Es ist ja schon seit vielen Jahren mein Traum, beim Friseur feminin gestylt zu werden. In den letzten Wochen habe ich dann beschlossen, Nägel mit Köpfen zu machen und habe ein paar Friseursalons angemailt.
Da ich die Haare in den letzten Jahren immer sehr kurz getragen habe und bei mir leider auch die typischen männlichen Probleme, wie immer tiefer werdende Geheimratsecken und Haare mit extremem Fluchtverhalten am Oberkopf auftreten, war mir schon klar, dass damit ein richtig feminines Styling nicht möglich sein wird.
Trotzdem wollte ich einfach einmal sehen, was ich für Antworten bekomme, und die waren eigentlich durchwegs positiv. Es scheint also kaum ein Problem zu sein, wenn ein Mann sich mit einer femininen Seite outet.
Letzten Donnerstag war es dann endlich soweit und ich bin zu dem Termin in den von mir ausgewählten Salon gefahren. In männlicher Kleidung und mit sehr viel Herzklopfen.
Die Friseurin war noch mit einer anderen Kundin beschäftigt und ich musste ein paar Minuten warten. Ich wurde gefragt, ob ich im Salon Platz nehmen möchte oder in einem kleinen abgetrennten Bereich, wo man ruhiger reden kann. Dieses Angebot habe ich natürlich dankend angenommen.
Endlich war es dann soweit und "meine" Friseurin hatte Zeit für mich. Und sie hat sich auch sehr viel Zeit für mich genommen. Bereits im Vorfeld hat sie mit ihren Kolleginnen überlegt, was man mit mir machen könnte und hat mir dann eine Perücke vorgeschlagen, damit ich schneller ein weibliches Aussehen erreiche solange ich darauf warte, dass meine eigenen Haare wachsen. Dass ich mir die Haare wachsen lassen soll, hat sie mir nämlich schon als erstes empfohlen.
Ich habe ihr dann erklärt, dass ich nicht dauerhaft Frau sein, sondern nur ab und zu in die weibliche Rolle schlüpfen möchte. Daher sollte meine neue Frisur auch im "männlichen Alltag" nicht zu ungewöhnlich aussehen. Das hat sie natürlich verstanden und bedauert, dass in unserer Gesellschaft nicht einfach jeder so leben kann, wie er möchte. Auch, dass ich momentan nicht in eine teure Echthaarperücke investieren kann, war ihr klar.
Sie hat mir dann ein paar Frisurenvorschläge gemacht, um meine weibliche Seite zu betonen. Die Unterhaltung war total nett und ich habe mich immer wohler gefühlt.
Sie wollte dann auch wissen, wie es bei mir mit dem Schminken aussieht. Sie würde das auch gern am Abend als letzten Termin bei mir machen, wenn keine anderen Kundinnen mehr im Salon sind. Dieses Angebot werde ich mit Sicherheit in nächster Zeit einmal annehmen, da mir selbst noch die Schminkerfahrung fehlt.
Schließlich hat sie mir dann die Haare gewaschen und nur die Spitzen in Form gebracht, denn schließlich sollte meine "Haarpracht" ja auch einmal länger werden. Zumindest am Oberkopf.
Zum Schluss kam dann die Frage, ob sie mich jetzt auf männlich fönen soll, was ich natürlich sofort abgelehnt habe.
Ich habe richtig Herzklopfen bekommen vor Freude, als ich mich danach im Spiegel sah. Zwar sah mir immer noch ein Mann entgegen, die Frisur hatte aber bereits eindeutig weibliche Tendenzen. Anschließend meinte sie dann noch, dass wir beim nächsten Termin schon etwas mehr machen können.
Ich kann es kaum erwarten, bis der nächste Termin ansteht, so schön war es. Vielleicht kann ich mir bald den Traum erfüllen, mal mit Lockenwicklern unter der Trockenhaube zu sitzen.
Ich hoffe, mein Bericht gefällt euch und freue mich auf eure Kommentare.
Liebe Grüße
Tina