Ich versuche hier einmal mein Glück und hoffe mit eurer Hilfe meine Gedanken und Gefühle ein wenig sortieren zu können.
Ich entschuldige mich jetzt schon einmal für den langen Text und
bedanke mich fürs "zuhören"
Mein Freund ist junger Crossdresser und wir erforschen gerade überwiegend gemeinsam seine weibliche Seite.
Bereits nach seinem Outing hatte meine Akzeptanz, Toleranz und Gefühlswelt die Achtebahn wohl auf dauer gemietet. Von dem, dass ich ihn überrumpelt habe mit zu schnellem Tempo, über er auf einmal auf der Überholspur, bis hin zu bösen Gedanken, ich möchte das alles nicht und schmeiße es hin.
Mittlerweile haben wir einen ganz guten Weg gefunden, wie er sich ausleben kann und ich auch gut anteil haben kann. Er nimmt sogar schon Schminktipps von mir an
Trotzdem gibt es den einen oder anderen Punkt, wo ich schlucken muss und mich frage, ob ich da zurückstecken muss, oder er zu viel verlangt und ich ihm da zu viel entgegen komme.
Er tauscht sich momentan sehr viel mit anderen CDs aus, soweit so gut. War meine Idee und finde ich auch gut und sinnvoll. Er lässt mich teilhaben und wir reden auch darüber. Manches mal schreibt er sehr anzügliche Sachen, wo ich mir denke, "muss das sein? Ich bin auch noch da. Du bist in einer Beziehung". Da haben wir wohl andere Auffassungen von, wie weit gehe ich, aber das verletzt mich dann teilweise schon. Seine Reaktion darauf wäre, mir diese Dinge nicht zu zeigen, das macht es jedoch nicht besser. Das müssen wir noch ausdiskutieren.
Aber worum es mir eigentlich geht:
Vor ein paar Wochen hat er den Wunsch geäußert, sich evtl. auch sexuell mit einem anderen CD austauschen zu wollen. Er weiß noch nicht, ob er es möchte, aber wenn er es nicht probiert, dann weiß er es nie.
Als ich das hörte blieb mir die Luft weg.
Ich habe gar nichts gegen Paare, die in einer offenen Beziehung leben. Ich bin nur keine, die so eine Art Beziehung möchte. Wollte ich nie. Einer an meiner aseite reicht mir.
Nachdem er aber den Wunsch immer wieder äußert, war meine "Idee" wir könnten es gemeinsam erleben.
Ich weiß auch nicht wirklich, ob das für mich okay ist. Aber mir vorzustellen, er macht etwas mit jemand anderen und ich weiß nicht was/wie weit er geht und ich könnte es ihm nicht im Moment sagen, dass es mir zuweit geht, macht mich wütend und traurig.
Es treten selbstzweifel auf, genüge ich ihm nicht, oder bin ich nicht tolerant genug, etc. Vl. auch ein kleiner Kontrollzwang, ich weiß es nicht.
Ich weiß, dass es nicht an mir liegt, aber diese Gedanken kommen leider trotzdem immer wieder in mir auf.
So ganz kann ich jetzt auch keine Fragestellung an euch stellen. Aber es tut gut, das Chaos in meinem Kopf sortieren zu müssen, um es in Worten niederzuschreiben.
Alles Liebe