infranken.de: Tessa Ganserer mit Deadname auf dem Wahlzettel
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Anne-Mette
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infranken.de: Tessa Ganserer mit Deadname auf dem Wahlzettel

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

ich mache mich sicherlich unbeliebt (noch mehr), wenn ich sage: "was sonst???`"
Die Grundvoraussetzungen sind zu bemängeln - und die beklagen wir seit Jahren; aber es ist leider Stand der geltenden Rechtslage,
dass sie mit ihrem "Deadnam" aufgeführt wird.
Die Vorschriften, die die Wahlen betreffen, sind sehr streng (siehe auch hier, aber das ist in diesem Fall Nebensache Grüne im Saarland vorerst von Bundestagswahl ausgeschlossen Spiegel Online)

Ich denke, dass das Beklagen auf "allen Kanälen" eher schädlich für sie ist. Warum sollte es für PolitikerInnen Ausnahmen geben, während andere Menschen sich an die Regeln halten müssen?

https://www.infranken.de/lk/kommentare/ ... rt-5254778

Gruß
Anne-Mette
Aria
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Re: infranken.de: Tessa Ganserer mit Deadname auf dem Wahlzettel

Post 2 im Thema

Beitrag von Aria »

Da gebe ich dir vollkommen recht, Anne-Mette. Warum sollte bei Tessa Ganserer eine Ausnahme gemacht werden?!?! Ich musste in den vergangenen 11 Monaten VÄ/PÄ Odyssee so oft meinen Ausweis vorzeigen wie noch nie in meinem Leben, geschuldet durch die aktuelle Situation. Ganz sicher ist das entwürdigend, wenn man sich daraufhin immer erklären muss. Dennoch hätte ich einen dgti-Ausweis nie gewollt. Für mich zählt ein bisschen Arsch zusammenkneifen auf diesem Weg irgenwie dazu, denn ich habe gelernt, dass man nix geschenkt kriegt im Leben. Vielleicht ist das auch ganz gut so, denn das sorgt für eine natürliche Selektion. Das einzige was mich wirklich an diesem ganzen Prozess gestört hat, war die lange Zeit von 11 Monaten. Dementsprechend kann ich auch nur das anmahnen und nicht das, was in dem Artikel geschrieben wurde:
Stattdessen müssen sich trans Frauen und Männer einem teuren, demütigenden und langwierigen Prozedere unterziehen, das jeder Beschreibung spottet.

Menschen müssen sich weiterhin entwürdigende Fragen gefallen lassen, etwa zu ihrer Unterwäsche, zu Masturbationsfantasien oder ob sie ihre Mutter werden wollen, um dann für viel Geld vielleicht gnädigerweise nach langen Bemühungen auch offiziell in der richtigen Identität ankommen zu dürfen.

Anderen steht das Verfahren schon aus finanziellen Gründen nicht offen, weil sie sich schlicht und einfach die vierstelligen Beträge für die Gutachten nicht leisten können. Diese Gutachten werden nicht übernommen, sie müssen privat getragen werden und gerade weniger betuchte trans Personen können dies nicht leisten.
Der Prozess an sich war weder demütigend noch teuer - wobei letzteres ins Verhältnis zu setzen ist. Mir wurde solche Fragen nicht gestellt und von vierstelligen Beträgen kann auch niemals die Rede sein. Ich frage mich immer, wo solche Märchen herkommen...
Bei mir waren es 1.500 €. Und wenn man nicht in der Lage ist das Geld aufzubringen, steht einem Prozesskostenhilfe zu. Und von gnädigerweise kann auch nicht die Rede sein. Ich habe bis jetzt nur von positiven Erlebnissen bei Gericht gehört und kann das so bestätigen. Das waren überaus angenehme 20 Min bei einem jungen, gut aussehenden Richter, der sich sehr für mich und meinen Weg interessiert hat und sich am Ende entschuldigt hat, dass das nun alles so lange gedauert hat.

Es hätte am 19. Mai auch ganz anders kommen können, wenn unsere Institutionen in der Lage gewesen wären sich mit der Politik auf einen Vergleich einzulassen und weg von den Gutachten, hin zu einem Beratungsgespräch eingegangen wären. Tja, wenn die kleinste diplomatische Anstrengung schon zu viel ist, muss man sich nicht wundern, wenn weiter so verfahren wird wie gehabt.
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ExuserIn-2022-05-28
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Re: infranken.de: Tessa Ganserer mit Deadname auf dem Wahlzettel

Post 3 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2022-05-28 »

Hi Aria,

1500 Euro ist durchaus ein vierstelliger Betrag, ich kenne ein paar Personen, die keine Prozesskostenhilfe bekommen, aufgrund privater Verpflichtungen (Steuer Nachzahlungen) aber dennoch lange Zeit nicht das Geld aufbringen konnten.
Fragen, wie oft ich mastubiere, mit wem ich wie oft Verkehr habe, wann das erste mal war etc. (wurden mir im Rahmen des Düsseldorfer Fragenkataloges von beiden Gutachtern gestellt) empfinde ich durchaus als diskriminierend und 9 Monate Laufzeit von der Antragstellung bis zum Beschluss ist auch nicht unbedingt eine kleine Zeit.

LG Chrissie
Das Leben ist zu kurz um sich zu verleugnen.
Aria
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Re: infranken.de: Tessa Ganserer mit Deadname auf dem Wahlzettel

Post 4 im Thema

Beitrag von Aria »

Chrissie hat geschrieben: Fr 30. Jul 2021, 21:55 Hi Aria,

1500 Euro ist durchaus ein vierstelliger Betrag, ich kenne ein paar Personen, die keine Prozesskostenhilfe bekommen, aufgrund privater Verpflichtungen (Steuer Nachzahlungen) aber dennoch lange Zeit nicht das Geld aufbringen konnten.
Fragen, wie oft ich mastubiere, mit wem ich wie oft Verkehr habe, wann das erste mal war etc. (wurden mir im Rahmen des Düsseldorfer Fragenkataloges von beiden Gutachtern gestellt) empfinde ich durchaus als diskriminierend und 9 Monate Laufzeit von der Antragstellung bis zum Beschluss ist auch nicht unbedingt eine kleine Zeit.

LG Chrissie
In dem Artikel wird von Gutachtergebühren gesprochen. Das interpretiere ich als pro/je Kosten und die des Gereichts sind auch noch dazu zu rechnen. also teile ich mal geschickt und komme auf einen 3-stelligen Betrag pro beteiligte Stelle (Gericht und beide Gutachter).
Wenn dir solche Fragen gestellt wurden, hast du das Recht dieses unwürdige Verhalten zu melden. Dieser Schlecht(Gut)achter wird dann aus der Liste der zu wählenden entfernt.
Stimmt, 9 Monate ist auch nicht kurz. Ich lese im Gegenzug aber auch immer wieder 3 Monate. Kommt halt auf das Gericht an. Frankfurt ist halt unterste Kategorie.... :roll:
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ChristinaF
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Re: infranken.de: Tessa Ganserer mit Deadname auf dem Wahlzettel

Post 5 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Sicher sind die rechtlichen Statuten da und die gelten halt (leider) auch für Tessa. Für sie ist es halt schwierig mit ihrem alten Namen zuerst auf der Liste zu stehen, denn "alle Welt" kennt von ihrer parlamentarischen Arbeit nur noch Tessa Ganserer. Ich hoffe, dass sie, so wie sie auf dem Wahlzettel steht, damit auch ein gutes Ergebnis erzielen kann.
LG Christina
Anne-Mette
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Re: infranken.de: Tessa Ganserer mit Deadname auf dem Wahlzettel

Post 6 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

Sonderrechte für Politikerinnen und Politiker können einen "Beigeschmack" haben, finde ich.
Ein Beispiel aus der jüngsgten Zeit ist die Änderung des Namens einer SPD-Politikerin: Die baden-württembergische SPD-Vorsitzende Breymaier heißt inzwischen offiziell mit Vornamen Leni (vorher Magdalena).
Sie hat sich übrigens gegen ein "Selbstbestimmungsgesetz" ausgesprochen.
Das mag auch an Details gelegen haben, aber in Kombination mit ihrem eigenen Wechsel des Namens erscheint mir das bedenklich.

"Wo *** drauf steht, ist auch *** drin" - das möchten sicherlich nicht nur politisch Tätige (wie auch Tessa) sagen können, sondern auch "einfache Bürgerinnen und Bürger".

https://www.stuttgarter-nachrichten.de/ ... 0514b.html

Nun steht aber die Bundestagswahl im September an, bei der Breymaier die baden-württembergische SPD als Spitzenkandidatin anführt - und "Magdalena Breymaier" auf dem Stimmzettel hätte einige Wähler sicherlich verwirrt.

Es ist die Frage, wie sie das "geschafft hat", wo es Tessa verwehrt wird.

Gruß
Anne-Mette
Mirjam
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Re: infranken.de: Tessa Ganserer mit Deadname auf dem Wahlzettel

Post 7 im Thema

Beitrag von Mirjam »

Hallo Aria, hallo Rest der Welt,
Aria hat geschrieben: Fr 30. Jul 2021, 20:48 Für mich zählt ein bisschen Arsch zusammenkneifen auf diesem Weg irgenwie dazu, denn ich habe gelernt, dass man nix geschenkt kriegt im Leben. Vielleicht ist das auch ganz gut so, denn das sorgt für eine natürliche Selektion.
Sorry, das will ich nicht so stehen lassen. Es mag ja für dich so in Ordnung gewesen sein, aber es sind eben nicht alle so taff und stecken das einfach mal weg. Und genau die, die ohnehin schon zerbrechlich sind, zerbrechen dann möglicherweise daran. Das kann es ja wohl nicht sein. Wie in dem Kommentar, den Anne-Mette im ersten Beitrag verlinkt hatte zu lesen ist:
Das Transsexuellengesetz muss abgeschafft werden — in der jetzigen Form trägt es, um es einmal klar und deutlich zu sagen, dazu bei, dass Menschen sterben. Dieses Gesetz tötet. Das klingt drastisch? Sicher, aber die Konsequenz ist für viele trans Personen, dass sie am Verfahren zerbrechen und ein erschreckend großer Anteil nimmt sich das Leben.
Anderen steht das Verfahren schon aus finanziellen Gründen nicht offen, weil sie sich schlicht und einfach die vierstelligen Beträge für die Gutachten nicht leisten können. Diese Gutachten werden nicht übernommen, sie müssen privat getragen werden und gerade weniger betuchte trans Personen können dies nicht leisten.

Die Aussicht, niemals in der echten Identität ankommen zu dürfen, ist erschreckend und für viele einfach nicht zu ertragen. Unter transgeschlechtlichen Jugendlichen ist das Suizidrisiko sechsmal so hoch wie im Durchschnitt, das nur zur Verdeutlichung, wie dramatisch die Situation ist. Etwa 40 Prozent der trans Personen haben laut einer US-Studie in ihrem Leben bereits einen Selbstmordversuch hinter sich.

Unnötige Hürden aufzubauen, an denen Menschen zerbrechen und teilweise lebenslang leiden, ist schon nicht mehr als zynisch zu bezeichnen, sondern als offen grausam. Der Fall von Tessa Ganserer ist vielleicht besonders sichtbar und hat damit eine deutliche Signalwirkung, die Absurdität und Grausamkeit von Regeln und deren gnaden- und herzloser Umsetzung aufzuzeigen, ist aber leider nur die winzige Spitze eines Eisberges.
Das, und die Antwort von Chrissie in Post 3 passen dann auch dazu:
Aria hat geschrieben: Fr 30. Jul 2021, 20:48 Der Prozess an sich war weder demütigend noch teuer - wobei letzteres ins Verhältnis zu setzen ist. Mir wurde solche Fragen nicht gestellt und von vierstelligen Beträgen kann auch niemals die Rede sein. Ich frage mich immer, wo solche Märchen herkommen...
Bei mir waren es 1.500 €. Und wenn man nicht in der Lage ist das Geld aufzubringen, steht einem Prozesskostenhilfe zu. Und von gnädigerweise kann auch nicht die Rede sein. Ich habe bis jetzt nur von positiven Erlebnissen bei Gericht gehört und kann das so bestätigen. Das waren überaus angenehme 20 Min bei einem jungen, gut aussehenden Richter, der sich sehr für mich und meinen Weg interessiert hat und sich am Ende entschuldigt hat, dass das nun alles so lange gedauert hat.
Und ja, es gibt immer wieder solche entwürdigenden Fragen von so manchen Gutachter_innen. Hier im Forum war dazu auch schon das eine oder andere zu lesen. Ich habe nur im Moment weder Zeit noch Lust das alles rauszusuchen.

Mirjam
Anne-Mette
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Re: infranken.de: Tessa Ganserer mit Deadname auf dem Wahlzettel

Post 8 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

ein weiterer Beitrag dazu:
Tessa Ganserer: Männername wird auf Wahlzettel stehen (BR24)

https://www.br.de/nachrichten/bayern/te ... en,SefIfv6

Gruß
Anne-Mette
Aria
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Re: infranken.de: Tessa Ganserer mit Deadname auf dem Wahlzettel

Post 9 im Thema

Beitrag von Aria »

Mirjam hat geschrieben: Sa 31. Jul 2021, 17:03
Aria hat geschrieben: Fr 30. Jul 2021, 20:48 Für mich zählt ein bisschen Arsch zusammenkneifen auf diesem Weg irgenwie dazu, denn ich habe gelernt, dass man nix geschenkt kriegt im Leben. Vielleicht ist das auch ganz gut so, denn das sorgt für eine natürliche Selektion.
Sorry, das will ich nicht so stehen lassen. Es mag ja für dich so in Ordnung gewesen sein, aber es sind eben nicht alle so taff und stecken das einfach mal weg. Und genau die, die ohnehin schon zerbrechlich sind, zerbrechen dann möglicherweise daran. Das kann es ja wohl nicht sein.
Liebe Miri, glaube ja nicht, dass ich immer so taff bin. Auch bei mir gab und gibt es Zeiten wo ich mir nur noch eins wünsche....
Dennoch bin ich der Auffassung, dass man psychisch gefestigt sein sollte, wenn man diesen Weg begeht (wir hatten das hier schon mal als Thema - finde ich aber leider gerade nicht).
Nicht wegen dem Prozess der VÄ/PÄ, den ich wirklich bis auf die Dauer als das allerkleinste Übel auf diesem Weg empfinde, sondern wegen dem Aspekt des sich behaupten in der Gesellschaft, die einem nicht immer so sehr entgegen kommt wie man sich das wünscht und wegen den evt. nicht eingetretenen oder rückläufigen Wirkungen der HET und die damit verbundene Auswirkung der Dysphorie. Du kannst selbst ein Lied davon singen, so wie andere hier auch - mich eingeschlossen. Gerade zuletzt hatte ich einen heftigen Einbruch, wo für mich wirklich in Frage stand, die OP in paar Wochen wirklich machen zu können. In diesem Zustand hätte ich das nicht gekonnt, bzw. nicht das OK vom Doc bekommen. Ich kann mir mittlerweile einen Reim drauf machen womit das zusammenhängt, wenn ich mir meine Werte anschaue aber das ist eine andere Geschichte....
Mirjam hat geschrieben: Sa 31. Jul 2021, 17:03 Und ja, es gibt immer wieder solche entwürdigenden Fragen von so manchen Gutachter_innen. Hier im Forum war dazu auch schon das eine oder andere zu lesen. Ich habe nur im Moment weder Zeit noch Lust das alles rauszusuchen.
Ich kann jedem nur raten sich vor Antragstellung um die Wahl der Gutachter zu kümmern. Dafür gibt es entsprechende Stellen, die diese listen und Erfahrungen dazu austauschen. Dann muss man sich nicht der Gefahr ausgesetzt sehen an einen schlechten zu kommen. Macht man das nicht, wird man zugeteilt und hat somit keine Kontrolle über den Ausgang des Gesprächs. Es ist wie immer im Leben....wer sich kundig macht, hat mehr davon. Wer nicht, muss mit den Konsequenzen leben. Und gerade in der heutigen zeit kann es einem eigentlich nicht einfacher gemacht werden. Was das Finanzielle angeht, habe ich ja schon im letzten Beitrag von der PKH (Prozesskostenhilfe) gesprochen. Auch dafür gibt es entsprechende Stellen, die einen dazu beraten und unterstützen.

Also, wie einfach soll es denn noch gemacht werden???

P.S. Ich hatte heute Nachricht vom Gericht im Briefkasten. Ich habe 286,40 € zu viel vorausgezahlt. Somit hat mich die VÄ/PÄ "nur" rund 1.200 € gekostet. Andere verrauchen das im Jahr oder kaufen sich ein Gasgrill - ich habe dafür (m)einen Vornamen und Personenstand.

P.P.S Wer tolle Gutachter im Raum Frankfurt a. Main sucht. Ich kann Herrn Dr. Psych. Gooß und Frau Dipl. Psych Huse empfehlen! ;)
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Re: infranken.de: Tessa Ganserer mit Deadname auf dem Wahlzettel

Post 10 im Thema

Beitrag von Jen »

Huhu zusammen, huhu Aria (ki)

Da hattest Du echt Glück mit den Kosten. (he) Habe neulich auch meine Rechnung vom Gericht bekommen. (ko) "Witzig" war, daß die Gerichtskosten gerade Mal keine 200 Euro ausmachten. Der Rest der 1900 Euro :shock: waren Gutachterkosten.
Die waren zwar echt fair und nett, haben ihren Job aber sehr ernst genommen. Bei einem war ich einen ganzen Mittag und bei einer drei Mal für je 1 1/2 Stunden... Jetzt weiß ich nicht, ob das gut war / ist, oder ob es zu genau war??? Habe auch von anderen gehört, daß eine halbe Stunde ausreichend war...???

Zu Tessa... Da kann ich Anne-Mette nur zustimmen. Wieso klappt es bei der cis Politikerin und bei Tessa nicht? Vielleicht hat die Cis Politikerin einfach das formelle Namensänderungsprogramm (neuer Personalausweis) durchlaufen und Tessa halt nicht...?
Da kenne ich jetzt die Voraussetzungen nicht für eine Vornamensänderung, aber sicherlich hat Vitamin B die Sache ein bisschen beschleunigt. :wink:

Die Wohlvorschriften kenne ich jetzt so nicht, aber daß da nur "reelle" Namen drauf dürfen klingt irgendwie logisch. Ist halt alles sehr formell usw... Sonst wären da noch der "Jup", den im Ort jeder aus dem Sportverein kennt, aber niemand wirklich weiß wie er richtig heißt. :wink:

Bitte nicht falsch verstehen, das heißt jetzt nicht, daß ich das ganze Prozedere auch so gut finde. Im Gegenteil finde ich das Prozedere der VÄ / PÄ total besch.... Heirate ich zB kann ich ohne Probleme jeglichen Nachnamen!!! ändern. Brauch nur ne halbe Stunde auf den Standesamt... :lol:

Besonders im Fall von Tessa (uns Transpersonen) hat das mit dem Namen auch einen ganz anderen Hintergrund als mit dem "Jup". Es ist einfach peinlich, wenn alles auf den Deadname läuft.
Bsp... War vor einiger Zeit beim Hausarzt zum Impfen. Das Wartezimmer voll und ich im Röckchen usw. mitten drin. Soweit kein Problem. Arzt kommt rein und liest vom Kärtchen ab und ruft "Herr..." Ich stehe auf und alle schauen mich an .. :oops: supi... Daumen hoch... Hat sich später auch entschuldigt, aber er liest halt immer nur ab. Nach der VÄ / PÄ bin ich dann hin und habe die Sprechstundenhilfen gebeten dass abzuändern. Da sagte eine, daß sie das schon immer Mal fragen wollte, da der Arzt das irgendwie nicht weitergegeben hat. Auf meine Antwort, daß es "Frau..." heißt, kamen die Daumen hoch. (he)

Aber gerade Tessa, die nicht erst seit gestern in der Politik tätig ist und daher die Steifheit unserer Bürokratie kennen sollte, hätte so was voraussehen sollen. Und der Name ist in der Politik halt wichtig, so wie beim Schreiner der Hobel... :wink: Also schon fast Arbeitsmittel!!!
Da weiß ich jetzt auch nicht, wie sich das auf Ihre Wahl auswirken wird???

Ich wünsche Euch einen ganz schönen Sonntag.

Grüßle

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Den Vogel erkennt man an seinen Federn.
Den Mensch an seinen Freunden.
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Re: infranken.de: Tessa Ganserer mit Deadname auf dem Wahlzettel

Post 11 im Thema

Beitrag von Cybill »

Ich stehe nicht mit meinem Deadname auf dem Wahlzettel.
Mich kennt man aber auch in meinem Bundesland nicht nur weil ich Trans bin. Sondern weil ich auch ohne Mandat Dinge erreiche: zum Beispiel die Einrichtung einer Stelle für Hasskriminalität bei der Staatsanwaltschaft.
Trotzdem werde ich mit ziemlicher Sicherheit nicht in den Bundestag kommen.

Cy
Btw: Ich kenne den Bezirksverband von Tessa recht gut, da ich selbst da mal Mitglied war. Ich wette, dass da jetzt einige wild onanierend um den Küchentisch tanzen.
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

Im Übrigen: Ich bin nicht hauptberuflich transsexuell!
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Re: infranken.de: Tessa Ganserer mit Deadname auf dem Wahlzettel

Post 12 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Cybill hat geschrieben: So 1. Aug 2021, 10:03Küchentisch
Vorsicht, falls es sich um einen Klapptisch handelt
Jasmine
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Re: infranken.de: Tessa Ganserer mit Deadname auf dem Wahlzettel

Post 13 im Thema

Beitrag von Jasmine »

Ich persönlich finde die Bürokratie extrem aufgeblasen. Bin schon jetzt gespannt wie viele Politiker nach der Wahl im Bundestag sitzen, aber das ist ein anderes Problem. Meiner Meinung nach wäre es besser wenn sich Tessa Ganserer mit "IHREM" Namen und nicht mit dem Deadname auf den Wählerlisten wiederfinden würde. Welche Belastung muss es für Tessa Ganserer sein?
Eine Berufung auf die Gesetze und Vorschriften geht meiner Meinung nach am Problem vorbei! Sollten wirklich die Menschen für die Gesetze da sein, oder sollten die Gesetze für die Menschen da sein. Außerdem sollte ein Staat der sich modern und innovativ darstellen möchte auch notwendige Veränderungen in den Gesetzen zeitnah umsetzen. Das TSG Gesetz ist hier doch ein Negativ-Beispiel wie in unserer Regierung gearbeitet wird.
Liebe Grüße Jasmine
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Re: infranken.de: Tessa Ganserer mit Deadname auf dem Wahlzettel

Post 14 im Thema

Beitrag von Claudia-67 »

Hallo,
Cybill hat geschrieben: So 1. Aug 2021, 10:03 Ich stehe nicht mit meinem Deadname auf dem Wahlzettel.
Mich kennt man aber auch in meinem Bundesland nicht nur weil ich Trans bin. Sondern weil ich auch ohne Mandat Dinge erreiche: zum Beispiel die Einrichtung einer Stelle für Hasskriminalität bei der Staatsanwaltschaft.
Trotzdem werde ich mit ziemlicher Sicherheit nicht in den Bundestag kommen.
das mit dem Deadname ist natürlich ein echtes Problem. Aber rein rechtlich halt wohl die sauberste Lösung, wenn auch für die betroffene Person nicht schön.
Bei den Verlagen, für die ich schreibe, wird in den nächsten Tagen erstmals die Claudia als Autorin unter den Beiträgen und im Impressum stehen, das nach teilweise mehr als 20 Jahren Schreiberei für die eine Fachzeitschrift. Das wird von Chefredakteur, der restlichen Redaktion und der Geschäftsführung voll unterstützt. Da wurde ich dann nur gefragt, ob und ab wann das in den Zeitschriften geändert werden soll.
Aber für die Honorarbuchhaltung bleibt es aus rechtlichen Gründen bis zur offiziellen VÄ/PÄ beim alten Namen. Das ist wegen Finanzamt, usw. wohl wirklich die beste Lösung, bevor es da Probleme gibt. Schließlich kann man beim Finanzamt nicht mal eben so den Namen ändern.

Hier ist halt auch die Frage, wie das dann später im Bundestag gehandhabt wird, falls sie dort einzieht. Im Landtag taucht sie ja auch nur als Tessa auf.

Cybill hat geschrieben: So 1. Aug 2021, 10:03 Cy
Btw: Ich kenne den Bezirksverband von Tessa recht gut, da ich selbst da mal Mitglied war. Ich wette, dass da jetzt einige wild onanierend um den Küchentisch tanzen.
Kopfkino an. (smili)
Das muss ein interessanter Bezirksverband sein...

LG
Claudia
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Re: infranken.de: Tessa Ganserer mit Deadname auf dem Wahlzettel

Post 15 im Thema

Beitrag von Aria »

Jen hat geschrieben: So 1. Aug 2021, 07:11 Huhu zusammen, huhu Aria (ki)

Da hattest Du echt Glück mit den Kosten. (he) Habe neulich auch meine Rechnung vom Gericht bekommen. (ko) "Witzig" war, daß die Gerichtskosten gerade Mal keine 200 Euro ausmachten. Der Rest der 1900 Euro :shock: waren Gutachterkosten.
Die waren zwar echt fair und nett, haben ihren Job aber sehr ernst genommen. Bei einem war ich einen ganzen Mittag und bei einer drei Mal für je 1 1/2 Stunden... Jetzt weiß ich nicht, ob das gut war / ist, oder ob es zu genau war??? Habe auch von anderen gehört, daß eine halbe Stunde ausreichend war...???

Zu Tessa... Da kann ich Anne-Mette nur zustimmen. Wieso klappt es bei der cis Politikerin und bei Tessa nicht? Vielleicht hat die Cis Politikerin einfach das formelle Namensänderungsprogramm (neuer Personalausweis) durchlaufen und Tessa halt nicht...?
Da kenne ich jetzt die Voraussetzungen nicht für eine Vornamensänderung, aber sicherlich hat Vitamin B die Sache ein bisschen beschleunigt. :wink:

Die Wohlvorschriften kenne ich jetzt so nicht, aber daß da nur "reelle" Namen drauf dürfen klingt irgendwie logisch. Ist halt alles sehr formell usw... Sonst wären da noch der "Jup", den im Ort jeder aus dem Sportverein kennt, aber niemand wirklich weiß wie er richtig heißt. :wink:

Bitte nicht falsch verstehen, das heißt jetzt nicht, daß ich das ganze Prozedere auch so gut finde. Im Gegenteil finde ich das Prozedere der VÄ / PÄ total besch.... Heirate ich zB kann ich ohne Probleme jeglichen Nachnamen!!! ändern. Brauch nur ne halbe Stunde auf den Standesamt... :lol:

Besonders im Fall von Tessa (uns Transpersonen) hat das mit dem Namen auch einen ganz anderen Hintergrund als mit dem "Jup". Es ist einfach peinlich, wenn alles auf den Deadname läuft.
Bsp... War vor einiger Zeit beim Hausarzt zum Impfen. Das Wartezimmer voll und ich im Röckchen usw. mitten drin. Soweit kein Problem. Arzt kommt rein und liest vom Kärtchen ab und ruft "Herr..." Ich stehe auf und alle schauen mich an .. :oops: supi... Daumen hoch... Hat sich später auch entschuldigt, aber er liest halt immer nur ab. Nach der VÄ / PÄ bin ich dann hin und habe die Sprechstundenhilfen gebeten dass abzuändern. Da sagte eine, daß sie das schon immer Mal fragen wollte, da der Arzt das irgendwie nicht weitergegeben hat. Auf meine Antwort, daß es "Frau..." heißt, kamen die Daumen hoch. (he)

Aber gerade Tessa, die nicht erst seit gestern in der Politik tätig ist und daher die Steifheit unserer Bürokratie kennen sollte, hätte so was voraussehen sollen. Und der Name ist in der Politik halt wichtig, so wie beim Schreiner der Hobel... :wink: Also schon fast Arbeitsmittel!!!
Da weiß ich jetzt auch nicht, wie sich das auf Ihre Wahl auswirken wird???

Ich wünsche Euch einen ganz schönen Sonntag.

Grüßle

Jen (ki)
Huhu Jen )))(:

Das ich genau so wie du diesen Vorgang für mehr als verbesserungswürdig halte, ist kein Geheimnis. Aber im Moment ist er halt noch da und man muss das beste draus machen. Das gilt auch für Frau Ganserer. Für mich verliert sie sogar noch mehr an Glaubwürdigkeit, weil sie nun gegen ihr Deadnaming durch alle Instanzen gehen will. Sie sollte ihre Energie lieber mal darauf verwenden, ihre VÄ7PÄ voran zu treiben, denn dann hat sich das alles erledigt. Und warum nun der Vergleich zu Leni (Magdalena) Breymeier gezogen wird, kann ich nicht verstehen. Hier werden doch Äpfel mit Birnen verglichen. Sie hat eine Vornamensänderung bei der Namenänderungsbehörde eingereicht. Das ist ein komplett anderer Vorgang als die VÄ/PÄ. Warum aber Leni besser zu Breymeier passen soll als Magdalena, ist mir schleierhaft, denn man muss auch bei diesem Vorgang gut Gründe für einen Wechsel mitbringen. Vielleicht hilft mir ja jemand auf die Sprünge...

Wie ich schon geschrieben habe, finde ich diesen Prozess auch nicht gut, so wie er ist. Es wird aber mMn immer einer bleiben - mit welchen Details bleibt abzuwarten. Ich kann halt nicht verstehen, wenn sich einerseits darüber beschwert wird wie es im Moment ist und man andererseits nicht kompromissbereit ist. Nein, es wird sich dann lieber an dem Ablauf der Begutachtung aufgezogen und jede einzelne Frage als herabsetzend und demütigend stilisiert anstatt sich um einem Vergleich zu bemühen. Zuletzt habe ich wieder gelesen, dass die Frage nach dem Alter der Mutter bei der Geburt, so eine wäre. Da frage ich mich wirklich: Geht's noch?! :roll:

Da ich jetzt das Thema für mich abhaken und resümieren kann, muss ich sagen, dass mich meine eigene Naivität auf die Dauer des Prozesses, die meisten Nerven gekostet hat. Ich wollte dabei entscheiden wie ich es während meines ganzen Weges getan habe: warten, bis ich es fühle und dann machen - oder nicht. Ich war ein 3/4 Jahr in HET als ich sagte, okay, jetzt musst du dich mal um die VÄ/PÄ kümmern - hauptsächlich im Hinblick mich zeitnah mit der OP auseinanderzusetzen. Mein Pass war mir gar nicht so wichtig. Das wir aber in eine Situation kommen sollten, wo wir den öfter als bisher brauchen würden, hat sich dann als Brandbeschleuniger herausgestellt. Das war es dann auch, was diesen Prozess am Schluss so nervig machte. Ich kann gar nicht sagen, wie oft ich bei der Post oder beim Covid-Testzentrum stand und erklären musste, dass ich das auf dem Ausweis bin. Eine ambivalente Situation: Bauchpinseln, weil ich eindeutig als weiblich gelesen wurde. Ärgern, weil ich mich immer wieder zwangsouten musste.

Kurz noch zu meinen Gutachtern:

Da meine Thera auch gleichzeitig diese Funktion ausfüllt, hatte ich 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Dr. Gooß wurde mir empfohlen. Und obwohl er ja daran verdient, stellt er diesen Prozess genau so sehr in Frage wie die Betroffenen. Das Gespräch bei ihm war sehr angenehm und dauerte 20-30 Min in denen ich einfach von mir und meinem Werdegang erzählte. Viele oder gar unangenehme Fragen stellte er gar nicht.

Und jetzt kommt's... ausgerechnet bei meiner Thera saß ich - angehängt an die normale Therapiestunde - eine Stunde und musste allerlei eigenartig amüsante Tests durchlaufen. Ich durfte Bilder interpretieren und Begriffe zuordnen. Aber ich kenne sie ja und mag sie so wie sie ist: Eine putzige alte Dame, auf der Höhe der Zeit aber gerade in diesem Fall etwas altbacken :lol:
¡no lamento nada!
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