Liebe Michi,
wollte gerade ins Bett, aber nun widme ich Dir eben doch noch ein bisschen Zeit.
MichiWell hat geschrieben: Mo 20. Sep 2021, 00:24
Glaubst du vielleicht, mir macht es Spaß, immerfort die selben längst widerlegten Behauptungen lesen zu müssen?
Trotzdem kannst Du bitte höflich bleiben wenn Du Dich beteiligst. Ich versuchs ja auch
MichiWell hat geschrieben: Mo 20. Sep 2021, 00:24
Das Präventionsparadoxon ist kein theoretisches Konstrukt. Und es gilt auf allen Gebieten, sei es, dass man viel Geld in Brandschutz investiert, was gefühlt rausgeworfen ist, weil es dann nicht brennt, oder eben kostspieligen und anstrengenden Maßnahmen gegen Infektionen mit der Folge, dass sich die Krankheit dann nicht so stark verbreitet hat.
Im ersten Fall gibt es ziemlich sicher Untersuchungen, wie das Kosten-Nutzen-Verhältnis aussieht. Versicherungen könnten da sehr bewandert sein, schließlich verdienen sie ihr Geld mit sowas. Aber auch beim Brandschutz gibt es Grenzen, die man sinnvollerweise einhält, weil ein Gebäude sonst nicht mehr nutzbar wäre.
So ähnlich ist das mit einer Gesellschaft auch. Werden die Einschränkungen zu viel, funktioniert sie nicht mehr. Und ob sie überhaupt geeignet sind, einen bestimmten Zweck zu erfüllen, ist viel schwieriger rauszubekommen als beim Brandschutz.
MichiWell hat geschrieben: Mo 20. Sep 2021, 00:24
Der Unterschied zwischen Spanien und Schweden in meinen Augen:
Schweden hat 23 Einwohner pro Quadratkilometer. Bei Spanien sind es mit 94 schon 4 mal so viel, und dazu kommt, dass Spanien ein Urlaubsland ist.
Man kann deutlich sehen, dass in Spanien die Fallzahlen in beiden Jahren mit der Sommersaision direkt angestiegen sind. Im Herbst 2020 zeigte sich, dass die Zahlen deutlich runter gingen, als harter Lockdown war, die dann zum Jahreswechsel mit den Lockerungen, UK-Urlaubern und dem Aufkommen der britischen Mutante direkt wieder in die Höhe schnellten. Da wurden mit Blick auf die Tourismusindustrie falsche Entscheidungen getroffen.
Schweden hatte keine solche Störeffekte, hat es einfach laufen lassen, und eine große Anzahl an Infektionen und Toten in Kauf genommen .. in meinen Augen vorsätzlich!
Um das zu vervollständigen:
Spanien hatte insgesamt bisher
85783 Todesfälle, Schweden hatte 14734. Die Zahlen sind von worldometers.info
Schweden hat ungefähr 10 Mio. Einwohner, Spanien etwa viereinhalb mal so viele. Ich multipliziere also die schwedische Zahl mit 4,5 um die Angaben vergleichen zu können und erhalte
66303.
In Spanien war immer mal wieder Lockdown, in Schweden war nichts dergleichen. Trotzdem sind im Verhältnis viel weniger Leute gestorben.
Und das Präventionsparadoxon? Wenn das irgendwas damit zu tun hätte, dann würde das ja bedeuten:
In Spanien wären bei den selben Nicht-Maßnahmen wie in Schweden noch viel mehr Menschen gestorben.
Dann müsste es dafür Gründe geben, schließlich ist Spanien kein Entwicklungsland. Und an den britischen Urlaubern allein wirds wohl auch nicht liegen. Sonst noch Ideen?
Es erscheint jedenfalls nicht plausibel, dass die spanischen Maßnahmen einen wesentlichen Effekt gehabt hätten. Sonst würde Schweden im Vergleich viel schlechter da stehen müssen.
Wenn Du das ganze nochmal mit North und South Dakota durchspielst, fallen Effekte wie unterschiedliche Bevölkerungsdichte und Urlaubsland weg. Das Ergebnis ist das selbe:
Das Präventionsparadoxon gibt es bei NPI nicht.
MichiWell hat geschrieben: Mo 20. Sep 2021, 00:24
Lana hat geschrieben: So 19. Sep 2021, 20:47
Und die Regierung interessiert sich einen Dreck dafür, ob die Menschen noch "Lust" auf Maßnahmen haben, deren Wirkung nie nachgewiesen wurde und die andere Länder deshalb schon längst abgeschafft haben.
Und zu "nie nachgewiesen" .. was schwebt dir denn da vor?
Ich würde erwarten, dass man Begleituntersuchungen macht, um fetszustellen, welche Maßnahme welchen Effekt auf das Infektionsgeschehen hat. Wäre recht einfach möglich gewesen, da die Maßnahmen auf Landes- bzw. Kreiseben teilweise recht unterschiedlich waren. Hat man aber nicht getan, und so kann man auch nicht sagen, welche Maßnahme nun was gebracht hat.
Man hätte sich auch mal Gedanken darüber machen können, warum z.B. in Schweden doch nicht alle gestorben sind. Warum Länder mit noch härteren Maßnahmen wie z.B. Frankreich höhere Todeszahlen haben. Warum GB und DK nun alle Maßnahmen abschaffen und Deutschland nicht. Was ist der Unterschied? Hat es dazu schonmal irgendeine Bemerkung gegeben?
Stattdessen rennt die Regierung genau so blind und unvorbereitet in den Herbst wie im letzten Jahr. Behauptet doch glatt, dass man immer noch nicht genügend wisse. Da stimme ich zu. Aber ein Großteil dieses Nichtwissens ist selbstverursacht. Ob aus Unfähigkeit oder absichtlich ist in dem Fall unerheblich. Sie wissen einfach nichts.
MichiWell hat geschrieben: Mo 20. Sep 2021, 00:24
Möchtest du vielleicht groß angelegte, brutale Menschenversuche vorgeführt bekommen, mit denen zweifelsfrei nachgewiesen werden soll, welche Maßnahme bzw. deren Unterlassung zu wie vielen Toten führt, um zu glauben, dass Maßnahmen etwas bewirken?!
Wir stecken doch mitten in so was drin! Dann könnten wir sie wenigstens auch auswerten und aus dem ganzen Wahnsinn was lernen.
MichiWell hat geschrieben: Mo 20. Sep 2021, 00:24
Welche enormen Kompetenzen hast du, dass du dir anmaßen kannst, immer wieder alles in Frage zu stellen, was gemacht wird?
Ich mache das, was ich eigentlich von vernunftbegabten Menschen selbstverständlich erwarte:
Ich informiere mich, mache mir Gedanken dazu und stelle Fragen, wenn mir was unklar oder widersprüchlich ist. Mehr braucht es nicht.
MichiWell hat geschrieben: Mo 20. Sep 2021, 00:24
Diese selbsternannten Skeptiker bilden sich ein, es besser zu wissen als die Mehrheit der Wissenschaftler
Michi, du hast es immer noch nicht bemerkt:
Dinge in Frage zu stellen bedeutet nicht, es besser zu wissen. Es heißt viel mehr, dass ich es besser verstehen will. Statt Dunning-Kruger halte ich mich lieber an
Sokrates.
MichiWell hat geschrieben: Mo 20. Sep 2021, 00:24Die Politik ist nun mal in der Verantwortung.
Verbal stiehlt sie sich gerne aus der Verantwortung: Das Virus zwingt uns..., das Virus legt die Gesellschaft lahm...
Zeitweise konnte man den Eindruck haben, das Virus hätte die Regierung übernommen.
Deshalb der Hinweis, dass die Maßnahmen von der Regierung, also von Menschen, verordnet wurden. Angeblich alternativlos, aber das wird immer dann gerne genommen, wenn einem die guten Gründe fehlen. Sie folgen nicht zwingend aus dem Auftreten des Virus. Man hätte das auch anders entscheiden können.
MichiWell hat geschrieben: Mo 20. Sep 2021, 00:24Brandolini mit seinem Gesetz
Wer ist das nun wieder?
LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal