Hallo Helga,
ich greife mal das Stichwort "Emanzipation" heraus, das ja im Kern von deinen Thesen steht.
Der Begriff wird für zwei verschiedene Bereiche benutzt, und es wird leichter, wenn man sich darüber im klaren ist, und das auseinander hält . Insbesondere, wenn es dann auch um "Emanzipation des Mannes" geht.
(1) Einmal die Gleichberechtigung, wie du beschreibst, ich nenne es mal die politische Ebene:
Helga hat geschrieben: Mi 15. Sep 2021, 22:33
Wie sah diese Emanzipation, die Befreiung aus der männlichen Vorherrschaft aus?
Zunächst ging es darum Rechte zu bekommen, die nur Männern vorbehalten waren: Das Recht über sich selbst bestimmen zu dürfen, das Recht zu wählen und gewählt zu werden. Dann ging es darum die gleiche schulische, berufliche und Universitäre Ausbildung machen zu können.
dazu zählt natürlich auch die Arbeitswelt und wo es sonst noch Machtstrukturen gibt.
und (2) die persönliche Ebene, das sind die Eigenschaften, die als typisch weiblich oder männlich gelten. Emanzipation gebrauchst du hier als das sich aneignen bzw zulassen und nutzen jener
andersgeschlechtlichen Eigenschaften.
Wenn du jetzt fragst, warum gibt es noch wenig Emanzipation des Mannes ?
dann nehme ich zunächst mal die politische (rechtliche) Ebene : aus männlicher Sicht ging/geht es ja darum, Frauen gleiche Rechte zuzugestehen, das ist aus der Männersicht keine Emanzipation sondern ein abgeben von Vorrechten. Dazu braucht es keine "Emanzipation" des Mannes, sondern Druck von den Frauen. Das Ergebnis ist dann eine gute Sache und fair für beide.
Deshalb habe ich auch ein Problem , wenn Männer, die eine reine "Hausmann"-Rolle übernehmen, als emanzipiert bezeichnet werden. Auch wenn es ein teilen der Haushaltstätigkeiten und Kinderbetreuung (und Erwerbsarbeit) ist, dann würde ich das nicht als Emanzipation bezeichnen sondern einfach als faire Partnerschaft.
Bei der persönlichen Ebene ist es schwieriger zu fassen ... Ist der Mann stärker an 'männliches Rollenverhalten' gebunden, aus dem er sich nicht emanzipiert hat ?
Das mit der Kleidung - ja. Ist für uns auch ein wichtiger Punkt, für die Mehrheit aber nicht.
Das zulassen positiver 'weiblicher' Charakterzüge und Verhalten - wir dürfen doch kochen und backen

und müssen nicht nur

OKay... nicht ganz ernst gemeint
Also hole ich mir dazu noch ein Zitat von dir
Um dir die Veränderung des männlichen Rollenbildes vor Augen zu führen vergleiche Filme oder Fernsehserien aus den 1960ern mit heutigen. Beispielsweise eine Folge "Stahlnetz" mit einem modernen "Tatort". Die Unterschiede sind schon recht deutlich. Männer sind im Durchschnitt einfühlsamer, liebevoller, kompromissbereiter geworden.
und im richtigen Leben ? Sind die Männer da auch einfühlsamer, liebevoller, kompromissbereiter geworden ?
Das will ich nicht beurteilen. Oder doch ... das Spektrum ist sehr weit, Verallgemeinerungen bringen nicht weiter. Ich denke , sie sind vielfältiger geworden.
Übrigens haben mir Fernsehserien aus den 1960ern sehr gut gefallen, auch das Stahlnetz !
Kennst du "Polizeifunk ruft" ? Eine Krimiserie aus Hamburg, solltest du kennen

.
Hauptdarsteller war der Wachtmeister Hartmann, der war soo ein einfühlsamer liebevoller Mensch
LG ascona
