mich dem anschließen.
Menalee
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Marielle
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Re: TAGESSPIEGEL: Grünenpolitikerin Tessa Ganserer "Wir sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen“
Namd Anne-Mette,
ich weiß nicht recht was ich auf deine Antwort antworten soll. Irgendwie möchte ich aber antworten, weil es unfreundich wäre, es nicht zu tun.
Ich hab versucht zu verstehen, was von uns kontrovers oder unterschiedlich gesehen oder beurteilt wird, finde es aber nicht wirklich heraus.
In meinem ersten Beitrag im Thread hatte ich mich gegen die Annahme gewandt, dass 'da draussen' im Grunde alles in Butter ist. Und auch gegen die Idee, manchen Leuten da draussen ein gewisses Maß an Intoleranz zuzubilligen oder sich an deren Vorstellungen anzupassen, nur um in Ruhe existieren zu können.
Mir ist bewusst, dass manche der betroffenen Menschen es so oder ähnlich tun, eben um in Ruhe leben zu können. Ich finde das (im Sinne eines gesamtgesellschaftlichen Fortschritts) nicht richtig und argumentiere auch für etwas anderes, aber ich verurteile es doch auch nicht. Manches verstehe ich schlicht nicht, finde es nicht optimal, merkwürdig oder unangemessen, in sich nicht schlüssig und manches auch irgendwie abwegig, aber doch ohne es zu verurteilen. Wenn daran etwas nicht stimmt, möchte ich das gerne diskutieren. Ich glaube nämlich nicht, dass ich in einer queeren Blase lebe. Mein Selbstverständnis ist eher das eines Menschen, der beruflich und privat mit ziemlich vielen, unterschiedlichen Menschen zusammenkommt und die dabei anfallenden Erfahrungen auch in den 'queeren' Lobbyismus einbringt (und dabei von den anderen Queers manchmal auch etwas auf die 'reaktionäre' Mütze bekommt). Aber ich kann mich ja irren, was meine Selbstsicht angeht.
Ich hatte auch mein Unverständnis gegenüber Menschen beschrieben, die sich ein paar spezifische Attribute raussuchen, an denen sie ihre geschlechtsspezifischen Ansprüche aufhängen, um die übrigen Attribute bzw. Zuschreibungen aber einen weiten Bogen machen, weil ihnen die grad nicht genehm sind. Ich finde, dass es so nicht geht. Entweder besteht Geschlecht aus Zuschreibungen, dann aber aus allen und auch aus allen Wirkungen dieser Zuschreibungen, oder es besteht aus etwas anderem. Dann kann man es aber nicht an einigen wenigen Zuschreibungen aufhängen.
Im zweiten Beitrag hatte ich einen Aspekt beschrieben, zu dem mir manche Einlassung aus der Community abwegig erscheint und gesagt, dass ich eine entsprechende Lösung trotzdem befördern würde, wenn es die einzige Möglichkeit sein sollte, etwas für die Betroffenen zu verbessern. Was ist daran eventuell falsch?
Hab's gut
Marielle
ich weiß nicht recht was ich auf deine Antwort antworten soll. Irgendwie möchte ich aber antworten, weil es unfreundich wäre, es nicht zu tun.
Ich hab versucht zu verstehen, was von uns kontrovers oder unterschiedlich gesehen oder beurteilt wird, finde es aber nicht wirklich heraus.
In meinem ersten Beitrag im Thread hatte ich mich gegen die Annahme gewandt, dass 'da draussen' im Grunde alles in Butter ist. Und auch gegen die Idee, manchen Leuten da draussen ein gewisses Maß an Intoleranz zuzubilligen oder sich an deren Vorstellungen anzupassen, nur um in Ruhe existieren zu können.
Mir ist bewusst, dass manche der betroffenen Menschen es so oder ähnlich tun, eben um in Ruhe leben zu können. Ich finde das (im Sinne eines gesamtgesellschaftlichen Fortschritts) nicht richtig und argumentiere auch für etwas anderes, aber ich verurteile es doch auch nicht. Manches verstehe ich schlicht nicht, finde es nicht optimal, merkwürdig oder unangemessen, in sich nicht schlüssig und manches auch irgendwie abwegig, aber doch ohne es zu verurteilen. Wenn daran etwas nicht stimmt, möchte ich das gerne diskutieren. Ich glaube nämlich nicht, dass ich in einer queeren Blase lebe. Mein Selbstverständnis ist eher das eines Menschen, der beruflich und privat mit ziemlich vielen, unterschiedlichen Menschen zusammenkommt und die dabei anfallenden Erfahrungen auch in den 'queeren' Lobbyismus einbringt (und dabei von den anderen Queers manchmal auch etwas auf die 'reaktionäre' Mütze bekommt). Aber ich kann mich ja irren, was meine Selbstsicht angeht.
Ich hatte auch mein Unverständnis gegenüber Menschen beschrieben, die sich ein paar spezifische Attribute raussuchen, an denen sie ihre geschlechtsspezifischen Ansprüche aufhängen, um die übrigen Attribute bzw. Zuschreibungen aber einen weiten Bogen machen, weil ihnen die grad nicht genehm sind. Ich finde, dass es so nicht geht. Entweder besteht Geschlecht aus Zuschreibungen, dann aber aus allen und auch aus allen Wirkungen dieser Zuschreibungen, oder es besteht aus etwas anderem. Dann kann man es aber nicht an einigen wenigen Zuschreibungen aufhängen.
Im zweiten Beitrag hatte ich einen Aspekt beschrieben, zu dem mir manche Einlassung aus der Community abwegig erscheint und gesagt, dass ich eine entsprechende Lösung trotzdem befördern würde, wenn es die einzige Möglichkeit sein sollte, etwas für die Betroffenen zu verbessern. Was ist daran eventuell falsch?
Das hoffe ich auch. Da aber auch unter denen noch einige ein wenig Unterstützung für gutes Handeln brauchen können, bin ich für jeden guten Input offen und dankbar.Ich hoffe, das wird sich mit den nun neu vertretenen Politikerinnen ändern.
Hab's gut
Marielle
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For the rising of the women, means the rising of the race
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Inga
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Re: TAGESSPIEGEL: Grünenpolitikerin Tessa Ganserer "Wir sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen“
Hallo, miteinander,
"Ankommen" hat für mich den Charakter mit dem Zug auf dem Bahnhof in einer Stadt ankommen. So empfinde ich das "Ankommen in der Mitte der Gesellschaft".
Ich bin zwar da. Aber fühle ich mich da auch wohl?- ist eine ganz andere Frage. . "Ankommen" heißt für mich noch lange nicht überall "Willkommen" geheißen zu werden.
So nehme ich auch Tessas Aussage zum Einzug in den Bundestag: "Ankommen in der Mitte der Gesellschaft" heißt noch lange nicht, übreall "in der Mitte der Gesellschaft willkommen" zu sein. Und an der Wilkommenskultur "in der Mitte der Gesellschaft" gilt es jetzt, hier im Lande politisch weiter zu arbeiten. Damit die Anmache beim Bäcker und sonstwo sonstwelche Angriffe nicht mehr vorkommen.
Ih wünsche uns allen viel Erfolg.
Liebe Grüße
Inga
"Ankommen" hat für mich den Charakter mit dem Zug auf dem Bahnhof in einer Stadt ankommen. So empfinde ich das "Ankommen in der Mitte der Gesellschaft".
Ich bin zwar da. Aber fühle ich mich da auch wohl?- ist eine ganz andere Frage. . "Ankommen" heißt für mich noch lange nicht überall "Willkommen" geheißen zu werden.
So nehme ich auch Tessas Aussage zum Einzug in den Bundestag: "Ankommen in der Mitte der Gesellschaft" heißt noch lange nicht, übreall "in der Mitte der Gesellschaft willkommen" zu sein. Und an der Wilkommenskultur "in der Mitte der Gesellschaft" gilt es jetzt, hier im Lande politisch weiter zu arbeiten. Damit die Anmache beim Bäcker und sonstwo sonstwelche Angriffe nicht mehr vorkommen.
Ih wünsche uns allen viel Erfolg.
Liebe Grüße
Inga