Redezeit! Austausch- und Nachrichten-Portal für intergeschlechtliche und transsexuelle Menschen, Crossdresser, nonbinä¤re Menschen, Feministinnen, Luder, Hexen
Liebe Naddy!
Ich kann deine Enttäuschung und deine Gefühle sehr gut verstehen. Wenn man als Partnerin sich mit dem Thema CD beschäftigt hat und bereit ist, das alles nicht nur zu akzeptieren, sondern auch zu leben, ist diese Trennung der ultimative Supergau!!
Ich musste deinen Text zweimal lesen, bis mir aufgefallen ist, was mir bekannt vorkommt. Auch mein Mann ist CD, auch wir standen in den letzten Jahren ein paar Mal vor dem Aus. Dann das Zwangsouting, danach Schockstarre bei mir und bei ihm Shopping Flash delux. Eine Zeit lang große Verwirrung. Dann kam die entspannte Zeit, viel ausprobieren auf beiden Seiten. Und plötzlich waren da wieder heimlichkeiten. Er hat sich wieder in sein Schneckenhaus begeben und so weiter gemacht wie in den letzten 18 Jahren. Es hat ein wenig gedauert, bis ich dahinter gekommen bin, warum das so war. Besser gesagt, wir haben es gemeinsam erarbeitet. Nach so vielen Jahren heimlichkeit konnte er nicht mit so viel Offenheit umgehen. Es fehlte ihm einfach das "für sich ausleben". Und er fühlte sich von mir unter Druck gesetzt reden zu müssen. Das wollte er eigentlich gar nicht! Das ging lange hin und her. So richtig akzeptiert hat er seine weibliche Seite erst vor ein paar Wochen, als er vorm Spiegel stand und auf einmal sagen konnte, ich bin Heidi! Mir ist allerdings bewusst, dass diese Phase eine begrenzte Lebensdauer haben kann. Die Vergangenheit wiegt schwer. Bei uns war allerdings keine neue Frau im Spiel. Aber ich bin mir fast sicher, wenn das der Fall gewesen wäre, wäre er auch gegangen. Nur, damit er sich nicht ständig mit dem Thema auseinander setzen muss und seine Leidenschaft für sich ausleben kann. Wie destruktiv das ganze ist, das dämmert ihm jetzt erst so langsam.
Ich wünsche dir viel Kraft! Du bist eine starke Frau, niemals vergessen
Liebe Grüße, Stina
Erstmal, auch von mir, ein herzliches Willkommen hier, in unserer Runde.
Und, das ist das blöde an den Männern, das sie, wie es einige meiner Vorrednerinnen bzw. Vorschreiberinnn schon erwähnt haben, es erst merken, wenn es zuspät oder schon weg ist, das sie etwas falsch gemacht haben.
Denn mir ist es auch beinahe so ergangen.
Ich möchte dir, und euch natürlich auch, mal meine, ich versuche sie so kurz wie möglich zu halten, Geschichte erzählen.
Nur mal kurz zu mir, ich heiße offiziell Ronny, nenne mich aber als Frau "Julia", bin 50 Jahre, super glücklich verheiratet und Pama(Papa + Mama = Pama, offizielle Aussage und Anrede unseres Sohnes an mich).
Ich weiß, das ich seit meiner Jugend CD bin, den ich habe schon mit 12 oder 13 sehr großen Gefallen an den Sachen meiner Mutti gefunden.
Wir wohnten auf dem Dorf und unser Haus war etwas abgelegen von den anderen Häusern in der Umgebung. Also konnte ich auch mein Crossdressing gut außer Haus ausleben, bis mich meine Mutti mal dabei erwischt hat. Aber anstatt einen Riesigen Aufstand zu machen, nahm sie mich in den Arm und sagte zu mir, " Endlich habe ich das Mädchen, was ich eigentlich wollte. Du solltest eigentlich ein Mädchen werden und Julia heißen" (So bin ich dann übrigens auch zu meinem jetzigen Frauennamen gekommen).
Als sie das zu mir gesagt hatte, fielen wir uns beide weinend in die Arme.
Bis zum Tod meines Papas, war es das Geheimnis zwischen meiner Mami und mir.
Anfang der 90er traf ich meine Ex. Mit und bei ihr konnte ich meine weibliche Seite nur ausleben, wenn sie nicht da war, denn sie konnte, oder wolle es nicht verstehen.
Dies Beziehung hielt bis 1999. Im Frühjahr ist sie mir dann, als ich mal wieder auf Tour war, fremd gegangen.
Was einen rausschmiss aus unserer gemeinsamen Wohnung und eine sofortkge Trennung der Beziehung zu folge hatte.
Etwa 3 Monate später traf ich dann meine heutige Frau.
Sie war ganz, ganz anders als meine Ex.
Sie stand schon sehr früh auf eigenen Beinen, hatte ihr Leben fast perfekt im Griff und ging mit offen Augen durch die Welt.
Was ihr zu ihrem Glück noch fehlte, war eigentlich der Mann an ihrer Seite.
Sie merkte aber sehr schnell, daß mit mir etwas nicht stimmte.
Als ich von einer Wochentour nach Hause kam, schmiss ich all meine getragene Wäsche, auch die weibliche Sachen in unseren Wäschekorb. Nichts ahnend was es für vermeintliche Folgen es nachsich zog.
Als sie den Wäschekorb aufräumte, um die Sachen zu trennen(bunde, weißes usw.) nahm sie auch meine weibliche Sachen heraus. Dann rief sie mich zu sich. Ich ging zu ihr und sie hielt mir einen von meinen BHs entgegen und fragte mich mit, verständlich ernster Stimme, "Das ist doch nicht mein BH, kannst du mir das erklären? Von welcher Frau ist der? Betrügt du mich etwa?"
Ich mußte kurz schlucken, nahm ihre Hand und sagte, " Ich glaube, ich muß dir da was erklären. Es handelt sich zwar um eine Frau, aber nicht so, wie du es vielleicht denkst oder vermutest."
Ich ging mit ihr ins Wohnzimmer. Wir setzten uns aufs Sofa und nach zwei, drei tiefen Atemzügen gestand ich ihr, das ich Crossdresser bin. Dann fing sie an zu weinen.
Und aus ganz natürlichen Gründen hatte sie die selbstverständlichen Verlust- und Verdrauensängste.
Am Anfang hatte sie es garnicht richtig verstanden, was das bedeutet, aber da sie ja so Weltoffen war, begann sie nach und nach zu informieren. Sie besorgte sich Bücher, und andere Literatur und meldete sich in einigen, diverse Foren angemeldet. Und mit der Zeit hatte sie immer mehr in mich hinein versetzen können. Wie ich mich fühle, wie es mir geht, wie und was ich denke, was ich durchmache.
Dann geschah unser erstes kleines Wunder, trotz das ich zu langsame Spermien hatte, ist meine Frau schwanger geworden. Und Ende April 2010 ist unser kerngesunder, aufgeweckter und toller Sohn geboren.
Da mußte natürlich Julia erstmal in den Hintergrund rücken, aber meine Frau sagte mir gleich nach der Geburt, "Jetzt endert sich zwar sehr vieles in unserem Leben, aber wir werden UNS nicht vergessen."
Ich wußte sofort, was sie meinte. Viele von uns/euch haben ihre Sachen bestimmt schon mal weggeschmissen, oder?
Ich sollte es nicht tun.
Klar gab es auch sehr, sehr viele schlaflose und tränenreiche Nächte.
So vergingen 8 Jahre in dem Julia zwar immer mal, für eine sehr kurze Zeit "bei uns war", aber nicht dauerhaft.
Vor etwa 3 Jahren, etwa ein halbes Jahr vor Corona traf ich in einer Beratungsstelle in Chemnitz, bei "different people"
Einen ganz tollen Menschen(Steve), dem ich meine "Geschichte" erzählt habe und er schlug mir vor, einen Kompromiss mit meiner Frau einzugehen.
Und mit diesem Kompromiss, das ich unter der Woche, unter meinen Arbeitsklamotten, anziehen kann, was ich möchte. Ohne das sie etwas sagt, und am Wochenende entscheidet sie, was ich anziehen kann/soll/darf. Und so fahren wir zur Zeit richtig klasse miteinander.
Klar gab es auch den Gedanken meinerseits, den Weg zur Frau zu gehen, aber dann hätte ich nicht nur meinen Sohn, sondern auch meine Frau verloren. Denn sie kann nicht mit einer richtigen Frau an ihrer Seite leben.
Gegen eine "Teizeitfrau" hat sie nichts. Im Gegenteil, sie liebt meine weibliche Seite. Aber auch ihren Mann an ihrer Seite.
Vorher hat sie gesagt, das es nur "eine Macke" wäre, mit der Zeit ist aus der "Macke" eine "Leidenschaft", und jetzt hat die "Leidenschaft" bei ihr einen Namen bekommen. Sie nennt ihre neue, alte Freundin bei ihren Namen.
Sie spricht mich mit "Julia".
Sorry, das es so viel geworden ist.
Viel Spaß beim Lesen,
Eure Julia.
Jacky1971 hat geschrieben: So 22. Aug 2021, 10:33
Sorry, das es so viel geworden ist.
Ich glaube auch, das ist ein eigenes Thema, gehört hier nicht hinein und wird der Themenstarterin kaum irgendwie über den Berg helfen.
Die Trennung ist das vorrangige und im Moment einzige Thema.
Kopiere den Beitrag bitte für ein eigenes Thema; dann kann ich ihn nachher löschen.
Zuerst fühl dich unbekannterweise erst einmal gedrückt.
So wie du das erzählst ist es erst einmal eine (deine) Sichtweise der Dinge wie und warum es so geschehen ist. Ich kann nur spekulieren - aber vielleicht fehlt ihm das Gefühl, etwas "heimlich" zu tun und vielleicht ist auch das "Abenteuer" erwischt zu werden ein Grund dafür, warum er nach der Zeit des Verständnisses zu einer anderen flüchtet, wo er "es" heimlich tun kann.
Natürlich hilft dir das in deiner Situation nicht weiter, du fühlst dich verletzt und hintergangen, trauerst wohlmöglich über den Verlust der Partnerschaft...
Das ist verständlich und auch wenn es weh tut - nimm dir die Zeit die du brauchst. Der Schmerz den du vielleicht fühlst ist für die Verarbeitung wichtig. Gefühle wollen "gefühlt" werden.
Wenn du wen zum (privat) Reden brauchst - am besten per Email.
Ich wollte mich hier ebenfalls zu Wort melden und die "Geschichte" zu Ende erzählen.
Ich bin der "BlödMann" welcher die Frau verlassen hat. Wir haben beide viel miteinander geredet und Sie hat mir zu meinem Glück die Türe nicht vor der Nase zugeschlagen. Wir haben wieder zueinander gefunden und leben unser Leben jetzt wieder gemeinsam. Alles braucht seine Zeit und nun liegt es an mir Ihr meinen Liebe zu beweisen. Manchmal muss es erst knallen um wach zu werden. Das habe ich schmerzhaft lernen müssen.
Wir sind wieder auf einem guten Weg und ich bin froh über meine Frau dieses Forum gefunden zu haben.
PS: Ich liebe Dich mein Sonnenschein
Mehr zu meiner Person in der offiziellen Vorstellung.
Ich liebe dich auch unsagbar- und zwar jede Seite, die zu dir gehört!!!
Vielen lieben Dank an alle, die hier so liebe Worte an mich geschrieben haben!!!
Manchmal geht das leben eben seltsame Wege mit uns.
Es ist schön zu lesen, das ihr wieder zusammen gefunden habt.
Ich hoffe ihr rauft euch zusammen und es hält ewig - alles gute dazu