Liebe Lina,
über das Demokratie-Defizit er EU und speziell die mangelhafte demokratische Legitimation der Kommission wurde andernorts fundiert geschrieben, so dass wir uns das hier sparen können.
Dieses Defizit wird auch nicht durch deine Erklärungsversuche beseitigt.
Am besten dürfte es sein, sich die Politik der Kommission in der Vergangenheit anzuschauen. Da finde ich nichts nennenswertes, das auf Initiative von "unten" zustande gekommen wäre.
Oder um es mit den Worten des Ex-Kommissionspräsidenten Juncker auszudrücken:
Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.
https://www.spiegel.de/politik/die-brue ... text=issue
Warum sollten Menschen mit dieser Einstellung nun plötzlich auf Abgeordnete hören, die ihnen nichts zu sagen haben?
Demokratie geht anders.
Ich würde mir sehr wünschen, dass das auf EU-Ebene funktioniert. Derzeit stehen dem die Strukturen entgegen, zumal Deutschland Polen bei diesem Thema keine großen Schwierigkeiten machen wird, weil es sonst selbst Antworten auf unbequeme Fragen der EU liefern müsste.
Das LGBTI+ Problem in Polen ist nicht wichtig genug, um diesen Preis zu zahlen. Daher wird es keinen Druck der deutschen Politik auf die EU geben.
Frankreich wird sich ähnlich verhalten, aus anderen Gründen, die aber auch innere Verhältnisse betreffen. Steht so im zitierten Artikel.
Das heißt nun gerade nicht, dass wir uns nicht engagieren sollten. Nur bringt es meiner Meinung nach nichts, wenn wir unsere Energie an Stellen einsetzen, wo eine Wirkung sehr unwahrscheinlich ist. Die meisten Menschen müssen mit ihrer Zeit und Kraft haushalten. Und da sehe ich effektivere Möglichkeiten des Engagements, z. B.
hier.
LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal