Cybill hat geschrieben: Mo 1. Nov 2021, 14:59
Die KKs tun sich deshalb mit Lipofilling schwer, weil die gesundheitlichen Risiken (Fettembolie) wesentlich größer sind, als bei den konventionellen Methoden mit Implantaten. Dasselbe gilt auch für den Brazilian-Butt-Lift. Da die gesetzlichen Kassen dazu angehalten sind, die Risiken und Folgekosten von Behandlungen möglichst gering zu halten, dürfte es sehr schwer sein, diese Behandlung gezahlt zu bekommen.
Naja, das ist der "Stand der Technik" von vor 15 Jahren. Damals wurden z.T. ohne Sinn und Verstand in einem Rutsch Unmengen Fett eingespritzt. Das hatte dann die erwähnten Fettembolien zur Folge. Mittlerweile gibt es zur autologen Fetttransplantation eine S2-Leitlinie.
https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitl ... laufen.pdf
Somit haben sich fachlich anerkannte Behandlungsstandards etabliert und es handelt sich dabei um ein erprobtes und bewährtes Verfahren auch beim Brustaufbau nach Brustkrebs-OPs. Die Aufklärungsgespräche, wenn sie verantwortungsvoll geführt werden, beinhalten ganz klar, dass es sich beim Brustaufbau mit einzuspritzendem Eigenfett um ein mehrstufiges Verfahren mit 2-3 Anwendungen im Abstand etwa eines halben Jahres handelt, weil immer nur eine begrenzte Menge Fett verpflanzt werden kann, eben damit Embolien vermieden werden und das Fett vom umliegenden Gewebe auch aufgenommen werden kann.
Dass die Risiken bei Liposuktion/Lipofilling größer seien als bei Silikonimplantaten, ist eine bloße Behauptung, die ebensogut umgekehrt aufgestellt werden kann. Es gibt dazu meines Wissens keine brauchbaren Erhebungen, die das eine oder auch das andere belegen. Die Argumentation der Kassen mit unwägbaren Risiken (so sie denn überhaupt noch so angeführt wird) dürfte eher als Totschlagargument bei der Abwehr von Kostenübernahmeersuchen, als der Fürsorgepflicht gegenüber ihren Kundinnen geschuldet sein. In dem einzigen Urteil zur Sache hat der bearbeitende MDK der Kasse die Kostenübernahme empfohlen, weil sie nach Einschätzung des MDK einen etwaigen Prozess verlieren würde, was letztinstanzlich dann auch so eingetreten ist.
-Alexandra- hat geschrieben: Sa 30. Okt 2021, 23:31
Hallo,
Ich überlege auch schon seit längerem wegen einem Brustaufbau.
Weiß zufällig jemand wieviel Eigenfett da benötigt wird?
Weil ich wiege mit meinen 1,72m leider nur 58 Kg und kann mir irgendwie nicht vorstellen, von wo da das Fett weggenommen werden könnte :/
Silikon möchte ich nicht, weil ich keine Fremdkörper in meiner Brust haben möchte.
Aber kein Brustaufbau wär auch blöd, weil bei mir in über 4 Jahren fast nichts gewachsen ist.
LG Alexandra
Hallo Alexandra, ohne körpereigenes Fett ist meines Wissens nichts möglich. Ich hatte meinem behandelnden Arzt die Frage gestellt, ob es eigentlich so etwas wie "Spenderfett" gäbe, falls nicht genügend eigenes vorhanden wäre. Da hat er nur bedauernd den Kopf geschüttelt und gemeint, dass er sich zwar gern als Spender zur Verfügung stellen würde, das aber generell nicht möglich sei - aber vielleicht hat da hier auch jemand andere Infos?
Liebe Grüße
Hannah
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