Blutengel - # 15
-
SteffiCD
- schau
- Beiträge: 64
- Registriert: Do 16. Feb 2012, 10:27
- Geschlecht: Mensch
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 13 Mal
- Danksagung erhalten: 0
- Kontaktdaten:
Re: Blutengel
Danke Stephanie,
ich war beim lesen wieder total gefesselt. Dein Schreibstil ist einfach "Bombe".!!!
Vielen Dank
LG Bea
ich war beim lesen wieder total gefesselt. Dein Schreibstil ist einfach "Bombe".!!!
Vielen Dank
LG Bea
Zwischen zwei Seiten gibt es immer eine Mitte !!!
-
Stephanie
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1461
- Registriert: Mo 31. Mär 2014, 18:05
- Geschlecht: m/w/d
- Pronomen: Gute Frage...
- Wohnort (Name): Meine
- Forum-Galerie: gallery/album/93
- Hat sich bedankt: 33 Mal
- Danksagung erhalten: 175 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Blutengel
Auftritt Teil 3
"Schaut mal vorsichtig", sagt Frank, "da am Eingang, ist das nicht "klein Bruce"?" Ich schaue vorsichtig hin. "Ziemlich unrasiert", sagt Tom. "Ja, das ist er", sage ich, "Spionageeinsatz!" "Der ist schon länger da", sagt Samantha, "ich habe den schon vor über einer Stunde gesehen." "Der will noch was lernen", flaxt Cordula. Wir bleiben noch eine Weile stehen, dann entern wir wieder die Bühne. In dieser Runde habe ich auch wieder den Gesangspart. Ein Instrumentalteil spielen wir nicht, ich leite die Runde so ein: "Wir waren eben noch nicht so ganz fertig mit unserer Disco-Shower-Power-Runde. Tut mr Leid, das ich einige mit der Französisch-Nummer gestresst habe." Dabei grinse ich. Ein paar Typen kneifen die Beine zusammen. "Ich begrüße an dieser Stelle, auch die neu hinzugekommenen recht herzlich", sage ich weiter, schaue dann zu "klein Bruce", "und Dich ganz besonders." Ertappt verlässt er das Zelt. Die Jungs müssen lachen. "Geil", lacht Carlos leise neben mir. Micha zwinkert mir zu. "Ich singe jetzt mal etwas tiefer", sage ich in Richtung Zuschauer, "etwas die Stimme schonen." Die Leute schauen erwartungsvoll. "Fahr mal den Gong ab", sage ich zu Frank, so dass man es auch über das Mikro hört. "Jau!", sagt der begeistert. Der Gong ertönt, danach setzen die Jungs mit dem Intro von "Follow me" ein. Im Publikum setzt Begeisterung ein. Die Tanzfläche füllt sich. Auch meine Eltern sind dort. Beim Singen setze ich meine Erotik ein, wenn auch zurückhaltend. Ich halte mich dabei an das Vorbild von Amanda Lear. Viele Frauen, die das Original noch aus den 70ern kennen, legen beim Tanzen ebenfalls eine tolle Erotik an den Tag. Als nächstes kommt noch eine 70er Disco Nummer, "Born to be Alive" von Patrick Hernandez. Welches Alex singt. Ich habe eine kleine Pause, bleibe aber auf der Bühne und sitze auf einer Box am Rand. Danach werden wir etwas moderner und spielen "Summer Son" von Texas. Nach zwei weiteren Stücken wollen wir wieder in die Pause, aber die Zuschauer lassen uns nicht so richtig. Ich schaue zu den Jungs. In der nächsten Runde wollen wir eigentlich den Stil wieder ändern. "Valerie?" frage ich die Jungs. Eigentlich war das die ganze Zeit ein "Kippelsong", den wir eher nicht spielen wollten, weil er nirgends so richtig reinpasste. Die Jungs nicken zustimmend. "Mach einfach eine Ansage", grinst Frank. "Okay", sage ich. Ich schaue zu den Leuten. "He ihr, wir wollten euch eigentlich etwas schonen", sage ich grinsend. "Nix da!" ruft einer. "Ihr seid so tapfer", flaxe ich und nehme das Mikro aus dem Ständer. "Wir hatten die Disco Runde jazzig eingeleitet, jetzt beschließen wir sie auch soul-jazzig. Die Jungs leiten "Valerie" von Amy Winehouse" ein. Von Begeisterung bis Staunen ist jetzt bei den Zuschauern alles dabei. Die Tanzfläche ist wieder voll, als ich anfange zu singen. Das Mikro habe ich in der Hand und ich streiche um die Jungs herum. Das Stück schlägt super ein und wir haben unsern Spaß dabei. Nach dem Stück gibt es einen tosenden Applaus. Winkend gehen wir von der Bühne in die Pause. "Das war der Hammer, Steffi", sagt Cordula begeistert. "Dankeschön", sage ich lieb.
Ich gönne mir als Durstlöscher ein alkoholfreies Hefe-Weizen. Ich steh am Tresen und unterhalte mich mit Artur. "Das wird gar nicht leerer hier", sagt der grinsend, "dauernd kommen neue Leute dazu." "So etwas hatten wir neulich auch", sage ich, "die anwesenden rufen wahrscheinlich Freunde an und sagen, was hier abgeht." "Kann mir nur recht sein", sagt Artur grinsend, "wir mussten schon einmal bei der Brauerei nachordern." "Wow!" sage ich erstaunt. "Hatten wir lange nicht mehr", sagt Artur noch. Samantha kommt mit dem Vorstandsvorsitzenden der Vereins und einem weiteren Herrn zu uns. "Der Herr ist Heinz und hat eine Bitte", sagt der Vorsitzende. "Ach Heinz, na klar, wir kennen uns doch", sage ich erfreut. Heinz schaut mich verwundet an. "Ja OK, ich sah da noch anders aus", sage ich lächelnd. Irgendwie scheint Heinz noch zu grübeln, dann sagt er: "Ich habe meine Freunde in Schottland angerufen und ihnen erzählt was hier los ist. Ich würde ihnen gerne noch einen musikalischen Gruß zukommen lassen. Könnt ihr von der Band irgendwie "Amazing Grace" spielen?" Ich schaue zu Samantha, sie grinst. Dann sagt sie zu Heinz: "Ich beratschlage das mal mit den Jungs. Wir melden uns dann." Heinz geht erstmal wieder. Cordula und die Jungs stehen jetzt bei uns. "Carlos und ich haben da mal was vorbereitet", sagt Samantha grinsend. Carlos gibt ihr eine Tasche und sie zieht einen Dudelsack heraus. "Das ist jetzt aber deiner, oder?" frage ich, weil der etwas anders aussieht als meiner. "Ja", antwortet Carlos grinsend und gibt mir auch eine Tasche. "Oh oh", sage ich, weil ich sie gleich erkenne. Ich hole meinen Dudelsack heraus. "Steffi, wir beide, habe ich gedacht", sagt Samantha ein wenig schelmig. "Oben auf der Bühne?" frage ich keck. Jetzt zaudert Samantha etwas. "Na komm gib dir einen Ruck", sage ich lächelnd. "Na gut", sagt sie zögernd. "Hier unten sieht uns doch keiner", sage ich noch. "Boah, da denkste du kannst sie überraschen, kommt sie mit so was", lacht Samantha. Die Leute um uns herum schauen gespannt. Sandra hat schon wieder ihre Kamera parat. Sie lächelt uns zu. "Bevor wir hochgehen, zeigt mir noch mal kurz, wie du die Löcher abdeckst, ich habe das lange nicht mehr gespielt", sage ich. "OK", sagt Samantha etwas erstaunt, zeigt es mir dann aber. "Ah ja OK, der Körper erinnert sich", sage ich dann. "Machst du dann die zweite Stimme?" fragt Samantha. "Ja gerne", antworte ich. "Wenn ihr wollt, unterstütze ich auf der Orgel", sagt Frank. "Au ja, so was von liebend gerne", sagt Samantha. "Und dann müsstet ihr euch noch was ausdenken, wenn ihr danach die Bühne verlasst", sagt plötzlich Antje. "Stimmt eigentlich", sagt Samantha. "Wie wäre es mit dem "Regimental March"?" frage ich. "Cool!" antwortet Samantha. So langsam scheint ihr Lampenfieber zu weichen. "Dazu brauchen wir dann aber eine Trommel", sage ich grinsend zu Tom. "Na klar, ich hatte schon Angst, ich kriege hier nichts mehr zu tun", sagt der feixend. "Na dann auf die Bühne mit euch", sagt Micha lachend. Wir legen unsere Bagpipes um. Während wir zu Bühne gehen, frage ich Samantha: "Soll ich dich kurz vorstellen? Und dann übernimmst du und leitest das ein?" "Gerne", sagt sie. Ein wenig angespannter ist sie jetzt doch wieder, auch ich bin grade nicht so locker wie vorher. Wir wissen auch gar nicht wie das ankommt. Als wir die Treppe zur Bühne hochgehen, jubeln schon ein paar Leute.
Obwohl schon viele neugierig schauen, bitte ich um Gehör. "Die nette Dame hier neben mir ist Samantha, Ehefrau von Carlos und eine unserer Managerinnen", sage ich. Weiter komme ich nicht, weil es schon einen anerkennenden Applaus gibt. Samantha schaut mich lächelnd an. Dann sagt sie: "Ich möchte gerne Heinz hier vor die Bühne bitten." Der kommt auch gleich von seinem Platz, hat sein Handy dabei und filmt die ganze Zeit. Als er vor der Bühne steht, fragt ihn Samantha: "Wie heißt dein Freund am anderen Ende mit Vornamen?" "Gavin und Gordon sind am anderen Ende der Leitung", sagt Heinz. "Dann richte die Kamera mal auf mich", sagt Samantha, was Heinz auch tut. Dann begrüßt Samantha die beiden in Schottland auf Englisch mit allerfeinstem schottischen Dialekt. Ich schaue nebenbei zu meinem Vater, der völlig erstaunt ist. Samantha schließt ihre Begrüßung mit: Stefanie, Frank and me performing "Amazing Grace" vor you." Im Zelt ist es so still, dass man den Beifall der beiden aus dem Handy hört. Samantha schaut zu Frank und mir. Durch nicken zeigen wir, das wir bereit sind. Samantha holt tief Luft und bläst den Sack auf, die tiefen Pfeifen fangen an Töne zu geben, dann spielt Samantha die Melodie. Mir läuft Gänsehaut den Rücken runter. Die Zuschauer juben. Dann fange ich an mit einzusetzen. Jetzt wird der Sound dichter, dann setzt auch Franks Orgel ein. Heinz ist jedenfalls begeistert, auch die Leute im Zelt sind voll dabei. Dann nehmen Frank und ich uns wieder zurück, so dass Samantha den Schluss alleine spielt. Danach gibt es einen tollen Beifall. Samantha ist jetzt total gelöst. "Super ihr beiden", sagt Sie leise zu Frank und mir. Tom hat sich mittlerweile ans Schlagzeug gesetzt. Frank verlässt seine Orgel. "Kannst Du noch ein Mikro mit runternehmen?" frage ich leise. Er nickt und nimmt eins aus einem Ständer. "Zugabe", rufen ein paar Leute. Samantha lächelt und nickt, dann schaut sie zu Tom. Der nickt zurück, wartet noch einige Sekunden, dann startet er den typischen Trommelwirbel, der vor vielen Dudelsackstücken vorkommt. Samantha und ich blasen die Säcke wieder auf und fangen dann an den "Regimental March" zu spielen. Im Zelt bricht wieder Jubel los. Nach einiger dreht sich Samantha zackig nach links und marschiert Richtung Treppe. Ich mache das gleiche. Für die Zuschauer wird die Musik natürlich leiser, weil wir von den Mikros weggehen. Tom spielt auch etwas leiser. Auch die Leute im Zelt werdn leiser, damit sie noch was hören. Samantha und ich gehen die Treppe runter zu unseren Leute. Heinz filmt uns die ganze Zeit. Bei unserer Gruppe bringen wir das Stück zu Ende. Im Zelt bricht ein super toller Beifall aus. Teilweise trampeln welche mit den Beinen. "Puh, Gottseidank, gut gegangen", sagt Samantha trocken und erleichtert. Ich nehme sie erstmal kräftig in den Arm. "Danke", sage ich "das war richtig toll." "Ich danke Dir auch", sagt Samantha. Heinz steht bei Frank, sein Handy halten sie an das Mikro. Gavin bedankt sich sichtlich gerührt, teils auf Deutsch, teils auf Englisch für den Vortrag. Im Zelt gibt es dafür nochmal ein kräftigen Applaus. Samantha und ich stehen noch eine Weile bei Heinz und unterhalten uns noch kurz mit Gavin und Gordon, ohne das es über das Mikro geht. Samantha erzählt den beiden, dass sie halbe Schottin ist, was bei den beiden zu erstaunen führt. Zum Schluss bekommen wir dann glatt noch eine Einladung, wenn wir uns denn mal nach Schottland verirren sollten. Dann verabschieden wir uns. So richtig zur Ruhe kommen wir nach dieser Nummer natürlich nicht, weil dauernd irgendwer kommt und eine Frage dazu hat. Cordula hat schon etliche Anfragen bekommen. Antje steht am Tresen und grinst uns an. "Du freust dich so", sage ich erfreut zu ihr. "Ich habe euren Aufritt mitgefilmt und Kristin geschickt", sagt Antje lachend und zeigt mit dann ihr Handy mit dir Antwort von Kristin. "Oh mein Gott, wie geil, jetzt kann ich die ganze Nacht nicht schlafen!" steht da. "I-hi", sage ich. Samantha und ich packen unsere Dudelsäcke wieder ein. Die Jungs machen sich bereit für die nächste Runde. Ich habe erstmal eine Pause und geh zu Sandra. "Ich muss erstmal mal wieder mein Mädchen in den Arm nehmen", sage ich flaxend zu ihr und lege meinen Arm um ihre Hüfte. Sie strahlt mich an und gibt mir einen dicken Kuss. "Ich bin gerne dein Mädchen", sagt Sandra dann leise in mein Ohr.
"Schaut mal vorsichtig", sagt Frank, "da am Eingang, ist das nicht "klein Bruce"?" Ich schaue vorsichtig hin. "Ziemlich unrasiert", sagt Tom. "Ja, das ist er", sage ich, "Spionageeinsatz!" "Der ist schon länger da", sagt Samantha, "ich habe den schon vor über einer Stunde gesehen." "Der will noch was lernen", flaxt Cordula. Wir bleiben noch eine Weile stehen, dann entern wir wieder die Bühne. In dieser Runde habe ich auch wieder den Gesangspart. Ein Instrumentalteil spielen wir nicht, ich leite die Runde so ein: "Wir waren eben noch nicht so ganz fertig mit unserer Disco-Shower-Power-Runde. Tut mr Leid, das ich einige mit der Französisch-Nummer gestresst habe." Dabei grinse ich. Ein paar Typen kneifen die Beine zusammen. "Ich begrüße an dieser Stelle, auch die neu hinzugekommenen recht herzlich", sage ich weiter, schaue dann zu "klein Bruce", "und Dich ganz besonders." Ertappt verlässt er das Zelt. Die Jungs müssen lachen. "Geil", lacht Carlos leise neben mir. Micha zwinkert mir zu. "Ich singe jetzt mal etwas tiefer", sage ich in Richtung Zuschauer, "etwas die Stimme schonen." Die Leute schauen erwartungsvoll. "Fahr mal den Gong ab", sage ich zu Frank, so dass man es auch über das Mikro hört. "Jau!", sagt der begeistert. Der Gong ertönt, danach setzen die Jungs mit dem Intro von "Follow me" ein. Im Publikum setzt Begeisterung ein. Die Tanzfläche füllt sich. Auch meine Eltern sind dort. Beim Singen setze ich meine Erotik ein, wenn auch zurückhaltend. Ich halte mich dabei an das Vorbild von Amanda Lear. Viele Frauen, die das Original noch aus den 70ern kennen, legen beim Tanzen ebenfalls eine tolle Erotik an den Tag. Als nächstes kommt noch eine 70er Disco Nummer, "Born to be Alive" von Patrick Hernandez. Welches Alex singt. Ich habe eine kleine Pause, bleibe aber auf der Bühne und sitze auf einer Box am Rand. Danach werden wir etwas moderner und spielen "Summer Son" von Texas. Nach zwei weiteren Stücken wollen wir wieder in die Pause, aber die Zuschauer lassen uns nicht so richtig. Ich schaue zu den Jungs. In der nächsten Runde wollen wir eigentlich den Stil wieder ändern. "Valerie?" frage ich die Jungs. Eigentlich war das die ganze Zeit ein "Kippelsong", den wir eher nicht spielen wollten, weil er nirgends so richtig reinpasste. Die Jungs nicken zustimmend. "Mach einfach eine Ansage", grinst Frank. "Okay", sage ich. Ich schaue zu den Leuten. "He ihr, wir wollten euch eigentlich etwas schonen", sage ich grinsend. "Nix da!" ruft einer. "Ihr seid so tapfer", flaxe ich und nehme das Mikro aus dem Ständer. "Wir hatten die Disco Runde jazzig eingeleitet, jetzt beschließen wir sie auch soul-jazzig. Die Jungs leiten "Valerie" von Amy Winehouse" ein. Von Begeisterung bis Staunen ist jetzt bei den Zuschauern alles dabei. Die Tanzfläche ist wieder voll, als ich anfange zu singen. Das Mikro habe ich in der Hand und ich streiche um die Jungs herum. Das Stück schlägt super ein und wir haben unsern Spaß dabei. Nach dem Stück gibt es einen tosenden Applaus. Winkend gehen wir von der Bühne in die Pause. "Das war der Hammer, Steffi", sagt Cordula begeistert. "Dankeschön", sage ich lieb.
Ich gönne mir als Durstlöscher ein alkoholfreies Hefe-Weizen. Ich steh am Tresen und unterhalte mich mit Artur. "Das wird gar nicht leerer hier", sagt der grinsend, "dauernd kommen neue Leute dazu." "So etwas hatten wir neulich auch", sage ich, "die anwesenden rufen wahrscheinlich Freunde an und sagen, was hier abgeht." "Kann mir nur recht sein", sagt Artur grinsend, "wir mussten schon einmal bei der Brauerei nachordern." "Wow!" sage ich erstaunt. "Hatten wir lange nicht mehr", sagt Artur noch. Samantha kommt mit dem Vorstandsvorsitzenden der Vereins und einem weiteren Herrn zu uns. "Der Herr ist Heinz und hat eine Bitte", sagt der Vorsitzende. "Ach Heinz, na klar, wir kennen uns doch", sage ich erfreut. Heinz schaut mich verwundet an. "Ja OK, ich sah da noch anders aus", sage ich lächelnd. Irgendwie scheint Heinz noch zu grübeln, dann sagt er: "Ich habe meine Freunde in Schottland angerufen und ihnen erzählt was hier los ist. Ich würde ihnen gerne noch einen musikalischen Gruß zukommen lassen. Könnt ihr von der Band irgendwie "Amazing Grace" spielen?" Ich schaue zu Samantha, sie grinst. Dann sagt sie zu Heinz: "Ich beratschlage das mal mit den Jungs. Wir melden uns dann." Heinz geht erstmal wieder. Cordula und die Jungs stehen jetzt bei uns. "Carlos und ich haben da mal was vorbereitet", sagt Samantha grinsend. Carlos gibt ihr eine Tasche und sie zieht einen Dudelsack heraus. "Das ist jetzt aber deiner, oder?" frage ich, weil der etwas anders aussieht als meiner. "Ja", antwortet Carlos grinsend und gibt mir auch eine Tasche. "Oh oh", sage ich, weil ich sie gleich erkenne. Ich hole meinen Dudelsack heraus. "Steffi, wir beide, habe ich gedacht", sagt Samantha ein wenig schelmig. "Oben auf der Bühne?" frage ich keck. Jetzt zaudert Samantha etwas. "Na komm gib dir einen Ruck", sage ich lächelnd. "Na gut", sagt sie zögernd. "Hier unten sieht uns doch keiner", sage ich noch. "Boah, da denkste du kannst sie überraschen, kommt sie mit so was", lacht Samantha. Die Leute um uns herum schauen gespannt. Sandra hat schon wieder ihre Kamera parat. Sie lächelt uns zu. "Bevor wir hochgehen, zeigt mir noch mal kurz, wie du die Löcher abdeckst, ich habe das lange nicht mehr gespielt", sage ich. "OK", sagt Samantha etwas erstaunt, zeigt es mir dann aber. "Ah ja OK, der Körper erinnert sich", sage ich dann. "Machst du dann die zweite Stimme?" fragt Samantha. "Ja gerne", antworte ich. "Wenn ihr wollt, unterstütze ich auf der Orgel", sagt Frank. "Au ja, so was von liebend gerne", sagt Samantha. "Und dann müsstet ihr euch noch was ausdenken, wenn ihr danach die Bühne verlasst", sagt plötzlich Antje. "Stimmt eigentlich", sagt Samantha. "Wie wäre es mit dem "Regimental March"?" frage ich. "Cool!" antwortet Samantha. So langsam scheint ihr Lampenfieber zu weichen. "Dazu brauchen wir dann aber eine Trommel", sage ich grinsend zu Tom. "Na klar, ich hatte schon Angst, ich kriege hier nichts mehr zu tun", sagt der feixend. "Na dann auf die Bühne mit euch", sagt Micha lachend. Wir legen unsere Bagpipes um. Während wir zu Bühne gehen, frage ich Samantha: "Soll ich dich kurz vorstellen? Und dann übernimmst du und leitest das ein?" "Gerne", sagt sie. Ein wenig angespannter ist sie jetzt doch wieder, auch ich bin grade nicht so locker wie vorher. Wir wissen auch gar nicht wie das ankommt. Als wir die Treppe zur Bühne hochgehen, jubeln schon ein paar Leute.
Obwohl schon viele neugierig schauen, bitte ich um Gehör. "Die nette Dame hier neben mir ist Samantha, Ehefrau von Carlos und eine unserer Managerinnen", sage ich. Weiter komme ich nicht, weil es schon einen anerkennenden Applaus gibt. Samantha schaut mich lächelnd an. Dann sagt sie: "Ich möchte gerne Heinz hier vor die Bühne bitten." Der kommt auch gleich von seinem Platz, hat sein Handy dabei und filmt die ganze Zeit. Als er vor der Bühne steht, fragt ihn Samantha: "Wie heißt dein Freund am anderen Ende mit Vornamen?" "Gavin und Gordon sind am anderen Ende der Leitung", sagt Heinz. "Dann richte die Kamera mal auf mich", sagt Samantha, was Heinz auch tut. Dann begrüßt Samantha die beiden in Schottland auf Englisch mit allerfeinstem schottischen Dialekt. Ich schaue nebenbei zu meinem Vater, der völlig erstaunt ist. Samantha schließt ihre Begrüßung mit: Stefanie, Frank and me performing "Amazing Grace" vor you." Im Zelt ist es so still, dass man den Beifall der beiden aus dem Handy hört. Samantha schaut zu Frank und mir. Durch nicken zeigen wir, das wir bereit sind. Samantha holt tief Luft und bläst den Sack auf, die tiefen Pfeifen fangen an Töne zu geben, dann spielt Samantha die Melodie. Mir läuft Gänsehaut den Rücken runter. Die Zuschauer juben. Dann fange ich an mit einzusetzen. Jetzt wird der Sound dichter, dann setzt auch Franks Orgel ein. Heinz ist jedenfalls begeistert, auch die Leute im Zelt sind voll dabei. Dann nehmen Frank und ich uns wieder zurück, so dass Samantha den Schluss alleine spielt. Danach gibt es einen tollen Beifall. Samantha ist jetzt total gelöst. "Super ihr beiden", sagt Sie leise zu Frank und mir. Tom hat sich mittlerweile ans Schlagzeug gesetzt. Frank verlässt seine Orgel. "Kannst Du noch ein Mikro mit runternehmen?" frage ich leise. Er nickt und nimmt eins aus einem Ständer. "Zugabe", rufen ein paar Leute. Samantha lächelt und nickt, dann schaut sie zu Tom. Der nickt zurück, wartet noch einige Sekunden, dann startet er den typischen Trommelwirbel, der vor vielen Dudelsackstücken vorkommt. Samantha und ich blasen die Säcke wieder auf und fangen dann an den "Regimental March" zu spielen. Im Zelt bricht wieder Jubel los. Nach einiger dreht sich Samantha zackig nach links und marschiert Richtung Treppe. Ich mache das gleiche. Für die Zuschauer wird die Musik natürlich leiser, weil wir von den Mikros weggehen. Tom spielt auch etwas leiser. Auch die Leute im Zelt werdn leiser, damit sie noch was hören. Samantha und ich gehen die Treppe runter zu unseren Leute. Heinz filmt uns die ganze Zeit. Bei unserer Gruppe bringen wir das Stück zu Ende. Im Zelt bricht ein super toller Beifall aus. Teilweise trampeln welche mit den Beinen. "Puh, Gottseidank, gut gegangen", sagt Samantha trocken und erleichtert. Ich nehme sie erstmal kräftig in den Arm. "Danke", sage ich "das war richtig toll." "Ich danke Dir auch", sagt Samantha. Heinz steht bei Frank, sein Handy halten sie an das Mikro. Gavin bedankt sich sichtlich gerührt, teils auf Deutsch, teils auf Englisch für den Vortrag. Im Zelt gibt es dafür nochmal ein kräftigen Applaus. Samantha und ich stehen noch eine Weile bei Heinz und unterhalten uns noch kurz mit Gavin und Gordon, ohne das es über das Mikro geht. Samantha erzählt den beiden, dass sie halbe Schottin ist, was bei den beiden zu erstaunen führt. Zum Schluss bekommen wir dann glatt noch eine Einladung, wenn wir uns denn mal nach Schottland verirren sollten. Dann verabschieden wir uns. So richtig zur Ruhe kommen wir nach dieser Nummer natürlich nicht, weil dauernd irgendwer kommt und eine Frage dazu hat. Cordula hat schon etliche Anfragen bekommen. Antje steht am Tresen und grinst uns an. "Du freust dich so", sage ich erfreut zu ihr. "Ich habe euren Aufritt mitgefilmt und Kristin geschickt", sagt Antje lachend und zeigt mit dann ihr Handy mit dir Antwort von Kristin. "Oh mein Gott, wie geil, jetzt kann ich die ganze Nacht nicht schlafen!" steht da. "I-hi", sage ich. Samantha und ich packen unsere Dudelsäcke wieder ein. Die Jungs machen sich bereit für die nächste Runde. Ich habe erstmal eine Pause und geh zu Sandra. "Ich muss erstmal mal wieder mein Mädchen in den Arm nehmen", sage ich flaxend zu ihr und lege meinen Arm um ihre Hüfte. Sie strahlt mich an und gibt mir einen dicken Kuss. "Ich bin gerne dein Mädchen", sagt Sandra dann leise in mein Ohr.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
-
Stephanie
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1461
- Registriert: Mo 31. Mär 2014, 18:05
- Geschlecht: m/w/d
- Pronomen: Gute Frage...
- Wohnort (Name): Meine
- Forum-Galerie: gallery/album/93
- Hat sich bedankt: 33 Mal
- Danksagung erhalten: 175 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Blutengel
Auftritt Teil 4
Die Jungs auf der Bühne legen erstmal eine 70er Jahre Schlagerrunde auf. Im Zelt und auf der Tanzfläche ist der Teufel los. Die Leute gehen voll ab. Ein Herr und zwei Polizisten stehen bei Cordula und Samantha. Artur steht auch dabei. Cordula winkt mich ran. Mit gemischten Gefühlen gehe ich hin. Cordula sieht das. "Nichts schlimmes, Steffi", sagt sie lächelnd. Der Herr stellt sich als Mitarbeiter des Ordnungsamts vor, was mich erstaunt, weil das für die Uhrzeit eigentlich ungewöhnlich ist. Es ist kurz nach ein Uhr nachts. Bis zwei Uhr dürfen wir spielen. "Wir haben die Zeit um eine Stunde verlängert", sagt der Herr, "Sie können bis maximal drei Uhr spielen." Ich schaue erstaunt. "Wie reagieren denn die Anwohner darauf?" frage ich immer noch erstaunt, weil der Festplatz mitten im Ort liegt. "Das haben wir gecheckt", sagt einer der Polizisten, "die meisten sind eh hier." "Unglaublich", bemerke ich. "Ja, so ein Fest haben wir lange nicht mehr erlebt", sagt der andere Polizist lächelnd. "Na gut, dann zieht bei uns der "Plan B"", sage ich dann. "Ich funke das mal zu den Jungs hoch", sagt Samantha grinsend, was mich etwas erstaunt. Samantha macht sich durch dezentes winken aufmerksam, was Carlos gleich sieht. Dann macht Samantha per Gebärdensprache Carlos klar, was wir eben erfahren haben. "Das ist ja cool", sagt Sandra. "Ja, Carlos"˜ Mutter ist gehörlos, deswegen habe ich mir das beibringen lassen", antwortet Samantha. "Toll", bemerke ich begeistert. Nach dem Musikstück antwortet Carlos dann. Samantha grinst und spricht mich dann an: "Er fragt, ob Du das letzte Lied der Runde singen kannst?" "Und das wäre?" frage ich überrascht, weil ich in der Runde keinen Gesangspart habe. "Er gehört zu mir von Marianne Rosenberg", sagt Samantha grinsend. Ich muss lachen. Zwischendrin haben das immer mal ein paar Leute reingerufen. "Ja los, mache ich", antworte ich grinsend. Samantha gibt das so zu Carlos durch, der gibt das auch gleich weiter an die Jungs. Die grinsen mir natürlich zu. Sie spielen dann "Sieben Fässer Wein" von Roland Kaiser, was auch richtig gut ankommt. Kurz bevor sie das Stück zu Ende bringen, gehe ich schon mal vor die Bühne. Irgendwer ruft aus dem Publikum: "Er gehört zu mir!" Ich lasse mir von Alex mein Mikro runtergeben. Dann frage ich: "Wer hat das eben gerufen?" Keine Antwort. "Wenn er nicht antwortet, dann verpetzt ihn bitte", sage ich grinsend. Ein paar Frauen deuten dann auf einen Typen. "So, du hast es so gewollt", sage ich flaxend und die Jungs steigen mit dem Lied ein. Ich fange dann an zu singen, gehe zu dem Typen hin und umgarne ihn. Dem ist es etwas unangenehm, zumal ich auch wieder eine gewisse Erotik dabei ausstrahle. Zwischendrin lasse ich die Zuschauer natürlich beim "na na na na na" und beim "uh-uh-hu" mit singen, in dem ich das Mikro hochhalte. Dementsprechend Stimmung ist natürlich wieder im Zelt. Zum Schluss des Liedes heben mich dann auch noch vier Leute hoch und halten mich so. Beim Schlussakkord lassen sie mich wieder runter. Dafür bekommen sie alle ein Küsschen auf die Wange. "Hui, danke", sagt dann einer und gibt mir einen leichten Klaps auf den Hintern. Ich lege meinen Kopf schief, lächele und zwinkere ihm zu. Dann gehe ich wieder vor die Bühne. "Ja, da muss man schon auf einiges gefasst sein, wenn man unsere Steffi fordert", sagt Carlos dann ganz trocken über das Mikro zu dem Typen, der das Lied forderte. Der wird etwas rot im Gesicht. Alex kündigt eine kurze Pause an. Dann kommen die Jungs runter. Einer nach dem anderen drückt mich. "Du machst aber auch allen Blödsinn mit, was?" flaxt Tom. "Och!" sage ich nur grinsend.
"Du bist aber mit der Zeit ziemlich tabulos geworden", sagt Sandra lächelnd zu mir, "da werden einige Herren aber ein feuchte Nacht haben." Ich schaue sie erstaunt an. Sandra lächelt immer noch. "Wenn Du das so von hier aus beobachtest, dann sieht man schon erstaunliches", sagt sie dann noch. "Na gut, wenn Du das sagst", sage ich etwas vorsichtig. "Ist alles gut", sagt Sandra und küsst mich innig, "mich macht das ja auch an." "Äh, tse", sage ich. Cordula und Samantha klären die Jungs noch mal genauer über das Gespräch mit dem Herrn vom Ordnungsamt auf. "Dann wäre wohl "Plan B" dran", sagt Micha. "Plan B" heißt, wir würden durchgehend mindestens eine Stunde spielen, mit verminderter Besetzung. Ein bis zwei Bandmitglieder sind dann draußen, haben Pause. Musikalisch ist jetzt NDW dran, das ist problemlos möglich. Allerdings würden Tom und Micha erstmal pausieren, was bedeutet, dass beide Schlagzeuger draußen sind. "Steffi? "Kannst Du das machen", fragt Micha. Wir hatten das ziemlich am Anfang unserer Übungszeit mal geprobt. "Das kriege ich hin", antworte ich. "Ich schaue mal, ob ich Toms Prompter zum laufen kriege", flaxt Frank, "das ist noch einer mit Röhren." "Ey Du!" regt sich Tom gespielt auf, "nur weil ich da nicht draufgucke, weil ich das alles auswendig kann." "Bist halt ein guter", sage ich zu Tom und geben ihm ein dicken Schmatzer auf die Wange. Tom wird sofort knallrot im Gesicht, was bei Antje und den anderen Mädels zur Erheiterung führt. "Ihr macht mich fertig", sagt Tom dann noch. "Is"˜ aber auch mal schön, wenn auch mal wer anders rot wird", feixe ich. "Steffi!", rüffelt Tom. Ich lächele süffisant. "Kannst Du Schlagzeugnoten?" fragt mich Frank. "Ja, kann ich", antworte ich. "Wir müssen uns nach dem Auftritt aber mal ganz genau unterhalten", sagt Tom dann grinsend zu mir, "Du scheinst ja noch mehr zu können, als Du bisher zugegeben hast." "I-hi!" sage ich nur. Dann schauen wir auf die Liste mit den Stücken. "Wollen wir "Eiszeit" von Ideal aus der Reihenfolge nehmen und dann spielen, wenn Tom wieder am Schlagzeug sitzt", fragt Alex. "Nöö, das können wir alles so lassen", antworte ich. Tom nimmt mich in den Arm und gibt mir einen dicken Kuss auf die Wange. "Bist halt "˜ne Gute", sagt er dann grinsend. Und "wumms" haut mir die Röte ins Gesicht. "Retoure", sagt Tom grinsend. Und die Mädels kommen aus dem gackern gar nicht mehr raus. "Menno!" sage ich und stampfe mit den Fuss auf. "Dann ab auf die Bühne mit uns", sagt Carlos lachend. Samantha gibt Carlos einen leichten Klaps auf den Hintern. "Du gefällst mir heute aber auch besonders", sagt sie grinsend. Damit hat er wohl gar nicht gerechnet und wird auch leicht rot im Gesicht. "Wie niedlich", kommentiere ich. "Hihi", sagt Samantha. "Wir sind schon eine sau-geile Truppe", sagt Alex dann noch. Anschließend gehen er Frank, Carlos und ich auf die Bühne. Ein Applaus begleitet uns dabei.
"Seid ihr noch fit?" fragt Alex die Leute. "Jaha!" tönt es zurück. "OK, dann machen wir euch jetzt etwas lang", sagt Alex weiter. Und erklärt noch kurz, was auf die Leute zukommt. Die spenden einen großen Beifall. Ich habe mich zwischenzeitlich ans Schlagzeug gesetzt und gemerkt, dass der Unterrock etwas stört. "Sekunde noch", sage ich, stehe wieder auf und ziehe mir galant den Unterrock unterm Kleid raus. Riesen Gejohle deswegen im Zelt. Sandra kommt an die Bühne und nimmt den Unterrock an. Sie hat ein Mega-Grinsen im Gesicht. "Boah, Stefanie", sagt sie lachend. Die Leute im Zelt jubeln immer noch, auch die Jungs grinsen. Ich gehe zu Alex ans Mikro. "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt", singe ich mit einer samtig-dunklen Stimme. Im Zelt bricht wieder ein Jubeln und Gejohle aus. "Wuhu", sagen die Jungs. Ich gehe wieder ans Schlagzeug und setze mich. "Dann machen wir doch schlüpfrig weiter", sagt Frank. Er und ich stimmen "Skandal im Sperrbezirk" an. Dann steigen die anderen beiden mit ein. Die Leute strömen auf die Tanzfläche. Lukas geht mit Sandra tanzen. Antje zieht Tom auf die Fläche. Der ziert sich etwas, was uns auf der Bühne nicht entgeht. Tom schaut zu uns. Ich zwinkere ihm zu und nicke aufmunternd mit dem Kopf. Dann taut er recht schnell auf. Micha und Cordula sind auch auf der Fläche. Roger hat Samantha aufgefordert. Die beiden legen eine flotte Sohle aufs Parkett. Auch Susanne sehe ich, allerdings hat sie jetzt jemanden anderen, als den Typen von vorhin. Frank hat den Gesangspart. Alex und Carlos toben nebeneinander über die Bühne. Etwas erstaunt bin ich grade über Carlos. Auch Samantha hat das bemerkt und staunt. "Ich will Spaß" ist das nächste Stück, was auch Frank singt, mit einer ziemlich schrillen Stimme, die dem Original sehr nahe kommt. Von Hubert Kah spielen wir dann "Rosemarie". Die Fläche ist immer noch brechend voll, die Leute singen begeistert mit. Dann bringen wir "Eiszeit" vom Ideal. Ich singe das und spiele weiter Schlagzeug, was mir auch gut gelingt. Zwischendrin sehe ich Tom staunend in meine Richtung schauen. Als nächstes kommt der "goldene Reiter" vom Joachim Witt. Micha kommt mit der zweiten Gitarre wieder dazu. Die Leute auf der Fläche scheinen gar nicht müde zu werden. Also legen wir noch "Flieger, grüß mir die Sonne" auf.
Jetzt gehen die ersten dann doch von der Fläche. Wir wechseln auf der Bühne auch. Carlos und Alex gehen herunter. Ich hatte die ganze Zeit in Toms Equipment in einer Box neben dem Schlagzeug eine Triangel gesehen. Da Tom noch mit Antje am Schmusen ist, nehme ich mir die Triangel und gehe zum Bühnenrand an mein Mikro. "Hat jemand zufälligerweise eine Axt dabei?" frage ich trocken. "Nee", kommt es aus dem Publikum zurück. Ich höre Artur: "Ich hätte hier so einen Zimmermannshammer", sagt er und zeigt ihn hoch. "Her damit", sage ich lachend. "Ich glaube ich weiß was sie vorhat", sagt Frank hinter mir zu Micha. "Au ja", sagt der nur. Ich bekomme den Hammer auf die Bühne gereicht. Ich drehe mich zu Micha und Frank. "Trio?" frage ich nur. "Los Steffi", sagt Micha. Ich gehe an mein Mikro. "Bommerlunder ist alle?" frage ich. "Fast!" rufen einige zurück. Als nächstes singe ich: "Triii-oo!" und die Zuschauer antworten: "Trii-ii-ii-ooh!" Dann schlage ich auf der Triangel mit dem Hammer einen Ton an und fange an zu singen: "Wir sitzen im Rasthof, bestellen uns noch "˜ne Runde"¦" Beim Refrain, "Bommerlunder and we wanna go home" gröhlt das ganze Zelt mit. Zum Schluss wechsle ich wieder ans Schlagzeug und wir spielen das Stück dann mit ordentlich Wumms zu Ende. "Los Steffi, Anna hinterher", sagt Micha. Und schon leite ich es mit dem Trommelwirbel ein. Micha rockt an der Gitarre. Frank singt. Mitten im Stück bitte er uns, leiser zu spielen. Dann fragt er die Leute: "Wie heißt unsere Schlagzeugerin?" "Steffi", gröhlen die zurück. Also singt Frank: "Steffi, Steffi"¦" Dann hält er das Mikro zu den Zuschauern und die singen: "Lass mich rein, lass mich raus"¦" Das Gleiche macht er mit Micha, dann geht er ins Publikum und spricht den ersten den er trifft an: "Hallo, Du heißt?" "Günther", antwortet der. Das gleiche Spiel wieder, Frank singt zweimal Günther und lässt dann die Zuschauer "Lass mich rein, lass mich raus" singen. Das macht Frank dann noch mit einigen Leuten, dann gibt er uns ein Zeichen, dass wir wieder aufdrehen. Micha legt dann noch ein ordentliches Solo auf der Gitarre hin. Nach dem Stück bekommen wir einen heftigen Applaus mit ordentlich Gejohle. Jetzt spielen wir drei noch "ein Kompliment" von den Sportfreunden Stiller, wobei wir das einfach ohne Bass spielen, was aber keinen so richtig stört.
Jetzt geht Frank von der Bühne, dafür kommen Tom und Alex hoch. "Steffi, das war super", sagt Tom zu mir, bevor er ans Schlagzeug geht. Ich zwinkere ihm zu und sage: "Danke!" Alex spielt jetzt Bass. Von Sandra kriege ich den Unterrock wieder und ziehe ihn von einigem Gejubel ebenso galant unter, wie ich ihn ausgezogen hatte. "Aber sehr züchtig ist sie dabei", flaxt Alex. Ich hole mir meine neue E-Gitarre und schaue dabei zu Sandra. Die zeigt mir den Daumen hoch. Unten vor der Bühne hört man jemanden zu seiner Partnerin sagen: "Schau mal, die Dame überlässt nichts dem Zufall, selbst die Gitarre passt super zum Kleid." Seine Partnerin scheint etwas angesäuert zu sein. "Achte mal lieber auf mich", antwortet sie schnippisch. Ich grinse in mich hinein. Wir spielen jetzt 70er Jahre Rock, u.a. von Sweet, Gary Glitter, Status Quo. Auch hier ist die Tanzfläche voll. Als nächstes spielen wir Simple Minds und U2. Von U2 ist es "where the streets have no names", was mir wieder mal einen Schauer über den Rücken jagt. Bei "Road to nowhere" von den Talking Heads Spiele ich den Bass, weil Alex an die Keyboards geht. Ich singe das Stück dann auch, eben weil ich Fan von der Gruppe bin, insbesondere vom Sänger David Byrne. Die Gestik und Mimik von ihm mache ich zu gerne nach. Ein Bekannter meiner Frau schaut ziemlich erstaunt und verblüfft zu. Im Abstand von einigen Liedern kommen dann auch Frank und Carlos wieder hoch. Um kurz vor halb drei beschließen wir den Marathon mit "She Bop" von Cindy Lauper, bei dem ich nochmal ordentlich abgehe. Als wir die letzte Pause ankündigen, sind uns auch einige Leute dankbar. "Ich bin ja ganz schön kaputtgetanzt", sagt eine Frau grinsend zu mir, als ich von der Bühne komme, "das ist wirklich ganz große Klasse, was ihr hier macht." "Vielen lieben Dank", sage ich, "wir geben uns auch größte Mühe." "Aber den Spaß sieht man euch auch an", sagt sie noch. Ich lächele ihr zu.
"Wir sind ja gut durchgekommen", sagt Micha, "ich überlege, ob wir als Rausschmeißer "Sultans of Swing" spielen könnten. Das haben wir früher gerne gemacht. Da kommt noch mal zu Abschluss ordentlich Stimmung auf." Ich schlürfe grade ein alkoholfreies Alster und schaue Micha mit einem verschmitzten Blick unter den Augenbrauen durch an. "Oh menno, Stefanie, wie du schon wieder guckst", sagt Sandra aufgeregt, "dieser unschuldige Blick immer." "Damit mache ich sie im Schlafzimmer immer willig", feixe ich. Als Antwort bekomme ich wieder einen dieser kampflos machenden Küsse von Sandra. Danach kuschelt sie sich an meine Schulter. "War aber auch ein anstrengender Tag heute", sagt sie dann leise in mein Ohr. Ich drücke sie ein bisschen stärker heran. "Was meinst Du, Steffi?" fragt Micha, "Du hast zu Anfang mal gesagt, dass Du Sultans of Swing kannst." "Wie jetzt, den Mark Knopfler-Part?" frage ich dagegen. Micha nickt. "Hm, mit Gesangs-Part?" frage ich weiter. "Genau", sagt Micha dann. "Ok, ich würde es nur ein klein bisschen höher singen", sage ich weiter. "Das wäre ja cool," sagt Micha dann noch. Ich schaue auf die Uhr. "Zeitlich würde dann als allerletzter rausschmeiße "Going Home", auch von Mark Knopfler, noch passen", bemerke ich. "Kannst Du das auch?" fragt Alex staunend. "Joa, ich denke schon", antworte ich, "dann hätten wir auch noch mal einen schönen Saxophon-Part zum Schluss." "Au ja", freut sich Carlos. "Das machen wir so", sagt Micha. Wir trinken unsere Getränke aus und machen uns das letzte Mal auf den Weg zur Bühne. Micha kündigt an, das die letzten beiden Lieder anstehen. "Das nächste von den Dire Straits haben wir immer wieder sehr gerne hier gespielt", sagt Micha, "wir haben Steffi überredet, das zu singen. Wir sind heute das erste Mal alle zusammen aufgetreten und finden, dass Steffi hier einen richtig geilen Job gemacht hat." Die Jungs stimmen begeistert zu, während ich mal wieder, na? "¦ knallerot werde. Auch die Leute im Zelt geben begeistert Zuspruch. Ich schaue zu Tom. Der klackt den Takt an, dann legen wir los. Die Tanzfläche füllt sich wieder recht schnell. Die Leute tanzen zu zweit oder viele auch alleine. Meine Gattin zieht ihren Lover wieder auf die Tanzfläche, der ziert sich wieder etwas. Weil der irgendwie nicht klarkommt und die Fläche wieder verlässt, tanzt meine Gattin mit ihren Freundinnen ausgelassen. Sandra gesellt sich einfach dazu und wird auch gleich angelächelt. Auch Susanne kommt dazu, wieder alleine. Bei den Solos im Lied halte ich mich zwar an das Original, aber improvisiere und jamme mit Micha. Der schaut immer wieder staunend auf meine Spielweise. Mit dem Daumen stütze ich mich am mittleren Tonabnehmer ab, mit den anderen vier Fingern spiele ich die Saiten an. "Ja, Mark Knopfler macht das noch anders", sage ich grinsend zu Micha, dann muss ich schnelle wieder an Mikro. Einmal noch Gesang, dann geht es wieder in ein Gitarrensolo. Micha ist wieder am Staunen. Dann bringen wir das Stück zu Ende. In den Zuschauern sehe ich auch ein paar Freunde von früher, mit denen ich auch oft mal zusammen gespielt habe. Die schauen jetzt auch staunend bis begeistert.
Alex übernimmt jetzt den Bass von Carlos, der nimmt sein Saxophon. Ich stimme noch mal meine Gitarre nach. Währenddessen spielt Frank schon mal den Keybord-Part zum Einstimmen. Sandra schaut ganz gespannt. Ich fange an die Gitarre zu spielen. Frank spielt leise im Hintergrund. Die Leute auf der Tanzfläche swingen langsam mit. Einige Paare schmusen. Als ich das erste Mal das Thema spiele, wiederholt Carlos das auf dem Sax. Kurz danach steigt Tom langsam mit den Drums ein. Carlos und ich spielen dann die Melodie im Duett und stehen dabei dicht nebeneinander. Begeistert und ausgelassen tanzen und swingen die Leute im Zelt. Ich schaue zu Micha, der lächelt auch begeistert. Dann stellt er sich zu uns. Alex kommt auch zu uns. "Das ist ja total geil hier grade", sagt Micha im mein Ohr. Ich lächele ihn an. So langsam bringen wir das Stück zu Ende. Carlos beendet es mit seinen Sax. Es gibt wieder einen Wahnsinns-Applaus. Tom und Frank kommen zu uns nach vorne. Wir nehmen uns an der Hand und heben sie nach oben. "Verbeugung!" sagt Carlos. Gleichzeitig tun wir das. Und nochmal, und nochmal. Die Leute klatschen begeistert weiter. Also nochmal verbeugen. Ich ziehe das Mikro vor mir ran. "Vielen lieben Dank", sage ich in die tobende Menge. Ein wenig beruhigen sie sich. "Danke, das wir auch dieses Jahr hier spielen durften", sage ich weiter, "danke, danke, danke." Und wir verbeugen uns nochmal. "Wir sehen uns bestimmt nächstes Jahr wieder", sagt Frank dann noch. Die Leutchen klatschen immer noch. Der Vorsitzende des Schützenvereins kommt auf die Bühne, dabei hat er ein schönen Blumenstrauß. Er lächelt uns an und geht dann an das Mikro. Es wird etwas ruhiger. "Wenn es nach mir ginge, könntet ihr bis zum Katerfrühstück und darüber hinaus weiterspielen", sagt er. Wieder toben die Leute los. Weiter machen dürfen wir aber nicht, wir hatten ja schon unerwartet eine Verlängerung bekommen. Dann bedankt der Vorsitzende sich bei den Leuten und dann bei uns. "So etwas wie heute habe ich lange nicht mehr erlebt", sagt er erfreut, "von Anfang bis Ende nur gute Laune und das Zelt brechend voll, dank euch, das war echt super." "Danke schön", sage wir im Chor. Dann bekomme ich noch unter Beifall den Blumenstrauß überreicht. Zu Dank drücke ich den Vorsitzenden und gebe ihm einen Kuss auf die Wange, so dass sich der Lippenstift abzeichnet. Wieder große Begeisterung. Wir verbeugen uns nochmal. Dann gehen wir so langsam von der Bühne. Unten nimmt mich Sandra gleich in die Arme. "Toll meine Süße", sagt sie. Ich drücke sie ordentlich. "Nur für Dich", sage ich leise in ihr Ohr. "Ach Du", sagt sie dann mit feuchten Augen. "Jetzt noch mal den Durst löschen und dann abbauen", sagt Tom. "genauso", sage ich grinsend.
Meine Gattin kommt mit zwei Freundinnen zu uns. Die drei bedanken sich begeistert bei uns, was mich immer noch wegen ihr erstaunt. Aber ich nehme den Dank trotzdem an. Dann spricht sie mich direkt an: "Die Mädels haben unabhängig voneinander gefragt, ob Du sie erst um Eins abholen kannst." "Würde mir entgegen kommen", antworte ich. "Eine Stunde länger schlafen wäre mir auch recht", sagt Tom, der das Gespräch mitbekommen hat. Recht schnell einigen wir uns drauf, um 14:00 erst mit dem Ausladen anzufangen. "Dann kannst Du den Mädels das so schreiben", sage ich, "sind die etwa noch wach?" "Anscheinend", sagt meine Gattin, "war ja auch ein aufregender Abend für sie." Ich habe die ganze Zeit Sandra im Arm. Sie legt immer wieder ihren Kopf auf meine Schulter. "Na, müde?" frage ich. "Ja", sagt sie leise. "Dann setz dich doch einfach schon mal in mein Auto", sage ich. "Ich wollte eigentlich noch beim abbauen helfen", sagt sie. "Hey, Du hast heute eine Menge gemacht um den Auftritt herum", sage ich. "OK", sagt Sandra leise, "bringst Du mich hin?" "Gerne", antworte ich lächelnd. Sandra hakt sich bei mir ein. Hinter der Bühne wechsele ich noch mal die Schuhe, ich tausche die Pumps gegen die blauen Ballerinas. "Hast ja lange mit den Pumps ausgehalten", sagt Sandra. Ich nehme schon mal meine Sachen, dann gehen wir raus zum Auto. Das steht hinter dem Festzelt, etwas weiter weg vom Sprinter. Sandra setzt sich ins Auto. "Danke mein süßer Steffi-Engel", sagt sie leicht erschöpft. Ich gebe ihr noch ein leichtes Küsschen. Dann schließe ich vorsichtig die Autotür. Anschließend gehe ich ins Zelt zurück. Die Jungs sind schon dabei, alle Kabel zu trennen. Die ersten Teile bringe ich mit Antje, Roger und Lukas in den Sprinter. Da stehen Samantha und Cordula und passen auf, das niemand sich an unseren Sachen bedient. Nach einer halben Stunde ist alles abgebaut, zusammen bringen wir die restlichen Teile zum Sprinter. "Passt immer noch alles rein", flaxt Tom, "und ist nicht mehr geworden."
Einmal gehen wir noch rein und schauen, ob wir nichts vergessen haben. Dann gehen wir zu Artur, um uns auch vom ihm nochmal zu verabschieden. Der grinst uns an, als wir uns nähern. "Ich musste noch mal nachordern", sagt er, "das Bier geht heute weg, wie geschnitten Brot. Ist auch für das Katerfrühstück nachher." Im Hintergrund geht grade der Lieferant der Brauerei durch und bringt mit einer Karre zwei Fässer rein. "Ihr habt mir ja einen ordentlichen Umsatz verschafft", sagt Artur dann noch und drückt Samantha eine Umschlag in die Hand. "Das wär doch nicht nötig gewesen", sagt Samantha, als sie hineinschaut. "Doch, doch", ist OK so", sagt Artur. "Nochmal Danke", sagt Samantha dann. "So, wir machen uns dann auf den Weg", sagt Micha. "Viel Spaß noch", wünscht Tom. Einige vom Vorstand des Schützenvereins sind auch grader da. "Ihr kommt dann nächstes Jahr wieder?" fragt einer. "So wie es im Moment aussieht, ja", antwortet Samantha lächelnd. "Das wäre wirklich toll", sagt der wieder, "ein paar Leute haben schon gefragt." Dann sagen wir noch mal Tschüss und gehen dann zu unseren Autos. Tom und Antje fahren wieder den Sprinter. "Den könnt ihr am besten in die große Halle fahren, das Tor neben dem Büro", sage ich, "da steht er sicher und versichert ist er mit Inhalt auch." "OK, machen wir", sagt Antje. "Bis nachher dann", sage ich grinsend. "Jau, bis dann", sagen die anderen. Ich gehe zu meinem Auto. Vorsichtig öffne ich die Fahrertür. Sandra hat die Sitzlehne runtergekurbelt und ist friedlich am Schlummern. Total süß sieht sie aus. Ich starte mein Auto. Nacheinander fahren wir vom Platz. Ich fahre eine Zeitlang hinter dem Sprinter auf der Stadtautobahn her, dann nehme ich die Ausfahrt, um zu Sandras Haus zu kommen. Per Lichthupe verabschiede ich mich. Bald komme ich vor Sandras Haus an. Sandra hat die ganze Fahrt verschlafen und ist immer noch fest am Schlafen. Ich gehe zur Haustür und schließe sie auf. Das Gleiche mache ich mit der Wohnungstür. Dann gehe ich zum Auto, schnalle Sandra ab und nehme sie auf den Arm. "Hm, mhh", sagt sie im Schlaf. Die Tür vom Auto mache ich vorsichtig mit dem Fuß zu. Den Autoschlüssel habe ich in der Hand und verriegele das Auto. Dann gehe ich rein. Auch die Haus- und Wohnungstür schließe ich vorsichtig mit dem Fuß. Dann gehe ich ins Schlafzimmer und lege das schlummernde Engelchen auf das Bett. Im Schlaf kuschelt sich Sandra leicht ein. Ich gehe schnell ins Badezimmer und ziehe mein Kleid aus und mache mich bettfertig. Als ich ins Schlafzimmer zurückkommen, ist Sandra wachgeworden. Schlaftrunken hat sie ihr Kleid ausgezogen. Ich lege mich neben sie. Sofort kuschelt sie sich heran und legt ihren Kopf auf meine Schulter. "Stefanie, ich wäre jetzt gerne das Engelchen, von dem Du vorhin sprachst", sagt sie völlig müde, "ich bin aber so kaputt. Ich möchte dich aber auch nicht enttäuschen." "He Du süßer Engel, Du solltest Dich mal sehen, wie süß und niedlich Du aussiehst", sage ich lächelnd, "eben ein richtiger Engel im Bett." Sandra schaut mich kurz an. "Ach Stefanie, das dauert bestimmt noch ein bisschen, bis ich dich richtig verstehe", sagt Sandra lächelnd. Dann legt sie ihren Kopf wieder auf meine Schulter. "Schlaf schön, Engelchen", sage ich zu ihr. Sandra macht noch kurz "mhh" und ist schon wieder eingeschlafen. Ich mache noch das Licht aus und schlafe danach auch recht schnell ein.
Die Jungs auf der Bühne legen erstmal eine 70er Jahre Schlagerrunde auf. Im Zelt und auf der Tanzfläche ist der Teufel los. Die Leute gehen voll ab. Ein Herr und zwei Polizisten stehen bei Cordula und Samantha. Artur steht auch dabei. Cordula winkt mich ran. Mit gemischten Gefühlen gehe ich hin. Cordula sieht das. "Nichts schlimmes, Steffi", sagt sie lächelnd. Der Herr stellt sich als Mitarbeiter des Ordnungsamts vor, was mich erstaunt, weil das für die Uhrzeit eigentlich ungewöhnlich ist. Es ist kurz nach ein Uhr nachts. Bis zwei Uhr dürfen wir spielen. "Wir haben die Zeit um eine Stunde verlängert", sagt der Herr, "Sie können bis maximal drei Uhr spielen." Ich schaue erstaunt. "Wie reagieren denn die Anwohner darauf?" frage ich immer noch erstaunt, weil der Festplatz mitten im Ort liegt. "Das haben wir gecheckt", sagt einer der Polizisten, "die meisten sind eh hier." "Unglaublich", bemerke ich. "Ja, so ein Fest haben wir lange nicht mehr erlebt", sagt der andere Polizist lächelnd. "Na gut, dann zieht bei uns der "Plan B"", sage ich dann. "Ich funke das mal zu den Jungs hoch", sagt Samantha grinsend, was mich etwas erstaunt. Samantha macht sich durch dezentes winken aufmerksam, was Carlos gleich sieht. Dann macht Samantha per Gebärdensprache Carlos klar, was wir eben erfahren haben. "Das ist ja cool", sagt Sandra. "Ja, Carlos"˜ Mutter ist gehörlos, deswegen habe ich mir das beibringen lassen", antwortet Samantha. "Toll", bemerke ich begeistert. Nach dem Musikstück antwortet Carlos dann. Samantha grinst und spricht mich dann an: "Er fragt, ob Du das letzte Lied der Runde singen kannst?" "Und das wäre?" frage ich überrascht, weil ich in der Runde keinen Gesangspart habe. "Er gehört zu mir von Marianne Rosenberg", sagt Samantha grinsend. Ich muss lachen. Zwischendrin haben das immer mal ein paar Leute reingerufen. "Ja los, mache ich", antworte ich grinsend. Samantha gibt das so zu Carlos durch, der gibt das auch gleich weiter an die Jungs. Die grinsen mir natürlich zu. Sie spielen dann "Sieben Fässer Wein" von Roland Kaiser, was auch richtig gut ankommt. Kurz bevor sie das Stück zu Ende bringen, gehe ich schon mal vor die Bühne. Irgendwer ruft aus dem Publikum: "Er gehört zu mir!" Ich lasse mir von Alex mein Mikro runtergeben. Dann frage ich: "Wer hat das eben gerufen?" Keine Antwort. "Wenn er nicht antwortet, dann verpetzt ihn bitte", sage ich grinsend. Ein paar Frauen deuten dann auf einen Typen. "So, du hast es so gewollt", sage ich flaxend und die Jungs steigen mit dem Lied ein. Ich fange dann an zu singen, gehe zu dem Typen hin und umgarne ihn. Dem ist es etwas unangenehm, zumal ich auch wieder eine gewisse Erotik dabei ausstrahle. Zwischendrin lasse ich die Zuschauer natürlich beim "na na na na na" und beim "uh-uh-hu" mit singen, in dem ich das Mikro hochhalte. Dementsprechend Stimmung ist natürlich wieder im Zelt. Zum Schluss des Liedes heben mich dann auch noch vier Leute hoch und halten mich so. Beim Schlussakkord lassen sie mich wieder runter. Dafür bekommen sie alle ein Küsschen auf die Wange. "Hui, danke", sagt dann einer und gibt mir einen leichten Klaps auf den Hintern. Ich lege meinen Kopf schief, lächele und zwinkere ihm zu. Dann gehe ich wieder vor die Bühne. "Ja, da muss man schon auf einiges gefasst sein, wenn man unsere Steffi fordert", sagt Carlos dann ganz trocken über das Mikro zu dem Typen, der das Lied forderte. Der wird etwas rot im Gesicht. Alex kündigt eine kurze Pause an. Dann kommen die Jungs runter. Einer nach dem anderen drückt mich. "Du machst aber auch allen Blödsinn mit, was?" flaxt Tom. "Och!" sage ich nur grinsend.
"Du bist aber mit der Zeit ziemlich tabulos geworden", sagt Sandra lächelnd zu mir, "da werden einige Herren aber ein feuchte Nacht haben." Ich schaue sie erstaunt an. Sandra lächelt immer noch. "Wenn Du das so von hier aus beobachtest, dann sieht man schon erstaunliches", sagt sie dann noch. "Na gut, wenn Du das sagst", sage ich etwas vorsichtig. "Ist alles gut", sagt Sandra und küsst mich innig, "mich macht das ja auch an." "Äh, tse", sage ich. Cordula und Samantha klären die Jungs noch mal genauer über das Gespräch mit dem Herrn vom Ordnungsamt auf. "Dann wäre wohl "Plan B" dran", sagt Micha. "Plan B" heißt, wir würden durchgehend mindestens eine Stunde spielen, mit verminderter Besetzung. Ein bis zwei Bandmitglieder sind dann draußen, haben Pause. Musikalisch ist jetzt NDW dran, das ist problemlos möglich. Allerdings würden Tom und Micha erstmal pausieren, was bedeutet, dass beide Schlagzeuger draußen sind. "Steffi? "Kannst Du das machen", fragt Micha. Wir hatten das ziemlich am Anfang unserer Übungszeit mal geprobt. "Das kriege ich hin", antworte ich. "Ich schaue mal, ob ich Toms Prompter zum laufen kriege", flaxt Frank, "das ist noch einer mit Röhren." "Ey Du!" regt sich Tom gespielt auf, "nur weil ich da nicht draufgucke, weil ich das alles auswendig kann." "Bist halt ein guter", sage ich zu Tom und geben ihm ein dicken Schmatzer auf die Wange. Tom wird sofort knallrot im Gesicht, was bei Antje und den anderen Mädels zur Erheiterung führt. "Ihr macht mich fertig", sagt Tom dann noch. "Is"˜ aber auch mal schön, wenn auch mal wer anders rot wird", feixe ich. "Steffi!", rüffelt Tom. Ich lächele süffisant. "Kannst Du Schlagzeugnoten?" fragt mich Frank. "Ja, kann ich", antworte ich. "Wir müssen uns nach dem Auftritt aber mal ganz genau unterhalten", sagt Tom dann grinsend zu mir, "Du scheinst ja noch mehr zu können, als Du bisher zugegeben hast." "I-hi!" sage ich nur. Dann schauen wir auf die Liste mit den Stücken. "Wollen wir "Eiszeit" von Ideal aus der Reihenfolge nehmen und dann spielen, wenn Tom wieder am Schlagzeug sitzt", fragt Alex. "Nöö, das können wir alles so lassen", antworte ich. Tom nimmt mich in den Arm und gibt mir einen dicken Kuss auf die Wange. "Bist halt "˜ne Gute", sagt er dann grinsend. Und "wumms" haut mir die Röte ins Gesicht. "Retoure", sagt Tom grinsend. Und die Mädels kommen aus dem gackern gar nicht mehr raus. "Menno!" sage ich und stampfe mit den Fuss auf. "Dann ab auf die Bühne mit uns", sagt Carlos lachend. Samantha gibt Carlos einen leichten Klaps auf den Hintern. "Du gefällst mir heute aber auch besonders", sagt sie grinsend. Damit hat er wohl gar nicht gerechnet und wird auch leicht rot im Gesicht. "Wie niedlich", kommentiere ich. "Hihi", sagt Samantha. "Wir sind schon eine sau-geile Truppe", sagt Alex dann noch. Anschließend gehen er Frank, Carlos und ich auf die Bühne. Ein Applaus begleitet uns dabei.
"Seid ihr noch fit?" fragt Alex die Leute. "Jaha!" tönt es zurück. "OK, dann machen wir euch jetzt etwas lang", sagt Alex weiter. Und erklärt noch kurz, was auf die Leute zukommt. Die spenden einen großen Beifall. Ich habe mich zwischenzeitlich ans Schlagzeug gesetzt und gemerkt, dass der Unterrock etwas stört. "Sekunde noch", sage ich, stehe wieder auf und ziehe mir galant den Unterrock unterm Kleid raus. Riesen Gejohle deswegen im Zelt. Sandra kommt an die Bühne und nimmt den Unterrock an. Sie hat ein Mega-Grinsen im Gesicht. "Boah, Stefanie", sagt sie lachend. Die Leute im Zelt jubeln immer noch, auch die Jungs grinsen. Ich gehe zu Alex ans Mikro. "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt", singe ich mit einer samtig-dunklen Stimme. Im Zelt bricht wieder ein Jubeln und Gejohle aus. "Wuhu", sagen die Jungs. Ich gehe wieder ans Schlagzeug und setze mich. "Dann machen wir doch schlüpfrig weiter", sagt Frank. Er und ich stimmen "Skandal im Sperrbezirk" an. Dann steigen die anderen beiden mit ein. Die Leute strömen auf die Tanzfläche. Lukas geht mit Sandra tanzen. Antje zieht Tom auf die Fläche. Der ziert sich etwas, was uns auf der Bühne nicht entgeht. Tom schaut zu uns. Ich zwinkere ihm zu und nicke aufmunternd mit dem Kopf. Dann taut er recht schnell auf. Micha und Cordula sind auch auf der Fläche. Roger hat Samantha aufgefordert. Die beiden legen eine flotte Sohle aufs Parkett. Auch Susanne sehe ich, allerdings hat sie jetzt jemanden anderen, als den Typen von vorhin. Frank hat den Gesangspart. Alex und Carlos toben nebeneinander über die Bühne. Etwas erstaunt bin ich grade über Carlos. Auch Samantha hat das bemerkt und staunt. "Ich will Spaß" ist das nächste Stück, was auch Frank singt, mit einer ziemlich schrillen Stimme, die dem Original sehr nahe kommt. Von Hubert Kah spielen wir dann "Rosemarie". Die Fläche ist immer noch brechend voll, die Leute singen begeistert mit. Dann bringen wir "Eiszeit" vom Ideal. Ich singe das und spiele weiter Schlagzeug, was mir auch gut gelingt. Zwischendrin sehe ich Tom staunend in meine Richtung schauen. Als nächstes kommt der "goldene Reiter" vom Joachim Witt. Micha kommt mit der zweiten Gitarre wieder dazu. Die Leute auf der Fläche scheinen gar nicht müde zu werden. Also legen wir noch "Flieger, grüß mir die Sonne" auf.
Jetzt gehen die ersten dann doch von der Fläche. Wir wechseln auf der Bühne auch. Carlos und Alex gehen herunter. Ich hatte die ganze Zeit in Toms Equipment in einer Box neben dem Schlagzeug eine Triangel gesehen. Da Tom noch mit Antje am Schmusen ist, nehme ich mir die Triangel und gehe zum Bühnenrand an mein Mikro. "Hat jemand zufälligerweise eine Axt dabei?" frage ich trocken. "Nee", kommt es aus dem Publikum zurück. Ich höre Artur: "Ich hätte hier so einen Zimmermannshammer", sagt er und zeigt ihn hoch. "Her damit", sage ich lachend. "Ich glaube ich weiß was sie vorhat", sagt Frank hinter mir zu Micha. "Au ja", sagt der nur. Ich bekomme den Hammer auf die Bühne gereicht. Ich drehe mich zu Micha und Frank. "Trio?" frage ich nur. "Los Steffi", sagt Micha. Ich gehe an mein Mikro. "Bommerlunder ist alle?" frage ich. "Fast!" rufen einige zurück. Als nächstes singe ich: "Triii-oo!" und die Zuschauer antworten: "Trii-ii-ii-ooh!" Dann schlage ich auf der Triangel mit dem Hammer einen Ton an und fange an zu singen: "Wir sitzen im Rasthof, bestellen uns noch "˜ne Runde"¦" Beim Refrain, "Bommerlunder and we wanna go home" gröhlt das ganze Zelt mit. Zum Schluss wechsle ich wieder ans Schlagzeug und wir spielen das Stück dann mit ordentlich Wumms zu Ende. "Los Steffi, Anna hinterher", sagt Micha. Und schon leite ich es mit dem Trommelwirbel ein. Micha rockt an der Gitarre. Frank singt. Mitten im Stück bitte er uns, leiser zu spielen. Dann fragt er die Leute: "Wie heißt unsere Schlagzeugerin?" "Steffi", gröhlen die zurück. Also singt Frank: "Steffi, Steffi"¦" Dann hält er das Mikro zu den Zuschauern und die singen: "Lass mich rein, lass mich raus"¦" Das Gleiche macht er mit Micha, dann geht er ins Publikum und spricht den ersten den er trifft an: "Hallo, Du heißt?" "Günther", antwortet der. Das gleiche Spiel wieder, Frank singt zweimal Günther und lässt dann die Zuschauer "Lass mich rein, lass mich raus" singen. Das macht Frank dann noch mit einigen Leuten, dann gibt er uns ein Zeichen, dass wir wieder aufdrehen. Micha legt dann noch ein ordentliches Solo auf der Gitarre hin. Nach dem Stück bekommen wir einen heftigen Applaus mit ordentlich Gejohle. Jetzt spielen wir drei noch "ein Kompliment" von den Sportfreunden Stiller, wobei wir das einfach ohne Bass spielen, was aber keinen so richtig stört.
Jetzt geht Frank von der Bühne, dafür kommen Tom und Alex hoch. "Steffi, das war super", sagt Tom zu mir, bevor er ans Schlagzeug geht. Ich zwinkere ihm zu und sage: "Danke!" Alex spielt jetzt Bass. Von Sandra kriege ich den Unterrock wieder und ziehe ihn von einigem Gejubel ebenso galant unter, wie ich ihn ausgezogen hatte. "Aber sehr züchtig ist sie dabei", flaxt Alex. Ich hole mir meine neue E-Gitarre und schaue dabei zu Sandra. Die zeigt mir den Daumen hoch. Unten vor der Bühne hört man jemanden zu seiner Partnerin sagen: "Schau mal, die Dame überlässt nichts dem Zufall, selbst die Gitarre passt super zum Kleid." Seine Partnerin scheint etwas angesäuert zu sein. "Achte mal lieber auf mich", antwortet sie schnippisch. Ich grinse in mich hinein. Wir spielen jetzt 70er Jahre Rock, u.a. von Sweet, Gary Glitter, Status Quo. Auch hier ist die Tanzfläche voll. Als nächstes spielen wir Simple Minds und U2. Von U2 ist es "where the streets have no names", was mir wieder mal einen Schauer über den Rücken jagt. Bei "Road to nowhere" von den Talking Heads Spiele ich den Bass, weil Alex an die Keyboards geht. Ich singe das Stück dann auch, eben weil ich Fan von der Gruppe bin, insbesondere vom Sänger David Byrne. Die Gestik und Mimik von ihm mache ich zu gerne nach. Ein Bekannter meiner Frau schaut ziemlich erstaunt und verblüfft zu. Im Abstand von einigen Liedern kommen dann auch Frank und Carlos wieder hoch. Um kurz vor halb drei beschließen wir den Marathon mit "She Bop" von Cindy Lauper, bei dem ich nochmal ordentlich abgehe. Als wir die letzte Pause ankündigen, sind uns auch einige Leute dankbar. "Ich bin ja ganz schön kaputtgetanzt", sagt eine Frau grinsend zu mir, als ich von der Bühne komme, "das ist wirklich ganz große Klasse, was ihr hier macht." "Vielen lieben Dank", sage ich, "wir geben uns auch größte Mühe." "Aber den Spaß sieht man euch auch an", sagt sie noch. Ich lächele ihr zu.
"Wir sind ja gut durchgekommen", sagt Micha, "ich überlege, ob wir als Rausschmeißer "Sultans of Swing" spielen könnten. Das haben wir früher gerne gemacht. Da kommt noch mal zu Abschluss ordentlich Stimmung auf." Ich schlürfe grade ein alkoholfreies Alster und schaue Micha mit einem verschmitzten Blick unter den Augenbrauen durch an. "Oh menno, Stefanie, wie du schon wieder guckst", sagt Sandra aufgeregt, "dieser unschuldige Blick immer." "Damit mache ich sie im Schlafzimmer immer willig", feixe ich. Als Antwort bekomme ich wieder einen dieser kampflos machenden Küsse von Sandra. Danach kuschelt sie sich an meine Schulter. "War aber auch ein anstrengender Tag heute", sagt sie dann leise in mein Ohr. Ich drücke sie ein bisschen stärker heran. "Was meinst Du, Steffi?" fragt Micha, "Du hast zu Anfang mal gesagt, dass Du Sultans of Swing kannst." "Wie jetzt, den Mark Knopfler-Part?" frage ich dagegen. Micha nickt. "Hm, mit Gesangs-Part?" frage ich weiter. "Genau", sagt Micha dann. "Ok, ich würde es nur ein klein bisschen höher singen", sage ich weiter. "Das wäre ja cool," sagt Micha dann noch. Ich schaue auf die Uhr. "Zeitlich würde dann als allerletzter rausschmeiße "Going Home", auch von Mark Knopfler, noch passen", bemerke ich. "Kannst Du das auch?" fragt Alex staunend. "Joa, ich denke schon", antworte ich, "dann hätten wir auch noch mal einen schönen Saxophon-Part zum Schluss." "Au ja", freut sich Carlos. "Das machen wir so", sagt Micha. Wir trinken unsere Getränke aus und machen uns das letzte Mal auf den Weg zur Bühne. Micha kündigt an, das die letzten beiden Lieder anstehen. "Das nächste von den Dire Straits haben wir immer wieder sehr gerne hier gespielt", sagt Micha, "wir haben Steffi überredet, das zu singen. Wir sind heute das erste Mal alle zusammen aufgetreten und finden, dass Steffi hier einen richtig geilen Job gemacht hat." Die Jungs stimmen begeistert zu, während ich mal wieder, na? "¦ knallerot werde. Auch die Leute im Zelt geben begeistert Zuspruch. Ich schaue zu Tom. Der klackt den Takt an, dann legen wir los. Die Tanzfläche füllt sich wieder recht schnell. Die Leute tanzen zu zweit oder viele auch alleine. Meine Gattin zieht ihren Lover wieder auf die Tanzfläche, der ziert sich wieder etwas. Weil der irgendwie nicht klarkommt und die Fläche wieder verlässt, tanzt meine Gattin mit ihren Freundinnen ausgelassen. Sandra gesellt sich einfach dazu und wird auch gleich angelächelt. Auch Susanne kommt dazu, wieder alleine. Bei den Solos im Lied halte ich mich zwar an das Original, aber improvisiere und jamme mit Micha. Der schaut immer wieder staunend auf meine Spielweise. Mit dem Daumen stütze ich mich am mittleren Tonabnehmer ab, mit den anderen vier Fingern spiele ich die Saiten an. "Ja, Mark Knopfler macht das noch anders", sage ich grinsend zu Micha, dann muss ich schnelle wieder an Mikro. Einmal noch Gesang, dann geht es wieder in ein Gitarrensolo. Micha ist wieder am Staunen. Dann bringen wir das Stück zu Ende. In den Zuschauern sehe ich auch ein paar Freunde von früher, mit denen ich auch oft mal zusammen gespielt habe. Die schauen jetzt auch staunend bis begeistert.
Alex übernimmt jetzt den Bass von Carlos, der nimmt sein Saxophon. Ich stimme noch mal meine Gitarre nach. Währenddessen spielt Frank schon mal den Keybord-Part zum Einstimmen. Sandra schaut ganz gespannt. Ich fange an die Gitarre zu spielen. Frank spielt leise im Hintergrund. Die Leute auf der Tanzfläche swingen langsam mit. Einige Paare schmusen. Als ich das erste Mal das Thema spiele, wiederholt Carlos das auf dem Sax. Kurz danach steigt Tom langsam mit den Drums ein. Carlos und ich spielen dann die Melodie im Duett und stehen dabei dicht nebeneinander. Begeistert und ausgelassen tanzen und swingen die Leute im Zelt. Ich schaue zu Micha, der lächelt auch begeistert. Dann stellt er sich zu uns. Alex kommt auch zu uns. "Das ist ja total geil hier grade", sagt Micha im mein Ohr. Ich lächele ihn an. So langsam bringen wir das Stück zu Ende. Carlos beendet es mit seinen Sax. Es gibt wieder einen Wahnsinns-Applaus. Tom und Frank kommen zu uns nach vorne. Wir nehmen uns an der Hand und heben sie nach oben. "Verbeugung!" sagt Carlos. Gleichzeitig tun wir das. Und nochmal, und nochmal. Die Leute klatschen begeistert weiter. Also nochmal verbeugen. Ich ziehe das Mikro vor mir ran. "Vielen lieben Dank", sage ich in die tobende Menge. Ein wenig beruhigen sie sich. "Danke, das wir auch dieses Jahr hier spielen durften", sage ich weiter, "danke, danke, danke." Und wir verbeugen uns nochmal. "Wir sehen uns bestimmt nächstes Jahr wieder", sagt Frank dann noch. Die Leutchen klatschen immer noch. Der Vorsitzende des Schützenvereins kommt auf die Bühne, dabei hat er ein schönen Blumenstrauß. Er lächelt uns an und geht dann an das Mikro. Es wird etwas ruhiger. "Wenn es nach mir ginge, könntet ihr bis zum Katerfrühstück und darüber hinaus weiterspielen", sagt er. Wieder toben die Leute los. Weiter machen dürfen wir aber nicht, wir hatten ja schon unerwartet eine Verlängerung bekommen. Dann bedankt der Vorsitzende sich bei den Leuten und dann bei uns. "So etwas wie heute habe ich lange nicht mehr erlebt", sagt er erfreut, "von Anfang bis Ende nur gute Laune und das Zelt brechend voll, dank euch, das war echt super." "Danke schön", sage wir im Chor. Dann bekomme ich noch unter Beifall den Blumenstrauß überreicht. Zu Dank drücke ich den Vorsitzenden und gebe ihm einen Kuss auf die Wange, so dass sich der Lippenstift abzeichnet. Wieder große Begeisterung. Wir verbeugen uns nochmal. Dann gehen wir so langsam von der Bühne. Unten nimmt mich Sandra gleich in die Arme. "Toll meine Süße", sagt sie. Ich drücke sie ordentlich. "Nur für Dich", sage ich leise in ihr Ohr. "Ach Du", sagt sie dann mit feuchten Augen. "Jetzt noch mal den Durst löschen und dann abbauen", sagt Tom. "genauso", sage ich grinsend.
Meine Gattin kommt mit zwei Freundinnen zu uns. Die drei bedanken sich begeistert bei uns, was mich immer noch wegen ihr erstaunt. Aber ich nehme den Dank trotzdem an. Dann spricht sie mich direkt an: "Die Mädels haben unabhängig voneinander gefragt, ob Du sie erst um Eins abholen kannst." "Würde mir entgegen kommen", antworte ich. "Eine Stunde länger schlafen wäre mir auch recht", sagt Tom, der das Gespräch mitbekommen hat. Recht schnell einigen wir uns drauf, um 14:00 erst mit dem Ausladen anzufangen. "Dann kannst Du den Mädels das so schreiben", sage ich, "sind die etwa noch wach?" "Anscheinend", sagt meine Gattin, "war ja auch ein aufregender Abend für sie." Ich habe die ganze Zeit Sandra im Arm. Sie legt immer wieder ihren Kopf auf meine Schulter. "Na, müde?" frage ich. "Ja", sagt sie leise. "Dann setz dich doch einfach schon mal in mein Auto", sage ich. "Ich wollte eigentlich noch beim abbauen helfen", sagt sie. "Hey, Du hast heute eine Menge gemacht um den Auftritt herum", sage ich. "OK", sagt Sandra leise, "bringst Du mich hin?" "Gerne", antworte ich lächelnd. Sandra hakt sich bei mir ein. Hinter der Bühne wechsele ich noch mal die Schuhe, ich tausche die Pumps gegen die blauen Ballerinas. "Hast ja lange mit den Pumps ausgehalten", sagt Sandra. Ich nehme schon mal meine Sachen, dann gehen wir raus zum Auto. Das steht hinter dem Festzelt, etwas weiter weg vom Sprinter. Sandra setzt sich ins Auto. "Danke mein süßer Steffi-Engel", sagt sie leicht erschöpft. Ich gebe ihr noch ein leichtes Küsschen. Dann schließe ich vorsichtig die Autotür. Anschließend gehe ich ins Zelt zurück. Die Jungs sind schon dabei, alle Kabel zu trennen. Die ersten Teile bringe ich mit Antje, Roger und Lukas in den Sprinter. Da stehen Samantha und Cordula und passen auf, das niemand sich an unseren Sachen bedient. Nach einer halben Stunde ist alles abgebaut, zusammen bringen wir die restlichen Teile zum Sprinter. "Passt immer noch alles rein", flaxt Tom, "und ist nicht mehr geworden."
Einmal gehen wir noch rein und schauen, ob wir nichts vergessen haben. Dann gehen wir zu Artur, um uns auch vom ihm nochmal zu verabschieden. Der grinst uns an, als wir uns nähern. "Ich musste noch mal nachordern", sagt er, "das Bier geht heute weg, wie geschnitten Brot. Ist auch für das Katerfrühstück nachher." Im Hintergrund geht grade der Lieferant der Brauerei durch und bringt mit einer Karre zwei Fässer rein. "Ihr habt mir ja einen ordentlichen Umsatz verschafft", sagt Artur dann noch und drückt Samantha eine Umschlag in die Hand. "Das wär doch nicht nötig gewesen", sagt Samantha, als sie hineinschaut. "Doch, doch", ist OK so", sagt Artur. "Nochmal Danke", sagt Samantha dann. "So, wir machen uns dann auf den Weg", sagt Micha. "Viel Spaß noch", wünscht Tom. Einige vom Vorstand des Schützenvereins sind auch grader da. "Ihr kommt dann nächstes Jahr wieder?" fragt einer. "So wie es im Moment aussieht, ja", antwortet Samantha lächelnd. "Das wäre wirklich toll", sagt der wieder, "ein paar Leute haben schon gefragt." Dann sagen wir noch mal Tschüss und gehen dann zu unseren Autos. Tom und Antje fahren wieder den Sprinter. "Den könnt ihr am besten in die große Halle fahren, das Tor neben dem Büro", sage ich, "da steht er sicher und versichert ist er mit Inhalt auch." "OK, machen wir", sagt Antje. "Bis nachher dann", sage ich grinsend. "Jau, bis dann", sagen die anderen. Ich gehe zu meinem Auto. Vorsichtig öffne ich die Fahrertür. Sandra hat die Sitzlehne runtergekurbelt und ist friedlich am Schlummern. Total süß sieht sie aus. Ich starte mein Auto. Nacheinander fahren wir vom Platz. Ich fahre eine Zeitlang hinter dem Sprinter auf der Stadtautobahn her, dann nehme ich die Ausfahrt, um zu Sandras Haus zu kommen. Per Lichthupe verabschiede ich mich. Bald komme ich vor Sandras Haus an. Sandra hat die ganze Fahrt verschlafen und ist immer noch fest am Schlafen. Ich gehe zur Haustür und schließe sie auf. Das Gleiche mache ich mit der Wohnungstür. Dann gehe ich zum Auto, schnalle Sandra ab und nehme sie auf den Arm. "Hm, mhh", sagt sie im Schlaf. Die Tür vom Auto mache ich vorsichtig mit dem Fuß zu. Den Autoschlüssel habe ich in der Hand und verriegele das Auto. Dann gehe ich rein. Auch die Haus- und Wohnungstür schließe ich vorsichtig mit dem Fuß. Dann gehe ich ins Schlafzimmer und lege das schlummernde Engelchen auf das Bett. Im Schlaf kuschelt sich Sandra leicht ein. Ich gehe schnell ins Badezimmer und ziehe mein Kleid aus und mache mich bettfertig. Als ich ins Schlafzimmer zurückkommen, ist Sandra wachgeworden. Schlaftrunken hat sie ihr Kleid ausgezogen. Ich lege mich neben sie. Sofort kuschelt sie sich heran und legt ihren Kopf auf meine Schulter. "Stefanie, ich wäre jetzt gerne das Engelchen, von dem Du vorhin sprachst", sagt sie völlig müde, "ich bin aber so kaputt. Ich möchte dich aber auch nicht enttäuschen." "He Du süßer Engel, Du solltest Dich mal sehen, wie süß und niedlich Du aussiehst", sage ich lächelnd, "eben ein richtiger Engel im Bett." Sandra schaut mich kurz an. "Ach Stefanie, das dauert bestimmt noch ein bisschen, bis ich dich richtig verstehe", sagt Sandra lächelnd. Dann legt sie ihren Kopf wieder auf meine Schulter. "Schlaf schön, Engelchen", sage ich zu ihr. Sandra macht noch kurz "mhh" und ist schon wieder eingeschlafen. Ich mache noch das Licht aus und schlafe danach auch recht schnell ein.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
-
Engelchen
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 3093
- Registriert: Fr 7. Jun 2019, 17:03
- Geschlecht: Weiblich
- Pronomen: Sie
- Wohnort (Name): München
- Hat sich bedankt: 17 Mal
- Danksagung erhalten: 13 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Blutengel
Danke für den schönen neuen Teil
Liebe Grüße
Lisa
Liebe Grüße
Lisa
Liebe geben und offen sein für Neues
-
bella49
- Beiträge: 40
- Registriert: Mi 27. Sep 2017, 01:21
- Geschlecht: es
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 1 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Blutengel
Keine Fortsetzung mehr?????? Schnief.......
Was ist los???
Krank?
Urlaub?
Schreibblockade?
Keine Lust mehr oder keine Ideen?
Letzteres kann ich mir bei Dir eigentlich nicht vorstellen.
Aber uns erst regelrecht süchtig nach Fortsetzungen Deiner tollen Story zu machen
und dann quasi in der Luft hängen zu lassen wäre unfair. Und das traue ich Dir eigentlich nicht zu!
BITTE, BITTE schreibe weiter, sofern Du kannst!
LG
bella49
Was ist los???
Krank?
Urlaub?
Schreibblockade?
Keine Lust mehr oder keine Ideen?
Letzteres kann ich mir bei Dir eigentlich nicht vorstellen.
Aber uns erst regelrecht süchtig nach Fortsetzungen Deiner tollen Story zu machen
und dann quasi in der Luft hängen zu lassen wäre unfair. Und das traue ich Dir eigentlich nicht zu!
BITTE, BITTE schreibe weiter, sofern Du kannst!
LG
bella49
-
Stephanie
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1461
- Registriert: Mo 31. Mär 2014, 18:05
- Geschlecht: m/w/d
- Pronomen: Gute Frage...
- Wohnort (Name): Meine
- Forum-Galerie: gallery/album/93
- Hat sich bedankt: 33 Mal
- Danksagung erhalten: 175 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Blutengel
Hallo Mädels,
danke für den Zuspruch. Mit mir ist alles gut. Ich habe eben nur etwas wenig Zeit. Ein weiterer Teil ist aber fast fertig. Und die Ideenliste ist noch lang.
Lieben Gruß
Stephanie
danke für den Zuspruch. Mit mir ist alles gut. Ich habe eben nur etwas wenig Zeit. Ein weiterer Teil ist aber fast fertig. Und die Ideenliste ist noch lang.
Lieben Gruß
Stephanie
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
-
Stephanie
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1461
- Registriert: Mo 31. Mär 2014, 18:05
- Geschlecht: m/w/d
- Pronomen: Gute Frage...
- Wohnort (Name): Meine
- Forum-Galerie: gallery/album/93
- Hat sich bedankt: 33 Mal
- Danksagung erhalten: 175 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Blutengel
Ein Nachmittag am See
Ich wache auf, weil Sandra mich vorsichtig auf dem Bauch und an der Brust streichelt. Ihr Kopf liegt immer noch auf meiner Schulter. Sandra schaut mich an. "Na, Stefanie?! Gut geschlafen?", fragt sie. "Bei Dir und mit Dir immer", antworte ich lächelnd. Sandra schaut mich verliebt an. "Und Du?" frage ich. "Ach Stefanie, es geht mir wie Dir", sagt Sandra und gibt mir einen langanhaltenden Kuss. Wir bleiben noch eine Weile schmusend liegen. Zusammen gehen wir ins Badezimmer. "Soll ich noch schnell Brötchen holen?" frage ich hinterher, "der Bäcker hat noch offen." "Sehr gerne", antwortet Sandra, "ich decke den Tisch solange." Der Bäcker ist gleich um die Ecke und die Auswahl ist noch gut. Als ich zurückkommen, hat Sandra schon den Tisch gedeckt und Darjeeling-Tee gekocht. Ich schnuppere an der Kanne. "Mh, lecker", sage ich. Sandra schaut mich verträumt an. "Du bist so niedlich sinnlich", sagt sie dann. Ich nehme sie in den Arm, sie gibt mir einen schönen Kuss. Dann frühstücken wir. Dabei schauen wir uns immer wieder verliebt an, als ob wir uns grade kennengelernt haben. Wir lassen uns viel Zeit. "Ich wollte dann noch einen Kuchen backen und später hinterher kommen", sagt Sandra, "Samantha wollte das auch machen." "Au ja, gerne", sage ich begeistert. Dann mache ich mich auf den Weg, um meine Töchter abzuholen. Zuerst hole ich die Kleine bei ihrer Freundin ab. Eine Weile unterhalte ich mich mit deren Eltern. "Ihr habt ja die Leute ganz schön gerockt", sagt dann die Mutter der Freundin lächelnd, "wir hatten Abends mal auf eine Bratwurst vorbeigeschaut und dann mal ins Zelt geschaut." "Danke", sage ich nett. Dann fragt sie mich noch mal zu meinem Kleid aus. "Das sah richtig gut aus", sagt sie dann noch. Ich helfe dann meiner Tochter ihre Sachen zum Auto zu tragen. Dann verabschieden wir uns. Die Große hat bei einer Freundin im Nachbarort übernachtet. In dem Ort, in dem Susanne das Haus ihrer Eltern behütet. Zu meine Überraschung dirigiert mich meine Tochter in die Nähe. "Ach hier wohnen die?" staune ich, "kann ich ja gleich gucken, ob ich Susanne treffe." Aber erstmal holen wir die Große ab. Auch hier gibt es einen Smalltalk mit den Eltern. Die kommen dann auch noch mit zum Auto. Dort unterhalten wir uns auch noch kurz.
"Guten Tag zusammen", sagt eine bekannte Stimme hinter mir. Ich drehe mich um und Susanne steht mit Schwester da. "Guten Tag", sage ich, "schon wach?" "Ja erstmal frische Luft schnappen", sagt Susanne. "Du warst dann heute früh recht schnell weg, ich konnte gar nicht mehr Tschüss sagen", sage ich. "Ja, ich hatte dann schnell eine Rückfahrgelegenheit nach Hause", sagt Susanne. "Aha, ich dachte du wärst bei dem einen Typen", sage ich grinsend. "Nee, das kann ich dir gerne mal wann anders erzählen", sagt Susanne mit einem großen Grinsen. "OK, na dann", sage ich. Wir verabschieden uns und fahren los. "Ich bin schon ganz gespannt, wie das da ist", sagt meine Kleine. Wir kommen vor 14:00 Uhr rauf dem Speditionsgelände an. In der Werkstatt ist Betrieb, irgendwer ist immer am Schrauben. Von den Jungs ist noch nichts zu sehen. Toms Auto steht da noch, wo es gestern schon stand. Wahrscheinlich schlafen die noch. Auf der anderen Seite der Treppe zum Übungsraum sind ein paar Räume, wo man mal übernachten kann. "Wollen wir erstmal draußen gucken?" frage ich meine Mädels. "Ja, mal runter zum See", sagt die Kleine. Also gehen wir dort hin. "Der ist ja ganz schön groß", staunen die Beiden. "Ja, da bist Du schön ein bisschen unterwegs, einmal rum. "Das ist ja cool hier", sagt die Große. Neugierig schauen sie noch ins Bootshaus. Dann gehen wir wieder hoch. Am Büro sage ich: "Wo wir grade hier sind, dann können wir gleich den Sprinter rausholen und rüberfahren. Das machen wir dann auch. Drüben an der Werkstatt parke ich rückwärts ein. Jürgen und Kalle sind da und schauen zu. Dann kommen Antje und Tom aus dem Haus. Tom sieht noch nicht so ganz wach aus. "Guten Morgen, Mädels", grüßt er. "Guten Morgen ist gut", sagt meine Große grinsend. "Wollen wir schon anfangen?" fragt Tom. "Wir können auch noch auf die anderen warten", sage ich. "Und wir wollen mal die Werkstatt sehen", sagt meine Kleine forsch. Also gehe wir alle rein. Meine Mädels staunen nicht schlecht. "Hier kann man aber schön basteln", sagt die Große. Jürgen erklärt den Beiden alles. Die kommen aus dem Staunen gar nicht heraus. "Kann man hier auch Geburtstag feiern?" fragt die Kleine. "Na klar!", antwortet Jürgen, "haben wir mit unseren Kindern schon gemacht, mit Basteln und so." "Frau Papi, meinen nächsten Geburtstag feiere ich hier", sagt die Kleine. "Gerne", sage ich. Micha und Alex kommen herein. "Hallo zusammen", grüßen sie, "die anderen beiden kommen auch gleich." Langsam gehen wir nach draußen. Tom hat schon mal den Sprinter aufgemacht. Antje verkeilt grade alle Türen zum Übungsraum. Dann fangen wir an auszuladen und bringen die Sachen hoch. "Das ist ja auch geil hier oben,", sagt die Große. Tom hat das kleinere Schlagzeug noch stehen lassen. "Darf ich mal?" fragt mich meine Große. Ich leite die Frage weiter zu Tom: "Darf sie mal?" "Na klar, mal schauen, was Frau Papi euch schon beigebracht hat", antwortet Tom grinsend. Die Große fängt an zu trommeln, Zwei-Vierteltakt mit einigen Fill-ins. Tom staunt nicht schlecht. Ich gehe grinsend an ihm vorbei und klopfe auf seine Schulter. Dann gehe ich mit den anderen runter. Jetzt sind alle von der Band da. "Wer trommelt denn da so schön?" fragt Frank. "Steffis Töchter", antwortet Tom, immer noch sehr erstaunt. "Total gut", sagt Carlos, "der Nachwuchs ist startbereit." "I-hi!", sage ich. "Sowas", staunt Tom, "ich muss mal ein ernstes Wort mit Steffi reden. Die kann mehr als sie zugibt." "I-hi!" sage ich noch mal. Als ich in den Übungsraum komme, trommelt die Kleine grade. Antje darf sie mit dem Handy filmen.
Wir haben alles nach oben geschleppt und fangen an, wieder alles was wir zum Üben brauchen, anzuschließen. Meine Kinder bestaunen grade die neue E-Gitarre. "Die ist ja schön", sagt meine Kleine, "tolles Blau, das ist die, die Sandra dir geschenkt hat?" "Genau", antworte ich. Die Jungs schauen immer mal wieder rüber, was die Mädels so machen. Meine Große nimmt die Gitarre, setzt sich auf eine Kiste, und klimpert los. Sie spielt einfach verschiedene Griffe hintereinander weg. "Joa, da ist noch ordentlich was hängengeblieben", sage ich grinsend zu ihr. Meine Kleine schnappt sich dann die rote E-Gitarre, schließ sie an den anderen Verstärker an und klimpert ebenfalls mit. Zusammen improvisieren sie jetzt. Carlos schaut begeistert zu. Micha ist am Staunen. "Das ist ja super", sagt er dann begeistert. Dann ist Frank auch soweit, dass er alles verkabelt hat und schaltet die PA ein. "So Mädels, jetzt mal mit ordentlich Wumms!" sagt er. Die beiden spielen dann noch mal was und staunen nicht schlecht über den Sound. "Geil!", sagt die Kleine dann begeistert. Dann schauen sie bei Frank über die Schulter und dürfen natürlich auch mal an die Tasten. "Ja, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm", sagt Alex lächelnd. Den Mädels macht es jedenfalls Spaß. "Wo ist eigentlich Antje geblieben", frage ich, als mir auffällt, dass ich sie länger nicht mehr im Raum gesehen habe. "In der Küche unten", sagt Tom grinsend. "Küche? Meinst Du die Teeküche in der Werkstatt", frage ich. "Nee", sagt Tom und grinst geheimnisvoll, "kennst wohl doch noch nicht alles hier, was?" Erstaunt schüttele ich den Kopf. "Unten im Erdgeschoss, wenn du ins Treppenhaus kommst, die Tür rechts, da ist eine richtige Küche, mit Herd und Ofen und Kühlschrank", sagt Tom grinsend, "Aha", staune ich immer noch, "ich dachte immer, da geht"™s auch in die Werkstatt, tse." "Ja, man lernt nie aus," flaxt Tom. "Und was macht sie da?" frage ich weiter. "Einen Kuchen backen", sagt Tom. "Okeee", sagt Micha erstaunt, "Cordula wollte auch einen backen und nachher mitbringen." "Samantha auch", sagt Carlos. "Ist ja interessant", sage ich grinsend. "Jetzt sag nicht, das Sandra auch einen backt", sagt Alex grinsend. "Wer soll denn das alles essen", staunt Micha. "Ich glaube, die Mädels haben sich gestern noch abgesprochen", sage ich, "die Leutchen aus der Werkstatt futtern auch gerne Kuchen." "Na gut, dann warten wir mal ab", sagt Micha.
Kurz darauf fährt Cordula auf den Hof, kommt aber gar nicht zu uns hoch. Micha wundert sich. Kalle, Jürgen und noch ein paar Leute bringen Tische und Stühle nach draußen, Schirme stellen sie auch auf. Ich stehe am Fenster und schaue zu. "Irgendwas läuft hier", sagt Carlos. "Lass uns einfach abwarten", sagt Frank, "wollen wir mal schauen, ob alles mit der Anlage OK ist?" Tom fängt an einen Rhythmus zu spielen, so nach und nach fangen wir andere an etwas zu improvisieren. Meine Kleine geht an das kleine Schlagzeug. Tom ruft ihr irgendetwas zu. Sie nickt und spielt dann zusammen mit Tom den Grundrhythmus. Tom fängt dann an, kleine Solos zu spielen. Das ist richtig gut, was die da machen. Micha und ich spielen und gegenseitig die Solos zu. Ich stehe immer noch am Fenster und schaue ab und zu raus. Jetzt fährt Samantha auf den Hof, steigt aus und trägt "¦ "¦ einen Kuchen. Auch sie kommt nicht nach oben. Als nächstes kommt Sandra zeitgleich mit Jessi an. Und beide haben einen Kuchen dabei. Mittlerweile zieht auch ein leichter Duft von Kaffee zu uns in den Raum. Langsam lassen wir unser improvisiertes Spiel ausklingen. "Das macht ganz schön Spaß in so einer Gruppe", sagt meine Kleine. "Gib mir Fünf", sagt Tom und dann klatschen sie ab. Samantha und Antje stehe in der Tür. "Kaffeepause!" rufen sie beide und gehen wieder runter. "Schau"˜n wir mal", sage ich. Nacheinander gehen wir runter. Unten auf dem Hof vor der Tür ist eine lange Kaffeetafel gedeckt. Etliche unterschiedliche Kuchen stehen da. Kaffee, Tee steht dampfend auf dem Tisch, Sahne ist geschlagen. "Perfekt", sage ich anerkennend. Aus der Werkstatt sind auch alle da. Zum Teil haben sie ihre Familien mit dabei. "Jetzt aber zu Tisch mit euch", sagt Antje lachend. Wir setzen uns. Ich sitze natürlich neben Sandra. "Na bist Du wieder fit?" frage ich sie lächelnd. "Halbwegs", antwortet sie grinsend.
Die gesamte Kinderschar ist mittlerweile vom Tisch aufgestanden. Die, die sich noch nicht kannten, haben sich schnell vertraut gemacht. Ein paar der Kids waren ja schon beim Teich auspumpen mit dabei. Von daher kennen sich schon einige. Dann erkunden sie zusammen unter der Leitung von Thomas"˜ Sohn das Gelände. "Na deine Beiden finden das aber cool hier, was?" fragt Sandra. "Kannst Du so sagen", antworte ich und nehme mir ein Stück von Sandras Kuchen. Na ja ist eher eine Torte, aber eine leckere Sahne Torte mit Himbeeren. "Lecker", sage ich. "Freut mich", sagt Sandra und kuschelt sich ran. Nach einiger Zeit fährt das Auto vom meinem Onkel auf den Hof. Er und meine Tante steigen aus und kommen lächelnd zu uns rüber. Bevor sie was sagen können, sage ich zu meinem Onkel: "So kenne ich Dich, Kaffee und Kuchen witterst Du durch die ganze Stadt." Er grinst nur, während meine Tante lacht. "Kommt setzt euch dazu, das langt für alle", sagt Jürgen lächelnd. "Eigentlich wollten wir nur noch mal kurz mit Stefanie reden, bevor wir in den Kurzurlaub starten", sagt mein Onkel. "Das geht wunderbar bei Kaffee und Kuchen", sage ich. "Da kann man auch nicht Nein sagen", sagt meine Tante lächelnd. Sie setzen sich zu uns. "Wo geht es denn hin?" fragt Sandra. "An die Nordsee", sagt mein Onkel und schaut mich verschmitzt an, was Sandra auch bemerkt. "Habt ihr Geheimnisse?" fragt sie lächelnd. Ich schaue zu meinem Onkel. "Ich glaube, eure Familie ist dort auch stationiert", sage ich grinsend zu Sandra. Sandra schaut mich fragend an. Meine Tante ist amüsiert. "Wir haben eine kleine Ferienwohnung auf Sylt", sagt sie dann. Sandra bufft mich an. "Ihr nicht?" frage ich flaxend. "Doch haben wir", sagt Sandra lächelnd, "wieder eine Sache weniger, mit der ich Stefanie überraschen kann." "Och", sage ich gespielt mitleidsvoll.
Während wir weiter Kuchen spachteln, unterhalten wir uns über den Auftritt gestern. "Antje und Sandra haben ja einiges gefilmt und geschickt", sagt Harald, "ihr seid ja wohl ganz schön abgegangen. Da freut man sich ja schon auf das Hoffest." "Habt ihr da schon einen Plan, was ihr dann spielt?", fragt Jessi. "Nein noch nicht", antworte ich. "Da sprechen wir uns am Mittwoch ab", sagt Micha dann. "OK", sagt Jessi. "Was ich noch sagen wollte, Neffin", sagt mein Onkel, "ich hatte vorgestern noch einen Anruf von einem Herrn vom Umweltamt, der hier einen Vor-Ort Termin haben will. Ich habe ihn dann an dich verwiesen." "OK, hat der noch weitere Details genannt?" frage ich. Mein Onkel schüttelt den Kopf. "Hier rannte neulich einer rum, der sich als Mitarbeiter von dem Amt ausgegeben hatte", sagt Harald, "er meinte, das wär abgesprochen." Mein Onkel und ich schauen uns an. "Ich weiß von nichts", sage ich. "Ich auch nicht", sagt mein Onkel. "Wie sieht der den aus?" frage ich Harald. "Wenig Haare, Halbglatze, grau, ungefähr so groß wie Du, normale Figur", sagt Harald. "OK, das ist der Domb"¦, ein ganz unangenehmer Genosse", sagt mein Onkel, "lass dich auf nichts ein." "Alles klar", sage ich. "Ach noch was", sagt mein Onkel, "der ist ziemlich dicke mit den Angelvereinen hier in Braunschweig." "Aha!" sage ich, "da weht der Wind her." "Es könnte möglich sein, dass er das Gelände aus dem Naturschutzgebiet herausnehmen will", sagt mein Onkel, "da gab es schon mal Ansätze." "Kann man sich dagegen wehren?" frage ich. Mein Onkel schüttelt den Kopf und sagt dann: "Falls das passieren sollte, dann nur im Ursprungszustand wie es vor der Zuteilung zum Naturschutzgebiet war. Entsprechende Unterlagen und Zeichnungen findest Du im Büro." "Ok", sage ich lächelnd. "Ein Fall für den Blutengel, was?" flaxt Sandra. "Nee, Blutengel geht nur mit zuschlagen und umhauen", sage ich, "ich kann doch so einen Umweltonkel nicht einfach umhauen." Am Tisch lachen alle. "Und sagt nicht immer Blutengel zu mir", sage ich, "ich mag den Spitznamen nicht." Weil natürlich deswegen eine Anfrage kommt, erkläre ich allen kurz den Hintergrund. "Puh, das ist aber eine harte Story", sagt Kristin dann. Ich nicke mit großen Augen. "Und ich weiß auch immer noch nicht, was das in dem Traum bedeuten sollte", sage ich abschließend.
Meine Tante und Onkel verabschieden sich dann. "Ihr habt ja noch ein paar Kilometer vor euch", sagt Sandra. "Ich halte euch auf dem Laufenden", sage ich noch. "Ja gerne" sagt mein Onkel. Die Horde Kinder kommt wieder angetobt. "Wir wollen zum See runter", sagt meine Kleine. "Da muss aber einer von uns großen zum Aufpassen mit kommen", sage ich, "der See ist ziemlich tief." "Ich komme mal mit", sagt Kalle. Sandra und ich gehen auch mit. "Wir kommen gleich hinterher", sagt Jürgen grinsend. Also gehen wir mit den Kids runter. "Dürfen wir Boot fahren?" fragt Jürgens Tochter. "Mal schauen ob wir genug Platz haben", sage ich. Im Bootshaus liegt das große Alu-Boot , ein großes Schlauchboot und ein aufblasbares Kajak, welche ich vor kurzen dort hingebracht habe. Unten am Ufer schaue ich erstmal über den See. Wieder sind einige Angler da. Ich nehme mir einen rot-weißen Verkehrspylon, der im Bootshaus steht. Den benutze ich als Megaphon. "Achtung, an alle die hier verbotenerweise angeln, packen sie sofort ihre Sachen und verlassen sie das Gelände", rufe ich durch die Flüstertüte, "wenn sie in zehn Minuten nicht verschwunden sind, werde ich die Polizei rufen." Die Leute packen hastig ihre Sachen. Selbst gegenüber der dicke Angler verlässt überstürzt das Gelände. Innerhalb von fünf Minuten sind alle weg. "Das nenne ich mal Autorität", sagt Jürgen, der grade mit einigen anderen ein großes Rafting Boot runtergetragen hat. "Ihr habt aber auch alles da, was?" frage ich leicht erstaunt. Jürgen grinst nur. Wir legen alle Boote nebeneinander auf den kleinen Strand. "Das reicht für alle Beteiligten", sage ich grinsend. Wir schieben die Boote ins Wasser und steigen ein. "Falls irgendwer hinterher fragt, das ist eine offizielle Inspektionsfahrt", sage ich dann, was zu leichten Erheiterung führt. "Tse!" sage ich grinsend. Von oben kommen noch ein paar Leute mit Schlauchbooten, Antje und Tom sind auch mit dabei. Wir warten, bis sie alle zu uns aufgeschlossen haben.
Die Kinder schauen gespannt ins Wasser. Es dauert auch nicht lange, da ruft das erste: "Da sind Fische, boah, ganz viele." Tatsächlich tummeln sich etliche Karpfen unter unseren Booten. "Karpfen sind sehr neugierig", sagt Jürgen. Einige der Tiere kommen auch näher ran. "Das sind wirklich nicht wenige", sagt Sandra, die vor mir im Boot sitzt. Während wir langsam weiterfahren, tauchen immer mal wieder Fische auf, unter anderem auch Rotfedern. "Das Wasser ist schön klar", bemerke ich, "da kann man locker bis zur ersten Stufe runtergucken." Und die ist locker 10 Meter tief. Die vielen Fische erstaunen mich. "Ich glaube, da sind viele Besatzfische dabei", sagt Thomas, "von den Anglern ausgesetzt." Ich nicke. "Und dann werden sie auch noch ordentlich angefüttert", sage ich, "habe ich mehrfach beobachten können." "Das muss eine Menge sein", sagt Jürgen, "so viele könnte der See alleine nicht ernähren, der Bewuchs gibt es jedenfalls nicht her." "Deswegen kommen die Angler auch immer wieder her", sagt Kalle. "Hm, da müsste man mal ein großes Abfischen organisieren und danach den See bestmöglich abriegeln", sage ich, "damit das hier mal wieder in ein natürliches Gleichgewicht kommt." Kaum habe ich es ausgesprochen, steht schon wieder ein Angler am Ufer, offensichtlich ist er grade angekommen. "Was wollen Sie denn hier?" spreche ich ihn forsch an. "Äh, äh, angeln", antwortet der verdattert. "Ist verboten, gehen Sie bitte wieder", sage ich weiter. "Und was machen Sie mit den vielen Leuten für einen Spaßausflug?" fragt der dann doch ganz frech. Ich schaue ihn verärgert an. "Bestandsaufnahme und Sensibilisierung der Kinder und Jugendlichen", antworte ich ernst, "Bestandsaufnahme deshalb, wie der See durch Sie und ihre Anglerkollegen aus dem ökologischem Gleichgewicht geraten ist. Eine Anzeige werden wir wohl erwägen." Und zack, schon ist der Angler weg. "Mal schauen, ob der Umweltonkel vom Amt darüber informiert wird", sage ich. Jürgen grinst mich an. "Hast schon ein Verdacht, Steffi?" fragt er. "Ich vermute mal, da missbraucht einer seinen Beruf für Privates", sage ich grinsend. Wir drehen weiter unsere Runde. Nach gut der halben Strecke machen wir eine Pause und halten die Boote zusammen. "Ganz toll", freuen sich die Kinder. "Wenn der Umweltmensch uns wirklich den Naturschutzstatus aberkennen sollte, können wir das gerne öfter machen", sage ich. "Und der Wasserrutsche steht dann auch nichts mehr im Weg", sagt Jürgen gutgelaunt. "Wie, Wasserrutsche?" fragt Sandra erstaunt. Jürgen erklärt das noch mal ganz genau. Sandras Augen und auch die Augen der Kinder leuchten. "Ich bin dabei", sagt Sandra begeistert. "Ich aber auch", rufen viele der Kinder.
Aus den Augenwinkeln sehe ich, wie von einem über das Wasser hängenden Ast ein paar Meter vor uns etwas ins Wasser plumpst. Meine Große hat das auch gesehen. "Was war denn das?" fragt sie. Kurz danach taucht es wieder auf. "Cool, ein Eisvogel", freut sich die Große. Wir sind alle auf einmal ganz ruhig und bewegen uns nicht. Kurz darauf kommt er wieder. Und "plitsch", wieder ins Wasser. Gespannt schauen alle hin. "Habe ich noch nie gesehen", sagt Sandra begeistert leise. Und schon wieder kommt einer und dann noch einer. Ein paar von uns fotografieren. Ganz langsam paddeln wir die Boote in Richtung Seemitte. Die Eisvögel scheint das gar nicht zu stören. Wir fahren die Runde dann weiter. Am Platz, wo der dicke Angler immer sitzt, schaue ich genauer hin, ob ich irgendwas auffälliges sehe. Ich vermute seit längerem, das er da ein Versteck hat. Ich sehe aber nichts. So langsam fahren wir zum Ausgangspunkt zurück. Wir ziehen die Boote aus dem Wasser. "Das war toll!", rufen einige der Kinder. Dann verstauen wir die Boote im Bootshaus und gehen wieder hoch zur Kaffeetafel. Dort haben sich zwischenzeitlich Ines, Karin und Florian eingefunden. Herzlich begrüßen wir uns. "Das ist ja toll mit eurer Kaffeetafel", freut sich Karin. "Habt ihr was übergelassen?" fragt Kalle grinsend, "Bootfahren macht hungrig." "Ist noch genug da", beruhigt Jessi. Wir setzen uns wieder an den Tisch. Meine Große verschickt Bilder von der Bootstour und der Kaffeetafel, auch an meine Gattin. Dann kriegt sie eine Antwort. "Guck mal, unsere Kaffeetafel ist schöner", sagt sie und zeigt das Foto auf ihrem Handy. "Nanu, das ist doch auf dem Schützenfest im Zelt", sage ich erstaunt. "Ja, Mami, hilft da heute bei der Kaffeetafel mit", sagt die Große. "Wie jetzt?" frage ich erstaunt. Sandra amüsiert sich über mein Staunen. "Kaum bin ich aus dem Haus, geht sie aufs Schützenfest", sage ich grinsend. "Liegt an ihrem Typen", sagt die Kleine. "Komisch, ich bin doch auch noch in dem Verein", sage ich. Jetzt schaut mich Sandra mit großen Augen an. "Bei den Bogenschützen", klärt meine Kleine gleich auf, "die haben aber eher ihr eigenes Ding gemacht." Ich zwinkere Sandra zu. "Stark, Steffi ist Bogenschützin", freut sich Kalle, "find ich gut." Sandra schaut mich an. "Das finde ich aber auch toll", sagt sie mit strahlenden Augen, "das kannst Du mir aber mal zeigen." "Gerne", sage ich. Thomas hat in der Zwischenzeit Ines und die anderen beiden über unser Gespräch mit meinen Onkel und unsere "Inspektion" per Boot aufgeklärt. Ines schaute etwas sorgenvoll. "Wenn das aus dem Naturschutz-Gebiet rausgenommen wird, wie geht es dann weiter?" fragt sie. "Renaturieren, was die Angler verbockt haben und trotzdem angemessen, naturnah nutzen", antworte ich, "eine Freizeitmeile soll es jedenfalls nicht werden. Praktisch so wie es vorher war. Vorne am Bootshaus kann man ans Wasser und baden und Bootfahren ist auch erlaubt. Der Rest des Ufers darf ruhig wieder zu wachsen." Ines scheint erleichtert zu sein. "Arbeitet ihr mit dem Umweltamt eigentlich zusammen?" frage ich die drei. "Nein, die kommen nur wenn sie eine Frage haben, die sie nicht selber beantworten können", sagt Florian leicht abwertend. "Ja, die sind ziemlich arrogant da", fügt Karin noch hinzu. "Also würde es für die Natur am See besser werden, als es jetzt unter der Fuchtel von dem Amt ist?" fragt Ines. "Würde ich so sagen", antworte ich. Das beruhigt Ines dann doch.
So langsam lösen wir die Kaffeetafel auf. Es ist noch einiges an Kuchen da, wer will kann etwas mitnehmen. Meine Große sucht ein paar Stücke heraus. "Den Himbeerkuchen von Sandra muss Mami unbedingt probieren", sagt meine Große, "der ist oberlecker. "Danke", sagt Sandra, "kannst gerne das Rezept haben. Backst Du auch?" Meine Große nickt. "Sehr gut sogar", füge ich hinzu. Dann tragen wir noch Tische und Stühle rein, die nicht draußen bleiben. "Oben ist schon alles aus und abgeschlossen", sagt Tom. "Na dann können wir ja mal tschüss sagen", sagt Jürgen. Es folgt eine große Verabschiedung. "Fahren wir noch zu Sandra?" fragt meine Kleine, "ich möchte mal die Katzen sehen." Gerne", sagt Sandra. "Ich fahre bei Sandra mit", sagt die Kleine. "Ich auch", sagt die Große. Ich zucke mit den Schulter. "Das ist schon ein Kompliment", sage ich lächelnd. "Danke", sagt Sandra. Gemeinsam fahren wir vom Hof. Sandra fährt dann auch nicht ganz so zackig wie sonst immer. Aber ihren Spaß scheinen die drei zu haben, das sehe ich bei den Halten an den Ampeln. Dann kommen wir bei Sandra an. Als wir zur Tür gehen, kommen die beiden Katzen schon angelaufen und gehen sofort zu meinen Mädels. "Sind die süß!" sagt die Kleine, "darf man die hochnehmen?" Na klar", antwortet Sandra, "das haben sie gerne. Am liebsten lassen sie sich den halben Tag rumtragen." Die Katzen kuscheln sich bei den Beiden im Arm ein. Ich mache schnell ein paar Fotos. Sandra schließt ihre Wohnungstür auf. Meine Töchter gehen vor mir rein. Ich bin noch gar nicht richtig drin, da ruft meine Kleine: "Cooooool, das ist ja Frau Papi!" Ich gehe weiter rein und sehe die Beiden staunend vor einem Poster großen Bild stehen. "Wo hast Du denn das Bild her?" frage ich Sandra erstaunt, aber grinsend, "das ist ja eine schöne Aufnahme." Auf dem Bild bin ich während des Fallschirmspringens im freien Fall zu sehen. Schön grinsend in der stabilen X-Lage von vorne fotografiert. "Das habe ich von Burkhard bekommen, das war bei meinem Tandem-Sprung", antwortet Sandra. "Ah ja",, sage ich grinsend. "Da, wo Du mich überrascht hast, du Schuft", sagt Sandra grinsend. "I-hi!" sage ich. "Sehr geil", sagt die Große, "seit wann machst Du das?" "Seitdem ich Segelfliege", antworte ich wahrheitsgemäß. "Da hast Du nie drüber gesprochen", sagt die Kleine fast vorwurfsvoll. "Da hat Mami auch was dagegen gehabt", sage ich dann noch, "das ihr das mit dem Segelfliegen wisst, war schon eine riesen Überwindung für sie."
Wir gehen weiter in die Wohnung. Die Katzen lassen sich weitertragen und die Kinder genießen es. "Darfst Du auch Tandemsprünge machen?" fragt mich meine Kleine verschmitzt. "Oh, da muss ich mich schlau machen, ob ich es noch darf", antworte ich, "ich habe früher die Jugendlichen mitgenommen, die die Segelfliegerausbildung gemacht haben. Damit sie ein Gefühl dafür kriegen, wie das ist, wenn man bei Gefahr in der Luft aus einem Segelflieger ausstiegen muss." "Aha", sagt die Kleine lächelnd. "Ich würde ja schon bei Frau Papi mal mitspringen", sagt meine Kleine. Sie ist im Gegensatz zur Großen etwas draufgängerischer, wobei die Große auch kein Feigling ist, sie ist halt nur etwas vorsichtiger. "Ich frage aber erstmal, ob ich das noch darf und was ich machen muss, dass ich es auch wieder darf, wenn es nicht mehr geht", sage ich, "und dann ist bei Mami Überzeugungsarbeit angesagt." "Die hat aber auch immer Schiss", sagt die Kleine grinsend. Da sage ich jetzt mal gar nichts zu. "Mi, miau", sagt die eine Katze. "Das heißt Hunger", sagt Sandra. "Dürfen wir sie füttern?" fragt die Große. "Na klar", sagt Sandra und holt alles raus. Die Katzen kreisen jetzt um die beiden Mädels. Die eine klettert meiner Großen auf die Schulter. "Das ist ja cool", freut sich die Große. Dann schlagen sich die beiden Katzen den Bauch voll, während die Mädels zu schauen. "Die haben so ein schönes Muster", sagt meine Große. Die Kleine hat ein paar Fotos vom Tag und auch von den Katzen an meine Gattin geschickt. Die ruft mich prompt an. Erstaunlich freundlich fragt sie: "Seid ihr jetzt bei Sandra?" "Ja, die Kinder wollten unbedingt die Katzen sehen", antworte ich, "bei der Gelegenheit, wann soll ich die Kinder denn zurückbringen?" "Hm, ich könnte sie auch abholen", antwortet sie, "ich muss mal raus nach dem ganzen Trubel." Innerlich grinse ich mir einen. Sandra steht neben mir und hat das Gespräch mitbekommen. "Darf ich mal das Telefon haben?" fragt sie mich. "Klar", antworte ich und dann zu meiner Gattin: "Ich gebe Dir mal Sandra." Die beiden sind auch ruckzuck am Erzählen. Ich staune nur, wie die beiden miteinander klarkommen. "Ich habe eure Mami zum Essen eingeladen", sagt sie dann zu den Kids. "Was gibt es denn?" fragt die Kleine. "Ich habe verschiedene Nudeln da und lecker Tomatensoße mit Tomaten aus dem Garten meiner Eltern", antwortet Sandra. "Genau das!" antworten beide Mädels begeistert gleichzeitig. "Na, Du weißt wie man Teenies rumkriegt, was?" sage ich zu Sandra. "Ja, ich habe ein paar Nichten und Neffen, die sind genauso", antwortet Sandra lächelnd. Wir stehen dann alle in Sandras Küche. Von hier kann man auf die Straße schauen. Nach einiger Zeit kommt ein Auto langsam die Straße rauf. Das ist der Van von ihrem Lover. Meine Gattin steigt aus und schaut sich erstaunt um. "Komisch, eigentlich kennt sie die Ecke hier", sage ich. Das ist schon eine noble Wohngegend hier, vielleicht hat sie nicht damit gerechnet. "Ich mache mal die Tür auf", sagt die Kleine. Die Katzen laufen gleich hinterher. "Na, die haben aber neue Freunde ab heute, die Katzen", sage ich lächelnd. Die Kleine öffnet die Haustür. "Huhu, Mami, hier sind wir", ruft sie. Meine Gattin geht hin. Sandra geht auch zur Tür. "Wir passen hier auf", sage ich. Sandra zwinkert uns zu. Meine Gattin scheint sichtlich angetan zu sein. "Das ist ja schön hier alles", sagt sie beim Reinkommen. "Och na ja, ich richte grade noch ein", antwortet Sandra. Dann sieht meine Gattin das Poster von mir. Dementsprechend besorgt sieht sie aus. "Stefanie wusste nichts davon, dass ich das habe", sagt Sandra selbstbewusst. "Hm na ja, ewig geheim halten kann man das sowieso nicht", sagt die Gattin, was mich noch mehr verwundert, "außerdem scheint es ihm, ääh, "¦ihr ja immer noch Spaß zu machen." "Und wie", sagt Sandra, "mich hat sie komplett angesteckt." Dann kommt sie in die Küche und bestaunt hier alles. "Huhu Mami", sagt meine Große. Ich halte mich weiterhin zurück. Dann kommen die Katzen wieder. "Mi-Miau", sagt die eine und tatzt der Gattin am Bein. "Die sind ja süß", sagt die Gattin und krault die Katzen ausgiebig.
Während Sandra meiner Gattin die Wohnung zeigt, bereiten die Kinder und ich weiter das Essen zu. Dann essen wir zusammen in einem abgeteilten Teil des großen Wohnzimmers, der als Essecke dient. Nach dem Essen fragt meine Große: Dürfen wir mal draußen gucken?" "Na gerne doch", lächelt Sandra. Ich gehe mit. "Ich kenne auch noch nicht alles", sage ich grinsend, außerdem ist mir die Anwesenheit meiner Gattin irgendwie unangenehm. Sandra und sie bleiben noch sitzen und unterhalten sich angeregt. "Was ist denn das hier für eine Halle?", fragt die Kleine. "Da ist ein Pool drin", antworte ich wahrheitsgemäß. Die Mädels machen große Augen. Zusammen gehen wir rein. "Nicht schlecht", staunt die Große. Dann erkläre ich, was Sandra und ich damit noch vorhaben. "Das wird dann ein richtiges Hallenbad mit 20 mal 10 Meter", sage ich grinsend und genieße das Staunen der Kinder. "Das wird ja cool", sagt die Kleine dann. Wir gehen weiter durch den Garten Richtung Fluss. An einer großen Eiche bleiben wir stehen. "Da ist ja ein Baumhaus, da oben", bemerkt die Kleine. Jetzt staune ich auch, weil ich das bisher nicht gesehen habe. "Na sowas", sage ich erstaunt, "was es hier noch zu entdecken gibt." Dann gehen wir zum Fluss, stellen uns auf den Steg und schauen zu, wie der Fluss behäbig vorbei strömt. Wobei die Strömung nicht besonders stark ist. Sandra und meine Gattin kommen langsam zu uns runter. "Du, Sandra?" fragt meine Kleine, "wem gehört das Baumhaus?" "Mir", sagt Sandra lächelnd. "Hast Du das gebaut?" fragt die Kleine weiter. "Nein, das haben die Vorbesitzer für ihre Kinder gebaut", antwortet Sandra, "und die haben das dann für ihre Kinder noch mal verbessert. Als ich das Grundstück und Haus gekauft habe, war das natürlich mit dabei." "Kann man da mal hoch?" fragt die Große. "Na klar", sagt Sandra und holt hinter dem Baum ein Seil hervor mit dem sie eine Stickleiter runterlässt. Ich fixiere die Strickleiter und gekonnt klettern die Beiden hoch. Oben schauen sie sich das Baumhaus genau an. "Total gut", befindet die Große, "komm mal hoch, Frau Papi." "Hält das?" frage ich Sandra, obwohl es von unten sehr solide aussieht. "Wir waren schon mit fünf Erwachsenen oben", sagt Sandra beruhigend. Also klettere ich auch über die Strickleiter hoch. "Sieht sehr professionell aus", flaxt meine Große. "Frau Papi war doch bei der Bundeswehr", antwortet die Kleine, "da lernt man das." "Meine Güte, ist das groß hier oben", staune ich. Über eine Luke kann man auch auf das Dach gehen. Von hier hat man schon eine gute Aussicht über die Umgebung. Nach einer Weile klettern wir wieder runter. Oma Willi ist mittlerweile zu Sandra und meiner Gattin gekommen. Sie erzählt dann noch einige Details über das Baumhaus. "Cool!" sagen meine Kiddies. Wir gehen dann weiter durch den Garten und dann noch mal ins Haus. Meine Gattin bedankt sich dann noch bei Sandra, und dann sogar bei mir, weil ich die Kinder betreut habe. Dann wollen sie auch los. Aus meinem Auto hole ich noch die Sachen der Kinder und bring sie zum Auto meiner Gattin. "Das war echt toll heute", sagt die Große, die Kleine stimmt ihr zu. "Ihr seid immer gerne willkommen" sagt Sandra lächelnd. "Tschüssi", sagen die drei, steigen ins Auto ein und fahren los. Wir winken noch hinterher. "Komisch, wie Du und meine Gattin miteinander klarkommt", sage ich halb staunend, als wir ins Haus gehen. "Wir haben einige Gemeinsamkeiten entdeckt", sagt Sandra grinsend. "Mit einem Unterschied", feixe ich und lasse Sandra auf die Antwort warten, ""¦ "¦ Du bist nicht so überdreht Konservativ!" " Das könnte ich auch gar nicht", sagt Sandra lächelnd und gibt mir einen Kuss. Der ist dieses Mal so geil, dass er mich in die Knie zwingt. Na gut, Sandra bugsiert mich ein wenig. Kurz danach liege ich auf dem Rücken auf dem Boden, Sandra über mir. Lange küssen wir uns so. Sandra schaut mich dann an. "Den Rest im Bett?" fragt sie mit einer knisternden erotischen Stimme. "Los", sage ich leise. Im Bett haben wir dann noch einigen Spaß, bis wir erschöpft einschlafen.
Ich wache auf, weil Sandra mich vorsichtig auf dem Bauch und an der Brust streichelt. Ihr Kopf liegt immer noch auf meiner Schulter. Sandra schaut mich an. "Na, Stefanie?! Gut geschlafen?", fragt sie. "Bei Dir und mit Dir immer", antworte ich lächelnd. Sandra schaut mich verliebt an. "Und Du?" frage ich. "Ach Stefanie, es geht mir wie Dir", sagt Sandra und gibt mir einen langanhaltenden Kuss. Wir bleiben noch eine Weile schmusend liegen. Zusammen gehen wir ins Badezimmer. "Soll ich noch schnell Brötchen holen?" frage ich hinterher, "der Bäcker hat noch offen." "Sehr gerne", antwortet Sandra, "ich decke den Tisch solange." Der Bäcker ist gleich um die Ecke und die Auswahl ist noch gut. Als ich zurückkommen, hat Sandra schon den Tisch gedeckt und Darjeeling-Tee gekocht. Ich schnuppere an der Kanne. "Mh, lecker", sage ich. Sandra schaut mich verträumt an. "Du bist so niedlich sinnlich", sagt sie dann. Ich nehme sie in den Arm, sie gibt mir einen schönen Kuss. Dann frühstücken wir. Dabei schauen wir uns immer wieder verliebt an, als ob wir uns grade kennengelernt haben. Wir lassen uns viel Zeit. "Ich wollte dann noch einen Kuchen backen und später hinterher kommen", sagt Sandra, "Samantha wollte das auch machen." "Au ja, gerne", sage ich begeistert. Dann mache ich mich auf den Weg, um meine Töchter abzuholen. Zuerst hole ich die Kleine bei ihrer Freundin ab. Eine Weile unterhalte ich mich mit deren Eltern. "Ihr habt ja die Leute ganz schön gerockt", sagt dann die Mutter der Freundin lächelnd, "wir hatten Abends mal auf eine Bratwurst vorbeigeschaut und dann mal ins Zelt geschaut." "Danke", sage ich nett. Dann fragt sie mich noch mal zu meinem Kleid aus. "Das sah richtig gut aus", sagt sie dann noch. Ich helfe dann meiner Tochter ihre Sachen zum Auto zu tragen. Dann verabschieden wir uns. Die Große hat bei einer Freundin im Nachbarort übernachtet. In dem Ort, in dem Susanne das Haus ihrer Eltern behütet. Zu meine Überraschung dirigiert mich meine Tochter in die Nähe. "Ach hier wohnen die?" staune ich, "kann ich ja gleich gucken, ob ich Susanne treffe." Aber erstmal holen wir die Große ab. Auch hier gibt es einen Smalltalk mit den Eltern. Die kommen dann auch noch mit zum Auto. Dort unterhalten wir uns auch noch kurz.
"Guten Tag zusammen", sagt eine bekannte Stimme hinter mir. Ich drehe mich um und Susanne steht mit Schwester da. "Guten Tag", sage ich, "schon wach?" "Ja erstmal frische Luft schnappen", sagt Susanne. "Du warst dann heute früh recht schnell weg, ich konnte gar nicht mehr Tschüss sagen", sage ich. "Ja, ich hatte dann schnell eine Rückfahrgelegenheit nach Hause", sagt Susanne. "Aha, ich dachte du wärst bei dem einen Typen", sage ich grinsend. "Nee, das kann ich dir gerne mal wann anders erzählen", sagt Susanne mit einem großen Grinsen. "OK, na dann", sage ich. Wir verabschieden uns und fahren los. "Ich bin schon ganz gespannt, wie das da ist", sagt meine Kleine. Wir kommen vor 14:00 Uhr rauf dem Speditionsgelände an. In der Werkstatt ist Betrieb, irgendwer ist immer am Schrauben. Von den Jungs ist noch nichts zu sehen. Toms Auto steht da noch, wo es gestern schon stand. Wahrscheinlich schlafen die noch. Auf der anderen Seite der Treppe zum Übungsraum sind ein paar Räume, wo man mal übernachten kann. "Wollen wir erstmal draußen gucken?" frage ich meine Mädels. "Ja, mal runter zum See", sagt die Kleine. Also gehen wir dort hin. "Der ist ja ganz schön groß", staunen die Beiden. "Ja, da bist Du schön ein bisschen unterwegs, einmal rum. "Das ist ja cool hier", sagt die Große. Neugierig schauen sie noch ins Bootshaus. Dann gehen wir wieder hoch. Am Büro sage ich: "Wo wir grade hier sind, dann können wir gleich den Sprinter rausholen und rüberfahren. Das machen wir dann auch. Drüben an der Werkstatt parke ich rückwärts ein. Jürgen und Kalle sind da und schauen zu. Dann kommen Antje und Tom aus dem Haus. Tom sieht noch nicht so ganz wach aus. "Guten Morgen, Mädels", grüßt er. "Guten Morgen ist gut", sagt meine Große grinsend. "Wollen wir schon anfangen?" fragt Tom. "Wir können auch noch auf die anderen warten", sage ich. "Und wir wollen mal die Werkstatt sehen", sagt meine Kleine forsch. Also gehe wir alle rein. Meine Mädels staunen nicht schlecht. "Hier kann man aber schön basteln", sagt die Große. Jürgen erklärt den Beiden alles. Die kommen aus dem Staunen gar nicht heraus. "Kann man hier auch Geburtstag feiern?" fragt die Kleine. "Na klar!", antwortet Jürgen, "haben wir mit unseren Kindern schon gemacht, mit Basteln und so." "Frau Papi, meinen nächsten Geburtstag feiere ich hier", sagt die Kleine. "Gerne", sage ich. Micha und Alex kommen herein. "Hallo zusammen", grüßen sie, "die anderen beiden kommen auch gleich." Langsam gehen wir nach draußen. Tom hat schon mal den Sprinter aufgemacht. Antje verkeilt grade alle Türen zum Übungsraum. Dann fangen wir an auszuladen und bringen die Sachen hoch. "Das ist ja auch geil hier oben,", sagt die Große. Tom hat das kleinere Schlagzeug noch stehen lassen. "Darf ich mal?" fragt mich meine Große. Ich leite die Frage weiter zu Tom: "Darf sie mal?" "Na klar, mal schauen, was Frau Papi euch schon beigebracht hat", antwortet Tom grinsend. Die Große fängt an zu trommeln, Zwei-Vierteltakt mit einigen Fill-ins. Tom staunt nicht schlecht. Ich gehe grinsend an ihm vorbei und klopfe auf seine Schulter. Dann gehe ich mit den anderen runter. Jetzt sind alle von der Band da. "Wer trommelt denn da so schön?" fragt Frank. "Steffis Töchter", antwortet Tom, immer noch sehr erstaunt. "Total gut", sagt Carlos, "der Nachwuchs ist startbereit." "I-hi!", sage ich. "Sowas", staunt Tom, "ich muss mal ein ernstes Wort mit Steffi reden. Die kann mehr als sie zugibt." "I-hi!" sage ich noch mal. Als ich in den Übungsraum komme, trommelt die Kleine grade. Antje darf sie mit dem Handy filmen.
Wir haben alles nach oben geschleppt und fangen an, wieder alles was wir zum Üben brauchen, anzuschließen. Meine Kinder bestaunen grade die neue E-Gitarre. "Die ist ja schön", sagt meine Kleine, "tolles Blau, das ist die, die Sandra dir geschenkt hat?" "Genau", antworte ich. Die Jungs schauen immer mal wieder rüber, was die Mädels so machen. Meine Große nimmt die Gitarre, setzt sich auf eine Kiste, und klimpert los. Sie spielt einfach verschiedene Griffe hintereinander weg. "Joa, da ist noch ordentlich was hängengeblieben", sage ich grinsend zu ihr. Meine Kleine schnappt sich dann die rote E-Gitarre, schließ sie an den anderen Verstärker an und klimpert ebenfalls mit. Zusammen improvisieren sie jetzt. Carlos schaut begeistert zu. Micha ist am Staunen. "Das ist ja super", sagt er dann begeistert. Dann ist Frank auch soweit, dass er alles verkabelt hat und schaltet die PA ein. "So Mädels, jetzt mal mit ordentlich Wumms!" sagt er. Die beiden spielen dann noch mal was und staunen nicht schlecht über den Sound. "Geil!", sagt die Kleine dann begeistert. Dann schauen sie bei Frank über die Schulter und dürfen natürlich auch mal an die Tasten. "Ja, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm", sagt Alex lächelnd. Den Mädels macht es jedenfalls Spaß. "Wo ist eigentlich Antje geblieben", frage ich, als mir auffällt, dass ich sie länger nicht mehr im Raum gesehen habe. "In der Küche unten", sagt Tom grinsend. "Küche? Meinst Du die Teeküche in der Werkstatt", frage ich. "Nee", sagt Tom und grinst geheimnisvoll, "kennst wohl doch noch nicht alles hier, was?" Erstaunt schüttele ich den Kopf. "Unten im Erdgeschoss, wenn du ins Treppenhaus kommst, die Tür rechts, da ist eine richtige Küche, mit Herd und Ofen und Kühlschrank", sagt Tom grinsend, "Aha", staune ich immer noch, "ich dachte immer, da geht"™s auch in die Werkstatt, tse." "Ja, man lernt nie aus," flaxt Tom. "Und was macht sie da?" frage ich weiter. "Einen Kuchen backen", sagt Tom. "Okeee", sagt Micha erstaunt, "Cordula wollte auch einen backen und nachher mitbringen." "Samantha auch", sagt Carlos. "Ist ja interessant", sage ich grinsend. "Jetzt sag nicht, das Sandra auch einen backt", sagt Alex grinsend. "Wer soll denn das alles essen", staunt Micha. "Ich glaube, die Mädels haben sich gestern noch abgesprochen", sage ich, "die Leutchen aus der Werkstatt futtern auch gerne Kuchen." "Na gut, dann warten wir mal ab", sagt Micha.
Kurz darauf fährt Cordula auf den Hof, kommt aber gar nicht zu uns hoch. Micha wundert sich. Kalle, Jürgen und noch ein paar Leute bringen Tische und Stühle nach draußen, Schirme stellen sie auch auf. Ich stehe am Fenster und schaue zu. "Irgendwas läuft hier", sagt Carlos. "Lass uns einfach abwarten", sagt Frank, "wollen wir mal schauen, ob alles mit der Anlage OK ist?" Tom fängt an einen Rhythmus zu spielen, so nach und nach fangen wir andere an etwas zu improvisieren. Meine Kleine geht an das kleine Schlagzeug. Tom ruft ihr irgendetwas zu. Sie nickt und spielt dann zusammen mit Tom den Grundrhythmus. Tom fängt dann an, kleine Solos zu spielen. Das ist richtig gut, was die da machen. Micha und ich spielen und gegenseitig die Solos zu. Ich stehe immer noch am Fenster und schaue ab und zu raus. Jetzt fährt Samantha auf den Hof, steigt aus und trägt "¦ "¦ einen Kuchen. Auch sie kommt nicht nach oben. Als nächstes kommt Sandra zeitgleich mit Jessi an. Und beide haben einen Kuchen dabei. Mittlerweile zieht auch ein leichter Duft von Kaffee zu uns in den Raum. Langsam lassen wir unser improvisiertes Spiel ausklingen. "Das macht ganz schön Spaß in so einer Gruppe", sagt meine Kleine. "Gib mir Fünf", sagt Tom und dann klatschen sie ab. Samantha und Antje stehe in der Tür. "Kaffeepause!" rufen sie beide und gehen wieder runter. "Schau"˜n wir mal", sage ich. Nacheinander gehen wir runter. Unten auf dem Hof vor der Tür ist eine lange Kaffeetafel gedeckt. Etliche unterschiedliche Kuchen stehen da. Kaffee, Tee steht dampfend auf dem Tisch, Sahne ist geschlagen. "Perfekt", sage ich anerkennend. Aus der Werkstatt sind auch alle da. Zum Teil haben sie ihre Familien mit dabei. "Jetzt aber zu Tisch mit euch", sagt Antje lachend. Wir setzen uns. Ich sitze natürlich neben Sandra. "Na bist Du wieder fit?" frage ich sie lächelnd. "Halbwegs", antwortet sie grinsend.
Die gesamte Kinderschar ist mittlerweile vom Tisch aufgestanden. Die, die sich noch nicht kannten, haben sich schnell vertraut gemacht. Ein paar der Kids waren ja schon beim Teich auspumpen mit dabei. Von daher kennen sich schon einige. Dann erkunden sie zusammen unter der Leitung von Thomas"˜ Sohn das Gelände. "Na deine Beiden finden das aber cool hier, was?" fragt Sandra. "Kannst Du so sagen", antworte ich und nehme mir ein Stück von Sandras Kuchen. Na ja ist eher eine Torte, aber eine leckere Sahne Torte mit Himbeeren. "Lecker", sage ich. "Freut mich", sagt Sandra und kuschelt sich ran. Nach einiger Zeit fährt das Auto vom meinem Onkel auf den Hof. Er und meine Tante steigen aus und kommen lächelnd zu uns rüber. Bevor sie was sagen können, sage ich zu meinem Onkel: "So kenne ich Dich, Kaffee und Kuchen witterst Du durch die ganze Stadt." Er grinst nur, während meine Tante lacht. "Kommt setzt euch dazu, das langt für alle", sagt Jürgen lächelnd. "Eigentlich wollten wir nur noch mal kurz mit Stefanie reden, bevor wir in den Kurzurlaub starten", sagt mein Onkel. "Das geht wunderbar bei Kaffee und Kuchen", sage ich. "Da kann man auch nicht Nein sagen", sagt meine Tante lächelnd. Sie setzen sich zu uns. "Wo geht es denn hin?" fragt Sandra. "An die Nordsee", sagt mein Onkel und schaut mich verschmitzt an, was Sandra auch bemerkt. "Habt ihr Geheimnisse?" fragt sie lächelnd. Ich schaue zu meinem Onkel. "Ich glaube, eure Familie ist dort auch stationiert", sage ich grinsend zu Sandra. Sandra schaut mich fragend an. Meine Tante ist amüsiert. "Wir haben eine kleine Ferienwohnung auf Sylt", sagt sie dann. Sandra bufft mich an. "Ihr nicht?" frage ich flaxend. "Doch haben wir", sagt Sandra lächelnd, "wieder eine Sache weniger, mit der ich Stefanie überraschen kann." "Och", sage ich gespielt mitleidsvoll.
Während wir weiter Kuchen spachteln, unterhalten wir uns über den Auftritt gestern. "Antje und Sandra haben ja einiges gefilmt und geschickt", sagt Harald, "ihr seid ja wohl ganz schön abgegangen. Da freut man sich ja schon auf das Hoffest." "Habt ihr da schon einen Plan, was ihr dann spielt?", fragt Jessi. "Nein noch nicht", antworte ich. "Da sprechen wir uns am Mittwoch ab", sagt Micha dann. "OK", sagt Jessi. "Was ich noch sagen wollte, Neffin", sagt mein Onkel, "ich hatte vorgestern noch einen Anruf von einem Herrn vom Umweltamt, der hier einen Vor-Ort Termin haben will. Ich habe ihn dann an dich verwiesen." "OK, hat der noch weitere Details genannt?" frage ich. Mein Onkel schüttelt den Kopf. "Hier rannte neulich einer rum, der sich als Mitarbeiter von dem Amt ausgegeben hatte", sagt Harald, "er meinte, das wär abgesprochen." Mein Onkel und ich schauen uns an. "Ich weiß von nichts", sage ich. "Ich auch nicht", sagt mein Onkel. "Wie sieht der den aus?" frage ich Harald. "Wenig Haare, Halbglatze, grau, ungefähr so groß wie Du, normale Figur", sagt Harald. "OK, das ist der Domb"¦, ein ganz unangenehmer Genosse", sagt mein Onkel, "lass dich auf nichts ein." "Alles klar", sage ich. "Ach noch was", sagt mein Onkel, "der ist ziemlich dicke mit den Angelvereinen hier in Braunschweig." "Aha!" sage ich, "da weht der Wind her." "Es könnte möglich sein, dass er das Gelände aus dem Naturschutzgebiet herausnehmen will", sagt mein Onkel, "da gab es schon mal Ansätze." "Kann man sich dagegen wehren?" frage ich. Mein Onkel schüttelt den Kopf und sagt dann: "Falls das passieren sollte, dann nur im Ursprungszustand wie es vor der Zuteilung zum Naturschutzgebiet war. Entsprechende Unterlagen und Zeichnungen findest Du im Büro." "Ok", sage ich lächelnd. "Ein Fall für den Blutengel, was?" flaxt Sandra. "Nee, Blutengel geht nur mit zuschlagen und umhauen", sage ich, "ich kann doch so einen Umweltonkel nicht einfach umhauen." Am Tisch lachen alle. "Und sagt nicht immer Blutengel zu mir", sage ich, "ich mag den Spitznamen nicht." Weil natürlich deswegen eine Anfrage kommt, erkläre ich allen kurz den Hintergrund. "Puh, das ist aber eine harte Story", sagt Kristin dann. Ich nicke mit großen Augen. "Und ich weiß auch immer noch nicht, was das in dem Traum bedeuten sollte", sage ich abschließend.
Meine Tante und Onkel verabschieden sich dann. "Ihr habt ja noch ein paar Kilometer vor euch", sagt Sandra. "Ich halte euch auf dem Laufenden", sage ich noch. "Ja gerne" sagt mein Onkel. Die Horde Kinder kommt wieder angetobt. "Wir wollen zum See runter", sagt meine Kleine. "Da muss aber einer von uns großen zum Aufpassen mit kommen", sage ich, "der See ist ziemlich tief." "Ich komme mal mit", sagt Kalle. Sandra und ich gehen auch mit. "Wir kommen gleich hinterher", sagt Jürgen grinsend. Also gehen wir mit den Kids runter. "Dürfen wir Boot fahren?" fragt Jürgens Tochter. "Mal schauen ob wir genug Platz haben", sage ich. Im Bootshaus liegt das große Alu-Boot , ein großes Schlauchboot und ein aufblasbares Kajak, welche ich vor kurzen dort hingebracht habe. Unten am Ufer schaue ich erstmal über den See. Wieder sind einige Angler da. Ich nehme mir einen rot-weißen Verkehrspylon, der im Bootshaus steht. Den benutze ich als Megaphon. "Achtung, an alle die hier verbotenerweise angeln, packen sie sofort ihre Sachen und verlassen sie das Gelände", rufe ich durch die Flüstertüte, "wenn sie in zehn Minuten nicht verschwunden sind, werde ich die Polizei rufen." Die Leute packen hastig ihre Sachen. Selbst gegenüber der dicke Angler verlässt überstürzt das Gelände. Innerhalb von fünf Minuten sind alle weg. "Das nenne ich mal Autorität", sagt Jürgen, der grade mit einigen anderen ein großes Rafting Boot runtergetragen hat. "Ihr habt aber auch alles da, was?" frage ich leicht erstaunt. Jürgen grinst nur. Wir legen alle Boote nebeneinander auf den kleinen Strand. "Das reicht für alle Beteiligten", sage ich grinsend. Wir schieben die Boote ins Wasser und steigen ein. "Falls irgendwer hinterher fragt, das ist eine offizielle Inspektionsfahrt", sage ich dann, was zu leichten Erheiterung führt. "Tse!" sage ich grinsend. Von oben kommen noch ein paar Leute mit Schlauchbooten, Antje und Tom sind auch mit dabei. Wir warten, bis sie alle zu uns aufgeschlossen haben.
Die Kinder schauen gespannt ins Wasser. Es dauert auch nicht lange, da ruft das erste: "Da sind Fische, boah, ganz viele." Tatsächlich tummeln sich etliche Karpfen unter unseren Booten. "Karpfen sind sehr neugierig", sagt Jürgen. Einige der Tiere kommen auch näher ran. "Das sind wirklich nicht wenige", sagt Sandra, die vor mir im Boot sitzt. Während wir langsam weiterfahren, tauchen immer mal wieder Fische auf, unter anderem auch Rotfedern. "Das Wasser ist schön klar", bemerke ich, "da kann man locker bis zur ersten Stufe runtergucken." Und die ist locker 10 Meter tief. Die vielen Fische erstaunen mich. "Ich glaube, da sind viele Besatzfische dabei", sagt Thomas, "von den Anglern ausgesetzt." Ich nicke. "Und dann werden sie auch noch ordentlich angefüttert", sage ich, "habe ich mehrfach beobachten können." "Das muss eine Menge sein", sagt Jürgen, "so viele könnte der See alleine nicht ernähren, der Bewuchs gibt es jedenfalls nicht her." "Deswegen kommen die Angler auch immer wieder her", sagt Kalle. "Hm, da müsste man mal ein großes Abfischen organisieren und danach den See bestmöglich abriegeln", sage ich, "damit das hier mal wieder in ein natürliches Gleichgewicht kommt." Kaum habe ich es ausgesprochen, steht schon wieder ein Angler am Ufer, offensichtlich ist er grade angekommen. "Was wollen Sie denn hier?" spreche ich ihn forsch an. "Äh, äh, angeln", antwortet der verdattert. "Ist verboten, gehen Sie bitte wieder", sage ich weiter. "Und was machen Sie mit den vielen Leuten für einen Spaßausflug?" fragt der dann doch ganz frech. Ich schaue ihn verärgert an. "Bestandsaufnahme und Sensibilisierung der Kinder und Jugendlichen", antworte ich ernst, "Bestandsaufnahme deshalb, wie der See durch Sie und ihre Anglerkollegen aus dem ökologischem Gleichgewicht geraten ist. Eine Anzeige werden wir wohl erwägen." Und zack, schon ist der Angler weg. "Mal schauen, ob der Umweltonkel vom Amt darüber informiert wird", sage ich. Jürgen grinst mich an. "Hast schon ein Verdacht, Steffi?" fragt er. "Ich vermute mal, da missbraucht einer seinen Beruf für Privates", sage ich grinsend. Wir drehen weiter unsere Runde. Nach gut der halben Strecke machen wir eine Pause und halten die Boote zusammen. "Ganz toll", freuen sich die Kinder. "Wenn der Umweltmensch uns wirklich den Naturschutzstatus aberkennen sollte, können wir das gerne öfter machen", sage ich. "Und der Wasserrutsche steht dann auch nichts mehr im Weg", sagt Jürgen gutgelaunt. "Wie, Wasserrutsche?" fragt Sandra erstaunt. Jürgen erklärt das noch mal ganz genau. Sandras Augen und auch die Augen der Kinder leuchten. "Ich bin dabei", sagt Sandra begeistert. "Ich aber auch", rufen viele der Kinder.
Aus den Augenwinkeln sehe ich, wie von einem über das Wasser hängenden Ast ein paar Meter vor uns etwas ins Wasser plumpst. Meine Große hat das auch gesehen. "Was war denn das?" fragt sie. Kurz danach taucht es wieder auf. "Cool, ein Eisvogel", freut sich die Große. Wir sind alle auf einmal ganz ruhig und bewegen uns nicht. Kurz darauf kommt er wieder. Und "plitsch", wieder ins Wasser. Gespannt schauen alle hin. "Habe ich noch nie gesehen", sagt Sandra begeistert leise. Und schon wieder kommt einer und dann noch einer. Ein paar von uns fotografieren. Ganz langsam paddeln wir die Boote in Richtung Seemitte. Die Eisvögel scheint das gar nicht zu stören. Wir fahren die Runde dann weiter. Am Platz, wo der dicke Angler immer sitzt, schaue ich genauer hin, ob ich irgendwas auffälliges sehe. Ich vermute seit längerem, das er da ein Versteck hat. Ich sehe aber nichts. So langsam fahren wir zum Ausgangspunkt zurück. Wir ziehen die Boote aus dem Wasser. "Das war toll!", rufen einige der Kinder. Dann verstauen wir die Boote im Bootshaus und gehen wieder hoch zur Kaffeetafel. Dort haben sich zwischenzeitlich Ines, Karin und Florian eingefunden. Herzlich begrüßen wir uns. "Das ist ja toll mit eurer Kaffeetafel", freut sich Karin. "Habt ihr was übergelassen?" fragt Kalle grinsend, "Bootfahren macht hungrig." "Ist noch genug da", beruhigt Jessi. Wir setzen uns wieder an den Tisch. Meine Große verschickt Bilder von der Bootstour und der Kaffeetafel, auch an meine Gattin. Dann kriegt sie eine Antwort. "Guck mal, unsere Kaffeetafel ist schöner", sagt sie und zeigt das Foto auf ihrem Handy. "Nanu, das ist doch auf dem Schützenfest im Zelt", sage ich erstaunt. "Ja, Mami, hilft da heute bei der Kaffeetafel mit", sagt die Große. "Wie jetzt?" frage ich erstaunt. Sandra amüsiert sich über mein Staunen. "Kaum bin ich aus dem Haus, geht sie aufs Schützenfest", sage ich grinsend. "Liegt an ihrem Typen", sagt die Kleine. "Komisch, ich bin doch auch noch in dem Verein", sage ich. Jetzt schaut mich Sandra mit großen Augen an. "Bei den Bogenschützen", klärt meine Kleine gleich auf, "die haben aber eher ihr eigenes Ding gemacht." Ich zwinkere Sandra zu. "Stark, Steffi ist Bogenschützin", freut sich Kalle, "find ich gut." Sandra schaut mich an. "Das finde ich aber auch toll", sagt sie mit strahlenden Augen, "das kannst Du mir aber mal zeigen." "Gerne", sage ich. Thomas hat in der Zwischenzeit Ines und die anderen beiden über unser Gespräch mit meinen Onkel und unsere "Inspektion" per Boot aufgeklärt. Ines schaute etwas sorgenvoll. "Wenn das aus dem Naturschutz-Gebiet rausgenommen wird, wie geht es dann weiter?" fragt sie. "Renaturieren, was die Angler verbockt haben und trotzdem angemessen, naturnah nutzen", antworte ich, "eine Freizeitmeile soll es jedenfalls nicht werden. Praktisch so wie es vorher war. Vorne am Bootshaus kann man ans Wasser und baden und Bootfahren ist auch erlaubt. Der Rest des Ufers darf ruhig wieder zu wachsen." Ines scheint erleichtert zu sein. "Arbeitet ihr mit dem Umweltamt eigentlich zusammen?" frage ich die drei. "Nein, die kommen nur wenn sie eine Frage haben, die sie nicht selber beantworten können", sagt Florian leicht abwertend. "Ja, die sind ziemlich arrogant da", fügt Karin noch hinzu. "Also würde es für die Natur am See besser werden, als es jetzt unter der Fuchtel von dem Amt ist?" fragt Ines. "Würde ich so sagen", antworte ich. Das beruhigt Ines dann doch.
So langsam lösen wir die Kaffeetafel auf. Es ist noch einiges an Kuchen da, wer will kann etwas mitnehmen. Meine Große sucht ein paar Stücke heraus. "Den Himbeerkuchen von Sandra muss Mami unbedingt probieren", sagt meine Große, "der ist oberlecker. "Danke", sagt Sandra, "kannst gerne das Rezept haben. Backst Du auch?" Meine Große nickt. "Sehr gut sogar", füge ich hinzu. Dann tragen wir noch Tische und Stühle rein, die nicht draußen bleiben. "Oben ist schon alles aus und abgeschlossen", sagt Tom. "Na dann können wir ja mal tschüss sagen", sagt Jürgen. Es folgt eine große Verabschiedung. "Fahren wir noch zu Sandra?" fragt meine Kleine, "ich möchte mal die Katzen sehen." Gerne", sagt Sandra. "Ich fahre bei Sandra mit", sagt die Kleine. "Ich auch", sagt die Große. Ich zucke mit den Schulter. "Das ist schon ein Kompliment", sage ich lächelnd. "Danke", sagt Sandra. Gemeinsam fahren wir vom Hof. Sandra fährt dann auch nicht ganz so zackig wie sonst immer. Aber ihren Spaß scheinen die drei zu haben, das sehe ich bei den Halten an den Ampeln. Dann kommen wir bei Sandra an. Als wir zur Tür gehen, kommen die beiden Katzen schon angelaufen und gehen sofort zu meinen Mädels. "Sind die süß!" sagt die Kleine, "darf man die hochnehmen?" Na klar", antwortet Sandra, "das haben sie gerne. Am liebsten lassen sie sich den halben Tag rumtragen." Die Katzen kuscheln sich bei den Beiden im Arm ein. Ich mache schnell ein paar Fotos. Sandra schließt ihre Wohnungstür auf. Meine Töchter gehen vor mir rein. Ich bin noch gar nicht richtig drin, da ruft meine Kleine: "Cooooool, das ist ja Frau Papi!" Ich gehe weiter rein und sehe die Beiden staunend vor einem Poster großen Bild stehen. "Wo hast Du denn das Bild her?" frage ich Sandra erstaunt, aber grinsend, "das ist ja eine schöne Aufnahme." Auf dem Bild bin ich während des Fallschirmspringens im freien Fall zu sehen. Schön grinsend in der stabilen X-Lage von vorne fotografiert. "Das habe ich von Burkhard bekommen, das war bei meinem Tandem-Sprung", antwortet Sandra. "Ah ja",, sage ich grinsend. "Da, wo Du mich überrascht hast, du Schuft", sagt Sandra grinsend. "I-hi!" sage ich. "Sehr geil", sagt die Große, "seit wann machst Du das?" "Seitdem ich Segelfliege", antworte ich wahrheitsgemäß. "Da hast Du nie drüber gesprochen", sagt die Kleine fast vorwurfsvoll. "Da hat Mami auch was dagegen gehabt", sage ich dann noch, "das ihr das mit dem Segelfliegen wisst, war schon eine riesen Überwindung für sie."
Wir gehen weiter in die Wohnung. Die Katzen lassen sich weitertragen und die Kinder genießen es. "Darfst Du auch Tandemsprünge machen?" fragt mich meine Kleine verschmitzt. "Oh, da muss ich mich schlau machen, ob ich es noch darf", antworte ich, "ich habe früher die Jugendlichen mitgenommen, die die Segelfliegerausbildung gemacht haben. Damit sie ein Gefühl dafür kriegen, wie das ist, wenn man bei Gefahr in der Luft aus einem Segelflieger ausstiegen muss." "Aha", sagt die Kleine lächelnd. "Ich würde ja schon bei Frau Papi mal mitspringen", sagt meine Kleine. Sie ist im Gegensatz zur Großen etwas draufgängerischer, wobei die Große auch kein Feigling ist, sie ist halt nur etwas vorsichtiger. "Ich frage aber erstmal, ob ich das noch darf und was ich machen muss, dass ich es auch wieder darf, wenn es nicht mehr geht", sage ich, "und dann ist bei Mami Überzeugungsarbeit angesagt." "Die hat aber auch immer Schiss", sagt die Kleine grinsend. Da sage ich jetzt mal gar nichts zu. "Mi, miau", sagt die eine Katze. "Das heißt Hunger", sagt Sandra. "Dürfen wir sie füttern?" fragt die Große. "Na klar", sagt Sandra und holt alles raus. Die Katzen kreisen jetzt um die beiden Mädels. Die eine klettert meiner Großen auf die Schulter. "Das ist ja cool", freut sich die Große. Dann schlagen sich die beiden Katzen den Bauch voll, während die Mädels zu schauen. "Die haben so ein schönes Muster", sagt meine Große. Die Kleine hat ein paar Fotos vom Tag und auch von den Katzen an meine Gattin geschickt. Die ruft mich prompt an. Erstaunlich freundlich fragt sie: "Seid ihr jetzt bei Sandra?" "Ja, die Kinder wollten unbedingt die Katzen sehen", antworte ich, "bei der Gelegenheit, wann soll ich die Kinder denn zurückbringen?" "Hm, ich könnte sie auch abholen", antwortet sie, "ich muss mal raus nach dem ganzen Trubel." Innerlich grinse ich mir einen. Sandra steht neben mir und hat das Gespräch mitbekommen. "Darf ich mal das Telefon haben?" fragt sie mich. "Klar", antworte ich und dann zu meiner Gattin: "Ich gebe Dir mal Sandra." Die beiden sind auch ruckzuck am Erzählen. Ich staune nur, wie die beiden miteinander klarkommen. "Ich habe eure Mami zum Essen eingeladen", sagt sie dann zu den Kids. "Was gibt es denn?" fragt die Kleine. "Ich habe verschiedene Nudeln da und lecker Tomatensoße mit Tomaten aus dem Garten meiner Eltern", antwortet Sandra. "Genau das!" antworten beide Mädels begeistert gleichzeitig. "Na, Du weißt wie man Teenies rumkriegt, was?" sage ich zu Sandra. "Ja, ich habe ein paar Nichten und Neffen, die sind genauso", antwortet Sandra lächelnd. Wir stehen dann alle in Sandras Küche. Von hier kann man auf die Straße schauen. Nach einiger Zeit kommt ein Auto langsam die Straße rauf. Das ist der Van von ihrem Lover. Meine Gattin steigt aus und schaut sich erstaunt um. "Komisch, eigentlich kennt sie die Ecke hier", sage ich. Das ist schon eine noble Wohngegend hier, vielleicht hat sie nicht damit gerechnet. "Ich mache mal die Tür auf", sagt die Kleine. Die Katzen laufen gleich hinterher. "Na, die haben aber neue Freunde ab heute, die Katzen", sage ich lächelnd. Die Kleine öffnet die Haustür. "Huhu, Mami, hier sind wir", ruft sie. Meine Gattin geht hin. Sandra geht auch zur Tür. "Wir passen hier auf", sage ich. Sandra zwinkert uns zu. Meine Gattin scheint sichtlich angetan zu sein. "Das ist ja schön hier alles", sagt sie beim Reinkommen. "Och na ja, ich richte grade noch ein", antwortet Sandra. Dann sieht meine Gattin das Poster von mir. Dementsprechend besorgt sieht sie aus. "Stefanie wusste nichts davon, dass ich das habe", sagt Sandra selbstbewusst. "Hm na ja, ewig geheim halten kann man das sowieso nicht", sagt die Gattin, was mich noch mehr verwundert, "außerdem scheint es ihm, ääh, "¦ihr ja immer noch Spaß zu machen." "Und wie", sagt Sandra, "mich hat sie komplett angesteckt." Dann kommt sie in die Küche und bestaunt hier alles. "Huhu Mami", sagt meine Große. Ich halte mich weiterhin zurück. Dann kommen die Katzen wieder. "Mi-Miau", sagt die eine und tatzt der Gattin am Bein. "Die sind ja süß", sagt die Gattin und krault die Katzen ausgiebig.
Während Sandra meiner Gattin die Wohnung zeigt, bereiten die Kinder und ich weiter das Essen zu. Dann essen wir zusammen in einem abgeteilten Teil des großen Wohnzimmers, der als Essecke dient. Nach dem Essen fragt meine Große: Dürfen wir mal draußen gucken?" "Na gerne doch", lächelt Sandra. Ich gehe mit. "Ich kenne auch noch nicht alles", sage ich grinsend, außerdem ist mir die Anwesenheit meiner Gattin irgendwie unangenehm. Sandra und sie bleiben noch sitzen und unterhalten sich angeregt. "Was ist denn das hier für eine Halle?", fragt die Kleine. "Da ist ein Pool drin", antworte ich wahrheitsgemäß. Die Mädels machen große Augen. Zusammen gehen wir rein. "Nicht schlecht", staunt die Große. Dann erkläre ich, was Sandra und ich damit noch vorhaben. "Das wird dann ein richtiges Hallenbad mit 20 mal 10 Meter", sage ich grinsend und genieße das Staunen der Kinder. "Das wird ja cool", sagt die Kleine dann. Wir gehen weiter durch den Garten Richtung Fluss. An einer großen Eiche bleiben wir stehen. "Da ist ja ein Baumhaus, da oben", bemerkt die Kleine. Jetzt staune ich auch, weil ich das bisher nicht gesehen habe. "Na sowas", sage ich erstaunt, "was es hier noch zu entdecken gibt." Dann gehen wir zum Fluss, stellen uns auf den Steg und schauen zu, wie der Fluss behäbig vorbei strömt. Wobei die Strömung nicht besonders stark ist. Sandra und meine Gattin kommen langsam zu uns runter. "Du, Sandra?" fragt meine Kleine, "wem gehört das Baumhaus?" "Mir", sagt Sandra lächelnd. "Hast Du das gebaut?" fragt die Kleine weiter. "Nein, das haben die Vorbesitzer für ihre Kinder gebaut", antwortet Sandra, "und die haben das dann für ihre Kinder noch mal verbessert. Als ich das Grundstück und Haus gekauft habe, war das natürlich mit dabei." "Kann man da mal hoch?" fragt die Große. "Na klar", sagt Sandra und holt hinter dem Baum ein Seil hervor mit dem sie eine Stickleiter runterlässt. Ich fixiere die Strickleiter und gekonnt klettern die Beiden hoch. Oben schauen sie sich das Baumhaus genau an. "Total gut", befindet die Große, "komm mal hoch, Frau Papi." "Hält das?" frage ich Sandra, obwohl es von unten sehr solide aussieht. "Wir waren schon mit fünf Erwachsenen oben", sagt Sandra beruhigend. Also klettere ich auch über die Strickleiter hoch. "Sieht sehr professionell aus", flaxt meine Große. "Frau Papi war doch bei der Bundeswehr", antwortet die Kleine, "da lernt man das." "Meine Güte, ist das groß hier oben", staune ich. Über eine Luke kann man auch auf das Dach gehen. Von hier hat man schon eine gute Aussicht über die Umgebung. Nach einer Weile klettern wir wieder runter. Oma Willi ist mittlerweile zu Sandra und meiner Gattin gekommen. Sie erzählt dann noch einige Details über das Baumhaus. "Cool!" sagen meine Kiddies. Wir gehen dann weiter durch den Garten und dann noch mal ins Haus. Meine Gattin bedankt sich dann noch bei Sandra, und dann sogar bei mir, weil ich die Kinder betreut habe. Dann wollen sie auch los. Aus meinem Auto hole ich noch die Sachen der Kinder und bring sie zum Auto meiner Gattin. "Das war echt toll heute", sagt die Große, die Kleine stimmt ihr zu. "Ihr seid immer gerne willkommen" sagt Sandra lächelnd. "Tschüssi", sagen die drei, steigen ins Auto ein und fahren los. Wir winken noch hinterher. "Komisch, wie Du und meine Gattin miteinander klarkommt", sage ich halb staunend, als wir ins Haus gehen. "Wir haben einige Gemeinsamkeiten entdeckt", sagt Sandra grinsend. "Mit einem Unterschied", feixe ich und lasse Sandra auf die Antwort warten, ""¦ "¦ Du bist nicht so überdreht Konservativ!" " Das könnte ich auch gar nicht", sagt Sandra lächelnd und gibt mir einen Kuss. Der ist dieses Mal so geil, dass er mich in die Knie zwingt. Na gut, Sandra bugsiert mich ein wenig. Kurz danach liege ich auf dem Rücken auf dem Boden, Sandra über mir. Lange küssen wir uns so. Sandra schaut mich dann an. "Den Rest im Bett?" fragt sie mit einer knisternden erotischen Stimme. "Los", sage ich leise. Im Bett haben wir dann noch einigen Spaß, bis wir erschöpft einschlafen.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
-
Stephanie
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1461
- Registriert: Mo 31. Mär 2014, 18:05
- Geschlecht: m/w/d
- Pronomen: Gute Frage...
- Wohnort (Name): Meine
- Forum-Galerie: gallery/album/93
- Hat sich bedankt: 33 Mal
- Danksagung erhalten: 175 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Blutengel
Der Umweltonkel
Wir stehen recht früh auf, machen uns im Bad zurecht und frühstücken zusammen. Danach machen wir uns auf dem Weg zu unseren Autos. Danach fahren wir los. Und wie üblich holt mich Sandra am Parkplatz ab und fährt mich noch rein. "Sehen wir uns dann heute Mittag?" fragt Sandra. "Aber gerne", antworte ich. Der Arbeitstag geht ruhig los. Nach einiger Zeit kommt Torsten mit der Tageszeitung. "Hier ist ein Bericht von eurem Schützenfest drin", sagt er grinsend und gibt mir die Zeitung mit der aufgeschlagenen Seite. "Na da muss ja was los gewesen sein", sagt Torsten, "dass die da über eine halbe Seite mit mehreren Fotos berichteten." Andreas kommt dazu. "Spielt ihr demnächst noch irgendwo?" fragt er, "das würde ich ja mal gerne sehen." "Am vorletzten Samstag in diesem Monat spielen wir noch mal vorm Urlaub", antworte ich und erkläre dann auch wo das ist. "Cool, das schreibe ich mir in den Kalender", sagt Andreas. Ich widme mich dann wieder meiner Arbeit. Nach einiger Zeit klingelt mein privates Handy. Eine Nummer, die ich nicht kenne. Ich zögere erst, dann gehe ich doch ran und melde mich ordentlich. "Ja, schönen guten Tag, Domb"¦ mein Name, Umweltdezernat Braunschweig", meldet sich jemand. Ich stutze erst; Umweltdezernat, wie abgehoben ist denn das? "Guten Tag", sage ich, "was kann ich für Sie tun?" Ohne große Umschweife kommt der gleich zum Thema. "Ich mache heute Nachmittag eine Begehung an dem von ihnen betreuten Grundstück", sagt der, "vornehmlich an dem im Naturschutzgebiet liegendem See." "Aha, das ist jetzt sehr kurzfristig", bemerke ich, "welche Uhrzeit schwebt Ihnen vor?" "Treffen um 14:00 Uhr am Büro", sagt der emotionslos. "Wie bitte?" sage ich gespielt aufgeregt, "geht es vielleicht noch kurzfristiger?" "Werden Sie mal nicht frech", bekomme ich als Antwort. Spätestens jetzt hat er bei mir verschissen. "Also, ich kenne es eigentlich so, dass man solche Termine schriftlich bekommt, mit einigen Tagen Vorlauf", sage ich leicht patzig. "Es war leider nichts mehr frei", sagt der Herr. "Ich kann frühestens um 13.45 Uhr Feierabend machen", sage ich jetzt provozierend, "und wäre frühestens um Viertel nach Zwei da." "Der Durchlauf wird voraussichtlich zwei Stunden dauern und um 16:00 Uhr habe ich Feierabend", sagt Herr Domb.. , "also geht nur zwei Uhr." "Sagen Sie mal, wer ist hier eigentlich frech?" frage ich mit süffisanten Unterton, "Sie verlangen von mir maximalste Flexibilität und sind selber nicht dazu in der Lage?" "Also, ääh", stammelt er. Ich kann etwas Ärger in der Stimme erraten. Dann fasst er sich. "Um 14:00, nicht später", sagt er dann im Befehlston. "Na dann, Ihnen noch einen glücklichen Tag", sage ich übertrieben freundlich und lege auf. Ulrich steht bei mir am Platz. "Was ein A********", sage ich, während ich das Handy weglege, und dann zu Ulrich der mich grinsend anschaut: "Ein ganz unflexibler vom Umweltamt." Und Ulrich fragt: "Doch nicht der Domb"¦ ?" "Doch, kennst Du den?" frage ich. "Ja", sagt Ulrich und winkt ab, "kannst mir Morgen mal erzählen." "Gerne", sage ich.
"Tja, das wird heute nichts, mit Überstunden", denke ich mir. Ich rufe Sandra an und erzähle ihr davon. Dann verabreden wir uns etwas später zum Mittag, so dass ich dann von da aus gleich losfahre. Ich kann zwar meine Arbeitszeiten selber planen, rufe aber trotzdem bei Anja, der Sekretärin vom Chef an, um sie zu informieren. Dann tickere ich noch je eine WhatsApp-Nachricht an die Werkstatt und an Ines und Co. zu dem Thema. Von Kalle bekomme ich eine Antwort, dass er mit dabei ist. Auch Karin schreibt, dass sie Zeit hat. Dann bin ich ja nicht alleine, das ist schon mal gut. Der restliche Vormittag verläuft ruhig. Zwischendrin treffe ich mich mit Torsten und Andreas draußen zu einem Meinungsaustausch am Raucherplatz. "Meine Güte ist das wieder warm heute", sage ich beiläufig. Ich trage noch eine dünne Strumpfhose, auf die ich aber so langsam verzichten kann. Beim Reingehen gehe ich kurz auf die Toilette und ziehe die Strumpfhose aus. Als ich dann das Büro betrete, kann sich Ulrich natürlich einen Spruch nicht verkneifen. "Das solltest Du öfter machen, das sieht gut aus so", sagt er grinsend, "der Rock ist vielleicht etwas kurz." Ich bleibe stehen und lege meine Hand an den unteren Rocksaum. "Dress-Code ist, eine Handbreit über dem Knie", sage ich grinsend, "da liege ich voll drin." Ulrich schüttelt leicht grinsend den Kopf, während Torsten seine Augen gar nicht von meinen Beinen weg bekommt. "Ziemlich geiles Fahrwerk", sagt er dann. Mit wippenden Gang gehe ich dann zu meinem Platz, der Rock schwingt dabei ordentlich. Ich trage heute einen ausgestellten, weich fließenden, roten Rock mit einer großen Blume in Weiß und verschiedenen Blautönen. Dazu ein helles, weites Shirt und Rote Pumps mit einen dezenten, mittelhohen Absatz. Eine Weile habe ich noch zu tun. Zeitnah fahre ich meinen Rechner runter und gehe zur Kantine. Vor der Kantine wartet Sandra. Sie lächelt mich an. "Süß siehst Du aus", sagt sie. Dann gehen wir rein. Wie üblich schauen uns viele, überwiegend Männer an, wie wir zur Essenausgabe gehen. Nachdem wir unsere Essen haben, suchen wir uns einen Platz. "Willst Du dann so zum See fahren?" fragt Sandra. "Ja, wollte ich", antworte ich, "nicht gut? Sandra lächelt. "Doch schon", sagt sie, "nur dass der Umweltonkel Dich dann nicht als naiv abstempelt." "Soll er doch", sage ich frech und lächele. "Du machst das schon", sagt Sandra lächelnd. Nach dem Essen gehen wir wie üblich noch eine kleine Runde und genehmigen uns jede noch eine Kugel Eis vom Eiswagen, der vorm Tor steht. "Mal was anderes", sage ich zu Sandra, "wann hast Du denn deinen nächsten Termin zum Fallschirmspringen?" "Das ist ein bisschen wetterabhängig", antwortet Sandra, "heute ist wohl zu viel Thermik." "Stimmt", sage ich, "zum Segelfliegen ideal, das würde ich heute auch lieber machen." "Wenn es losgeht, rufe ich dich an, Du musst unbedingt dabei sein", sagt Sandra. "Aber gerne", sage ich und lächele sie lieb an. Langsam muss ich dann aber auch los. "Dann melde dich mal", sagt Sandra. "Aber klar doch", antworte ich. Sandra trifft sich heute Abend mit einer Freundin. "Bis dann", sagt sie noch und geht wieder rein. Ich gehe zum Auto. Ich dreh mich nochmal um und sehe, das Sandra mir hinterher schaut. Sie lächelt und macht einen Kussmund. Ich mache das auch und winke.
Um halb Zwei mache ich mich auf den Weg zur Spedition. Ich komme gut durch und bin schon um Zehn vor Zwei da. Karin und Kalle sind auch schon da. Ich begrüße die beiden. "Du hast einen schönen Kleidungsstil, Steffi", sagt Karin, "steht dir super." Danke", sage ich. "Jepp, kann ich nur bestätigen", sagt Kalle, während seine Augen an meinen Beinen kleben. Ich lächele ihn an. Wir unterhalten uns locker und machen ein paar Witze. Ich schaue auf die Uhr. "Tse, schon zehn nach Zwei und kein Umweltonkel da", sage ich, "dabei hat er noch so eine Welle gemacht, wegen pünktlich um zwei Uhr." Dann fährt ein Auto auf den Hof. Eine Frau und ein Mann steigen aus. Auf den Mann passt die Beschreibung, die meine Onkel gestern von Herrn Domb"¦ gemacht hat voll zu. Er steuert auch gleich auf uns zu, während die Frau deutlich hinter ihm geht. "Wir fangen gleich an", sagt er zu Kalle, "Frau Boe kann leider nicht pünktlich sein." Kalle grinst. "Woher kennen Sie Frau Boe?" frage ich naiv, "sind Sie ihr schon mal persönlich begegnet?" "Äh, nee", sagt Herr Domb"¦ . "Also ich bin Ihnen auch noch nie begegnet", sage ich zu ihm. Jetzt schaut er etwas sparsam. Kalle kann sich ein Grinsen nicht verkneifen. "Gestatten, Stefanie Boe", sage ich höflich, "ich war übrigens überpünktlich vor 14:00 Uhr hier." Zerknirscht schaut er mich an. Seine Begleiterin lächelt dagegen. Aus meinem Auto hole ich Sneaker und tausche sie gegen die Pumps. "Meinetwegen kann es losgehen", sage ich, "wie haben sie den Ablauf denn geplant?" "Äh, ja, wir machen eine Runde um den See", sagt Herr Domb"¦ etwas unschlüssig. Irgendwie versucht er die ganze Zeit mich in irgendeiner Weise abzuscannen. Ich bin ja auch gemein, mit dem kurzen Rock. Jedenfalls habe ich ihn wohl etwas aus dem Konzept gebracht, was mir natürlich in die Hände spielt. "OK, haben sie eine Vorgehensweise oder gar ein Ziel?" frage ich. "Wie meinen Sie das?" fragt er dagegen. "Nun ja, ich habe keinen Schimmer was Sie hier machen wollen, bzw. was Sie mit der Begehung bezwecken wollen", antworte ich, "ich weiß nichts davon, dass Sie hier regelmäßige Begehungen machen. Nur, dass Sie in letzter Zeit hier unangemeldet aufgetaucht sind und eigenmächtig Begehungen gemacht haben. Weder der Eigentümer noch ich als Verwalterin wussten darüber Bescheid." "Wir dürfen das vom Umweltamt her", sagt er etwas konfus wirkend. "Das ist so nicht ganz richtig", sage ich, "das ist hier Privateigentum. Sie müssen mich schon in Kenntnis setzen, wenn Sie das Gebiet betreten wollen." "Ich kann auch gerne einen dementsprechenden Bescheid vom Gericht beantragen", sagt Herr Domb"¦ jetzt erbost. "Das können Sie gerne tun, wenn hier ein berechtigtes Fehlverhalten unsererseits vorliegt", erwidere ich, "es sieht im Moment aber nicht so aus." "Das werden wir ja sehen, wenn wir runtergehen", sagt er wieder. Eine leichte Aggression schwingt in seiner Stimme mit. "Ich bin gespannt", sage ich höflich.
Zusammen gehen wir zum See herunter. Herr Domb vorneweg, als wäre er hier der Herrscher. Ich gehe neben Karin und Kalle. Karin sieht etwas angespannt aus, während Kalle mich angrinst und dabei mit einem Auge zwinkert. Wir kommen am See neben dem Bootshaus an. Herr Domb rüttelt an der Tür. Die ist aber abgeschlossen. "Ich will da mal reinschauen", sagt er in einem Befehlston. Ich hole den Schlüssel aus meiner Handtasche und schaue ihn genervt an. "Als Höflichkeit in der Schule dran war haben sie offensichtlich gefehlt, was?" frage ich schnippisch. "Ich kann auch anders", fährt er mich an. "Ich auch!" fauche ich zurück, "noch so eine Entgleisung und sie fliegen vom Gelände." Da hat er wohl nicht mit gerechnet. Ich schließe die Tür vom Bootshaus auf, öffne sie und sage: "Bitte schön, nach Ihnen." Er geht hinein. Drinnen liegen natürlich noch einige der Boote von gestern. Ich bleibe in der Tür stehen. "Wozu sind denn bitteschön die ganzen Boot da?" fragt Herr Domb kritisch. "Um sich damit gewöhnlich über das Wasser zu bewegen", sage ich gereizt. "Das weiß ich auch", meckert er, was ich mit einem lapidaren: "Aha!" quittiere. Er schaut mich genervt an. "Und was machen sie dann, wenn sie sich über das Wasser bewegen?" schnauzt er mich an. "Inspektionsfahrten", antworte ich knapp, "wozu, werden sie gleich sehen." Er schaut mich mit leerem Blick an. Kalle ist die ganze Zeit am Grinsen, zwischendrin hat er schon den Daumen hoch gezeigt. Wir gehen weiter am Ufer entlang. An einer markanten Stelle bleibt Herr Domb stehen. Es ist ein Platz wo oft ein Angler sitzt. Das Gras was dort wächst, ist plattgelegt, bzw. schon nicht mehr da, so dass der Boden zu sehen ist. "Was ist das hier?" fragt Herr Domb. "Ein Platz an dem Angler sitzen und fischen", sage ich "nebenbei lassen sie hier ihren Abfall liegen oder schmeißen ihn ins Wasser. In dem Gebüsch dahinter wird dann auch gerne die Notdurft verrichtet." Entgeistert schaut er mich an. "Und um auf ihre Frage von eben zurückzukommen, vom Boot aus schauen wir dann ins Wasser, um Verschmutzungen zu sehen, die man von hier aus nicht sieht", führe ich weiter aus, "an manchen Stellen sieht man sogar Massen von Anfütterungsfutter am Grund liegen." Ziellos schaut sich Herr Domb um. "Und was machen sie dagegen?" fragt er dann schnippisch. "Anzeigen!" antworte ich ebenso schnippisch, "die Herrschaften fahren ja zu allem Überfluss mit ihren Autos hier vor." Kalle nickt. "So wird das hier gemacht", sagt er dann. "Das muss man sich mal überlegen, die fahren hier unbefugt in einen gesperrten Weg hinein, schneiden den Zaun auf und betreten unbefugt das Grundstück", sage ich provozierend, "das zeugt ja von unheimlicher Intelligenz." Herr Domb schaut mich böse an. "Schauen Sie nicht so, das ist die Realität", provoziere ich weiter, "ich kann diesen Anglern absolut nichts abgewinnen." Jetzt habe ich ihn wohl richtig erwischt, er ist völlig sprachlos. In dem Moment taucht hinter einem Busch ein Fremder auf und hat sein Angelzeug dabei. Weil ich sowieso grade hoch drehe, fauche ich den Typen an: "Wie oft sollen wir eigentlich noch den Zaun flicken, bis ihr endlich kapiert, dass hier der Zutritt und Angeln verboten ist?" Etwas überrascht schaut er mich an, dann sieht er Herrn Domb und spricht ihn an: "Gut sie zu sehen, Herr Domb, wird das jetzt hier offiziell ein Angelsee?" Mir klappt doch glatt der Unterkiefer runter, vor so viel Unverfrorenheit. Herr Domb wird knallrot im Gesicht. Ich fasse mich schnell und gifte den Angler an: "Das wird hier nie ein Angelsee und sie verschwinden sofort." Kalle hat ein kleines Funkgerät dabei und spricht hinein: "Könnt ihr mal das Kennzeichen von dem Auto oben für Steffi aufschreiben?" "Wird gemacht", kommt per Funk zurück. "Danke Kalle", sage ich grinsend. Der Angler geht schnell hoch zu seinem Auto, während Herr Domb völlig perplex ist.
"So Herr Domb, der Termin ist zu Ende, ich habe alles erfahren, was ich wissen wollte", sage ich bestimmend, "ich mache jetzt von meinem Hausrecht Gebrauch, Sie und Ihre Begleiterin gehen sofort und direkt zu ihrem Wagen und verlassen augenblicklich das Gelände." Er schaut mich böse an. "Sie hören noch von mir", giftet er mich an. "Das hoffe ich", sage ich lächelnd, "es gibt ja noch einiges zu regeln." Schnellen Schrittes geht er mit seiner Begleiterin weg. Die ganze Zeit regt er sich auf, während seine Begleiterin versucht ihn zu beruhigen. Wir schauen noch kurz hinterher. "Was war denn das für eine Nummer?" frage ich in die Runde. "Dumm gelaufen", sagt Karin jetzt entspannter. "Der hat seine Meisterin gefunden", sagt Kalle grinsend und nimmt mich von der Seite in den Arm. Ich lege meine Hand auf seine Schulter, lächle ihn lieb an und sage : "Danke Dir." "Kommt, wir gehen noch einen Kaffee trinken oben", sagt Kalle. "Da sage ich nicht Nein", antwortet Karin lächelnd. Langsam gehen wir los. Karin und ich nehmen Kalle in die Mitte und legen jeweils die Hände auf seine Schulter. "Wow", sagt er, "flankiert von zwei hübschen Mädels." Er genießt das richtig. Oben angekommen gehen wir so über den Hof zur Werkstatt. Draußen sitzen ein paar Leute. "He Du Glückspilz", flaxt Thomas. Kalle zuckt mit der Schulter. "Er weiß wie es geht", haut Karin trocken raus. Wir setzen uns hin. "Ich hole uns mal Kaffee", sagt Kalle. "Es ist auch noch einiges an Kuchen von gestern da", sagt Thomas. "Super, dann komme ich mal mit", sage ich und frage Karin, ob ich ihr einen mitbringen soll. "Au ja gerne", antwortet sie. Dann folge ich Kalle in die Küche. Ich suche ein paar Stücke heraus und gehe dann wieder mit Kalle raus. Mittlerweile ist auch Harald angekommen und möchte natürlich wissen, wie der Termin abgelaufen ist. Abwechselnd erzählen Karin, Kalle und ich es. Harald und auch die anderen kommen aus dem Grinsen gar nicht mehr raus. "Was glaubst Du, wie es weiter geht?" fragt mich Jürgen. "Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten", antworte ich, "es bleibt wie es ist. Dann können wir aber gegen den Status angehen, weil uns die Angler den See versauen und das Umweltamt weiter nichts dagegen tut." Inzwischen ist Ines angekommen. Gespannt hört sie zu. "Oder aber er erkennt uns den Status ab, weil er glaubt, seine Anglerkollegen hier unter zu kriegen", führe ich weiter aus. "Woher weißt Du das, dass er für die Anglervereine arbeitet?" fragt Thomas. "Von meinem Onkel einerseits, der hat gute Drähte in die Verwaltung", sage ich, "und die Nummer von dem Angler vorhin war ja selbsterklärend." "Aber warum wollen die denn so massiv hier rein?" fragt Ines, "es gibt doch hier tausend Möglichkeiten, alleine der Mittelland Kanal." "Viele Teiche und Seen in der Gegend sind belastet, weil sie zum Teil auf stillgelegten Mülldeponien liegen", sage ich, "die Oker und der Kanal sind auch nicht die besten Wasserqualitäten. Unser See hier dagegen ist echt richtig sauber. Und das soll er auch bleiben." "Und wenn wir den Satus ab ernannt bekommen?" fragt Ines. "Dann können wir uns glücklich schätzen, dass wir nicht mehr von unwissenden kontrolliert werden", sage ich grinsend. "Autsch!", sagt Jürgen grinsend, "harte Ansage." Ich grinse. "Ich würde mir dann kompetente Unterstützung ranholen, Leute die sich eben mit der Natur auskennen", sage ich lächelnd und mache eine Pause, dann sage ich zu Ines und Karin: "Hättet ihr Lust?" Ines wird vor Verlegenheit rot im Gesicht. "Wie süß!" kommentiere ich das. "Ach menno", sagt Ines, "aber danke für dein Vertrauen." Eine Weile bleiben wir noch so sitzen und unterhalten uns locker.
Ich rufe meine Onkel an, und berichte über den Termin eben grade. Er hat sein Telefon laut und meine Tante hört mit. Ich erzähle es genauso, wie es abgelaufen ist. "Du bist ja eine Granate", sagt mein Onkel lachend, "da hätte ich ja gerne Mäuschen gespielt." "Ja, der war auch nicht begeistert, als ich ihn vom Platz gejagt habe", sage ich. "Ich sehe schon, das Gelände ist in guten Händen", sagt meine Tante dann noch. "Danke", sage ich noch lieb. "Ich geh dann mal wieder schrauben", sagt Kalle und geht in die Werkstatt. Ein paar andere gehen mit. Ich stelle mit Jürgen und Ines das Geschirr rein. Karin verabschiedet sich. Ich gehe dann mit Ines über den Hof. "Ich schaue noch mal ins Büro", sage ich. "OK, ich gehe noch mal runter zum See", sagt Ines. "Ich komme dann vielleicht auch runter", sage ich noch. Ich checke ein paar Emails und melde dann noch mal das Kennzeichen von dem Angler von vorhin. Mein Handy klingelt. Samantha ist dran. "Hallo Steffi", begrüßt sie mich. Nach einigem Smalltalk sagt sie: "Ich habe heute Post von einem Anwalt bekommen und zwar vertritt der unseren Freund." "Klein Bruce?" frage ich. "Genau", antwortet Samantha, "in dem Schreiben untersagen sie uns, den Auftritt auf dem Hoffest." "Aha", sage ich grinsend, "mit welcher Begründung?" "Tja", sagt Samantha, "so richtig steht da nichts, ich schicke es dir mal zu." "Ja gerne", sage ich , ich sitze grade am Rechner." Kurz danach bekomme ich das. Samantha ist noch am Telefon, während ich das Schreiben lese. "Das einzige was ich raus lese ist der Vorwurf unlauteren Wettbewerbes", sage ich mit leichtem Grinsen, "da steht jetzt nicht wirklich was schlimmes drin." "Und was meinst Du, was wir machen sollen?" fragt Samantha, "ignorieren?" "Oder ich ruf mal in der Kanzlei an und frage, was das soll?" antworte ich, "bleib mal dran." Ich wähle die Nummer der Kanzlei. Eine Angestellte meldet sich. Ich informiere sie kurz, das Samantha mit in der Leitung ist und erkläre dann den Grund meines Anrufes. Die Angestellte erklärt mir, dass der entsprechende Anwalt grade anderwärtig beschäftigt ist. "Mit Terminen ist es grade sehr eng", sagt die Angestellte, "würde es auch online als Telefonkonferenz gehen?" "Na klar", antworte ich, "kein Problem." "Würde es dann am Mittwoch um 17:30 Uhr passen?" fragt die Dame. "Ja das passt", antwortet Samantha. "Mir passt es auch", sage ich. Wir geben dann unsere Emails an. "Ich stelle umgehend einen Termin ein", sagt die Dame dann noch. Samantha und ich bedanken uns. Dann geht die Angestellte aus dem Anruf. Samantha und ich bleiben noch kurz drin. "Wir machen das am besten hier in der Werkstatt", sage ich, "dann können Harald und die anderen gleich mithören, geht die ja auch an." "Ja super, so machen wir das, ich bringe dann auch einen Konferenzlautsprecher mit", sagt Samantha. "OK, toll, bis dann", sage ich. Im Büro bin ich dann auch fertig. Ich gehe noch mal in die Werkstatt und informiere Harald und die anderen über das Telefonat. "Super Steffi", sagt Harald. Kalle grinst. "Wenn Du dann auch wieder so drauf bist, wie vorhin unten am See, dann freue ich mich jetzt schon", sagt er dann. "Schauen wir mal", sage ich lächelnd.
Wir stehen recht früh auf, machen uns im Bad zurecht und frühstücken zusammen. Danach machen wir uns auf dem Weg zu unseren Autos. Danach fahren wir los. Und wie üblich holt mich Sandra am Parkplatz ab und fährt mich noch rein. "Sehen wir uns dann heute Mittag?" fragt Sandra. "Aber gerne", antworte ich. Der Arbeitstag geht ruhig los. Nach einiger Zeit kommt Torsten mit der Tageszeitung. "Hier ist ein Bericht von eurem Schützenfest drin", sagt er grinsend und gibt mir die Zeitung mit der aufgeschlagenen Seite. "Na da muss ja was los gewesen sein", sagt Torsten, "dass die da über eine halbe Seite mit mehreren Fotos berichteten." Andreas kommt dazu. "Spielt ihr demnächst noch irgendwo?" fragt er, "das würde ich ja mal gerne sehen." "Am vorletzten Samstag in diesem Monat spielen wir noch mal vorm Urlaub", antworte ich und erkläre dann auch wo das ist. "Cool, das schreibe ich mir in den Kalender", sagt Andreas. Ich widme mich dann wieder meiner Arbeit. Nach einiger Zeit klingelt mein privates Handy. Eine Nummer, die ich nicht kenne. Ich zögere erst, dann gehe ich doch ran und melde mich ordentlich. "Ja, schönen guten Tag, Domb"¦ mein Name, Umweltdezernat Braunschweig", meldet sich jemand. Ich stutze erst; Umweltdezernat, wie abgehoben ist denn das? "Guten Tag", sage ich, "was kann ich für Sie tun?" Ohne große Umschweife kommt der gleich zum Thema. "Ich mache heute Nachmittag eine Begehung an dem von ihnen betreuten Grundstück", sagt der, "vornehmlich an dem im Naturschutzgebiet liegendem See." "Aha, das ist jetzt sehr kurzfristig", bemerke ich, "welche Uhrzeit schwebt Ihnen vor?" "Treffen um 14:00 Uhr am Büro", sagt der emotionslos. "Wie bitte?" sage ich gespielt aufgeregt, "geht es vielleicht noch kurzfristiger?" "Werden Sie mal nicht frech", bekomme ich als Antwort. Spätestens jetzt hat er bei mir verschissen. "Also, ich kenne es eigentlich so, dass man solche Termine schriftlich bekommt, mit einigen Tagen Vorlauf", sage ich leicht patzig. "Es war leider nichts mehr frei", sagt der Herr. "Ich kann frühestens um 13.45 Uhr Feierabend machen", sage ich jetzt provozierend, "und wäre frühestens um Viertel nach Zwei da." "Der Durchlauf wird voraussichtlich zwei Stunden dauern und um 16:00 Uhr habe ich Feierabend", sagt Herr Domb.. , "also geht nur zwei Uhr." "Sagen Sie mal, wer ist hier eigentlich frech?" frage ich mit süffisanten Unterton, "Sie verlangen von mir maximalste Flexibilität und sind selber nicht dazu in der Lage?" "Also, ääh", stammelt er. Ich kann etwas Ärger in der Stimme erraten. Dann fasst er sich. "Um 14:00, nicht später", sagt er dann im Befehlston. "Na dann, Ihnen noch einen glücklichen Tag", sage ich übertrieben freundlich und lege auf. Ulrich steht bei mir am Platz. "Was ein A********", sage ich, während ich das Handy weglege, und dann zu Ulrich der mich grinsend anschaut: "Ein ganz unflexibler vom Umweltamt." Und Ulrich fragt: "Doch nicht der Domb"¦ ?" "Doch, kennst Du den?" frage ich. "Ja", sagt Ulrich und winkt ab, "kannst mir Morgen mal erzählen." "Gerne", sage ich.
"Tja, das wird heute nichts, mit Überstunden", denke ich mir. Ich rufe Sandra an und erzähle ihr davon. Dann verabreden wir uns etwas später zum Mittag, so dass ich dann von da aus gleich losfahre. Ich kann zwar meine Arbeitszeiten selber planen, rufe aber trotzdem bei Anja, der Sekretärin vom Chef an, um sie zu informieren. Dann tickere ich noch je eine WhatsApp-Nachricht an die Werkstatt und an Ines und Co. zu dem Thema. Von Kalle bekomme ich eine Antwort, dass er mit dabei ist. Auch Karin schreibt, dass sie Zeit hat. Dann bin ich ja nicht alleine, das ist schon mal gut. Der restliche Vormittag verläuft ruhig. Zwischendrin treffe ich mich mit Torsten und Andreas draußen zu einem Meinungsaustausch am Raucherplatz. "Meine Güte ist das wieder warm heute", sage ich beiläufig. Ich trage noch eine dünne Strumpfhose, auf die ich aber so langsam verzichten kann. Beim Reingehen gehe ich kurz auf die Toilette und ziehe die Strumpfhose aus. Als ich dann das Büro betrete, kann sich Ulrich natürlich einen Spruch nicht verkneifen. "Das solltest Du öfter machen, das sieht gut aus so", sagt er grinsend, "der Rock ist vielleicht etwas kurz." Ich bleibe stehen und lege meine Hand an den unteren Rocksaum. "Dress-Code ist, eine Handbreit über dem Knie", sage ich grinsend, "da liege ich voll drin." Ulrich schüttelt leicht grinsend den Kopf, während Torsten seine Augen gar nicht von meinen Beinen weg bekommt. "Ziemlich geiles Fahrwerk", sagt er dann. Mit wippenden Gang gehe ich dann zu meinem Platz, der Rock schwingt dabei ordentlich. Ich trage heute einen ausgestellten, weich fließenden, roten Rock mit einer großen Blume in Weiß und verschiedenen Blautönen. Dazu ein helles, weites Shirt und Rote Pumps mit einen dezenten, mittelhohen Absatz. Eine Weile habe ich noch zu tun. Zeitnah fahre ich meinen Rechner runter und gehe zur Kantine. Vor der Kantine wartet Sandra. Sie lächelt mich an. "Süß siehst Du aus", sagt sie. Dann gehen wir rein. Wie üblich schauen uns viele, überwiegend Männer an, wie wir zur Essenausgabe gehen. Nachdem wir unsere Essen haben, suchen wir uns einen Platz. "Willst Du dann so zum See fahren?" fragt Sandra. "Ja, wollte ich", antworte ich, "nicht gut? Sandra lächelt. "Doch schon", sagt sie, "nur dass der Umweltonkel Dich dann nicht als naiv abstempelt." "Soll er doch", sage ich frech und lächele. "Du machst das schon", sagt Sandra lächelnd. Nach dem Essen gehen wir wie üblich noch eine kleine Runde und genehmigen uns jede noch eine Kugel Eis vom Eiswagen, der vorm Tor steht. "Mal was anderes", sage ich zu Sandra, "wann hast Du denn deinen nächsten Termin zum Fallschirmspringen?" "Das ist ein bisschen wetterabhängig", antwortet Sandra, "heute ist wohl zu viel Thermik." "Stimmt", sage ich, "zum Segelfliegen ideal, das würde ich heute auch lieber machen." "Wenn es losgeht, rufe ich dich an, Du musst unbedingt dabei sein", sagt Sandra. "Aber gerne", sage ich und lächele sie lieb an. Langsam muss ich dann aber auch los. "Dann melde dich mal", sagt Sandra. "Aber klar doch", antworte ich. Sandra trifft sich heute Abend mit einer Freundin. "Bis dann", sagt sie noch und geht wieder rein. Ich gehe zum Auto. Ich dreh mich nochmal um und sehe, das Sandra mir hinterher schaut. Sie lächelt und macht einen Kussmund. Ich mache das auch und winke.
Um halb Zwei mache ich mich auf den Weg zur Spedition. Ich komme gut durch und bin schon um Zehn vor Zwei da. Karin und Kalle sind auch schon da. Ich begrüße die beiden. "Du hast einen schönen Kleidungsstil, Steffi", sagt Karin, "steht dir super." Danke", sage ich. "Jepp, kann ich nur bestätigen", sagt Kalle, während seine Augen an meinen Beinen kleben. Ich lächele ihn an. Wir unterhalten uns locker und machen ein paar Witze. Ich schaue auf die Uhr. "Tse, schon zehn nach Zwei und kein Umweltonkel da", sage ich, "dabei hat er noch so eine Welle gemacht, wegen pünktlich um zwei Uhr." Dann fährt ein Auto auf den Hof. Eine Frau und ein Mann steigen aus. Auf den Mann passt die Beschreibung, die meine Onkel gestern von Herrn Domb"¦ gemacht hat voll zu. Er steuert auch gleich auf uns zu, während die Frau deutlich hinter ihm geht. "Wir fangen gleich an", sagt er zu Kalle, "Frau Boe kann leider nicht pünktlich sein." Kalle grinst. "Woher kennen Sie Frau Boe?" frage ich naiv, "sind Sie ihr schon mal persönlich begegnet?" "Äh, nee", sagt Herr Domb"¦ . "Also ich bin Ihnen auch noch nie begegnet", sage ich zu ihm. Jetzt schaut er etwas sparsam. Kalle kann sich ein Grinsen nicht verkneifen. "Gestatten, Stefanie Boe", sage ich höflich, "ich war übrigens überpünktlich vor 14:00 Uhr hier." Zerknirscht schaut er mich an. Seine Begleiterin lächelt dagegen. Aus meinem Auto hole ich Sneaker und tausche sie gegen die Pumps. "Meinetwegen kann es losgehen", sage ich, "wie haben sie den Ablauf denn geplant?" "Äh, ja, wir machen eine Runde um den See", sagt Herr Domb"¦ etwas unschlüssig. Irgendwie versucht er die ganze Zeit mich in irgendeiner Weise abzuscannen. Ich bin ja auch gemein, mit dem kurzen Rock. Jedenfalls habe ich ihn wohl etwas aus dem Konzept gebracht, was mir natürlich in die Hände spielt. "OK, haben sie eine Vorgehensweise oder gar ein Ziel?" frage ich. "Wie meinen Sie das?" fragt er dagegen. "Nun ja, ich habe keinen Schimmer was Sie hier machen wollen, bzw. was Sie mit der Begehung bezwecken wollen", antworte ich, "ich weiß nichts davon, dass Sie hier regelmäßige Begehungen machen. Nur, dass Sie in letzter Zeit hier unangemeldet aufgetaucht sind und eigenmächtig Begehungen gemacht haben. Weder der Eigentümer noch ich als Verwalterin wussten darüber Bescheid." "Wir dürfen das vom Umweltamt her", sagt er etwas konfus wirkend. "Das ist so nicht ganz richtig", sage ich, "das ist hier Privateigentum. Sie müssen mich schon in Kenntnis setzen, wenn Sie das Gebiet betreten wollen." "Ich kann auch gerne einen dementsprechenden Bescheid vom Gericht beantragen", sagt Herr Domb"¦ jetzt erbost. "Das können Sie gerne tun, wenn hier ein berechtigtes Fehlverhalten unsererseits vorliegt", erwidere ich, "es sieht im Moment aber nicht so aus." "Das werden wir ja sehen, wenn wir runtergehen", sagt er wieder. Eine leichte Aggression schwingt in seiner Stimme mit. "Ich bin gespannt", sage ich höflich.
Zusammen gehen wir zum See herunter. Herr Domb vorneweg, als wäre er hier der Herrscher. Ich gehe neben Karin und Kalle. Karin sieht etwas angespannt aus, während Kalle mich angrinst und dabei mit einem Auge zwinkert. Wir kommen am See neben dem Bootshaus an. Herr Domb rüttelt an der Tür. Die ist aber abgeschlossen. "Ich will da mal reinschauen", sagt er in einem Befehlston. Ich hole den Schlüssel aus meiner Handtasche und schaue ihn genervt an. "Als Höflichkeit in der Schule dran war haben sie offensichtlich gefehlt, was?" frage ich schnippisch. "Ich kann auch anders", fährt er mich an. "Ich auch!" fauche ich zurück, "noch so eine Entgleisung und sie fliegen vom Gelände." Da hat er wohl nicht mit gerechnet. Ich schließe die Tür vom Bootshaus auf, öffne sie und sage: "Bitte schön, nach Ihnen." Er geht hinein. Drinnen liegen natürlich noch einige der Boote von gestern. Ich bleibe in der Tür stehen. "Wozu sind denn bitteschön die ganzen Boot da?" fragt Herr Domb kritisch. "Um sich damit gewöhnlich über das Wasser zu bewegen", sage ich gereizt. "Das weiß ich auch", meckert er, was ich mit einem lapidaren: "Aha!" quittiere. Er schaut mich genervt an. "Und was machen sie dann, wenn sie sich über das Wasser bewegen?" schnauzt er mich an. "Inspektionsfahrten", antworte ich knapp, "wozu, werden sie gleich sehen." Er schaut mich mit leerem Blick an. Kalle ist die ganze Zeit am Grinsen, zwischendrin hat er schon den Daumen hoch gezeigt. Wir gehen weiter am Ufer entlang. An einer markanten Stelle bleibt Herr Domb stehen. Es ist ein Platz wo oft ein Angler sitzt. Das Gras was dort wächst, ist plattgelegt, bzw. schon nicht mehr da, so dass der Boden zu sehen ist. "Was ist das hier?" fragt Herr Domb. "Ein Platz an dem Angler sitzen und fischen", sage ich "nebenbei lassen sie hier ihren Abfall liegen oder schmeißen ihn ins Wasser. In dem Gebüsch dahinter wird dann auch gerne die Notdurft verrichtet." Entgeistert schaut er mich an. "Und um auf ihre Frage von eben zurückzukommen, vom Boot aus schauen wir dann ins Wasser, um Verschmutzungen zu sehen, die man von hier aus nicht sieht", führe ich weiter aus, "an manchen Stellen sieht man sogar Massen von Anfütterungsfutter am Grund liegen." Ziellos schaut sich Herr Domb um. "Und was machen sie dagegen?" fragt er dann schnippisch. "Anzeigen!" antworte ich ebenso schnippisch, "die Herrschaften fahren ja zu allem Überfluss mit ihren Autos hier vor." Kalle nickt. "So wird das hier gemacht", sagt er dann. "Das muss man sich mal überlegen, die fahren hier unbefugt in einen gesperrten Weg hinein, schneiden den Zaun auf und betreten unbefugt das Grundstück", sage ich provozierend, "das zeugt ja von unheimlicher Intelligenz." Herr Domb schaut mich böse an. "Schauen Sie nicht so, das ist die Realität", provoziere ich weiter, "ich kann diesen Anglern absolut nichts abgewinnen." Jetzt habe ich ihn wohl richtig erwischt, er ist völlig sprachlos. In dem Moment taucht hinter einem Busch ein Fremder auf und hat sein Angelzeug dabei. Weil ich sowieso grade hoch drehe, fauche ich den Typen an: "Wie oft sollen wir eigentlich noch den Zaun flicken, bis ihr endlich kapiert, dass hier der Zutritt und Angeln verboten ist?" Etwas überrascht schaut er mich an, dann sieht er Herrn Domb und spricht ihn an: "Gut sie zu sehen, Herr Domb, wird das jetzt hier offiziell ein Angelsee?" Mir klappt doch glatt der Unterkiefer runter, vor so viel Unverfrorenheit. Herr Domb wird knallrot im Gesicht. Ich fasse mich schnell und gifte den Angler an: "Das wird hier nie ein Angelsee und sie verschwinden sofort." Kalle hat ein kleines Funkgerät dabei und spricht hinein: "Könnt ihr mal das Kennzeichen von dem Auto oben für Steffi aufschreiben?" "Wird gemacht", kommt per Funk zurück. "Danke Kalle", sage ich grinsend. Der Angler geht schnell hoch zu seinem Auto, während Herr Domb völlig perplex ist.
"So Herr Domb, der Termin ist zu Ende, ich habe alles erfahren, was ich wissen wollte", sage ich bestimmend, "ich mache jetzt von meinem Hausrecht Gebrauch, Sie und Ihre Begleiterin gehen sofort und direkt zu ihrem Wagen und verlassen augenblicklich das Gelände." Er schaut mich böse an. "Sie hören noch von mir", giftet er mich an. "Das hoffe ich", sage ich lächelnd, "es gibt ja noch einiges zu regeln." Schnellen Schrittes geht er mit seiner Begleiterin weg. Die ganze Zeit regt er sich auf, während seine Begleiterin versucht ihn zu beruhigen. Wir schauen noch kurz hinterher. "Was war denn das für eine Nummer?" frage ich in die Runde. "Dumm gelaufen", sagt Karin jetzt entspannter. "Der hat seine Meisterin gefunden", sagt Kalle grinsend und nimmt mich von der Seite in den Arm. Ich lege meine Hand auf seine Schulter, lächle ihn lieb an und sage : "Danke Dir." "Kommt, wir gehen noch einen Kaffee trinken oben", sagt Kalle. "Da sage ich nicht Nein", antwortet Karin lächelnd. Langsam gehen wir los. Karin und ich nehmen Kalle in die Mitte und legen jeweils die Hände auf seine Schulter. "Wow", sagt er, "flankiert von zwei hübschen Mädels." Er genießt das richtig. Oben angekommen gehen wir so über den Hof zur Werkstatt. Draußen sitzen ein paar Leute. "He Du Glückspilz", flaxt Thomas. Kalle zuckt mit der Schulter. "Er weiß wie es geht", haut Karin trocken raus. Wir setzen uns hin. "Ich hole uns mal Kaffee", sagt Kalle. "Es ist auch noch einiges an Kuchen von gestern da", sagt Thomas. "Super, dann komme ich mal mit", sage ich und frage Karin, ob ich ihr einen mitbringen soll. "Au ja gerne", antwortet sie. Dann folge ich Kalle in die Küche. Ich suche ein paar Stücke heraus und gehe dann wieder mit Kalle raus. Mittlerweile ist auch Harald angekommen und möchte natürlich wissen, wie der Termin abgelaufen ist. Abwechselnd erzählen Karin, Kalle und ich es. Harald und auch die anderen kommen aus dem Grinsen gar nicht mehr raus. "Was glaubst Du, wie es weiter geht?" fragt mich Jürgen. "Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten", antworte ich, "es bleibt wie es ist. Dann können wir aber gegen den Status angehen, weil uns die Angler den See versauen und das Umweltamt weiter nichts dagegen tut." Inzwischen ist Ines angekommen. Gespannt hört sie zu. "Oder aber er erkennt uns den Status ab, weil er glaubt, seine Anglerkollegen hier unter zu kriegen", führe ich weiter aus. "Woher weißt Du das, dass er für die Anglervereine arbeitet?" fragt Thomas. "Von meinem Onkel einerseits, der hat gute Drähte in die Verwaltung", sage ich, "und die Nummer von dem Angler vorhin war ja selbsterklärend." "Aber warum wollen die denn so massiv hier rein?" fragt Ines, "es gibt doch hier tausend Möglichkeiten, alleine der Mittelland Kanal." "Viele Teiche und Seen in der Gegend sind belastet, weil sie zum Teil auf stillgelegten Mülldeponien liegen", sage ich, "die Oker und der Kanal sind auch nicht die besten Wasserqualitäten. Unser See hier dagegen ist echt richtig sauber. Und das soll er auch bleiben." "Und wenn wir den Satus ab ernannt bekommen?" fragt Ines. "Dann können wir uns glücklich schätzen, dass wir nicht mehr von unwissenden kontrolliert werden", sage ich grinsend. "Autsch!", sagt Jürgen grinsend, "harte Ansage." Ich grinse. "Ich würde mir dann kompetente Unterstützung ranholen, Leute die sich eben mit der Natur auskennen", sage ich lächelnd und mache eine Pause, dann sage ich zu Ines und Karin: "Hättet ihr Lust?" Ines wird vor Verlegenheit rot im Gesicht. "Wie süß!" kommentiere ich das. "Ach menno", sagt Ines, "aber danke für dein Vertrauen." Eine Weile bleiben wir noch so sitzen und unterhalten uns locker.
Ich rufe meine Onkel an, und berichte über den Termin eben grade. Er hat sein Telefon laut und meine Tante hört mit. Ich erzähle es genauso, wie es abgelaufen ist. "Du bist ja eine Granate", sagt mein Onkel lachend, "da hätte ich ja gerne Mäuschen gespielt." "Ja, der war auch nicht begeistert, als ich ihn vom Platz gejagt habe", sage ich. "Ich sehe schon, das Gelände ist in guten Händen", sagt meine Tante dann noch. "Danke", sage ich noch lieb. "Ich geh dann mal wieder schrauben", sagt Kalle und geht in die Werkstatt. Ein paar andere gehen mit. Ich stelle mit Jürgen und Ines das Geschirr rein. Karin verabschiedet sich. Ich gehe dann mit Ines über den Hof. "Ich schaue noch mal ins Büro", sage ich. "OK, ich gehe noch mal runter zum See", sagt Ines. "Ich komme dann vielleicht auch runter", sage ich noch. Ich checke ein paar Emails und melde dann noch mal das Kennzeichen von dem Angler von vorhin. Mein Handy klingelt. Samantha ist dran. "Hallo Steffi", begrüßt sie mich. Nach einigem Smalltalk sagt sie: "Ich habe heute Post von einem Anwalt bekommen und zwar vertritt der unseren Freund." "Klein Bruce?" frage ich. "Genau", antwortet Samantha, "in dem Schreiben untersagen sie uns, den Auftritt auf dem Hoffest." "Aha", sage ich grinsend, "mit welcher Begründung?" "Tja", sagt Samantha, "so richtig steht da nichts, ich schicke es dir mal zu." "Ja gerne", sage ich , ich sitze grade am Rechner." Kurz danach bekomme ich das. Samantha ist noch am Telefon, während ich das Schreiben lese. "Das einzige was ich raus lese ist der Vorwurf unlauteren Wettbewerbes", sage ich mit leichtem Grinsen, "da steht jetzt nicht wirklich was schlimmes drin." "Und was meinst Du, was wir machen sollen?" fragt Samantha, "ignorieren?" "Oder ich ruf mal in der Kanzlei an und frage, was das soll?" antworte ich, "bleib mal dran." Ich wähle die Nummer der Kanzlei. Eine Angestellte meldet sich. Ich informiere sie kurz, das Samantha mit in der Leitung ist und erkläre dann den Grund meines Anrufes. Die Angestellte erklärt mir, dass der entsprechende Anwalt grade anderwärtig beschäftigt ist. "Mit Terminen ist es grade sehr eng", sagt die Angestellte, "würde es auch online als Telefonkonferenz gehen?" "Na klar", antworte ich, "kein Problem." "Würde es dann am Mittwoch um 17:30 Uhr passen?" fragt die Dame. "Ja das passt", antwortet Samantha. "Mir passt es auch", sage ich. Wir geben dann unsere Emails an. "Ich stelle umgehend einen Termin ein", sagt die Dame dann noch. Samantha und ich bedanken uns. Dann geht die Angestellte aus dem Anruf. Samantha und ich bleiben noch kurz drin. "Wir machen das am besten hier in der Werkstatt", sage ich, "dann können Harald und die anderen gleich mithören, geht die ja auch an." "Ja super, so machen wir das, ich bringe dann auch einen Konferenzlautsprecher mit", sagt Samantha. "OK, toll, bis dann", sage ich. Im Büro bin ich dann auch fertig. Ich gehe noch mal in die Werkstatt und informiere Harald und die anderen über das Telefonat. "Super Steffi", sagt Harald. Kalle grinst. "Wenn Du dann auch wieder so drauf bist, wie vorhin unten am See, dann freue ich mich jetzt schon", sagt er dann. "Schauen wir mal", sage ich lächelnd.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
-
Stephanie
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1461
- Registriert: Mo 31. Mär 2014, 18:05
- Geschlecht: m/w/d
- Pronomen: Gute Frage...
- Wohnort (Name): Meine
- Forum-Galerie: gallery/album/93
- Hat sich bedankt: 33 Mal
- Danksagung erhalten: 175 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Blutengel
Bootsfahrt auf dem Kiessee
Ich gehe wieder über den Platz. "Was mache ich denn jetzt mit dem angefangenen Tag", denke ich mir. Es ist grade 16:00 durch und immer noch schön warm. Ich wechsele wieder die Schuhe und habe jetzt wieder die roten Pumps an. Dann gehe ich runter zum See und versuche Ines zu finden, sehe sie aber nicht. Ich schließe das Bootshaus auf und gehe hinein. Dann nehme ich das aufblasbare Kajak, was von gestern hier noch liegt und lege es im Bootshaus auf das Wasser. "Na, das gelb vom Boot passt doch hervorragend zu meinem Outfit", denke ich weiter. Die Rinne bis ins Haus hatten Thomas und Jürgen vor kurzem freigebaggert. Noch kurz den Druck in den Kammern überprüft. Dann schaue ich zum Tor. Das kann man über einen Schlüsselschalter elektrisch betätigen. Der Schlüssel ist der Gleiche, wie für die Eingangstür. Ich stecke den Schlüssel in den Schalter und drehe ihn. Quietschend läuft der Motor an. Ich schaue genauer hin. "Hm, ganz schön verrostet, das alles", denke ich mir. Das Tor kommt grade aus dem Wasser heraus. Das Quietschen wird langsam lauter, langsam bedrohlicher. Ich will grade den Schalter ausmachen. "Quiiieeetsch, Brrrrr, Buff, Knack", machte es und der Motor bleibt stehen. Dann macht es auch noch "plingeling" und der Motor läuft auf einmal einwandfrei, nur das Tor bewegt sich nicht mehr. Ich mache den Schalter aus und hebe das Stück auf, was eben runtergefallen ist. "Sieht aus, wie ein Stück Antriebswelle", sage ich halblaut. Ich lege es erstmal an die Seite und schaue mir das Tor wieder an. Neben dem Antrieb ist eine Kette zu sehen. Ich ziehe dran und das Tor bewegt sich tatsächlich. Nur sehr langsam. Ich mache es auch nur soweit auf das ich mit dem Boot grade so drunter durch kommen kann. "Die Pumps sollte man zum Einsteigen wohl ausziehen", sage ich leise vor mich hin und tue das. Dann steige ich ein und ziehe die Pumps wieder an. Sie haben ja keinen spitzen Pfennigabsatz, von daher können sie den Luftkammern auch nicht gefährlich werden und ich kann meine Beine bewundern. "Schöne Beine hat das Mädel ja", sage ich leise, grinsend zu mir. Ich stoße mich ab und fädele mich unter dem Tor durch. Langsam paddele ich los. Immer wieder schaue ich ins Wasser, insbesondere da, wo die Angler immer sitzen. Jetzt sieht man auch erst, wie viele Plätze das sind. Ich schaue auch immer ins Wasser. Überall vor den Plätzen liegt entweder Müll auf dem Grund, vorwiegend leere Getränkedosen und-flaschen oder es da liegt Futter, welches die Fische nicht mehr gefuttert haben. Ich versuche das zu fotografieren. "Eine Unterwasserkamera, wäre jetzt das richtige", denke ich mir, "oder runtertauchen." Zehn Meter mit Luftanhalten schaffe ich problemlos. Es gibt auch ein paar flachere Stellen, wo mir bessere Bilder gelingen. Ich paddle weiter. Von weitem sehe ich dann auch Ines. Sie sitzt in einem Baum, der nah am Ufer steht, in einer Astgabelung. Sie scheint irgendwas zu beobachten. Vorsichtig pirsche ich mich ran. Dann sehe ich die Eisvögel wieder. Ich scheine sie anscheinend nicht zu stören. Ines hat mich auch bemerkt. Ein paar Meter vor ihr halte ich an. Ines lächelt. "Das sieht ja ganz schön toll aus, von hier oben", sagt sie, "die langen Beine, die Farben deiner Kleidung und vom Boot. Total toll." "Danke dir", sage ich. "Und eine Frau, die mit Pumps Schlauchboot fährt, habe ich so auch noch nicht gesehen", flaxt Ines. Ich zwinkere ihr zu. "Hast Du die Eisvögel beobachtet?" frage ich sie. "Ja, das sind mindestens drei Paare", sagt Ines begeistert. "Toll", sage ich auch begeistert. Eine Weile schauen wir noch zu, wie sie immer wieder ans Wasser kommen, reintauchen und mit einem kleinen Fisch im Schnabel wieder losfliegen. "Die haben schon Junge", sagt Ines, "so oft wie die kommen." "Kannst Du die auseinanderhalten", sage ich, "für mich sehen die alle gleich aus." "Am Gefieder unterscheiden sie sich, zwar minimal, aber man sieht Unterschiede."
Es ist echt zu lustig diesen Vögeln zuzuschauen, wie sie ins Wasser tauchen, um dann bald wieder mit einem Fisch herauszukommen. "Ich habe genug gesehen", sagt Ines, "außerdem tut mir der Hintern weh." "Soll ich dich ein Stück mitnehmen?" frage ich sie, "hier im Boot sitzt es sich etwas weicher." "Au ja", sagt Ines. Ein anderer Ast des Baumes ragt etwas über das Wasser. Von da aus klettert sie gekonnt ins Boot. "Oh ja, hier sitzt man bequem", sagt sie dann. Die Eisvögel sind immer noch unermüdlich am Fischen. Ich umfahre sie etwas weiträumiger, trotzdem lassen sie sich nicht stören. "Die sind ja abgehärtet", sage ich, "normal sind die doch scheuer." "Tja, die scheinen sich an die vielen Störungen durch die Angler hier gewöhnt zu haben", sagt Ines. "Das wird es sein", sage ich darauf. Wir kommen in die Nähe des Platzes, wo der dicke Angler immer sitzt. Vorsorglich fahre ich weiter von Ufer weg. Tatsächlich ist der auch am Platz. Ines wird unruhig. "Verschwindet hier", brüllt er. Dann platscht etwas in einiger Entfernung ins Wasser. Dann noch mal. Beim dritten Mal sehe ich einen Stein fliegen. Wir sind allerdings zu weit weg, als das er uns treffen könnte. Ich paddele noch ein Stück weiter in die Mitte des Sees. Dann hole ich mein Handy raus. Der Dicke brüllt uns immer noch fluchend von weitem an. "Ich verstehe den nicht", sage ich ruhig zu Ines, "der wird polizeilich gesucht und macht hier so einen Alarm." "Ach so", sagt Ines staunend. "Wenn Du den hier siehst, kannst Du gerne die Polizei rufen und dich dabei auf mich beziehen", sage ich zu ihr. "Okay", sagt Ines. In der Zwischenzeit habe ich die Polizeistation im nahen Ortsteil angerufen und die Lage geschildert. Grade als ich fertig bin, sehe ich den Angler hastig abhauen. "Jetzt haut er leider grade ab", sage ich zum Polizisten, der noch am Hörer ist. "Wir schicken trotzdem jemanden", sagt der dann. Wir bleiben noch auf dem Wasser und unterhalten uns. Nach einiger Zeit sagt Ines: "Ich mag Dich sehr gern, Steffi. So als Freundin und vielleicht ein bisschen mehr." Mir fiel das schon zu Anfang auf, als ich sie hier am See kennenlernte, wie sie irgendwie von mir fasziniert war. Deshalb frage ich sie auch ganz direkt: "Magst Du Mädels?" "Auch", antwortet sie spontan, "Jungs finde ich manchmal aber auch toll." "Cool", antworte ich lächelnd, "hast Du grade eine Partnerschaft?" "Ja, eine Dreier Beziehung mit einer Frau und einem Mann", antwortet Ines, "aber ziemlich locker." Ich ziehe die Augenbrauen hoch, was Ines zum Lachen bringt. "Also so hätte ich Dich jetzt nicht eingeschätzt", sage ich erstaunt, aber lächelnd. "Joa, stille Wasser", sagt Ines grinsend. "Und Du bist mit Sandra fest in Beziehung?" fragt Ines. "Ja so langsam wird es immer fester", antworte ich. "Ihr seid wirklich ein wunderschönes Paar", sagt Ines dann noch. "Danke", sage ich und lächele sie an.
"Da oben fährt grade ein Polizeiwagen lang", sagt Ines. Ich schaue auch hin. Der Wagen hält und zwei Polizistinnen steigen aus. Sie sehen uns und kommen vorsichtig den Hang herunter. Ich paddle uns in Richtung Ufer. Freundlich begrüßen die beide uns. "Wir haben ihn oben leider nicht mehr gesehen", sagt die eine Polizistin, "wir sind von hinten vom Wald reingefahren." "In die Richtung haut er auch immer ab", sage ich, "vielleicht hat er da irgendwo ein Versteck." "Ja das ist möglich", sagt die Polizistin wieder, "wir und die Kollegen schauen auch schon seit einiger Zeit, wo das sein könnte." "Aber auch wenn wir ihn nicht angetroffen haben, ist die Info gut, wenn Sie anrufen", sagt die andere, "so kann man schauen, wann er sich hier immer aufhält und ob es Regelmäßigkeiten gibt. Also rufen sie ruhig weiter an, irgendwann kriegen wir den." "Machen wir", antworte ich. Die eine Polizistin sagt dann noch: "Sie wirken ja recht entspannt so auf dem Wasser." "Sind wir auch", antwortet Ines lächelnd. "Ich glaube ich komme nach Dienstschluss hier auch mal vorbei, zum Relaxen", sagt die Polizistin lachend. "Gerne, außer dem Boot hätten wir auch noch einen Schwan und ein Einhorn zu ausspannen", sage ich freundlich. "Ich komme drauf zurück", sagt sie noch lächelnd und geht dann mit ihrer Kollegin zurück zum Auto. Langsam fahren wir zurück zum Bootshaus. "Achtung, Kopf einziehen", sage ich grinsend. Und schon sind wir im Haus. Ich halte uns fest während Ines aussteigt, dann steige ich aus dem Boot. "Das war schön, Steffi", sagt Ines, "jetzt muss ich dich aber mal dolle drücken." Was wir dann auch tun. Dann holen wir das Boot aus dem Wasser. "So jetzt noch das Tor zu machen", sage ich und rümpfe die Nase. Zu meiner Überraschung kann man das Tor im Handbetrieb durch die Schwerkraft alleine herunterlassen und es dabei abbremsen. "Coole Sache", sage ich als es zu ist. Dann nehme ich das abgebrochene Stück Welle mit und schließe das Bootshaus ab. Zusammen gehen Ines und ich nach oben. Am Büro nimmt sie ihr Fahrrad. "Danke Steffi, das war eine schöne Tour", sagt sie, "das können wir öfter machen." "Gerne", sage ich und gebe ihr einen Kuss auf die Wange. "Oh, wenn ich deswegen jetzt nicht schlafen kann", flaxt Ines, "tschüss, Steffi." "Tschüss Ines", sage ich und winke ihr hinterher. Anschließend gehe ich in die Werkstatt. "Na Chefin?" begrüßt mich Thomas. Ich lege grinsend das Bruchstück auf eine Werkbank und sage: "Ich habe den Antrieb im Bootshaus geschrottet." "Typisch Frau", feixt Kalle. "Aber Steffi ist eine, die das wieder hinkriegt", sagt Jürgen. Kristin und Jessi stehen im Hintergrund. "Ist halt eine von den starken Frauen hier", sagt Jessi. Jetzt sind Kalle und die anderen etwas sprachlos. Ich grinse und frage: "Ihr habt doch noch bestimmt die ganzen alten Zeichnungen hier?" "Na klar", komm mal mit", sagt Jürgen. In einer Ecke steht eine große Stahlkiste. "Hier ist alles drin", sagt Jürgen und macht mit mir den Deckel auf. "Geile Kiste, bestimmt ein Eigenbau", sage ich. "Haben wir so von deinem Onkel übergeben bekommen", sagt Jürgen. "Na dann wühle ich mich mal durch die Zeichnungen", sage ich. Zum Glück sind die geordnet und ich habe relativ schnell die von Bootshaus gefunden. "Nicht schlecht, wenn man alles aufhebt", sage ich und gehe zum großen Tisch. Dort entfalte ich die Zeichnung. "Ah, hier, guck, hier ist der Antrieb, sogar in einer Explosionszeichnung", sage ich. Ich schaue auf die Maße. "Habt ihr einen Rundstahl da, ungefähr der Durchmesser und die Länge?" sage ich und zeige es mit den Händen. Die Leute in der Werkstatt lachen. "Die passt ja in die Welt", sagt einer den sie Wolle nennen. "Hey wir kennen uns aber auch noch nicht so richtig", bombe ich ihn auch gleich an. Dann stellen wir uns noch schnell vor. Wolle war ein halbes Jahr mit seinem Motorrad in der Welt unterwegs, deshalb kannte ich ihn noch nicht. Er schaut mich genauer an. "He da, nur schauen, ja?", sagt Thomas zu Wolle, "verlieben verboten." Daraufhin müssen wir herzhaft lachen. Dann gehe ich mit Jürgen in eine Art Lager, wo auch verschiedene Werkstücke liegen. Schnell habe ich was passendes gefunden. Als ich in die Werkstatt zurückkomme, haben Thomas und Kalle schon den Antrieb aus dem Bootshaus ausgebaut und hochgebracht.
"Dann dreh ich mal ab", sage ich grinsend in die Runde. Wolle versteht das anscheinend nicht. "Wieso, hat dir jemand was getan?" fragt er, was die anderen zum Kichern bringt. Jetzt ist Wolle noch mehr durch den Wind. Ich halte das Stück Rundstahl in den Händen. "Das hier meine ich, da mache ich eine neue Antriebswelle für das Tor am Bootshaus draus", sage ich grinsend. Wolle ist immer noch erstaunt. Jürgen legt seine Hand auf Wolles Schulter. "Unsere neue Chefin ist schon eine ganz patente Frau", sagt Jürgen, "die dreht auch schon mal im Minirock eine Welle über." Ich zwinkere Wolle zu und gehe zur Drehmaschine. Wolle kommt langsam hinterher und schaut mir staunend zu. Ich mache mir einen Pferdeschwanz und setze mir eine Schutzbrille auf. Dann drehe ich den Stahl über. Die Späne fliegen in alle Richtungen. "Aua!" sage ich. "Was denn Aua?" fragt Wolle. "Die Späne sind ziemlich heiß, wenn sie mir an die Beine fliegen", antworte ich grinsend. Jürgen und Thomas sind mit im Raum und lachen sich schlapp. "Ich kenne sie ja noch nicht so lange", sagt Jürgen, "aber das ist typisch Steffi." Wolle staunt weiter. Nach einiger Zeit habe ich das Teil soweit fertig. Thomas schnappt sich das Teil und geht rüber in die Werkstatt. "Mal schauen ob es passt", sagt er. Ich mache schon mal die Maschine sauber. Wolle steht noch bei mir. "Arbeitsteilung, die Jungs schrauben und die Mädels putzen", sage ich. "Äh ja", staunt Wolle und geht verdattert in die Werkstatt. Die Drehmaschine ist soweit sauber und ich gehe rüber zu den anderen. "Gleich fertig", sagt Thomas. "Wo habt ihr denn die Kugellager her?" frage ich erstaunt, "und wie habt ihr die auf die Welle gekriegt?" Jürgen grinst. "Also die Kugellager haben wir als Ersatzteile hier gefunden", sagt er, "und auf sie die Welle ziehen machen wir so, wie alle das machen." "OK, habt ihr sie im Ölbad erwärmt?" frage ich. "Genau", sagt Thomas gespielt oberlehrerhaft. "Hier gibt es nix, was es nicht gibt", sage ich grinsend zu Wolle. Der ist immer noch erstaunt. "So fertig", sagt Jürgen, "gehen wir mal runter, das Ding einbauen." Mit Thomas und Jürgen gehe ich runter zum Bootshaus. Unterwegs unterhalten wir uns. "So kenne ich Wolle gar nicht", sagt Thomas grinsend, "so völlig sprachlos. Der plappert doch sonst wie ein Wasserfall." "Wie würdest Du den reagieren, wenn Du nach etlichen Monaten mal wieder in die Werkstatt kommst und da rennt so eine Granate wie Steffi herum und ist nebenbei auch noch die Verwalterin des ganzen", sagt Jürgen grinsend. "Stimmt und dann noch im kurzen Röckchen und dazu diese nicht enden wollenden Beine", sagt Thomas. Ich schaue beide lächelnd an und wundere mich, dass ich grade mal nicht rot werde. "Außerdem steht Wolle auf rothaarige Frauen", sagt Jürgen, "kein Wunder, dass der völlig von der Rolle ist." "Ihr seid schon so ein Haufen", sage ich lachend. Zu dritt bauen wir den Antrieb ein. Jürgen hält ihn, Thomas schraubt alles fest und ich reiche Schrauben und Werkzeug an. Wolle ist mittlerweile hinterher gekommen. Auch Jessi und Kristin sind mitgekommen. "Dann mal ein Probelauf", sagt Jürgen und steckt den Schlüssel in den Schlüsselschalter. Ich setze mich derweil in den großen Alu-Kahn und nehme die Ruder in die Hand. "Möchte jemand mitfahren?" frage ich lächelnd. Kristin und Jessi lassen sich das nicht zweimal sagen und steigen ein. Auch Thomas steigt ein. "Komm Wolle, trau dich", sagt er. Wolle zögert und steigt dann auch ein. "Das Tor läuft einwandfrei", sagt Jürgen. Dann steigt er auch noch ein. Langsam rudere ich uns aus dem Haus. Draußen ist auch noch mal ein Schlüsselschalter an der Wand. "Das teste ich auch gleich mal", sagt Jürgen und betätigt den Schalter. Das Tor schließt sich problemlos. "Gute Arbeit, Herr Doktor", flaxe ich Thomas und Jürgen an. Eine große Tour machen wir aber nicht, ich drehe dann auch um und steuere die Zufahrt zum Haus an. Jürgen betätigt wieder den Schlüsselschalter und das Tor geht problemlos auf. "Echt super", sage ich erfreut und lasse das Boot langsam ins Haus gleiten. Auch als Jürgen das Tor schließt, geht es problemlos. "Da soll mal einer sagen, wir können nix", flaxt Jürgen. Zusammen gehen wir dann zur Werkstatt zurück. "Jetzt ist aber Feierabend", sagt Thomas, "ich lege jetzt die Füße hoch." "Wobei, von Steffi über den See gerudert werden hat aber auch Stil", sagt Jürgen grinsend. "Aber nur im Hellen", sage ich mit frechem Blick, "im Dunklen ist Steffi gefährlich." "Oha!" sagt Jürgen lachend. Vor der Werkstatt sitzen schon einige. Ich bleibe noch auf ein alkoholfreies Weizen da, dann wird es Zeit für mich zu fahren. "Danke, Steffi, das war wieder ein schöner Tag mit dir", sagt Harald. "Danke, es war aber auch wieder super mit euch", bedanke ich mich. Ich gehe dann zu meinem Auto, steige ein und fahre langsam vom Hof. Aus dem offenen Fenster winke ich nochmal.
Ich gehe wieder über den Platz. "Was mache ich denn jetzt mit dem angefangenen Tag", denke ich mir. Es ist grade 16:00 durch und immer noch schön warm. Ich wechsele wieder die Schuhe und habe jetzt wieder die roten Pumps an. Dann gehe ich runter zum See und versuche Ines zu finden, sehe sie aber nicht. Ich schließe das Bootshaus auf und gehe hinein. Dann nehme ich das aufblasbare Kajak, was von gestern hier noch liegt und lege es im Bootshaus auf das Wasser. "Na, das gelb vom Boot passt doch hervorragend zu meinem Outfit", denke ich weiter. Die Rinne bis ins Haus hatten Thomas und Jürgen vor kurzem freigebaggert. Noch kurz den Druck in den Kammern überprüft. Dann schaue ich zum Tor. Das kann man über einen Schlüsselschalter elektrisch betätigen. Der Schlüssel ist der Gleiche, wie für die Eingangstür. Ich stecke den Schlüssel in den Schalter und drehe ihn. Quietschend läuft der Motor an. Ich schaue genauer hin. "Hm, ganz schön verrostet, das alles", denke ich mir. Das Tor kommt grade aus dem Wasser heraus. Das Quietschen wird langsam lauter, langsam bedrohlicher. Ich will grade den Schalter ausmachen. "Quiiieeetsch, Brrrrr, Buff, Knack", machte es und der Motor bleibt stehen. Dann macht es auch noch "plingeling" und der Motor läuft auf einmal einwandfrei, nur das Tor bewegt sich nicht mehr. Ich mache den Schalter aus und hebe das Stück auf, was eben runtergefallen ist. "Sieht aus, wie ein Stück Antriebswelle", sage ich halblaut. Ich lege es erstmal an die Seite und schaue mir das Tor wieder an. Neben dem Antrieb ist eine Kette zu sehen. Ich ziehe dran und das Tor bewegt sich tatsächlich. Nur sehr langsam. Ich mache es auch nur soweit auf das ich mit dem Boot grade so drunter durch kommen kann. "Die Pumps sollte man zum Einsteigen wohl ausziehen", sage ich leise vor mich hin und tue das. Dann steige ich ein und ziehe die Pumps wieder an. Sie haben ja keinen spitzen Pfennigabsatz, von daher können sie den Luftkammern auch nicht gefährlich werden und ich kann meine Beine bewundern. "Schöne Beine hat das Mädel ja", sage ich leise, grinsend zu mir. Ich stoße mich ab und fädele mich unter dem Tor durch. Langsam paddele ich los. Immer wieder schaue ich ins Wasser, insbesondere da, wo die Angler immer sitzen. Jetzt sieht man auch erst, wie viele Plätze das sind. Ich schaue auch immer ins Wasser. Überall vor den Plätzen liegt entweder Müll auf dem Grund, vorwiegend leere Getränkedosen und-flaschen oder es da liegt Futter, welches die Fische nicht mehr gefuttert haben. Ich versuche das zu fotografieren. "Eine Unterwasserkamera, wäre jetzt das richtige", denke ich mir, "oder runtertauchen." Zehn Meter mit Luftanhalten schaffe ich problemlos. Es gibt auch ein paar flachere Stellen, wo mir bessere Bilder gelingen. Ich paddle weiter. Von weitem sehe ich dann auch Ines. Sie sitzt in einem Baum, der nah am Ufer steht, in einer Astgabelung. Sie scheint irgendwas zu beobachten. Vorsichtig pirsche ich mich ran. Dann sehe ich die Eisvögel wieder. Ich scheine sie anscheinend nicht zu stören. Ines hat mich auch bemerkt. Ein paar Meter vor ihr halte ich an. Ines lächelt. "Das sieht ja ganz schön toll aus, von hier oben", sagt sie, "die langen Beine, die Farben deiner Kleidung und vom Boot. Total toll." "Danke dir", sage ich. "Und eine Frau, die mit Pumps Schlauchboot fährt, habe ich so auch noch nicht gesehen", flaxt Ines. Ich zwinkere ihr zu. "Hast Du die Eisvögel beobachtet?" frage ich sie. "Ja, das sind mindestens drei Paare", sagt Ines begeistert. "Toll", sage ich auch begeistert. Eine Weile schauen wir noch zu, wie sie immer wieder ans Wasser kommen, reintauchen und mit einem kleinen Fisch im Schnabel wieder losfliegen. "Die haben schon Junge", sagt Ines, "so oft wie die kommen." "Kannst Du die auseinanderhalten", sage ich, "für mich sehen die alle gleich aus." "Am Gefieder unterscheiden sie sich, zwar minimal, aber man sieht Unterschiede."
Es ist echt zu lustig diesen Vögeln zuzuschauen, wie sie ins Wasser tauchen, um dann bald wieder mit einem Fisch herauszukommen. "Ich habe genug gesehen", sagt Ines, "außerdem tut mir der Hintern weh." "Soll ich dich ein Stück mitnehmen?" frage ich sie, "hier im Boot sitzt es sich etwas weicher." "Au ja", sagt Ines. Ein anderer Ast des Baumes ragt etwas über das Wasser. Von da aus klettert sie gekonnt ins Boot. "Oh ja, hier sitzt man bequem", sagt sie dann. Die Eisvögel sind immer noch unermüdlich am Fischen. Ich umfahre sie etwas weiträumiger, trotzdem lassen sie sich nicht stören. "Die sind ja abgehärtet", sage ich, "normal sind die doch scheuer." "Tja, die scheinen sich an die vielen Störungen durch die Angler hier gewöhnt zu haben", sagt Ines. "Das wird es sein", sage ich darauf. Wir kommen in die Nähe des Platzes, wo der dicke Angler immer sitzt. Vorsorglich fahre ich weiter von Ufer weg. Tatsächlich ist der auch am Platz. Ines wird unruhig. "Verschwindet hier", brüllt er. Dann platscht etwas in einiger Entfernung ins Wasser. Dann noch mal. Beim dritten Mal sehe ich einen Stein fliegen. Wir sind allerdings zu weit weg, als das er uns treffen könnte. Ich paddele noch ein Stück weiter in die Mitte des Sees. Dann hole ich mein Handy raus. Der Dicke brüllt uns immer noch fluchend von weitem an. "Ich verstehe den nicht", sage ich ruhig zu Ines, "der wird polizeilich gesucht und macht hier so einen Alarm." "Ach so", sagt Ines staunend. "Wenn Du den hier siehst, kannst Du gerne die Polizei rufen und dich dabei auf mich beziehen", sage ich zu ihr. "Okay", sagt Ines. In der Zwischenzeit habe ich die Polizeistation im nahen Ortsteil angerufen und die Lage geschildert. Grade als ich fertig bin, sehe ich den Angler hastig abhauen. "Jetzt haut er leider grade ab", sage ich zum Polizisten, der noch am Hörer ist. "Wir schicken trotzdem jemanden", sagt der dann. Wir bleiben noch auf dem Wasser und unterhalten uns. Nach einiger Zeit sagt Ines: "Ich mag Dich sehr gern, Steffi. So als Freundin und vielleicht ein bisschen mehr." Mir fiel das schon zu Anfang auf, als ich sie hier am See kennenlernte, wie sie irgendwie von mir fasziniert war. Deshalb frage ich sie auch ganz direkt: "Magst Du Mädels?" "Auch", antwortet sie spontan, "Jungs finde ich manchmal aber auch toll." "Cool", antworte ich lächelnd, "hast Du grade eine Partnerschaft?" "Ja, eine Dreier Beziehung mit einer Frau und einem Mann", antwortet Ines, "aber ziemlich locker." Ich ziehe die Augenbrauen hoch, was Ines zum Lachen bringt. "Also so hätte ich Dich jetzt nicht eingeschätzt", sage ich erstaunt, aber lächelnd. "Joa, stille Wasser", sagt Ines grinsend. "Und Du bist mit Sandra fest in Beziehung?" fragt Ines. "Ja so langsam wird es immer fester", antworte ich. "Ihr seid wirklich ein wunderschönes Paar", sagt Ines dann noch. "Danke", sage ich und lächele sie an.
"Da oben fährt grade ein Polizeiwagen lang", sagt Ines. Ich schaue auch hin. Der Wagen hält und zwei Polizistinnen steigen aus. Sie sehen uns und kommen vorsichtig den Hang herunter. Ich paddle uns in Richtung Ufer. Freundlich begrüßen die beide uns. "Wir haben ihn oben leider nicht mehr gesehen", sagt die eine Polizistin, "wir sind von hinten vom Wald reingefahren." "In die Richtung haut er auch immer ab", sage ich, "vielleicht hat er da irgendwo ein Versteck." "Ja das ist möglich", sagt die Polizistin wieder, "wir und die Kollegen schauen auch schon seit einiger Zeit, wo das sein könnte." "Aber auch wenn wir ihn nicht angetroffen haben, ist die Info gut, wenn Sie anrufen", sagt die andere, "so kann man schauen, wann er sich hier immer aufhält und ob es Regelmäßigkeiten gibt. Also rufen sie ruhig weiter an, irgendwann kriegen wir den." "Machen wir", antworte ich. Die eine Polizistin sagt dann noch: "Sie wirken ja recht entspannt so auf dem Wasser." "Sind wir auch", antwortet Ines lächelnd. "Ich glaube ich komme nach Dienstschluss hier auch mal vorbei, zum Relaxen", sagt die Polizistin lachend. "Gerne, außer dem Boot hätten wir auch noch einen Schwan und ein Einhorn zu ausspannen", sage ich freundlich. "Ich komme drauf zurück", sagt sie noch lächelnd und geht dann mit ihrer Kollegin zurück zum Auto. Langsam fahren wir zurück zum Bootshaus. "Achtung, Kopf einziehen", sage ich grinsend. Und schon sind wir im Haus. Ich halte uns fest während Ines aussteigt, dann steige ich aus dem Boot. "Das war schön, Steffi", sagt Ines, "jetzt muss ich dich aber mal dolle drücken." Was wir dann auch tun. Dann holen wir das Boot aus dem Wasser. "So jetzt noch das Tor zu machen", sage ich und rümpfe die Nase. Zu meiner Überraschung kann man das Tor im Handbetrieb durch die Schwerkraft alleine herunterlassen und es dabei abbremsen. "Coole Sache", sage ich als es zu ist. Dann nehme ich das abgebrochene Stück Welle mit und schließe das Bootshaus ab. Zusammen gehen Ines und ich nach oben. Am Büro nimmt sie ihr Fahrrad. "Danke Steffi, das war eine schöne Tour", sagt sie, "das können wir öfter machen." "Gerne", sage ich und gebe ihr einen Kuss auf die Wange. "Oh, wenn ich deswegen jetzt nicht schlafen kann", flaxt Ines, "tschüss, Steffi." "Tschüss Ines", sage ich und winke ihr hinterher. Anschließend gehe ich in die Werkstatt. "Na Chefin?" begrüßt mich Thomas. Ich lege grinsend das Bruchstück auf eine Werkbank und sage: "Ich habe den Antrieb im Bootshaus geschrottet." "Typisch Frau", feixt Kalle. "Aber Steffi ist eine, die das wieder hinkriegt", sagt Jürgen. Kristin und Jessi stehen im Hintergrund. "Ist halt eine von den starken Frauen hier", sagt Jessi. Jetzt sind Kalle und die anderen etwas sprachlos. Ich grinse und frage: "Ihr habt doch noch bestimmt die ganzen alten Zeichnungen hier?" "Na klar", komm mal mit", sagt Jürgen. In einer Ecke steht eine große Stahlkiste. "Hier ist alles drin", sagt Jürgen und macht mit mir den Deckel auf. "Geile Kiste, bestimmt ein Eigenbau", sage ich. "Haben wir so von deinem Onkel übergeben bekommen", sagt Jürgen. "Na dann wühle ich mich mal durch die Zeichnungen", sage ich. Zum Glück sind die geordnet und ich habe relativ schnell die von Bootshaus gefunden. "Nicht schlecht, wenn man alles aufhebt", sage ich und gehe zum großen Tisch. Dort entfalte ich die Zeichnung. "Ah, hier, guck, hier ist der Antrieb, sogar in einer Explosionszeichnung", sage ich. Ich schaue auf die Maße. "Habt ihr einen Rundstahl da, ungefähr der Durchmesser und die Länge?" sage ich und zeige es mit den Händen. Die Leute in der Werkstatt lachen. "Die passt ja in die Welt", sagt einer den sie Wolle nennen. "Hey wir kennen uns aber auch noch nicht so richtig", bombe ich ihn auch gleich an. Dann stellen wir uns noch schnell vor. Wolle war ein halbes Jahr mit seinem Motorrad in der Welt unterwegs, deshalb kannte ich ihn noch nicht. Er schaut mich genauer an. "He da, nur schauen, ja?", sagt Thomas zu Wolle, "verlieben verboten." Daraufhin müssen wir herzhaft lachen. Dann gehe ich mit Jürgen in eine Art Lager, wo auch verschiedene Werkstücke liegen. Schnell habe ich was passendes gefunden. Als ich in die Werkstatt zurückkomme, haben Thomas und Kalle schon den Antrieb aus dem Bootshaus ausgebaut und hochgebracht.
"Dann dreh ich mal ab", sage ich grinsend in die Runde. Wolle versteht das anscheinend nicht. "Wieso, hat dir jemand was getan?" fragt er, was die anderen zum Kichern bringt. Jetzt ist Wolle noch mehr durch den Wind. Ich halte das Stück Rundstahl in den Händen. "Das hier meine ich, da mache ich eine neue Antriebswelle für das Tor am Bootshaus draus", sage ich grinsend. Wolle ist immer noch erstaunt. Jürgen legt seine Hand auf Wolles Schulter. "Unsere neue Chefin ist schon eine ganz patente Frau", sagt Jürgen, "die dreht auch schon mal im Minirock eine Welle über." Ich zwinkere Wolle zu und gehe zur Drehmaschine. Wolle kommt langsam hinterher und schaut mir staunend zu. Ich mache mir einen Pferdeschwanz und setze mir eine Schutzbrille auf. Dann drehe ich den Stahl über. Die Späne fliegen in alle Richtungen. "Aua!" sage ich. "Was denn Aua?" fragt Wolle. "Die Späne sind ziemlich heiß, wenn sie mir an die Beine fliegen", antworte ich grinsend. Jürgen und Thomas sind mit im Raum und lachen sich schlapp. "Ich kenne sie ja noch nicht so lange", sagt Jürgen, "aber das ist typisch Steffi." Wolle staunt weiter. Nach einiger Zeit habe ich das Teil soweit fertig. Thomas schnappt sich das Teil und geht rüber in die Werkstatt. "Mal schauen ob es passt", sagt er. Ich mache schon mal die Maschine sauber. Wolle steht noch bei mir. "Arbeitsteilung, die Jungs schrauben und die Mädels putzen", sage ich. "Äh ja", staunt Wolle und geht verdattert in die Werkstatt. Die Drehmaschine ist soweit sauber und ich gehe rüber zu den anderen. "Gleich fertig", sagt Thomas. "Wo habt ihr denn die Kugellager her?" frage ich erstaunt, "und wie habt ihr die auf die Welle gekriegt?" Jürgen grinst. "Also die Kugellager haben wir als Ersatzteile hier gefunden", sagt er, "und auf sie die Welle ziehen machen wir so, wie alle das machen." "OK, habt ihr sie im Ölbad erwärmt?" frage ich. "Genau", sagt Thomas gespielt oberlehrerhaft. "Hier gibt es nix, was es nicht gibt", sage ich grinsend zu Wolle. Der ist immer noch erstaunt. "So fertig", sagt Jürgen, "gehen wir mal runter, das Ding einbauen." Mit Thomas und Jürgen gehe ich runter zum Bootshaus. Unterwegs unterhalten wir uns. "So kenne ich Wolle gar nicht", sagt Thomas grinsend, "so völlig sprachlos. Der plappert doch sonst wie ein Wasserfall." "Wie würdest Du den reagieren, wenn Du nach etlichen Monaten mal wieder in die Werkstatt kommst und da rennt so eine Granate wie Steffi herum und ist nebenbei auch noch die Verwalterin des ganzen", sagt Jürgen grinsend. "Stimmt und dann noch im kurzen Röckchen und dazu diese nicht enden wollenden Beine", sagt Thomas. Ich schaue beide lächelnd an und wundere mich, dass ich grade mal nicht rot werde. "Außerdem steht Wolle auf rothaarige Frauen", sagt Jürgen, "kein Wunder, dass der völlig von der Rolle ist." "Ihr seid schon so ein Haufen", sage ich lachend. Zu dritt bauen wir den Antrieb ein. Jürgen hält ihn, Thomas schraubt alles fest und ich reiche Schrauben und Werkzeug an. Wolle ist mittlerweile hinterher gekommen. Auch Jessi und Kristin sind mitgekommen. "Dann mal ein Probelauf", sagt Jürgen und steckt den Schlüssel in den Schlüsselschalter. Ich setze mich derweil in den großen Alu-Kahn und nehme die Ruder in die Hand. "Möchte jemand mitfahren?" frage ich lächelnd. Kristin und Jessi lassen sich das nicht zweimal sagen und steigen ein. Auch Thomas steigt ein. "Komm Wolle, trau dich", sagt er. Wolle zögert und steigt dann auch ein. "Das Tor läuft einwandfrei", sagt Jürgen. Dann steigt er auch noch ein. Langsam rudere ich uns aus dem Haus. Draußen ist auch noch mal ein Schlüsselschalter an der Wand. "Das teste ich auch gleich mal", sagt Jürgen und betätigt den Schalter. Das Tor schließt sich problemlos. "Gute Arbeit, Herr Doktor", flaxe ich Thomas und Jürgen an. Eine große Tour machen wir aber nicht, ich drehe dann auch um und steuere die Zufahrt zum Haus an. Jürgen betätigt wieder den Schlüsselschalter und das Tor geht problemlos auf. "Echt super", sage ich erfreut und lasse das Boot langsam ins Haus gleiten. Auch als Jürgen das Tor schließt, geht es problemlos. "Da soll mal einer sagen, wir können nix", flaxt Jürgen. Zusammen gehen wir dann zur Werkstatt zurück. "Jetzt ist aber Feierabend", sagt Thomas, "ich lege jetzt die Füße hoch." "Wobei, von Steffi über den See gerudert werden hat aber auch Stil", sagt Jürgen grinsend. "Aber nur im Hellen", sage ich mit frechem Blick, "im Dunklen ist Steffi gefährlich." "Oha!" sagt Jürgen lachend. Vor der Werkstatt sitzen schon einige. Ich bleibe noch auf ein alkoholfreies Weizen da, dann wird es Zeit für mich zu fahren. "Danke, Steffi, das war wieder ein schöner Tag mit dir", sagt Harald. "Danke, es war aber auch wieder super mit euch", bedanke ich mich. Ich gehe dann zu meinem Auto, steige ein und fahre langsam vom Hof. Aus dem offenen Fenster winke ich nochmal.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
-
Engelchen
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 3093
- Registriert: Fr 7. Jun 2019, 17:03
- Geschlecht: Weiblich
- Pronomen: Sie
- Wohnort (Name): München
- Hat sich bedankt: 17 Mal
- Danksagung erhalten: 13 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Blutengel
Wow, bin lange nicht zum lesen gekommen und dann wieder gleich drei neue Teil - danke Dir
Freu mich schon wie es weitergeht...
Liebe Grüße
Lisa
Freu mich schon wie es weitergeht...
Liebe Grüße
Lisa
Liebe geben und offen sein für Neues
-
Stephanie
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1461
- Registriert: Mo 31. Mär 2014, 18:05
- Geschlecht: m/w/d
- Pronomen: Gute Frage...
- Wohnort (Name): Meine
- Forum-Galerie: gallery/album/93
- Hat sich bedankt: 33 Mal
- Danksagung erhalten: 175 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Blutengel
Ein Abend mit den Nachbarn
Ich komme auf dem Garagenhof zu Hause an und fahre das Auto in die Garage. Als ich das Tor zu mache, fährt es auf einmal alleine an. Verdattert bleibe ich stehen. Vor mir schließt sich das Tor. Ich betätige dann von innen die Verriegelung und das Tor geht wieder von alleine auf. Dann sehe ich einen Motor an der Tormechanik. "Ah, cool, die Monteure waren heute da", denke ich mir. Ich gehe aus der Garage und schließe das Tor erneut. "Sehr geil", sage ich halblaut vor mich hin. Ich gehe zum Haus. Von weitem sehe ich meine Nachbarn draußen auf vier neu aussehende Bänken sitzen. Sie haben im sie im Viereck aufgestellt. Langsam gehe ich hin. Ich sehe Ebi und Willi, wie sie verstohlen zu mir schauen, was mich wundert, weil sie mich sonst immer überschwänglich begrüßen. Auch von weitem. Dann sehe ich, das Jochen auch da mit sitzt. Er sitzt mit dem Rücken zu mir und ist grade mit ausladender Gestik am Reden. Langsam gehe ich hin. Die anderen lassen sich nichts anmerken. Jochen sitzt alleine auf der Bank. Als ich rankomme, höre ich, dass er auch über mich redet. Unbemerkt bin ich hinter ihm angekommen. Ich lege vorsichtig meine Hände auf seine Schultern und hebe mein linkes Bein über die Lehne, um es auf der Sitzfläche abzustellen. Jochen zuckt etwas zusammen. Ich gehe näher an sein Ohr heran. "Hallo Jochen, hier ist das Objekt deiner Begierde", sage ich mit einer samtigen Stimme. Jochen will aufstehen, was ich durch leichtes Drücken auf seine Schulter unterbinde. Die anderen in der Runde grinsen. Auch Ingrid, die Krankenschwester von ganz oben sitzt mit in der Runde, sie ist ebenfalls erheitert. "Bleib ruhig sitzen", sage ich beruhigend zu Jochen, "ich beiße nicht." Dann setze ich mich neben ihn und schaue ihn mit naivem Blick an. Jochen weiß nicht wo er zuerst hinschauen soll. Außerdem schaut er etwas panisch. "Habe ich Dich erschreckt?" frage ich ihn lieb, "das wollte ich nicht." "A-a-alles gut", stottert er. "Schön", sage ich und lächele ihn an. "Magst Du was trinken?" fragt mich Lisa. Auf dem Tisch in der Mitte stehen einige Flaschenkühler. "Wir haben Sekt und Weißwein", sagt Anne, "und ein Bier kann Willi dir aus dem Keller holen." Ich entscheide mich für den Weißwein. "Mmh, lecker, das ist ein Riesling, richtig?" frage ich nachdem ich ihn probiert habe. "Du kennst Dich wohl etwas aus?" fragt Lisa, holt die Flasche aus dem Kühler und gibt sie mir. "Ein wenig", schon antworte ich und schaue auf das Etikett. "Sehr lecker", sage ich. "Wir lassen uns den von einem Weinhändler schicken", sagt Lisa, "wenn Du magst, können wir nächstes Mal für Dich mitbestellen." "Gerne", sage ich, "ich nehme gleich zwei Kartons." "Ist notiert", sagt Herbert grinsend.
Ich schaue zu Jochen, der tatsächlich neben mir sitzen geblieben ist. Er wirkt nicht mehr ganz so verkrampft, ist aber noch ziemlich angespannt. Ich schaue ihn an und habe das Glas noch in der Hand. "Ich wollte mich dann mal richtig vorstellen", sage ich zu ihm, "Ich bin die Stefanie, Stefanie Boe, Zwillingsschwester von Stefan Boe, der hier die Wohnung renoviert hat." "Äh hmpf, ja", stammelt Jochen. "So wie ich weiß haben Dir ja die anderen schon ein bisschen über mich erklärt", sage ich weiter, dabei drehe ich mich zu ihm hin. "Ja", antwortet er knapp. "Hey, das muss dein Blutdruck jetzt aushalten", sage ich mit samtiger Stimme. Im Augenwinkel sehe ich Ebi grinsen. Jochen fasst sich wohl so langsam. "Ich werde es mal versuchen", sagt er dann überraschend. "Was hast Du denn heute so gemacht?" fragt mich Lisa. Ich will grade antworten, da bimmelt mein Handy. Sandra ruft an. Ich gehe ran und sage: "Jetzt weiß ich nicht, was ich zuerst machen soll. Lisa fragt mich grade, was ich heute so gemacht habe." Sandra lacht. "Die Frage wollte ich auch grade stellen", sagt sie erheitert. "Dann stelle ich mal auf mithören", sage ich. "Und die Kamera bitte anmachen, ich möchte sehen, wer so da ist", sagt Sandra. "OK", sage ich, mache die Kamera an. Dann führe ich sie im Kreis durch die Runde. Meine Nachbarn winken und rufen: "Hallo Sandra." Ich rutsche dichter an Jochen ran und halte dann die Kamera auf uns. "Huhu Sandra", sage ich. Sandra ist jetzt etwas überrascht, als sie Jochen sieht, was mich zum Grinsen bringt. "Ich konnte nicht mehr flüchten", sagt er dann auch recht locker. Sandra hat auch ihre Kamera an und man sieht sie mit ihrer Freundin Caro, die ich auch freundlich begrüße. Caro kannte ich bisher nur aus Sandras Erzählungen, umso überraschter bin ich, sie zu sehen, sie ist auch sehr hübsch. Aber erstmals erzähle ich die Erlebnisse des Tages. Meine Nachbarn und auch Caro sind am Staunen. Nur Sandra sehe ich grinsen. "So kenne ich sie", sagt Sandra dann lachend, als ich fertig bin. "Dir wird es auch nie langweilig", sagt Anne zu mir. "Ich weiß auch nicht, das fällt mir irgendwie einfach so zu und dann muss ich halt reagiere", sage ich grinsend. Nach einiger Zeit verabschieden sich Sandra und Caro. "Wir sehen uns dann morgen", sagt Sandra noch.
"Das die Monteure heute da waren, hast Du gemerkt?" fragt Herbert. "Ja das ist echt super", antworte ich, "ich war ja etwas überrascht, dass das Tor so von alleine losging." "Hier sind auch noch zwei Funkfernbedienungen", sagt Herbert und gibt sie mir. "Danke schön", sage ich, "habt ihr schon probiert, wie weit die reichen?" "Versuchs mal", sagt Willi. Ich drehe mich um und drücke die Fernbedienung. Und Schwupps, geht"™s Tor auf. "I-hi, geil", sage ich und schließe es wieder. Und wieder auf und wieder zu. Vom Nachbarhaus geht grade einer über den Garagenhof und schaut staunend auf das Tor, was auf und zu geht. Ich grinse und sage: "Jetzt noch einen Lautsprecher in die Garage, der Hallo! sagt." "Du bist ganz schön verspielt?", sagt Jochen zu mir. Bevor ich antworten kann, sagt Lisa lächelnd: "Das zeichnet Steffi aus." Und Ebi fügt hinzu: "Und jede Menge Unfug hat sie im Kopf, dazu kommt dass sie unheimlich schlagfertig ist und spontan reagieren kann. Wie vorgestern auf dem Schützenfest." Ich schaue Jochen an. "Und das rotwerden, wenn ich gelobt werde ist auch ganz typisch für mich", sage ich zu ihm während die Röte in meinem Gesicht langsam zurückgeht, "eigentlich ein ganz normales Mädel." Jochen atmet tief durch. "Was ist denn?" frage ich. Er druckst etwas herum. "Die Frage wollte ich Dir ja schon öfter stellen, bist Du verliebt in mich?" frage ich. Jochen wird knallrot. "Ja Ok, ist jetzt ein bisschen gemein, hier so vor allen zu fragen", sage ich vorsichtig. "Ist schon OK", sagt Jochen dann selbstbewusst, "ich habe mich ja auch schon oft mit Ebi und Willi drüber unterhalten." Die anderen schauen gespannt zu. "Ja, das ist aber komisch, nicht so wie sonst", sagt Jochen, "es ist eben die Tatsache, dass ich dich ursprünglich als Stefan kennengelernt habe." "OK, aber meine körperlichen Eigenschaften kennst Du, von den anderen?" frage ich, "das ist OK, das hatten wir mal so vereinbart, um Gerede in der Nachbarschaft zu verhindern." "Ja, kenne ich", sagt Jochen, "das ist nur so, ääh, hm." Er findet grade nicht die richtigen Worte. Ich lächele ihn an. "Also, mal so ganz hypothetisch, wie liegen im Bett, haben Spaß und plötzlich springt der noch vorhandene Pullermann aus seinem Versteck und womöglich auch noch die Bällchen", sage ich lächelnd. In unserer Runde bricht schallendes Gelächter aus, die wollen sich gar nicht mehr einkriegen. Auch Jochen lacht. "Wie abgefahren ist das denn?" gackert Ingrid, "hat die einen Humor!" Lisa wischt sich die Lachtränen aus den Augen. "So ist sie", sagt sie dann. Herbert kann sich gar nicht beruhigen, immer wieder lacht er los und steckt die anderen an. Die Nachbarn aus den anderen Häusern schauen schon neugierig zu uns rüber. Langsam beruhigen sie sich alle wieder. "Ja, das ist so meine Befürchtung", sagt Jochen dann, "und außerdem scheinst Du auf Frauen zu stehen." "Genau", sage ich lächelnd, "aber das war jetzt nicht so die große Umstellung." Wieder gibt es ein kleines Lachen in unserer Runde. "Na ja, ist aber schön das alles zu erfahren", sagt Jochen dann. Wir bleiben noch weit bis in die Dunkelheit sitzen. Anne hat ein paar Windlichter herausgeholt, die eine gemütliche Atmosphäre schaffen. Aus den Augenwinkeln sehe ich, wie Jochen mich immer mal wieder anschaut. "Unglaublich, wie weiblich Du aussiehst", sagt er dann, "man sieht keine markanten, männliche Attribute." "Na ja, an der Stimme merkst du es, wenn ich mir wie eben keine Mühe gebe sie anzupassen", sage ich grinsend mit meinem normalen Bariton, "und `nen richtigen Arsch habe ich auch nicht. Aber trotzdem danke." Wieder bricht Erheiterung aus. "Du bist echte eine Bereicherung für unsere Haushälfte", sagt Ingrid. "Ja, die in den anderen Häusern beneiden uns zum Teil", sagt Anne. "Tse, ich mach doch hier gar nichts wildes", sage ich mit unschuldigem Blick. "Da wär ich mir nicht so sicher", sagt Ebi grinsend. Ja, OK, ich bin mir meines Auftretens bewusst und lege es auch gerne drauf an meine relativ neuen weiblichen Reize zu zeigen. Aber das Herunterspielen im Gegensatz dazu macht auch eine Menge Spaß. Ich muss halt nur aufpassen, dass ich keinen zu stark aufheize. Und Jochen hat die Unterhaltung heute wohl gut getan. Er scheint zwar immer von mir fasziniert zu sein, aber das er mich jetzt noch irgendwie rumkriegen will, ist wohl vom Tisch. Ingrid ist dann die erste, die sich verabschiedet. "Ich muss morgen zum Frühdienst", sagt sie. "Ich komme auch gleich mit", sage ich, "ich will auch früh raus, die verlorene Zeit von heute wieder reinarbeiten." Die anderen kommen auch mit. Ich helfe noch mit die ein oder andere Sache mit reinzutragen. "Die Bänke bleiben stehen", sagt Ebi, die hat die Hausverwaltung aufgestellt." "Das ist nett", sage ich lächelnd. Wir gehen ins Haus, noch eine kurze Verabschiedung von Anne, Willi und Ebi mit Umarmung. Dann gehen wir weiter hoch. In meiner Etage gibt es natürlich auch Umarmungen zur Verabschiedung. Jochen zögert etwas bei mir und Ingrid. "Trau Dich", sage ich und drücke ihn ordentlich. Dabei merke ich seine Erregung zwischen den Beinen. Ich zwinkere ihm dezent zu. Dann gehe ich in meine Wohnung. "Tschüss ihr", sage ich noch, dann schließe ich meine Tür. "Meine Güte ist der trotzdem noch scharf auf mich", denke ich mir, als ich ins Badezimmer gehe. Nachdem ich mich für das Bett fertig gemacht habe, gehe ich rüber ins Schlafzimmer. Auf dem Handy sehe ich, das Sandra auch noch online ist und rufe sie mal an. "Schön, dass ich dich nochmal höre", sagt sie. Wir erzählen noch ein wenig, was wir heute noch erlebt haben. Nach dem ich noch ein wenig von Jochen erzählt habe und wie er immer noch scharf auf mich ist, sagt Sandra: "Ja Du hast eine unheimliche Wirkung auf Männer, das sehe ich immer, wenn wir unterwegs sind." Mir fällt das ehrlicherweise gar nicht so auf. Nach einer Weile sagen wir dann gute Nacht. "Schlaf schön, meine süße Stefanie", sagt Sandra. "Du auch, süße Sandra", sage ich.
Ich komme auf dem Garagenhof zu Hause an und fahre das Auto in die Garage. Als ich das Tor zu mache, fährt es auf einmal alleine an. Verdattert bleibe ich stehen. Vor mir schließt sich das Tor. Ich betätige dann von innen die Verriegelung und das Tor geht wieder von alleine auf. Dann sehe ich einen Motor an der Tormechanik. "Ah, cool, die Monteure waren heute da", denke ich mir. Ich gehe aus der Garage und schließe das Tor erneut. "Sehr geil", sage ich halblaut vor mich hin. Ich gehe zum Haus. Von weitem sehe ich meine Nachbarn draußen auf vier neu aussehende Bänken sitzen. Sie haben im sie im Viereck aufgestellt. Langsam gehe ich hin. Ich sehe Ebi und Willi, wie sie verstohlen zu mir schauen, was mich wundert, weil sie mich sonst immer überschwänglich begrüßen. Auch von weitem. Dann sehe ich, das Jochen auch da mit sitzt. Er sitzt mit dem Rücken zu mir und ist grade mit ausladender Gestik am Reden. Langsam gehe ich hin. Die anderen lassen sich nichts anmerken. Jochen sitzt alleine auf der Bank. Als ich rankomme, höre ich, dass er auch über mich redet. Unbemerkt bin ich hinter ihm angekommen. Ich lege vorsichtig meine Hände auf seine Schultern und hebe mein linkes Bein über die Lehne, um es auf der Sitzfläche abzustellen. Jochen zuckt etwas zusammen. Ich gehe näher an sein Ohr heran. "Hallo Jochen, hier ist das Objekt deiner Begierde", sage ich mit einer samtigen Stimme. Jochen will aufstehen, was ich durch leichtes Drücken auf seine Schulter unterbinde. Die anderen in der Runde grinsen. Auch Ingrid, die Krankenschwester von ganz oben sitzt mit in der Runde, sie ist ebenfalls erheitert. "Bleib ruhig sitzen", sage ich beruhigend zu Jochen, "ich beiße nicht." Dann setze ich mich neben ihn und schaue ihn mit naivem Blick an. Jochen weiß nicht wo er zuerst hinschauen soll. Außerdem schaut er etwas panisch. "Habe ich Dich erschreckt?" frage ich ihn lieb, "das wollte ich nicht." "A-a-alles gut", stottert er. "Schön", sage ich und lächele ihn an. "Magst Du was trinken?" fragt mich Lisa. Auf dem Tisch in der Mitte stehen einige Flaschenkühler. "Wir haben Sekt und Weißwein", sagt Anne, "und ein Bier kann Willi dir aus dem Keller holen." Ich entscheide mich für den Weißwein. "Mmh, lecker, das ist ein Riesling, richtig?" frage ich nachdem ich ihn probiert habe. "Du kennst Dich wohl etwas aus?" fragt Lisa, holt die Flasche aus dem Kühler und gibt sie mir. "Ein wenig", schon antworte ich und schaue auf das Etikett. "Sehr lecker", sage ich. "Wir lassen uns den von einem Weinhändler schicken", sagt Lisa, "wenn Du magst, können wir nächstes Mal für Dich mitbestellen." "Gerne", sage ich, "ich nehme gleich zwei Kartons." "Ist notiert", sagt Herbert grinsend.
Ich schaue zu Jochen, der tatsächlich neben mir sitzen geblieben ist. Er wirkt nicht mehr ganz so verkrampft, ist aber noch ziemlich angespannt. Ich schaue ihn an und habe das Glas noch in der Hand. "Ich wollte mich dann mal richtig vorstellen", sage ich zu ihm, "Ich bin die Stefanie, Stefanie Boe, Zwillingsschwester von Stefan Boe, der hier die Wohnung renoviert hat." "Äh hmpf, ja", stammelt Jochen. "So wie ich weiß haben Dir ja die anderen schon ein bisschen über mich erklärt", sage ich weiter, dabei drehe ich mich zu ihm hin. "Ja", antwortet er knapp. "Hey, das muss dein Blutdruck jetzt aushalten", sage ich mit samtiger Stimme. Im Augenwinkel sehe ich Ebi grinsen. Jochen fasst sich wohl so langsam. "Ich werde es mal versuchen", sagt er dann überraschend. "Was hast Du denn heute so gemacht?" fragt mich Lisa. Ich will grade antworten, da bimmelt mein Handy. Sandra ruft an. Ich gehe ran und sage: "Jetzt weiß ich nicht, was ich zuerst machen soll. Lisa fragt mich grade, was ich heute so gemacht habe." Sandra lacht. "Die Frage wollte ich auch grade stellen", sagt sie erheitert. "Dann stelle ich mal auf mithören", sage ich. "Und die Kamera bitte anmachen, ich möchte sehen, wer so da ist", sagt Sandra. "OK", sage ich, mache die Kamera an. Dann führe ich sie im Kreis durch die Runde. Meine Nachbarn winken und rufen: "Hallo Sandra." Ich rutsche dichter an Jochen ran und halte dann die Kamera auf uns. "Huhu Sandra", sage ich. Sandra ist jetzt etwas überrascht, als sie Jochen sieht, was mich zum Grinsen bringt. "Ich konnte nicht mehr flüchten", sagt er dann auch recht locker. Sandra hat auch ihre Kamera an und man sieht sie mit ihrer Freundin Caro, die ich auch freundlich begrüße. Caro kannte ich bisher nur aus Sandras Erzählungen, umso überraschter bin ich, sie zu sehen, sie ist auch sehr hübsch. Aber erstmals erzähle ich die Erlebnisse des Tages. Meine Nachbarn und auch Caro sind am Staunen. Nur Sandra sehe ich grinsen. "So kenne ich sie", sagt Sandra dann lachend, als ich fertig bin. "Dir wird es auch nie langweilig", sagt Anne zu mir. "Ich weiß auch nicht, das fällt mir irgendwie einfach so zu und dann muss ich halt reagiere", sage ich grinsend. Nach einiger Zeit verabschieden sich Sandra und Caro. "Wir sehen uns dann morgen", sagt Sandra noch.
"Das die Monteure heute da waren, hast Du gemerkt?" fragt Herbert. "Ja das ist echt super", antworte ich, "ich war ja etwas überrascht, dass das Tor so von alleine losging." "Hier sind auch noch zwei Funkfernbedienungen", sagt Herbert und gibt sie mir. "Danke schön", sage ich, "habt ihr schon probiert, wie weit die reichen?" "Versuchs mal", sagt Willi. Ich drehe mich um und drücke die Fernbedienung. Und Schwupps, geht"™s Tor auf. "I-hi, geil", sage ich und schließe es wieder. Und wieder auf und wieder zu. Vom Nachbarhaus geht grade einer über den Garagenhof und schaut staunend auf das Tor, was auf und zu geht. Ich grinse und sage: "Jetzt noch einen Lautsprecher in die Garage, der Hallo! sagt." "Du bist ganz schön verspielt?", sagt Jochen zu mir. Bevor ich antworten kann, sagt Lisa lächelnd: "Das zeichnet Steffi aus." Und Ebi fügt hinzu: "Und jede Menge Unfug hat sie im Kopf, dazu kommt dass sie unheimlich schlagfertig ist und spontan reagieren kann. Wie vorgestern auf dem Schützenfest." Ich schaue Jochen an. "Und das rotwerden, wenn ich gelobt werde ist auch ganz typisch für mich", sage ich zu ihm während die Röte in meinem Gesicht langsam zurückgeht, "eigentlich ein ganz normales Mädel." Jochen atmet tief durch. "Was ist denn?" frage ich. Er druckst etwas herum. "Die Frage wollte ich Dir ja schon öfter stellen, bist Du verliebt in mich?" frage ich. Jochen wird knallrot. "Ja Ok, ist jetzt ein bisschen gemein, hier so vor allen zu fragen", sage ich vorsichtig. "Ist schon OK", sagt Jochen dann selbstbewusst, "ich habe mich ja auch schon oft mit Ebi und Willi drüber unterhalten." Die anderen schauen gespannt zu. "Ja, das ist aber komisch, nicht so wie sonst", sagt Jochen, "es ist eben die Tatsache, dass ich dich ursprünglich als Stefan kennengelernt habe." "OK, aber meine körperlichen Eigenschaften kennst Du, von den anderen?" frage ich, "das ist OK, das hatten wir mal so vereinbart, um Gerede in der Nachbarschaft zu verhindern." "Ja, kenne ich", sagt Jochen, "das ist nur so, ääh, hm." Er findet grade nicht die richtigen Worte. Ich lächele ihn an. "Also, mal so ganz hypothetisch, wie liegen im Bett, haben Spaß und plötzlich springt der noch vorhandene Pullermann aus seinem Versteck und womöglich auch noch die Bällchen", sage ich lächelnd. In unserer Runde bricht schallendes Gelächter aus, die wollen sich gar nicht mehr einkriegen. Auch Jochen lacht. "Wie abgefahren ist das denn?" gackert Ingrid, "hat die einen Humor!" Lisa wischt sich die Lachtränen aus den Augen. "So ist sie", sagt sie dann. Herbert kann sich gar nicht beruhigen, immer wieder lacht er los und steckt die anderen an. Die Nachbarn aus den anderen Häusern schauen schon neugierig zu uns rüber. Langsam beruhigen sie sich alle wieder. "Ja, das ist so meine Befürchtung", sagt Jochen dann, "und außerdem scheinst Du auf Frauen zu stehen." "Genau", sage ich lächelnd, "aber das war jetzt nicht so die große Umstellung." Wieder gibt es ein kleines Lachen in unserer Runde. "Na ja, ist aber schön das alles zu erfahren", sagt Jochen dann. Wir bleiben noch weit bis in die Dunkelheit sitzen. Anne hat ein paar Windlichter herausgeholt, die eine gemütliche Atmosphäre schaffen. Aus den Augenwinkeln sehe ich, wie Jochen mich immer mal wieder anschaut. "Unglaublich, wie weiblich Du aussiehst", sagt er dann, "man sieht keine markanten, männliche Attribute." "Na ja, an der Stimme merkst du es, wenn ich mir wie eben keine Mühe gebe sie anzupassen", sage ich grinsend mit meinem normalen Bariton, "und `nen richtigen Arsch habe ich auch nicht. Aber trotzdem danke." Wieder bricht Erheiterung aus. "Du bist echte eine Bereicherung für unsere Haushälfte", sagt Ingrid. "Ja, die in den anderen Häusern beneiden uns zum Teil", sagt Anne. "Tse, ich mach doch hier gar nichts wildes", sage ich mit unschuldigem Blick. "Da wär ich mir nicht so sicher", sagt Ebi grinsend. Ja, OK, ich bin mir meines Auftretens bewusst und lege es auch gerne drauf an meine relativ neuen weiblichen Reize zu zeigen. Aber das Herunterspielen im Gegensatz dazu macht auch eine Menge Spaß. Ich muss halt nur aufpassen, dass ich keinen zu stark aufheize. Und Jochen hat die Unterhaltung heute wohl gut getan. Er scheint zwar immer von mir fasziniert zu sein, aber das er mich jetzt noch irgendwie rumkriegen will, ist wohl vom Tisch. Ingrid ist dann die erste, die sich verabschiedet. "Ich muss morgen zum Frühdienst", sagt sie. "Ich komme auch gleich mit", sage ich, "ich will auch früh raus, die verlorene Zeit von heute wieder reinarbeiten." Die anderen kommen auch mit. Ich helfe noch mit die ein oder andere Sache mit reinzutragen. "Die Bänke bleiben stehen", sagt Ebi, die hat die Hausverwaltung aufgestellt." "Das ist nett", sage ich lächelnd. Wir gehen ins Haus, noch eine kurze Verabschiedung von Anne, Willi und Ebi mit Umarmung. Dann gehen wir weiter hoch. In meiner Etage gibt es natürlich auch Umarmungen zur Verabschiedung. Jochen zögert etwas bei mir und Ingrid. "Trau Dich", sage ich und drücke ihn ordentlich. Dabei merke ich seine Erregung zwischen den Beinen. Ich zwinkere ihm dezent zu. Dann gehe ich in meine Wohnung. "Tschüss ihr", sage ich noch, dann schließe ich meine Tür. "Meine Güte ist der trotzdem noch scharf auf mich", denke ich mir, als ich ins Badezimmer gehe. Nachdem ich mich für das Bett fertig gemacht habe, gehe ich rüber ins Schlafzimmer. Auf dem Handy sehe ich, das Sandra auch noch online ist und rufe sie mal an. "Schön, dass ich dich nochmal höre", sagt sie. Wir erzählen noch ein wenig, was wir heute noch erlebt haben. Nach dem ich noch ein wenig von Jochen erzählt habe und wie er immer noch scharf auf mich ist, sagt Sandra: "Ja Du hast eine unheimliche Wirkung auf Männer, das sehe ich immer, wenn wir unterwegs sind." Mir fällt das ehrlicherweise gar nicht so auf. Nach einer Weile sagen wir dann gute Nacht. "Schlaf schön, meine süße Stefanie", sagt Sandra. "Du auch, süße Sandra", sage ich.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
-
Stephanie
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1461
- Registriert: Mo 31. Mär 2014, 18:05
- Geschlecht: m/w/d
- Pronomen: Gute Frage...
- Wohnort (Name): Meine
- Forum-Galerie: gallery/album/93
- Hat sich bedankt: 33 Mal
- Danksagung erhalten: 175 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Blutengel
Fallschirmspringen mit Sandra Teil 2
Mein Wecker schmeißt mich recht früh aus dem Bett. Verschlafen setzte ich Wasser für den Tee auf und gehe dann ins Badezimmer. Danach gehe ich wieder in die Küche und hole mir die Sachen für das Frühstück. Ich fahre den Laptop hoch und schaue dann in Emails und so weiter. Mir fällt ein, mal wieder nach Torbens Aktivitäten zu schauen. Nebenbei schaue ich, ob Katja irgendwo online ist. Bei WhatsApp ist sie im Gange und ich schreibe ihr gleich mal eine Nachricht. Prompt ruft sie mich an. "Hallo Steffi", begrüßt sie mich freundlich. Ich grüße ebenso herzlich zurück. "Haben ja schon länger nichts von uns gehört", sage ich. "Umso schöner, dich jetzt zu hören", sagt Katja, "du schaust bestimmt grade in den Tracker." "Ja, seit einiger Zeit mal wieder", antworte ich, "und gleich fallen ja seltsame Zacken auf." "Das macht er seit Freitag", sagt Katja, "ich kann mir nur keinen Reim drauf machen." "Er ist zweimal von seinem Gewächshaus in unsere Richtung gefahren", sage ich, "genauer gesagt bis südlich von Wolfsburg." "Ja, komisch", sagt Katja. "Ich kenne die Ecke da", sage ich, "er hat da eine alte Baumschule angefahren." "Wie, alte Baumschule?" fragt Katja. "Hast Du Maps offen?" frage ich. "Ja, habe ich", antwortet Katja. "Also, die Inhaber der Baumschule hatten keine Nachfolger", sage ich, "nur den Verkaufsraum haben zwei Floristinnen übernommen." "Stimmt das sieht man", sagt Katja. "Weiter hinten auf dem Gelände steht ein Schuppen oder so was ähnliches", sage ich weiter, "bis dahin ist Torben immer gefahren." "Hm, warum nur", fragt Katja. "Ich vermute, dass er das als Ersatz für meine Garage gefunden hat", sage ich, "wenn er mit Anhänger hier in die Nähe kommt, hätte ich erwartet, dass er sich bei mir meldet. Hat er aber nicht." "Kann ich mir jetzt keinen Reim drauf machen", sagt Katja. "Ich würde mal sagen, da ist er unbeobachteter, als hier bei mir", sage ich, "das liegt da schon weit außerhalb der nächsten Ortschaft." "Ja OK, das ist ein Argument", sagt Katja. "Dann schauen wir mal, ob er uns noch braucht, um den Anhänger zurückzubringen", sage ich. "Stimmt, aber durch die Lappen gehen kann er uns ja nicht", sagt Katja lachend. Dann unterhalten wir uns noch über ein paar allgemeine Sachen. "Grüße Sandra schön von mir", sagt Katja schließlich. "Mache ich, bis dahin", antworte ich.
Das Wetter ist heute etwas durchwachsener als gestern, ich ziehe mich deswegen auch nicht so luftig an wie gestern. Ich trage dann auch mal wieder eine knackig, enge Jeans und eine flatterige Shirtbluse mit langen Ärmeln, eine kurzarmige packe ich mir noch ein. Dazu noch meine Lieblingspumps in blauen Lack mit Keilabsatz. Ich verlasse die Wohnung und hole mein Fahrrad aus dem Keller. So mache ich mich auf den Weg zur Arbeit. Kurz nach sieben bin ich auch schon da. Um halb acht klingelt mein Handy. Sandra ist dran. "Na mein Engel, schon wach?" fragt sie. "Oh ja", antworte ich, "ich bin schon auf der Arbeit." "Boah, Frühaufsteherin", flaxt Sandra, "ich will grade ins Badezimmer." "Na ja, ich muss die Stunden von gestern wieder reinholen, die ich wegen des Umweltonkels ans Bein binden musste", sage ich. "OK", sagt Sandra lachend, "dann sehen und hören wir uns spätestens mittags?" "Auf alle Fälle", antworte ich, "ich habe dich schon so lange nicht mehr gesehen, ich weiß schon gar nicht mehr, wie du aussiehst." Sandra lacht. "Du bist so eine Ulknudel", sagt sie dann noch. "Bis nachher dann", sage ich, "und ich soll schön von Katja grüßen." "Oh danke", antwortet Sandra lieb. So nach und nach trudeln meine Kollegen ein und wundern sich, weil ich schon da bin. Ulrich kommt grade an. "Frau Stefanie, wie bist Du denn heute gekleidet?" fragt er, "wieder so aufreizend wie gestern?" "Nee, heute mal nicht", sage ich grinsend, "das hat gestern bei dem ein oder anderen zu Schnappatmung geführt, da muss ich heute mal zurückhaltender sein." "Na dann zeig mal", fordert Ulrich. Ich stehe auf und komme hinter meinem Schreibtisch vor, dabei beobachte ich die Kollegen genau. "Boah, Mädel, kannst Du die waffenscheinpflichtigen Beine nicht mal in etwas weiterer Kleidung tarnen?" flaxt Ulrich. "Ich kann doch auch nichts dazu, dass die Beine der pure Sex sind", sage ich gespielt naiv, mit genauso naivem Blick. "Hilfe, Medizin", sagt Andreas schräg hinter mir. Ich schaue grinsend hin. Andreas fächelt sich übertrieben Luft zu. Die anderen Kollegen lachen. "Ich kann mich ja gerne mal mit euren Partnerinnen zusammensetzen und beratschlagen, was man tun kann, damit ihr nicht immer so aus dem Häuschen geratet, nur wenn mal ein bisschen Bein ins Bild kommt", sage ich feixend. "Mach keinen Scheiß!" lacht Torsten. Ich zwinkere und setze mich wieder hin. Dann arbeite ich weiter an einem Entwurf Beitrag für unsere interne Informationsabteilung, über einen Workshop, der richtig was gebracht hat. Einmal noch Korrekturlesen, dann schicke ich ihn per Mail ab. "Steffi? Kannst Du mal kurz in unsere Inforunde kommen?" fragt Torsten. Ich schnappe mir meine Kaffeetasse und gehe über einen Umweg über die Kaffeeküche dorthin. In der Besprechungsecke steht ein Tisch, so hoch wie ein Tresen. Man kann entweder auf höheren Stühlen sitzen oder stehen. Ich stelle mich an der Stirnseite an den Tisch und lehne mich so an den Tisch, dass meine Oberweite leicht auf dem Tisch liegt. Irgendwie schauen natürlich alle erstmal hin. "Meine Güte, seid ihr hormongesteuert", flaxe ich lächelnd. Einige Kollegen fühlen sich ertappt, was mich weiterhin erheitert. Ulrich winkt wie üblich ab. Dann finden wir aber zum eigentlichen Thema. Als wir die Runde auflösen, sagt Ulrich grinsend: "Ich muss nachher mal mit deiner Sandra reden, damit die Dich mal ein bisschen runterbremst." "Versuchen kannst Du es ja mal", kontere ich lächelnd. Als ich wieder am Schreibtisch sitze, klingelt mein Telefon. "Hi, hier ist Silke vom internen Nachrichtendienst", feixt sie, "ich habe dienen Entwurf gelesen und ein wenig überarbeitet, kannst mal drüber schauen, ich habe ihn dir geschickt." "Ja OK, mache ich", antworte ich, während ich die Mail aufmache. "Außerdem müssen wir uns mal wieder treffen", sagt Silke, "ich habe ja schon einiges von Deiner neuen "Aufmachung" gehört." Ich muss lachen. "Ja OK, schauen wir mal", sage ich. "Heute ist schlecht, da bin ich nach dem Mittag außer Haus", sagt sie dann noch." "OK, wir müssen es ja nicht über das Knie brechen", sage ich.
Zur mit Sandra verabredeten Zeit gehe ich in Richtung Kantine. Einige meiner Kollegen begleiten mich. "Die klacken so schön, deine Schuhe", sagt Andreas. "Das wird in der Kantine bestimmt interessant", sagt Torsten grinsend, "der Belag da ist ja auch nicht leise." Ich lächele nur. Ja, klar man kann auch leise auftreten, aber beim Betreten der Kantine lasse ich die Absätze extra klackern. "War ja klar", sagt Andreas lachend hinter mir. Natürlich schauen einige Leute. "Alles gut", sagt Ulrich, "wir sind"˜s nur." Ich muss leicht grinsend. Sandra sitzt schon am Tisch und legt übertrieben ihren Kopf auf den aufgestützten Handrücken. Dabei lacht sie leise. Mit unseren Tabletts gehen wir dann zu Sandra. "Na, Bürogemeinschaft der Hoch-Volt-Verstromten", begrüßt sie uns lachend. Ulrich schaut mich sprachlos an. "Ganz schön frech, gelle?" sage ich grinsend und setze mich neben Sandra. Ulrich schüttelt lächelnd den Kopf. Ich begrüße Sandra mit einem flüchtigen Kuss. "Hoch-Volt-Verstromte", sagt Ulrich leise vor sich hin. "Wie? Schmeißt euer Produkt nicht knapp 400 Volt raus?" fragt Sandra selbstbewusst. Ulrich schaut mich erstaunt an. "Sag einfach ja", sage ich lächelnd zu Ulrich. "Junge Frau", sagt Ulrich lachend, "du kannst gerne mal rüberkommen und dir unseren Laden unter fachkundiger Leitung anschauen." "Aber so was von gerne", sagt Sandra mit einem bezaubernden Lächeln, "auf so eine Einladung warte ich schon lange. Endlich mal schauen, was ihr da so macht." Ich sitze daneben und sage mal nichts. Sandra ist heute richtig gut aufgelegt und lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Ulrich gibt dann sein Geflaxe auch auf. Nach dem Essen gehen meine Kollegen wieder ins Büro. Sandra und ich schlendern noch mit einem Eis langsam den Weg lang. "Heute am späten Nachmittag ist wieder Springen", sagt Sandra, "Burkhard rief mich vorhin an. Kommst Du mit?" "Ja klar gerne", sage ich. Eine Weile erzählen wir noch, dann gehen wir an unsere Arbeitsplätze. "Ist heute gut drauf, deine Dame", sagt Ulrich, als ich ins Büro komme. Ich zwinkere mit beiden Augen und lächele dabei. Um Vier ruft Sandra an. "Ich habe noch eine halbe Stunde zu tun, dann würde ich dich abholen", sagt sie. "Alles klar, das passt", sage ich. Wie geplant sammelt mich Sandra dann ein und wir fahren zum Flugplatz.
"Ich freu mich total", sagt Sandra, als wir auf dem Parkplatz angekommen sind uns zum Vereinsheim der Springer gehen. "Du bist heute richtig gut drauf", sage ich zu ihr, "dann siehst Du nochmal so schön aus, wie sonst." "Danke Stefanie", sagt Sandra lieb, "mit so einer Partnerin ist es auch kein Wunder." Ich lege meinen Arm um ihre Hüfte und schaue sie beim Gehen verliebt an. So kommen wir auch am Vereinsheim an. "Hallo ihr beiden", begrüßt uns Ulrike, "Fritz und Burkhard sind schon draußen." "Alles klar, dann ziehen wir uns mal tauglich an", sage ich. Sandra geht zu einem Spind. "Cool, du scheinst es ja ernst zu meinen", sage ich grinsend, "schon vorm ersten Sprung einen Spind." Sandra lächelt. Wir ziehen dann die Overalls an. Sandra hat einen neu aussehenden in einem richtig knalligen Rot. "Der sieht ja gut aus", sage ich, "der steht Dir richtig gut." "Danke", sagt Sandra. Ich habe wieder meinen Regenbogenfarbigen an. Sandra holt dann noch einen Helm aus ihrem Spind. Ich staune kurz. Aber so sind sie hier im Verein, jeder neue bekommt auch gleich eine neuwertige Ausstattung. Händchenhaltend gehen wir raus. Der Flieger ist grade voll mit Springern gestartet. Burkhard kommt zu uns und gibt uns die Schirme. Wir schauen dem Flieger hinterher und unterhalten uns locker. Eine Cessna landet grade und kommt nach dem Ausrollen zu uns auf dem Platz gefahren. Ein paar Meter neben uns kommt sie in der Parkposition zum Stehen. Drinnen ist jemand am Winken. Sandra und ich stutzen kurz. "Ach guck, das ist Silke, unsere rasende Reporterin", sage ich erstaunt, "grade vorhin hatten wir noch telefoniert." Sie und der Pilot steigen aus. Silke verabschiedet sich von ihm und kommt zu uns. Bevor sie was sagen kann, sage ich: "Na, deinen Job möchte ich haben, während der Arbeit durch die Lüfte kreisen." Silke lacht. "Das war für die Arbeit", sagt sie dann und schaut uns erstaunt an. "Kennt ihr euch?" frage ich Sandra und Silke. "Nicht so richtig", sagen beide. Also stelle ich sie untereinander vor. "Das sieht nach Fallschirmspringen aus", sagt Silke, "ihr seid ja cool. Wie lange macht ihr das schon?" Heute fast erster Sprung", sagt Sandra, "ich habe neulich schon mal reingeschnuppert." "Und Du?" fragt sie mich. "Och schon länger, kurz nachdem ich mit dem Segelfliegen anfing", sage ich, "ist locker 35 Jahre her." Silke staunt. "Segelfliegen?" fragt sie, "nimmst Du auch Gäste mit?" Na klar", antworte ich, "wenn Deine Bilder nichts geworden sind, kannst Du es mit einem Segelflieger versuchen." "Ja cool", sagt Silke. Dann sagt sie uns, dass sie die Liegenschaften unseres Arbeitgebers von oben fotografiert hat. "Wir brauchen mal wieder aktuelle Bilder", sagt Silke dann noch, "aber mit Dir muss ich mich wirklich mal unterhalten, vielleicht können wir da einen Bericht draus machen." In unserer internen Betriebszeitung werden öfter mal Mitarbeiter mit ihren Hobbies vorgestellt. "Da muss ich aber noch mal eine Nacht drüber schlafen", sage ich grinsend, "das geht im Moment alles so rasend schnell, seitdem ich mich "verändert" habe." "Ist OK", sagt Silke lächelnd.
Der Flieger mit den Springern hat seine große Schleife zur Errichtung der Absprunghöhe beendet und fliegt auf das Absprunggebiet zu. Dann verlässt einer nach dem anderen den Flieger. Ein paar Springer finden sich zu einem kleinen Stern zusammen. "Cool", sagt Silke. Fast im Sturzflug verlässt der Flieger seine Flughöhe, um zum Flughafen zurückzukehren. Dabei erzeugt er ein sonores Brummen. "Gleich schmeißt er noch seine "Stuka-Sirene an"", flaxe ich. "Steffi, Steffi", sagt Burkhard lachend und schüttelt den Kopf. "Immer ein flapsigen Spruch drauf", lacht Silke, "konnte sie, .. er, ..äh?" "Konnte ihr Zwillingsbruder auch immer", vervollständige ich und lächele Silke an, "Ist so mein Umgang, mit dem Vorleben." "Ah ja, OK, gut zu wissen", sagt Silke. Der Flieger ist mittlerweile gelandet. Fritz kommt noch zu uns und bringt uns die Funkgeräte. "Ich glaube ich schaue euch auch noch zu", sagt Silke, "das ist ja echt zu cool." Ulrike gesellt sich zu uns. "Ich habe ein kleines Handfunkgerät dabei", sagt sie, "da kann man ein bisschen lauschen, was sie sich so erzählen." "Vor allem, wenn Steffi dabei ist", flaxt Burkhard. "Und vor allem, wenn eure Steffi kurz vor dem Absprung fast wieder die Hosen voll hat", flaxe ich weiter und grinse in die Runde, "nutzt alles nix, lasst uns den Flieger entern." Wir steigen in den Flieger uns setzen uns hin. Burkhard und Fritz sitzen bei uns, als Trainer für Sandra. Holger, der mit der Schwäche für schöne Frauen sitzt auf der anderen Seite neben mir. Er wird deswegen auch gleich von Peter angeflaxt. Bei mir macht sich die übliche Angespanntheit bemerkbar, während Sandra über das ganze Gesicht strahlt. Ich schaue sie lächelnd an. "Ich fliege total gerne", sagt sie. "Merkt man", antworte ich. Peter sitzt uns gegenüber. "Wie sieht es mit Ballonfahren aus?" fragt er in die Runde. "Auch sehr gerne", sagt Sandra, "aber lieber Gasballon, weil bei den Heißluft Dingern dieser Brenner nervt." "Stimmt", sage ich lachend, "ich hatte vor vielen Jahren meine erste Fahrt vom Prinzenpark hier in Braunschweig aus. Das war eine komische Nummer." "Inwiefern?" fragt Holger gespannt.
Ich antworte: "Na ja, der Ballon steigt auf und das Panorama von Braunschweig wird sichtbar. Eine der Mitfahrerin sagt, "Oh, schaut mal da, (pccchhhh, fchhhh; der Ballonbrenner) der Dom, (fccchhhh) und man sieht (Pcchhhh)den Burglöwen." Ein anderer Mitfahrer bemerkt den langen Schornstein vom Heizkraftwerk, "da, der lange (Pcchhh, pcchhh, pcchhh) Heinrich." Und noch wer anders staunt über die gute Sicht und dass man den Harz mit dem Brocken sieht. Auch er wird immer wieder vom Fauchen des Brenners übertönt. Ich schaue grinsend zum Piloten. Der zuckt mit der Schulter. "Ziemlich warme Luft hier unten", sagt er, "das wird oben besser." Tatsächlich wird es bald etwas kühler und der Brenner faucht nicht mehr ganz so oft. Der Ballonkorb ist mit 8 Mitfahrern plus Pilot gefüllt. Neben mir steht ein Pärchen. Er holt plötzlich ein kleines Kästchen aus der Tasche. "Liebste Lisa", sagt er, (Fcchhhh), "wir kennen uns jetzt seit 5 Jahren, (Pccchhhh), und darum"¦ ." Er macht seiner liebsten grade einen Antrag. Das ist so weit auch ziemlich romantisch, (Pcccchhh), wenn eben nicht das Fauchen des Brenners (Pcccchhhhh) nicht wäre. Ich finde das einerseits total niedlich, aber ein Grinsen kann ich mir nur schwer verkneifen. Der Pilot versucht einerseits, den Brenner nicht so oft zu betätigen, man merkt aber auch, dass der Ballon sinkt. Als der neben mir mit dem Antrag fertig ist, lässt der Pilot denn Brenner erstmal ordentlich laufen, dann drückt er mir eine Flasche Sekt in die Hand, die ich öffnen soll. Was ich natürlich auch mache (fccchhhh!) Ich verteile den Sekt unter den Leuten, dann gibt es einen ordentlichen Applaus von uns (Pcccchhhh, Fccchhh). Die weitere fahrt läuft dann unkompliziert, außer (Fffcccccchhhhhh), genau das."
Im Flieger macht sich Erheiterung breit, auch über Funk hört mal die Leute lachen. "Bei der Gelegenheit, kann der Tower eigentlich unseren internen Funk mit hören?" frage ich in die Runde. Fritz nickt, bevor irgendwer etwas sagen kann, knackst es im Funk. "Ja können wir", höre ich eine gut gelaunte Stimme, "wenn grade nicht viel los ist, ist es eine nette Abwechslung, grade von Ihnen, Frau Boe." "Ups", sage ich, "und dann kennen Sie mich auch noch mit dem Namen." Im Flieger grinsen sie alle. "Wir haben sie auch zum Teil bei Ihrer Reaktivierung des Segelflugscheins bewundern dürfen", sagt die Stimme vom Tower. "Ah ja, OK", sage ich leicht verlegen. "Alles gut", sagt die Stimme im Funk, "wir wünschen einen guten Sprung." "Danke!" kommt es von uns zurück. Der Flughafen hier ist ein kleinerer. Es gibt hier Starts von Geschäftsfliegern, aber auch von Touristenfliegern, es ist aber überschaubar. Außerdem ist das Gelände ziemlich groß, so dass wir uns nicht gegenseitig ins Gehege kommen. "Wir kommen gleich ins Absprunggebiet", hören wir vom Piloten. Zwei machen die Tür auf. "Wir vier springen zum Schluss", sagt Fritz. "Und los!" ruft jemand und die Springer vor uns springen raus. Zügig gehen wir hinter her. Sandra steht dann an der Tür, grinst mich an und springt, "¦ alleine. Fritz und Burkhard springen sofort hinterher. Aber sie machen keine Anstalten, Sandra zu fixieren. "He, was ist denn hier los?" sage ich beim Rausspringen. Ich bewege mich zu den Dreien. "Na Stefanie?" sagt Sandra mit breitem Grinsen. Fritz und Burkhard sind in ihrer Nähe und grinsen auch so unverschämt. Ehrlich gesagt bin ich jetzt etwas von der Rolle. Sandra macht jetzt eine horizontale Drehung nach links, dann nach rechts, anschließend einen Salto vorwärts. "Hä?!" sage ich verwundert. Normal macht man das in der schnellen Ausbildung im Level sieben. Ich bin völlig verblüfft, was bei den Dreien zu maximaler Erheiterung führt. Dann sind wir so weit unten, dass wir die Schirme öffnen. Und Sandra hat "¦ "¦ einen Gleitschirm. "Jetzt wird aber der Hund in der Pfanne verrückt", bringe ich erstaunt raus. Natürlich Gegackere im Funk. "Und ihr wusstet das alles!" sage ich gespielt entrüstet. "Hihi", hört man Sandra. "Na warte, wenn wir unten sind", sage ich erheitert. Ich bleibe jetzt oberhalb von Sandra. Die landet dann auch bald problemlos und bringt ihren Schirm auf den Boden, als ob sie nie was anderes gemacht hat. "Unglaublich", sage ich leise ins Funkgerät, dann lande ich ein paar Meter neben ihr. Ich nehme meinen Schirm auf und gehe zu ihr. "Ey Du, du freches Mädchen", sage ich und lege sie leicht übers Knie. Dann gebe ich ihr ein paar ganz leichte Klapse auf den Hintern. "Aua, aua", sagt sie gespielt. Dann kommt sie hoch. Ich nehme sie in den Arm und küsse sie innig. Die umstehenden klatschen begeistert Beifall. "Na Stefanie, überrascht?" fragt Sandra mit einem bezaubernden Lächeln. "Und wie", antworte ich. "Na dann erklären wir dir das mal bei einer Tasse Kaffee", sagt Sandra dann. "Die brauche ich aber auch nach dem Schreck", sage ich. "Hihi", lacht Sandra. Vor dem Vereinsheim steht noch Silke. "Ihr seid ja echt zu knuffig, ihr beiden", lacht sie, "das macht ja Spaß euch zuzuschauen." "Danke schön", sagen Sandra und ich. Dann will sie aber auch los. "Ich melde mich bei Dir in der nächsten Zeit mal, wegen einem Termin für einen eventuellen Bericht", sagt Silke. "OK", sage ich, "bis dann."
Wir sitzen mit Kaffee vor dem Vereinsheim. "So, jetzt sagt mal, wann ihr das ganze Programm abgespult habt", sage ich zu Sandra, Fritz und Burkhard. "Letzte Woche, Dienstag, Mittwoch", sagt Fritz. "Genau und am Freitag, als Du Dich auf dem Teich ausgeruht hast", sagt Sandra. "Aha, da habe ich ein paarmal Springer gesehen", sage ich, "aber immer ausschließlich mit Gleitschirmen." "Sandra springt seit dem Level 2 Sprung mit einem Gleitschirm", sagt Fritz. "Ein Naturtalent", feixe ich. "Ja Steffi, da ist was dran", sagt Burkhard lächelnd. "Und am Samstag bin ich auch noch zweimal gesprungen", sagt Sandra, "deswegen war ich auch so kaputt dann abends nach eurem Auftritt." "I-hi", sage ich. Dann nehme ich sie noch mal in den Arm, drücke sie und küsse sie. "Das ist so toll, Stefanie, ich mache das total gerne", sagt Sandra dann. "Das freut mich", sage ich lieb zu ihr. Während ich meinen Kaffee schlürfe, frage ich Burkhard, wegen der Tandemsprung Geschichte mit den jugendlichen Segelfliegerschülern. "Das ist recht einfach, Steffi, wir fragen einfach noch mal die Theorie ab, inklusive Sicherheitsmaßnahmen", antwortet Burkhard, "dann springst Du unter Begleitung von 2 Trainern mit einem Dummie ab." "Also so, wie beim Solosprung?" frage ich. "Genau", antwortet Burkhard. Peter kommt zu uns und gibt mir ein Klemmbrett mit ein paar Zetteln drauf. "Das sind ja schon die Fragen", sage ich erstaunt. "Ja klar, versuch es doch mal", sagt Peter. Ich schaue mir die Fragen an, tatsächlich kann ich mich noch an viele erinnern. Es sind auch aktuellere dabei, aber die Antworten kann ich mir herleiten. Nach einem zweiten Kaffee bin ich dann auch durch mit den Zetteln. Sandra steht neben mir und hat in der Zwischenzeit Helm und Schirm angelegt. "Während Peter die Fragen auswertet, springen wir noch mal eine Runde", sagt Fritz grinsend zu mir. Ehe ich was sagen kann, habe ich schon den Schirm auf dem Rücken. "Tse", sage ich und setze den Helm auf. Dann kommt der Flieger und wir steigen ein. Wieder schraubt der Flieger sich mühsam in den Himmel. Am Fenster sehe ich Wolkenfetzen vorbeihuschen. "Es ist jetzt etwas bewölkter", sagt der Pilot auch prompt. "Das ist cool", sagt Sandra, "das hatten wir beim Üben auch mal."
"Irgendwie hat Sandra eine beruhigende Wirkung auf Steffi", sagt Fritz. "Wieso?" frage ich. "Du siehst nicht mehr so angespannt aus, wie sonst immer", antwortet Fritz. "Joa, da ist was dran", sage ich lächelnd. Wir sind am Absprungsort angekommen. Die Tür ist offen und wir springen nacheinander raus. Sandra springt auch richtig alleine. Fritz und Burkhard sind nicht mehr in ihrer Nähe und Sandra strahlt noch toller. Ich fliege von vorne auf sie zu und reiche ihr meine Hände, die sie sofort annimmt. Im nächsten Moment tauchen wir in eine Wolke ein. Die ist so dicht, dass ich Sandras Gesicht noch sehen kann. Der Rest von ihr taucht im Nebel ab. So schnell wie wir in der Wolke waren sind wir auch wieder raus. "Juhu", ruft Sandra, "ist das toll." Dann stoße ich mich von ihr ab und gleite nach hinten weg. Fast gleichzeitig ziehen wir die Reißleine. "Also, wenn zwei Herzen wie eins schlagen, dann die der beiden Engel", sagt Holger. "Boah, das ist ja mal eine Ansage", sage ich. "Danke", sagt Sandra. Beim runterschweben bleibe ich fünfzehn, zwanzig Meter neben Sandra. Die schaut lächelnd zu mir rüber. Zeitgleich landen wir nebeneinander. Die Springer, die schon unten sind applaudieren. Dann kommen auch Holger, Fritz und Burkhard an. "Super, ihr beiden", lobt uns Fritz. Sandra nimmt mich in den Arm. Gemeinsam gehen wir dann zum Vereinsheim. Peter sitzt noch draußen und lächelt mich an. "Bestanden, Steffi", sagt er weiterhin lächelnd, "ich leite dass so einfach mal weiter, vielleicht reicht das den offiziellen als Prüfung." "Okeh", sage ich erstaunt. Peter bringt die Fragebögen ins Büro. Zurück kommt er mit einer Sackkarre, auf der eine Große Tasche mit Gurten steht. "Oh, oh!" sage ich aufgeregt, "ich glaube zu wissen, was jetzt kommt." Peter grinst mich an und sagt: "Stell dich bitte mal hin." Das tue ich dann auch. Peter legt mir die Gurte an, die auch beim Tandemsprung benutzt werden. Dann kriege ich einen Tandemschirm auf den Rücken. "Wie jetzt?" frage ich, "Übung?" "Nee, echt!", sagt Fritz. "Super", freut sich Sandra und bekommt ihren Schirm. "Hmpf!" sage ich und sehe wohl auch etwas zerknittert aus. Die Gruppe um mich herum grinst. "Ist schon cool, wenn wir noch eine Tandemspringerin mehr werden", sagt Ulrike dann. "Und Steffi? Wollen wir los oder hast Du Bedenken?" fragt Burkhard. "Hm, egal, los dann" sage ich mutig. Mulmig ist mir aber trotzdem. Der Flieger ist wieder da und wir steigen ein. Drinnen setzen wir uns hin. Sandra hat eine Helmkamera drauf und filmt schon mit. Burkhard legt mir den Dummie an und erklärt noch einiges. "Das sind jetzt erstmal 30 kg", sagt Burkhard. "Reicht auch fürs erste", sage ich kleinlaut. Fritz gibt mir noch ein paar Instruktionen. "Burkhard und ich bleiben im freien Fall neben Dir", sagt Fritz dann noch. Ich nicke still.
Wir kommen in die Nähe des Absprunggebietes. Tapfer rutsche ich zur Tür. Ein paar Springer sind schon draußen. Ich sitze jetzt in der Tür und lasse die Beine im Fahrtwind baumeln. Burkhard und Fritz stehen neben mir. "Drei, zwei, eins, los!" rufe ich und schubse mich raus. Fritz und Burkhard springen fast zeitgleich. Ich habe zu viel Schwung und drehe mich auf den Rücken, stabilisiere mich aber schnell. Dann ziehe ich den Bremsfallschirm. "Perfekt, Stefanie", höre ich Fritz im Funk, "da brauchen wir gar nicht eingreifen." Grinsend taucht Sandra vor mir auf. Ich zwinkere ihr zu. 1500 Meter zeigt der Höhenmesser an meinem Handgelenk. Ich ziehe den Hauptschirm. Der Ruck ist etwas härter als sonst, aber auszuhalten. Der Schirm ist auch für eine größere Last ausreichend, dementsprechend komfortabler schwebe ich. Die Landung gelingt mir auch gut. Fritz und Burkhard helfen mir den Dummie abzulegen. "Als ob Du nie eine Pause gemacht hast", sagt Fritz lobend, "das war Top!" "Also, das ist was wert, wenn Fritz so was sagt", flaxt Peter. Tatsächlich ist Fritz ja sonst zurückhaltender und auch trockener, was Lob aussprechen angeht. Ich bedanke mich lieb. Zusammen mit Peter trage ich den Dummie von Feld. Sandra geht lächelnd neben uns. "Ein paarmal üben wir das noch mit dem Dummie", sagt Fritz, "dabei erhöhen wir schrittweise das Gewicht." "Genau, und dann nimmst Du Karin oder Johanna mit", sagt Peter, "die beiden haben eine gute Größe und ein passendes Gewicht." "Aha, Ok", sage ich. "Und dann nimmst Du Elvira, meine Mutter, mit", sagt Sandra lachend, "die kreischt schon im Kettenkarussell. Dann lernt sie mal richtigen Nervenkitzel kennen." "Sandra!" rüffele ich gespielt, "so was macht man nicht mit seiner Mutter." "Dann frage mal meinen Vater", sagt Sandra grinsend. "Tse!" sage ich noch. Am Vereinsheim angekommen, verstauen wir die ganzen Sachen und ziehen uns um. Danach sitzen wir noch draußen und trinken was und unterhalten uns. Willi, der Pilot vom Flugzeug hat auch Feierabend und sitzt auch noch bei uns. "Das ist ja mal schön euch beiden mal von nah dran zu sehen und nicht nur im Rückspiegel", sagt Willi dann, "ihr seid ja zwei ganz bezaubernde." "Danke", sagt Sandra. Ich zwinkere ihm zu. Dann löst sich die Runde langsam auf. "Wir telefonieren dann wegen der nächsten Termine?" sagt Fritz fragend zu mir. "Ja, so machen wir das!", antworte ich. Sandra und ich gehen zu ihrem Auto. "Zu Dir, oder?" frage ich sie mit schmachtendem Blick. "Oh ,Stefanie, natürlich, aber wie soll man bei diesem Blick "Nein" sagen", sagt Sandra.
Mein Wecker schmeißt mich recht früh aus dem Bett. Verschlafen setzte ich Wasser für den Tee auf und gehe dann ins Badezimmer. Danach gehe ich wieder in die Küche und hole mir die Sachen für das Frühstück. Ich fahre den Laptop hoch und schaue dann in Emails und so weiter. Mir fällt ein, mal wieder nach Torbens Aktivitäten zu schauen. Nebenbei schaue ich, ob Katja irgendwo online ist. Bei WhatsApp ist sie im Gange und ich schreibe ihr gleich mal eine Nachricht. Prompt ruft sie mich an. "Hallo Steffi", begrüßt sie mich freundlich. Ich grüße ebenso herzlich zurück. "Haben ja schon länger nichts von uns gehört", sage ich. "Umso schöner, dich jetzt zu hören", sagt Katja, "du schaust bestimmt grade in den Tracker." "Ja, seit einiger Zeit mal wieder", antworte ich, "und gleich fallen ja seltsame Zacken auf." "Das macht er seit Freitag", sagt Katja, "ich kann mir nur keinen Reim drauf machen." "Er ist zweimal von seinem Gewächshaus in unsere Richtung gefahren", sage ich, "genauer gesagt bis südlich von Wolfsburg." "Ja, komisch", sagt Katja. "Ich kenne die Ecke da", sage ich, "er hat da eine alte Baumschule angefahren." "Wie, alte Baumschule?" fragt Katja. "Hast Du Maps offen?" frage ich. "Ja, habe ich", antwortet Katja. "Also, die Inhaber der Baumschule hatten keine Nachfolger", sage ich, "nur den Verkaufsraum haben zwei Floristinnen übernommen." "Stimmt das sieht man", sagt Katja. "Weiter hinten auf dem Gelände steht ein Schuppen oder so was ähnliches", sage ich weiter, "bis dahin ist Torben immer gefahren." "Hm, warum nur", fragt Katja. "Ich vermute, dass er das als Ersatz für meine Garage gefunden hat", sage ich, "wenn er mit Anhänger hier in die Nähe kommt, hätte ich erwartet, dass er sich bei mir meldet. Hat er aber nicht." "Kann ich mir jetzt keinen Reim drauf machen", sagt Katja. "Ich würde mal sagen, da ist er unbeobachteter, als hier bei mir", sage ich, "das liegt da schon weit außerhalb der nächsten Ortschaft." "Ja OK, das ist ein Argument", sagt Katja. "Dann schauen wir mal, ob er uns noch braucht, um den Anhänger zurückzubringen", sage ich. "Stimmt, aber durch die Lappen gehen kann er uns ja nicht", sagt Katja lachend. Dann unterhalten wir uns noch über ein paar allgemeine Sachen. "Grüße Sandra schön von mir", sagt Katja schließlich. "Mache ich, bis dahin", antworte ich.
Das Wetter ist heute etwas durchwachsener als gestern, ich ziehe mich deswegen auch nicht so luftig an wie gestern. Ich trage dann auch mal wieder eine knackig, enge Jeans und eine flatterige Shirtbluse mit langen Ärmeln, eine kurzarmige packe ich mir noch ein. Dazu noch meine Lieblingspumps in blauen Lack mit Keilabsatz. Ich verlasse die Wohnung und hole mein Fahrrad aus dem Keller. So mache ich mich auf den Weg zur Arbeit. Kurz nach sieben bin ich auch schon da. Um halb acht klingelt mein Handy. Sandra ist dran. "Na mein Engel, schon wach?" fragt sie. "Oh ja", antworte ich, "ich bin schon auf der Arbeit." "Boah, Frühaufsteherin", flaxt Sandra, "ich will grade ins Badezimmer." "Na ja, ich muss die Stunden von gestern wieder reinholen, die ich wegen des Umweltonkels ans Bein binden musste", sage ich. "OK", sagt Sandra lachend, "dann sehen und hören wir uns spätestens mittags?" "Auf alle Fälle", antworte ich, "ich habe dich schon so lange nicht mehr gesehen, ich weiß schon gar nicht mehr, wie du aussiehst." Sandra lacht. "Du bist so eine Ulknudel", sagt sie dann noch. "Bis nachher dann", sage ich, "und ich soll schön von Katja grüßen." "Oh danke", antwortet Sandra lieb. So nach und nach trudeln meine Kollegen ein und wundern sich, weil ich schon da bin. Ulrich kommt grade an. "Frau Stefanie, wie bist Du denn heute gekleidet?" fragt er, "wieder so aufreizend wie gestern?" "Nee, heute mal nicht", sage ich grinsend, "das hat gestern bei dem ein oder anderen zu Schnappatmung geführt, da muss ich heute mal zurückhaltender sein." "Na dann zeig mal", fordert Ulrich. Ich stehe auf und komme hinter meinem Schreibtisch vor, dabei beobachte ich die Kollegen genau. "Boah, Mädel, kannst Du die waffenscheinpflichtigen Beine nicht mal in etwas weiterer Kleidung tarnen?" flaxt Ulrich. "Ich kann doch auch nichts dazu, dass die Beine der pure Sex sind", sage ich gespielt naiv, mit genauso naivem Blick. "Hilfe, Medizin", sagt Andreas schräg hinter mir. Ich schaue grinsend hin. Andreas fächelt sich übertrieben Luft zu. Die anderen Kollegen lachen. "Ich kann mich ja gerne mal mit euren Partnerinnen zusammensetzen und beratschlagen, was man tun kann, damit ihr nicht immer so aus dem Häuschen geratet, nur wenn mal ein bisschen Bein ins Bild kommt", sage ich feixend. "Mach keinen Scheiß!" lacht Torsten. Ich zwinkere und setze mich wieder hin. Dann arbeite ich weiter an einem Entwurf Beitrag für unsere interne Informationsabteilung, über einen Workshop, der richtig was gebracht hat. Einmal noch Korrekturlesen, dann schicke ich ihn per Mail ab. "Steffi? Kannst Du mal kurz in unsere Inforunde kommen?" fragt Torsten. Ich schnappe mir meine Kaffeetasse und gehe über einen Umweg über die Kaffeeküche dorthin. In der Besprechungsecke steht ein Tisch, so hoch wie ein Tresen. Man kann entweder auf höheren Stühlen sitzen oder stehen. Ich stelle mich an der Stirnseite an den Tisch und lehne mich so an den Tisch, dass meine Oberweite leicht auf dem Tisch liegt. Irgendwie schauen natürlich alle erstmal hin. "Meine Güte, seid ihr hormongesteuert", flaxe ich lächelnd. Einige Kollegen fühlen sich ertappt, was mich weiterhin erheitert. Ulrich winkt wie üblich ab. Dann finden wir aber zum eigentlichen Thema. Als wir die Runde auflösen, sagt Ulrich grinsend: "Ich muss nachher mal mit deiner Sandra reden, damit die Dich mal ein bisschen runterbremst." "Versuchen kannst Du es ja mal", kontere ich lächelnd. Als ich wieder am Schreibtisch sitze, klingelt mein Telefon. "Hi, hier ist Silke vom internen Nachrichtendienst", feixt sie, "ich habe dienen Entwurf gelesen und ein wenig überarbeitet, kannst mal drüber schauen, ich habe ihn dir geschickt." "Ja OK, mache ich", antworte ich, während ich die Mail aufmache. "Außerdem müssen wir uns mal wieder treffen", sagt Silke, "ich habe ja schon einiges von Deiner neuen "Aufmachung" gehört." Ich muss lachen. "Ja OK, schauen wir mal", sage ich. "Heute ist schlecht, da bin ich nach dem Mittag außer Haus", sagt sie dann noch." "OK, wir müssen es ja nicht über das Knie brechen", sage ich.
Zur mit Sandra verabredeten Zeit gehe ich in Richtung Kantine. Einige meiner Kollegen begleiten mich. "Die klacken so schön, deine Schuhe", sagt Andreas. "Das wird in der Kantine bestimmt interessant", sagt Torsten grinsend, "der Belag da ist ja auch nicht leise." Ich lächele nur. Ja, klar man kann auch leise auftreten, aber beim Betreten der Kantine lasse ich die Absätze extra klackern. "War ja klar", sagt Andreas lachend hinter mir. Natürlich schauen einige Leute. "Alles gut", sagt Ulrich, "wir sind"˜s nur." Ich muss leicht grinsend. Sandra sitzt schon am Tisch und legt übertrieben ihren Kopf auf den aufgestützten Handrücken. Dabei lacht sie leise. Mit unseren Tabletts gehen wir dann zu Sandra. "Na, Bürogemeinschaft der Hoch-Volt-Verstromten", begrüßt sie uns lachend. Ulrich schaut mich sprachlos an. "Ganz schön frech, gelle?" sage ich grinsend und setze mich neben Sandra. Ulrich schüttelt lächelnd den Kopf. Ich begrüße Sandra mit einem flüchtigen Kuss. "Hoch-Volt-Verstromte", sagt Ulrich leise vor sich hin. "Wie? Schmeißt euer Produkt nicht knapp 400 Volt raus?" fragt Sandra selbstbewusst. Ulrich schaut mich erstaunt an. "Sag einfach ja", sage ich lächelnd zu Ulrich. "Junge Frau", sagt Ulrich lachend, "du kannst gerne mal rüberkommen und dir unseren Laden unter fachkundiger Leitung anschauen." "Aber so was von gerne", sagt Sandra mit einem bezaubernden Lächeln, "auf so eine Einladung warte ich schon lange. Endlich mal schauen, was ihr da so macht." Ich sitze daneben und sage mal nichts. Sandra ist heute richtig gut aufgelegt und lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Ulrich gibt dann sein Geflaxe auch auf. Nach dem Essen gehen meine Kollegen wieder ins Büro. Sandra und ich schlendern noch mit einem Eis langsam den Weg lang. "Heute am späten Nachmittag ist wieder Springen", sagt Sandra, "Burkhard rief mich vorhin an. Kommst Du mit?" "Ja klar gerne", sage ich. Eine Weile erzählen wir noch, dann gehen wir an unsere Arbeitsplätze. "Ist heute gut drauf, deine Dame", sagt Ulrich, als ich ins Büro komme. Ich zwinkere mit beiden Augen und lächele dabei. Um Vier ruft Sandra an. "Ich habe noch eine halbe Stunde zu tun, dann würde ich dich abholen", sagt sie. "Alles klar, das passt", sage ich. Wie geplant sammelt mich Sandra dann ein und wir fahren zum Flugplatz.
"Ich freu mich total", sagt Sandra, als wir auf dem Parkplatz angekommen sind uns zum Vereinsheim der Springer gehen. "Du bist heute richtig gut drauf", sage ich zu ihr, "dann siehst Du nochmal so schön aus, wie sonst." "Danke Stefanie", sagt Sandra lieb, "mit so einer Partnerin ist es auch kein Wunder." Ich lege meinen Arm um ihre Hüfte und schaue sie beim Gehen verliebt an. So kommen wir auch am Vereinsheim an. "Hallo ihr beiden", begrüßt uns Ulrike, "Fritz und Burkhard sind schon draußen." "Alles klar, dann ziehen wir uns mal tauglich an", sage ich. Sandra geht zu einem Spind. "Cool, du scheinst es ja ernst zu meinen", sage ich grinsend, "schon vorm ersten Sprung einen Spind." Sandra lächelt. Wir ziehen dann die Overalls an. Sandra hat einen neu aussehenden in einem richtig knalligen Rot. "Der sieht ja gut aus", sage ich, "der steht Dir richtig gut." "Danke", sagt Sandra. Ich habe wieder meinen Regenbogenfarbigen an. Sandra holt dann noch einen Helm aus ihrem Spind. Ich staune kurz. Aber so sind sie hier im Verein, jeder neue bekommt auch gleich eine neuwertige Ausstattung. Händchenhaltend gehen wir raus. Der Flieger ist grade voll mit Springern gestartet. Burkhard kommt zu uns und gibt uns die Schirme. Wir schauen dem Flieger hinterher und unterhalten uns locker. Eine Cessna landet grade und kommt nach dem Ausrollen zu uns auf dem Platz gefahren. Ein paar Meter neben uns kommt sie in der Parkposition zum Stehen. Drinnen ist jemand am Winken. Sandra und ich stutzen kurz. "Ach guck, das ist Silke, unsere rasende Reporterin", sage ich erstaunt, "grade vorhin hatten wir noch telefoniert." Sie und der Pilot steigen aus. Silke verabschiedet sich von ihm und kommt zu uns. Bevor sie was sagen kann, sage ich: "Na, deinen Job möchte ich haben, während der Arbeit durch die Lüfte kreisen." Silke lacht. "Das war für die Arbeit", sagt sie dann und schaut uns erstaunt an. "Kennt ihr euch?" frage ich Sandra und Silke. "Nicht so richtig", sagen beide. Also stelle ich sie untereinander vor. "Das sieht nach Fallschirmspringen aus", sagt Silke, "ihr seid ja cool. Wie lange macht ihr das schon?" Heute fast erster Sprung", sagt Sandra, "ich habe neulich schon mal reingeschnuppert." "Und Du?" fragt sie mich. "Och schon länger, kurz nachdem ich mit dem Segelfliegen anfing", sage ich, "ist locker 35 Jahre her." Silke staunt. "Segelfliegen?" fragt sie, "nimmst Du auch Gäste mit?" Na klar", antworte ich, "wenn Deine Bilder nichts geworden sind, kannst Du es mit einem Segelflieger versuchen." "Ja cool", sagt Silke. Dann sagt sie uns, dass sie die Liegenschaften unseres Arbeitgebers von oben fotografiert hat. "Wir brauchen mal wieder aktuelle Bilder", sagt Silke dann noch, "aber mit Dir muss ich mich wirklich mal unterhalten, vielleicht können wir da einen Bericht draus machen." In unserer internen Betriebszeitung werden öfter mal Mitarbeiter mit ihren Hobbies vorgestellt. "Da muss ich aber noch mal eine Nacht drüber schlafen", sage ich grinsend, "das geht im Moment alles so rasend schnell, seitdem ich mich "verändert" habe." "Ist OK", sagt Silke lächelnd.
Der Flieger mit den Springern hat seine große Schleife zur Errichtung der Absprunghöhe beendet und fliegt auf das Absprunggebiet zu. Dann verlässt einer nach dem anderen den Flieger. Ein paar Springer finden sich zu einem kleinen Stern zusammen. "Cool", sagt Silke. Fast im Sturzflug verlässt der Flieger seine Flughöhe, um zum Flughafen zurückzukehren. Dabei erzeugt er ein sonores Brummen. "Gleich schmeißt er noch seine "Stuka-Sirene an"", flaxe ich. "Steffi, Steffi", sagt Burkhard lachend und schüttelt den Kopf. "Immer ein flapsigen Spruch drauf", lacht Silke, "konnte sie, .. er, ..äh?" "Konnte ihr Zwillingsbruder auch immer", vervollständige ich und lächele Silke an, "Ist so mein Umgang, mit dem Vorleben." "Ah ja, OK, gut zu wissen", sagt Silke. Der Flieger ist mittlerweile gelandet. Fritz kommt noch zu uns und bringt uns die Funkgeräte. "Ich glaube ich schaue euch auch noch zu", sagt Silke, "das ist ja echt zu cool." Ulrike gesellt sich zu uns. "Ich habe ein kleines Handfunkgerät dabei", sagt sie, "da kann man ein bisschen lauschen, was sie sich so erzählen." "Vor allem, wenn Steffi dabei ist", flaxt Burkhard. "Und vor allem, wenn eure Steffi kurz vor dem Absprung fast wieder die Hosen voll hat", flaxe ich weiter und grinse in die Runde, "nutzt alles nix, lasst uns den Flieger entern." Wir steigen in den Flieger uns setzen uns hin. Burkhard und Fritz sitzen bei uns, als Trainer für Sandra. Holger, der mit der Schwäche für schöne Frauen sitzt auf der anderen Seite neben mir. Er wird deswegen auch gleich von Peter angeflaxt. Bei mir macht sich die übliche Angespanntheit bemerkbar, während Sandra über das ganze Gesicht strahlt. Ich schaue sie lächelnd an. "Ich fliege total gerne", sagt sie. "Merkt man", antworte ich. Peter sitzt uns gegenüber. "Wie sieht es mit Ballonfahren aus?" fragt er in die Runde. "Auch sehr gerne", sagt Sandra, "aber lieber Gasballon, weil bei den Heißluft Dingern dieser Brenner nervt." "Stimmt", sage ich lachend, "ich hatte vor vielen Jahren meine erste Fahrt vom Prinzenpark hier in Braunschweig aus. Das war eine komische Nummer." "Inwiefern?" fragt Holger gespannt.
Ich antworte: "Na ja, der Ballon steigt auf und das Panorama von Braunschweig wird sichtbar. Eine der Mitfahrerin sagt, "Oh, schaut mal da, (pccchhhh, fchhhh; der Ballonbrenner) der Dom, (fccchhhh) und man sieht (Pcchhhh)den Burglöwen." Ein anderer Mitfahrer bemerkt den langen Schornstein vom Heizkraftwerk, "da, der lange (Pcchhh, pcchhh, pcchhh) Heinrich." Und noch wer anders staunt über die gute Sicht und dass man den Harz mit dem Brocken sieht. Auch er wird immer wieder vom Fauchen des Brenners übertönt. Ich schaue grinsend zum Piloten. Der zuckt mit der Schulter. "Ziemlich warme Luft hier unten", sagt er, "das wird oben besser." Tatsächlich wird es bald etwas kühler und der Brenner faucht nicht mehr ganz so oft. Der Ballonkorb ist mit 8 Mitfahrern plus Pilot gefüllt. Neben mir steht ein Pärchen. Er holt plötzlich ein kleines Kästchen aus der Tasche. "Liebste Lisa", sagt er, (Fcchhhh), "wir kennen uns jetzt seit 5 Jahren, (Pccchhhh), und darum"¦ ." Er macht seiner liebsten grade einen Antrag. Das ist so weit auch ziemlich romantisch, (Pcccchhh), wenn eben nicht das Fauchen des Brenners (Pcccchhhhh) nicht wäre. Ich finde das einerseits total niedlich, aber ein Grinsen kann ich mir nur schwer verkneifen. Der Pilot versucht einerseits, den Brenner nicht so oft zu betätigen, man merkt aber auch, dass der Ballon sinkt. Als der neben mir mit dem Antrag fertig ist, lässt der Pilot denn Brenner erstmal ordentlich laufen, dann drückt er mir eine Flasche Sekt in die Hand, die ich öffnen soll. Was ich natürlich auch mache (fccchhhh!) Ich verteile den Sekt unter den Leuten, dann gibt es einen ordentlichen Applaus von uns (Pcccchhhh, Fccchhh). Die weitere fahrt läuft dann unkompliziert, außer (Fffcccccchhhhhh), genau das."
Im Flieger macht sich Erheiterung breit, auch über Funk hört mal die Leute lachen. "Bei der Gelegenheit, kann der Tower eigentlich unseren internen Funk mit hören?" frage ich in die Runde. Fritz nickt, bevor irgendwer etwas sagen kann, knackst es im Funk. "Ja können wir", höre ich eine gut gelaunte Stimme, "wenn grade nicht viel los ist, ist es eine nette Abwechslung, grade von Ihnen, Frau Boe." "Ups", sage ich, "und dann kennen Sie mich auch noch mit dem Namen." Im Flieger grinsen sie alle. "Wir haben sie auch zum Teil bei Ihrer Reaktivierung des Segelflugscheins bewundern dürfen", sagt die Stimme vom Tower. "Ah ja, OK", sage ich leicht verlegen. "Alles gut", sagt die Stimme im Funk, "wir wünschen einen guten Sprung." "Danke!" kommt es von uns zurück. Der Flughafen hier ist ein kleinerer. Es gibt hier Starts von Geschäftsfliegern, aber auch von Touristenfliegern, es ist aber überschaubar. Außerdem ist das Gelände ziemlich groß, so dass wir uns nicht gegenseitig ins Gehege kommen. "Wir kommen gleich ins Absprunggebiet", hören wir vom Piloten. Zwei machen die Tür auf. "Wir vier springen zum Schluss", sagt Fritz. "Und los!" ruft jemand und die Springer vor uns springen raus. Zügig gehen wir hinter her. Sandra steht dann an der Tür, grinst mich an und springt, "¦ alleine. Fritz und Burkhard springen sofort hinterher. Aber sie machen keine Anstalten, Sandra zu fixieren. "He, was ist denn hier los?" sage ich beim Rausspringen. Ich bewege mich zu den Dreien. "Na Stefanie?" sagt Sandra mit breitem Grinsen. Fritz und Burkhard sind in ihrer Nähe und grinsen auch so unverschämt. Ehrlich gesagt bin ich jetzt etwas von der Rolle. Sandra macht jetzt eine horizontale Drehung nach links, dann nach rechts, anschließend einen Salto vorwärts. "Hä?!" sage ich verwundert. Normal macht man das in der schnellen Ausbildung im Level sieben. Ich bin völlig verblüfft, was bei den Dreien zu maximaler Erheiterung führt. Dann sind wir so weit unten, dass wir die Schirme öffnen. Und Sandra hat "¦ "¦ einen Gleitschirm. "Jetzt wird aber der Hund in der Pfanne verrückt", bringe ich erstaunt raus. Natürlich Gegackere im Funk. "Und ihr wusstet das alles!" sage ich gespielt entrüstet. "Hihi", hört man Sandra. "Na warte, wenn wir unten sind", sage ich erheitert. Ich bleibe jetzt oberhalb von Sandra. Die landet dann auch bald problemlos und bringt ihren Schirm auf den Boden, als ob sie nie was anderes gemacht hat. "Unglaublich", sage ich leise ins Funkgerät, dann lande ich ein paar Meter neben ihr. Ich nehme meinen Schirm auf und gehe zu ihr. "Ey Du, du freches Mädchen", sage ich und lege sie leicht übers Knie. Dann gebe ich ihr ein paar ganz leichte Klapse auf den Hintern. "Aua, aua", sagt sie gespielt. Dann kommt sie hoch. Ich nehme sie in den Arm und küsse sie innig. Die umstehenden klatschen begeistert Beifall. "Na Stefanie, überrascht?" fragt Sandra mit einem bezaubernden Lächeln. "Und wie", antworte ich. "Na dann erklären wir dir das mal bei einer Tasse Kaffee", sagt Sandra dann. "Die brauche ich aber auch nach dem Schreck", sage ich. "Hihi", lacht Sandra. Vor dem Vereinsheim steht noch Silke. "Ihr seid ja echt zu knuffig, ihr beiden", lacht sie, "das macht ja Spaß euch zuzuschauen." "Danke schön", sagen Sandra und ich. Dann will sie aber auch los. "Ich melde mich bei Dir in der nächsten Zeit mal, wegen einem Termin für einen eventuellen Bericht", sagt Silke. "OK", sage ich, "bis dann."
Wir sitzen mit Kaffee vor dem Vereinsheim. "So, jetzt sagt mal, wann ihr das ganze Programm abgespult habt", sage ich zu Sandra, Fritz und Burkhard. "Letzte Woche, Dienstag, Mittwoch", sagt Fritz. "Genau und am Freitag, als Du Dich auf dem Teich ausgeruht hast", sagt Sandra. "Aha, da habe ich ein paarmal Springer gesehen", sage ich, "aber immer ausschließlich mit Gleitschirmen." "Sandra springt seit dem Level 2 Sprung mit einem Gleitschirm", sagt Fritz. "Ein Naturtalent", feixe ich. "Ja Steffi, da ist was dran", sagt Burkhard lächelnd. "Und am Samstag bin ich auch noch zweimal gesprungen", sagt Sandra, "deswegen war ich auch so kaputt dann abends nach eurem Auftritt." "I-hi", sage ich. Dann nehme ich sie noch mal in den Arm, drücke sie und küsse sie. "Das ist so toll, Stefanie, ich mache das total gerne", sagt Sandra dann. "Das freut mich", sage ich lieb zu ihr. Während ich meinen Kaffee schlürfe, frage ich Burkhard, wegen der Tandemsprung Geschichte mit den jugendlichen Segelfliegerschülern. "Das ist recht einfach, Steffi, wir fragen einfach noch mal die Theorie ab, inklusive Sicherheitsmaßnahmen", antwortet Burkhard, "dann springst Du unter Begleitung von 2 Trainern mit einem Dummie ab." "Also so, wie beim Solosprung?" frage ich. "Genau", antwortet Burkhard. Peter kommt zu uns und gibt mir ein Klemmbrett mit ein paar Zetteln drauf. "Das sind ja schon die Fragen", sage ich erstaunt. "Ja klar, versuch es doch mal", sagt Peter. Ich schaue mir die Fragen an, tatsächlich kann ich mich noch an viele erinnern. Es sind auch aktuellere dabei, aber die Antworten kann ich mir herleiten. Nach einem zweiten Kaffee bin ich dann auch durch mit den Zetteln. Sandra steht neben mir und hat in der Zwischenzeit Helm und Schirm angelegt. "Während Peter die Fragen auswertet, springen wir noch mal eine Runde", sagt Fritz grinsend zu mir. Ehe ich was sagen kann, habe ich schon den Schirm auf dem Rücken. "Tse", sage ich und setze den Helm auf. Dann kommt der Flieger und wir steigen ein. Wieder schraubt der Flieger sich mühsam in den Himmel. Am Fenster sehe ich Wolkenfetzen vorbeihuschen. "Es ist jetzt etwas bewölkter", sagt der Pilot auch prompt. "Das ist cool", sagt Sandra, "das hatten wir beim Üben auch mal."
"Irgendwie hat Sandra eine beruhigende Wirkung auf Steffi", sagt Fritz. "Wieso?" frage ich. "Du siehst nicht mehr so angespannt aus, wie sonst immer", antwortet Fritz. "Joa, da ist was dran", sage ich lächelnd. Wir sind am Absprungsort angekommen. Die Tür ist offen und wir springen nacheinander raus. Sandra springt auch richtig alleine. Fritz und Burkhard sind nicht mehr in ihrer Nähe und Sandra strahlt noch toller. Ich fliege von vorne auf sie zu und reiche ihr meine Hände, die sie sofort annimmt. Im nächsten Moment tauchen wir in eine Wolke ein. Die ist so dicht, dass ich Sandras Gesicht noch sehen kann. Der Rest von ihr taucht im Nebel ab. So schnell wie wir in der Wolke waren sind wir auch wieder raus. "Juhu", ruft Sandra, "ist das toll." Dann stoße ich mich von ihr ab und gleite nach hinten weg. Fast gleichzeitig ziehen wir die Reißleine. "Also, wenn zwei Herzen wie eins schlagen, dann die der beiden Engel", sagt Holger. "Boah, das ist ja mal eine Ansage", sage ich. "Danke", sagt Sandra. Beim runterschweben bleibe ich fünfzehn, zwanzig Meter neben Sandra. Die schaut lächelnd zu mir rüber. Zeitgleich landen wir nebeneinander. Die Springer, die schon unten sind applaudieren. Dann kommen auch Holger, Fritz und Burkhard an. "Super, ihr beiden", lobt uns Fritz. Sandra nimmt mich in den Arm. Gemeinsam gehen wir dann zum Vereinsheim. Peter sitzt noch draußen und lächelt mich an. "Bestanden, Steffi", sagt er weiterhin lächelnd, "ich leite dass so einfach mal weiter, vielleicht reicht das den offiziellen als Prüfung." "Okeh", sage ich erstaunt. Peter bringt die Fragebögen ins Büro. Zurück kommt er mit einer Sackkarre, auf der eine Große Tasche mit Gurten steht. "Oh, oh!" sage ich aufgeregt, "ich glaube zu wissen, was jetzt kommt." Peter grinst mich an und sagt: "Stell dich bitte mal hin." Das tue ich dann auch. Peter legt mir die Gurte an, die auch beim Tandemsprung benutzt werden. Dann kriege ich einen Tandemschirm auf den Rücken. "Wie jetzt?" frage ich, "Übung?" "Nee, echt!", sagt Fritz. "Super", freut sich Sandra und bekommt ihren Schirm. "Hmpf!" sage ich und sehe wohl auch etwas zerknittert aus. Die Gruppe um mich herum grinst. "Ist schon cool, wenn wir noch eine Tandemspringerin mehr werden", sagt Ulrike dann. "Und Steffi? Wollen wir los oder hast Du Bedenken?" fragt Burkhard. "Hm, egal, los dann" sage ich mutig. Mulmig ist mir aber trotzdem. Der Flieger ist wieder da und wir steigen ein. Drinnen setzen wir uns hin. Sandra hat eine Helmkamera drauf und filmt schon mit. Burkhard legt mir den Dummie an und erklärt noch einiges. "Das sind jetzt erstmal 30 kg", sagt Burkhard. "Reicht auch fürs erste", sage ich kleinlaut. Fritz gibt mir noch ein paar Instruktionen. "Burkhard und ich bleiben im freien Fall neben Dir", sagt Fritz dann noch. Ich nicke still.
Wir kommen in die Nähe des Absprunggebietes. Tapfer rutsche ich zur Tür. Ein paar Springer sind schon draußen. Ich sitze jetzt in der Tür und lasse die Beine im Fahrtwind baumeln. Burkhard und Fritz stehen neben mir. "Drei, zwei, eins, los!" rufe ich und schubse mich raus. Fritz und Burkhard springen fast zeitgleich. Ich habe zu viel Schwung und drehe mich auf den Rücken, stabilisiere mich aber schnell. Dann ziehe ich den Bremsfallschirm. "Perfekt, Stefanie", höre ich Fritz im Funk, "da brauchen wir gar nicht eingreifen." Grinsend taucht Sandra vor mir auf. Ich zwinkere ihr zu. 1500 Meter zeigt der Höhenmesser an meinem Handgelenk. Ich ziehe den Hauptschirm. Der Ruck ist etwas härter als sonst, aber auszuhalten. Der Schirm ist auch für eine größere Last ausreichend, dementsprechend komfortabler schwebe ich. Die Landung gelingt mir auch gut. Fritz und Burkhard helfen mir den Dummie abzulegen. "Als ob Du nie eine Pause gemacht hast", sagt Fritz lobend, "das war Top!" "Also, das ist was wert, wenn Fritz so was sagt", flaxt Peter. Tatsächlich ist Fritz ja sonst zurückhaltender und auch trockener, was Lob aussprechen angeht. Ich bedanke mich lieb. Zusammen mit Peter trage ich den Dummie von Feld. Sandra geht lächelnd neben uns. "Ein paarmal üben wir das noch mit dem Dummie", sagt Fritz, "dabei erhöhen wir schrittweise das Gewicht." "Genau, und dann nimmst Du Karin oder Johanna mit", sagt Peter, "die beiden haben eine gute Größe und ein passendes Gewicht." "Aha, Ok", sage ich. "Und dann nimmst Du Elvira, meine Mutter, mit", sagt Sandra lachend, "die kreischt schon im Kettenkarussell. Dann lernt sie mal richtigen Nervenkitzel kennen." "Sandra!" rüffele ich gespielt, "so was macht man nicht mit seiner Mutter." "Dann frage mal meinen Vater", sagt Sandra grinsend. "Tse!" sage ich noch. Am Vereinsheim angekommen, verstauen wir die ganzen Sachen und ziehen uns um. Danach sitzen wir noch draußen und trinken was und unterhalten uns. Willi, der Pilot vom Flugzeug hat auch Feierabend und sitzt auch noch bei uns. "Das ist ja mal schön euch beiden mal von nah dran zu sehen und nicht nur im Rückspiegel", sagt Willi dann, "ihr seid ja zwei ganz bezaubernde." "Danke", sagt Sandra. Ich zwinkere ihm zu. Dann löst sich die Runde langsam auf. "Wir telefonieren dann wegen der nächsten Termine?" sagt Fritz fragend zu mir. "Ja, so machen wir das!", antworte ich. Sandra und ich gehen zu ihrem Auto. "Zu Dir, oder?" frage ich sie mit schmachtendem Blick. "Oh ,Stefanie, natürlich, aber wie soll man bei diesem Blick "Nein" sagen", sagt Sandra.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
-
Stephanie
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1461
- Registriert: Mo 31. Mär 2014, 18:05
- Geschlecht: m/w/d
- Pronomen: Gute Frage...
- Wohnort (Name): Meine
- Forum-Galerie: gallery/album/93
- Hat sich bedankt: 33 Mal
- Danksagung erhalten: 175 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Blutengel
Lockerer Übungsabend
"Meine Güte, war das eine schöne Liebesnacht", sage ich, als ich neben Sandra aufwache. Sie stützt sich seitlich auf und lächelt mich an. "Du bist aber auch eine dankbare Liebhaberin", sagt sie dann verschmitzt. Ohne was zu sagen ziehe ich sie an mich heran und küsse sie innig, dabei läuft mir eine kleine Freudenträne über die Wange. "Süße Stefanie", sagt Sandra leise. Langsam stehen wir auf und machen uns für den Tag zurecht. Ich habe mittlerweile ein paar mehr Kleidungsstücke bei Sandra, so dass ich nicht mehr vor der Arbeit noch nach Hause muss. Ich ziehe heute wieder die knallenge Jeans an und dazu ein bedrucktes, relativ enges T-Shirt. Sandra grinst mich an. "Du legst es heute wieder drauf an", sagt sie lachend, "da werden deine Kollegen aber wieder unruhig." "Wenn sie das umhaut, ist das ihre Sache", antworte ich frech, "ich mache das eigentlich eher für mich. Mein ganzes Leben habe ich davon geträumt, so rumzulaufen." Sandra nimmt mich in den Arm, küsst mich und streichelt dabei ungeniert meine Brust. "Und ich bin die einzige, die das ausnutzen darf", sagt sie selbstbewusst. "Aber so wahr, Süße", sage ich lächelnd und genieße das Streicheln. Wir frühstücken dann und fahren anschließend zur Arbeit.
Der Arbeitstag verläuft ruhig. Na gut, mein Outfit erregt zu Anfang etwas aufsehen bei den Kollegen, aber es ist auch viel Spaß dabei. Nach Feierabend fahre ich mit meinem Fahrrad, was von gestern hier noch steht, zur Spedition. Auf Feldwegen komme ich von hinten heran. Zu meiner Überraschung sind heute mal keine parkenden Autos am Zaun zu sehen. Und der Zaun ist auch nicht aufgeschnitten. Aber viel zu bedeuten hat das ja nicht. Ich fahre halb um das Gelände und dann vorne durch das Tor. Vor der Werkstatt sitzen wie üblich ein paar Leute draußen. Kalle ist auch dabei. "Achtung! Alles auf! Zur Begrüßung der Chefin, die Augen links!" ruft er, als ich näher komme. Ich stelle mein Rad ab und gehe grinsend hin. Kalle und die Leute stehen stramm und haben die Hand zum Gruß am Kopf. Ich bleibe vor Kalle stehen und grüße ebenso. "Chefin, keine besonderen Vorkommnisse in unserem Aufgabenbereich", sagt Kalle zackig. "Danke!" sage ich und dann: "rührt euch." Danach lachen wir erstmal herzlich. "Ich sehe schon, ihr habt gedient", sage ich lächelnd. "Nöö, nicht unbedingt", sagt einer, der Ulf heißt. "Aber trotzdem zackig", sage ich. "Hier herrscht ja auch Ordnung", sagt Kalle übertrieben militärisch. Ich klopfe ihm auf die Schulter. "Ihr passt schon in die Welt", sage ich lachend. Da ich noch etwas Zeit habe, lasse ich mir ein frisch gezapftes Bier schmecken. Dann fällt mir auf, dass neben der Tür zur Werkstatt Leitern stehen und Werkzeug liegt auch herum. Über der Tür hängt ein Schild. Die Jungs amüsieren sich über mein Staunen. Auf dem Schild steht "usw.". "Was heißt das?", frage ich erstaunt, "doch nicht wie im Original "und so weiter"." "Nee", sagt Kalle und macht eine Pause. "Sondern?" frage ich weiter. "Unabhängige-Schrauber-Werkstatt", antwortet Kalle, "da kommt noch ein zweites Schild drunter, wo das dann so draufsteht." "Aha", sage ich immer noch erstaunt. "Ja, wir haben mit einigen aus der Werkstatt eine GBR gegründet, damit wir so ein bisschen aus der Club-Mentalität rauskommen", sagt Kalle weiter, "weil einige ja auch Aufträge gegen Bezahlung annehmen." "Da seid ihr dann auf der sicheren Seite", sage ich. "Genau", sagt Kalle. "Find ich gut" sage ich lächelnd. "Das mit dem Schild hatten wir noch mit deinem Onkel abgestimmt", sagt Kalle. "Stimmt, da hatte ich flüchtig eine Protokollnotiz im Büro gesehen", sage ich. Zwei Leute machen sich dran, das zweite Schild aufzuhängen. "Werden die dann auch beleuchtet?" frage ich. "Ja, von innen", antwortet Kalle. Ich lächele und zeige den Daumen hoch.
Samantha und Carlos kommen an. Eine herzliche Begrüßung folgt. Kurz darauf kommen Cordula und Micha an und gesellen sich zu uns. "Wir bauen mal eben die Technik auf", sagt Samantha. "Ihr könnt den großen Tisch nehmen", sagt Kalle, "da ist schon alles freigeräumt." "Super, danke", sagt Cordula und geht mit Samantha rein. Ich gehe kurz danach hinterher. Harald ist auch dazu gekommen. Wir vier stimmen uns kurz ab. "Habt ihr eigentlich mit den Jungs von "to the hills" einen Vertrag für den Auftritt?" frage ich Harald. "Nicht das ich wüsste", antwortet der, "die sind schon länger dabei und früher war das Fest eher ein Biker-Treffen." "Nee, was schriftliches gibt es dazu nicht", sagt Jürgen, "das war eher so per Handschlag." Ich grinse. "Das ist schon mal von Vorteil", sage ich. "Und ganz zu Anfang war auch "Klein Bruce" noch nicht als Sänger dabei", sagt Jürgen weiter. "Ach, das ist ja interessant", sage ich. Ich schreibe mir auf einem Blatt Papier ein paar Stichpunkte auf. Kurz vor dem Termin kommen Micha und Carlos rein. Samantha hat alles vorbereitet und hat uns auch schon eingeloggt. Punkt halb sechs meldet sich die Sekretärin vom Anwalt und übergibt auch gleich. Er begrüßt uns. Samantha erwidert die Begrüßung und stellt kurz die Beteiligten vor. Sie und Cordula sprechen für die Band, Harald für die Werkstatt, die Ausrichter des Festes ist und ich für den Eigentümer. "Ich hatte ihnen im Auftrag meines Mandanten geschrieben, weil er sich durch den zusätzlichen Auftritt benachteiligt fühlt", sagt der Anwalt. Ich schaue grade etwas sparsam. "Dazu braucht man einen Anwalt?" sage ich leise zu Cordula. Die lächelt. "Inwiefern benachteiligt?" fragt Samantha. "Die Band meines Mandanten spielt seit Jahren auf dem Fest und hat damit ein gewisses Gewohnheitsrecht", sagt der Anwalt. Ich beiße mir auf die Lippen, um Lachen zu unterdrücken, dann bringe ich mich ins Gespräch ein. "Guten Tag mein Name ist Stefanie Boe und ich bin die Verwalterin des Geländes und der Gebäude und damit Vertretung der Eigentümer", stelle ich mich vor, "gibt es entsprechende Unterlagen, die das belegen, was sie eben erwähnten?" Pause am anderen Ende, die beiden scheinen sich zu beratschlagen. "Könnten Sie das präzisieren?" fragt der Anwalt. "Ja klar, ich meine so etwas wie einen Vertrag oder eine Notiz, die genau das begründet, was sie sagen", antworte ich. Am anderen Ende beratschlagen sie sich wieder. "Von unserer Seite als Betreiber der Werkstatt gibt es dazu nichts", sagt Harald. "Auch in den Unterlagen des Eigentümers ist nicht entsprechendes zu finden", sage ich. Am anderen Ende hört man Klein Bruce, wie er sich wohl etwas aufregt. "Wenn ihr Mandant so etwas hat, dann wäre es gut wenn er das allen zur Verfügung stellen kann", sagt Cordula. "Mein Mandant meint, er müsse zu Hause nachschauen", sagt der Anwalt. Harald meldet sich zu Wort. "Das können wir abkürzen", sagt er und schildert das, was er uns eben schon erklärte, wie das Fest und die Beteiligung der Band gewachsen ist. Jetzt hat er wohl etwas Schärfe in die Unterhaltung gebracht. Der Anwalt sagt dann darauf: "Also, die Band meines Mandanten hat in der Hinsicht eine Art Hausrecht, weil sie langjähriger Begleiter des Festes ist." "Da muss ich Ihnen leider widersprechen", sage ich, "Hausrecht habe ich hier, weil ich die entsprechenden Vollmachten des Eigentümers habe." Jetzt herrscht erstmal Stille.
"Ich verstehe allerdings den Hintergrund der Intension ihres Mandanten nicht", nehme ich den Faden auf, "es entsteht für ihren Mandanten kein Nachteil, auch nicht finanziell, dass die "Rätselhaften" auch auf dem Fest auftreten, weil diese den Auftritt als Einstand für die Aufnahme hier auf dem Hof geben." Wieder beratschlagen sie sich am anderen Ende. Dann sagt er Anwalt: "Wir könnten das ganze Fest auch mit einer einstweiligen Verfügung stoppen!" Samantha schaut uns fassungslos an. "Mit welcher Begründung?" frage ich und nehme die Antwort vorweg: "Weil ihr Mandant Befürchtungen hat, die andere Band gräbt ihnen die Zuschauer ab?" "Nein!", sagt der Anwalt. "Dann geben sie uns eine vernünftige Begründung", fordere ich, "Neid und Eifersucht sind jedenfalls keine!" Es kommt keine Antwort. Harald nutzt das und sagt: "Ich möchte noch mal darauf hinweisen, dass mit Absage des Festes mit höheren Kosten zu rechnen ist. Außer den Bands gibt es noch jede Menge Anbieter von Kleinkunst, Handwerkskunst und Verköstigungen unterschiedlichster Art. Sollten Sie eine Verfügung beantragen, werden wir anfallende Kosten Eins zu Eins auf ihren Mandanten umlegen." Ich zeige Harald den Daumen hoch. "Ich bitte um eine kurze Bedenkzeit", sagt der Anwalt. Samantha schaltet unser Mikro stumm. "Komische Nummer", sagt Harald. "Genau, ich verstehe nicht was die wollen", sagt Cordula. Dann meldet sich die andere Seite wieder. "Hallo? Wir würden das Gespräch gerne vertagen", sagt der Anwalt, "wir haben noch Abstimmbedarf." Samantha schaut in die Runde. Wir nicken alle. "Ja gut, setzen Sie dann eine neuen Termin an?" fragt Samantha. "Ja unser Sekretariat meldet sich bei Ihnen", sagt der Anwalt. "OK, auf Wiederhören", verabschiedet Samantha die Runde. Als das Mikro aus ist fragt Micha: "Wie schlecht war das denn?" "Sehr unvorbereitet jedenfalls", sagt Harald. "Und der Anwalt legt jetzt erstmal Klein Bruce über das Knie", sage ich feixend. "Boah Steffi", lacht Cordula. "Das der so einen schwammigen Auftrag annimmt", staunt Micha. Ich reibe die Finger und grinse dabei. "Ja OK", sagt Micha. "Ich habe mich mal informiert", sagt Carlos, "der Anwalt ist bekannt für sowas, da geht es erstmal nur um Kohle." "Na denn"¦", sagt Harald grinsend. "Ich denke mal, das war es jetzt", sagt Samantha, "da wird nichts mehr kommen." Ich schaue zu Harald. "Das mit dem Einahmenausfall fand ich gut", sage ich zu ihm, "hast Du so eine ungefähre Hausnummer, was das in Euro sein könnte?" "Nicht wenig", antwortet Harald, "ich kann es ja mal vorsorglich aufstellen, das dauert nicht lange." "Cool", sage ich lächelnd. In der Zwischenzeit sind unsere restlichen Bandmitglieder angekommen. Den erklären wir das vorangegangene. Sie schütteln auch nur mit dem Kopf.
Wir gehen in den Übungsraum. Bevor wir anfangen, lassen wir den Auftritt vom Schützenfest noch mal Revue passieren. "Das war schon gut", sagt Carlos auf seine zurückhaltende Art. "Immer untertreibt er", flaxt Samantha, "wir haben im Nachgang noch einige Fragen und Anfragen bekommen, einerseits über die Flyer, die wir ausgelegt hatten, andererseits über die Homepage." Samantha erläutert das noch genauer. "Apropos Homepage", sagt Frank, "die hatte ich kurz vorher mit Steffis Portfolio ergänzt." "Mal schauen", sagt Cordula und schaut in ihren Laptop. Gespannt schaue ich über ihre Schulter. Es ist ein kurzer Text über mich und ein paar Bilder vom Auftritt bei Jens und Bernie dabei. "Ja ist OK", sage ich grinsend, "wo hast Du die her?" "Von Achim", antwortet Frank. "Soso, aha", sage ich lächelnd. "Ich würde aktuellere einstellen, wenn ich denn welche von Achim oder Sandra bekomme", sagt Frank. "Ich erinnere Sandra mal dran", sage ich.
"So richtig Antrieb habe ich ja heute nicht", sagt Alex. "Ich auch nicht so recht", fügt Frank hinzu. "Dann können wir ja mal überlegen, was wir auf dem Hoffest spielen", sagt Micha. "Crossover oder eine Band covern?" fragt Tom. "Wir haben früher öfter mal die ein oder andere Band nachgespielt", sagt Frank, "man müsste nur schauen, dass wir nicht was spielen, was schon eine andere Band in der Gegend spielt." "Huh, das ist nicht einfach", sage ich, "es gibt jede Menge Cover- und Tributebands in der Gegend." Ich zähle einige auf. "Zumal wir ja auch zu sechst sind", sagt Alex, "das sollte man mit beachten." Ich werfe natürlich die Talking Heads ein. "Live haben die vier ja Gastmusiker dabei", sage ich. "Ich hätte an Pink Floyd gedacht", sagt Frank, "aber da gibt es schon eine Band, die die covert." "Wie sieht es mit R.E.M. aus?" fragt Micha, "da haben wir Erfahrung mit, von früher." "Stimmt, und Steffi kann das auch", sagt Tom, "hat sie ja im JB gezeigt." "Das wäre doch eine Überlegung", sagt Micha, "würdest Du das singen, Steffi?" "Hm, im JB war es mir mit der dunkleren Stimme ja egal", sage ich, "aber seitdem singe ich ja viel höher. Ich finde, das passt dann nicht mehr so richtig." "Das stimmt", sagt Frank. "Wenn ihr früher schon öfter R.E.M. gespielt habt, wer hat denn dann gesungen?" frage ich in die Runde. "Ich habe das gemacht", sagt Alex lächelnd. "Wollen wir es mal versuchen?" frage ich. "Na klar, wenn Du die zweite Stimme machst, die im Original vom R.E.M. Bassisten kommt", sagt Alex zu mir. Die anderen lächeln. "Na klar", sage ich ebenfalls lächelnd. Wir nehmen unsere Instrumente. "Welches Lied?" fragt Frank. "I took your name?" frage ich, "fiel mir grade so ein." Tom grinst und klackt auch gleich den Takt an. Wir setzen mit unseren Instrumenten ein. Micha und ich spielen Gitarre, während sich Alex schon am Mikro postiert. Dann fängt er an zu singen und klingt dabei fast genauso rauchig, knarzig, wie Michael Stipe. "Sehr geil", sage ich zu Carlos neben mir. Beim zweiten Vers singe ich mit. Die Jungs lächeln. Die ersten Leutchen aus der Werkstatt finden sich auch bei uns ein. Wolle ist auch dabei, er schaut uns staunend, begeistert zu. Als wir fertig sind geben sie uns auch begeistert Applaus. Micha grinst und spielt ohne Ansage den Anfang von "Begin the Begin". Wir anderen steigen hoppla hopp mit ein. Und Alex dreht voll ab. Er missbraucht den Mikro-Ständer als Turngerät. Auch hier habe ich natürlich einen Gesangspart im Refrain. Ich singe um einiges höher, als Alex. "Passt total gut", sagt Frank.
"R.E.M. ist total euer Ding, was?" frage ich die Jungs, während die Leutchen aus der Werkstatt einen ordentlichen Beifall spenden. "Kann man so sagen, Steffi", antwortet Micha auf meine Frage. "Zugabe!" rufen ein paar unten aus der Werkstatt. "Boah! Das ist ja geil", sagt Wolle. "Bist R.E.M. Fan?" fragt Tom. "Ja, schon immer", antwortet Wolle, "ich habe sie auch schon ein paarmal live gesehen, als sie noch spielten." "Joa, die Konzerte waren immer sehr geil", sage ich, "ich hatte sie in Berlin und in Köln gesehen." "Wollen wir das machen?" fragt Alex grinsend. "Warum nicht?" frage ich dagegen, "ist jetzt zwar nicht der übliche Mainstream." "Da mache die mal keine Sorgen", sagt Wolle lächelnd, "da werden wir schon ordentlich Werbung machen." "Cool!" sage ich begeistert. "Ich hätte da voll Bock drauf", sagt Micha. "Dann schreiben wir mal eine Titelliste", wirft Frank mit ein und nimmt sich eine Kladde und Stift. "Wie wollen wir anfangen?" fragt Frank. "Begin the begin?" fragt Micha. "Ich favorisiere den Anfang von der Liveaufnahme aus Dublin", sagt Alex. "I took your Name und so far, so numb?" frage ich in die Runde. "Au ja", sagt Carlos, "schön mit Wumms anfangen." Ich nehme mir meine akustische Gitarre. Die Jungs schnappen sich ihre Instrumente und Tom trommelt schon den Anfang von so far, so numb. Während wir spielen grinsen wir uns alle an. "Das ist echt so geil, du wirfst einen Brocken in den Raum und alle wissen was los ist", kommentiere ich. "Das ist die Chemie zwischen uns sechs, Steffi", sagt Tom lächelnd. Wir stimmen weiter ab, was wir spielen wollen. Mit einmal sind alle mit Eifer dabei. Ein paar langsamere Sachen können wir auch spielen, oder?" fragt Tom. "Auf alle Fälle", sagt Micha darauf, "Everybody hurts sollten wir mindestens spielen." "Hm, na ja, ist jetzt nicht so meins", sagt Alex, "ich bin eher für die krachenden Dinger." "Wir müssen uns ja nicht zwangsläufig am Original orientieren", sage ich, "ich kann das gerne singen. Seitdem ich Mädchen bin machen mir Balladen auf einmal Spaß." "Au ja Steffi, das sollten wir machen", sagt Alex begeistert. Ich positioniere mich am Mikro. Tom klackt an und Frank setzt dann mit den Keyboards ein. Von unten aus der Werkstatt hört man Jubel, Beifall und Zustimmung. "Wuhu, sehr geil!" ruft jemand. Antje kommt in den Raum und kuschelt sich an Tom ran. Ich fange an zu singen. Nach einiger Zeit steht Kristin in der Tür. Sie hat leicht verheulte Augen, aber lächelt dabei. Ich spiele beim Singen mit meiner Stimme. Nach dem Lied kommt Kristin auf mich zu und nimmt mich wortlos in den Arm. Sie drückt mich und legt ihren Kopf an meine Schulter. "Das war so schön traurig gesungen", sagt sie schluchzend. Ich drücke sie nochmal an mich heran.
Wir machen eine kleine Pause und trinken was. "Wenn wir uns nicht unbedingt ans Original halten, dann könnten wir beide uns auch an der Leadgitarre abwechseln, Steffi", sagt Micha. "Könnten wir, aber wieso?" frage ich. "Na ja, kannst Du mit dem E-Bow umgehen?" fragt Micha, "ist nicht so wirklich mein Ding. Ich brauche mehr den direkten Kontakt zu den Saiten." "Das ist schon länger her", antworte ich, "meiner hatte auch schon vor einiger Zeit den Geist aufgegeben. Ich kann es mal versuchen." Micha lächelt mich an und gibt mir seinen. Ich begutachten ihn. "Ja der liegt gut in der Hand und stabil ist er auch", sage ich. Dann schalte ich ihn ein und lege ihn auf eine Saite. Die summt auch sofort los. "Huh! Ist das geil", sage ich, "da kriege ich gleich wieder Entenfell auf dem Rücken." Im Raum kichern sie wieder. "Das erinnert mich an meine Anfangszeit mit der E-Gitarre", sage ich mit einem großen Grinsen, "ich hatte in der Bravo gelesen, dass der Gitarrist von den einstürzenden Neubauten einen Elektro-Rasierer auf die Saiten gelegt hatte und damit gespielt hat. Der Sound ist auch sehr geil, aber gewöhnungsbedürftig." Micha verzieht das Gesicht. "Ist nicht so das Ding, für unseren Gitarrengott", flaxt Carlos. "Steffi, Steffi, Steffi", sagt Micha dann lächelnd mit schüttelnden Kopf. "So, jetzt habe ich hier eine Gitarre und einen E-Bow, was soll ich jetzt machen?" frage ich feixend in die Runde. "Electron blue?" fragt Micha dagegen. "Ups!" sage ich nur und versuche mein Glück. "Irgendwie haut das nicht so hin", sage ich etwas genervt, "hast Du Noten, Griffe, Tabs da, Frank?" ""˜Türlich, Steffi!" antwortet der grinsend. "Geht mal Kaffee trinken, ich brauch ein paar Minuten", sage ich grinsend. "Nee, ich möchte das genießen", sagt Frank, "dir beim Experimentieren zuzuschauen." Auch die anderen bleiben im Raum. "Na dann"¦", sage ich lächelnd und fange an. Nach zehn Minuten habe ich den Bogen raus und spiele meinen Gitarrenpart alleine durch. Micha und Alex schauen gespannt zu. "Boah, Alter, Mann, ey, Oah", sagt Alex hinterher, "das ist ja ein Lehrstück, dir zuzuschauen, wie Du Dir das beibringst. Ist das groß!" Meine Gesichtstemperatur verdoppelt sich gefühlt nach dieser Ansage, ich werde mal wieder knallrot. "Gleich platzt der Stuck vom Gesicht", flaxe ich trotzdem. "Ach, Steffi, das ist das Schöne an Dir, deine Natürlichkeit", lobt mich dann auch noch Cordula. "Puh! Luft", sage ich und fächele mir selbige zu. Anschließend spielen wir das Stück durch. "Joa, noch das ein oder andere Effektchen einbauen, dann klingt"™s", sage ich. "Das ist eine Granate", lacht Frank, "Effektchen, tse." "Walk unafraid spielt Peter Buck auch mit dem E-Bow", sage ich. "Kannst Du auch wieder die Einleitung singen, wie damals im JB?" fragt Alex, "ich singe dann den Rest." "Okay", sage ich. "I will walk unafraid"¦", fange ich an zu singen, Frank unterstützt leise auf den Keyboards. Samantha, Cordula und die anderen im Raum schauen erstaunt zu. Dann klackt Tom den Takt an und wir fetzen richtig los. Alex dreht ab, als würde er vor vollem Publikum stehen. Auch ich stehe nicht still, Micha genauso wenig. Das Stück gelingt. "Du drehst ja voll ab", sagt er zu mir, "ich könnte das gar nicht, mit dem E-Bow in der Hand." "Einfach machen", antworte ich grinsend. Im Nu ist es 22:00Uhr. Die Zeit ist ja wie nix verflogen", sagt Frank lächelnd. Wir haben aber auch ordentlich Stücke gespielt. "Wenn wir das die nächsten Wochen noch vertiefen, dann wird das ein schöner Kracher", sagt Alex. Danach schalten wir alles aus und gehen runter. Frank bringt mich dann noch nach Hause. Mein Fahrrad laden wir hinten in seinen Wagen. Als ich das Haus betrete, ist auch nichts mehr los. Ich gehe dann auch gleich ins Bett, weil ich morgen dann auch wieder früh raus will.
"Meine Güte, war das eine schöne Liebesnacht", sage ich, als ich neben Sandra aufwache. Sie stützt sich seitlich auf und lächelt mich an. "Du bist aber auch eine dankbare Liebhaberin", sagt sie dann verschmitzt. Ohne was zu sagen ziehe ich sie an mich heran und küsse sie innig, dabei läuft mir eine kleine Freudenträne über die Wange. "Süße Stefanie", sagt Sandra leise. Langsam stehen wir auf und machen uns für den Tag zurecht. Ich habe mittlerweile ein paar mehr Kleidungsstücke bei Sandra, so dass ich nicht mehr vor der Arbeit noch nach Hause muss. Ich ziehe heute wieder die knallenge Jeans an und dazu ein bedrucktes, relativ enges T-Shirt. Sandra grinst mich an. "Du legst es heute wieder drauf an", sagt sie lachend, "da werden deine Kollegen aber wieder unruhig." "Wenn sie das umhaut, ist das ihre Sache", antworte ich frech, "ich mache das eigentlich eher für mich. Mein ganzes Leben habe ich davon geträumt, so rumzulaufen." Sandra nimmt mich in den Arm, küsst mich und streichelt dabei ungeniert meine Brust. "Und ich bin die einzige, die das ausnutzen darf", sagt sie selbstbewusst. "Aber so wahr, Süße", sage ich lächelnd und genieße das Streicheln. Wir frühstücken dann und fahren anschließend zur Arbeit.
Der Arbeitstag verläuft ruhig. Na gut, mein Outfit erregt zu Anfang etwas aufsehen bei den Kollegen, aber es ist auch viel Spaß dabei. Nach Feierabend fahre ich mit meinem Fahrrad, was von gestern hier noch steht, zur Spedition. Auf Feldwegen komme ich von hinten heran. Zu meiner Überraschung sind heute mal keine parkenden Autos am Zaun zu sehen. Und der Zaun ist auch nicht aufgeschnitten. Aber viel zu bedeuten hat das ja nicht. Ich fahre halb um das Gelände und dann vorne durch das Tor. Vor der Werkstatt sitzen wie üblich ein paar Leute draußen. Kalle ist auch dabei. "Achtung! Alles auf! Zur Begrüßung der Chefin, die Augen links!" ruft er, als ich näher komme. Ich stelle mein Rad ab und gehe grinsend hin. Kalle und die Leute stehen stramm und haben die Hand zum Gruß am Kopf. Ich bleibe vor Kalle stehen und grüße ebenso. "Chefin, keine besonderen Vorkommnisse in unserem Aufgabenbereich", sagt Kalle zackig. "Danke!" sage ich und dann: "rührt euch." Danach lachen wir erstmal herzlich. "Ich sehe schon, ihr habt gedient", sage ich lächelnd. "Nöö, nicht unbedingt", sagt einer, der Ulf heißt. "Aber trotzdem zackig", sage ich. "Hier herrscht ja auch Ordnung", sagt Kalle übertrieben militärisch. Ich klopfe ihm auf die Schulter. "Ihr passt schon in die Welt", sage ich lachend. Da ich noch etwas Zeit habe, lasse ich mir ein frisch gezapftes Bier schmecken. Dann fällt mir auf, dass neben der Tür zur Werkstatt Leitern stehen und Werkzeug liegt auch herum. Über der Tür hängt ein Schild. Die Jungs amüsieren sich über mein Staunen. Auf dem Schild steht "usw.". "Was heißt das?", frage ich erstaunt, "doch nicht wie im Original "und so weiter"." "Nee", sagt Kalle und macht eine Pause. "Sondern?" frage ich weiter. "Unabhängige-Schrauber-Werkstatt", antwortet Kalle, "da kommt noch ein zweites Schild drunter, wo das dann so draufsteht." "Aha", sage ich immer noch erstaunt. "Ja, wir haben mit einigen aus der Werkstatt eine GBR gegründet, damit wir so ein bisschen aus der Club-Mentalität rauskommen", sagt Kalle weiter, "weil einige ja auch Aufträge gegen Bezahlung annehmen." "Da seid ihr dann auf der sicheren Seite", sage ich. "Genau", sagt Kalle. "Find ich gut" sage ich lächelnd. "Das mit dem Schild hatten wir noch mit deinem Onkel abgestimmt", sagt Kalle. "Stimmt, da hatte ich flüchtig eine Protokollnotiz im Büro gesehen", sage ich. Zwei Leute machen sich dran, das zweite Schild aufzuhängen. "Werden die dann auch beleuchtet?" frage ich. "Ja, von innen", antwortet Kalle. Ich lächele und zeige den Daumen hoch.
Samantha und Carlos kommen an. Eine herzliche Begrüßung folgt. Kurz darauf kommen Cordula und Micha an und gesellen sich zu uns. "Wir bauen mal eben die Technik auf", sagt Samantha. "Ihr könnt den großen Tisch nehmen", sagt Kalle, "da ist schon alles freigeräumt." "Super, danke", sagt Cordula und geht mit Samantha rein. Ich gehe kurz danach hinterher. Harald ist auch dazu gekommen. Wir vier stimmen uns kurz ab. "Habt ihr eigentlich mit den Jungs von "to the hills" einen Vertrag für den Auftritt?" frage ich Harald. "Nicht das ich wüsste", antwortet der, "die sind schon länger dabei und früher war das Fest eher ein Biker-Treffen." "Nee, was schriftliches gibt es dazu nicht", sagt Jürgen, "das war eher so per Handschlag." Ich grinse. "Das ist schon mal von Vorteil", sage ich. "Und ganz zu Anfang war auch "Klein Bruce" noch nicht als Sänger dabei", sagt Jürgen weiter. "Ach, das ist ja interessant", sage ich. Ich schreibe mir auf einem Blatt Papier ein paar Stichpunkte auf. Kurz vor dem Termin kommen Micha und Carlos rein. Samantha hat alles vorbereitet und hat uns auch schon eingeloggt. Punkt halb sechs meldet sich die Sekretärin vom Anwalt und übergibt auch gleich. Er begrüßt uns. Samantha erwidert die Begrüßung und stellt kurz die Beteiligten vor. Sie und Cordula sprechen für die Band, Harald für die Werkstatt, die Ausrichter des Festes ist und ich für den Eigentümer. "Ich hatte ihnen im Auftrag meines Mandanten geschrieben, weil er sich durch den zusätzlichen Auftritt benachteiligt fühlt", sagt der Anwalt. Ich schaue grade etwas sparsam. "Dazu braucht man einen Anwalt?" sage ich leise zu Cordula. Die lächelt. "Inwiefern benachteiligt?" fragt Samantha. "Die Band meines Mandanten spielt seit Jahren auf dem Fest und hat damit ein gewisses Gewohnheitsrecht", sagt der Anwalt. Ich beiße mir auf die Lippen, um Lachen zu unterdrücken, dann bringe ich mich ins Gespräch ein. "Guten Tag mein Name ist Stefanie Boe und ich bin die Verwalterin des Geländes und der Gebäude und damit Vertretung der Eigentümer", stelle ich mich vor, "gibt es entsprechende Unterlagen, die das belegen, was sie eben erwähnten?" Pause am anderen Ende, die beiden scheinen sich zu beratschlagen. "Könnten Sie das präzisieren?" fragt der Anwalt. "Ja klar, ich meine so etwas wie einen Vertrag oder eine Notiz, die genau das begründet, was sie sagen", antworte ich. Am anderen Ende beratschlagen sie sich wieder. "Von unserer Seite als Betreiber der Werkstatt gibt es dazu nichts", sagt Harald. "Auch in den Unterlagen des Eigentümers ist nicht entsprechendes zu finden", sage ich. Am anderen Ende hört man Klein Bruce, wie er sich wohl etwas aufregt. "Wenn ihr Mandant so etwas hat, dann wäre es gut wenn er das allen zur Verfügung stellen kann", sagt Cordula. "Mein Mandant meint, er müsse zu Hause nachschauen", sagt der Anwalt. Harald meldet sich zu Wort. "Das können wir abkürzen", sagt er und schildert das, was er uns eben schon erklärte, wie das Fest und die Beteiligung der Band gewachsen ist. Jetzt hat er wohl etwas Schärfe in die Unterhaltung gebracht. Der Anwalt sagt dann darauf: "Also, die Band meines Mandanten hat in der Hinsicht eine Art Hausrecht, weil sie langjähriger Begleiter des Festes ist." "Da muss ich Ihnen leider widersprechen", sage ich, "Hausrecht habe ich hier, weil ich die entsprechenden Vollmachten des Eigentümers habe." Jetzt herrscht erstmal Stille.
"Ich verstehe allerdings den Hintergrund der Intension ihres Mandanten nicht", nehme ich den Faden auf, "es entsteht für ihren Mandanten kein Nachteil, auch nicht finanziell, dass die "Rätselhaften" auch auf dem Fest auftreten, weil diese den Auftritt als Einstand für die Aufnahme hier auf dem Hof geben." Wieder beratschlagen sie sich am anderen Ende. Dann sagt er Anwalt: "Wir könnten das ganze Fest auch mit einer einstweiligen Verfügung stoppen!" Samantha schaut uns fassungslos an. "Mit welcher Begründung?" frage ich und nehme die Antwort vorweg: "Weil ihr Mandant Befürchtungen hat, die andere Band gräbt ihnen die Zuschauer ab?" "Nein!", sagt der Anwalt. "Dann geben sie uns eine vernünftige Begründung", fordere ich, "Neid und Eifersucht sind jedenfalls keine!" Es kommt keine Antwort. Harald nutzt das und sagt: "Ich möchte noch mal darauf hinweisen, dass mit Absage des Festes mit höheren Kosten zu rechnen ist. Außer den Bands gibt es noch jede Menge Anbieter von Kleinkunst, Handwerkskunst und Verköstigungen unterschiedlichster Art. Sollten Sie eine Verfügung beantragen, werden wir anfallende Kosten Eins zu Eins auf ihren Mandanten umlegen." Ich zeige Harald den Daumen hoch. "Ich bitte um eine kurze Bedenkzeit", sagt der Anwalt. Samantha schaltet unser Mikro stumm. "Komische Nummer", sagt Harald. "Genau, ich verstehe nicht was die wollen", sagt Cordula. Dann meldet sich die andere Seite wieder. "Hallo? Wir würden das Gespräch gerne vertagen", sagt der Anwalt, "wir haben noch Abstimmbedarf." Samantha schaut in die Runde. Wir nicken alle. "Ja gut, setzen Sie dann eine neuen Termin an?" fragt Samantha. "Ja unser Sekretariat meldet sich bei Ihnen", sagt der Anwalt. "OK, auf Wiederhören", verabschiedet Samantha die Runde. Als das Mikro aus ist fragt Micha: "Wie schlecht war das denn?" "Sehr unvorbereitet jedenfalls", sagt Harald. "Und der Anwalt legt jetzt erstmal Klein Bruce über das Knie", sage ich feixend. "Boah Steffi", lacht Cordula. "Das der so einen schwammigen Auftrag annimmt", staunt Micha. Ich reibe die Finger und grinse dabei. "Ja OK", sagt Micha. "Ich habe mich mal informiert", sagt Carlos, "der Anwalt ist bekannt für sowas, da geht es erstmal nur um Kohle." "Na denn"¦", sagt Harald grinsend. "Ich denke mal, das war es jetzt", sagt Samantha, "da wird nichts mehr kommen." Ich schaue zu Harald. "Das mit dem Einahmenausfall fand ich gut", sage ich zu ihm, "hast Du so eine ungefähre Hausnummer, was das in Euro sein könnte?" "Nicht wenig", antwortet Harald, "ich kann es ja mal vorsorglich aufstellen, das dauert nicht lange." "Cool", sage ich lächelnd. In der Zwischenzeit sind unsere restlichen Bandmitglieder angekommen. Den erklären wir das vorangegangene. Sie schütteln auch nur mit dem Kopf.
Wir gehen in den Übungsraum. Bevor wir anfangen, lassen wir den Auftritt vom Schützenfest noch mal Revue passieren. "Das war schon gut", sagt Carlos auf seine zurückhaltende Art. "Immer untertreibt er", flaxt Samantha, "wir haben im Nachgang noch einige Fragen und Anfragen bekommen, einerseits über die Flyer, die wir ausgelegt hatten, andererseits über die Homepage." Samantha erläutert das noch genauer. "Apropos Homepage", sagt Frank, "die hatte ich kurz vorher mit Steffis Portfolio ergänzt." "Mal schauen", sagt Cordula und schaut in ihren Laptop. Gespannt schaue ich über ihre Schulter. Es ist ein kurzer Text über mich und ein paar Bilder vom Auftritt bei Jens und Bernie dabei. "Ja ist OK", sage ich grinsend, "wo hast Du die her?" "Von Achim", antwortet Frank. "Soso, aha", sage ich lächelnd. "Ich würde aktuellere einstellen, wenn ich denn welche von Achim oder Sandra bekomme", sagt Frank. "Ich erinnere Sandra mal dran", sage ich.
"So richtig Antrieb habe ich ja heute nicht", sagt Alex. "Ich auch nicht so recht", fügt Frank hinzu. "Dann können wir ja mal überlegen, was wir auf dem Hoffest spielen", sagt Micha. "Crossover oder eine Band covern?" fragt Tom. "Wir haben früher öfter mal die ein oder andere Band nachgespielt", sagt Frank, "man müsste nur schauen, dass wir nicht was spielen, was schon eine andere Band in der Gegend spielt." "Huh, das ist nicht einfach", sage ich, "es gibt jede Menge Cover- und Tributebands in der Gegend." Ich zähle einige auf. "Zumal wir ja auch zu sechst sind", sagt Alex, "das sollte man mit beachten." Ich werfe natürlich die Talking Heads ein. "Live haben die vier ja Gastmusiker dabei", sage ich. "Ich hätte an Pink Floyd gedacht", sagt Frank, "aber da gibt es schon eine Band, die die covert." "Wie sieht es mit R.E.M. aus?" fragt Micha, "da haben wir Erfahrung mit, von früher." "Stimmt, und Steffi kann das auch", sagt Tom, "hat sie ja im JB gezeigt." "Das wäre doch eine Überlegung", sagt Micha, "würdest Du das singen, Steffi?" "Hm, im JB war es mir mit der dunkleren Stimme ja egal", sage ich, "aber seitdem singe ich ja viel höher. Ich finde, das passt dann nicht mehr so richtig." "Das stimmt", sagt Frank. "Wenn ihr früher schon öfter R.E.M. gespielt habt, wer hat denn dann gesungen?" frage ich in die Runde. "Ich habe das gemacht", sagt Alex lächelnd. "Wollen wir es mal versuchen?" frage ich. "Na klar, wenn Du die zweite Stimme machst, die im Original vom R.E.M. Bassisten kommt", sagt Alex zu mir. Die anderen lächeln. "Na klar", sage ich ebenfalls lächelnd. Wir nehmen unsere Instrumente. "Welches Lied?" fragt Frank. "I took your name?" frage ich, "fiel mir grade so ein." Tom grinst und klackt auch gleich den Takt an. Wir setzen mit unseren Instrumenten ein. Micha und ich spielen Gitarre, während sich Alex schon am Mikro postiert. Dann fängt er an zu singen und klingt dabei fast genauso rauchig, knarzig, wie Michael Stipe. "Sehr geil", sage ich zu Carlos neben mir. Beim zweiten Vers singe ich mit. Die Jungs lächeln. Die ersten Leutchen aus der Werkstatt finden sich auch bei uns ein. Wolle ist auch dabei, er schaut uns staunend, begeistert zu. Als wir fertig sind geben sie uns auch begeistert Applaus. Micha grinst und spielt ohne Ansage den Anfang von "Begin the Begin". Wir anderen steigen hoppla hopp mit ein. Und Alex dreht voll ab. Er missbraucht den Mikro-Ständer als Turngerät. Auch hier habe ich natürlich einen Gesangspart im Refrain. Ich singe um einiges höher, als Alex. "Passt total gut", sagt Frank.
"R.E.M. ist total euer Ding, was?" frage ich die Jungs, während die Leutchen aus der Werkstatt einen ordentlichen Beifall spenden. "Kann man so sagen, Steffi", antwortet Micha auf meine Frage. "Zugabe!" rufen ein paar unten aus der Werkstatt. "Boah! Das ist ja geil", sagt Wolle. "Bist R.E.M. Fan?" fragt Tom. "Ja, schon immer", antwortet Wolle, "ich habe sie auch schon ein paarmal live gesehen, als sie noch spielten." "Joa, die Konzerte waren immer sehr geil", sage ich, "ich hatte sie in Berlin und in Köln gesehen." "Wollen wir das machen?" fragt Alex grinsend. "Warum nicht?" frage ich dagegen, "ist jetzt zwar nicht der übliche Mainstream." "Da mache die mal keine Sorgen", sagt Wolle lächelnd, "da werden wir schon ordentlich Werbung machen." "Cool!" sage ich begeistert. "Ich hätte da voll Bock drauf", sagt Micha. "Dann schreiben wir mal eine Titelliste", wirft Frank mit ein und nimmt sich eine Kladde und Stift. "Wie wollen wir anfangen?" fragt Frank. "Begin the begin?" fragt Micha. "Ich favorisiere den Anfang von der Liveaufnahme aus Dublin", sagt Alex. "I took your Name und so far, so numb?" frage ich in die Runde. "Au ja", sagt Carlos, "schön mit Wumms anfangen." Ich nehme mir meine akustische Gitarre. Die Jungs schnappen sich ihre Instrumente und Tom trommelt schon den Anfang von so far, so numb. Während wir spielen grinsen wir uns alle an. "Das ist echt so geil, du wirfst einen Brocken in den Raum und alle wissen was los ist", kommentiere ich. "Das ist die Chemie zwischen uns sechs, Steffi", sagt Tom lächelnd. Wir stimmen weiter ab, was wir spielen wollen. Mit einmal sind alle mit Eifer dabei. Ein paar langsamere Sachen können wir auch spielen, oder?" fragt Tom. "Auf alle Fälle", sagt Micha darauf, "Everybody hurts sollten wir mindestens spielen." "Hm, na ja, ist jetzt nicht so meins", sagt Alex, "ich bin eher für die krachenden Dinger." "Wir müssen uns ja nicht zwangsläufig am Original orientieren", sage ich, "ich kann das gerne singen. Seitdem ich Mädchen bin machen mir Balladen auf einmal Spaß." "Au ja Steffi, das sollten wir machen", sagt Alex begeistert. Ich positioniere mich am Mikro. Tom klackt an und Frank setzt dann mit den Keyboards ein. Von unten aus der Werkstatt hört man Jubel, Beifall und Zustimmung. "Wuhu, sehr geil!" ruft jemand. Antje kommt in den Raum und kuschelt sich an Tom ran. Ich fange an zu singen. Nach einiger Zeit steht Kristin in der Tür. Sie hat leicht verheulte Augen, aber lächelt dabei. Ich spiele beim Singen mit meiner Stimme. Nach dem Lied kommt Kristin auf mich zu und nimmt mich wortlos in den Arm. Sie drückt mich und legt ihren Kopf an meine Schulter. "Das war so schön traurig gesungen", sagt sie schluchzend. Ich drücke sie nochmal an mich heran.
Wir machen eine kleine Pause und trinken was. "Wenn wir uns nicht unbedingt ans Original halten, dann könnten wir beide uns auch an der Leadgitarre abwechseln, Steffi", sagt Micha. "Könnten wir, aber wieso?" frage ich. "Na ja, kannst Du mit dem E-Bow umgehen?" fragt Micha, "ist nicht so wirklich mein Ding. Ich brauche mehr den direkten Kontakt zu den Saiten." "Das ist schon länger her", antworte ich, "meiner hatte auch schon vor einiger Zeit den Geist aufgegeben. Ich kann es mal versuchen." Micha lächelt mich an und gibt mir seinen. Ich begutachten ihn. "Ja der liegt gut in der Hand und stabil ist er auch", sage ich. Dann schalte ich ihn ein und lege ihn auf eine Saite. Die summt auch sofort los. "Huh! Ist das geil", sage ich, "da kriege ich gleich wieder Entenfell auf dem Rücken." Im Raum kichern sie wieder. "Das erinnert mich an meine Anfangszeit mit der E-Gitarre", sage ich mit einem großen Grinsen, "ich hatte in der Bravo gelesen, dass der Gitarrist von den einstürzenden Neubauten einen Elektro-Rasierer auf die Saiten gelegt hatte und damit gespielt hat. Der Sound ist auch sehr geil, aber gewöhnungsbedürftig." Micha verzieht das Gesicht. "Ist nicht so das Ding, für unseren Gitarrengott", flaxt Carlos. "Steffi, Steffi, Steffi", sagt Micha dann lächelnd mit schüttelnden Kopf. "So, jetzt habe ich hier eine Gitarre und einen E-Bow, was soll ich jetzt machen?" frage ich feixend in die Runde. "Electron blue?" fragt Micha dagegen. "Ups!" sage ich nur und versuche mein Glück. "Irgendwie haut das nicht so hin", sage ich etwas genervt, "hast Du Noten, Griffe, Tabs da, Frank?" ""˜Türlich, Steffi!" antwortet der grinsend. "Geht mal Kaffee trinken, ich brauch ein paar Minuten", sage ich grinsend. "Nee, ich möchte das genießen", sagt Frank, "dir beim Experimentieren zuzuschauen." Auch die anderen bleiben im Raum. "Na dann"¦", sage ich lächelnd und fange an. Nach zehn Minuten habe ich den Bogen raus und spiele meinen Gitarrenpart alleine durch. Micha und Alex schauen gespannt zu. "Boah, Alter, Mann, ey, Oah", sagt Alex hinterher, "das ist ja ein Lehrstück, dir zuzuschauen, wie Du Dir das beibringst. Ist das groß!" Meine Gesichtstemperatur verdoppelt sich gefühlt nach dieser Ansage, ich werde mal wieder knallrot. "Gleich platzt der Stuck vom Gesicht", flaxe ich trotzdem. "Ach, Steffi, das ist das Schöne an Dir, deine Natürlichkeit", lobt mich dann auch noch Cordula. "Puh! Luft", sage ich und fächele mir selbige zu. Anschließend spielen wir das Stück durch. "Joa, noch das ein oder andere Effektchen einbauen, dann klingt"™s", sage ich. "Das ist eine Granate", lacht Frank, "Effektchen, tse." "Walk unafraid spielt Peter Buck auch mit dem E-Bow", sage ich. "Kannst Du auch wieder die Einleitung singen, wie damals im JB?" fragt Alex, "ich singe dann den Rest." "Okay", sage ich. "I will walk unafraid"¦", fange ich an zu singen, Frank unterstützt leise auf den Keyboards. Samantha, Cordula und die anderen im Raum schauen erstaunt zu. Dann klackt Tom den Takt an und wir fetzen richtig los. Alex dreht ab, als würde er vor vollem Publikum stehen. Auch ich stehe nicht still, Micha genauso wenig. Das Stück gelingt. "Du drehst ja voll ab", sagt er zu mir, "ich könnte das gar nicht, mit dem E-Bow in der Hand." "Einfach machen", antworte ich grinsend. Im Nu ist es 22:00Uhr. Die Zeit ist ja wie nix verflogen", sagt Frank lächelnd. Wir haben aber auch ordentlich Stücke gespielt. "Wenn wir das die nächsten Wochen noch vertiefen, dann wird das ein schöner Kracher", sagt Alex. Danach schalten wir alles aus und gehen runter. Frank bringt mich dann noch nach Hause. Mein Fahrrad laden wir hinten in seinen Wagen. Als ich das Haus betrete, ist auch nichts mehr los. Ich gehe dann auch gleich ins Bett, weil ich morgen dann auch wieder früh raus will.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
-
Stephanie
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1461
- Registriert: Mo 31. Mär 2014, 18:05
- Geschlecht: m/w/d
- Pronomen: Gute Frage...
- Wohnort (Name): Meine
- Forum-Galerie: gallery/album/93
- Hat sich bedankt: 33 Mal
- Danksagung erhalten: 175 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Blutengel
Sandras Cousin
Der Wetterbericht sagt für heute warmes, trockenes Wetter voraus. Deshalb trage ich heute mal wieder einen luftigen, ausgestellten Rock mit Blumendruck (ist schon langsam ein Erkennungsmerkmal), dazu eine ebenfalls luftige Shirt-Bluse. Eine dünne Strumpfhose und beige Lackballerinas runden den Look ab. Mit dem Auto fahre ich dann wieder sehr früh zur Arbeit. Ein paar Bemerkungen von meinen Kollegen bekomme ich natürlich auch wieder zu meinem Outfit, aber sie übertrieben es nicht mehr so extrem. Sie scheinen sich wohl langsam an mich und meine Eigenarten zu gewöhnen. Mittags treffe ich mich natürlich mit Sandra. Ich hatte zwischen drin immer mal wieder an ihrem zukünftigen Pool getüftelt und am PC gezeichnet. "Das würde ich Dir gerne mal heute Nachmittag zeigen", sage ich beim Essen zu ihr. "Au ja, toll", freut sich Sandra. "Ich würde dann auch die Verlattung des Holzdecks korrigieren", sage ich weiter, zumal ich neulich mit einem Zeh in einer Lücke hängengeblieben bin. Das Deck hatte ja Sandras Cousin gebaut und der hat wohl irgendwie einen Knick in der Optik. Jedenfalls sieht das Deck insgesamt krumm und schief aus. "Hast Du Werkzeug da?" frage ich sie, "Akkuschrauber und Stichsäge?" "Na klar ich bin da voll ausgestattet", sagt Sandra grinsend, "findest Du alles im Keller, wenn Du vor mir da bist." Sandra ist handwerklich geschickt, nicht nur beim Nähen. "Ein schöner Ausgleich zum Bürojob", wie sie immer betont. Um Vier mache ich Feierabend und fahre sofort zu Sandra. Sie hat noch zu tun, also komme ich tatsächlich vor ihr an. Ich parke mein Auto dann unter ihrem Carport. Beim Aussteigen lasse ich meine Blick in der Gegend umherschweifen. Gegenüber parkt ein protzig, aufgemotztes Auto, aus dem laute Musik schallt. Drinnen sitzt einer mit hellen, blonden Haaren. Seine rote Gesichtsfarbe fällt mir sofort auf. "Hm, Bluthochdruck", denke ich mir und schenke dem Typen keine weitere Beachtung. Allerdings beobachtet er mich wohl die ganze Zeit. Ich gehe zum Haus und gehe rein. Kaum bin ich in Sandras Wohnung, klappert die Katzenklappe, einmal, zweimal, dann: "Miauuu?!" "Na ihr beiden Schnurrer? Hunger?" frage ich sie. Zur Antwort umstreichen sie meine Beine. Den beiden gebe ich dann erstmal Futter und schaue zu, wie sie futtern. Zwischendrin fordern sie immer wieder Streicheleinheiten ein. Dann gehe ich in den Keller und hole mir Werkzeug. Ich kannte den Kellerraum bis dahin nicht und staune wie gut Sandra ausgestattet ist. "Poah! Die blaue Serie von Bosch", staune ich. Ich nehme mir das Werkzeug, was ich brauche. Dann gehe ich zum Poolhaus.
Die ersten paar Meter vom Holzdeck sind akkurat verlegt. Das hat Sandras Vater verlegt. Ich nehme einen Zollstock und schiebe ihn zwischen zwei Latten, da passt er saugend rein. "Na cool, so hat er das gemacht", denke ich mir, "ist ja auch ein guter Abstand." Als mache ich so weiter, da wo es krumm und schief wird. Dazu schraube ich die Latte ab und schaue gleich zeitig, ob sie von der Länge zum Poolrand hin passt. Mit einem Schleifschwamm entgrate ich noch vorhandene Sägestellen. Dann nutze ich den Zollstock als Abstandshalter beim Anschrauben der Latte. So arbeite ich mit vor. Ab und zu muss ich eine Latte ersetzen, weil die von vornherein schon zu kurz sind. Es liegen noch genug Latten hinter dem Pool. Nach einiger Zeit höre ich Schritte. "Huhu Stefanie", höre ich Sandra und schon steht sie in der Tür. Lächelnd schaue ich zu ihr hin. Hinter ihr steht der Typ aus dem Auto. "Ich möchte euch mal bekannt machen", sag Sandra und wendet sich zu dem Typen, "das ist mein Cousin Sebastian oder Basti." Dann wendet sie sich zu mir und sagt zu ihrem Cousin und sagt: " Das ist Stefanie, meine Lebensgefährtin." Während er sich nur was hin nuschelt sage ich : "Angenehm." Der Typ ist mir auf Anhieb unsympathisch und das kommt echt selten bei mir vor. "Habt ihr Lust auf einen Kaffee?" fragt Sandra in die Runde. "Sehr gerne", antworte ich. Sandra geht darauf hin Richtung Haus. Basti folgt ihr. Auf der Terrasse hält er sie an und fragt sie irgendwas. Ich sehe das aus den Augenwinkeln. Sandra lächelt irgendwie gekünstelt. Dann geht sie ins Haus, während Basti zurück zum Pool geht. Irgendwas sagt mir innerlich, dass ich bei diesem Typen vorsichtig sein soll. Dann stellt er sich in die Tür und schaut mir eine Weile zu. "Ich muss doch mal schauen, ob Du die Richtige für mein Kusinchen bist", sagt er plötzlich. Ich weiß grade nicht, ob ich lachen oder explodieren sollte, nach der Ansage. Aber ich versuche keine Regung zu zeigen und sage gar nichts. Er kommt langsam näher, bleibt aber ein paar Meter vor mir stehen. Ich habe grade eine Latte, die ich ein Stück einkürzen muss. Ich mache eine Markierung an die Latte und gehe hinten vom Deck runter, wo ich die Stichsäge hingelegt habe. Damit keine Späne in den Pool fliegen. Nach dem Sägen mache ich noch den Grat ab und gehe wieder auf das Deck. Mit eine ziemlich gehässigen Tonfall sagt Basti: "Ich mag das ja gar nicht, wenn einer meine Arbeit korrigiert." "Wenn du das nicht sehen magst, dann gehe doch einfach raus", kontere ich frech, "ich habe jedenfalls keine Lust mir hier noch mal den Zeh halb abzureißen." Damit hat er wohl nicht gerechnet, er geht ein Stück Richtung Tür. Die nächste Latte muss ich wieder einkürzen. Als ich sie anschrauben will, kommt Basti wieder ran und stellt einen Fuß auf die Latte. "Habe ich mich eben missverständlich ausgedrückt?" fragt er schnippisch. "Nimm dein Fuß da weg", fordere ich. Unverfroren fasst er mir in die Haare. "Ganz schön frech, die Kleine", sagt er abfällig. Ich merke grade, wie in mir die Aggression wächst. Ich entscheide mich aufzustehen. Währenddessen erscheint mir ganz, ganz kurz der Engel mit dem blutroten Gewand vor meinem geistigen Auge. Ich schenke dem aber keine Beachtung, stattdessen gifte ich Basti an: "Fass mich ja nicht noch mal ungefragt an!" "Wieso, ich mache was ich will", sagt er und fasst mir ungefragt an die Brust. "Klatsch!" reflexartig schlage ich ihm eine Ohrfeige. "Deswegen!" antworte ich lapidar. Und was macht der Trottel, fasst an die andere Brust. Und "Klatsch" Ohrfeige von der anderen Seite. Als ob ihm das nicht reicht, kneift er mir in die rechte Brust. "Schöne Titt"¦" sagt er, weiter kommt er nicht, weil ich ihm jetzt richtig eine Ohrfeige verpasse, die von oben kommt und ihn auch leicht am Hals trifft. Er lässt meine Brust los, um im nächsten Moment taumelnd hinzufallen. In diesem Moment kommt Sandra oben aus der Terrassentür. "Kaffee ist fertig!" flötet sie und trägt ein Tablett. Panisch steht Sebastian auf und verlässt torkelnd das Poolhaus in Richtung Carport. "Basti, was ist los?" höre ich Sandra. Ich merke einen Druck in meiner rechten Brust und fasse automatisch dahin. Sandra kommt herein und sieht mein schmerzverzerrtes Gesicht. "Oh Gott, was ist passiert?" fragt sie. Bevor ich antworten kann, stellt sie das Tablett hektisch ab, das der Kaffee überschwappt. Dann läuft sie rufend hinter Basti hinterher. Ich kann es mir nicht verkneifen, ein "Na ganz toll" hinterher zu rufen. Irritiert schaut Sandra zurück, läuft aber weiter zu Basti. Ich ziehe mir den BH unter der Bluse aus. Dann sehe ich einen Spiegel, der über einem Waschbecken hängt. Da gehe ich hin und ziehe die Bluse über der Brust hoch. "Ach Du Scheiße", entfährt es mir, als ich das Spiegelbild sehe. Rund um den Hof ist alles blau und es spannt total. Ich gehe in Sandras Wohnung, hole meine Handtasche und verstaue den BH darin. Dann gehe ich vorne raus und gehe zum Carport. Dort stehen Sandra und Basti. Basti schaut mich entsetzt an und flüchtet Richtung Garten. "Hau bloß ab Du Penner", brülle ich ihm hinterher, "sonst schlage ich Dir das Gesicht zwischen den Ohren weg." Sandra schaut mich entsetzt an. Ganz ruhig frage ich sie dann: "Kann ich mal dein Fahrrad haben?" J..ja", stottert sie, "was ist denn los?" Ich sage nichts, ziehe stattdessen die Shirtbluse über der malträtierten Brust hoch. Sandras Gesicht wird weiß. "Das war der Penner", sage ich aufgeregt. "So darfst Du ihn nicht nennen, das ist doch mein Cousin", sagt Sandra völlig aufgelöst mit zittriger Stimme. "Das ist sein Glück", sage ich frech, "wenn es meiner wär, würde er schon lange die Oker runtergetrieben sein." Sandra wird noch blasser. "Ich fahr mal rüber ins Krankenhaus in die Notaufnahme", sage ich, "das tut total weh." Jetzt fluten sich Sandras Augen mit Tränen. Ich lasse sie so stehen und radele Richtung Krankenhaus.
Vor der Notaufnahme stelle ich das Fahrrad ab und gehe hinein. Ich werde auch gleich von einer Krankenschwester angesprochen und schildere meinen Vorfall. "Kommen Sie mal gleich mit", sagt sie und führt mich in ein Sprechzimmer, "ich schau mal, wo die Ärztin ist." Nach kurzer Zeit kommt sie wieder. "Wir können schon mal den üblichen Schreibkram machen", sagt die Schwester. Nach einiger Zeit kommt eine Ärztin und stellt sich vor. Danach erzähle ich von dem Vorfall und was ich so für Besonderheiten mitbringe. Die beiden strahlen eine angenehme Ruhe aus, so dass ich mich auch langsam beruhige. Die Ärztin lächelt. "So jemand wie Sie hatten wir aber bestimmt auch noch nicht", sagt sie, "das klingt ja spannend." Dann schaut sie mit Ultraschall in die Brust. "Die Brüste sind natürlich gewachsen?" fragt sie mich dann. Ja, so etwa die letzten drei Jahre, wobei sie im letzten halben Jahr einen richtigen Schub gemacht haben", antworte ich. "Interessant", sagt die Ärztin, "also ich sehe hier einen Bluterguss im Brustgewebe. Wie ist das nochmal genau passiert?" Ich erkläre es, wie ich es erlebt habe. Die Ärztin schaut mich fassungslos an. "Da würde ich aber auch noch mit zur Polizei gehen", sagt sie. "Das habe ich auch vor", sage ich, "so dreist wie der vorgegangen ist, hat der das sicherlich nicht zum ersten Mal gemacht." Die Ärztin nickt. "Ich schaue mal, ob die Beamten wegen des Schlägereiopfers noch da sind", sagt die Krankenschwester. "Machen Sie das mal", sagt die Ärztin und erklärt mir das noch kurz genauer. Dann zeigt sie mir die Ultraschallbilder. "Ich würde sie gerne noch in die Röhre schicken", sagt die Ärztin, "vielleicht sieht man dann noch mehr Details." "Ist OK", sage ich besorgt. "Seien sie beruhigt, so schlimm, wie es aussieht ist es anscheinend nicht", sagt die Ärztin, "es ist allerdings viel Blut in Kammern zu sehen, wo eigentlich keine sein können." Das beunruhigt mich wieder. Weil ich langsam etwas blass werde und auch nicht mehr so sicher auf den Beinen bin, bringt mich ein Pfleger ein einem Rollstuhl zum MRT. Vorsichtig lege ich mich hin und folge den Anweisungen. Dann legt das Ding auch schon los. Nach 10 Minuten ist es fertig und ich werde zurück in das Sprechzimmer gebracht. Die Schwester kommt wieder. "Frau Boe, die Beamten sind da", sagt sie, "können sie Sie sprechen?" "Ja gerne", antworte ich. Ein Polizist und eine Polizistin kommen herein und stellen mir ein paar Fragen. Die Ärztin ist mittlerweile auch wieder da. "Wie schwer ist die Verletzung?" fragt die Polizistin. "Das ist schon mittelschwer", antwortet die Ärztin. Nach einiger Zeit sind die Polizisten fertig. Ich werde noch gefragt, ob ich für die Anzeige auf das Revier kommen möchte, oder es online machen möchte. "Online habe ich schon Erfahrung", sage ich. Ich gebe noch meine Emailadresse an. "Wir schicken ihnen dann die Vorgangsnummer, unter der sie dann den Hergang beschreiben können", sagt der Polizist. Dann verlassen sie das Zimmer.
"So, Frau Boe, sie sind schon ein Phänomen", sagt die Ärztin lächelnd und zeigt einige Bilder auf dem Computer. Ich schaue verwundert. "Sie haben Brüste, wie Frauen sie eben haben, mit einer Ausnahme", sagt sie. Ich schaue immer noch verwundert. "Sie haben keine Milchdrüsen", sagt die Ärztin, da wo normalerweise sind, haben sie eine Leerstelle, eine Kammer, einen Hohlraum, der normalerweise leicht mit Gewebeflüssigkeit gefüllt ist." "Und da ist das Blut reingeflossen?" frage ich. "Genau, durch die Quetschung ist eine kleine Arterie gerissen und hat diese Kammern gefüllt", sagt die Ärztin, "aber Sie scheine eine gute Blutgerinnung zu haben. Im MRT war kein Blutfluss mehr zu sehen." Das beruhigt mich schon mal. "Und das was jetzt noch drin ist, baut sich dann ab?" frage ich. "Ja, wir könnten aber auch nachhelfen, indem wir punktieren", sagt die Ärztin, "wenn Sie das möchten." Ich überlege kurz und sage dann zu. Dazu muss ich mich hinlegen. Eine örtliche Betäubung bekomme ich und dann geht es los. Etwa eine halbe Stunde dauert es, dann wird noch mal im Ultraschall nachgeschaut. "Das sieht schon ganz gut aus", sagt die Ärztin, "ein paar Tage schonen, dann sollte es gut sein." "Radfahren, Autofahren wär OK?" frage ich. "Ja, wenn der Gurt nicht über der Brust liegt ist alles gut", sagt die Ärztin, "und beim Radeln eher langsam. Und gehen sie einmal öfter zu ihrer Frauenärztin zum Nachschauen." "OK", sage ich. "Brauchen Sie eventuell noch eine Krankmeldung?" fragt sie. Ich schüttele den Kopf. Ich bleibe morgen auf Überstunden zu Hause und Montag schaue ich mal", sage ich. "Alles klar", sagt die Ärztin, "dann war es das. Ich gebe ihnen noch den Befund für ihre Ärztin mit." "Vielen Dank", sage ich. "Ebenso, das ich mal so einen interessanten Menschen kennenlerne durfte", sagt sie noch und hält mir die Tür auf. "Tschüss", sagen wir gleichzeitig.
Langsam fahre ich zu Sandra zurück. Von weitem ist keiner zu sehen. Als ich in die Einfahrt unter den Carport fahre, kommt Sandra aus dem Haus. Ich stelle ihr Fahrrad in den Schuppen. Als ich wieder rauskomme schaue ich sie an. Sie sieht sehr besorgt aus. "Die Polizei war grade hier", sagt sie. "Aha", sage ich nur beiläufig. Ich hätte eher damit gerechnet, dass sie sich nach meinem Befinden erkundigt. Da sie das anscheinend nicht interessiert, frage ich: "Ist der komische Vogel noch da?" "Wer?" fragt Sandra. "Dein dämlicher Cousin", antworte ich. "Stefanie!?" sagt Sandra leicht entsetzt. "Ja was? das war Körperverletzung, was der gemacht hat", sage ich genervt, "dass die Polizei hier war, war ja nur der Anfang. "Wieso?" fragt Sandra. "Weil da noch eine Anzeige hinterherkommt", sage ich. "Das solltest Du nicht tun", sagt Sandra. "Doch, so was lasse ich nicht auf mir sitzen", sage ich, "ist er noch da?" "Ja", sagt Sandra kleinlaut. "Und wann gedenkt er wieder abzureisen?" frage ich schnippisch. "Warum fragst Du so?" fragt Sandra. "Weil ich so lange deine Wohnung nicht betrete", antworte ich frech. "Stefanie, warum denn nicht?" fragt Sandra fast schon naiv. "Zu seinem Schutz", sage ich, "es könnte sein, dass ich mich komplett vergesse, wenn ich dem nochmal gegenüber stehe." "Das ist aber nicht schön", sagt sie. "Ey Mädel, weißt Du was der angerichtet hat?" frage ich, "nimm den bloß nicht in Schutz." Sandras Augen werden feucht. "Ich kann froh sein, wenn mir die Brust nicht abfällt", übertreibe ich, wobei ich diese Angst ja unterschwellig habe. Im Hintergrund sehe ich den Blödmann an einem Fenster. Er versucht Sandra auf sich aufmerksam zu machen. Ich tue so als sehe ich ihn nicht und stelle mich so hin, dass Sandra mit dem Rücken zu ihm steht. "Außerdem bist du ganz schön merkwürdig, seitdem er da ist, Sandra", sage ich weiter"gibt es da etwas, was ich wissen sollte." Jetzt scheine ich eine wunden Punkt bei ihr getroffen zu haben, das merke ich ihr an. Sandra reagiert immer sehr emotional. Im Gegensatz zu mir kann sie sich nicht verstellen. "Nei..in", stottert sie auf meine Frage. "So wie das aussieht ist der verdammt eifersüchtig auf mich", sage ich weiter, "kann das sein das der total verknallt in dich ist?" An Sandras Gesicht sehe ich, dass ich damit einen weiteren Volltreffer gelandet habe. Ich könnte ja jetzt mit unserer Absprache bezüglich "Respekt, Ehrlichkeit und Vertrauen" um die Ecke kommen, aber das lasse ich lieber, obwohl ich glaube, dass sie mir hier etwas verschweigt. Ich steige in mein Auto ein. "Wo willst Du denn hin?" fragt Sandra mit trauriger Stimme. "Nach Hause", sage ich, "ich kann nicht hierbleiben, solange der da ist." "Stefanie, wir wollten doch so viel machen an diesem Wochenende", sagt Sandra, "Fallschirmspringen und so." "Das geht nicht mehr, ich muss mich schonen", sage ich, "das wird wohl ein ruhiges Wochenende." Sandra schluchzt. "Das hat der da versaut", sage ich und zeige auf Basti, der immer noch am Fenster steht." Sie schaut hin. Er winkt sie ran und Sandra geht auch gleich hin. "Hey Sandra warte mal", sage ich. Sie dreht sich zu mir um. "Du bist ja komplett fremdgesteuert, vom dem da", sage ich, "mach was dagegen. Du wirst sonst völlig aufgerieben." Sie nickt und geht wieder Richtung Tür. "Tschüß dann", rufe ich ihr hinterher, "ich komme erst wieder, wenn der weg ist." Sandra dreht sich wieder zu mir. "Nein warte Stefanie", ruft sie. Ich starte mein Auto und fahre vom Hof. Im Rückspiegel sehe ich sie verzweifelt hinter mir her schauen. Ich habe leider keine andere Wahl, als das jetzt zu tun.
Auf der Stadtautobahn denke ich noch kurz drüber nach. Sandra scheint echt ein Problem mit einer Sorte Mensch zu haben. Das war schon bei ihrer Kollegin Karla so und bei ihrem Cousin ist es um Längen schlimmer. Mir fällt das Wort toxischer Mensch ein. Ohne genau zu wissen, was das ist, gruppiere ich ihn da ein. Ich komme zu Hause an und stelle mein Auto in der Garage ab. Als ich ins Haus gehe fällt mir im Keller Licht auf, auch Stimmen sind zu hören. Ich gehe hin. In Willis Keller sitzen Willi , Ebi und Jochen. Ich gehe mal hin. Jochen flüchtet auch gar nicht mehr, schaut mich aber angespannt an. "Na Steffi? Magst was trinken?" fragt Willi. "Gerne", sage ich. Willi zapft mir ein Bier. Ebi erkennt meine angeschlagene Laune und und spricht mich drauf an. "Du siehst angefressen aus, Steffi", sagt er. Ich erzähle ganz oberflächlich on Sandras Cousin, was der für ein Typ ist. Das mit der tätlichen Auseinandersetzung verheimliche ich. Ich sitze so, dass ich die Haustür im Blick habe. Nach ein paar Minuten kommt Ingrid herein und geht in Richtung Keller. Sie sieht uns und grüßt freundlich. Dann geht sie in ihre Box und holt einen Karton heraus. Beim Zuschließen spricht sie mich an. "Ich glaube, ich habe dich vorhin kurz im Krankenhaus gesehen", sagt sie, "als sie dich zum MRT geschoben haben." Ich nicke. Alle anderen schauen mich gespannt und erwartungsvoll an. "Ja, das war ich", sage ich und erzähle dann doch ausführlicher, was mir passiert ist. "Ach herje", sagt Willi entsetzt. Jochen bringt das völlig auf. Er ist völlig außer sich. "Das geht ja gar nicht, so was, den würde ich mir aber gerne mal vornehmen", sagt er aufgekratzt. Ich schaue Jochen erstaunt an. "Hoi, so kenne ich Dich noch gar nicht", sage ich und versuche ihn runterzubringen. "Ich habe mich ja auch gewehrt", sage ich dann und erkläre wie. "Da ist Steffi nicht zimperlich", sagt Ebi lächelnd, "so wie mir Achim und Bernie das erzählt haben, was Du im JB mit so ein paar Typen gemacht hast." Das muss Ebi dann aber ausführlich erzählen. Auch Ingrid ist noch da und hört gespannt zu. "Hast Du irgendwie sowas wie Kampfsport gemacht?" fragt sie dann. "Ja, erst Taekwondo und später auch noch Karate", antworte ich. "Welche Gürtel hast Du?" fragt Jochen. "Beim Taekwondo den roten und bei Karate den zweiten braunen", antworte ich. "Das ist schon ziemlich hoch", sagt Jochen. "Dann kam die Bundeswehr dazwischen", antworte ich, "seitdem bin ich nicht mehr in einer Schule oder Verein gewesen. Ich habe aber immer mal wieder das Wissen selber aufgefrischt." Dann erzähle ich auch noch von dem freiwilligen Training bei der Bundeswehr, mit dem etwas abgefahrenen Feldwebel.
"Ha, das war auch so eine Nummer", sage ich, "der wollte wissen, was ich kann und nimmt so ein Schlagpolster und fordert mich auf mal gegenzutreten. "Und nicht so lasch, Panzerschütze Boe", sagte er dann noch. Na ja, das habe ich dann auch gemacht und trete mit einem beherzten Side-Kick gehen das Schlagkissen, was er hält. Er hatte sich zwar stabil hingestellt, torkelt dann aber 10 m Rückwärts, um dann auf den Hintern zu landen. Statt das er mich eventuell in "Achtung" stellt, kommt er zu mir, klopft mir auf die Schulter, sagt "sehr gut" und erkundigt sich nach dem Gürtel. Ich nenne ihm die. "Na dann können sie bestimmt auch noch die Kata für die Prüfung abfahren", sagt er dann noch. Das habe ich dann auch gemacht. Bis zu meinem Dienstzeitende durfte ich dann sein Co-Trainer sein. Das hat echt Spaß gemacht, wir waren auch eine nette Truppe."
Meine Nachbarn lächeln anerkennend. "Du lässt Dich auch nicht so schnell unterkriegen, was?" sagt Willi. Ich schüttele lächelnd den Kopf. Ingrid verabschiedet sich. Ich gehe gleich mit. "Schlaft schön", wünsche ich. Mit Ingrid gehe ich die Treppen hoch. "Gute Besserung", wünscht sie mir, als wir vor meiner Tür angekommen sind, "und falls irgendwas akutes sein sollte, kannst Du gerne bei uns klingeln." "Danke schön", sage ich lächelnd. Dann gehe ich in meine Wohnung. So richtig müde bin ich noch nicht, deshalb schalte ich meine Eisenbahn an und lasse sie kreisen. In einen Umzugkarton der unter der Anlage steht, finde ich Bausätze für Lokschuppen. "Na, wenn ich das Wochenende Zeit habe, könnte ich ja endlich das Dampf-BW bauen", denke ich mir. Dann werde ich doch müde und gehe ins Bett. Aber an einschlafen ist nicht zu denken, weil jetzt die Brust leicht schmerzt oder besser gesagt, ich fühle den Puls ziemlich deutlich. "Muss ich wohl ausnahmsweise mal eine Schmerztablette nehmen", denke ich mir. Nach ein paar Minuten wirkt die auch schon und ich schlummere langsam ein.
Der Wetterbericht sagt für heute warmes, trockenes Wetter voraus. Deshalb trage ich heute mal wieder einen luftigen, ausgestellten Rock mit Blumendruck (ist schon langsam ein Erkennungsmerkmal), dazu eine ebenfalls luftige Shirt-Bluse. Eine dünne Strumpfhose und beige Lackballerinas runden den Look ab. Mit dem Auto fahre ich dann wieder sehr früh zur Arbeit. Ein paar Bemerkungen von meinen Kollegen bekomme ich natürlich auch wieder zu meinem Outfit, aber sie übertrieben es nicht mehr so extrem. Sie scheinen sich wohl langsam an mich und meine Eigenarten zu gewöhnen. Mittags treffe ich mich natürlich mit Sandra. Ich hatte zwischen drin immer mal wieder an ihrem zukünftigen Pool getüftelt und am PC gezeichnet. "Das würde ich Dir gerne mal heute Nachmittag zeigen", sage ich beim Essen zu ihr. "Au ja, toll", freut sich Sandra. "Ich würde dann auch die Verlattung des Holzdecks korrigieren", sage ich weiter, zumal ich neulich mit einem Zeh in einer Lücke hängengeblieben bin. Das Deck hatte ja Sandras Cousin gebaut und der hat wohl irgendwie einen Knick in der Optik. Jedenfalls sieht das Deck insgesamt krumm und schief aus. "Hast Du Werkzeug da?" frage ich sie, "Akkuschrauber und Stichsäge?" "Na klar ich bin da voll ausgestattet", sagt Sandra grinsend, "findest Du alles im Keller, wenn Du vor mir da bist." Sandra ist handwerklich geschickt, nicht nur beim Nähen. "Ein schöner Ausgleich zum Bürojob", wie sie immer betont. Um Vier mache ich Feierabend und fahre sofort zu Sandra. Sie hat noch zu tun, also komme ich tatsächlich vor ihr an. Ich parke mein Auto dann unter ihrem Carport. Beim Aussteigen lasse ich meine Blick in der Gegend umherschweifen. Gegenüber parkt ein protzig, aufgemotztes Auto, aus dem laute Musik schallt. Drinnen sitzt einer mit hellen, blonden Haaren. Seine rote Gesichtsfarbe fällt mir sofort auf. "Hm, Bluthochdruck", denke ich mir und schenke dem Typen keine weitere Beachtung. Allerdings beobachtet er mich wohl die ganze Zeit. Ich gehe zum Haus und gehe rein. Kaum bin ich in Sandras Wohnung, klappert die Katzenklappe, einmal, zweimal, dann: "Miauuu?!" "Na ihr beiden Schnurrer? Hunger?" frage ich sie. Zur Antwort umstreichen sie meine Beine. Den beiden gebe ich dann erstmal Futter und schaue zu, wie sie futtern. Zwischendrin fordern sie immer wieder Streicheleinheiten ein. Dann gehe ich in den Keller und hole mir Werkzeug. Ich kannte den Kellerraum bis dahin nicht und staune wie gut Sandra ausgestattet ist. "Poah! Die blaue Serie von Bosch", staune ich. Ich nehme mir das Werkzeug, was ich brauche. Dann gehe ich zum Poolhaus.
Die ersten paar Meter vom Holzdeck sind akkurat verlegt. Das hat Sandras Vater verlegt. Ich nehme einen Zollstock und schiebe ihn zwischen zwei Latten, da passt er saugend rein. "Na cool, so hat er das gemacht", denke ich mir, "ist ja auch ein guter Abstand." Als mache ich so weiter, da wo es krumm und schief wird. Dazu schraube ich die Latte ab und schaue gleich zeitig, ob sie von der Länge zum Poolrand hin passt. Mit einem Schleifschwamm entgrate ich noch vorhandene Sägestellen. Dann nutze ich den Zollstock als Abstandshalter beim Anschrauben der Latte. So arbeite ich mit vor. Ab und zu muss ich eine Latte ersetzen, weil die von vornherein schon zu kurz sind. Es liegen noch genug Latten hinter dem Pool. Nach einiger Zeit höre ich Schritte. "Huhu Stefanie", höre ich Sandra und schon steht sie in der Tür. Lächelnd schaue ich zu ihr hin. Hinter ihr steht der Typ aus dem Auto. "Ich möchte euch mal bekannt machen", sag Sandra und wendet sich zu dem Typen, "das ist mein Cousin Sebastian oder Basti." Dann wendet sie sich zu mir und sagt zu ihrem Cousin und sagt: " Das ist Stefanie, meine Lebensgefährtin." Während er sich nur was hin nuschelt sage ich : "Angenehm." Der Typ ist mir auf Anhieb unsympathisch und das kommt echt selten bei mir vor. "Habt ihr Lust auf einen Kaffee?" fragt Sandra in die Runde. "Sehr gerne", antworte ich. Sandra geht darauf hin Richtung Haus. Basti folgt ihr. Auf der Terrasse hält er sie an und fragt sie irgendwas. Ich sehe das aus den Augenwinkeln. Sandra lächelt irgendwie gekünstelt. Dann geht sie ins Haus, während Basti zurück zum Pool geht. Irgendwas sagt mir innerlich, dass ich bei diesem Typen vorsichtig sein soll. Dann stellt er sich in die Tür und schaut mir eine Weile zu. "Ich muss doch mal schauen, ob Du die Richtige für mein Kusinchen bist", sagt er plötzlich. Ich weiß grade nicht, ob ich lachen oder explodieren sollte, nach der Ansage. Aber ich versuche keine Regung zu zeigen und sage gar nichts. Er kommt langsam näher, bleibt aber ein paar Meter vor mir stehen. Ich habe grade eine Latte, die ich ein Stück einkürzen muss. Ich mache eine Markierung an die Latte und gehe hinten vom Deck runter, wo ich die Stichsäge hingelegt habe. Damit keine Späne in den Pool fliegen. Nach dem Sägen mache ich noch den Grat ab und gehe wieder auf das Deck. Mit eine ziemlich gehässigen Tonfall sagt Basti: "Ich mag das ja gar nicht, wenn einer meine Arbeit korrigiert." "Wenn du das nicht sehen magst, dann gehe doch einfach raus", kontere ich frech, "ich habe jedenfalls keine Lust mir hier noch mal den Zeh halb abzureißen." Damit hat er wohl nicht gerechnet, er geht ein Stück Richtung Tür. Die nächste Latte muss ich wieder einkürzen. Als ich sie anschrauben will, kommt Basti wieder ran und stellt einen Fuß auf die Latte. "Habe ich mich eben missverständlich ausgedrückt?" fragt er schnippisch. "Nimm dein Fuß da weg", fordere ich. Unverfroren fasst er mir in die Haare. "Ganz schön frech, die Kleine", sagt er abfällig. Ich merke grade, wie in mir die Aggression wächst. Ich entscheide mich aufzustehen. Währenddessen erscheint mir ganz, ganz kurz der Engel mit dem blutroten Gewand vor meinem geistigen Auge. Ich schenke dem aber keine Beachtung, stattdessen gifte ich Basti an: "Fass mich ja nicht noch mal ungefragt an!" "Wieso, ich mache was ich will", sagt er und fasst mir ungefragt an die Brust. "Klatsch!" reflexartig schlage ich ihm eine Ohrfeige. "Deswegen!" antworte ich lapidar. Und was macht der Trottel, fasst an die andere Brust. Und "Klatsch" Ohrfeige von der anderen Seite. Als ob ihm das nicht reicht, kneift er mir in die rechte Brust. "Schöne Titt"¦" sagt er, weiter kommt er nicht, weil ich ihm jetzt richtig eine Ohrfeige verpasse, die von oben kommt und ihn auch leicht am Hals trifft. Er lässt meine Brust los, um im nächsten Moment taumelnd hinzufallen. In diesem Moment kommt Sandra oben aus der Terrassentür. "Kaffee ist fertig!" flötet sie und trägt ein Tablett. Panisch steht Sebastian auf und verlässt torkelnd das Poolhaus in Richtung Carport. "Basti, was ist los?" höre ich Sandra. Ich merke einen Druck in meiner rechten Brust und fasse automatisch dahin. Sandra kommt herein und sieht mein schmerzverzerrtes Gesicht. "Oh Gott, was ist passiert?" fragt sie. Bevor ich antworten kann, stellt sie das Tablett hektisch ab, das der Kaffee überschwappt. Dann läuft sie rufend hinter Basti hinterher. Ich kann es mir nicht verkneifen, ein "Na ganz toll" hinterher zu rufen. Irritiert schaut Sandra zurück, läuft aber weiter zu Basti. Ich ziehe mir den BH unter der Bluse aus. Dann sehe ich einen Spiegel, der über einem Waschbecken hängt. Da gehe ich hin und ziehe die Bluse über der Brust hoch. "Ach Du Scheiße", entfährt es mir, als ich das Spiegelbild sehe. Rund um den Hof ist alles blau und es spannt total. Ich gehe in Sandras Wohnung, hole meine Handtasche und verstaue den BH darin. Dann gehe ich vorne raus und gehe zum Carport. Dort stehen Sandra und Basti. Basti schaut mich entsetzt an und flüchtet Richtung Garten. "Hau bloß ab Du Penner", brülle ich ihm hinterher, "sonst schlage ich Dir das Gesicht zwischen den Ohren weg." Sandra schaut mich entsetzt an. Ganz ruhig frage ich sie dann: "Kann ich mal dein Fahrrad haben?" J..ja", stottert sie, "was ist denn los?" Ich sage nichts, ziehe stattdessen die Shirtbluse über der malträtierten Brust hoch. Sandras Gesicht wird weiß. "Das war der Penner", sage ich aufgeregt. "So darfst Du ihn nicht nennen, das ist doch mein Cousin", sagt Sandra völlig aufgelöst mit zittriger Stimme. "Das ist sein Glück", sage ich frech, "wenn es meiner wär, würde er schon lange die Oker runtergetrieben sein." Sandra wird noch blasser. "Ich fahr mal rüber ins Krankenhaus in die Notaufnahme", sage ich, "das tut total weh." Jetzt fluten sich Sandras Augen mit Tränen. Ich lasse sie so stehen und radele Richtung Krankenhaus.
Vor der Notaufnahme stelle ich das Fahrrad ab und gehe hinein. Ich werde auch gleich von einer Krankenschwester angesprochen und schildere meinen Vorfall. "Kommen Sie mal gleich mit", sagt sie und führt mich in ein Sprechzimmer, "ich schau mal, wo die Ärztin ist." Nach kurzer Zeit kommt sie wieder. "Wir können schon mal den üblichen Schreibkram machen", sagt die Schwester. Nach einiger Zeit kommt eine Ärztin und stellt sich vor. Danach erzähle ich von dem Vorfall und was ich so für Besonderheiten mitbringe. Die beiden strahlen eine angenehme Ruhe aus, so dass ich mich auch langsam beruhige. Die Ärztin lächelt. "So jemand wie Sie hatten wir aber bestimmt auch noch nicht", sagt sie, "das klingt ja spannend." Dann schaut sie mit Ultraschall in die Brust. "Die Brüste sind natürlich gewachsen?" fragt sie mich dann. Ja, so etwa die letzten drei Jahre, wobei sie im letzten halben Jahr einen richtigen Schub gemacht haben", antworte ich. "Interessant", sagt die Ärztin, "also ich sehe hier einen Bluterguss im Brustgewebe. Wie ist das nochmal genau passiert?" Ich erkläre es, wie ich es erlebt habe. Die Ärztin schaut mich fassungslos an. "Da würde ich aber auch noch mit zur Polizei gehen", sagt sie. "Das habe ich auch vor", sage ich, "so dreist wie der vorgegangen ist, hat der das sicherlich nicht zum ersten Mal gemacht." Die Ärztin nickt. "Ich schaue mal, ob die Beamten wegen des Schlägereiopfers noch da sind", sagt die Krankenschwester. "Machen Sie das mal", sagt die Ärztin und erklärt mir das noch kurz genauer. Dann zeigt sie mir die Ultraschallbilder. "Ich würde sie gerne noch in die Röhre schicken", sagt die Ärztin, "vielleicht sieht man dann noch mehr Details." "Ist OK", sage ich besorgt. "Seien sie beruhigt, so schlimm, wie es aussieht ist es anscheinend nicht", sagt die Ärztin, "es ist allerdings viel Blut in Kammern zu sehen, wo eigentlich keine sein können." Das beunruhigt mich wieder. Weil ich langsam etwas blass werde und auch nicht mehr so sicher auf den Beinen bin, bringt mich ein Pfleger ein einem Rollstuhl zum MRT. Vorsichtig lege ich mich hin und folge den Anweisungen. Dann legt das Ding auch schon los. Nach 10 Minuten ist es fertig und ich werde zurück in das Sprechzimmer gebracht. Die Schwester kommt wieder. "Frau Boe, die Beamten sind da", sagt sie, "können sie Sie sprechen?" "Ja gerne", antworte ich. Ein Polizist und eine Polizistin kommen herein und stellen mir ein paar Fragen. Die Ärztin ist mittlerweile auch wieder da. "Wie schwer ist die Verletzung?" fragt die Polizistin. "Das ist schon mittelschwer", antwortet die Ärztin. Nach einiger Zeit sind die Polizisten fertig. Ich werde noch gefragt, ob ich für die Anzeige auf das Revier kommen möchte, oder es online machen möchte. "Online habe ich schon Erfahrung", sage ich. Ich gebe noch meine Emailadresse an. "Wir schicken ihnen dann die Vorgangsnummer, unter der sie dann den Hergang beschreiben können", sagt der Polizist. Dann verlassen sie das Zimmer.
"So, Frau Boe, sie sind schon ein Phänomen", sagt die Ärztin lächelnd und zeigt einige Bilder auf dem Computer. Ich schaue verwundert. "Sie haben Brüste, wie Frauen sie eben haben, mit einer Ausnahme", sagt sie. Ich schaue immer noch verwundert. "Sie haben keine Milchdrüsen", sagt die Ärztin, da wo normalerweise sind, haben sie eine Leerstelle, eine Kammer, einen Hohlraum, der normalerweise leicht mit Gewebeflüssigkeit gefüllt ist." "Und da ist das Blut reingeflossen?" frage ich. "Genau, durch die Quetschung ist eine kleine Arterie gerissen und hat diese Kammern gefüllt", sagt die Ärztin, "aber Sie scheine eine gute Blutgerinnung zu haben. Im MRT war kein Blutfluss mehr zu sehen." Das beruhigt mich schon mal. "Und das was jetzt noch drin ist, baut sich dann ab?" frage ich. "Ja, wir könnten aber auch nachhelfen, indem wir punktieren", sagt die Ärztin, "wenn Sie das möchten." Ich überlege kurz und sage dann zu. Dazu muss ich mich hinlegen. Eine örtliche Betäubung bekomme ich und dann geht es los. Etwa eine halbe Stunde dauert es, dann wird noch mal im Ultraschall nachgeschaut. "Das sieht schon ganz gut aus", sagt die Ärztin, "ein paar Tage schonen, dann sollte es gut sein." "Radfahren, Autofahren wär OK?" frage ich. "Ja, wenn der Gurt nicht über der Brust liegt ist alles gut", sagt die Ärztin, "und beim Radeln eher langsam. Und gehen sie einmal öfter zu ihrer Frauenärztin zum Nachschauen." "OK", sage ich. "Brauchen Sie eventuell noch eine Krankmeldung?" fragt sie. Ich schüttele den Kopf. Ich bleibe morgen auf Überstunden zu Hause und Montag schaue ich mal", sage ich. "Alles klar", sagt die Ärztin, "dann war es das. Ich gebe ihnen noch den Befund für ihre Ärztin mit." "Vielen Dank", sage ich. "Ebenso, das ich mal so einen interessanten Menschen kennenlerne durfte", sagt sie noch und hält mir die Tür auf. "Tschüss", sagen wir gleichzeitig.
Langsam fahre ich zu Sandra zurück. Von weitem ist keiner zu sehen. Als ich in die Einfahrt unter den Carport fahre, kommt Sandra aus dem Haus. Ich stelle ihr Fahrrad in den Schuppen. Als ich wieder rauskomme schaue ich sie an. Sie sieht sehr besorgt aus. "Die Polizei war grade hier", sagt sie. "Aha", sage ich nur beiläufig. Ich hätte eher damit gerechnet, dass sie sich nach meinem Befinden erkundigt. Da sie das anscheinend nicht interessiert, frage ich: "Ist der komische Vogel noch da?" "Wer?" fragt Sandra. "Dein dämlicher Cousin", antworte ich. "Stefanie!?" sagt Sandra leicht entsetzt. "Ja was? das war Körperverletzung, was der gemacht hat", sage ich genervt, "dass die Polizei hier war, war ja nur der Anfang. "Wieso?" fragt Sandra. "Weil da noch eine Anzeige hinterherkommt", sage ich. "Das solltest Du nicht tun", sagt Sandra. "Doch, so was lasse ich nicht auf mir sitzen", sage ich, "ist er noch da?" "Ja", sagt Sandra kleinlaut. "Und wann gedenkt er wieder abzureisen?" frage ich schnippisch. "Warum fragst Du so?" fragt Sandra. "Weil ich so lange deine Wohnung nicht betrete", antworte ich frech. "Stefanie, warum denn nicht?" fragt Sandra fast schon naiv. "Zu seinem Schutz", sage ich, "es könnte sein, dass ich mich komplett vergesse, wenn ich dem nochmal gegenüber stehe." "Das ist aber nicht schön", sagt sie. "Ey Mädel, weißt Du was der angerichtet hat?" frage ich, "nimm den bloß nicht in Schutz." Sandras Augen werden feucht. "Ich kann froh sein, wenn mir die Brust nicht abfällt", übertreibe ich, wobei ich diese Angst ja unterschwellig habe. Im Hintergrund sehe ich den Blödmann an einem Fenster. Er versucht Sandra auf sich aufmerksam zu machen. Ich tue so als sehe ich ihn nicht und stelle mich so hin, dass Sandra mit dem Rücken zu ihm steht. "Außerdem bist du ganz schön merkwürdig, seitdem er da ist, Sandra", sage ich weiter"gibt es da etwas, was ich wissen sollte." Jetzt scheine ich eine wunden Punkt bei ihr getroffen zu haben, das merke ich ihr an. Sandra reagiert immer sehr emotional. Im Gegensatz zu mir kann sie sich nicht verstellen. "Nei..in", stottert sie auf meine Frage. "So wie das aussieht ist der verdammt eifersüchtig auf mich", sage ich weiter, "kann das sein das der total verknallt in dich ist?" An Sandras Gesicht sehe ich, dass ich damit einen weiteren Volltreffer gelandet habe. Ich könnte ja jetzt mit unserer Absprache bezüglich "Respekt, Ehrlichkeit und Vertrauen" um die Ecke kommen, aber das lasse ich lieber, obwohl ich glaube, dass sie mir hier etwas verschweigt. Ich steige in mein Auto ein. "Wo willst Du denn hin?" fragt Sandra mit trauriger Stimme. "Nach Hause", sage ich, "ich kann nicht hierbleiben, solange der da ist." "Stefanie, wir wollten doch so viel machen an diesem Wochenende", sagt Sandra, "Fallschirmspringen und so." "Das geht nicht mehr, ich muss mich schonen", sage ich, "das wird wohl ein ruhiges Wochenende." Sandra schluchzt. "Das hat der da versaut", sage ich und zeige auf Basti, der immer noch am Fenster steht." Sie schaut hin. Er winkt sie ran und Sandra geht auch gleich hin. "Hey Sandra warte mal", sage ich. Sie dreht sich zu mir um. "Du bist ja komplett fremdgesteuert, vom dem da", sage ich, "mach was dagegen. Du wirst sonst völlig aufgerieben." Sie nickt und geht wieder Richtung Tür. "Tschüß dann", rufe ich ihr hinterher, "ich komme erst wieder, wenn der weg ist." Sandra dreht sich wieder zu mir. "Nein warte Stefanie", ruft sie. Ich starte mein Auto und fahre vom Hof. Im Rückspiegel sehe ich sie verzweifelt hinter mir her schauen. Ich habe leider keine andere Wahl, als das jetzt zu tun.
Auf der Stadtautobahn denke ich noch kurz drüber nach. Sandra scheint echt ein Problem mit einer Sorte Mensch zu haben. Das war schon bei ihrer Kollegin Karla so und bei ihrem Cousin ist es um Längen schlimmer. Mir fällt das Wort toxischer Mensch ein. Ohne genau zu wissen, was das ist, gruppiere ich ihn da ein. Ich komme zu Hause an und stelle mein Auto in der Garage ab. Als ich ins Haus gehe fällt mir im Keller Licht auf, auch Stimmen sind zu hören. Ich gehe hin. In Willis Keller sitzen Willi , Ebi und Jochen. Ich gehe mal hin. Jochen flüchtet auch gar nicht mehr, schaut mich aber angespannt an. "Na Steffi? Magst was trinken?" fragt Willi. "Gerne", sage ich. Willi zapft mir ein Bier. Ebi erkennt meine angeschlagene Laune und und spricht mich drauf an. "Du siehst angefressen aus, Steffi", sagt er. Ich erzähle ganz oberflächlich on Sandras Cousin, was der für ein Typ ist. Das mit der tätlichen Auseinandersetzung verheimliche ich. Ich sitze so, dass ich die Haustür im Blick habe. Nach ein paar Minuten kommt Ingrid herein und geht in Richtung Keller. Sie sieht uns und grüßt freundlich. Dann geht sie in ihre Box und holt einen Karton heraus. Beim Zuschließen spricht sie mich an. "Ich glaube, ich habe dich vorhin kurz im Krankenhaus gesehen", sagt sie, "als sie dich zum MRT geschoben haben." Ich nicke. Alle anderen schauen mich gespannt und erwartungsvoll an. "Ja, das war ich", sage ich und erzähle dann doch ausführlicher, was mir passiert ist. "Ach herje", sagt Willi entsetzt. Jochen bringt das völlig auf. Er ist völlig außer sich. "Das geht ja gar nicht, so was, den würde ich mir aber gerne mal vornehmen", sagt er aufgekratzt. Ich schaue Jochen erstaunt an. "Hoi, so kenne ich Dich noch gar nicht", sage ich und versuche ihn runterzubringen. "Ich habe mich ja auch gewehrt", sage ich dann und erkläre wie. "Da ist Steffi nicht zimperlich", sagt Ebi lächelnd, "so wie mir Achim und Bernie das erzählt haben, was Du im JB mit so ein paar Typen gemacht hast." Das muss Ebi dann aber ausführlich erzählen. Auch Ingrid ist noch da und hört gespannt zu. "Hast Du irgendwie sowas wie Kampfsport gemacht?" fragt sie dann. "Ja, erst Taekwondo und später auch noch Karate", antworte ich. "Welche Gürtel hast Du?" fragt Jochen. "Beim Taekwondo den roten und bei Karate den zweiten braunen", antworte ich. "Das ist schon ziemlich hoch", sagt Jochen. "Dann kam die Bundeswehr dazwischen", antworte ich, "seitdem bin ich nicht mehr in einer Schule oder Verein gewesen. Ich habe aber immer mal wieder das Wissen selber aufgefrischt." Dann erzähle ich auch noch von dem freiwilligen Training bei der Bundeswehr, mit dem etwas abgefahrenen Feldwebel.
"Ha, das war auch so eine Nummer", sage ich, "der wollte wissen, was ich kann und nimmt so ein Schlagpolster und fordert mich auf mal gegenzutreten. "Und nicht so lasch, Panzerschütze Boe", sagte er dann noch. Na ja, das habe ich dann auch gemacht und trete mit einem beherzten Side-Kick gehen das Schlagkissen, was er hält. Er hatte sich zwar stabil hingestellt, torkelt dann aber 10 m Rückwärts, um dann auf den Hintern zu landen. Statt das er mich eventuell in "Achtung" stellt, kommt er zu mir, klopft mir auf die Schulter, sagt "sehr gut" und erkundigt sich nach dem Gürtel. Ich nenne ihm die. "Na dann können sie bestimmt auch noch die Kata für die Prüfung abfahren", sagt er dann noch. Das habe ich dann auch gemacht. Bis zu meinem Dienstzeitende durfte ich dann sein Co-Trainer sein. Das hat echt Spaß gemacht, wir waren auch eine nette Truppe."
Meine Nachbarn lächeln anerkennend. "Du lässt Dich auch nicht so schnell unterkriegen, was?" sagt Willi. Ich schüttele lächelnd den Kopf. Ingrid verabschiedet sich. Ich gehe gleich mit. "Schlaft schön", wünsche ich. Mit Ingrid gehe ich die Treppen hoch. "Gute Besserung", wünscht sie mir, als wir vor meiner Tür angekommen sind, "und falls irgendwas akutes sein sollte, kannst Du gerne bei uns klingeln." "Danke schön", sage ich lächelnd. Dann gehe ich in meine Wohnung. So richtig müde bin ich noch nicht, deshalb schalte ich meine Eisenbahn an und lasse sie kreisen. In einen Umzugkarton der unter der Anlage steht, finde ich Bausätze für Lokschuppen. "Na, wenn ich das Wochenende Zeit habe, könnte ich ja endlich das Dampf-BW bauen", denke ich mir. Dann werde ich doch müde und gehe ins Bett. Aber an einschlafen ist nicht zu denken, weil jetzt die Brust leicht schmerzt oder besser gesagt, ich fühle den Puls ziemlich deutlich. "Muss ich wohl ausnahmsweise mal eine Schmerztablette nehmen", denke ich mir. Nach ein paar Minuten wirkt die auch schon und ich schlummere langsam ein.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...