Blutengel - # 14
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Stephanie
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Re: Blutengel
Die Angler wieder
Ich komme in der Nähe der Spedition an. Sie liegt etwas außerhalb des Stadtteils. Neben dem normalen Zufahrtsweg, gibt es noch einen zweiten, der hinter dem Gelände am Kiessee entlangführt. Dadurch, dass da schon das Naturschutzgebiet ist, dürfen nur anliegende Bauern und Forstarbeiter rein- und durchfahren. Ich habe als Verwalterin ebenfalls eine Erlaubnis mit einem KFZ reinzufahren. In diesen Weg fahre ich auch nun hinein, weil ich mir ein Bild vom Zaun machen will. Von weitem sehe ich schon ein paar Autos am See parken. Das erste Auto,an dem ich ankomme ist ein ziemlich abgewrackter Opel Astra. Er steht nah am Zaun und der Zaun ist auch schon wieder aufgemacht worden. Das Nummernschild des Autos fotografiere ich. Dann fahre ich weiter und biege dann hinter dem See rechts ab, Richtung Spedition. Hier stehen drei Autos und der Zaun ist an einigen Stellen auch wieder offen, aber die Schilder mit dem "Betreten und Angeln verboten" stehen noch. "Das man gleich drei Löcher in den Zaun schneiden muss", danke ich mir, "zeugt ja von unheimlicher Intelligenz." Ich mache auch hier einige Fotos. Dann fahre ich zu Spedition. Kalle und Jürgen sind draußen vor der Werkstatt und arbeiten an einem Motorrad. "Hallo Chefin", sagt Kalle, schön Dich mal wieder zu sehen." "Hallo ihr beiden", grüße ich zurück. Dann schaue ich zu, was sie da machen und fachsimpele mit ihnen. "Die beiden Naturschützerinnen sind auch da", sagt Kalle. "Karin und Ines?" frage ich. "Genau", sagt Kalle, "sie sind hinter der großen Halle und regen sich über die Angler auf." "Da gehe ich mal hin", sage ich, bevor ich einigen Schreibkram erledigen muss." Ich gehe hinter die Halle und treffe die beiden. "Hallo ihr zwei", begrüße ich sie. "Hallo Steffi, schön, dass Du da bist", freut sich Ines. "Freu mich auch, euch zu sehen.", sage ich. Wir unterhalten uns kurz, dann sagt Karin: "Die blöden Angler sind wieder da. Wir wollten eigentlich an den See runter." "Ich bin eben von hinten rangefahren und habe es auch gesehen", sage ich, "ist auch dieses fette Ekelpaket da?" "Ja, der sitzt wieder da drüben", sagt Karin. Ich lächele beide an. "Ich habe heute mal keine Lust mich mit diesen Typen anzulegen", sage ich dann und hole mein Handy heraus. Ich rufe die nächstgelegene Polizeistation an und schildere das gesehene. "Vielen Dank Frau Boe, wir kommen vorbei und bringen den Abschleppdienst mit", sagt die freundliche Beamtin am anderen Ende, "wir rufen Sie bei Bedarf zurück." "Gerne", sage ich. Ines und Karin strahlen mich lächelnd an. Wir bleiben noch zusammen stehen.
Nach einer Viertelstunde taucht ein Polizeiwagen auf und bleibt bei dem Opel stehen. Die Polizisten steigen aus und schauen sich den Wagen an und notieren sich einiges. Ich sehe von unserem Platz aus den dicken Angler, der hat anscheinend noch gar nichts mitbekommen. Jetzt taucht drüben ein Abschleppwagen auf. Nach kurzer Absprache mit der Polizei lädt er den Opel auf und fährt vom Platz. Der Dicke unten am See hat immer noch nichts mitgekriegt. Die Polizisten fahren zu den anderen Autos und nehmen da die Daten auf. Ein weiterer Abschleppwagen kommt angefahren. Bei den Anglern unten macht sich Unruhe breit, weil sie das wohl mitbekommen haben. Vorsorglich hole ich ein Fahrrad aus dem Bürobereich. "Dienstfahrrad", sage ich grinsend zu Ines und Karin, "ich fahr da mal hin." Einer der Angler ist schon hochgekommen. Ich fahre zu den Polizisten. "Guten Tag, mein Name ist Boe", sage ich. "Ah, gut, Sie hatten angerufen?" fragt eine Polizistin. "Genau", sage ich. "Was soll das hier jetzt?" fragt der Angler erbost, der bei uns steht. "Unbefugtes Befahren eines für die Durchfahrt gesperrten Weges", sagt der eine Polizist, "unbefugtes Betreten eines Privatgrundstücks. Und im schlimmsten Fall Sachbeschädigung." "Und das nicht zum ersten Mal", sage ich, "ich hatte Sie vor einigen Wochen persönlich aufgefordert, den Platz zu verlassen", sage ich, weil ich den Typen wiedererkenne. Der wird jetzt ziemlich blass. Der Abschleppwagen macht sich bereit, ein Auto aufzuladen. Die anderen beiden Angler sind mittlerweile auch hochgekommen und sehen etwas sorgenvoll aus. "Sie packen jetzt sofort ihre Sachen und verlassen den Platz", sagt die Polizistin, "den Einsatz des Abschleppdienstes müssen sie voll tragen, auch wenn der jetzt die Autos nicht mitnimmt. Von uns bekommen sie ein Bußgeld, weil sie in diesen Weg nicht ein- oder durchfahren dürfen." "Für die Beschädigung des Zaunes müssten Sie dann eine Strafanzeige stellen, Frau Boe", sagt der Polizist zu mir. Die Angler schauen mich entsetzt an. "Ja, sorry, ich habe keine Lust, dauernd den Zaun zu reparieren", sage ich. Die Angler packen tatsächlich ihre Sachen und hauen ab, nachdem die Polizei alles aufgenommen hat. "Mit der Sachbeschädigung wird wohl nicht viel passieren", sage ich, "man kann ja nicht nachweisen, wer es war." "Ja stimmt", sagt die Polizistin, "aber die Herrschaften sind erstmal aktenkundig und abschrecken tut es vielleicht auch." Dann fahren sie auch vom Platz.
Ich radele zurück zu Karin und Ines. "Coole Nummer, Steffi", sagt Ines grinsend. Ich lächele beide an. "Ja, das war ein teures Angeln", sage ich. Der dicke Angler ist auch nicht mehr zu sehen. "Wo ist der denn hin?" frage ich. "Das haben wir leider nicht gesehen", sagt Karin, "vielleicht hat er sich nur versteckt." Ich gehe nach vorne zum Büroeingang und stelle das Fahrrad wieder hinein. Jürgen ruft quer über den Platz: "Möchtet ihr einen Kaffee? Ist grade fertig. Ich bringe ihn auch rüber." Die beiden Mädels nicken. "Sehr gerne", rufe ich zurück. Ines lacht. "Das ist echt zu cool hier auf dem Platz", sagt sie. "Passt irgendwie alles zusammen", sage ich. Ines nickt. Nach ein paar Minuten kommt Jürgen mit einem Tablett. "Milch und Zucker müsst ihr selber nehmen", sagt er dann. "Super, vielen Dank", sagt Karin. Jürgen hat ebenfalls einen Kaffee und fragt uns: "Was war denn da los, mit der Polizei und den Abschleppwagen? Ich aber das gar nicht richtig mitbekommen." Ich erkläre es ihm. "Klasse, Steffi", sagt Jürgen lachend, "einfach, direkt und absolut schmerzfrei. So mag ich dich." "Ja nun", sage ich erheitert. Wir stehen noch an der Ecke der großen Halle, als wir jemand brüllen hören: "Verdammte Scheiße, wo ist das Auto?" Wir sehen den dicken Angler auf der anderen Seite von See oben am Weg stehen. "Weg!" sagt Ines beiläufig. Wir anderen grinsen. Dann macht sich der Angler umständlich mit seiner Ausrüstung zu Fuß auf den Weg. Wir beobachten ihn, bis er nicht mehr zu sehen ist. "Dann können wir ja endlich runter an den See", sagt Ines und macht sich mit Karin auf den Weg. Ich gehe mit Jürgen zur Werkstatt. Dort suche ich mir Werkzeug zum Zaunflicken zusammen, Handschuhe nehme ich auch noch mit. Jürgen gibt mir den Schlüssel, für den Kleinen Radlader. "Damit es auch stilecht aussieht", sagt er grinsend. "Jau", antworte ich knapp und werfe meine Sachen in die Schaufel vom Radlader. Dann setze ich mich ins Fahrerhaus und fahre rüber zur Halle, wo der Anbau ist. Dort liegen noch verschieden Baumaterialien, die man immer mal braucht auf dem Gelände. Dort finde ich dann auch einiges an Drähten und Maschendrahtzaungeflecht. Das lege ich auch in die Schaufel und fahre los. Die Tür vom Fahrerhaus lasse ich offen. Jürgen grinst mich an, als ich langsam an ihm vorbeifahre. "Sieht schon gut aus: Cheffin im Kleidchen auf dem Bagger", sagt er. Ich zwinkere ihm zu und fahre weiter. Am Tor kommt mir Giovanni mit seinen Transporter entgegen. "Buongiorno Giovanni", grüße ich herüber. Er schaut mich nur staunend an und winkt zurück. Ich fahre weiter zu den kaputten Stellen im Zaun. Erstmal fotografiere ich den jetzigen Zustand, dann repariere ich die jeweiligen Stellen. Als ich die Stelle repariere, wo der dicke Angler immer ist, kommt ein Auto den Weg hoch. Der Fahrer hält neben mir an. "Was machen sie da?" fragt er mich. "Den Zaun zu?" frage ich leicht genervt zurück. "Wer sind sie?" fragt er frech weiter. "Sind sie von der Polizei oder vom Ordnungsamt, dass Sie so etwas fragen?" frage ich forsch dagegen. "Nein", antwortet er erstaunt. "Na dann, schönen Tag noch", sage ich und repariere weiter. Statt wegzufahren, bleibt der einfach stehen. "Was wollen Sie hier?" frage ich dann genervt. "Ich wollte mich hier zum Angeln mit meinen Freunden treffen", sagt der Typ naiv. "Soso, Ihre Freunde habe ich im Zusammenspiel mit der Polizei vorhin nach Hause geschickt, "sage ich. Der Typ schaut jetzt perplex. "Aber wieso gleich mit der Polizei?", fragt der Typ. "Ganz einfach, das hier ist Privatgelände, ich bin die Verwalterin hier und vertrete die Interessen der Eigentümer", antworte ich, "und ich habe was dagegen, wenn hier permanent die Zäune aufgeschnitten werden und beim Angeln unten der Müll einfach liegenbleibt." Bedröppelt dreht er um und fährt weg. Ich merke mir noch das Nummernschild. Den Zaun habe ich dann auch repariert und mache mich auf den Weg zurück. Schwungvoll fahre ich auf den Hof. Jürgen ist noch mit Kalle draußen. Tom und Frank sind auch da. "Na Cheffin, macht Spaß das Ding, was?" flaxt Kalle. "Aber so was von", sage ich begeistert. Frank und Tom staunen. "Unglaublich, fährt sie mit Kleidchen und Ballerinas Bagger", sagt Tom immer noch erstaunt. "Steffi darf das", sagt Kalle grinsend.
"Kommst Du dann auch noch kurz hoch?" fragt Frank. "Ich räume erst noch meine Sachen hier weg", sage ich, "dann muss ich noch ein wenig Schreibkram im Büro drüben erledigen und dann kann ich gerne vorbeischauen." "OK, bis dann Steffi", sagt Frank. Nachdem ich die Sachen weggeräumt habe und den Bagger an seinen Platz gestellt habe, gehe ich ins Büro. Zwei Email-Anfragen für eine Box beantworte ich mit dem Hinweis auf eine Warteliste, weil eben alles belegt ist. Dann sortiere ich noch die Post, die ich bearbeiten kann und die , die ich an meine Onkel weiterleite. Zum Schluss schreibe ich online noch die Anzeige wegen der Beschädigungen im Zaun. Dann bin ich auch schon fertig. Ich verlasse das Büro und schließe ab. Anschließend gehe ich zur Werkstatt rüber. Vor dem Eingang haben sich mittlerweile ein paar mehr zu Jürgen und Kalle gesellt. Da die meisten zu mir rüberschauen, wie ich über den Platz gehe, lege ich einen leicht wippenden Gang auf, dass das Kleid meine Knie umspielt. "Boah, die ist nicht nur gut drauf, sie sieht dabei auch noch gut aus", sagt Thomas. "Dankeschön", sage ich lieb setze mich kurz dazu und trinke ein alkoholfreies Alster. Über das Treppenhaus hört man leise Tom und Frank üben. Sie spielen einige Passagen aus den Liedern, die ich letztes Mal beim Üben genannt hatte. Eine Weile bleibe ich noch in der Runde, dann gehe ich rein. Im Treppenhaus treffe ich Antje. "Darf ich Dich mal kurz sprechen, Steffi?" fragt sie. "Aber gerne", antworte ich. Zusammen gehen wir in die Werkstatt. Sie fragt mich dann auch ganz direkt: "Meinst Du, ich könnte auch so ein Kleid, wie Du tragen? Tom findet das wohl irgendwie toll und bei dir schaut er dann auch immer ganz verträumt." Antje ist kleiner als ich und hat im Gegensatz zu mir die Rundungen an der richtigen Stelle. Ich lächele sie an. "Es ist halt so, dass ich eben lieber Hosen trage, ist zum Motorradfahren eben auch besser", sagt Antje dann noch, "ich habe auch einige Sommerkleider, aber ich trau mich nicht." "Einfach mal zu Hause versuchen und vorm Spiegel stehen bleiben und sich bewundern", sage ich, "oder Du kommst Morgen kurz vorm üben hoch und ziehst Dich oben um. Dann kannst Du Tom direkt überraschen." In Antjes Kopf scheint es zu rattern. "Na ja, meine Beine sehen nicht so toll aus", sagt sie. "Och, die sehen doch gut aus, selbst durch die Jeans", sage ich. "Nee ist nicht die Form, sondern eher so die Haut und so", sagt Antje. Ich stelle einen Fuß auf einen Stuhl. "Dann schaue doch mal meine Beine genauer an", sage ich, "hier ein Äderchen, da ein Fleckchen. Ist dann eben so. Und sonst gibt es doch noch Strumpfhosen." "Hm ja, stimmt schon", sagt Antje. "Tom würdest Du damit umhauen", sage ich lächelnd, "der mag das wirklich gerne." "Ich würde gerne manchmal etwas mädchenhafter wirken", sagt Antje, "ich versuche es mal. Danke Steffi." Bitte schön, gerne", sage ich. Dann gehen wir ins Treppenhaus. Antje geht zu den anderen raus. Ich gehe nach oben. "So, da bin ich", sage ich. "Schön, das Du noch die Zeit gefunden hast", sagt Frank. "Na klar für euch beide doch immer", flirte ich. Tom schaut mich verträumt an. "Was ist denn?" frage ich dieses Mal. "Du im Kleid, sieht immer so toll aus", sagt er, "ich wünschte, meine Freundin würde das auch mal machen." "Immer gut zureden", sage ich lächelnd. Das Gespräch mit Antje eben halte ich lieber geheim.
"Tom hat mir gesagt, ihr hattet neulich mal "Rheinita" von La Düsseldorf angespielt", sagt Frank. "Ja stimmt", sage ich. "Kannst Du das?", fragt Frank. "Den Pianopart kann ich", antworte ich. "Wollen wir es mal versuchen?" fragt Frank. "Au ja gerne", sagt Tom. "OK, machen wir", sage ich. Ich setze mich ans E-Klavier und spiele die Akkorde an. Dann frage ich Tom: "Wie schnell spielst Du den Takt." Tom fängt an zu trommeln, ich höre erstmal hin. Dann versuche ich in der Geschwindigkeit mitzuhalten. Frank schaut uns erstmal zu. Jessica kommt herein und lächelt uns an. "Darf ich kurz reinkommen und das Fenster zum Platz aufmachen?" fragt sie, "so dass man das Stück draußen hören kann?" "Ja klar, gerne", sagt Frank. "Du kennst das Stück?" frage ich. "Ja, ich habe das total gerne", sagt Jessi, "und ein paar andere haben auch grade Gänsehaut bekommen." Jessi macht das Fenster auf und geht wieder runter. Tom klackt mit den Sticks an und spielt die Anfangssequenz. Ich setze dann mit dem Piano ein. Nach meiner ersten Sequenz wiederholt Frank die Melodie auf dem Keyboard. Jetzt bekomme ich eine Gänsehaut, auch Tom schüttelt sich leicht. Frank lächelt uns an. Das Stück ist ja quasi ein Duett zwischen Keyboard und Klavier, weil beide die Melodie immer wieder zusammen oder nacheinander spielen. Mittendrin kommt ein Part, den das Piano dominiert. Draußen auf dem Hof hört man die Leute mitklatschen. Wir drei lächeln uns an. Das Stück neigt sich dem Ende zu. Als wir fertig sind hört man von draußen die Leute klatschen. Nach einiger Zeit rufen ein paar: "Nochmal!"" Frank und ich gehen zum offenen Fenster. "Hey ihr seid Mopedfahrers", feixe ich, "da ist doch eine andere Gangart angesagt." Nee, nee, Steffi, so einfach ist das nicht", sagt Harald grinsend, "in Gedanken ist das ein schöner Soundtrack zu Touren, die man schon gemacht hat." "Wow, schöne Begründung", sage ich anerkennend. "Da gehört doch normaler weise so ein Kirchenkram davor", sagt Kalle, könnt ihr das auch?" "Klaro", sagt Frank, "das habe ich als Konserve."
Wir gehen wieder an die Instrumente und Frank fährt den Vorspann ab. Jessi und Kristin stehen in der Tür. Ich winke sie rein. Sie setzen sich an die Seite und schauen uns gespannt zu. Frank und Tom schauen sich an, damit Tom seinen Einsatz kriegt. Dann geht es wieder los. Jetzt ist schon mehr Übung dabei. Ich versuche, wie im Original, meine Anschläge nicht genau auf den Takt zu setzen, um mehr Tiefe in den Sound zu kriegen. Frank schaut erstaunt und lächelnd zu mir rüber. Ich ertappe mich dabei, wie ich begeistert leicht mit wippe. Das geht grade richtig gut von der Hand, vor allem weil Tom wieder wie ein präzises Uhrwerk abläuft. Frank legt ordentliche Klangteppiche mit seinen Keyboards aus. Langsam neigen wir uns dem Ende des Stücks zu, welches mit einen Abschluss Akkord auf dem Piano von mir endet. Als der verklungen ist, sage ich begeistert: "Wahnsinn, war das geil." Tom und Frank stimmen mir zu. Jessi und Kristin klatschen begeistert. Die Leutchen vor der Werkstatt auch. "Das sollten wir so auch in das Repertoire für das Fest mitnehmen", sagt Frank. Auf solchen festen ist es ja üblich, eine gewisse Anzahl von Songs zu spielen und dann eine Pause zu machen. Um dann den Leuten den Widereinstieg ins tanzen zu erleichtern spielen wir vor einem Block Instrumentalstücke. Wir beschließen dann auch Feierabend zu machen. "Das kann man jetzt eh nicht mehr toppen", sagt Frank grinsend. "Zeigen wir das dann morgen den anderen dreien?" fragt Tom. "Na klar", sagt Frank, "vom Alex weiß ich, dass er das Stück auch super findet." Wir schalten alles aus, schließen die Fenster und verlassen den Raum. Ich schließe noch ab, dann gehen wir herunter. Ines und Karin haben sich auch eingefunden. "Das war schön gespielt", sagt Karin, "das ist so ein typisches Stück was man schon ewig kennt, aber nicht weiß von wem es ist." Frank sagt ihr dann von wem das ist. Wir bleiben auch noch kurz sitzen und trinken etwas. Danach löst sich die Runde langsam auf. Ines und Karin gehen noch mal zum See runter und warten ab, was sich an Tieren in der Dunkelheit einfindet. "Falls wieder ein Angler erscheinen sollte, schickt mir bitte eine Nachricht", sage ich. "Machen wir Steffi, vielen Dank für deine Hilfe", sagt Karin. "Gerne, ist doch mein Job hier", antworte ich lächelnd. Ich verabschiede mich von den anderen. "Bis morgen", sage ich dann noch. Ich steige ins Auto und fahre vom Hof. Ich fahre wieder so rum, wie ich hergekommen bin und kontrolliere noch mal den Zaun. Aber da ist alles ruhig. Also fahre ich nach Hause. Dort ist mal nichts los im Treppenhaus. Ich gehe in die Wohnung und mache die Balkontür auf. Dann setze mich erstmal ins Wohnzimmer, um ein bisschen runterzukommen. Nachdem ich mich ausgeruht habe, mache ich mir was zu essen und gehe zum Essen wieder ins Wohnzimmer. Nebenbei rufe ich Sandra an. Sie geht auch gleich ran. "Huhu meine ober-lieblings-Stefanie", begrüßt sie mich. "Hallo meine große Liebe", grüße ich zurück. "Hach Stefanie", seufzt Sandra. "Na, sitzt ihr noch zusammen?" frage ich. "Nöö, die sind alle grade gegangen", sagt Sandra, "aber wir hatten einen schönen Nachmittag und eine schönen Abend. Und viel gelacht haben wir." "Super, das ist schön", freue ich mich für sie. "Und wie war es bei Dir?" fragt sie. Ich erzähle es ihr. "Unglaublich, was Du immer erlebst", sagt sie staunend, als ich fertig bin, "aber den See habe ich auch noch nicht gesehen, den musst Du mir mal zeigen." "Morgen ist wieder üben, vielleicht können wir ja vorher mal schauen", sage ich. "Hm, so früh schaffe ich nicht", sagt Sandra, "mal schauen, ob ich es zum Üben schaffe. Ich habe grade viel um die Ohren auf der Arbeit." "Läuft ja nicht weg", sage ich lieb. Bei Sandra werden grade die Abteilungen umgebaut und neu geordnet. Dann unterhalten wir uns noch über alles Mögliche, gespickt mit Nettigkeiten und verbalen Liebkosungen. "Dann schlaf schön, meine supersüße Stefanie", sagt Sandra zum Abschied. "Du auch, Du hübsches Ding Du", sage ich. Bald danach gehe ich auch ins Bett.
Ich komme in der Nähe der Spedition an. Sie liegt etwas außerhalb des Stadtteils. Neben dem normalen Zufahrtsweg, gibt es noch einen zweiten, der hinter dem Gelände am Kiessee entlangführt. Dadurch, dass da schon das Naturschutzgebiet ist, dürfen nur anliegende Bauern und Forstarbeiter rein- und durchfahren. Ich habe als Verwalterin ebenfalls eine Erlaubnis mit einem KFZ reinzufahren. In diesen Weg fahre ich auch nun hinein, weil ich mir ein Bild vom Zaun machen will. Von weitem sehe ich schon ein paar Autos am See parken. Das erste Auto,an dem ich ankomme ist ein ziemlich abgewrackter Opel Astra. Er steht nah am Zaun und der Zaun ist auch schon wieder aufgemacht worden. Das Nummernschild des Autos fotografiere ich. Dann fahre ich weiter und biege dann hinter dem See rechts ab, Richtung Spedition. Hier stehen drei Autos und der Zaun ist an einigen Stellen auch wieder offen, aber die Schilder mit dem "Betreten und Angeln verboten" stehen noch. "Das man gleich drei Löcher in den Zaun schneiden muss", danke ich mir, "zeugt ja von unheimlicher Intelligenz." Ich mache auch hier einige Fotos. Dann fahre ich zu Spedition. Kalle und Jürgen sind draußen vor der Werkstatt und arbeiten an einem Motorrad. "Hallo Chefin", sagt Kalle, schön Dich mal wieder zu sehen." "Hallo ihr beiden", grüße ich zurück. Dann schaue ich zu, was sie da machen und fachsimpele mit ihnen. "Die beiden Naturschützerinnen sind auch da", sagt Kalle. "Karin und Ines?" frage ich. "Genau", sagt Kalle, "sie sind hinter der großen Halle und regen sich über die Angler auf." "Da gehe ich mal hin", sage ich, bevor ich einigen Schreibkram erledigen muss." Ich gehe hinter die Halle und treffe die beiden. "Hallo ihr zwei", begrüße ich sie. "Hallo Steffi, schön, dass Du da bist", freut sich Ines. "Freu mich auch, euch zu sehen.", sage ich. Wir unterhalten uns kurz, dann sagt Karin: "Die blöden Angler sind wieder da. Wir wollten eigentlich an den See runter." "Ich bin eben von hinten rangefahren und habe es auch gesehen", sage ich, "ist auch dieses fette Ekelpaket da?" "Ja, der sitzt wieder da drüben", sagt Karin. Ich lächele beide an. "Ich habe heute mal keine Lust mich mit diesen Typen anzulegen", sage ich dann und hole mein Handy heraus. Ich rufe die nächstgelegene Polizeistation an und schildere das gesehene. "Vielen Dank Frau Boe, wir kommen vorbei und bringen den Abschleppdienst mit", sagt die freundliche Beamtin am anderen Ende, "wir rufen Sie bei Bedarf zurück." "Gerne", sage ich. Ines und Karin strahlen mich lächelnd an. Wir bleiben noch zusammen stehen.
Nach einer Viertelstunde taucht ein Polizeiwagen auf und bleibt bei dem Opel stehen. Die Polizisten steigen aus und schauen sich den Wagen an und notieren sich einiges. Ich sehe von unserem Platz aus den dicken Angler, der hat anscheinend noch gar nichts mitbekommen. Jetzt taucht drüben ein Abschleppwagen auf. Nach kurzer Absprache mit der Polizei lädt er den Opel auf und fährt vom Platz. Der Dicke unten am See hat immer noch nichts mitgekriegt. Die Polizisten fahren zu den anderen Autos und nehmen da die Daten auf. Ein weiterer Abschleppwagen kommt angefahren. Bei den Anglern unten macht sich Unruhe breit, weil sie das wohl mitbekommen haben. Vorsorglich hole ich ein Fahrrad aus dem Bürobereich. "Dienstfahrrad", sage ich grinsend zu Ines und Karin, "ich fahr da mal hin." Einer der Angler ist schon hochgekommen. Ich fahre zu den Polizisten. "Guten Tag, mein Name ist Boe", sage ich. "Ah, gut, Sie hatten angerufen?" fragt eine Polizistin. "Genau", sage ich. "Was soll das hier jetzt?" fragt der Angler erbost, der bei uns steht. "Unbefugtes Befahren eines für die Durchfahrt gesperrten Weges", sagt der eine Polizist, "unbefugtes Betreten eines Privatgrundstücks. Und im schlimmsten Fall Sachbeschädigung." "Und das nicht zum ersten Mal", sage ich, "ich hatte Sie vor einigen Wochen persönlich aufgefordert, den Platz zu verlassen", sage ich, weil ich den Typen wiedererkenne. Der wird jetzt ziemlich blass. Der Abschleppwagen macht sich bereit, ein Auto aufzuladen. Die anderen beiden Angler sind mittlerweile auch hochgekommen und sehen etwas sorgenvoll aus. "Sie packen jetzt sofort ihre Sachen und verlassen den Platz", sagt die Polizistin, "den Einsatz des Abschleppdienstes müssen sie voll tragen, auch wenn der jetzt die Autos nicht mitnimmt. Von uns bekommen sie ein Bußgeld, weil sie in diesen Weg nicht ein- oder durchfahren dürfen." "Für die Beschädigung des Zaunes müssten Sie dann eine Strafanzeige stellen, Frau Boe", sagt der Polizist zu mir. Die Angler schauen mich entsetzt an. "Ja, sorry, ich habe keine Lust, dauernd den Zaun zu reparieren", sage ich. Die Angler packen tatsächlich ihre Sachen und hauen ab, nachdem die Polizei alles aufgenommen hat. "Mit der Sachbeschädigung wird wohl nicht viel passieren", sage ich, "man kann ja nicht nachweisen, wer es war." "Ja stimmt", sagt die Polizistin, "aber die Herrschaften sind erstmal aktenkundig und abschrecken tut es vielleicht auch." Dann fahren sie auch vom Platz.
Ich radele zurück zu Karin und Ines. "Coole Nummer, Steffi", sagt Ines grinsend. Ich lächele beide an. "Ja, das war ein teures Angeln", sage ich. Der dicke Angler ist auch nicht mehr zu sehen. "Wo ist der denn hin?" frage ich. "Das haben wir leider nicht gesehen", sagt Karin, "vielleicht hat er sich nur versteckt." Ich gehe nach vorne zum Büroeingang und stelle das Fahrrad wieder hinein. Jürgen ruft quer über den Platz: "Möchtet ihr einen Kaffee? Ist grade fertig. Ich bringe ihn auch rüber." Die beiden Mädels nicken. "Sehr gerne", rufe ich zurück. Ines lacht. "Das ist echt zu cool hier auf dem Platz", sagt sie. "Passt irgendwie alles zusammen", sage ich. Ines nickt. Nach ein paar Minuten kommt Jürgen mit einem Tablett. "Milch und Zucker müsst ihr selber nehmen", sagt er dann. "Super, vielen Dank", sagt Karin. Jürgen hat ebenfalls einen Kaffee und fragt uns: "Was war denn da los, mit der Polizei und den Abschleppwagen? Ich aber das gar nicht richtig mitbekommen." Ich erkläre es ihm. "Klasse, Steffi", sagt Jürgen lachend, "einfach, direkt und absolut schmerzfrei. So mag ich dich." "Ja nun", sage ich erheitert. Wir stehen noch an der Ecke der großen Halle, als wir jemand brüllen hören: "Verdammte Scheiße, wo ist das Auto?" Wir sehen den dicken Angler auf der anderen Seite von See oben am Weg stehen. "Weg!" sagt Ines beiläufig. Wir anderen grinsen. Dann macht sich der Angler umständlich mit seiner Ausrüstung zu Fuß auf den Weg. Wir beobachten ihn, bis er nicht mehr zu sehen ist. "Dann können wir ja endlich runter an den See", sagt Ines und macht sich mit Karin auf den Weg. Ich gehe mit Jürgen zur Werkstatt. Dort suche ich mir Werkzeug zum Zaunflicken zusammen, Handschuhe nehme ich auch noch mit. Jürgen gibt mir den Schlüssel, für den Kleinen Radlader. "Damit es auch stilecht aussieht", sagt er grinsend. "Jau", antworte ich knapp und werfe meine Sachen in die Schaufel vom Radlader. Dann setze ich mich ins Fahrerhaus und fahre rüber zur Halle, wo der Anbau ist. Dort liegen noch verschieden Baumaterialien, die man immer mal braucht auf dem Gelände. Dort finde ich dann auch einiges an Drähten und Maschendrahtzaungeflecht. Das lege ich auch in die Schaufel und fahre los. Die Tür vom Fahrerhaus lasse ich offen. Jürgen grinst mich an, als ich langsam an ihm vorbeifahre. "Sieht schon gut aus: Cheffin im Kleidchen auf dem Bagger", sagt er. Ich zwinkere ihm zu und fahre weiter. Am Tor kommt mir Giovanni mit seinen Transporter entgegen. "Buongiorno Giovanni", grüße ich herüber. Er schaut mich nur staunend an und winkt zurück. Ich fahre weiter zu den kaputten Stellen im Zaun. Erstmal fotografiere ich den jetzigen Zustand, dann repariere ich die jeweiligen Stellen. Als ich die Stelle repariere, wo der dicke Angler immer ist, kommt ein Auto den Weg hoch. Der Fahrer hält neben mir an. "Was machen sie da?" fragt er mich. "Den Zaun zu?" frage ich leicht genervt zurück. "Wer sind sie?" fragt er frech weiter. "Sind sie von der Polizei oder vom Ordnungsamt, dass Sie so etwas fragen?" frage ich forsch dagegen. "Nein", antwortet er erstaunt. "Na dann, schönen Tag noch", sage ich und repariere weiter. Statt wegzufahren, bleibt der einfach stehen. "Was wollen Sie hier?" frage ich dann genervt. "Ich wollte mich hier zum Angeln mit meinen Freunden treffen", sagt der Typ naiv. "Soso, Ihre Freunde habe ich im Zusammenspiel mit der Polizei vorhin nach Hause geschickt, "sage ich. Der Typ schaut jetzt perplex. "Aber wieso gleich mit der Polizei?", fragt der Typ. "Ganz einfach, das hier ist Privatgelände, ich bin die Verwalterin hier und vertrete die Interessen der Eigentümer", antworte ich, "und ich habe was dagegen, wenn hier permanent die Zäune aufgeschnitten werden und beim Angeln unten der Müll einfach liegenbleibt." Bedröppelt dreht er um und fährt weg. Ich merke mir noch das Nummernschild. Den Zaun habe ich dann auch repariert und mache mich auf den Weg zurück. Schwungvoll fahre ich auf den Hof. Jürgen ist noch mit Kalle draußen. Tom und Frank sind auch da. "Na Cheffin, macht Spaß das Ding, was?" flaxt Kalle. "Aber so was von", sage ich begeistert. Frank und Tom staunen. "Unglaublich, fährt sie mit Kleidchen und Ballerinas Bagger", sagt Tom immer noch erstaunt. "Steffi darf das", sagt Kalle grinsend.
"Kommst Du dann auch noch kurz hoch?" fragt Frank. "Ich räume erst noch meine Sachen hier weg", sage ich, "dann muss ich noch ein wenig Schreibkram im Büro drüben erledigen und dann kann ich gerne vorbeischauen." "OK, bis dann Steffi", sagt Frank. Nachdem ich die Sachen weggeräumt habe und den Bagger an seinen Platz gestellt habe, gehe ich ins Büro. Zwei Email-Anfragen für eine Box beantworte ich mit dem Hinweis auf eine Warteliste, weil eben alles belegt ist. Dann sortiere ich noch die Post, die ich bearbeiten kann und die , die ich an meine Onkel weiterleite. Zum Schluss schreibe ich online noch die Anzeige wegen der Beschädigungen im Zaun. Dann bin ich auch schon fertig. Ich verlasse das Büro und schließe ab. Anschließend gehe ich zur Werkstatt rüber. Vor dem Eingang haben sich mittlerweile ein paar mehr zu Jürgen und Kalle gesellt. Da die meisten zu mir rüberschauen, wie ich über den Platz gehe, lege ich einen leicht wippenden Gang auf, dass das Kleid meine Knie umspielt. "Boah, die ist nicht nur gut drauf, sie sieht dabei auch noch gut aus", sagt Thomas. "Dankeschön", sage ich lieb setze mich kurz dazu und trinke ein alkoholfreies Alster. Über das Treppenhaus hört man leise Tom und Frank üben. Sie spielen einige Passagen aus den Liedern, die ich letztes Mal beim Üben genannt hatte. Eine Weile bleibe ich noch in der Runde, dann gehe ich rein. Im Treppenhaus treffe ich Antje. "Darf ich Dich mal kurz sprechen, Steffi?" fragt sie. "Aber gerne", antworte ich. Zusammen gehen wir in die Werkstatt. Sie fragt mich dann auch ganz direkt: "Meinst Du, ich könnte auch so ein Kleid, wie Du tragen? Tom findet das wohl irgendwie toll und bei dir schaut er dann auch immer ganz verträumt." Antje ist kleiner als ich und hat im Gegensatz zu mir die Rundungen an der richtigen Stelle. Ich lächele sie an. "Es ist halt so, dass ich eben lieber Hosen trage, ist zum Motorradfahren eben auch besser", sagt Antje dann noch, "ich habe auch einige Sommerkleider, aber ich trau mich nicht." "Einfach mal zu Hause versuchen und vorm Spiegel stehen bleiben und sich bewundern", sage ich, "oder Du kommst Morgen kurz vorm üben hoch und ziehst Dich oben um. Dann kannst Du Tom direkt überraschen." In Antjes Kopf scheint es zu rattern. "Na ja, meine Beine sehen nicht so toll aus", sagt sie. "Och, die sehen doch gut aus, selbst durch die Jeans", sage ich. "Nee ist nicht die Form, sondern eher so die Haut und so", sagt Antje. Ich stelle einen Fuß auf einen Stuhl. "Dann schaue doch mal meine Beine genauer an", sage ich, "hier ein Äderchen, da ein Fleckchen. Ist dann eben so. Und sonst gibt es doch noch Strumpfhosen." "Hm ja, stimmt schon", sagt Antje. "Tom würdest Du damit umhauen", sage ich lächelnd, "der mag das wirklich gerne." "Ich würde gerne manchmal etwas mädchenhafter wirken", sagt Antje, "ich versuche es mal. Danke Steffi." Bitte schön, gerne", sage ich. Dann gehen wir ins Treppenhaus. Antje geht zu den anderen raus. Ich gehe nach oben. "So, da bin ich", sage ich. "Schön, das Du noch die Zeit gefunden hast", sagt Frank. "Na klar für euch beide doch immer", flirte ich. Tom schaut mich verträumt an. "Was ist denn?" frage ich dieses Mal. "Du im Kleid, sieht immer so toll aus", sagt er, "ich wünschte, meine Freundin würde das auch mal machen." "Immer gut zureden", sage ich lächelnd. Das Gespräch mit Antje eben halte ich lieber geheim.
"Tom hat mir gesagt, ihr hattet neulich mal "Rheinita" von La Düsseldorf angespielt", sagt Frank. "Ja stimmt", sage ich. "Kannst Du das?", fragt Frank. "Den Pianopart kann ich", antworte ich. "Wollen wir es mal versuchen?" fragt Frank. "Au ja gerne", sagt Tom. "OK, machen wir", sage ich. Ich setze mich ans E-Klavier und spiele die Akkorde an. Dann frage ich Tom: "Wie schnell spielst Du den Takt." Tom fängt an zu trommeln, ich höre erstmal hin. Dann versuche ich in der Geschwindigkeit mitzuhalten. Frank schaut uns erstmal zu. Jessica kommt herein und lächelt uns an. "Darf ich kurz reinkommen und das Fenster zum Platz aufmachen?" fragt sie, "so dass man das Stück draußen hören kann?" "Ja klar, gerne", sagt Frank. "Du kennst das Stück?" frage ich. "Ja, ich habe das total gerne", sagt Jessi, "und ein paar andere haben auch grade Gänsehaut bekommen." Jessi macht das Fenster auf und geht wieder runter. Tom klackt mit den Sticks an und spielt die Anfangssequenz. Ich setze dann mit dem Piano ein. Nach meiner ersten Sequenz wiederholt Frank die Melodie auf dem Keyboard. Jetzt bekomme ich eine Gänsehaut, auch Tom schüttelt sich leicht. Frank lächelt uns an. Das Stück ist ja quasi ein Duett zwischen Keyboard und Klavier, weil beide die Melodie immer wieder zusammen oder nacheinander spielen. Mittendrin kommt ein Part, den das Piano dominiert. Draußen auf dem Hof hört man die Leute mitklatschen. Wir drei lächeln uns an. Das Stück neigt sich dem Ende zu. Als wir fertig sind hört man von draußen die Leute klatschen. Nach einiger Zeit rufen ein paar: "Nochmal!"" Frank und ich gehen zum offenen Fenster. "Hey ihr seid Mopedfahrers", feixe ich, "da ist doch eine andere Gangart angesagt." Nee, nee, Steffi, so einfach ist das nicht", sagt Harald grinsend, "in Gedanken ist das ein schöner Soundtrack zu Touren, die man schon gemacht hat." "Wow, schöne Begründung", sage ich anerkennend. "Da gehört doch normaler weise so ein Kirchenkram davor", sagt Kalle, könnt ihr das auch?" "Klaro", sagt Frank, "das habe ich als Konserve."
Wir gehen wieder an die Instrumente und Frank fährt den Vorspann ab. Jessi und Kristin stehen in der Tür. Ich winke sie rein. Sie setzen sich an die Seite und schauen uns gespannt zu. Frank und Tom schauen sich an, damit Tom seinen Einsatz kriegt. Dann geht es wieder los. Jetzt ist schon mehr Übung dabei. Ich versuche, wie im Original, meine Anschläge nicht genau auf den Takt zu setzen, um mehr Tiefe in den Sound zu kriegen. Frank schaut erstaunt und lächelnd zu mir rüber. Ich ertappe mich dabei, wie ich begeistert leicht mit wippe. Das geht grade richtig gut von der Hand, vor allem weil Tom wieder wie ein präzises Uhrwerk abläuft. Frank legt ordentliche Klangteppiche mit seinen Keyboards aus. Langsam neigen wir uns dem Ende des Stücks zu, welches mit einen Abschluss Akkord auf dem Piano von mir endet. Als der verklungen ist, sage ich begeistert: "Wahnsinn, war das geil." Tom und Frank stimmen mir zu. Jessi und Kristin klatschen begeistert. Die Leutchen vor der Werkstatt auch. "Das sollten wir so auch in das Repertoire für das Fest mitnehmen", sagt Frank. Auf solchen festen ist es ja üblich, eine gewisse Anzahl von Songs zu spielen und dann eine Pause zu machen. Um dann den Leuten den Widereinstieg ins tanzen zu erleichtern spielen wir vor einem Block Instrumentalstücke. Wir beschließen dann auch Feierabend zu machen. "Das kann man jetzt eh nicht mehr toppen", sagt Frank grinsend. "Zeigen wir das dann morgen den anderen dreien?" fragt Tom. "Na klar", sagt Frank, "vom Alex weiß ich, dass er das Stück auch super findet." Wir schalten alles aus, schließen die Fenster und verlassen den Raum. Ich schließe noch ab, dann gehen wir herunter. Ines und Karin haben sich auch eingefunden. "Das war schön gespielt", sagt Karin, "das ist so ein typisches Stück was man schon ewig kennt, aber nicht weiß von wem es ist." Frank sagt ihr dann von wem das ist. Wir bleiben auch noch kurz sitzen und trinken etwas. Danach löst sich die Runde langsam auf. Ines und Karin gehen noch mal zum See runter und warten ab, was sich an Tieren in der Dunkelheit einfindet. "Falls wieder ein Angler erscheinen sollte, schickt mir bitte eine Nachricht", sage ich. "Machen wir Steffi, vielen Dank für deine Hilfe", sagt Karin. "Gerne, ist doch mein Job hier", antworte ich lächelnd. Ich verabschiede mich von den anderen. "Bis morgen", sage ich dann noch. Ich steige ins Auto und fahre vom Hof. Ich fahre wieder so rum, wie ich hergekommen bin und kontrolliere noch mal den Zaun. Aber da ist alles ruhig. Also fahre ich nach Hause. Dort ist mal nichts los im Treppenhaus. Ich gehe in die Wohnung und mache die Balkontür auf. Dann setze mich erstmal ins Wohnzimmer, um ein bisschen runterzukommen. Nachdem ich mich ausgeruht habe, mache ich mir was zu essen und gehe zum Essen wieder ins Wohnzimmer. Nebenbei rufe ich Sandra an. Sie geht auch gleich ran. "Huhu meine ober-lieblings-Stefanie", begrüßt sie mich. "Hallo meine große Liebe", grüße ich zurück. "Hach Stefanie", seufzt Sandra. "Na, sitzt ihr noch zusammen?" frage ich. "Nöö, die sind alle grade gegangen", sagt Sandra, "aber wir hatten einen schönen Nachmittag und eine schönen Abend. Und viel gelacht haben wir." "Super, das ist schön", freue ich mich für sie. "Und wie war es bei Dir?" fragt sie. Ich erzähle es ihr. "Unglaublich, was Du immer erlebst", sagt sie staunend, als ich fertig bin, "aber den See habe ich auch noch nicht gesehen, den musst Du mir mal zeigen." "Morgen ist wieder üben, vielleicht können wir ja vorher mal schauen", sage ich. "Hm, so früh schaffe ich nicht", sagt Sandra, "mal schauen, ob ich es zum Üben schaffe. Ich habe grade viel um die Ohren auf der Arbeit." "Läuft ja nicht weg", sage ich lieb. Bei Sandra werden grade die Abteilungen umgebaut und neu geordnet. Dann unterhalten wir uns noch über alles Mögliche, gespickt mit Nettigkeiten und verbalen Liebkosungen. "Dann schlaf schön, meine supersüße Stefanie", sagt Sandra zum Abschied. "Du auch, Du hübsches Ding Du", sage ich. Bald danach gehe ich auch ins Bett.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
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Re: Blutengel
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Re: Blutengel
In der Werkstatt
Der Arbeitstag fängt ruhig an. Am Vormittag klingelt mein Diensthandy. "Hallo, hier ist Matze aus der Instandhaltung", meldet sich der. "Hallo guten Morgen", grüße ich zurück. "Du hattest doch vor einiger Zeit, als wir hier einen Workshop hatten und die Werkstatt aufgeräumt haben, Interesse an so einem Hochfrequenzschweißgerät", sagt Matze. "Ja stimmt, ist schon ein bisschen her", antworte ich. "Ich habe hier noch zwei rumliegen", sagt Matze, "die sind für den Schrottverkauf freigegeben. Hast Du noch Interesse?" "Klar, ich würde mal kurz herüberkommen", sage ich. "Na dann bis gleich", sagt Matze. Ich wechsele von meinen Pumps auf Sicherheitsschuhe und mache mich gleich auf den Weg. In dem benachbarten Bereich werden viele Kunststoffteile hergestellt und weiterverarbeitet. Nach ein paar Minuten betrete ich die Werkstatt. Auf dem Weg zum Meisterbüro schauen mich die Mitarbeiter der Werkstatt erstaunt an. "Na, hier scheint meine neue Erscheinung noch nicht so richtig angekommen zu sein", denke ich mir und lächele dabei grüßend die Kollegen an. Ich komme am Büro an und treffe dort Matze. "Hallo", sage ich beim eintreten. "Guten Morgen, was kann ich für dich tun?" fragt Matze. "Wir hatten grade wegen der Schweißgeräte telefoniert", antworte ich lächelnd. Matze schaut mich erstaunt an, schüttelt kurz den Kopf. "Hast Du das denn noch nicht mitbekommen?" frage ich lächelnd. "Nicht so richtig", sagt er erstaunt, "jedenfalls nicht, dass Du das bist." Er steht auf und kommt auf mich zu. "Lass mal sehen", sagt er und schaut mich genauer an, "das, "¦ das sieht ja richtig gut aus." Anschließend erzähle ich kurz die Hintergründe und meinen Werdegang. "Das ist ja interessant", sagt Matze, "Wahnsinn, was es alles gibt." Draußen in der Werkstatt verdrehen sich die Kollegen die Köpfe. "Vielleicht sollte ich sie mal kurz aufklären", sage ich. "Gute Idee, ich trommle sie mal kurz zusammen", sagt Matze. Nach ein paar Minuten habe ich sie dann auch informiert. "Hat dich auf alle Fälle nach vorne gebracht", sagt einer der Leute, "hübsch bist Du." "Danke", sage ich lieb und erröte natürlich leicht.
Danach zeigt mir Matze die Geräte. "Da fehlen die An-/Ausschalter, weil wir sie da direkt an die Automatik der Maschinen angeschlossen haben", sagt Matze, "die sind nicht mehr vorhanden, dürfte aber kein Problem sein, passende im Elektrohandel zu finden." "Ich kenne ein paar findige Elektriker", sage ich, "die frage ich mal." "Ultraschallwandler und passende Sonotroden gibt es auch dazu", sagt Matze. "Super, das sieht gut aus", sage ich, "ich organisiere mir mal ein Fahrzeug und fahre rüber zum Schrottverkauf." "Wenn du jetzt schon Zeit hast, kannst Du unseren Transporter nehmen", sagt Matze. "Okay, gerne", sage ich lächelnd. Ich schnappe mir einen Wagen, lade die Teile auf und schiebe ihn zum Transporter. Dort lade ich die Geräte ein und fahre los. Die Abwicklung beim Verkauf geht schnell und ist auch nicht zu teuer. Auf dem Rückweg fahre ich gleich zu meinem Auto und lade die Geräte um. Anschließend bringe ich den Transporter zurück. In der Werkstatt bedanke ich mich dann bei Matze. "Du kannst aber gerne mal öfter vorbeischauen", sagt er dann lächelnd. "Mach ich gerne", sage ich und verabschiede mich. In der Mittagspause treffe ich mich wieder mit Sandra. Sie erzählt von der Umstrukturierung in dem ganzen Trakt, in dem sie auch ihr Büro hat. "Wahrscheinlich müssen wir da auch ein paar Workshops machen, weil wir ganze Bereiche umstrukturieren und dann neu zusammenlegen", sagt sie, "Du hast doch auch Workshoperfahrung, kannst Du uns vielleicht unterstützen?" "Grundsätzlich gerne, aber am besten Du verhandelst das mit meinem Chef", sage ich, "Dein Kollege Frank hat neulich schon mal bei ihm angefragt." "Wir würden ja auch einen Ausgleich zahlen", sagt Sandra dann noch. Beim anschließenden, kleinen Spaziergang erzähle ich dann noch von den Schweißgeräten und was man damit machen kann. "Cool, kannst Du damit auch Luftis schweißen?" fragt sie. "Geht auch", antworte ich, "ist auch ein Hauptgrund , warum ich mich dafür interessierte." "Super", sagt Sandra begeistert, "ich hätte da vielleicht was." "Bring mal mit", sage ich, "mal schauen, ob ich in der Werkstatt noch eine Ecke für die Geräte finde." Nach unserem Rundgang gehen wir wieder an unsere Arbeit. "Kommst Du dann heute Abend zu mir?" fragt mich Sandra dann mit einem süßen funkeln in ihren Augen. "Sehr gerne", antworte ich.
Nach Feierabend fahre ich gleich zur Spedition. Ich parke vor der Werkstatt und gehe rein. "Hallo allerseits", rufe ich in die Runde. "Hallo Cheffin", rufen einige zurück. Harald und Jürgen kommen zu mir. "Hallo Steffi", sagt Harald. "Hallo ihr zwei, ich brauche mal so einen kleinen Transportwagen", sage ich, "ich habe da was im Kofferraum." Natürlich habe ich damit die Beiden neugierig gemacht. Jürgen holt einen Handwagen und geht gleich raus zu meinem Auto. Harald und ich gehen hinterher. Ich öffne den Kofferraum und ziehe ein Gerät heran. "Schweißgeräte?" fragt Jürgen. "Cool", sagt Harald dann gleich darauf, "ja klar, für Kunststoff. Wo hast Du die denn her?" Ich erkläre es den Beiden. "Wäre das was?", frage ich. "Auf alle Fälle", sagt Harald begeistert. "Na klar", sagt Jürgen. Wir gehen wieder rein. "Hinten in der alten Tischlerei ist noch Platz, da könnte man die aufstellen", sagt Harald. "Es müssen nur noch neue An-/Ausschalter rein", sage ich. Kristin steht etwas weiter im Raum und hat uns beobachtet. Sie kommt heran und schaut sich die Geräte an. "Habe ich da", sagt sie, "soll ich die gleich einbauen?" "Natürlich", sage ich lächelnd. Im Nu hat sie die Schalter angeschlossen und macht einen Test. "Läuft!" sagt sie. "Genial, gib mir Fünf", sage ich und klatsche ab. "Steffi, das ist ja Mega", sagt Kirsten, "da kann man jetzt ja Kunstledersitze schweißen." "Und Stoßstangen", sagt einer hinter uns, der Rene heißt und eine Stoßstange von einem alten Golf unter dem Arm trägt. Ich muss lachen. Wir bringen die Geräte dann an ihren Platz und schließen alles an. "Guck mal, hier an dem einen ist noch ein Zettel dran, welcher Kunststoff mit welcher Frequenz geschweißt wird", bemerke ich. "Super, brauch man nicht rumexperimentieren", sagt Jürgen. "Rene? Bring mal deine Stoßstange her", rufe ich in die große Werkstatt. "Wie, läuft schon?" fragt er. "Jau", sage ich und schaue auf die Prägung innen, "Ist PP", sage ich und stelle die Frequenz ein. Die Stoßstange ist an einigen Stellen eingesägt. "Modifizierter Golf-Stoßfänger", sagt Rene grinsend. "Kannst Du das, Steffi?", fragt mich Jürgen. "Ist zwar schon länger her, sollte aber funktionieren", sage ich und baue die passende Sonotrode auf. Dann schalte ich das Gerät ein. Rene drückt die eingesägten Stellen zusammen. Ich setze die die Sonotrode drauf und drücke den Auslöser. Ein leises Piepen ist während des Schweißvorgangs zu hören. Nach einer eingestellten Zeit hört es von alleine auf. "Und, hält es?" frage ich Rene. "Sieht gut aus", sagt der nachdem er es überprüft hat. Die nächsten Schweißungen macht Rene selber. "Total gut geht das", sagt er begeistert, "da braucht man hinterher nur wenig spachteln, wird ja auch noch überlackiert." "Da haste aber was feines organisiert", sagt Jürgen zu mir. Kristin kommt herein und hat ein großes Stück Kunstleder dabei. Außerdem hat sie eine alte Sitzbank von ihrem Motorrad dabei. "Ich werde mal ein bisschen rumexperimentieren", sagt sie lächelnd.
Ich mache mich auf den Weg zum Büro rüber. Im Postkasten liegen einige Briefe. Ich gehe ins Büro und schaue nach, was in den Briefen steht. Zwischendrin klingelt mein Telefon. Eine Polizistin meldet sich. "Hallo Frau Boe, ich habe eine Neuigkeit zu dem Vorfall von gestern", sagt sie, "den Halter von dem abgeschleppten Opel konnten wir nicht ermitteln. Mehr noch, das Auto gibt es eigentlich nicht mehr." "Nanu, wie das?" frage ich erstaunt. "Das ist vor zwei Jahren abgemeldet und verschrottet worden", sagt die Polizistin wieder, "außerdem ist das Nummernschild nicht vergeben und die Plaketten wurden gefälscht." "Das ist ja ein Ding", staune ich immer noch. "Das kann man laut sagen", sagt die Polizistin, "haben sie gesehen, wer mit dem Wagen fährt?" Ich erzähle ihr, das was ich gestern gesehen habe, nachdem das Auto weg war und der dicke Angler es gesucht hat. "Ah, das ist ja mal was", sagt sie, "können sie den eventuell beschreiben?" "Ja, das kann ich", sage ich und tue es. "Interessant", sagt die Polizistin. Nebenbei hört man sie am PC tippen. "Frau Boe, wo sind sie grade?" fragt die Polizistin, "wir würden gerne mit einer Streife vorbei kommen und ihnen ein paar Fotos von infrage kommenden Personen zeigen." "Ich bin im Büro der Spedition", antworte ich, "und auch den Rest des Tages hier." "Super,. Dann kommen wir gleich mal vorbei", sagt die Polizistin. Kurze Zeit später kommt ein Polizeiwagen auf den Hof gefahren. Ich gehe vor die Tür und winke sie heran. "Hallo nochmal", sagt die Polizistin. Ich begrüße die beiden und bitte sie herein. Die Polizistin legt die Fotos auf den Schreibtisch. "Nehmen Sie sich ruhig etwas Zeit", sagt die Polizistin. "Ist nicht einfach, die haben ja alle eine Glatze und sind etwas untersetzt", sage ich, "aber ich schwanke zwischen den Beiden hier." Ich zeige auf die entsprechenden Bilder. "Interessant", sagt die Polizistin lächelnd. Ich schaue mir die beiden noch mal genau an. "Der hier war es, an der Narbe am Ohr erkenne ich es" sage ich schließlich, "ich stand ihm neulich mal direkt gegenüber." "Super, Frau Boe", sagt die Polizistin, "das bringt uns vielleicht weiter. Aber seien Sie vorsichtig, der ist gewalttätig." "Das habe ich den Tag gemerkt", sage ich. Die Polizistin schaut mich leicht entsetzt an. "Ich war schneller", sage ich dann grinsend, "aber ihren Hinweis nehme ich ernst." "Alles klar", sagt sie, "wenn der hier noch mal auftaucht, benachrichtigen sie uns bitte umgehend." Dann fahren Sie wieder vom Hof. Ich mache noch kurz im Büro weiter. Danach gehe ich zum See herunter und mache einen Rundgang. Auf der linken Seite ist nicht mehr ganz bis ins Wasser gegraben wurden, bevor die Kiesbaggerei aufgegeben wurde. Die Fläche hier ist von kleinen Bäumen und Sträuchern gesäumt, die sich hier wild angesiedelt haben. In diesem Dickicht schaue ich nach eventuellen Verstecken, finde aber keine. Den Zaun suche ich von unten nach neuen Beschädigungen ab. Da wo der dicke Angler immer war ist alles OK. An der Stelle, wo gestern die drei anderen Angler waren, trifft mich fast der Schlag. Oben am Zaun ist einer dabei, den Zaun aufzuschneiden und das am hellichten Tag. Bemerkt hat er mich wohl noch nicht. Im Schutz von den dort wachsenden Sträuchern und Büschen, schleiche ich mich nach oben. Ich hole mein Handy aus der Handtasche und fotografiere ihn aus der Deckung. Dann gehe ich näher ran und fotografiere wieder. Jetzt bemerkt er mich. Etwas ertappt fragt er mich. "Was soll das?" Wortlos gehe ich weiter und fotografiere das Nummernschild seines Autos. "Hallo?" Ich habe Sie was gefragt!" sagt er jetzt energischer. "Reißen Sie sich mal zusammen", entgegne ich genauso energisch, "was glauben Sie was Sie hier machen?" "Ich gehe hier schon Jahre angeln", sagt der frech. "Schön", sage ich, "das ist jetzt endgültig vorbei." "Wieso?" fragt der frech. Mir reißt grade der Geduldsfaden. "Das hier ist Privatbesitz, also ist das Hausfriedensbruch, was sie da grade vorhaben", sage ich genervt, "obendrein ist das auch noch Sachbeschädigung, wenn sie den Zaun aufschneiden." "Ja, aber das machen doch alle", sagt der etwas verdattert. "Aber leider haben Sie das Pech erwischt worden zu sein", sage ich, "darüber hinaus ist die Ein- und Durchfahrt dieser Wege nicht gestattet. Das wird teuer, Kollege." Jetzt sagt der garnichts mehr. "Und jetzt sehen Sie zu, das Sie Land gewinnen", sage ich dann noch auffordernd. Er steigt in sein Auto und fährt los. Ich gehe zurück ins Büro und erweitere die Online-Anzeige von gestern mit dem eben erlebten.
Nach dem ich damit fertig bin, gehe ich zurück zur Werkstatt. Ich nehme den hinteren Eingang und bin gleich in der Tischlerei. Davon abgeteilt ist eine kleine Sattlerei. Dort rattert die Nähmaschine. Ich gehe hin und treffe Kristin. Sie ist wie immer gut gelaunt und lächelt mich an. "Kann das Schweißgerät auch auf der Rückseite vom Kunstleder schweißen?" fragt sie mich, "da wo der Stoff ist?" "Ja, das geht", antworte ich, "das sollten wir vorher aber mit Resten ausprobieren." "Cool, Steffi, ich sage dann Bescheid", sagt Kristin. Ich will grade aus der Tischlerei rausgehen, da kommt mir Antje entgegen. Staunend stehe ich vor ihr. "Meine Güte, siehst Du bezaubernd aus", sage ich. Antje trägt tatsächlich ein luftiges Sommerkleid mit ausgestellten, schwingendem Rock. Antje errötet leicht. Kristin kommt dazu. "Sieht das schön aus", sagt sie begeistert. "Danke euch", sagt Antje verlegen. "Ich glaube nicht, dass Tom heute dann noch geradeaus Trommeln kann", feixe ich. Antje lächelt. "Das sieht wirklich toll aus", sage ich, "das kannst Du super tragen." "Stimmt", sagt Kristin lächelnd. Jetzt bleibe ich doch in der Werkstatt, weil Kristin auch gleich fertig ist mit dem Nähen. Ich hole uns dreien dann noch mal Kaffee. Angeregt unterhalten wir uns dann bei einem Becher Kaffee. Anschließend probieren Kristin und ich an Resten vom Kunstleder eine feste Verbindung zu schweißen. Interessiert schaut Antje zu. Nach ein paar Minuten haben wir den Dreh heraus. "Es ist besser, die Querstreben im Sitz zu schweißen, als zu nähen, sagt Kristin, "wegen der Wasserdichtigkeit." Kristin schweißt dann selber. "Ist das cool", sagt Kristin begeistert, "war eine gute Idee von dir, die Geräte zu organisieren, Steffi." "Dankeschön", sage ich. Von oben hört man das Schlagzeug. "Oh Tom ist da", sage ich. "Wollen wir mal hochgehen?" frage ich. Antje nickt.
Der Arbeitstag fängt ruhig an. Am Vormittag klingelt mein Diensthandy. "Hallo, hier ist Matze aus der Instandhaltung", meldet sich der. "Hallo guten Morgen", grüße ich zurück. "Du hattest doch vor einiger Zeit, als wir hier einen Workshop hatten und die Werkstatt aufgeräumt haben, Interesse an so einem Hochfrequenzschweißgerät", sagt Matze. "Ja stimmt, ist schon ein bisschen her", antworte ich. "Ich habe hier noch zwei rumliegen", sagt Matze, "die sind für den Schrottverkauf freigegeben. Hast Du noch Interesse?" "Klar, ich würde mal kurz herüberkommen", sage ich. "Na dann bis gleich", sagt Matze. Ich wechsele von meinen Pumps auf Sicherheitsschuhe und mache mich gleich auf den Weg. In dem benachbarten Bereich werden viele Kunststoffteile hergestellt und weiterverarbeitet. Nach ein paar Minuten betrete ich die Werkstatt. Auf dem Weg zum Meisterbüro schauen mich die Mitarbeiter der Werkstatt erstaunt an. "Na, hier scheint meine neue Erscheinung noch nicht so richtig angekommen zu sein", denke ich mir und lächele dabei grüßend die Kollegen an. Ich komme am Büro an und treffe dort Matze. "Hallo", sage ich beim eintreten. "Guten Morgen, was kann ich für dich tun?" fragt Matze. "Wir hatten grade wegen der Schweißgeräte telefoniert", antworte ich lächelnd. Matze schaut mich erstaunt an, schüttelt kurz den Kopf. "Hast Du das denn noch nicht mitbekommen?" frage ich lächelnd. "Nicht so richtig", sagt er erstaunt, "jedenfalls nicht, dass Du das bist." Er steht auf und kommt auf mich zu. "Lass mal sehen", sagt er und schaut mich genauer an, "das, "¦ das sieht ja richtig gut aus." Anschließend erzähle ich kurz die Hintergründe und meinen Werdegang. "Das ist ja interessant", sagt Matze, "Wahnsinn, was es alles gibt." Draußen in der Werkstatt verdrehen sich die Kollegen die Köpfe. "Vielleicht sollte ich sie mal kurz aufklären", sage ich. "Gute Idee, ich trommle sie mal kurz zusammen", sagt Matze. Nach ein paar Minuten habe ich sie dann auch informiert. "Hat dich auf alle Fälle nach vorne gebracht", sagt einer der Leute, "hübsch bist Du." "Danke", sage ich lieb und erröte natürlich leicht.
Danach zeigt mir Matze die Geräte. "Da fehlen die An-/Ausschalter, weil wir sie da direkt an die Automatik der Maschinen angeschlossen haben", sagt Matze, "die sind nicht mehr vorhanden, dürfte aber kein Problem sein, passende im Elektrohandel zu finden." "Ich kenne ein paar findige Elektriker", sage ich, "die frage ich mal." "Ultraschallwandler und passende Sonotroden gibt es auch dazu", sagt Matze. "Super, das sieht gut aus", sage ich, "ich organisiere mir mal ein Fahrzeug und fahre rüber zum Schrottverkauf." "Wenn du jetzt schon Zeit hast, kannst Du unseren Transporter nehmen", sagt Matze. "Okay, gerne", sage ich lächelnd. Ich schnappe mir einen Wagen, lade die Teile auf und schiebe ihn zum Transporter. Dort lade ich die Geräte ein und fahre los. Die Abwicklung beim Verkauf geht schnell und ist auch nicht zu teuer. Auf dem Rückweg fahre ich gleich zu meinem Auto und lade die Geräte um. Anschließend bringe ich den Transporter zurück. In der Werkstatt bedanke ich mich dann bei Matze. "Du kannst aber gerne mal öfter vorbeischauen", sagt er dann lächelnd. "Mach ich gerne", sage ich und verabschiede mich. In der Mittagspause treffe ich mich wieder mit Sandra. Sie erzählt von der Umstrukturierung in dem ganzen Trakt, in dem sie auch ihr Büro hat. "Wahrscheinlich müssen wir da auch ein paar Workshops machen, weil wir ganze Bereiche umstrukturieren und dann neu zusammenlegen", sagt sie, "Du hast doch auch Workshoperfahrung, kannst Du uns vielleicht unterstützen?" "Grundsätzlich gerne, aber am besten Du verhandelst das mit meinem Chef", sage ich, "Dein Kollege Frank hat neulich schon mal bei ihm angefragt." "Wir würden ja auch einen Ausgleich zahlen", sagt Sandra dann noch. Beim anschließenden, kleinen Spaziergang erzähle ich dann noch von den Schweißgeräten und was man damit machen kann. "Cool, kannst Du damit auch Luftis schweißen?" fragt sie. "Geht auch", antworte ich, "ist auch ein Hauptgrund , warum ich mich dafür interessierte." "Super", sagt Sandra begeistert, "ich hätte da vielleicht was." "Bring mal mit", sage ich, "mal schauen, ob ich in der Werkstatt noch eine Ecke für die Geräte finde." Nach unserem Rundgang gehen wir wieder an unsere Arbeit. "Kommst Du dann heute Abend zu mir?" fragt mich Sandra dann mit einem süßen funkeln in ihren Augen. "Sehr gerne", antworte ich.
Nach Feierabend fahre ich gleich zur Spedition. Ich parke vor der Werkstatt und gehe rein. "Hallo allerseits", rufe ich in die Runde. "Hallo Cheffin", rufen einige zurück. Harald und Jürgen kommen zu mir. "Hallo Steffi", sagt Harald. "Hallo ihr zwei, ich brauche mal so einen kleinen Transportwagen", sage ich, "ich habe da was im Kofferraum." Natürlich habe ich damit die Beiden neugierig gemacht. Jürgen holt einen Handwagen und geht gleich raus zu meinem Auto. Harald und ich gehen hinterher. Ich öffne den Kofferraum und ziehe ein Gerät heran. "Schweißgeräte?" fragt Jürgen. "Cool", sagt Harald dann gleich darauf, "ja klar, für Kunststoff. Wo hast Du die denn her?" Ich erkläre es den Beiden. "Wäre das was?", frage ich. "Auf alle Fälle", sagt Harald begeistert. "Na klar", sagt Jürgen. Wir gehen wieder rein. "Hinten in der alten Tischlerei ist noch Platz, da könnte man die aufstellen", sagt Harald. "Es müssen nur noch neue An-/Ausschalter rein", sage ich. Kristin steht etwas weiter im Raum und hat uns beobachtet. Sie kommt heran und schaut sich die Geräte an. "Habe ich da", sagt sie, "soll ich die gleich einbauen?" "Natürlich", sage ich lächelnd. Im Nu hat sie die Schalter angeschlossen und macht einen Test. "Läuft!" sagt sie. "Genial, gib mir Fünf", sage ich und klatsche ab. "Steffi, das ist ja Mega", sagt Kirsten, "da kann man jetzt ja Kunstledersitze schweißen." "Und Stoßstangen", sagt einer hinter uns, der Rene heißt und eine Stoßstange von einem alten Golf unter dem Arm trägt. Ich muss lachen. Wir bringen die Geräte dann an ihren Platz und schließen alles an. "Guck mal, hier an dem einen ist noch ein Zettel dran, welcher Kunststoff mit welcher Frequenz geschweißt wird", bemerke ich. "Super, brauch man nicht rumexperimentieren", sagt Jürgen. "Rene? Bring mal deine Stoßstange her", rufe ich in die große Werkstatt. "Wie, läuft schon?" fragt er. "Jau", sage ich und schaue auf die Prägung innen, "Ist PP", sage ich und stelle die Frequenz ein. Die Stoßstange ist an einigen Stellen eingesägt. "Modifizierter Golf-Stoßfänger", sagt Rene grinsend. "Kannst Du das, Steffi?", fragt mich Jürgen. "Ist zwar schon länger her, sollte aber funktionieren", sage ich und baue die passende Sonotrode auf. Dann schalte ich das Gerät ein. Rene drückt die eingesägten Stellen zusammen. Ich setze die die Sonotrode drauf und drücke den Auslöser. Ein leises Piepen ist während des Schweißvorgangs zu hören. Nach einer eingestellten Zeit hört es von alleine auf. "Und, hält es?" frage ich Rene. "Sieht gut aus", sagt der nachdem er es überprüft hat. Die nächsten Schweißungen macht Rene selber. "Total gut geht das", sagt er begeistert, "da braucht man hinterher nur wenig spachteln, wird ja auch noch überlackiert." "Da haste aber was feines organisiert", sagt Jürgen zu mir. Kristin kommt herein und hat ein großes Stück Kunstleder dabei. Außerdem hat sie eine alte Sitzbank von ihrem Motorrad dabei. "Ich werde mal ein bisschen rumexperimentieren", sagt sie lächelnd.
Ich mache mich auf den Weg zum Büro rüber. Im Postkasten liegen einige Briefe. Ich gehe ins Büro und schaue nach, was in den Briefen steht. Zwischendrin klingelt mein Telefon. Eine Polizistin meldet sich. "Hallo Frau Boe, ich habe eine Neuigkeit zu dem Vorfall von gestern", sagt sie, "den Halter von dem abgeschleppten Opel konnten wir nicht ermitteln. Mehr noch, das Auto gibt es eigentlich nicht mehr." "Nanu, wie das?" frage ich erstaunt. "Das ist vor zwei Jahren abgemeldet und verschrottet worden", sagt die Polizistin wieder, "außerdem ist das Nummernschild nicht vergeben und die Plaketten wurden gefälscht." "Das ist ja ein Ding", staune ich immer noch. "Das kann man laut sagen", sagt die Polizistin, "haben sie gesehen, wer mit dem Wagen fährt?" Ich erzähle ihr, das was ich gestern gesehen habe, nachdem das Auto weg war und der dicke Angler es gesucht hat. "Ah, das ist ja mal was", sagt sie, "können sie den eventuell beschreiben?" "Ja, das kann ich", sage ich und tue es. "Interessant", sagt die Polizistin. Nebenbei hört man sie am PC tippen. "Frau Boe, wo sind sie grade?" fragt die Polizistin, "wir würden gerne mit einer Streife vorbei kommen und ihnen ein paar Fotos von infrage kommenden Personen zeigen." "Ich bin im Büro der Spedition", antworte ich, "und auch den Rest des Tages hier." "Super,. Dann kommen wir gleich mal vorbei", sagt die Polizistin. Kurze Zeit später kommt ein Polizeiwagen auf den Hof gefahren. Ich gehe vor die Tür und winke sie heran. "Hallo nochmal", sagt die Polizistin. Ich begrüße die beiden und bitte sie herein. Die Polizistin legt die Fotos auf den Schreibtisch. "Nehmen Sie sich ruhig etwas Zeit", sagt die Polizistin. "Ist nicht einfach, die haben ja alle eine Glatze und sind etwas untersetzt", sage ich, "aber ich schwanke zwischen den Beiden hier." Ich zeige auf die entsprechenden Bilder. "Interessant", sagt die Polizistin lächelnd. Ich schaue mir die beiden noch mal genau an. "Der hier war es, an der Narbe am Ohr erkenne ich es" sage ich schließlich, "ich stand ihm neulich mal direkt gegenüber." "Super, Frau Boe", sagt die Polizistin, "das bringt uns vielleicht weiter. Aber seien Sie vorsichtig, der ist gewalttätig." "Das habe ich den Tag gemerkt", sage ich. Die Polizistin schaut mich leicht entsetzt an. "Ich war schneller", sage ich dann grinsend, "aber ihren Hinweis nehme ich ernst." "Alles klar", sagt sie, "wenn der hier noch mal auftaucht, benachrichtigen sie uns bitte umgehend." Dann fahren Sie wieder vom Hof. Ich mache noch kurz im Büro weiter. Danach gehe ich zum See herunter und mache einen Rundgang. Auf der linken Seite ist nicht mehr ganz bis ins Wasser gegraben wurden, bevor die Kiesbaggerei aufgegeben wurde. Die Fläche hier ist von kleinen Bäumen und Sträuchern gesäumt, die sich hier wild angesiedelt haben. In diesem Dickicht schaue ich nach eventuellen Verstecken, finde aber keine. Den Zaun suche ich von unten nach neuen Beschädigungen ab. Da wo der dicke Angler immer war ist alles OK. An der Stelle, wo gestern die drei anderen Angler waren, trifft mich fast der Schlag. Oben am Zaun ist einer dabei, den Zaun aufzuschneiden und das am hellichten Tag. Bemerkt hat er mich wohl noch nicht. Im Schutz von den dort wachsenden Sträuchern und Büschen, schleiche ich mich nach oben. Ich hole mein Handy aus der Handtasche und fotografiere ihn aus der Deckung. Dann gehe ich näher ran und fotografiere wieder. Jetzt bemerkt er mich. Etwas ertappt fragt er mich. "Was soll das?" Wortlos gehe ich weiter und fotografiere das Nummernschild seines Autos. "Hallo?" Ich habe Sie was gefragt!" sagt er jetzt energischer. "Reißen Sie sich mal zusammen", entgegne ich genauso energisch, "was glauben Sie was Sie hier machen?" "Ich gehe hier schon Jahre angeln", sagt der frech. "Schön", sage ich, "das ist jetzt endgültig vorbei." "Wieso?" fragt der frech. Mir reißt grade der Geduldsfaden. "Das hier ist Privatbesitz, also ist das Hausfriedensbruch, was sie da grade vorhaben", sage ich genervt, "obendrein ist das auch noch Sachbeschädigung, wenn sie den Zaun aufschneiden." "Ja, aber das machen doch alle", sagt der etwas verdattert. "Aber leider haben Sie das Pech erwischt worden zu sein", sage ich, "darüber hinaus ist die Ein- und Durchfahrt dieser Wege nicht gestattet. Das wird teuer, Kollege." Jetzt sagt der garnichts mehr. "Und jetzt sehen Sie zu, das Sie Land gewinnen", sage ich dann noch auffordernd. Er steigt in sein Auto und fährt los. Ich gehe zurück ins Büro und erweitere die Online-Anzeige von gestern mit dem eben erlebten.
Nach dem ich damit fertig bin, gehe ich zurück zur Werkstatt. Ich nehme den hinteren Eingang und bin gleich in der Tischlerei. Davon abgeteilt ist eine kleine Sattlerei. Dort rattert die Nähmaschine. Ich gehe hin und treffe Kristin. Sie ist wie immer gut gelaunt und lächelt mich an. "Kann das Schweißgerät auch auf der Rückseite vom Kunstleder schweißen?" fragt sie mich, "da wo der Stoff ist?" "Ja, das geht", antworte ich, "das sollten wir vorher aber mit Resten ausprobieren." "Cool, Steffi, ich sage dann Bescheid", sagt Kristin. Ich will grade aus der Tischlerei rausgehen, da kommt mir Antje entgegen. Staunend stehe ich vor ihr. "Meine Güte, siehst Du bezaubernd aus", sage ich. Antje trägt tatsächlich ein luftiges Sommerkleid mit ausgestellten, schwingendem Rock. Antje errötet leicht. Kristin kommt dazu. "Sieht das schön aus", sagt sie begeistert. "Danke euch", sagt Antje verlegen. "Ich glaube nicht, dass Tom heute dann noch geradeaus Trommeln kann", feixe ich. Antje lächelt. "Das sieht wirklich toll aus", sage ich, "das kannst Du super tragen." "Stimmt", sagt Kristin lächelnd. Jetzt bleibe ich doch in der Werkstatt, weil Kristin auch gleich fertig ist mit dem Nähen. Ich hole uns dreien dann noch mal Kaffee. Angeregt unterhalten wir uns dann bei einem Becher Kaffee. Anschließend probieren Kristin und ich an Resten vom Kunstleder eine feste Verbindung zu schweißen. Interessiert schaut Antje zu. Nach ein paar Minuten haben wir den Dreh heraus. "Es ist besser, die Querstreben im Sitz zu schweißen, als zu nähen, sagt Kristin, "wegen der Wasserdichtigkeit." Kristin schweißt dann selber. "Ist das cool", sagt Kristin begeistert, "war eine gute Idee von dir, die Geräte zu organisieren, Steffi." "Dankeschön", sage ich. Von oben hört man das Schlagzeug. "Oh Tom ist da", sage ich. "Wollen wir mal hochgehen?" frage ich. Antje nickt.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
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Engelchen
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Re: Blutengel
Danke für das nächste Kapitel...
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Re: Blutengel
Letzter Übungsabend vorm Schützenfest
Antje und ich gehen die hintere Treppe hoch. "Geh Du mal zuerst rein", sagt Antje grinsend. "OK", sage ich und öffne die Tür zum Übungsraum. Tom sieht mich auch gleich und hört auf zu spielen. "Hallo Tom", begrüße ich ihn. "Hallo Steffi", antwortet Tom, "bist heute früh da." "Ja, ich hatte noch einiges in Werkstatt und Büro zu tun", antworte ich. Antje wartet noch vor der Tür, so dass Tom sie nicht sieht. "Hast Du Antje heute schon gesehen?" fragt er mich dann auch. "Ja, habe ich", antworte ich wahrheitsgemäß. "Und wo ist sie?" fragt Tom. "Hier oben", antworte ich. Tom schaut mich erstaunt an. In diesem Moment kommt Antje in den Raum. Sie lächelt Tom an. "Hallo Tom", sagt sie. Tom ist sprachlos und hält sich vor erstaunen die Hand vorm Mund. Amüsiert und lächelnd schauen wir Tom an. Der fasst sich so langsam. "Siehst Du schön aus", sagt er dann und kommt hinter seinen Drums hervor. Antje strahlt. "Steffi hat mich beraten", sagt Antje lächelnd. "Aber nur ein bisschen", sage ich und stehle mich dann heimlich aus dem Raum. Vor der Werkstatt sitzen dann wieder einige Leute. Ich setze mich dazu. "Auch schön, wenn unsere Cheffin öfter mal da ist", sagt Kalle. Ich lächele ihn an und zwinkere ihm zu. Magst ein gekühltes?" fragt mich Thomas. "Na klar eins darf ich", sage ich. "Antje sieht ja heute gut aus", sagt Jürgen nach einiger Zeit. "Hat das mit Dir zu tun?" fragt mich Jessi, "weil Du ja meistens auch ein Kleid trägst." "Teilweise", antworte ich und erkläre ihr die Hintergründe. "Toll", sagt Jessi dann. So nach und nach trudeln die Jungs ein. "Man hört Tom heute garnicht", sagt Alex. "Sein Auto steht aber schon hier", sagt Frank. Zusammen mit Micha gehen sie hoch. Carlos kommt grade an und bleibt noch bei uns unten. Oben geht das Fenster der Dachgaube auf. "Hier oben ist er auch nicht", sagt Alex. "Komisch", sagt Micha. Ich grinse nur. "Wenn Du schon so grinst, Steffi", sagt Frank. "Ich weiß aber auch nicht, wo sie sind", sage ich dann. "Zum See sind sie vorhin gegangen", sagt Kristin, die eben grade herauskommt. "Na gut", sagt Frank. Carlos und ich gehen dann auch hoch. Ohne groß was zu sagen, setze ich mich kurzerhand ans Schlagzeug. "Kannst Du singen und Drums spielen?" fragt Frank. "Mal versuchen", antworte ich, "aber wenn wir anfangen kommt Tom sowieso von alleine zurück." "Wo haben wir den letztes Mal aufgehört?" fragt Carlos. "Torn von Natalie Imbruglia", antworte ich, "das müsste für den Einstieg klappen." "Dann los", sagt Frank. Alex fängt mit der Gitarre an und Frank setzt dann mit den Keyboards ein, Ich fange an zu singen und klacke dabei den Takt auf dem Rand der Trommel. Dann setzt Carlos mit dem Bass ein und ich mit den Drums. Das Stück läuft eigentlich ganz gut, aber ich bin mit meinem Gesang noch nicht zufrieden. "Lass es uns noch mal spielen", sage ich. "Wieso, war doch gut", sagt Micha, Takt war echt super. "Danke, aber ich finde meine Stimme zu flach", antworte ich, "ich würde es gerne mehr ans Original anlehnen. Ein wenig höher in der Tonlage und ganz leicht heiserer gesungen." "OK, Steffi", sagt Micha. Ich fange noch mal an und merke wie ich leicht grinsen muss. Die Jungs haben es ebenfalls bemerkt. Micha und Alex nicken zustimmend. Antje und Tom kommen leise hinein. Antje lächelt, während Tom staunt.
"Wir haben schon mal angefangen", sage ich, nachdem wir fertig sind, "wir wollten das junge Glück nicht stören." "Ey Steffi!" sagt Tom gespielt entrüstet, "dann braucht ihr mich wohl nicht mehr." Ich grinse. Antje lacht. "Dann könnt ihr beide in die Welt hinausziehen, heiraten, Kinder kriegen und ihr lebt glücklich bis an euer Lebensende", sage ich. Tom ist jetzt völlig sprachlos, während Antje komplett erheitert ist. "Klasse Steffi", sagt sie, "deinen Humor möchte ich haben." "Tom, kannst Du Antje mal kurz loslassen, damit wir sie mal ganz bestaunen können", sagt Carlos trocken und haut damit voll in meine Kerbe rein. Tom ist immer noch von der Rolle. Antje dreht sich gekonnt aus Tom seinen Arm und lässt den Rock kreiseln. "Wunderschön", schwärme ich. "Das sieht sehr schön aus", sagt Frank zu Antje. Sie genießt das grade richtig. Ich stehe auf und gehe mit den Drumsticks in der Hand zu Tom. Die Sticks gebe ich Tom und sage lächelnd: "Du kannst es um Längen besser als ich." "Und ich muss mal Steffi ganz dolle drücken", sagt Antje und nimmt mich in den Arm, "danke Steffi, für Deine lieben Ratschläge." "Gerne", sage ich. Tom fasst sich so langsam wieder. "Ihr seid so eine Bande", sagt er grinsend zu uns. Er geht dann zu seinem Schlagzeug. "Jetzt nochmal mit einem richtigen Drummer", sage ich. Antje setzt sich in die Sitzecke und schaut uns zu. Wir spielen das Stück nochmal. Es geht wieder ein bisschen besser als vorher. "Das ist es, wenn man sich vollauf das Singen konzentrieren kann", sage ich, "und den Tom brauchen wir trotzdem." Tom lacht und winkt ab. Frank fragt dann die ganze Liste der Stücke ab, ob noch jemand Bedarf zur Verbesserung hat. Nachdem das durch ist, fragt Frank: "Wie ist es mit den Instrumentalstücken?" Dabei grinst er Tom und mich an. Micha bemerkt das und fragt: "Habt ihr Geheimnisse?" "Nöö, wir haben gestern nur spontan zu dritt zusammengesessen und ein Stück geübt", sagt Frank. "Aha, und welches?" fragt Carlos. "Rrrrrheinita!", antworte ich. "Das war total schön", sagt Antje, "die halbe Werkstatt war am Träumen." "Okay", sagt Alex. "Das will ich aber mal hören", sagt Carlos. Ich gehe zum Fenster nach vorne und öffne es. Unten sitzen noch einige aus der Werkstatt. "Carlos möchte Rheinita hören", rufe ich raus, "soll das Fenster offen bleiben?" "Was ist denn das für eine Frage?" sagt Jürgen lachend, "natürlich!!!" "Moment noch", sagt Kalle, "eben noch schnell die Abträum-Stellung einnehmen." Einige ruschen in ihren Stühlen in eine bequemere Position. Kalle hebt seine Hand und sagt: "Maestra, mögen Sie beginnen!" "Is"˜ schon ein abgefahrener Haufen", sage ich lachend, als ich zum E-Piano gehe. Antje nickt. Wir spielen das Stück in voller Länge. Carlos, Micha und Alex staunen. Wie gestern kommt von unten ein kräftiger Applaus, als der letzte Ton verklungen ist. "Boah! Das war ja toll", sagt Carlos. Alex und Micha stimmen zu. "Das nehmen wir mit auf", sagt Alex. "Schon passiert", antwortet Frank.
"Welche instrumentalen Stücke habt ihr sonst noch?" frage ich. Frank zeigt mir eine Liste. "Schön gemischt", sage ich, "Peter Gunn Theme sehe ich und Take Five, cool. Mir fällt da ganz spontan auch eins ein, was ich auf der Akustischen kann." Welches?", fragt Micha. Ich schaue Carlos an. ""˜Lilly was here"˜ von Candy Dulfer und Dave Stewart", sage ich. "Boah, Steffi", sagt Carlos nur und holt sein Saxophon raus. "Kennt ihr?" frage ich die anderen. "Na klar", sagt Alex erwartungsvoll. Dann fangen sie an den groovigen Grundrhythmus zu spielen. Ich fange mit der Gitarre an, Carlos spielt die Melodie als Echo. Während des Stückes improvisiert er viel. Mir läuft mehrmals eine Gänsehaut den Rücken runter. Antje hat sich eine Hocker geholt und schräg hinter Tom gesetzt. Lächelnd schaut sie von einem zum anderen. Sehr "¦ "¦ geil!!!", sage ich, als wir das Lied fertig gespielt haben. Vom Hof hört man die Leutchen klatschen, auch Antje ist begeistert. "Von hier aus zuschauen ist ja total toll", sagt sie dann. Tom schaut sie verträumt an. Von draußen hören wir die Leute "Zugabe" rufen. "Wo ich grade das Sax in der Hand habe, "Peter Gunn"?" fragt Carlos. "Ja klar", sagt Alex. Ich schnappe mir meinen Bass, dann legt Alex auch schon mit dem typischen Gitarrenriff los. Was Carlos dann mit dem Saxophon macht lässt mir fast den Atem stocken. "Wahnsinn", sage ich hinterher kurz. Ohne was zu sagen, fängt Tom an auf den Drums "Take Five" von Dave Brubeck zuspielen. Frank grinst und fängt mit dem Klavier. Dann steige ich mit dem Bass ein. Carlos sein Saxophonspiel ist echt Weltklasse. Staunend stehen Thomas und Kalle in der Tür und kommen langsam rein. "Meine Güte, habt ihr ein Repertoire am Start", sagt Thomas immer noch erstaunt.
"Einen Kontrabass haben wir nicht hier?" frage ich in die Runde. "Noch nicht", antwortet Carlos grinsend, "aber um dem Bass in Take Five näher zu kommen, hätte ich einen E-Bass ohne Bünde." Er geht zu einem Gitarrenkoffer und holt den Bass raus. "Statt Bünde sind Markierungen drauf, damit man ungefähr weiß, wo die Töne sind", sagt er und gibt ihn mir. "Mal schauen", sage ich und spiele den Basslauf des Stückes, "ist jetzt nicht so schwer, hört sich auf alle Fälle gefälliger an." Tom fängt dann wieder mit den Drums an und schon setzt Frank auch ein. "Na gut dann noch eine Runde", sage ich grinsend. Das ganze klingt jetzt schon besser, viel weicher. Ich schaue in die Runde und nicke zufrieden. Die Jungs lächeln. "So machen wir das", sagt Frank, nachdem wir fertig sind. Kalle und Thomas sind begeistert und auch von draußen hört man die Leute wieder klatschen. "Ich hätte da noch eine Idee, was man noch spielen könnte", sage ich, "kennt ihr "a Letter from St. Paul" von den Silencers"?" "Ja klar", sagt Alex. Micha kommt mit einer Fender Stratocaster zu mir. "Das Gitarrenspiel möchte ich zu gerne von dir hören und sehen", sagt er lächelnd. "Machst Du auch den Sprechgesang zwischendrin?" fragt Alex. "Hm, ja, das ist eine dunklere Frauenstimme?", frage ich und schaue zu Frank. "Habe ich da", sagt er lächelnd. "Zeig mal vorher", sage ich. Ich schaue mir den Text an und spreche ihn nach. "Könnte klappen", sage ich. Micha spielt die gleich Melodie mit einer eine Halbakustische Gitarre leicht im Hintergrund. Alex bewaffnet sich mit einer Mundharmonika. "Okay, kann losgehen", sage ich. Frank und Carlos starten, denn setzen Micha und ich parallel mit den Gitarren ein. Wir halten dabei die ganze Zeit Blickkontakt. Während des Sprechgesang halten wir uns mit den Gitarren zurück, um danach wieder voll einzusteigen. Als Alex dann mit der Harp einsetzt sieht man den meisten an, wie ihnen die Gänsehaut auf den Rücken läuft, jedenfalls ziehen sie die Schultern leicht ran, geht mir aber auch so. Antje filmt mit ihrem Handy mit. Das Stück lassen wir langsam ausklingen. Keiner sagt was. Wir schauen uns nur an. "War schon ein bisschen geil", sage ich dann. "Immer muss sie tiefstapeln", flaxt Carlos. "Das war der Hammer", sagt Micha. "Ist mit ins Repertoire aufgenommen", sagt Frank. Wir machen eine Pause und gehen auf den Hof zu den anderen die dort schon sitzen. "Na? Pause?" fragt Harald, "das war ja echt super, alles." "Dankeschön", sage ich lieb. "Ich habe mal ein bisschen mitgefilmt", sagt Antje "ich schicke das gleich mal an euch weiter."
"Eben tauchte Klein Bruce hier kurz auf", sagt Jürgen, "obwohl den eigentlich keiner eingeladen hatte." "Aha", sage ich, "hat der gesagt, was er wollte?" "Nöö, der hat nur kurz gelauscht und ist dann schlecht gelaunt wieder abgehauen", sagt Jürgen. "Na ja, Jürgen hat ihn auch etwas abfällig gefragt, was er denn hier zu suchen hat", sagt Harald grinsend. Ich schüttele lachend den Kopf. Micha ist etwas besorgt. " Mal abwarten, der führt was im Schilde", sagt er dann. Wir bleiben auf ein Getränk noch sitzen, dann gehen wir wieder hoch und üben noch einige Stücke. "Also, ich bin eigentlich zufrieden, mit dem was wir gemacht haben", sagt Micha kurz bevor wir Feierabend machen. "Na, wenn Herr Doktor das so sagt, dann ist das auch so", feixt Carlos. Ich schaue von einem zum anderen, weil ich diese Flaxerei, die sie untereinander machen, auch erstmal lernen muss. "Na Steffi?" fragt mich Frank grinsend. "Alles gut", sage ich, "ich bin ja schließlich noch im Lernprozess." "Du hältst schon ganz gut mit", sagt Carlos grinsend. Anschließend packen wir schon mal einige Sachen zusammen. "Ich habe den Sprinter für Samstag reserviert", sage ich, "und wenn der für das Equipment nicht reicht, hat Jürgen auch noch einen Anhänger für uns." "Super, Steffi", freut sich Alex, "dann treffen wir uns am besten Samstagvormittag zum Einladen." "OK, dann hätte ich noch eine Sache", sagt Frank, "unser Bandname braucht dann wohl auch ein Update." "Wieso, passt doch", sage ich, "da kann sich jeder überlegen, wer von uns Sechs die Fünf Rätselhaften sind." "Ja, nee", sagt Frank lachend. "Vielleicht so, wie unser Gruppenname in WhatsApp ist", sagt Micha, "die Fünf und sie?" "Hm", sagt Tom. Auch wir anderen sind wenig begeistert. "Ich würde den Namen recht kurz halten", sage ich, "sonst kommen garantiert irgendwelche Schlauberger mit Aküfi (Abkürzfimmel) und verstümmeln den Namen. Dann heißen wir auf einmal: DFrHuS. (Die Fünf rätselhaften Herren und Sie)." Nachdem sie sich vor Lachen wieder gefangen haben, schlage ich vor: "Ich würde einfach "die Rätselhaften" nehmen, oder wenn es eventuell auch English sein darf, "the Mysterious." "Ja geil", sagt Frank. Die anderen zögern noch. "Ich finde das auch gut", sagt Carlos. "Ich finde das englische besser", sagt Micha. "Ich auch", fügt Alex hinzu. Alle schauen zu Tom. "Was meinst Du?" fragt Carlos. "Tom kriegt seinen eignen Bandnamen", flaxe ich, ""der Sprachlos-Verliebte." "Ey Stefanie", lacht Tom, auch Antje kichert. "Ich wäre dann auch für "the Mysterious"", sagt Tom dann. "Dann sagen wir das Samantha und Cordula", sagt Micha, "ich würde dann vorschlagen, dass wir dann nach dem Schützenfest den neuen Namen nutzen." "Ja würde ich auch so sagen", antworte ich, "da heißen wir dann eben noch "dfrhus"." Das ist für die Jungs wieder ein Lacher, weil ich es "Def-rhus" ausspreche. Wir verlassen unseren Übungsraum und ich schließe ab. Draußen verabschieden wir uns. "Ich bleibe noch hier", sagt Tom und hält Antje im Arm. Die anderen fahren vom Hof. Es ist schon fast Dunkel und von oben leuchtet der Mond. Schön warm ist es auch noch. "Unten im Bootshaus liegt ein funktionsfähiges Ruderboot", sage ich und zwinkere Tom und Antje zu, "der Abend ist doch perfekt für eine kleine Bootsfahrt." Tom schaut mich erstaunt an, Antje ist begeistert. "Ein Schlüssel für das Bootshaus hängt bei euch im Schlüsselkasten", sage ich leise zu Antje und Tom. "Danke Steffi", sagt Antje und zieht Tom hinter sich her. "Bitte schön und viel Spaß", sage ich, "Tschüss dann." "Tschüss Steffi", sagen beide und gehen den Schlüssel holen. Ich steige in mein Auto und fahre langsam zur Ausfahrt. Antje und Tom kommen wieder aus der Werkstatt und gehen engumschlungen zum See. Ich freue mich für beide. Die beiden passen richtig gut zusammen, einmal der verträumte Tom und Antje scheint ja lockerer drauf zu sein als ich sie ursprünglich eingeschätzt habe. Ich fahre jetzt zu meiner Sandra. Unterwegs rufe ich sie an und sage, dass ich jetzt komme. "Mmhh, ich erwarte dich schon sehnsüchtig", haucht Sandra erotisch ins Telefon. "Oje, ich muss irgendwie noch gradeaus fahren", sage ich lachend, "bis gleich meine süße Sandra." "Bis gleich Stefanie", sagt Sandra.
Antje und ich gehen die hintere Treppe hoch. "Geh Du mal zuerst rein", sagt Antje grinsend. "OK", sage ich und öffne die Tür zum Übungsraum. Tom sieht mich auch gleich und hört auf zu spielen. "Hallo Tom", begrüße ich ihn. "Hallo Steffi", antwortet Tom, "bist heute früh da." "Ja, ich hatte noch einiges in Werkstatt und Büro zu tun", antworte ich. Antje wartet noch vor der Tür, so dass Tom sie nicht sieht. "Hast Du Antje heute schon gesehen?" fragt er mich dann auch. "Ja, habe ich", antworte ich wahrheitsgemäß. "Und wo ist sie?" fragt Tom. "Hier oben", antworte ich. Tom schaut mich erstaunt an. In diesem Moment kommt Antje in den Raum. Sie lächelt Tom an. "Hallo Tom", sagt sie. Tom ist sprachlos und hält sich vor erstaunen die Hand vorm Mund. Amüsiert und lächelnd schauen wir Tom an. Der fasst sich so langsam. "Siehst Du schön aus", sagt er dann und kommt hinter seinen Drums hervor. Antje strahlt. "Steffi hat mich beraten", sagt Antje lächelnd. "Aber nur ein bisschen", sage ich und stehle mich dann heimlich aus dem Raum. Vor der Werkstatt sitzen dann wieder einige Leute. Ich setze mich dazu. "Auch schön, wenn unsere Cheffin öfter mal da ist", sagt Kalle. Ich lächele ihn an und zwinkere ihm zu. Magst ein gekühltes?" fragt mich Thomas. "Na klar eins darf ich", sage ich. "Antje sieht ja heute gut aus", sagt Jürgen nach einiger Zeit. "Hat das mit Dir zu tun?" fragt mich Jessi, "weil Du ja meistens auch ein Kleid trägst." "Teilweise", antworte ich und erkläre ihr die Hintergründe. "Toll", sagt Jessi dann. So nach und nach trudeln die Jungs ein. "Man hört Tom heute garnicht", sagt Alex. "Sein Auto steht aber schon hier", sagt Frank. Zusammen mit Micha gehen sie hoch. Carlos kommt grade an und bleibt noch bei uns unten. Oben geht das Fenster der Dachgaube auf. "Hier oben ist er auch nicht", sagt Alex. "Komisch", sagt Micha. Ich grinse nur. "Wenn Du schon so grinst, Steffi", sagt Frank. "Ich weiß aber auch nicht, wo sie sind", sage ich dann. "Zum See sind sie vorhin gegangen", sagt Kristin, die eben grade herauskommt. "Na gut", sagt Frank. Carlos und ich gehen dann auch hoch. Ohne groß was zu sagen, setze ich mich kurzerhand ans Schlagzeug. "Kannst Du singen und Drums spielen?" fragt Frank. "Mal versuchen", antworte ich, "aber wenn wir anfangen kommt Tom sowieso von alleine zurück." "Wo haben wir den letztes Mal aufgehört?" fragt Carlos. "Torn von Natalie Imbruglia", antworte ich, "das müsste für den Einstieg klappen." "Dann los", sagt Frank. Alex fängt mit der Gitarre an und Frank setzt dann mit den Keyboards ein, Ich fange an zu singen und klacke dabei den Takt auf dem Rand der Trommel. Dann setzt Carlos mit dem Bass ein und ich mit den Drums. Das Stück läuft eigentlich ganz gut, aber ich bin mit meinem Gesang noch nicht zufrieden. "Lass es uns noch mal spielen", sage ich. "Wieso, war doch gut", sagt Micha, Takt war echt super. "Danke, aber ich finde meine Stimme zu flach", antworte ich, "ich würde es gerne mehr ans Original anlehnen. Ein wenig höher in der Tonlage und ganz leicht heiserer gesungen." "OK, Steffi", sagt Micha. Ich fange noch mal an und merke wie ich leicht grinsen muss. Die Jungs haben es ebenfalls bemerkt. Micha und Alex nicken zustimmend. Antje und Tom kommen leise hinein. Antje lächelt, während Tom staunt.
"Wir haben schon mal angefangen", sage ich, nachdem wir fertig sind, "wir wollten das junge Glück nicht stören." "Ey Steffi!" sagt Tom gespielt entrüstet, "dann braucht ihr mich wohl nicht mehr." Ich grinse. Antje lacht. "Dann könnt ihr beide in die Welt hinausziehen, heiraten, Kinder kriegen und ihr lebt glücklich bis an euer Lebensende", sage ich. Tom ist jetzt völlig sprachlos, während Antje komplett erheitert ist. "Klasse Steffi", sagt sie, "deinen Humor möchte ich haben." "Tom, kannst Du Antje mal kurz loslassen, damit wir sie mal ganz bestaunen können", sagt Carlos trocken und haut damit voll in meine Kerbe rein. Tom ist immer noch von der Rolle. Antje dreht sich gekonnt aus Tom seinen Arm und lässt den Rock kreiseln. "Wunderschön", schwärme ich. "Das sieht sehr schön aus", sagt Frank zu Antje. Sie genießt das grade richtig. Ich stehe auf und gehe mit den Drumsticks in der Hand zu Tom. Die Sticks gebe ich Tom und sage lächelnd: "Du kannst es um Längen besser als ich." "Und ich muss mal Steffi ganz dolle drücken", sagt Antje und nimmt mich in den Arm, "danke Steffi, für Deine lieben Ratschläge." "Gerne", sage ich. Tom fasst sich so langsam wieder. "Ihr seid so eine Bande", sagt er grinsend zu uns. Er geht dann zu seinem Schlagzeug. "Jetzt nochmal mit einem richtigen Drummer", sage ich. Antje setzt sich in die Sitzecke und schaut uns zu. Wir spielen das Stück nochmal. Es geht wieder ein bisschen besser als vorher. "Das ist es, wenn man sich vollauf das Singen konzentrieren kann", sage ich, "und den Tom brauchen wir trotzdem." Tom lacht und winkt ab. Frank fragt dann die ganze Liste der Stücke ab, ob noch jemand Bedarf zur Verbesserung hat. Nachdem das durch ist, fragt Frank: "Wie ist es mit den Instrumentalstücken?" Dabei grinst er Tom und mich an. Micha bemerkt das und fragt: "Habt ihr Geheimnisse?" "Nöö, wir haben gestern nur spontan zu dritt zusammengesessen und ein Stück geübt", sagt Frank. "Aha, und welches?" fragt Carlos. "Rrrrrheinita!", antworte ich. "Das war total schön", sagt Antje, "die halbe Werkstatt war am Träumen." "Okay", sagt Alex. "Das will ich aber mal hören", sagt Carlos. Ich gehe zum Fenster nach vorne und öffne es. Unten sitzen noch einige aus der Werkstatt. "Carlos möchte Rheinita hören", rufe ich raus, "soll das Fenster offen bleiben?" "Was ist denn das für eine Frage?" sagt Jürgen lachend, "natürlich!!!" "Moment noch", sagt Kalle, "eben noch schnell die Abträum-Stellung einnehmen." Einige ruschen in ihren Stühlen in eine bequemere Position. Kalle hebt seine Hand und sagt: "Maestra, mögen Sie beginnen!" "Is"˜ schon ein abgefahrener Haufen", sage ich lachend, als ich zum E-Piano gehe. Antje nickt. Wir spielen das Stück in voller Länge. Carlos, Micha und Alex staunen. Wie gestern kommt von unten ein kräftiger Applaus, als der letzte Ton verklungen ist. "Boah! Das war ja toll", sagt Carlos. Alex und Micha stimmen zu. "Das nehmen wir mit auf", sagt Alex. "Schon passiert", antwortet Frank.
"Welche instrumentalen Stücke habt ihr sonst noch?" frage ich. Frank zeigt mir eine Liste. "Schön gemischt", sage ich, "Peter Gunn Theme sehe ich und Take Five, cool. Mir fällt da ganz spontan auch eins ein, was ich auf der Akustischen kann." Welches?", fragt Micha. Ich schaue Carlos an. ""˜Lilly was here"˜ von Candy Dulfer und Dave Stewart", sage ich. "Boah, Steffi", sagt Carlos nur und holt sein Saxophon raus. "Kennt ihr?" frage ich die anderen. "Na klar", sagt Alex erwartungsvoll. Dann fangen sie an den groovigen Grundrhythmus zu spielen. Ich fange mit der Gitarre an, Carlos spielt die Melodie als Echo. Während des Stückes improvisiert er viel. Mir läuft mehrmals eine Gänsehaut den Rücken runter. Antje hat sich eine Hocker geholt und schräg hinter Tom gesetzt. Lächelnd schaut sie von einem zum anderen. Sehr "¦ "¦ geil!!!", sage ich, als wir das Lied fertig gespielt haben. Vom Hof hört man die Leutchen klatschen, auch Antje ist begeistert. "Von hier aus zuschauen ist ja total toll", sagt sie dann. Tom schaut sie verträumt an. Von draußen hören wir die Leute "Zugabe" rufen. "Wo ich grade das Sax in der Hand habe, "Peter Gunn"?" fragt Carlos. "Ja klar", sagt Alex. Ich schnappe mir meinen Bass, dann legt Alex auch schon mit dem typischen Gitarrenriff los. Was Carlos dann mit dem Saxophon macht lässt mir fast den Atem stocken. "Wahnsinn", sage ich hinterher kurz. Ohne was zu sagen, fängt Tom an auf den Drums "Take Five" von Dave Brubeck zuspielen. Frank grinst und fängt mit dem Klavier. Dann steige ich mit dem Bass ein. Carlos sein Saxophonspiel ist echt Weltklasse. Staunend stehen Thomas und Kalle in der Tür und kommen langsam rein. "Meine Güte, habt ihr ein Repertoire am Start", sagt Thomas immer noch erstaunt.
"Einen Kontrabass haben wir nicht hier?" frage ich in die Runde. "Noch nicht", antwortet Carlos grinsend, "aber um dem Bass in Take Five näher zu kommen, hätte ich einen E-Bass ohne Bünde." Er geht zu einem Gitarrenkoffer und holt den Bass raus. "Statt Bünde sind Markierungen drauf, damit man ungefähr weiß, wo die Töne sind", sagt er und gibt ihn mir. "Mal schauen", sage ich und spiele den Basslauf des Stückes, "ist jetzt nicht so schwer, hört sich auf alle Fälle gefälliger an." Tom fängt dann wieder mit den Drums an und schon setzt Frank auch ein. "Na gut dann noch eine Runde", sage ich grinsend. Das ganze klingt jetzt schon besser, viel weicher. Ich schaue in die Runde und nicke zufrieden. Die Jungs lächeln. "So machen wir das", sagt Frank, nachdem wir fertig sind. Kalle und Thomas sind begeistert und auch von draußen hört man die Leute wieder klatschen. "Ich hätte da noch eine Idee, was man noch spielen könnte", sage ich, "kennt ihr "a Letter from St. Paul" von den Silencers"?" "Ja klar", sagt Alex. Micha kommt mit einer Fender Stratocaster zu mir. "Das Gitarrenspiel möchte ich zu gerne von dir hören und sehen", sagt er lächelnd. "Machst Du auch den Sprechgesang zwischendrin?" fragt Alex. "Hm, ja, das ist eine dunklere Frauenstimme?", frage ich und schaue zu Frank. "Habe ich da", sagt er lächelnd. "Zeig mal vorher", sage ich. Ich schaue mir den Text an und spreche ihn nach. "Könnte klappen", sage ich. Micha spielt die gleich Melodie mit einer eine Halbakustische Gitarre leicht im Hintergrund. Alex bewaffnet sich mit einer Mundharmonika. "Okay, kann losgehen", sage ich. Frank und Carlos starten, denn setzen Micha und ich parallel mit den Gitarren ein. Wir halten dabei die ganze Zeit Blickkontakt. Während des Sprechgesang halten wir uns mit den Gitarren zurück, um danach wieder voll einzusteigen. Als Alex dann mit der Harp einsetzt sieht man den meisten an, wie ihnen die Gänsehaut auf den Rücken läuft, jedenfalls ziehen sie die Schultern leicht ran, geht mir aber auch so. Antje filmt mit ihrem Handy mit. Das Stück lassen wir langsam ausklingen. Keiner sagt was. Wir schauen uns nur an. "War schon ein bisschen geil", sage ich dann. "Immer muss sie tiefstapeln", flaxt Carlos. "Das war der Hammer", sagt Micha. "Ist mit ins Repertoire aufgenommen", sagt Frank. Wir machen eine Pause und gehen auf den Hof zu den anderen die dort schon sitzen. "Na? Pause?" fragt Harald, "das war ja echt super, alles." "Dankeschön", sage ich lieb. "Ich habe mal ein bisschen mitgefilmt", sagt Antje "ich schicke das gleich mal an euch weiter."
"Eben tauchte Klein Bruce hier kurz auf", sagt Jürgen, "obwohl den eigentlich keiner eingeladen hatte." "Aha", sage ich, "hat der gesagt, was er wollte?" "Nöö, der hat nur kurz gelauscht und ist dann schlecht gelaunt wieder abgehauen", sagt Jürgen. "Na ja, Jürgen hat ihn auch etwas abfällig gefragt, was er denn hier zu suchen hat", sagt Harald grinsend. Ich schüttele lachend den Kopf. Micha ist etwas besorgt. " Mal abwarten, der führt was im Schilde", sagt er dann. Wir bleiben auf ein Getränk noch sitzen, dann gehen wir wieder hoch und üben noch einige Stücke. "Also, ich bin eigentlich zufrieden, mit dem was wir gemacht haben", sagt Micha kurz bevor wir Feierabend machen. "Na, wenn Herr Doktor das so sagt, dann ist das auch so", feixt Carlos. Ich schaue von einem zum anderen, weil ich diese Flaxerei, die sie untereinander machen, auch erstmal lernen muss. "Na Steffi?" fragt mich Frank grinsend. "Alles gut", sage ich, "ich bin ja schließlich noch im Lernprozess." "Du hältst schon ganz gut mit", sagt Carlos grinsend. Anschließend packen wir schon mal einige Sachen zusammen. "Ich habe den Sprinter für Samstag reserviert", sage ich, "und wenn der für das Equipment nicht reicht, hat Jürgen auch noch einen Anhänger für uns." "Super, Steffi", freut sich Alex, "dann treffen wir uns am besten Samstagvormittag zum Einladen." "OK, dann hätte ich noch eine Sache", sagt Frank, "unser Bandname braucht dann wohl auch ein Update." "Wieso, passt doch", sage ich, "da kann sich jeder überlegen, wer von uns Sechs die Fünf Rätselhaften sind." "Ja, nee", sagt Frank lachend. "Vielleicht so, wie unser Gruppenname in WhatsApp ist", sagt Micha, "die Fünf und sie?" "Hm", sagt Tom. Auch wir anderen sind wenig begeistert. "Ich würde den Namen recht kurz halten", sage ich, "sonst kommen garantiert irgendwelche Schlauberger mit Aküfi (Abkürzfimmel) und verstümmeln den Namen. Dann heißen wir auf einmal: DFrHuS. (Die Fünf rätselhaften Herren und Sie)." Nachdem sie sich vor Lachen wieder gefangen haben, schlage ich vor: "Ich würde einfach "die Rätselhaften" nehmen, oder wenn es eventuell auch English sein darf, "the Mysterious." "Ja geil", sagt Frank. Die anderen zögern noch. "Ich finde das auch gut", sagt Carlos. "Ich finde das englische besser", sagt Micha. "Ich auch", fügt Alex hinzu. Alle schauen zu Tom. "Was meinst Du?" fragt Carlos. "Tom kriegt seinen eignen Bandnamen", flaxe ich, ""der Sprachlos-Verliebte." "Ey Stefanie", lacht Tom, auch Antje kichert. "Ich wäre dann auch für "the Mysterious"", sagt Tom dann. "Dann sagen wir das Samantha und Cordula", sagt Micha, "ich würde dann vorschlagen, dass wir dann nach dem Schützenfest den neuen Namen nutzen." "Ja würde ich auch so sagen", antworte ich, "da heißen wir dann eben noch "dfrhus"." Das ist für die Jungs wieder ein Lacher, weil ich es "Def-rhus" ausspreche. Wir verlassen unseren Übungsraum und ich schließe ab. Draußen verabschieden wir uns. "Ich bleibe noch hier", sagt Tom und hält Antje im Arm. Die anderen fahren vom Hof. Es ist schon fast Dunkel und von oben leuchtet der Mond. Schön warm ist es auch noch. "Unten im Bootshaus liegt ein funktionsfähiges Ruderboot", sage ich und zwinkere Tom und Antje zu, "der Abend ist doch perfekt für eine kleine Bootsfahrt." Tom schaut mich erstaunt an, Antje ist begeistert. "Ein Schlüssel für das Bootshaus hängt bei euch im Schlüsselkasten", sage ich leise zu Antje und Tom. "Danke Steffi", sagt Antje und zieht Tom hinter sich her. "Bitte schön und viel Spaß", sage ich, "Tschüss dann." "Tschüss Steffi", sagen beide und gehen den Schlüssel holen. Ich steige in mein Auto und fahre langsam zur Ausfahrt. Antje und Tom kommen wieder aus der Werkstatt und gehen engumschlungen zum See. Ich freue mich für beide. Die beiden passen richtig gut zusammen, einmal der verträumte Tom und Antje scheint ja lockerer drauf zu sein als ich sie ursprünglich eingeschätzt habe. Ich fahre jetzt zu meiner Sandra. Unterwegs rufe ich sie an und sage, dass ich jetzt komme. "Mmhh, ich erwarte dich schon sehnsüchtig", haucht Sandra erotisch ins Telefon. "Oje, ich muss irgendwie noch gradeaus fahren", sage ich lachend, "bis gleich meine süße Sandra." "Bis gleich Stefanie", sagt Sandra.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
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Stephanie
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Re: Blutengel
Gitarre kaufen und ein bisschen rumshoppen
Als ich bei Sandra die Tür aufschließe ist nur spärliches Licht an. "Hm, wir haben doch gerade telefoniert", denke ich mir, "sie kann doch nicht schon schlafen gegangen sein." Im Flur fällt mir so ein kleiner Post-it Aufkleber auf dem Fußboden auf. Ein Herzchen ist draufgemalt und in dem Herzchen steht ein "S". Ich gehe weiter ins Wohnzimmer und sehe weiter solche Pfeile. Sie führen mich zur Terrasse und dann zum Pool. Im Pool ist auch eine spärliche Beleuchtung an, dann erkenne ich, das da Kerzen brennen. Ich betrete das Poolhaus. Sandra liegt auf der Flamingo Badeinsel und schaut mich an. Sie trägt nur ein knappes Höschen und einen BH. "Wow!", sage ich erstaunt. Ich gehe näher ran. Sie hat sich ihre Lockenmähne noch etwas auf toupiert und hat die Augen dunkel geschminkt. Ich schaue sie die ganze Zeit an, während ich mich langsam bis auf die Unterwäsche ausziehe. Sandra schaut mich ebenfalls nur an und ich meine ein leichtes Zittern vor Erregung zu sehen. Langsam klettere ich zu ihr auf die Insel und lege mich gaaaaanz langsam auf sie drauf. Ihre Arme umschließen mich. Ich schaue sie an. "Du siehst bezaubernd schön aus", sage ich und führe mein Kopf langsam zu ihr hin. Ganz zart berühren sich unsere Lippen. Und ganz langsam steigern wir die Intensität des Kusses. Wir streicheln uns und steigern uns in ein wunderschönes Liebesspiel. Wir bleiben lange engumschlungen nebeneinander liegen. "Meine Stefanie", seufzt Sandra leise. Ich kraule ihr den Nacken und spiele dabei mit ihren wunderschönen Locken. Sandra angelt sich vom Rand eine warme Decke und breitet sie über uns aus. Es dauert nicht lange und ich schlafe ein.
Ein "Piep, piep, piep" von einem Wecker macht mich wach. Sandra wird ebenfalls wach. Wir liegen immer noch unter der kuschelig warmen Decke auf der Badeinsel. Ich schaue Sandra strahlend an. "Toll!" sage ich ergriffen. "Guten Morgen, meine liebe und schöne Stefanie", sagt Sandra. " Guten Morgen, Du süßes Geschöpf", sage ich. Sandra hat sich neben mir mit einem Arm aufgestützt. Die Insel schaukelt leicht unter unseren Bewegungen. "Hast Du gut geschlafen?" fragt Sandra. "Ja", sage ich leise. "Das ist so toll mit Dir", sagt Sandra. "Ich bin so froh, dass ich Dich habe", sage ich und streichele sie leicht auf der Schulter. Sandra drückt mich ganz lieb. Nach einer Weile klettern wir von der Insel. "Ich könnte da noch den ganzen Tag mit Dir liegen", sage ich verträumt. "Ich auch", sagt Sandra. "Danke für den schönen Abend", sage ich lieb zu ihr, "das hast Du wunderbar vorbereitet." "Ich danke dir auch", sagt Sandra verliebt. Wir ziehen uns schnell was über und gehen rüber ins Haus. Im Bad werde ich eher fertig und bereite schon mal das Frühstück vor. Die Katzen füttere ich auch gleich. Sandra kommt dann auch aus dem Bad. Sie hat sich dann wieder etwas Business-mäßiger zurecht gemacht. "Das Augen Makeup wäre voll zu heftig gewesen", sagt sie lächelnd. Da stimme ich ihr zu. Während wir frühstücken, fragt mich Sandra nach dem gestrigen Tag aus. Ich erzähle es ihr und zeige die Videos, die Antje gemacht hat. "Toll Stefanie, der Auftritt wird bestimmt super", sagt Sandra. Dann erzähle ich noch von Antje und Tom und zeige ihr noch ein Bild von Antje im Kleid. "Oh, sieht das süß aus", sagt Sandra verzückt. Ich erkläre die Hintergründe und von dem Gespräch, was Antje bei mir gesucht hatte. "Sie sieht so schön aus", sagt Sandra verträumt. "Tom hat es auch etwas umgehauen, als es sie so gesehen hat", sage ich, "ich freue mich echt für die Beiden." "Ich auch", sagt Sandra.
"Was machst Du dann heute noch so?" fragt Sandra. "Hm, eigentlich müsste ich mich nach einer Gitarre umschauen",, sage ich, "ich brauche eigentlich eine Akustische mit Stahlsaiten. Meine jetzige hat ja Nylonsaiten." "Einfach Stahlsaiten aufziehen geht nicht?" fragt Sandra. "Weiß nicht, ob der Hals das mitmacht", sage ich, "da ist schon mehr Dampf drauf. Eigentlich brauche ich auch beides, das habe ich gestern gemerkt." "Stimmt, das was Du mit Carlos gespielt hast (auf dem Video von Antje) klingt glaube ich auch besser mit Stahlsaiten", sagt Sandra. "Gibt es den großen Instrumentenladen in der Innenstadt noch?" frage ich, "der wollte doch schließen." "Ja der ist noch da", sagt Sandra. "OK, da fahre ich heute Nachmittag hin", sage ich. "Du hast doch bestimmt nichts dagegen, wenn ich mitkomme?" fragt Sandra. "Absolut nicht", sage ich lachend, "das ist doch bestimmt großes Kino, mit Dir durch die Stadt zu gehen." Sandra schaut mich an, sie schwankt zwischen Staunen und Freude. "Du fühlst Dich dabei wohl?" fragt sie vorsichtig. Statt einer Antwort bekommt sie dieses Mal von mir einen Wahnsinnskuss. "Danke Stefanie", sagt sie sichtlich berührt. Wir stellen unsere Frühstückssachen weg und machen uns auf den Weg zur Arbeit. In der Mittagspause treffen wir uns wie üblich. "Ich könnte nachher ab Fünf", sagt Sandra. "Die Zeit ist gut, das passt mir auch", sage ich. "Ich hole Dich dann ab", sagt Sandra lieb lächelnd.
Um kurz vor Fünf ruft mich Sandra an und sagt, dass sie gleich losfährt. Ich gehe runter zur Tür, da kommt sie auch schon angefahren. "Bitte einsteigen", sagt Sandra lieb lächelnd aus dem offenen Fenster. Ich steige ein und sie fährt zügig los. In Richtung Innenstadt ist es etwas voll heute und es geht langsam voran, dazu gesellt sich noch eine Baustelle die beide Fahrbahnen auf eine verengt. Rechts neben uns steht ein Auto mit zwei Kerlen drin, die augenscheinlich jünger sind als wir. Allerdings haben wir wohl ihr Interesse geweckt. "Achtung Stefanie, Lektion eins, Flirten im Stau", sagt Sandra grinsend. "Hallo, ihr beiden, das ist aber ein ungewöhnliches Auto für zwei zuckersüße Mädels", sagt der Fahrer des anderen Autos. Sandra schaut mit Augenaufschlag rüber. Ich erinnere mich an Sandras Spruch, als ich das erste Mal ihren Audi sah. Den wende ich jetzt auch direkt an. "Du, auch Mädchen brauchen Potenzverstärker", sage ich und schaue etwas treudoof dabei. Den beiden Typen klappt der Unterkiefer runter. Auf unserer Seite geht es grade weiter und Sandra fährt ein Stück vor, dann lacht sie herzhaft los. "Ach Stefanie, schön", sagt sie und schaut mich lachend an. "Der ist aber auch zu schön der Spruch", sage ich grinsend. Sandra schaut in den Rückspiegel. "Die versuchen ran zu kommen", sagt sie "aber klappt wohl noch nicht." "Nee, der neben uns hat uns grade realisiert", sage ich. Der vergisst glatt das weiterfahren. Die hinter ihm sind am hupen. Er fährt dann weiter und die beiden Typen sind wieder neben uns. Allerdings verengt sich jetzt die Fahrbahn durch die Baustelle und die Beiden müssen die Spur wechseln. "Dürfen wir da reinkommen?" fragt mich der Fahrer. "Ja, aber nur in die Lücke vor uns", sage ich, "bei mir ist schon alles belegt." Ich verdrehe leicht die Augen. Der Fahrer schaut mich an und weiß wohl nicht, ob er lachen oder staunen soll. "Na hopp jetzt, rein in die Lücke", sage ich. Zügig fährt er rein. Sandra schüttet sich aus vor Lachen. "He, Stefanie, Du bist drauf, wie eine Große", lacht Sandra, "wo hast Du das denn gelernt?" "Neulich, als ich mit Susanne shoppen war", sage ich grinsend, "außerdem kenne ich ja die andere Seite auch sehr gut." "Klasse" sagt Sandra lachend. Wir parken in einem Parkhaus in der Nähe des Instrumentenladens. Dann gehen direkt dorthin.
Wir betreten den Laden und schauen uns erstmal um. "Das ist ja riesig hier, so habe ich das gar nicht mehr in Erinnerung", sage ich. "Was hast Du denn mal beim letzten Mal hier gekauft?" fragt Sandra. "Ein Keyboard für die Familie", sage ich, das steht jetzt bei mir unter der Eisenbahn. Warum meine Gattin das loswerden wollte, weiß ich auch nicht." Ein Verkäufer kommt zu uns. Sandra lächelt ihn an. "Hallo Sandra", sagt der dann auch gleich. "Hallo Björn", grüßt Sandra freundlich zurück. "Wir kennen uns von der Schule", sagt Sandra dann noch. "OK, Braunschweig ist ja außerdem ein Dorf", flaxe ich. "Kann ich euch helfen?" fragt Björn. "Ja, ich suche eine akustische mit Stahlsaiten", sage ich, "nach Möglichkeit mit einem satten Klang." Björn sucht eine raus. "Eine schöne Westerngitarre, versuch die mal", sagt er. Ich spiele sie an und stimme noch mal nach. Dann spiele ich die akustische Begleitgitarre von einem R.E.M. Song. "Hey cool", sagt Björn, "das ist "so far, so numb" von R.E.M.. Ich schaue ihn erstaunt an. "Ich bin bekennender R.E.M. Fan", sagt Björn. "Klasse", sage ich, "ich auch." Björn sucht mir noch einige Gitarren heraus. Eine hat ein eingebautes Mikro. "Wenn Du magst, kannst Du die gerne mal über Verstärker spielen. Es gibt neben den Gitarren eine kleine, flache Bühne, wo einige Verstärker und Effektgeräte stehen. Da gehe ich hin. Björn schaltet ein paar Geräte an. Ich schließe die Gitarre an und streiche über die Saiten. "Ups, ist das nicht zu laut?" frage ich. "Kommt drauf an, was Du spielst", ruft ein anderer Verkäufer weiter hinten im Laden lächelnd. "Okay", sage ich. Vor mir steht ein Mikro. "Ist das an?" frage ich und tappe mit dem Finger ein paarmal drauf. Man hört den Fingerschlag in den Boxen. Ich gehe ans Mikro und sage: Hi, ich bin Steffi und das ist was ich tue." (Angelehnt an den Spruch, den Michael Stipe von R.E.M. früher auf Konzerten brachte) Dann stimme ich "Man on the Moon" von R.E.M. an und fange an zu singen. Der andere Verkäufer kommt ran. "Aller Schwede, was ist denn das für eine heiße Stimme", sagt er, als ich fertig bin. Sandra grinst. "Stefanies Stimme ist das", sagt sie dann, "hallo Thore, schön Dich zu sehen." "Hallo Sandra", sagt Thore, "wie geht es Dir? Ich habe Dich seit der Party bei JB nicht mehr gesehen." (JB ist der Name von der Kneipe von Jens und Bernie). "Gut geht es mir", antwortet Sandra. Ich schaue mir derweil die Gitarre an, höre aber mit einem Ohr bei Sandra zu. "Hat sich das mit deinem Liebeskummer den Abend dann gebessert", fragt Thore. Ich grinse leicht. "Du warst doch unsterblich in die Sängerin von der Band verliebt", sagt Thore weiter. "Bin ich immer noch", sagt Sandra lächelnd. "Und wie", füge ich hinzu. Thore schaut mich an. "Oha, Entschuldigung, jetzt erkenne ich Dich erst", sagt Thore, "du hast die Haare irgendwie anders." "Jupp, kürzer und heller"!, sage ich lächelnd. "Ach ist das schön für euch", sagt Thore. "Woher kennt ihr euch?" frage ich. "Aus der Szene hier in Braunschweig", sagt Sandra, "wir haben unter anderem vor vielen Jahren den CSD organisiert." "Oh, schön", sage ich.
Ich spiel die Gitarre noch mal ohne Verstärker. "Klasse, die ist toll, die würde ich nehme", sage ich schließlich. Der Preis ist auch OK. "Möchtest Du noch einen Tasche oder einen Koffer dazu?", fragt Björn. "Koffer wär gut", sage ich und folge ihm ein paar Meter. Nachdem wir einen passenden gefunden haben gehen wir zurück. Sandra und Thore stehen bei den E-Gitarren. "Guck mal Stefanie, die würde zu Deinem Kleid für Samstag passen", sagt Sandra und hat eine dunkelblaue Fender Strat in den Händen. "Woher weißt Du das?" frage ich. Sandra zieht ein Reststück Stoff von dem Kleid aus der Handtasche und legt es auf die Gitarre. "Hier guck", sagt sie. "Ja stimmt", sage ich lachend, "wenn Frauen shoppen gehen, überlassen sie nichts dem Zufall." Sie gibt mir die Gitarre. "Auf dem einen Video, was Antje gestern geschickt hat, hattest Du auch eine Strat gespielt", sagt Sandra. "Die war von Micha", sage ich. Björn und Thore schauen uns zu. "Kannst gerne drauf spielen", sagt Thore. "Hm, kann ich gerne machen, die übersteigt aber völlig mein Budget", sage ich zögernd. Ich gehe wieder auf die flache Bühne und stöpsele die Gitarre an. Dann schalte ich nur einen Verzerrer auf. Ich schaue Björn an. "Du bist R.E.M. Fan, sagtest Du", sage ich fragend. Björn nickt. "Ich übrigens auch", sagt Thore lächelnd, "war echt super, was Du den Abend abgerissen hast." Und wer errötet grade leicht? Ich natürlich. "Okay, das hier hatten wir den Abend nicht gespielt", sage ich und greife in die Saiten. Ich spiele "let me in" von R.E.M.. Das ist im Original überwiegend auf der Gitarre gespielt. Michael Stipe hat es geschrieben, nachdem Kurt Cobain sich 1994 erschossen hatte. Nachdem ich die ersten Riffs gespielt habe, fange ich an zu singen. Ich verstelle meine Stimme auch gar nicht. Im Laden sind noch etliche Leute, die grade alle zu mir rüber schauen. Einige staunen, einige lächeln, ein paar staunen mit offenen Mund. Björn ist einer davon. Sandra lächelt und sieht unheimlich stolz aus oder sie freut sich eben. "Joa, ist schon geil, so "˜ne Strat", sage ich hinterher. Thore fasst sich als erster. "Das war top", sagt er noch völlig ergriffen. "Ach was, ich habe doch gar nicht geübt", spiele ich es herunter. Ich nehme die Gitarre ab und stelle sie ein einen Ständer. "Da muss ich noch ein paar Tage sparen", sage ich. Ich gehe von der Bühne. "Dann soll es erstmal die akustische sein", sage ich. Sandra flüstert Björn etwas ins Ohr. Ich gehe mit Thore zur Kasse. Dort legt er die Gitarre im Koffer hin und bleibt noch stehen. Hinter der Kasse steht eine junge Frau und scannt die Belege ein. "Sie haben eine schöne Stimme", sagt sie, "und ihr Gitarrenspiel ist auch toll." "Danke", sage ich lieb. Ich bezahle und nehme schon mal den Koffer. Dann halte ich Ausschau nach Sandra. Die ist immer noch mit Björn bei den Gitarren.
Ein Mann kommt auf mich zu. "Sag"˜ mal, wo hast Du Dich eigentlich die ganze Zeit versteckt?" fragt er lächelnd. "Wie jetzt?" frage ich. "Ich meine bezogen auf deine musikalischen Qualitäten", sagt er, "Du bist echt gut." "Danke", sage ich lieb-lächelnd. "Ich heiße Rick und spiele bei den "Okertown Rollers" Bass", sagt er weiter, "darf ich Deinen Namen wissen?" "Stefanie heiße ich", antworte ich, "Deine Band kenne ich vom Altstadtfest, ihr spielt guten Rock "˜n"˜ Roll." "Genau", sagt Rick, "und ich sage es mal direkt, uns fehlt noch jemand an der Rhythmus Gitarre." Mittlerweile sind Sandra und Björn bei uns angekommen. "Hm", sage ich zu Rick, "wenn Du da an mich gedacht hast, ich bin leider vor ein paar Wochen von einer anderen Band regelrecht gekapert worden." "Och schade, menno", sagt Rick, "wer ist die Band?" "Die Rätselhaften", antworte ich. "Ach? Die"¦" sagt er etwas erstaunt. "Genau die Schützenfest-Abschlussball-wir-können-alles-Band", antworte ich grinsend. "Och ganz schade", sagt Rick, "aber vielleicht überlegst Du es Dir ja." Dann drückt er mir noch seine Visitenkarte in die Hand. Ich bedanke mich lieb. Ein bisschen bedrückt geht er weg. "Na kaum auf der Bühne, und schon begehrt wie sonst was", sagt Thore grinsend zu mir. "Ist mir ehrlich gesagt etwas zu viel", sage ich vorsichtig. Sandra steht lächelnd hinter mir. Björn trägt einen Gitarrenkoffer. Ahnungslos frage ich: "Hast Du Dir auch was Schönes ausgesucht?" "Nöö!" sagt Sandra frech lächelnd. Björn legt den Koffer auf den Tisch an der Kasse und macht ihn auf. Drinnen liegt die Blaue Strat. Mit ganz große Augen staune ich. "Äh, wie jetzt?" frage ich völlig erstaunt. Sandra grinst und zückt ihre Kreditkarte. "Ey, Sandra, was machst Du da?" frage ich immer noch total überrascht. "Bleib locker Stefanie, es trifft ja keine Arme", sagt Sandra lächelnd. Nachdem alles bezahlt ist, drückt mir Sandra die Gitarre im Koffer in die Hand. "Wer so toll Gitarre spielt darf auch so eine tolle Gitarre haben", sagt Sandra. "Ja aber, hm, äh, trotzdem", stammele ich. "Hihi, ist das niedlich, wenn sie von der Rolle ist", flaxt Sandra. "Ach menno, Du nun wieder", sage ich. "Dann wünschen wir Dir viel Spaß und viel Erfolg mit deinen neuen Gitarren", sagt Björn. "Danke", sage ich lieb, "bis zum nächsten Mal." Wir verlassen den Laden. "Sag mal Sandra, wieso bekomme ich denn die Klampfe", frage ich immer noch völlig erstaunt, "das waren mal eben fast 1800,- Euro." Sandra legt die Arme um meine Schulter und küsst mich. "Weil Du Stefanie bist", sagt sie dann lächelnd. Ich schaue sie eine Weile an. "Bringen wir sie schnell zum Auto und gehen dann noch mal durch die Stadt? fragt Sandra. "Ja gerne", sage ich.
Händchenhaltend gehen wir in die Fußgängerzone. "Du meine Stefanie?" fragt Sandra lieb, "ich erfülle gerne Wünsche. Und das war doch ein großer Wunsch von Dir oder?" "Ja, war es", antworte ich leise. Sandra bleibt stehen und stellt sich vor mich. "Bitte reduziere das nicht nur auf den Wert", sagt sie ganz lieb, "grade wenn Du Musik machst, gibst Du mir das mehrfach zurück." Ich muss aufpassen, dass ich nicht gleich in der FuZo losheule. "Du bist so ein liebes Mädchen", sage ich leise zu ihr und gebe ihr einen Kuss auf die Wange. Langsam gehen wir weiter. Ein paar umstehende Leute schauen uns an und hinterher. An dem ein oder anderen Laden bleiben wir stehen und schauen durch die Auslagen. Wir beide fallen immer mal wieder bei anderen Passanten auf, weil wir heute ähnlich angezogen sind. Wir tragen jeder ein kurzärmliges Etuikleid, meins ist dunkelblau und Sandras ist in einen tollen dunkelgrün. Ich trage dazu passend blaue Ballerinas, während Sandra passende Pumps mit einem Mittleren Absatz trägt, dadurch sind wir ungefähr gleich groß. "Ein Vorteil hat es ja, wenn man größer ist", sagt Sandra grinsend, "man schreckt potenzielle Bewerber ab. Viele Kerle haben immer noch ein Problem damit, wenn das Mädel größer als er ist." "OK ist also immer noch so", sage ich lächelnd, "wie groß bist Du eigentlich?" "Ungefähr 1,78 m", sagt Sandra. "Das sind ja auch nur 8 cm Unterschied zwischen uns", sage ich, "ich find so eine große Frau toll." Sandra lächelt mich an. Wir gehen durch eine Passage. Als wir rausgehen sage ich zu Sandra: "Oh mein Gott!" "Was ist?" fragt sie. "Ein Schuhladen!" antworte ich gespielt aufgeregt, "das halte ich nicht aus." Sandra prustet vor Lachen. "Du kannst einem aber auch einen Schrecken einjagen", sagt sie gackernd. Natürlich gehen wir in den Laden, allerdings haben sie nichts in meiner Größe. Auch Sandra findet nichts passendes.
Wir kommen an einem Hutgeschäft vorbei. Wortlos, lächelnd zieht mich Sandra dort hinein. "Guten Tag Frau van Rick"¦, guten Tag die Dame", begrüßt uns die Inhaberin. "Hallo Frau Heim"¦", grüßt Sandra. Auch ich wünsche einen guten Tag. "Was kann ich für sie tun?" fragt die Inhaberin. "Meine Lebensgefährtin hatte neulich mal auf einer Party einen Cowboy Hut auf", sagt Sandra, "das sah bei ihr so gut aus." Ich stehe staunend neben Sandra und bin einigermaßen überrascht. Sie lächelt mich natürlich an. "Wie jetzt?" frage ich wieder einmal und bin auch wieder etwas von der Rolle. Die Inhaberin fragt nach meiner Kopfgröße. Ich sage sie ihr. Sie geht an einige Regale und kommt mit einigen Hüten wieder. "Du bist so eine", sage ich grinsend zu Sandra und probiere die Hüte auf, "ich hätte vorhin nicht "man on the moon" spielen sollen." "Genau deswegen", sagt Sandra lächelnd. Nach einer Weile des Aufprobierens entscheide ich mich für einen schlichten, schwarzen Hut, ähnlich, wie der den ich bei Bernie und Jens aufhatte. Beim Bezahlen drängelt sich Sandra wieder vor. "Ach Du", sage ich nur. Die Ladenbesitzerin verpackt den Hut noch in einem schicken Karton mit Trageschlaufen und gibt ihn mir. "Vielen lieben Dank für ihre Beratung", sage ich. "Gerne", sagt die Dame, "sie haben aber auch ein richtiges Hutgesicht." Ich zwinkere ihr zu. Wir verlassen den Laden. Draußen nehme ich Sandra in den Arm und küsse sie. "Danke schön", sage ich lieb zu ihr. Wir steuern ein Café an und setzen uns nach draußen. "Die haben hier auch lecker Kuchen", sagt Sandra. Eine Bedienung kommt auch gleich und begrüßt uns, Sandra begrüßt sie mit Namen. Mein Staunen verberge ich diesmal. Zu einen großen Cappuccino bestelle ich mit ein Stück Himbeertorte. Sandra nimmt das Gleiche. "Du bist ja bekannt, wie eine bunte Katze", sage ich leicht erstaunt zu Sandra, "in jedem Laden wirst Du mit Namen angesprochen." "Stört Dich das?" fragt Sandra lächelnd. "Ach überhaupt nicht", antworte ich verschmitzt, "es ist schön eine prominente Partnerin zu haben." Sandra ist leicht irritiert. "Wie meinst Du das?" fragt sie leicht verunsichert. "Ehrlich", antworte ich, "so wie ich es sage." "Okeee!", antwortet Sandra jetzt auch verschmitzt, "aber soooo bekannt bin ich ja auch nicht." Ich zwinkere ihr zu. "Da wäre ich mich nicht so sicher", sage ich lächelnd. Wir bekommen dann Kaffee und Kuchen und lassen es uns schmecken. "Mmh, sehr lecker", sage ich, "bei mir ist immer Kuchenzeit. Es ist ja doch schon eher Abendbrotzeit.
Wir bleiben noch eine Weile sitzen und bestellen noch einen Kaffee. Nebenbei beobachten wir die vorbeigehenden Passanten. Es sind einige dabei, die ich von früher her kenne, aber die scheinen mich gar nicht zu erkennen, selbst wenn sie mich länger anschauen. Ich muss deswegen grinsen. "Warum grinst Du?" fragt Sandra. Ich erkläre es auch gleich. "Das stört mich jetzt aber gar nicht", sage ich lächelnd. "Stefanie Undercover", sagt Sandra darauf. "I-hi", sage ich. "Das ist so niedlich, dieses "I-hi"", freut sich Sandra., "das hat so was verschmitztes." "So soll es auch sein", sage ich, "von Begeisterung bis "ich stelle gleich was an" ist alles möglich, wenn das "I-hi" kommt." "Aha, gut zu wissen", sagt Sandra lächelnd, "jeden Tag lerne ich was neues an dir kennen." "Das geht mir bei Dir genauso", sage ich mit schief gelegtem Kopf, dabei lächele ich sie lieb an. "Menno, Du weißt genau, wie Du mich zum Schmelzen bekommst", sagt Sandra. "I-hi", sage ich wieder. Sandra streichelt mich unter dem Tisch immer mal wieder am Bein mit ihrem Fuß. Ich finde das ziemlich schön. Am Nebentisch sitzt ein älteres Ehepaar. Er beäugt uns die ganze Zeit argwöhnisch, während sie das irgendwie unangenehm findet, wir ihr Mann uns fixiert. Nach ein paar Minuten spricht der uns auch recht unverhohlen und mit strenger Stimme an: "Sagen Sie mal, sind sie ein Paar?" "Sir, jawoll, Sir!", antworte ich zackig. Sandra dreht sich zur Seite und beißt sich auf die Lippen, gleich platzt sie vor Lachen. Der Herr schaut mich erstaunt an. "Erwin, lass die Leute in Ruhe", sagt die Gattin des Herren peinlich berührt. "Sir, stört Sie das, Sir?" frage ich den Herrn. Die Leute, die um uns herum sitzen, schauen natürlich zu uns rüber und grinsen zum Teil. Der Herr sagt gar nichts mehr, während seine Gattin die Bedienung ruft und schnell bezahlt. Dann nötigt sie ihren Gatten zum schnellen aufstehen. Sie gehen ein paar Meter weg, dann putzt sie ihn so richtig runter. Sandra schaut sich das ebenfalls an. "Oh je, Stefanie", sagt sie mit Tränen vor Lachen in den Augen. "Joa, Stefanie kann ihren Zwillingsbruder nicht mal so eben von heute auf morgen übernehmen", sage ich lapidar, was bei Sandra zum nächsten Lachanfall führt. "Super meine Süße", sagt Sandra dann, nachdem sie sich beruhigt hat, "das mag ich so an Dir, dieser vielschichtige Humor und diese Schlagfertigkeit." Ich lächele und schaue Sandra lange an. Nachdem wir bezahlt haben, stehen wir auf und gehen langsam zum Auto zurück. Als wir im Auto sitzen, schaut Sandra mich ganz lieb an. Ich lächele, zwinkere und sage dann: "Natürlich fahren wir zu Dir. Ich bin schon wieder ganz aufgeregt." Dabei streiche ich übertrieben den Rock des Kleides glatt. Sandra lacht. "Mit Dir Liebe machen ist schon aufregend", sage ich lächelnd, "und schön sowieso." "Der Abend ist gerettet", sagt Sandra lachend.
Als ich bei Sandra die Tür aufschließe ist nur spärliches Licht an. "Hm, wir haben doch gerade telefoniert", denke ich mir, "sie kann doch nicht schon schlafen gegangen sein." Im Flur fällt mir so ein kleiner Post-it Aufkleber auf dem Fußboden auf. Ein Herzchen ist draufgemalt und in dem Herzchen steht ein "S". Ich gehe weiter ins Wohnzimmer und sehe weiter solche Pfeile. Sie führen mich zur Terrasse und dann zum Pool. Im Pool ist auch eine spärliche Beleuchtung an, dann erkenne ich, das da Kerzen brennen. Ich betrete das Poolhaus. Sandra liegt auf der Flamingo Badeinsel und schaut mich an. Sie trägt nur ein knappes Höschen und einen BH. "Wow!", sage ich erstaunt. Ich gehe näher ran. Sie hat sich ihre Lockenmähne noch etwas auf toupiert und hat die Augen dunkel geschminkt. Ich schaue sie die ganze Zeit an, während ich mich langsam bis auf die Unterwäsche ausziehe. Sandra schaut mich ebenfalls nur an und ich meine ein leichtes Zittern vor Erregung zu sehen. Langsam klettere ich zu ihr auf die Insel und lege mich gaaaaanz langsam auf sie drauf. Ihre Arme umschließen mich. Ich schaue sie an. "Du siehst bezaubernd schön aus", sage ich und führe mein Kopf langsam zu ihr hin. Ganz zart berühren sich unsere Lippen. Und ganz langsam steigern wir die Intensität des Kusses. Wir streicheln uns und steigern uns in ein wunderschönes Liebesspiel. Wir bleiben lange engumschlungen nebeneinander liegen. "Meine Stefanie", seufzt Sandra leise. Ich kraule ihr den Nacken und spiele dabei mit ihren wunderschönen Locken. Sandra angelt sich vom Rand eine warme Decke und breitet sie über uns aus. Es dauert nicht lange und ich schlafe ein.
Ein "Piep, piep, piep" von einem Wecker macht mich wach. Sandra wird ebenfalls wach. Wir liegen immer noch unter der kuschelig warmen Decke auf der Badeinsel. Ich schaue Sandra strahlend an. "Toll!" sage ich ergriffen. "Guten Morgen, meine liebe und schöne Stefanie", sagt Sandra. " Guten Morgen, Du süßes Geschöpf", sage ich. Sandra hat sich neben mir mit einem Arm aufgestützt. Die Insel schaukelt leicht unter unseren Bewegungen. "Hast Du gut geschlafen?" fragt Sandra. "Ja", sage ich leise. "Das ist so toll mit Dir", sagt Sandra. "Ich bin so froh, dass ich Dich habe", sage ich und streichele sie leicht auf der Schulter. Sandra drückt mich ganz lieb. Nach einer Weile klettern wir von der Insel. "Ich könnte da noch den ganzen Tag mit Dir liegen", sage ich verträumt. "Ich auch", sagt Sandra. "Danke für den schönen Abend", sage ich lieb zu ihr, "das hast Du wunderbar vorbereitet." "Ich danke dir auch", sagt Sandra verliebt. Wir ziehen uns schnell was über und gehen rüber ins Haus. Im Bad werde ich eher fertig und bereite schon mal das Frühstück vor. Die Katzen füttere ich auch gleich. Sandra kommt dann auch aus dem Bad. Sie hat sich dann wieder etwas Business-mäßiger zurecht gemacht. "Das Augen Makeup wäre voll zu heftig gewesen", sagt sie lächelnd. Da stimme ich ihr zu. Während wir frühstücken, fragt mich Sandra nach dem gestrigen Tag aus. Ich erzähle es ihr und zeige die Videos, die Antje gemacht hat. "Toll Stefanie, der Auftritt wird bestimmt super", sagt Sandra. Dann erzähle ich noch von Antje und Tom und zeige ihr noch ein Bild von Antje im Kleid. "Oh, sieht das süß aus", sagt Sandra verzückt. Ich erkläre die Hintergründe und von dem Gespräch, was Antje bei mir gesucht hatte. "Sie sieht so schön aus", sagt Sandra verträumt. "Tom hat es auch etwas umgehauen, als es sie so gesehen hat", sage ich, "ich freue mich echt für die Beiden." "Ich auch", sagt Sandra.
"Was machst Du dann heute noch so?" fragt Sandra. "Hm, eigentlich müsste ich mich nach einer Gitarre umschauen",, sage ich, "ich brauche eigentlich eine Akustische mit Stahlsaiten. Meine jetzige hat ja Nylonsaiten." "Einfach Stahlsaiten aufziehen geht nicht?" fragt Sandra. "Weiß nicht, ob der Hals das mitmacht", sage ich, "da ist schon mehr Dampf drauf. Eigentlich brauche ich auch beides, das habe ich gestern gemerkt." "Stimmt, das was Du mit Carlos gespielt hast (auf dem Video von Antje) klingt glaube ich auch besser mit Stahlsaiten", sagt Sandra. "Gibt es den großen Instrumentenladen in der Innenstadt noch?" frage ich, "der wollte doch schließen." "Ja der ist noch da", sagt Sandra. "OK, da fahre ich heute Nachmittag hin", sage ich. "Du hast doch bestimmt nichts dagegen, wenn ich mitkomme?" fragt Sandra. "Absolut nicht", sage ich lachend, "das ist doch bestimmt großes Kino, mit Dir durch die Stadt zu gehen." Sandra schaut mich an, sie schwankt zwischen Staunen und Freude. "Du fühlst Dich dabei wohl?" fragt sie vorsichtig. Statt einer Antwort bekommt sie dieses Mal von mir einen Wahnsinnskuss. "Danke Stefanie", sagt sie sichtlich berührt. Wir stellen unsere Frühstückssachen weg und machen uns auf den Weg zur Arbeit. In der Mittagspause treffen wir uns wie üblich. "Ich könnte nachher ab Fünf", sagt Sandra. "Die Zeit ist gut, das passt mir auch", sage ich. "Ich hole Dich dann ab", sagt Sandra lieb lächelnd.
Um kurz vor Fünf ruft mich Sandra an und sagt, dass sie gleich losfährt. Ich gehe runter zur Tür, da kommt sie auch schon angefahren. "Bitte einsteigen", sagt Sandra lieb lächelnd aus dem offenen Fenster. Ich steige ein und sie fährt zügig los. In Richtung Innenstadt ist es etwas voll heute und es geht langsam voran, dazu gesellt sich noch eine Baustelle die beide Fahrbahnen auf eine verengt. Rechts neben uns steht ein Auto mit zwei Kerlen drin, die augenscheinlich jünger sind als wir. Allerdings haben wir wohl ihr Interesse geweckt. "Achtung Stefanie, Lektion eins, Flirten im Stau", sagt Sandra grinsend. "Hallo, ihr beiden, das ist aber ein ungewöhnliches Auto für zwei zuckersüße Mädels", sagt der Fahrer des anderen Autos. Sandra schaut mit Augenaufschlag rüber. Ich erinnere mich an Sandras Spruch, als ich das erste Mal ihren Audi sah. Den wende ich jetzt auch direkt an. "Du, auch Mädchen brauchen Potenzverstärker", sage ich und schaue etwas treudoof dabei. Den beiden Typen klappt der Unterkiefer runter. Auf unserer Seite geht es grade weiter und Sandra fährt ein Stück vor, dann lacht sie herzhaft los. "Ach Stefanie, schön", sagt sie und schaut mich lachend an. "Der ist aber auch zu schön der Spruch", sage ich grinsend. Sandra schaut in den Rückspiegel. "Die versuchen ran zu kommen", sagt sie "aber klappt wohl noch nicht." "Nee, der neben uns hat uns grade realisiert", sage ich. Der vergisst glatt das weiterfahren. Die hinter ihm sind am hupen. Er fährt dann weiter und die beiden Typen sind wieder neben uns. Allerdings verengt sich jetzt die Fahrbahn durch die Baustelle und die Beiden müssen die Spur wechseln. "Dürfen wir da reinkommen?" fragt mich der Fahrer. "Ja, aber nur in die Lücke vor uns", sage ich, "bei mir ist schon alles belegt." Ich verdrehe leicht die Augen. Der Fahrer schaut mich an und weiß wohl nicht, ob er lachen oder staunen soll. "Na hopp jetzt, rein in die Lücke", sage ich. Zügig fährt er rein. Sandra schüttet sich aus vor Lachen. "He, Stefanie, Du bist drauf, wie eine Große", lacht Sandra, "wo hast Du das denn gelernt?" "Neulich, als ich mit Susanne shoppen war", sage ich grinsend, "außerdem kenne ich ja die andere Seite auch sehr gut." "Klasse" sagt Sandra lachend. Wir parken in einem Parkhaus in der Nähe des Instrumentenladens. Dann gehen direkt dorthin.
Wir betreten den Laden und schauen uns erstmal um. "Das ist ja riesig hier, so habe ich das gar nicht mehr in Erinnerung", sage ich. "Was hast Du denn mal beim letzten Mal hier gekauft?" fragt Sandra. "Ein Keyboard für die Familie", sage ich, das steht jetzt bei mir unter der Eisenbahn. Warum meine Gattin das loswerden wollte, weiß ich auch nicht." Ein Verkäufer kommt zu uns. Sandra lächelt ihn an. "Hallo Sandra", sagt der dann auch gleich. "Hallo Björn", grüßt Sandra freundlich zurück. "Wir kennen uns von der Schule", sagt Sandra dann noch. "OK, Braunschweig ist ja außerdem ein Dorf", flaxe ich. "Kann ich euch helfen?" fragt Björn. "Ja, ich suche eine akustische mit Stahlsaiten", sage ich, "nach Möglichkeit mit einem satten Klang." Björn sucht eine raus. "Eine schöne Westerngitarre, versuch die mal", sagt er. Ich spiele sie an und stimme noch mal nach. Dann spiele ich die akustische Begleitgitarre von einem R.E.M. Song. "Hey cool", sagt Björn, "das ist "so far, so numb" von R.E.M.. Ich schaue ihn erstaunt an. "Ich bin bekennender R.E.M. Fan", sagt Björn. "Klasse", sage ich, "ich auch." Björn sucht mir noch einige Gitarren heraus. Eine hat ein eingebautes Mikro. "Wenn Du magst, kannst Du die gerne mal über Verstärker spielen. Es gibt neben den Gitarren eine kleine, flache Bühne, wo einige Verstärker und Effektgeräte stehen. Da gehe ich hin. Björn schaltet ein paar Geräte an. Ich schließe die Gitarre an und streiche über die Saiten. "Ups, ist das nicht zu laut?" frage ich. "Kommt drauf an, was Du spielst", ruft ein anderer Verkäufer weiter hinten im Laden lächelnd. "Okay", sage ich. Vor mir steht ein Mikro. "Ist das an?" frage ich und tappe mit dem Finger ein paarmal drauf. Man hört den Fingerschlag in den Boxen. Ich gehe ans Mikro und sage: Hi, ich bin Steffi und das ist was ich tue." (Angelehnt an den Spruch, den Michael Stipe von R.E.M. früher auf Konzerten brachte) Dann stimme ich "Man on the Moon" von R.E.M. an und fange an zu singen. Der andere Verkäufer kommt ran. "Aller Schwede, was ist denn das für eine heiße Stimme", sagt er, als ich fertig bin. Sandra grinst. "Stefanies Stimme ist das", sagt sie dann, "hallo Thore, schön Dich zu sehen." "Hallo Sandra", sagt Thore, "wie geht es Dir? Ich habe Dich seit der Party bei JB nicht mehr gesehen." (JB ist der Name von der Kneipe von Jens und Bernie). "Gut geht es mir", antwortet Sandra. Ich schaue mir derweil die Gitarre an, höre aber mit einem Ohr bei Sandra zu. "Hat sich das mit deinem Liebeskummer den Abend dann gebessert", fragt Thore. Ich grinse leicht. "Du warst doch unsterblich in die Sängerin von der Band verliebt", sagt Thore weiter. "Bin ich immer noch", sagt Sandra lächelnd. "Und wie", füge ich hinzu. Thore schaut mich an. "Oha, Entschuldigung, jetzt erkenne ich Dich erst", sagt Thore, "du hast die Haare irgendwie anders." "Jupp, kürzer und heller"!, sage ich lächelnd. "Ach ist das schön für euch", sagt Thore. "Woher kennt ihr euch?" frage ich. "Aus der Szene hier in Braunschweig", sagt Sandra, "wir haben unter anderem vor vielen Jahren den CSD organisiert." "Oh, schön", sage ich.
Ich spiel die Gitarre noch mal ohne Verstärker. "Klasse, die ist toll, die würde ich nehme", sage ich schließlich. Der Preis ist auch OK. "Möchtest Du noch einen Tasche oder einen Koffer dazu?", fragt Björn. "Koffer wär gut", sage ich und folge ihm ein paar Meter. Nachdem wir einen passenden gefunden haben gehen wir zurück. Sandra und Thore stehen bei den E-Gitarren. "Guck mal Stefanie, die würde zu Deinem Kleid für Samstag passen", sagt Sandra und hat eine dunkelblaue Fender Strat in den Händen. "Woher weißt Du das?" frage ich. Sandra zieht ein Reststück Stoff von dem Kleid aus der Handtasche und legt es auf die Gitarre. "Hier guck", sagt sie. "Ja stimmt", sage ich lachend, "wenn Frauen shoppen gehen, überlassen sie nichts dem Zufall." Sie gibt mir die Gitarre. "Auf dem einen Video, was Antje gestern geschickt hat, hattest Du auch eine Strat gespielt", sagt Sandra. "Die war von Micha", sage ich. Björn und Thore schauen uns zu. "Kannst gerne drauf spielen", sagt Thore. "Hm, kann ich gerne machen, die übersteigt aber völlig mein Budget", sage ich zögernd. Ich gehe wieder auf die flache Bühne und stöpsele die Gitarre an. Dann schalte ich nur einen Verzerrer auf. Ich schaue Björn an. "Du bist R.E.M. Fan, sagtest Du", sage ich fragend. Björn nickt. "Ich übrigens auch", sagt Thore lächelnd, "war echt super, was Du den Abend abgerissen hast." Und wer errötet grade leicht? Ich natürlich. "Okay, das hier hatten wir den Abend nicht gespielt", sage ich und greife in die Saiten. Ich spiele "let me in" von R.E.M.. Das ist im Original überwiegend auf der Gitarre gespielt. Michael Stipe hat es geschrieben, nachdem Kurt Cobain sich 1994 erschossen hatte. Nachdem ich die ersten Riffs gespielt habe, fange ich an zu singen. Ich verstelle meine Stimme auch gar nicht. Im Laden sind noch etliche Leute, die grade alle zu mir rüber schauen. Einige staunen, einige lächeln, ein paar staunen mit offenen Mund. Björn ist einer davon. Sandra lächelt und sieht unheimlich stolz aus oder sie freut sich eben. "Joa, ist schon geil, so "˜ne Strat", sage ich hinterher. Thore fasst sich als erster. "Das war top", sagt er noch völlig ergriffen. "Ach was, ich habe doch gar nicht geübt", spiele ich es herunter. Ich nehme die Gitarre ab und stelle sie ein einen Ständer. "Da muss ich noch ein paar Tage sparen", sage ich. Ich gehe von der Bühne. "Dann soll es erstmal die akustische sein", sage ich. Sandra flüstert Björn etwas ins Ohr. Ich gehe mit Thore zur Kasse. Dort legt er die Gitarre im Koffer hin und bleibt noch stehen. Hinter der Kasse steht eine junge Frau und scannt die Belege ein. "Sie haben eine schöne Stimme", sagt sie, "und ihr Gitarrenspiel ist auch toll." "Danke", sage ich lieb. Ich bezahle und nehme schon mal den Koffer. Dann halte ich Ausschau nach Sandra. Die ist immer noch mit Björn bei den Gitarren.
Ein Mann kommt auf mich zu. "Sag"˜ mal, wo hast Du Dich eigentlich die ganze Zeit versteckt?" fragt er lächelnd. "Wie jetzt?" frage ich. "Ich meine bezogen auf deine musikalischen Qualitäten", sagt er, "Du bist echt gut." "Danke", sage ich lieb-lächelnd. "Ich heiße Rick und spiele bei den "Okertown Rollers" Bass", sagt er weiter, "darf ich Deinen Namen wissen?" "Stefanie heiße ich", antworte ich, "Deine Band kenne ich vom Altstadtfest, ihr spielt guten Rock "˜n"˜ Roll." "Genau", sagt Rick, "und ich sage es mal direkt, uns fehlt noch jemand an der Rhythmus Gitarre." Mittlerweile sind Sandra und Björn bei uns angekommen. "Hm", sage ich zu Rick, "wenn Du da an mich gedacht hast, ich bin leider vor ein paar Wochen von einer anderen Band regelrecht gekapert worden." "Och schade, menno", sagt Rick, "wer ist die Band?" "Die Rätselhaften", antworte ich. "Ach? Die"¦" sagt er etwas erstaunt. "Genau die Schützenfest-Abschlussball-wir-können-alles-Band", antworte ich grinsend. "Och ganz schade", sagt Rick, "aber vielleicht überlegst Du es Dir ja." Dann drückt er mir noch seine Visitenkarte in die Hand. Ich bedanke mich lieb. Ein bisschen bedrückt geht er weg. "Na kaum auf der Bühne, und schon begehrt wie sonst was", sagt Thore grinsend zu mir. "Ist mir ehrlich gesagt etwas zu viel", sage ich vorsichtig. Sandra steht lächelnd hinter mir. Björn trägt einen Gitarrenkoffer. Ahnungslos frage ich: "Hast Du Dir auch was Schönes ausgesucht?" "Nöö!" sagt Sandra frech lächelnd. Björn legt den Koffer auf den Tisch an der Kasse und macht ihn auf. Drinnen liegt die Blaue Strat. Mit ganz große Augen staune ich. "Äh, wie jetzt?" frage ich völlig erstaunt. Sandra grinst und zückt ihre Kreditkarte. "Ey, Sandra, was machst Du da?" frage ich immer noch total überrascht. "Bleib locker Stefanie, es trifft ja keine Arme", sagt Sandra lächelnd. Nachdem alles bezahlt ist, drückt mir Sandra die Gitarre im Koffer in die Hand. "Wer so toll Gitarre spielt darf auch so eine tolle Gitarre haben", sagt Sandra. "Ja aber, hm, äh, trotzdem", stammele ich. "Hihi, ist das niedlich, wenn sie von der Rolle ist", flaxt Sandra. "Ach menno, Du nun wieder", sage ich. "Dann wünschen wir Dir viel Spaß und viel Erfolg mit deinen neuen Gitarren", sagt Björn. "Danke", sage ich lieb, "bis zum nächsten Mal." Wir verlassen den Laden. "Sag mal Sandra, wieso bekomme ich denn die Klampfe", frage ich immer noch völlig erstaunt, "das waren mal eben fast 1800,- Euro." Sandra legt die Arme um meine Schulter und küsst mich. "Weil Du Stefanie bist", sagt sie dann lächelnd. Ich schaue sie eine Weile an. "Bringen wir sie schnell zum Auto und gehen dann noch mal durch die Stadt? fragt Sandra. "Ja gerne", sage ich.
Händchenhaltend gehen wir in die Fußgängerzone. "Du meine Stefanie?" fragt Sandra lieb, "ich erfülle gerne Wünsche. Und das war doch ein großer Wunsch von Dir oder?" "Ja, war es", antworte ich leise. Sandra bleibt stehen und stellt sich vor mich. "Bitte reduziere das nicht nur auf den Wert", sagt sie ganz lieb, "grade wenn Du Musik machst, gibst Du mir das mehrfach zurück." Ich muss aufpassen, dass ich nicht gleich in der FuZo losheule. "Du bist so ein liebes Mädchen", sage ich leise zu ihr und gebe ihr einen Kuss auf die Wange. Langsam gehen wir weiter. Ein paar umstehende Leute schauen uns an und hinterher. An dem ein oder anderen Laden bleiben wir stehen und schauen durch die Auslagen. Wir beide fallen immer mal wieder bei anderen Passanten auf, weil wir heute ähnlich angezogen sind. Wir tragen jeder ein kurzärmliges Etuikleid, meins ist dunkelblau und Sandras ist in einen tollen dunkelgrün. Ich trage dazu passend blaue Ballerinas, während Sandra passende Pumps mit einem Mittleren Absatz trägt, dadurch sind wir ungefähr gleich groß. "Ein Vorteil hat es ja, wenn man größer ist", sagt Sandra grinsend, "man schreckt potenzielle Bewerber ab. Viele Kerle haben immer noch ein Problem damit, wenn das Mädel größer als er ist." "OK ist also immer noch so", sage ich lächelnd, "wie groß bist Du eigentlich?" "Ungefähr 1,78 m", sagt Sandra. "Das sind ja auch nur 8 cm Unterschied zwischen uns", sage ich, "ich find so eine große Frau toll." Sandra lächelt mich an. Wir gehen durch eine Passage. Als wir rausgehen sage ich zu Sandra: "Oh mein Gott!" "Was ist?" fragt sie. "Ein Schuhladen!" antworte ich gespielt aufgeregt, "das halte ich nicht aus." Sandra prustet vor Lachen. "Du kannst einem aber auch einen Schrecken einjagen", sagt sie gackernd. Natürlich gehen wir in den Laden, allerdings haben sie nichts in meiner Größe. Auch Sandra findet nichts passendes.
Wir kommen an einem Hutgeschäft vorbei. Wortlos, lächelnd zieht mich Sandra dort hinein. "Guten Tag Frau van Rick"¦, guten Tag die Dame", begrüßt uns die Inhaberin. "Hallo Frau Heim"¦", grüßt Sandra. Auch ich wünsche einen guten Tag. "Was kann ich für sie tun?" fragt die Inhaberin. "Meine Lebensgefährtin hatte neulich mal auf einer Party einen Cowboy Hut auf", sagt Sandra, "das sah bei ihr so gut aus." Ich stehe staunend neben Sandra und bin einigermaßen überrascht. Sie lächelt mich natürlich an. "Wie jetzt?" frage ich wieder einmal und bin auch wieder etwas von der Rolle. Die Inhaberin fragt nach meiner Kopfgröße. Ich sage sie ihr. Sie geht an einige Regale und kommt mit einigen Hüten wieder. "Du bist so eine", sage ich grinsend zu Sandra und probiere die Hüte auf, "ich hätte vorhin nicht "man on the moon" spielen sollen." "Genau deswegen", sagt Sandra lächelnd. Nach einer Weile des Aufprobierens entscheide ich mich für einen schlichten, schwarzen Hut, ähnlich, wie der den ich bei Bernie und Jens aufhatte. Beim Bezahlen drängelt sich Sandra wieder vor. "Ach Du", sage ich nur. Die Ladenbesitzerin verpackt den Hut noch in einem schicken Karton mit Trageschlaufen und gibt ihn mir. "Vielen lieben Dank für ihre Beratung", sage ich. "Gerne", sagt die Dame, "sie haben aber auch ein richtiges Hutgesicht." Ich zwinkere ihr zu. Wir verlassen den Laden. Draußen nehme ich Sandra in den Arm und küsse sie. "Danke schön", sage ich lieb zu ihr. Wir steuern ein Café an und setzen uns nach draußen. "Die haben hier auch lecker Kuchen", sagt Sandra. Eine Bedienung kommt auch gleich und begrüßt uns, Sandra begrüßt sie mit Namen. Mein Staunen verberge ich diesmal. Zu einen großen Cappuccino bestelle ich mit ein Stück Himbeertorte. Sandra nimmt das Gleiche. "Du bist ja bekannt, wie eine bunte Katze", sage ich leicht erstaunt zu Sandra, "in jedem Laden wirst Du mit Namen angesprochen." "Stört Dich das?" fragt Sandra lächelnd. "Ach überhaupt nicht", antworte ich verschmitzt, "es ist schön eine prominente Partnerin zu haben." Sandra ist leicht irritiert. "Wie meinst Du das?" fragt sie leicht verunsichert. "Ehrlich", antworte ich, "so wie ich es sage." "Okeee!", antwortet Sandra jetzt auch verschmitzt, "aber soooo bekannt bin ich ja auch nicht." Ich zwinkere ihr zu. "Da wäre ich mich nicht so sicher", sage ich lächelnd. Wir bekommen dann Kaffee und Kuchen und lassen es uns schmecken. "Mmh, sehr lecker", sage ich, "bei mir ist immer Kuchenzeit. Es ist ja doch schon eher Abendbrotzeit.
Wir bleiben noch eine Weile sitzen und bestellen noch einen Kaffee. Nebenbei beobachten wir die vorbeigehenden Passanten. Es sind einige dabei, die ich von früher her kenne, aber die scheinen mich gar nicht zu erkennen, selbst wenn sie mich länger anschauen. Ich muss deswegen grinsen. "Warum grinst Du?" fragt Sandra. Ich erkläre es auch gleich. "Das stört mich jetzt aber gar nicht", sage ich lächelnd. "Stefanie Undercover", sagt Sandra darauf. "I-hi", sage ich. "Das ist so niedlich, dieses "I-hi"", freut sich Sandra., "das hat so was verschmitztes." "So soll es auch sein", sage ich, "von Begeisterung bis "ich stelle gleich was an" ist alles möglich, wenn das "I-hi" kommt." "Aha, gut zu wissen", sagt Sandra lächelnd, "jeden Tag lerne ich was neues an dir kennen." "Das geht mir bei Dir genauso", sage ich mit schief gelegtem Kopf, dabei lächele ich sie lieb an. "Menno, Du weißt genau, wie Du mich zum Schmelzen bekommst", sagt Sandra. "I-hi", sage ich wieder. Sandra streichelt mich unter dem Tisch immer mal wieder am Bein mit ihrem Fuß. Ich finde das ziemlich schön. Am Nebentisch sitzt ein älteres Ehepaar. Er beäugt uns die ganze Zeit argwöhnisch, während sie das irgendwie unangenehm findet, wir ihr Mann uns fixiert. Nach ein paar Minuten spricht der uns auch recht unverhohlen und mit strenger Stimme an: "Sagen Sie mal, sind sie ein Paar?" "Sir, jawoll, Sir!", antworte ich zackig. Sandra dreht sich zur Seite und beißt sich auf die Lippen, gleich platzt sie vor Lachen. Der Herr schaut mich erstaunt an. "Erwin, lass die Leute in Ruhe", sagt die Gattin des Herren peinlich berührt. "Sir, stört Sie das, Sir?" frage ich den Herrn. Die Leute, die um uns herum sitzen, schauen natürlich zu uns rüber und grinsen zum Teil. Der Herr sagt gar nichts mehr, während seine Gattin die Bedienung ruft und schnell bezahlt. Dann nötigt sie ihren Gatten zum schnellen aufstehen. Sie gehen ein paar Meter weg, dann putzt sie ihn so richtig runter. Sandra schaut sich das ebenfalls an. "Oh je, Stefanie", sagt sie mit Tränen vor Lachen in den Augen. "Joa, Stefanie kann ihren Zwillingsbruder nicht mal so eben von heute auf morgen übernehmen", sage ich lapidar, was bei Sandra zum nächsten Lachanfall führt. "Super meine Süße", sagt Sandra dann, nachdem sie sich beruhigt hat, "das mag ich so an Dir, dieser vielschichtige Humor und diese Schlagfertigkeit." Ich lächele und schaue Sandra lange an. Nachdem wir bezahlt haben, stehen wir auf und gehen langsam zum Auto zurück. Als wir im Auto sitzen, schaut Sandra mich ganz lieb an. Ich lächele, zwinkere und sage dann: "Natürlich fahren wir zu Dir. Ich bin schon wieder ganz aufgeregt." Dabei streiche ich übertrieben den Rock des Kleides glatt. Sandra lacht. "Mit Dir Liebe machen ist schon aufregend", sage ich lächelnd, "und schön sowieso." "Der Abend ist gerettet", sagt Sandra lachend.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
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Engelchen
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Re: Blutengel
Ruhe vor dem Auftritt
Nach einer wunderschönen Nacht, sitzen wir beim Frühstück. "Ich habe heute wieder einen langen Tag", sagt Sandra, "was machst Du heute?" "Nix!" antworte ich grinsend, "ich ruhe mich mal ein bisschen für morgen, für den Auftritt aus." "Schön", sagt Sandra, "da freue ich mich auch schon drauf. Ich glaube, ich kann das dieses Mal genießen, ganz ohne Liebeskummer." Ich lächele sie an. "Ich habe das den Abend echt lange nicht realisiert, dass Dich das so mitgenommen hat", sage ich vorsichtig. "Du hattest ja auch andere Sachen um die Ohren", sagt Sandra lieb, "mach dir bitte keine Vorwürfe." "Na gut", sage ich leise. Wir stellen dann unsere Frühstückssachen weg. Auf dem Weg zur Arbeit sage ich: "Ich glaube ich fahr nach Feierabend zum Teich uns schau da mal ob alles OK ist." "Aber nimm eine Lufti mit, die groß genug für zwei ist", sagt Sandra lächelnd. "Aber gerne", antworte ich. Sandra fährt zuerst zu meinem Auto, was noch auf dem Parkplatz steht. Dort laden wir die Gitarren um. Einige meiner Kollegen stehen grade draußen am Raucherplatz. "Ich glaube, die haben mir irgendwann unbemerkt einen Peilsender eingepflanzt", flaxe ich, "jedesmal, wenn ich hier ankomme sind die draußen, so viel kann man doch gar nicht rauchen." Sandra schüttelt lachend den Kopf. Anschließend fährt sie mich wieder bis vor die Tür. Mit Ulrich und Andreas flaxe ich noch, dann gehe ich an meinen Schreibtisch. Mittags treffe ich mich wie üblich mit Sandra. Ich mache früh Feierabend und fahre nach Hause. Meine Gitarren nehme ich vorsichtshalber mit nach oben. Im Treppenhaus ist Anne grade dabei, die Treppe zu wischen. "Hallo Anne", begrüße ich sie. "Na Stefanie?" grüßt sie zurück. Ich wundere mich, warum sie die Treppe wischt. "Eigentlich ist doch die linke Seite dran", sage ich verwundert. "Ich habe mit Ebi getauscht", sagt Anne. "Ach so", sage ich und unterhalte mich noch kurz mit Anne. Dann gehe ich weiter zu meiner Wohnung. Ich ziehe mich erstmal um. Ein weites, flatteriges Shirt und einen kurzen Rock ziehe ich an. Dann fülle ich einen Eimer mit Wischwasser, schnappe mir Besen und Wischmob und gehe ins Treppenhaus. Wir haben zwar einen Hausmeisterservice, aber die Treppen wischen wir selber. Ist so eine Tradition von Anne und Lisa. Außerdem dient es der Kommunikation im Haus.
Mein Bereich ist die halbe Treppe nach unten, der Treppenabsatz zwischen Anne und Herberts Wohnung und meiner Wohnung, sowie die halbe Treppe nach oben. Ich fange oben an zu fegen und arbeite mich langsam runter. Eine der beiden Krankenschwestern kommt aus ihrer Wohnung und begrüßt mich freundlich. "Hach, ihre Beine würde ich gerne haben", sagt sie schwärmend zu mir. Ich lächele sie dankend an. "Ihre Verwandlung finde ich ja irgendwie toll", sagt sie weiter. Ich wundere mich über ihre Offenheit, weil sie und ihre Schwester eigentlich uns anderen gegenüber sehr zurückhaltend sind. "Ich konnte mich auch gar nicht gegen wehren", sage ich lächelnd, "das ging einfach so." "Wenn sie mal einen Spezialisten brauchen, kann ich gerne Empfehlungen abgegeben", sagt sie dann noch, "ich sitze ja an der Quelle." "Oh ja gerne", sage ich, "ich melde mich dann." Sie geht dann weiter und ich fege die Treppe weiter. Als ich damit fertig bin, gehe ich wieder hoch, um mit den Wischen anzufangen. Lisa steht in ihrer Tür und schaut mich bewundernd an. "Du siehst selbst bei der Hausarbeit noch toll aus", lobt sie mich. "Danke schön", sage ich lieb. Wir unterhalten uns noch eine Weile, während ich mich runterarbeite. Einmal gehe ich noch hoch, um mit klaren Wasser nachzuwischen. Mittendrin sehe ich Jochen unten reinkommen. Er hat mich schon gesehen und bleibt stehen. "Na Jochen, heute einen halben, freien Tag?" flaxe ich. Natürlich traut er sich erstmal nicht hochzukommen. Lisa hat noch ihre Tür offen, steht aber innerhalb und schaut gespannt. Ich bin mittlerweile am unteren Treppenabsatz angekommen. Jochen steht immer noch unten hinter der Eingangstür. "He, Du schüchterner Teenager, trau Dich, ich beiße nicht", sage ich. In der Zwischenzeit kommt die Krankenschwester wieder, sieht die Situation und grinst sich einen. Als sie bei mir ist sagt sie: "Eigentlich können wir doch auch Du sagen, oder?" Gerne", antworte ich, "ich heiße offiziell Stefanie." "OK, ich heiße Ingrid", sagt sie dann. Gemeinsam gehen wir die Treppe hoch. Ich räume dann meine Utensilien in die Wohnung, während Ingrid in ihre Wohnung hochgeht. Jochen nutzt das um sich schnell hochzustehlen. Ich schaue zu Lisa rüber, die schüttelt lachend den Kopf. Ich zucke nur mit den Schultern. Den ganzen Reinigungskram habe ich wieder verstaut.
Es ist grade erst 16:00 Uhr durch. Ich packe mir ein paar Sachen für den Ausflug an den Teich ein. Einen Bikini ziehe ich schon mal drunter und gehe ich in den Keller. Dort hole ich mein Fahrrad. Dann gehe ich noch mal in meine Abstellbox. Ich schaue durch die Kartons, was ich denn noch mit zum Teich nehmen könnte, da fällt mir ein, dass ich ja noch diese Pickup Badeinsel im Auto liegen habe. "Nehme ich die doch mit, anstatt sie weiter durch die Gegend zu fahren", denke ich mir. Grade als ich die Box verlassen will, fällt mir etwas Orangenes auf, was in einem Regal liegt. "Ach cool", sage ich leise und nehme es raus. Ich hatte vor vielen Jahren mal mit einem Tauch Scooter geliebäugelt. Da die originalen ziemlich teuer sind, habe ich mir kurzerhand einen selber gebaut. Dazu habe ich einfach ein orangenes Abflussrohr aus Kunststoff genommen, zwei Motorradbatterien, einen kraftvollen E-Motor, sowie eine Steuerung eingebaut. Benutzt habe ich ihn dann aber nur einmal zum Schnorcheln. Danach habe ich eine wasserfeste Sperrholzplatte angebaut und Befestigungsmöglichkeiten für Seile oder Gurte drangebaut. Damit kann man das Teil an alle möglichen kleinen Wasserfahrzeugen befestigen. Weiterhin hatte ich es um eine Funkfernsteuerung erweitert. Ich überprüfe noch die Ladung der Batterien. "Knapp 80%, das reicht", sage ich halblaut vor mich hin. Das Handgerät ist auch noch geladen. Ich schließe den Keller ab und bringe alles nach draußen. Aus dem Auto hole ich den Karton mit der Badeinsel und verstaue dann alles sicher auf dem Fahrrad. Anschließend fahre ich zum Teich.
Nach zehn Minuten komme ich auch schon da an. Ich mache einen kurzen Rundgang. Alles sieht soweit OK aus. Auch im Haus ist alles OK. Ein Zettel von Martin liegt auf einem Tisch. Darauf hat er geschrieben, wie die letzte Einstellung der kleinen Wehre ist. Ich hole dann die E-Pumpe und blase meine Lufti auf. "Cooles Ding", sage ich leise, "und schön groß." Anschließend befestige ich den E-Antrieb, schalte die Steuerung ein und lege das Ganze beim Steg auf das Wasser. Die Lufti hat vorne eine Vertiefung mit einer (aufzublasenden) Abdeckung, quasi eine Motorhaube. Die Vertiefung ist groß genug für eine Kühltasche. Die Cola- und Wasserflasche, sowie die Kunststoffbecher, die ich dort reinlege, verlieren sich fast. Ich steige dann vorsichtig rüber auf die Lufti. "Wow", sage ich, "starkes Gefühl." Ich stoße mich erstmal so vom Steg ab und treibe sachte über den Teich. "Ist das stark", sage ich leise und lege mich leicht aufgestützt hin. Ein leiser Wind treibt mich langsam über den Teich. Als ich am Ufer ankomme, nehme ich die Fernbedienung in die Hand. Vorsichtig schiebe ich den Regler nach vorne. Leise höre ich den Motor brummen und langsam schiebt sich die Lufti voran. Auch die Lenkbewegungen funktionieren. "Ziemlich coole Nummer", denke ich mir. Dann ziehe ich Rock und Shirt aus und lege es auch in die Vertiefung. Meine Ballerinas lasse ich an. Den Motor stelle ich erstmal wieder aus und lege mich bequem zum Sonnen hin. Entspannt liege ich nun da und nicke ab und zu auch mal ein. Das sonore Brummen eines Flugzeuges lässt mich aufhorchen. "Wenn das mal nicht der Flieger ist, der die Fallschirmspringer nach oben bringt", denke ich mir. Bald darauf habe ich ihn auch am Himmel gefunden. Er fliegt eine große Kurve und schraubt sich langsam hoch. Aufmerksam verfolge ich ihn. Der Flughafen ist nur ein paar Kilometer Luftlinie entfernt. Der Flieger hat seine Höhe erreicht und ist über dem Flugplatz. Mit einiger Mühe kann ich die Fallschirmspringer als Punkte erkennen, die das Flugzeug verlassen. Es sieht so aus, das ein Punkt größer aussieht. Eine Weile denke ich, dass das ein Schüler mit seinen Trainern ist, aber als sich die Schirme öffnen und alle als Gleitschirme zu erkennen sind, zerstreut sich der Gedanke.
Ich schaue noch eine Weile in den Himmel und sehe auch einige Segelflieger. "Ist ja bestes Flugwetter heute", denke ich, "aber ich brauche auch mal ein wenig Ruhe. Die letzten Wochen waren ziemlich vollgepackt." Also entspanne ich mich weiter. Ich döse wieder leicht weg. Als ich wach werde hat sich mein aufblasbarer Untersatz so gedreht, das ich zum Haus und zum Weg schauen kann, der hinter dem Haus liegt. Der Weg ist teilweise von Büschen und Sträuchern verdeckt. Trotzdem sehe ich jemanden dahinter, der mich anscheinend beobachtet. Vorsichtig betätige ich die Fernsteuerung, die neben mir liegt und steuere gaaaanz langsam den Steg an. Mit einem Seil, was am Steg hängt, binde ich meine Lufti fest. Schnell klettere ich auf den Steg. Von da gehe ich durch das Tor ins Haus und hinten wieder durch die kleine Tür raus. Nach ein paar Schritten bin ich an der Pforte zum Grundstück. Ich gehe auf den Weg, in die Richtung, wo ich meine, jemanden gesehen zu haben. Am Wegesrand steht ein mir bekannt vorkommendes Fahrrad. Halb im Gebüsch steht einer und schaut immer noch in Richtung Teich. Ich gehe zu dem Fahrrad und betätige die Klingel, gleichzeitig rufe ich: "Huhu Jochen, wen suchst Du?" Erschrocken dreht sich Jochen um. Er stammelt irgendwas. So richtig flüchten kann er jetzt auch nicht. "Hey, was ist denn mit dir los?" frage ich. Jochen ist total von der Rolle. Ich bin ja auch gemein, außerdem stehe ich im knappen roten Bikini vor ihm. "Wenn Du mir nicht sagen willst, was los ist, dann lauere mich auch bitteschön nicht auf", sage ich und gehe ein paar Meter von seinem Fahrrad weg. "Falls Du mir doch was sagen willst, ich bin dann wieder auf dem Teich", sage ich dann, drehe mich um und gehe wieder auf das Grundstück. Als ich auf dem Steg bin und grade wieder auf meine Lufti steigen will, sehe ich ihn schlingernd davon fahren. "Tse", sage ich leise. Dann muss er mir aber auch nicht leid tun, wenn er solche Dinger abzieht.
Ich treibe dann wieder gemütlich über den Teich. Mein Handy klingelt. Sandra ruft an. "Huhu Stefanie, bist Du am Teich?" "Ja, sogar auf dem Teich", antworte ich. "Super, dann würde ich jetzt vorbeikommen", sagt Sandra, "hast Du Kaffee da? Ich bringe Kuchen mit." "Ja Kaffeepulver ist noch hier, ich setze mal einen auf", sage ich und tue das. Ich nehme noch Kaffeebecher mit und gehe ich wieder auf die Lufti. Der Kaffee läuft gleich in eine Thermoskanne. Nach kurzer Zeit kommt Sandra auf das Grundstück gefahren. Sie steigt aus, sieht mich und strahlt über das ganze Gesicht. Sie kommt an den Teich. "Das ist ja mal ein cooles Ding", sagt sie. "Kannst Du noch den Kaffee holen?" frage ich, "alles andere habe ich hier." Sandra geht ins Haus. Als sie wieder rauskommt fahre ich langsam an den Steg. "Wie geil ist das denn?" fragt Sandra aufgeregt. Sie gibt mir die Kanne rüber, zieht dann ihre Pumps aus und kommt auf die Insel. Dann angelt sie sich ihre Schuhe und zieht sie wieder an. "Stefanie im Bikini", staunt Sandra, "steht Dir total gut." Dann zieht sie sich ihr Kleid aus. "Na, deine schwarze Unterwäsche geht ja auch als Bikini durch", sage ich lobend. Sandra setzt sich dicht an mich ran und legt einen Arm um meine Schulter. "Stefanie, das ist genau mein Ding hier", sagt Sandra erfreut. Dann sieht sie die Fernsteuerung. Ein noch größeres Lächeln huscht über ihr Gesicht. "Darf ich mal?" fragt sie aufgeregt. "Na klar", sage ich und reiche ihr die Bedienung. Vorsichtig betätigt sie die Regler. "Ha! Ist das cool", freut sie sich. (Das "Ha!" ist Sandras Pendant zu meinem "I-hi". Sie spricht das "Ha!" kurz und mit einer höheren Stimme aus. Das hört sich total niedlich an). Sandra kurvt über den Teich, während ich uns Kaffee einschenke. "Wenn Du noch schneller fahren willst, dann kannst Du mit dem Schalter oben rechts die Akkus in Reihe schalten", sage ich. Der Motor ist dafür ausgelegt." Sandra lächelt mich an, wie ein Kind was grade sein lang ersehntes Spielzeug zu Weihnachten bekommen hat. Sie betätigt den Schalter und gibt wieder Gas. "Hui", sagt sie hoch erfreut, "genau das richtige Spielzeug für Papis Tochter." Dann lässt sie uns langsam ausgleiten. "Hey Stefanie, da hast Du genau meinen Nerv getroffen", sagt sie und legt die Fernbedienung zur Seite. Anschließend packt sie den Kuchen aus. "Mh, der sieht schon lecker aus", sage ich. Während wir Kaffee und Kuchen genießen, lassen wir uns vom Wind über den Teich treiben. "Das ist so schön, dass Du auch so eine Wasserliebhaberin bist", sagt Sandra. Dann fragt sie mich nach dem Antrieb aus. Ich erkläre ihr das in allen Einzelheiten. "Den kann man überall drunter bauen?" fragt sie dann. Ich nicke. "Zum Beispiel unter ein aufblasbares Einhorn und dann damit über deinen Fluss fahren", sage ich grinsend. "Au ja, au ja", sagt Sandra erfreut, "mit Dir kann man wieder richtig Kind sein, Stefanie." Ich schaue Sandra strahlend an. "Da haben wir wohl beide zweimal richtig Glück gehabt", sage ich. Sandra schaut mich lächelnd und voller Erwartung an. "Zweimal?" fragt sie. "Ja, einmal, dass wir uns getroffen haben und dann auch noch die gleichen Flausen im Kopf haben", antworte ich. "Dann erhöhe ich auf dreimal", sagt Sandra und kommt mit dem Mund heran. "Dreimal?", frage ich lächelnd. "Ja", haucht sie, im nächsten Moment berühren sich unsere Lippen. Ich halte sie in meinen Armen. Sandra löst den Kuss und schaut mich an. "Verstanden!", sage ich lächelnd.
"Ich muss noch mal eine Runde fahren", sagt Sandra lächelnd und schnappt sich die Fernsteuerung. Ich schaue dabei ins Wasser. "Ist noch schön klar, das Wasser", bemerke ich. Sandra schaut auch. "Stimmt so vage kann den Grund erkennen", sagt sie dann, "mal schauen, wann sich die ersten Pflanzen und Fische ansiedeln." Ich schaue auch Richtung Weg. "Zum Teil kannst Du noch durch die Hecke durchschauen", sage ich. Es ist Freitag, früher Abend und schönes Wetter. Dementsprechend viele Spaziergänger und Radfahrer sind unterwegs. Einige verrenken sich die Köpfe, um durch die Lücken in der Hecke zu schauen. "Stört dich das?" fragt Sandra. "So lange sie uns nicht anlabern, ist es mir eigentlich egal", sage ich, "aber so wie wir hier sitzen, kurbelt das bei den Männchen sofort den Hormonhaushalt an." Sandra lächelt mich von der Seite an. "Nicht nur bei den Männchen", haucht Sandra leise in mein Ohr. Ich drehe meinen Kopf zu ihr und werde im nächsten Moment von ihren Küssen außer Gefecht gesetzt. Gekonnt dreht sie sich und sitzt auf meinem Schoß, um mich im nächsten Moment wieder leidenschaftlich zu küssen. "Es ist so schön mit Dir", flüstert sie dann in mein Ohr. "Mmh!" antworte ich genießerisch. Es wird langsam etwas kühl. Wir ziehen unsere Kleidung an. Vom Weg her hören wir eine Stimme: "Meine Herren, was mach sie dort?" Sandra und ich schauen in die Richtung. Ein Polizeiwagen ist dort schemenhaft durch die Hecke zu sehen. Dann sehe ich zwei Leute, die sich ertappt zum Streifenwagen hindrehen. Dann bekommen wir noch mit, wie die Personalien erfragt werden. Ich schaue Sandra lächelnd an. "Eine Blonde und eine Rothaarige fachen schon Reize und Erregungen an", sage ich grinsend. "Vor allem im Bikini und auf dem Wasser", sagt Sandra. "Hast Du eigentlich keine Angst, das da mal einer zudringlich werden könnte?" frage ich Sandra. "Mit Dir an meiner Seite nicht", antwortet Sandra keck. "Schutzengel", sage ich noch. "Genau das", sagt Sandra. "Wir benutzen oft den Ausdruck "Engel"", bemerke ich. "Ich finde das schön", sagt Sandra lächelnd.
Die Beiden, die uns eben wohl beobachtet haben, fahren dann mit Fahrrädern weiter. "Hallo, dürfen wir kurz zu Ihnen auf das Grundstück kommen?" hören wir. Ich sehe einen der Polizisten an der Pforte stehen. "Gerne", antworte ich. Der Polizist sagt, dass sie auf einer Routinefahrt sind und erklärt kurz den Vorfall. "Wurden sie irgendwie belästigt?" fragt er dann. Ich schüttele den Kopf. "Wir haben das auch erst gemerkt, als sie die Herrschaften ansprachen", sagt Sandra. "OK", sagt der Polizist, "wir würden das so zu Protokoll nehmen, wenn sie einverstanden sind." "Ja klar", sage ich. Da der Wind uns die ganze Zeit leicht wegschieben will, gleicht Sandra das mit der Fernsteuerung aus. Das erweckt das Interesse der Polizisten. "Haben sie einen Motor drunter?" fragt der eine lächelnd. "Ja haben wir", antworte ich und erkläre das dann auch gleich. "Das ist ja mal eine Idee", sagt der dann, "so sind die Mädels heutzutage." Die beiden Polizisten verabschieden sich dann. "Mädels", sagt der einfach so", sage ich grinsend, "ich frage mich, mit welchem Alter die uns einschätzen." Sandra lächelt. "Anfang Dreißig", sagt sie dann. Ich schaue sie erstaunt an. "Meine Kolleginnen schätzen Dich jedenfalls so", sagt Sandra lächelnd. "Zwanzig Jahre daneben", sage ich grinsend, "dann wärst Du 28." "Mit Dir fühl ich mich auch so", seufzt Sandra. Ich nehme sie in den Arm und küsse sie. Nebenbei findet meine Hand "zufälligerweise" den Weg in ihr Höschen."Mmh, hmm", stöhnt Sandra leise, während wir uns weiter küssen. "Ist das schön, draußen und auf dem Wasser", sagt sie hinterher. Ein wenig bleiben wir noch eng gekuschelt liegen. Dann dreht Sandra noch eine große Runde über den Teich, um anschließend gekonnt am Steg anzulegen. Ich nehme die Lufti vom Wasser. Sandra schaut sich den Antrieb nochmal genauer an. "Cooles Ding", sagt sie dann. "Ich glaube, ich baue noch ein paar davon", sage ich. "Auf alle Fälle", sagt Sandra, "auch haben wollen." "Du faszinierst mich immer wieder", sage ich zu ihr. Wir räumen alles ins Haus. Ich schließe es dann ab. "Ich bringe das Fahrrad schnell nach Hause, dann fahren wir zu dir?" frage ich. "Oder wir bleiben bei Dir", sagt Sandra, "ich habe Lust auf mehr Wellengang im Bett." "Wow", sage ich anerkennend. Ich schließe noch das Tor zum Gelände und radele dann los. Nach wenigen Minuten überholt mich Sandra dann schon. Als ich auf dem Garagenhof ankomme, steht sie da schon an ihr Auto gelehnt und lächelt mich an. Gemeinsam gehen wir zum Haus und bringen das Fahrrad in den Fahrradabstell-Keller. Die Tür zu dem Keller-Boxen ist offen und aus Willis Box fällt Licht. Ebis Stimme hört man grade und die Zapfanlage läuft auch. Mit leiser Stimme erkläre ich Sandra das. "Ihr seid so ein Bastlertruppe hier", sagt sie leise. Ich schließe noch mein Fahrrad an.
"Hast Du noch irgendein kleines aufblasbares Spielzeug im Keller?" fragt mich Sandra mit leuchtenden Augen. "Müssen wir mal schauen", sage ich. Wir gehen zu meiner Box. Bei Willi grüße ich im Vorbeigehen hinein: "Guten Abend die Herren." Hallo Steffi", höre ich Willi und Ebi. Aus den Augenwinkeln habe ich auch Jochen gesehen. Der will wohl grade wieder flüchten, hat aber nicht mit Sandra gerechnet, die mir langsam hinterher geht. Er schaut sie mit großen Augen an und geht schnell wieder in Willis Box. Sandra grinst, wobei mich das Getue von Jochen nervt. Aus Willis Box kommt grade kein Laut. Sandra steht in der Tür meiner Box. "Naa, Stefanie?" fragt Sandra mit einer tiefen erotischen Stimme, "schon was prickelndes gefunden?" Ich muss aufpassen, dass ich nicht laut loslache, andererseits ist ihre Stimme so erregend, dass ich leicht die Beine zusammenkneifen muss. Was Sandra wiederum veranlasst, mir einen Klaps auf den Hintern zu geben. Dann dreh ich mich zu ihr um und sage: "Ich habe was gefunden." Vor ihren Augen ziehe ich einen großen, unaufgeblasenen Luftballon lang. "Meine Luftballonsammlung", sage ich mit einer erotischen Stimme, "noch ein Fetisch von mir." "He, Stefanie", sagt Sandra leise. Ich nehme dann einen Karton voll Riesenballons mit und schließe meine Box zu. Bei Willi an der Box schaue ich langsam um die Ecke. Willi und Ebi lächeln mich an, während Jochen ganz starr ist. "Du hast wahnsinniges Glück gehabt, das die Polizei dich nicht erwischt hat", spreche ich Jochen unverfroren an, "zwei andere Typen haben dann wohl eine Lampe bekommen, weil sie durch die Hecke gespannt haben." "Oh, oh", sagt Ebi grinsend. "Du kannst ja gerne in mich verknallt sein", sage ich dann noch, "aber hör bitte auf mir nachzustellen." Außer ein "Hmf, Äh, Ja!" ist von Jochen nichts zu hören. Freundlich verabschiede ich mich von den Dreien. Sandra schaut nochmal in die Box. "Stefanie ist wirklich eine ganz liebe", sagt Sandra zu Jochen, "nur ärgern darfst Du sie nicht." Dann zwinkert sie ihm zu und folgt mir. Wir gehen schnell die Treppe hoch und ebenso schnell in meine Wohnung. Die Tür haben ich grade geschlossen, da nehme ich Sandra in den Arm und küsse sie heftig. "Mmmh, Stefanie", sagt Sandra erregt durch den Kuss. "Frechdachs", sage ich lächelnd, "haust mir einfach auf den Hintern. "Ging nicht anders", sagt Sandra, "und dann noch dieses kurze Röckchen." Ganz vorsichtig beiße ich sie in den Hals. "Uoh, oah", stöhnt Sandra und geht in die Knie, "Stefanie wollen wir nicht lieber"¦ ." Ehe sie weiter sprechen kann, nehme ich sie auf den Arm und trage sie aufs Bett. Kaum liegt sie, knie ich mich daneben, küsse sie wieder am Hals und führe eine Hand zur Brust. "Stefanie", stöhnt Sandra leise und versucht mir das Shirt auszuziehen. Vorsichtig wehre ich ihre Hand ab und streichele sie am ganzen Körper. Langsam verliert Sandra die Kontrolle und gibt sich ihrer Gefühle hin. Nach einer Weile drückt sie mich ganz leicht weg. "Ich kann nicht mehr", keucht sie und atmet tief durch. Dabei schaut sie mich glücklich an. Im nächsten Moment zieht sie mich ganz nah an sich heran und drückt mich lange.
"Magst Du etwas trinken?" frage Sandra. "Erstmal ein Wasser", antwortet Sandra, "dann schaue ich mir dein Getränkelager an." "Gerne", sage ich und hole Wasser ans Bett. Sandra hat sich seitlich aufgestützt und schaut mich lächelnd an, als ich wiederkomme. Dann schauen wir in meinen kleinen Abstellraum in der Wohnung. "Ich hätte sonst auch noch Sekt im Kühlschrank", sage ich. "Dry?" fragt Sandra. "Nee, nur ein oder vielleicht zwei", antworte ich. "Ey Stefanie", sagt Sandra lachend. "Ja, einen Trockenen habe ich auch da", sage ich dann. Ich hole ihn aus dem Kühlschrank und nehme noch zwei Gläser mit. "Was ist dann eigentlich mit diesen Riesenballons?" fragt Sandra. "Willst Du es ausprobieren?" frage ich. "Neugierig bin ich ja schon", sagt Sandra, "halten die das aus?" "Ja, wenn nichts Spitzes rumliegt", antworte ich. Wir gehen ins Wohnzimmer. Ich hole eine große Decke und breite sie auf dem Boden aus. Dann nehme ich die E-Pumpe und blase einen großen, langen Zeppelinballon auf. Aufgeblasen ist er locker zweieinhalb Meter lang und gut 70 cm im Durchmesser. Anschließend verschließe ich ihn mit einem Clip und lege ihn auf die Decke. Sandra drückt vorsichtig auf den Ballon. "Das hält?" vergewissert sie sich noch mal. Ich nicke. "Setz Dich doch einfach mal rittlings in die Mitte drauf", sage ich. Langsam und ganz vorsichtig tut Sandra das dann auch. Sie sinkt etwas ein, weil der Ballon nachgibt. "Huhu, huh", sagt Sandra aufgeregt, aber auch begeistert. Dann fängt sie leicht an zu wippen. "Das ist ja cool", sagt sie. Ich setze mich dann vor sie hin. "Oh weh, gleich macht es Bumm", sagt Sandra aufgeregt. Aber nichts passiert. Sandra schaut ganz genau hin und streicht über die pralle Gummihaut. "Das ist ja heiß", sagt sie, "da ist mir all die Jahre ja was entgangen." Dann schaut sie mich an und kommt mit dem Mund heran. Im nächsten Moment küssen wir uns. Langsam drücke ich sie nach hinten, bis sie liegt. Ich streichele sie zwischen den Beinen. Sandra genießt es.
"Das ist ja was ganz heißes", sagt Sandra nach dem Liebesspiel und noch leicht aus der Puste, "und ich staune ja über dich. Du hast ja Sachen drauf, das habe ich ehrlicherweise nicht erwartet." "Danke", sage ich und lächele sie an. Sandra richte sich langsam auf. Dann drückt sie mich leicht in die Liegeposition. "Jetzt bist Du aber dran", sagt sie lieb. "Du musst Dich aber nicht revanchieren", sage ich lächelnd. Sandra lächelt ebenfalls und sagt dann lieb, aber bestimmend: "Doch!" Dann "bearbeitet" sie mich. Dabei bringt sie uns leicht ins schwingen. "Ha!" sagt sie zwischendrin. Das ist unglaublich schön, was sie mit mir macht. Ich signalisiere ihr nach einer Weile, das es mir reicht. Sandra legt ihren Kopf auf meine Brust und kuschelt sich ran. Dabei wippt sie immer noch, das der Ballon schön schwingt. "Einfach nur super", sagt sie. Lange bleiben wir so liegen. Wir richten uns wieder auf und Sandra schenkt uns dann Sekt ein. "Prost, du Sexbombe", sagt Sandra leicht provozierend. "I-hi", sage ich, "das darf man aber auch nicht zu jeder sagen." "Ich habe da kein Problem mit", sagt Sandra, "Du?" "Nöö", antworte ich kurz, "prost Sandra." "Wollen wir dann langsam ins Bett?" fragt Sandra. "Können wir gerne machen", antworte ich. Die leeren Gläser stellen wir ab. Sandra will grade aufstehen. Ich halte sie leicht am Arm fest. Sie schaut mich erwartungsvoll an. Ich fasse mit einer Hand hinter mich und machen den Verschlussclip vom Ballon auf. "Pllllll", entweicht flatternd die Luft aus dem Ballon. Sandra grinst. Recht schnell ist die Luft raus. "Ha!" Ist das cool", freut sie sich. Wir stehen auf, Sandra schnappt sich den leeren Ballon. "Auch haben wollen", sagt sie dann. Ich zwinkere ihr zu. "Ich habe noch etliche, da kannst Du die einen bunten Strauß zusammen suchen", sage ich. Den Sekt und die Gläser nehmen wir mit ins Schlafzimmer. Im Bett trinken wir noch ein Glas. "Das ist so schön am frisch verliebt sein", sage ich, "man bekommt einfach nicht genug." Sandra lächelt mich an. "Na gut, mit der Zeit lässt das bestimmt ein bisschen nach"¦", sage ich. "Auf keinen Fall", fällt mir Sandra lachend ins Wort, "mit mir nicht!" "Wäre schön", sage ich leise. Im nächsten Moment fällt sie mir um den Hals und küsst mich, sie streichelt mich, sie bringt mich um den Verstand. Wir bleiben hinterher engumarmt liegen. Ganz leise hört man aus einer anderen Wohnung Liebesgeräusche. "Ah! Der Swingdater hat sich wieder jemanden zum swingen geholt", sage ich grinsend. "Na ja, dem sind heute bestimmt die Hormone übergekocht", sagt Sandra dann darauf, "jetzt muss er sich erstmal abreagieren. "Ist schon ein komischer Kauz", sage ich. Bald darauf schlafen wir ein.
Nach einer wunderschönen Nacht, sitzen wir beim Frühstück. "Ich habe heute wieder einen langen Tag", sagt Sandra, "was machst Du heute?" "Nix!" antworte ich grinsend, "ich ruhe mich mal ein bisschen für morgen, für den Auftritt aus." "Schön", sagt Sandra, "da freue ich mich auch schon drauf. Ich glaube, ich kann das dieses Mal genießen, ganz ohne Liebeskummer." Ich lächele sie an. "Ich habe das den Abend echt lange nicht realisiert, dass Dich das so mitgenommen hat", sage ich vorsichtig. "Du hattest ja auch andere Sachen um die Ohren", sagt Sandra lieb, "mach dir bitte keine Vorwürfe." "Na gut", sage ich leise. Wir stellen dann unsere Frühstückssachen weg. Auf dem Weg zur Arbeit sage ich: "Ich glaube ich fahr nach Feierabend zum Teich uns schau da mal ob alles OK ist." "Aber nimm eine Lufti mit, die groß genug für zwei ist", sagt Sandra lächelnd. "Aber gerne", antworte ich. Sandra fährt zuerst zu meinem Auto, was noch auf dem Parkplatz steht. Dort laden wir die Gitarren um. Einige meiner Kollegen stehen grade draußen am Raucherplatz. "Ich glaube, die haben mir irgendwann unbemerkt einen Peilsender eingepflanzt", flaxe ich, "jedesmal, wenn ich hier ankomme sind die draußen, so viel kann man doch gar nicht rauchen." Sandra schüttelt lachend den Kopf. Anschließend fährt sie mich wieder bis vor die Tür. Mit Ulrich und Andreas flaxe ich noch, dann gehe ich an meinen Schreibtisch. Mittags treffe ich mich wie üblich mit Sandra. Ich mache früh Feierabend und fahre nach Hause. Meine Gitarren nehme ich vorsichtshalber mit nach oben. Im Treppenhaus ist Anne grade dabei, die Treppe zu wischen. "Hallo Anne", begrüße ich sie. "Na Stefanie?" grüßt sie zurück. Ich wundere mich, warum sie die Treppe wischt. "Eigentlich ist doch die linke Seite dran", sage ich verwundert. "Ich habe mit Ebi getauscht", sagt Anne. "Ach so", sage ich und unterhalte mich noch kurz mit Anne. Dann gehe ich weiter zu meiner Wohnung. Ich ziehe mich erstmal um. Ein weites, flatteriges Shirt und einen kurzen Rock ziehe ich an. Dann fülle ich einen Eimer mit Wischwasser, schnappe mir Besen und Wischmob und gehe ins Treppenhaus. Wir haben zwar einen Hausmeisterservice, aber die Treppen wischen wir selber. Ist so eine Tradition von Anne und Lisa. Außerdem dient es der Kommunikation im Haus.
Mein Bereich ist die halbe Treppe nach unten, der Treppenabsatz zwischen Anne und Herberts Wohnung und meiner Wohnung, sowie die halbe Treppe nach oben. Ich fange oben an zu fegen und arbeite mich langsam runter. Eine der beiden Krankenschwestern kommt aus ihrer Wohnung und begrüßt mich freundlich. "Hach, ihre Beine würde ich gerne haben", sagt sie schwärmend zu mir. Ich lächele sie dankend an. "Ihre Verwandlung finde ich ja irgendwie toll", sagt sie weiter. Ich wundere mich über ihre Offenheit, weil sie und ihre Schwester eigentlich uns anderen gegenüber sehr zurückhaltend sind. "Ich konnte mich auch gar nicht gegen wehren", sage ich lächelnd, "das ging einfach so." "Wenn sie mal einen Spezialisten brauchen, kann ich gerne Empfehlungen abgegeben", sagt sie dann noch, "ich sitze ja an der Quelle." "Oh ja gerne", sage ich, "ich melde mich dann." Sie geht dann weiter und ich fege die Treppe weiter. Als ich damit fertig bin, gehe ich wieder hoch, um mit den Wischen anzufangen. Lisa steht in ihrer Tür und schaut mich bewundernd an. "Du siehst selbst bei der Hausarbeit noch toll aus", lobt sie mich. "Danke schön", sage ich lieb. Wir unterhalten uns noch eine Weile, während ich mich runterarbeite. Einmal gehe ich noch hoch, um mit klaren Wasser nachzuwischen. Mittendrin sehe ich Jochen unten reinkommen. Er hat mich schon gesehen und bleibt stehen. "Na Jochen, heute einen halben, freien Tag?" flaxe ich. Natürlich traut er sich erstmal nicht hochzukommen. Lisa hat noch ihre Tür offen, steht aber innerhalb und schaut gespannt. Ich bin mittlerweile am unteren Treppenabsatz angekommen. Jochen steht immer noch unten hinter der Eingangstür. "He, Du schüchterner Teenager, trau Dich, ich beiße nicht", sage ich. In der Zwischenzeit kommt die Krankenschwester wieder, sieht die Situation und grinst sich einen. Als sie bei mir ist sagt sie: "Eigentlich können wir doch auch Du sagen, oder?" Gerne", antworte ich, "ich heiße offiziell Stefanie." "OK, ich heiße Ingrid", sagt sie dann. Gemeinsam gehen wir die Treppe hoch. Ich räume dann meine Utensilien in die Wohnung, während Ingrid in ihre Wohnung hochgeht. Jochen nutzt das um sich schnell hochzustehlen. Ich schaue zu Lisa rüber, die schüttelt lachend den Kopf. Ich zucke nur mit den Schultern. Den ganzen Reinigungskram habe ich wieder verstaut.
Es ist grade erst 16:00 Uhr durch. Ich packe mir ein paar Sachen für den Ausflug an den Teich ein. Einen Bikini ziehe ich schon mal drunter und gehe ich in den Keller. Dort hole ich mein Fahrrad. Dann gehe ich noch mal in meine Abstellbox. Ich schaue durch die Kartons, was ich denn noch mit zum Teich nehmen könnte, da fällt mir ein, dass ich ja noch diese Pickup Badeinsel im Auto liegen habe. "Nehme ich die doch mit, anstatt sie weiter durch die Gegend zu fahren", denke ich mir. Grade als ich die Box verlassen will, fällt mir etwas Orangenes auf, was in einem Regal liegt. "Ach cool", sage ich leise und nehme es raus. Ich hatte vor vielen Jahren mal mit einem Tauch Scooter geliebäugelt. Da die originalen ziemlich teuer sind, habe ich mir kurzerhand einen selber gebaut. Dazu habe ich einfach ein orangenes Abflussrohr aus Kunststoff genommen, zwei Motorradbatterien, einen kraftvollen E-Motor, sowie eine Steuerung eingebaut. Benutzt habe ich ihn dann aber nur einmal zum Schnorcheln. Danach habe ich eine wasserfeste Sperrholzplatte angebaut und Befestigungsmöglichkeiten für Seile oder Gurte drangebaut. Damit kann man das Teil an alle möglichen kleinen Wasserfahrzeugen befestigen. Weiterhin hatte ich es um eine Funkfernsteuerung erweitert. Ich überprüfe noch die Ladung der Batterien. "Knapp 80%, das reicht", sage ich halblaut vor mich hin. Das Handgerät ist auch noch geladen. Ich schließe den Keller ab und bringe alles nach draußen. Aus dem Auto hole ich den Karton mit der Badeinsel und verstaue dann alles sicher auf dem Fahrrad. Anschließend fahre ich zum Teich.
Nach zehn Minuten komme ich auch schon da an. Ich mache einen kurzen Rundgang. Alles sieht soweit OK aus. Auch im Haus ist alles OK. Ein Zettel von Martin liegt auf einem Tisch. Darauf hat er geschrieben, wie die letzte Einstellung der kleinen Wehre ist. Ich hole dann die E-Pumpe und blase meine Lufti auf. "Cooles Ding", sage ich leise, "und schön groß." Anschließend befestige ich den E-Antrieb, schalte die Steuerung ein und lege das Ganze beim Steg auf das Wasser. Die Lufti hat vorne eine Vertiefung mit einer (aufzublasenden) Abdeckung, quasi eine Motorhaube. Die Vertiefung ist groß genug für eine Kühltasche. Die Cola- und Wasserflasche, sowie die Kunststoffbecher, die ich dort reinlege, verlieren sich fast. Ich steige dann vorsichtig rüber auf die Lufti. "Wow", sage ich, "starkes Gefühl." Ich stoße mich erstmal so vom Steg ab und treibe sachte über den Teich. "Ist das stark", sage ich leise und lege mich leicht aufgestützt hin. Ein leiser Wind treibt mich langsam über den Teich. Als ich am Ufer ankomme, nehme ich die Fernbedienung in die Hand. Vorsichtig schiebe ich den Regler nach vorne. Leise höre ich den Motor brummen und langsam schiebt sich die Lufti voran. Auch die Lenkbewegungen funktionieren. "Ziemlich coole Nummer", denke ich mir. Dann ziehe ich Rock und Shirt aus und lege es auch in die Vertiefung. Meine Ballerinas lasse ich an. Den Motor stelle ich erstmal wieder aus und lege mich bequem zum Sonnen hin. Entspannt liege ich nun da und nicke ab und zu auch mal ein. Das sonore Brummen eines Flugzeuges lässt mich aufhorchen. "Wenn das mal nicht der Flieger ist, der die Fallschirmspringer nach oben bringt", denke ich mir. Bald darauf habe ich ihn auch am Himmel gefunden. Er fliegt eine große Kurve und schraubt sich langsam hoch. Aufmerksam verfolge ich ihn. Der Flughafen ist nur ein paar Kilometer Luftlinie entfernt. Der Flieger hat seine Höhe erreicht und ist über dem Flugplatz. Mit einiger Mühe kann ich die Fallschirmspringer als Punkte erkennen, die das Flugzeug verlassen. Es sieht so aus, das ein Punkt größer aussieht. Eine Weile denke ich, dass das ein Schüler mit seinen Trainern ist, aber als sich die Schirme öffnen und alle als Gleitschirme zu erkennen sind, zerstreut sich der Gedanke.
Ich schaue noch eine Weile in den Himmel und sehe auch einige Segelflieger. "Ist ja bestes Flugwetter heute", denke ich, "aber ich brauche auch mal ein wenig Ruhe. Die letzten Wochen waren ziemlich vollgepackt." Also entspanne ich mich weiter. Ich döse wieder leicht weg. Als ich wach werde hat sich mein aufblasbarer Untersatz so gedreht, das ich zum Haus und zum Weg schauen kann, der hinter dem Haus liegt. Der Weg ist teilweise von Büschen und Sträuchern verdeckt. Trotzdem sehe ich jemanden dahinter, der mich anscheinend beobachtet. Vorsichtig betätige ich die Fernsteuerung, die neben mir liegt und steuere gaaaanz langsam den Steg an. Mit einem Seil, was am Steg hängt, binde ich meine Lufti fest. Schnell klettere ich auf den Steg. Von da gehe ich durch das Tor ins Haus und hinten wieder durch die kleine Tür raus. Nach ein paar Schritten bin ich an der Pforte zum Grundstück. Ich gehe auf den Weg, in die Richtung, wo ich meine, jemanden gesehen zu haben. Am Wegesrand steht ein mir bekannt vorkommendes Fahrrad. Halb im Gebüsch steht einer und schaut immer noch in Richtung Teich. Ich gehe zu dem Fahrrad und betätige die Klingel, gleichzeitig rufe ich: "Huhu Jochen, wen suchst Du?" Erschrocken dreht sich Jochen um. Er stammelt irgendwas. So richtig flüchten kann er jetzt auch nicht. "Hey, was ist denn mit dir los?" frage ich. Jochen ist total von der Rolle. Ich bin ja auch gemein, außerdem stehe ich im knappen roten Bikini vor ihm. "Wenn Du mir nicht sagen willst, was los ist, dann lauere mich auch bitteschön nicht auf", sage ich und gehe ein paar Meter von seinem Fahrrad weg. "Falls Du mir doch was sagen willst, ich bin dann wieder auf dem Teich", sage ich dann, drehe mich um und gehe wieder auf das Grundstück. Als ich auf dem Steg bin und grade wieder auf meine Lufti steigen will, sehe ich ihn schlingernd davon fahren. "Tse", sage ich leise. Dann muss er mir aber auch nicht leid tun, wenn er solche Dinger abzieht.
Ich treibe dann wieder gemütlich über den Teich. Mein Handy klingelt. Sandra ruft an. "Huhu Stefanie, bist Du am Teich?" "Ja, sogar auf dem Teich", antworte ich. "Super, dann würde ich jetzt vorbeikommen", sagt Sandra, "hast Du Kaffee da? Ich bringe Kuchen mit." "Ja Kaffeepulver ist noch hier, ich setze mal einen auf", sage ich und tue das. Ich nehme noch Kaffeebecher mit und gehe ich wieder auf die Lufti. Der Kaffee läuft gleich in eine Thermoskanne. Nach kurzer Zeit kommt Sandra auf das Grundstück gefahren. Sie steigt aus, sieht mich und strahlt über das ganze Gesicht. Sie kommt an den Teich. "Das ist ja mal ein cooles Ding", sagt sie. "Kannst Du noch den Kaffee holen?" frage ich, "alles andere habe ich hier." Sandra geht ins Haus. Als sie wieder rauskommt fahre ich langsam an den Steg. "Wie geil ist das denn?" fragt Sandra aufgeregt. Sie gibt mir die Kanne rüber, zieht dann ihre Pumps aus und kommt auf die Insel. Dann angelt sie sich ihre Schuhe und zieht sie wieder an. "Stefanie im Bikini", staunt Sandra, "steht Dir total gut." Dann zieht sie sich ihr Kleid aus. "Na, deine schwarze Unterwäsche geht ja auch als Bikini durch", sage ich lobend. Sandra setzt sich dicht an mich ran und legt einen Arm um meine Schulter. "Stefanie, das ist genau mein Ding hier", sagt Sandra erfreut. Dann sieht sie die Fernsteuerung. Ein noch größeres Lächeln huscht über ihr Gesicht. "Darf ich mal?" fragt sie aufgeregt. "Na klar", sage ich und reiche ihr die Bedienung. Vorsichtig betätigt sie die Regler. "Ha! Ist das cool", freut sie sich. (Das "Ha!" ist Sandras Pendant zu meinem "I-hi". Sie spricht das "Ha!" kurz und mit einer höheren Stimme aus. Das hört sich total niedlich an). Sandra kurvt über den Teich, während ich uns Kaffee einschenke. "Wenn Du noch schneller fahren willst, dann kannst Du mit dem Schalter oben rechts die Akkus in Reihe schalten", sage ich. Der Motor ist dafür ausgelegt." Sandra lächelt mich an, wie ein Kind was grade sein lang ersehntes Spielzeug zu Weihnachten bekommen hat. Sie betätigt den Schalter und gibt wieder Gas. "Hui", sagt sie hoch erfreut, "genau das richtige Spielzeug für Papis Tochter." Dann lässt sie uns langsam ausgleiten. "Hey Stefanie, da hast Du genau meinen Nerv getroffen", sagt sie und legt die Fernbedienung zur Seite. Anschließend packt sie den Kuchen aus. "Mh, der sieht schon lecker aus", sage ich. Während wir Kaffee und Kuchen genießen, lassen wir uns vom Wind über den Teich treiben. "Das ist so schön, dass Du auch so eine Wasserliebhaberin bist", sagt Sandra. Dann fragt sie mich nach dem Antrieb aus. Ich erkläre ihr das in allen Einzelheiten. "Den kann man überall drunter bauen?" fragt sie dann. Ich nicke. "Zum Beispiel unter ein aufblasbares Einhorn und dann damit über deinen Fluss fahren", sage ich grinsend. "Au ja, au ja", sagt Sandra erfreut, "mit Dir kann man wieder richtig Kind sein, Stefanie." Ich schaue Sandra strahlend an. "Da haben wir wohl beide zweimal richtig Glück gehabt", sage ich. Sandra schaut mich lächelnd und voller Erwartung an. "Zweimal?" fragt sie. "Ja, einmal, dass wir uns getroffen haben und dann auch noch die gleichen Flausen im Kopf haben", antworte ich. "Dann erhöhe ich auf dreimal", sagt Sandra und kommt mit dem Mund heran. "Dreimal?", frage ich lächelnd. "Ja", haucht sie, im nächsten Moment berühren sich unsere Lippen. Ich halte sie in meinen Armen. Sandra löst den Kuss und schaut mich an. "Verstanden!", sage ich lächelnd.
"Ich muss noch mal eine Runde fahren", sagt Sandra lächelnd und schnappt sich die Fernsteuerung. Ich schaue dabei ins Wasser. "Ist noch schön klar, das Wasser", bemerke ich. Sandra schaut auch. "Stimmt so vage kann den Grund erkennen", sagt sie dann, "mal schauen, wann sich die ersten Pflanzen und Fische ansiedeln." Ich schaue auch Richtung Weg. "Zum Teil kannst Du noch durch die Hecke durchschauen", sage ich. Es ist Freitag, früher Abend und schönes Wetter. Dementsprechend viele Spaziergänger und Radfahrer sind unterwegs. Einige verrenken sich die Köpfe, um durch die Lücken in der Hecke zu schauen. "Stört dich das?" fragt Sandra. "So lange sie uns nicht anlabern, ist es mir eigentlich egal", sage ich, "aber so wie wir hier sitzen, kurbelt das bei den Männchen sofort den Hormonhaushalt an." Sandra lächelt mich von der Seite an. "Nicht nur bei den Männchen", haucht Sandra leise in mein Ohr. Ich drehe meinen Kopf zu ihr und werde im nächsten Moment von ihren Küssen außer Gefecht gesetzt. Gekonnt dreht sie sich und sitzt auf meinem Schoß, um mich im nächsten Moment wieder leidenschaftlich zu küssen. "Es ist so schön mit Dir", flüstert sie dann in mein Ohr. "Mmh!" antworte ich genießerisch. Es wird langsam etwas kühl. Wir ziehen unsere Kleidung an. Vom Weg her hören wir eine Stimme: "Meine Herren, was mach sie dort?" Sandra und ich schauen in die Richtung. Ein Polizeiwagen ist dort schemenhaft durch die Hecke zu sehen. Dann sehe ich zwei Leute, die sich ertappt zum Streifenwagen hindrehen. Dann bekommen wir noch mit, wie die Personalien erfragt werden. Ich schaue Sandra lächelnd an. "Eine Blonde und eine Rothaarige fachen schon Reize und Erregungen an", sage ich grinsend. "Vor allem im Bikini und auf dem Wasser", sagt Sandra. "Hast Du eigentlich keine Angst, das da mal einer zudringlich werden könnte?" frage ich Sandra. "Mit Dir an meiner Seite nicht", antwortet Sandra keck. "Schutzengel", sage ich noch. "Genau das", sagt Sandra. "Wir benutzen oft den Ausdruck "Engel"", bemerke ich. "Ich finde das schön", sagt Sandra lächelnd.
Die Beiden, die uns eben wohl beobachtet haben, fahren dann mit Fahrrädern weiter. "Hallo, dürfen wir kurz zu Ihnen auf das Grundstück kommen?" hören wir. Ich sehe einen der Polizisten an der Pforte stehen. "Gerne", antworte ich. Der Polizist sagt, dass sie auf einer Routinefahrt sind und erklärt kurz den Vorfall. "Wurden sie irgendwie belästigt?" fragt er dann. Ich schüttele den Kopf. "Wir haben das auch erst gemerkt, als sie die Herrschaften ansprachen", sagt Sandra. "OK", sagt der Polizist, "wir würden das so zu Protokoll nehmen, wenn sie einverstanden sind." "Ja klar", sage ich. Da der Wind uns die ganze Zeit leicht wegschieben will, gleicht Sandra das mit der Fernsteuerung aus. Das erweckt das Interesse der Polizisten. "Haben sie einen Motor drunter?" fragt der eine lächelnd. "Ja haben wir", antworte ich und erkläre das dann auch gleich. "Das ist ja mal eine Idee", sagt der dann, "so sind die Mädels heutzutage." Die beiden Polizisten verabschieden sich dann. "Mädels", sagt der einfach so", sage ich grinsend, "ich frage mich, mit welchem Alter die uns einschätzen." Sandra lächelt. "Anfang Dreißig", sagt sie dann. Ich schaue sie erstaunt an. "Meine Kolleginnen schätzen Dich jedenfalls so", sagt Sandra lächelnd. "Zwanzig Jahre daneben", sage ich grinsend, "dann wärst Du 28." "Mit Dir fühl ich mich auch so", seufzt Sandra. Ich nehme sie in den Arm und küsse sie. Nebenbei findet meine Hand "zufälligerweise" den Weg in ihr Höschen."Mmh, hmm", stöhnt Sandra leise, während wir uns weiter küssen. "Ist das schön, draußen und auf dem Wasser", sagt sie hinterher. Ein wenig bleiben wir noch eng gekuschelt liegen. Dann dreht Sandra noch eine große Runde über den Teich, um anschließend gekonnt am Steg anzulegen. Ich nehme die Lufti vom Wasser. Sandra schaut sich den Antrieb nochmal genauer an. "Cooles Ding", sagt sie dann. "Ich glaube, ich baue noch ein paar davon", sage ich. "Auf alle Fälle", sagt Sandra, "auch haben wollen." "Du faszinierst mich immer wieder", sage ich zu ihr. Wir räumen alles ins Haus. Ich schließe es dann ab. "Ich bringe das Fahrrad schnell nach Hause, dann fahren wir zu dir?" frage ich. "Oder wir bleiben bei Dir", sagt Sandra, "ich habe Lust auf mehr Wellengang im Bett." "Wow", sage ich anerkennend. Ich schließe noch das Tor zum Gelände und radele dann los. Nach wenigen Minuten überholt mich Sandra dann schon. Als ich auf dem Garagenhof ankomme, steht sie da schon an ihr Auto gelehnt und lächelt mich an. Gemeinsam gehen wir zum Haus und bringen das Fahrrad in den Fahrradabstell-Keller. Die Tür zu dem Keller-Boxen ist offen und aus Willis Box fällt Licht. Ebis Stimme hört man grade und die Zapfanlage läuft auch. Mit leiser Stimme erkläre ich Sandra das. "Ihr seid so ein Bastlertruppe hier", sagt sie leise. Ich schließe noch mein Fahrrad an.
"Hast Du noch irgendein kleines aufblasbares Spielzeug im Keller?" fragt mich Sandra mit leuchtenden Augen. "Müssen wir mal schauen", sage ich. Wir gehen zu meiner Box. Bei Willi grüße ich im Vorbeigehen hinein: "Guten Abend die Herren." Hallo Steffi", höre ich Willi und Ebi. Aus den Augenwinkeln habe ich auch Jochen gesehen. Der will wohl grade wieder flüchten, hat aber nicht mit Sandra gerechnet, die mir langsam hinterher geht. Er schaut sie mit großen Augen an und geht schnell wieder in Willis Box. Sandra grinst, wobei mich das Getue von Jochen nervt. Aus Willis Box kommt grade kein Laut. Sandra steht in der Tür meiner Box. "Naa, Stefanie?" fragt Sandra mit einer tiefen erotischen Stimme, "schon was prickelndes gefunden?" Ich muss aufpassen, dass ich nicht laut loslache, andererseits ist ihre Stimme so erregend, dass ich leicht die Beine zusammenkneifen muss. Was Sandra wiederum veranlasst, mir einen Klaps auf den Hintern zu geben. Dann dreh ich mich zu ihr um und sage: "Ich habe was gefunden." Vor ihren Augen ziehe ich einen großen, unaufgeblasenen Luftballon lang. "Meine Luftballonsammlung", sage ich mit einer erotischen Stimme, "noch ein Fetisch von mir." "He, Stefanie", sagt Sandra leise. Ich nehme dann einen Karton voll Riesenballons mit und schließe meine Box zu. Bei Willi an der Box schaue ich langsam um die Ecke. Willi und Ebi lächeln mich an, während Jochen ganz starr ist. "Du hast wahnsinniges Glück gehabt, das die Polizei dich nicht erwischt hat", spreche ich Jochen unverfroren an, "zwei andere Typen haben dann wohl eine Lampe bekommen, weil sie durch die Hecke gespannt haben." "Oh, oh", sagt Ebi grinsend. "Du kannst ja gerne in mich verknallt sein", sage ich dann noch, "aber hör bitte auf mir nachzustellen." Außer ein "Hmf, Äh, Ja!" ist von Jochen nichts zu hören. Freundlich verabschiede ich mich von den Dreien. Sandra schaut nochmal in die Box. "Stefanie ist wirklich eine ganz liebe", sagt Sandra zu Jochen, "nur ärgern darfst Du sie nicht." Dann zwinkert sie ihm zu und folgt mir. Wir gehen schnell die Treppe hoch und ebenso schnell in meine Wohnung. Die Tür haben ich grade geschlossen, da nehme ich Sandra in den Arm und küsse sie heftig. "Mmmh, Stefanie", sagt Sandra erregt durch den Kuss. "Frechdachs", sage ich lächelnd, "haust mir einfach auf den Hintern. "Ging nicht anders", sagt Sandra, "und dann noch dieses kurze Röckchen." Ganz vorsichtig beiße ich sie in den Hals. "Uoh, oah", stöhnt Sandra und geht in die Knie, "Stefanie wollen wir nicht lieber"¦ ." Ehe sie weiter sprechen kann, nehme ich sie auf den Arm und trage sie aufs Bett. Kaum liegt sie, knie ich mich daneben, küsse sie wieder am Hals und führe eine Hand zur Brust. "Stefanie", stöhnt Sandra leise und versucht mir das Shirt auszuziehen. Vorsichtig wehre ich ihre Hand ab und streichele sie am ganzen Körper. Langsam verliert Sandra die Kontrolle und gibt sich ihrer Gefühle hin. Nach einer Weile drückt sie mich ganz leicht weg. "Ich kann nicht mehr", keucht sie und atmet tief durch. Dabei schaut sie mich glücklich an. Im nächsten Moment zieht sie mich ganz nah an sich heran und drückt mich lange.
"Magst Du etwas trinken?" frage Sandra. "Erstmal ein Wasser", antwortet Sandra, "dann schaue ich mir dein Getränkelager an." "Gerne", sage ich und hole Wasser ans Bett. Sandra hat sich seitlich aufgestützt und schaut mich lächelnd an, als ich wiederkomme. Dann schauen wir in meinen kleinen Abstellraum in der Wohnung. "Ich hätte sonst auch noch Sekt im Kühlschrank", sage ich. "Dry?" fragt Sandra. "Nee, nur ein oder vielleicht zwei", antworte ich. "Ey Stefanie", sagt Sandra lachend. "Ja, einen Trockenen habe ich auch da", sage ich dann. Ich hole ihn aus dem Kühlschrank und nehme noch zwei Gläser mit. "Was ist dann eigentlich mit diesen Riesenballons?" fragt Sandra. "Willst Du es ausprobieren?" frage ich. "Neugierig bin ich ja schon", sagt Sandra, "halten die das aus?" "Ja, wenn nichts Spitzes rumliegt", antworte ich. Wir gehen ins Wohnzimmer. Ich hole eine große Decke und breite sie auf dem Boden aus. Dann nehme ich die E-Pumpe und blase einen großen, langen Zeppelinballon auf. Aufgeblasen ist er locker zweieinhalb Meter lang und gut 70 cm im Durchmesser. Anschließend verschließe ich ihn mit einem Clip und lege ihn auf die Decke. Sandra drückt vorsichtig auf den Ballon. "Das hält?" vergewissert sie sich noch mal. Ich nicke. "Setz Dich doch einfach mal rittlings in die Mitte drauf", sage ich. Langsam und ganz vorsichtig tut Sandra das dann auch. Sie sinkt etwas ein, weil der Ballon nachgibt. "Huhu, huh", sagt Sandra aufgeregt, aber auch begeistert. Dann fängt sie leicht an zu wippen. "Das ist ja cool", sagt sie. Ich setze mich dann vor sie hin. "Oh weh, gleich macht es Bumm", sagt Sandra aufgeregt. Aber nichts passiert. Sandra schaut ganz genau hin und streicht über die pralle Gummihaut. "Das ist ja heiß", sagt sie, "da ist mir all die Jahre ja was entgangen." Dann schaut sie mich an und kommt mit dem Mund heran. Im nächsten Moment küssen wir uns. Langsam drücke ich sie nach hinten, bis sie liegt. Ich streichele sie zwischen den Beinen. Sandra genießt es.
"Das ist ja was ganz heißes", sagt Sandra nach dem Liebesspiel und noch leicht aus der Puste, "und ich staune ja über dich. Du hast ja Sachen drauf, das habe ich ehrlicherweise nicht erwartet." "Danke", sage ich und lächele sie an. Sandra richte sich langsam auf. Dann drückt sie mich leicht in die Liegeposition. "Jetzt bist Du aber dran", sagt sie lieb. "Du musst Dich aber nicht revanchieren", sage ich lächelnd. Sandra lächelt ebenfalls und sagt dann lieb, aber bestimmend: "Doch!" Dann "bearbeitet" sie mich. Dabei bringt sie uns leicht ins schwingen. "Ha!" sagt sie zwischendrin. Das ist unglaublich schön, was sie mit mir macht. Ich signalisiere ihr nach einer Weile, das es mir reicht. Sandra legt ihren Kopf auf meine Brust und kuschelt sich ran. Dabei wippt sie immer noch, das der Ballon schön schwingt. "Einfach nur super", sagt sie. Lange bleiben wir so liegen. Wir richten uns wieder auf und Sandra schenkt uns dann Sekt ein. "Prost, du Sexbombe", sagt Sandra leicht provozierend. "I-hi", sage ich, "das darf man aber auch nicht zu jeder sagen." "Ich habe da kein Problem mit", sagt Sandra, "Du?" "Nöö", antworte ich kurz, "prost Sandra." "Wollen wir dann langsam ins Bett?" fragt Sandra. "Können wir gerne machen", antworte ich. Die leeren Gläser stellen wir ab. Sandra will grade aufstehen. Ich halte sie leicht am Arm fest. Sie schaut mich erwartungsvoll an. Ich fasse mit einer Hand hinter mich und machen den Verschlussclip vom Ballon auf. "Pllllll", entweicht flatternd die Luft aus dem Ballon. Sandra grinst. Recht schnell ist die Luft raus. "Ha!" Ist das cool", freut sie sich. Wir stehen auf, Sandra schnappt sich den leeren Ballon. "Auch haben wollen", sagt sie dann. Ich zwinkere ihr zu. "Ich habe noch etliche, da kannst Du die einen bunten Strauß zusammen suchen", sage ich. Den Sekt und die Gläser nehmen wir mit ins Schlafzimmer. Im Bett trinken wir noch ein Glas. "Das ist so schön am frisch verliebt sein", sage ich, "man bekommt einfach nicht genug." Sandra lächelt mich an. "Na gut, mit der Zeit lässt das bestimmt ein bisschen nach"¦", sage ich. "Auf keinen Fall", fällt mir Sandra lachend ins Wort, "mit mir nicht!" "Wäre schön", sage ich leise. Im nächsten Moment fällt sie mir um den Hals und küsst mich, sie streichelt mich, sie bringt mich um den Verstand. Wir bleiben hinterher engumarmt liegen. Ganz leise hört man aus einer anderen Wohnung Liebesgeräusche. "Ah! Der Swingdater hat sich wieder jemanden zum swingen geholt", sage ich grinsend. "Na ja, dem sind heute bestimmt die Hormone übergekocht", sagt Sandra dann darauf, "jetzt muss er sich erstmal abreagieren. "Ist schon ein komischer Kauz", sage ich. Bald darauf schlafen wir ein.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
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Stephanie
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Schützenfest Teil 1
"Steeefaaaniiiiee?" fragt Sandra, nachdem wir nach dieser wunderschönen Nacht aufwachen, "Du bist aber nicht das Mauerblümchen?" "Wie Mauerblümchen?" frage ich lächelnd. "Also, hm, ganz ehrlich, ich habe Dich etwas unterschätzt", sagt Sandra dann etwas verlegen. "Hat die Landpomeranze Dich etwas überrascht?" frage ich grinsend, was Sandra zum Lachen bringt. "Ja, hat sie", antwortet Sandra lächelnd, "ich dachte echt, ich könnte Dir noch was beibringen." "Das tust Du aber", sage ich lächelnd, "Du bringst mir auf Deine supertolle Art und Weise bei, wie ich meinen unbekannten Teil meines Körpers so richtig genießen kann." Sandra schießen vor Freude die Tränen in die Augen. "Hach Stefanie, das ist alles so anders, aufregend mit Dir", sagt Sandra und kuschelt sich dicht an mich heran. "Mit Dir aber auch, meine Süße", sage ich, "Du machst so Sachen, die ich mir so eigentlich bei Frauen nie vorstellen konnte. Na ja ein bisschen Klischeedenken halt." "Da bin ich aber schon eine Ausnahme", sagt Sandra, "ich habe einige Artgenossinnen kennengelernt, die sich eben in genau diese Klischees haben pressen lassen." "Schön dass es dich gibt", sage ich. Sandra kuschelt sich nochmal richtig ran. Später im Badezimmer lassen wir uns richtig Zeit. Sandra gibt mir dann auch noch mal richtig tolle Tipps für das Augen Makeup, für heute Abend. "Ich habe bis ungefähr 19:00 Uhr noch etwas für eine Veranstaltung der Banker in Braunschweig zu tun", sagt Sandra, "danach komme ich dann zu euch." "Was machst Du da genau?" frage ich. "Ich empfange die Gäste und weise sie gegebenenfalls zu ihren Plätzen ein", antwortet Sandra, "das machen wir meisten zu zweit oder zu dritt." "Klingt spannend", sage ich. "Das ist nicht schwierig, du kannst gerne mal mitmachen", sagt Sandra, "einfach freundlich sein und den Gästen ein Wohlfühlgefühl geben." "Ja, das macht mich neugierig", sage ich, "kannst mich gerne vormerken." "Das wäre ja toll", freut sich Sandra. Dann erklärt sie mir noch dass das Event oft von ihrem Vater organisiert wird, obwohl der schon im Ruhestand ist. "Ich würde danach kurz nach Hause fahren und mich umziehen", sagt Sandra. "OK, was trägst Du so da am Empfang?" frage ich. "Wir Frauen tragen meistens ein Dirndl", antwortet Sandra, "ich würde dann für euren Auftritt abends ein Abendkleid anziehen." Meine Augen werden groß, sie werden größer. "Was ist denn Stefanie?" fragt Sandra lächelnd. "Dirndl?" frage ich fast sprachlos. "Ja, wieso?" fragt Sandra. "Das muss ja ein Traum sein, dich im Dirndl zu sehen", antworte ich staunend. Sandra ist richtig erfreut. "Aber ist dass das richtige für so ein Fest?" fragt sie dann. "In den letzten Jahren sind es immer mehr Frauen geworden, die eins tragen, auch jüngere", antworte ich, "Susanne wollte auch eins anziehen, wenn sie kommt." "Na dann", sagt Sandra freudestrahlend, "dann spare ich mir einmal umziehen." "Super, da bin ich mal gespannt", sage ich.
"Hast Du auch mal ein Dirndl getragen?" fragt Sandra. "Ja, ich habe ein paar", antworte ich und ziehe sie zu meinem Kleiderschrank. "Die hier sind etwas günstiger gewesen", sage ich zu den die ich grade zeige, "und das hier war schon hochwertiger." "Das sieht ja toll aus, schwarz, grün mit rosa schimmernder Schürze", staunt Sandra, "haben wir noch Zeit? Ich möchte das gerne mal an dir sehen." "Ja ein bisschen Zeit ist noch", sage ich und fange an, das Dirndl anzuziehen. "Siehst Du toll darin aus", sagt Sandra verzückt, "Stefanie, Du kannst das ja toll tragen." Sandra bewundert mich von allen Seiten. "Schöne Frau im schönen Dirndl", sagt Sandra, "und schön rot wirst Du grade." "Ach Du", sage ich verlegen. Sandra zuliebe lasse ich das Dirndl auch beim Frühstück an. Sie kann die Augen gar nicht von mir lassen. "Für mich ist ein Dirndl das tollste Kleid, was eine Frau tragen kann", sagt Sandra, "für dich auch?" "Ja", antworte ich leicht verschüchtert. "Stefanie, einfach toll", sagt Sandra. "Aber für heute Abend würde ich das Kleid, was du genäht hast vorziehen", sage ich, "ist für die Bühne besser." Sandra schwenkt abwägend den Kopf. "Ja stimmt schon, aber nur knapp", sagt sie grinsend. "Es gibt bestimmt jede Menge Anlässe, wo wir beide im Dirndl aufschlagen können", sage ich lieb. "Auf alle Fälle", sagt Sandra, "und nach München, in meinen Lieblings-Dirndl-Laden müssen wir auch unbedingt." Ich lächele sie lieb an. "Gerne", sage ich noch.
Während wir weiter frühstücken, klingelt mein Telefon. "Nanu? Meine Noch-Gattin? Was will die denn?" frage ich und melde mich dann: "Stefanie Boe." Ich kann erahnen, wie sie am anderen Ende sitzt und beinahe platzt. Dann sagt sie: "Du musst heute und morgen mal die Kinder nehmen." "Aha, und warum?" frage ich ruhig. "Wir gehen heute Abend aus und die Großeltern haben beide kurzfristig abgesagt. "Ja OK, meine Eltern gehen aufs Schützenfest", sage ich, deine auch?" "Ja!" antwortet sie knapp. "Und Du wahrscheinlich auch?" frage ich. Keine Antwort. Sandra grinst sich einen, weil ich das Telefon auf mithören gestellt habe. Dann sagt meine Noch-Gattin: "Ja wir gehen auch hin, wir haben eine Einladung." "Wie jetzt, dein Lebensgefährte ist doch im Schützenverein, der brauch doch keine Einladung", bemerke ich. Stille am anderen Ende. "Ja, dann müssen wir mal schauen, wie wir das mit den Kids machen", sage ich weiter, "ich bin ebenfalls auf dem Schützenfest." "WAS?" fragt die Gattin aufgeregt. Sandra reißt sich zusammen, sie fällt gleich lachend vom Stuhl. "Das geht nicht", sagt meine Gattin, "Du musst auf die Kinder aufpassen." "Nein, das geht nicht", sage ich, "außerdem sind sie schon alt genug, um auch alleine zu Hause zu bleiben. Die Große ist fast 16." "NEIN, das geht nicht!", sagt meine Gattin forsch. "Da hättest Du eher mit kommen müssen", sage ich, "ich habe jetzt Verpflichtungen, die ich nun nicht mehr absagen kann." "Interessiert mich aber nicht", keift die Gattin. Im Hintergrund versucht ihr Lover sie zu besänftigen. "Ich habe heute Abend einen Auftritt auf dem Fest", sage ich grinsend, "und wenn Du weiterhin darauf bestehst, werde ich Dich an unser Management weiterleiten." Stille am anderen Ende. "Frag mal deinen Lebensgefährten, ob es sich unter den Schützen schon rumgesprochen hat, wer die Dame ist, die jetzt neu bei der Band ist", sage ich dann noch. "Klack", sie hat aufgelegt. Sandra lacht jetzt lauter los. "Du bist so unglaublich", sagt sie dann. Meine Töchter müssen das Gespräch irgendwie mitbekommen haben, jedenfalls gibt es jetzt per WhatsApp Anfragen von den beiden, die ich artig und ehrlich beantworte. "Das wird ja geil", schreibt meine Kleine dann.
Nach dem Frühstück ziehe ich mich dann wieder um. Da wir nachher ja unser ganzes Equipment einladen müssen und an Ort und Stelle aufbauen müssen, ziehe ich einfach meine Röhre an und dazu ein weites Shirt. "Jetzt müssen wir noch zu mir und das Kleid holen", sagt Sandra. Ich nehme noch mein Schminkkram und die beiden Gitarren, so wie einen kleinen Übungsverstärker und meine Mundharmonika, dann verlassen wir die Wohnung. Unten stehen Lisa und Herbert mit ihren Einkäufen bei Anne, Willi und Ebi. "Na, ihr beiden hübschen", begrüßt uns Ebi, "heute der große Auftritt?" "Jau", antworte ich knapp. "Achim schaut dienstlich auch mal vorbei", sagt Ebi, "wir hatten gestern telefoniert." "Ah! Super", sage ich. "Vielleicht fahre ich mit", sagt Ebi, "je nachdem wie es mir so geht. Ich bin ja Meganeugierig." "Das wäre ja schön", sage ich noch. Dann verabschieden wir uns und gehen zu unseren Autos. Wir fahren zu Sandra. "Hallo ihr zwei", begrüßt uns Oma Wilhelmine, die grade vom Markt kommt, "die beiden Schnurrer sind schon gefüttert." "Vielen lieben Dank", sagt Sandra lächelnd. In dem Moment kommen die beiden Tiger auch schon um die Ecke und lassen sich von mir durchkraulen. Auch als wir in die Wohnung gehen folgen sie uns. "Sind die anhänglich", freue ich mich. Sandra holt dann das Kleid. Sie hat es auf einen Bügel gehängt und eine Kunststofftüte drüber gemacht. "Sehr professionell", sage ich. "Muss schon ordentlich sein", sagt Sandra zwinkernd. Dann nimmt sie mich noch mal in den Arm du küsst mich herzlich. "Danke, meine große Liebe", sage ich zärtlich. Mit einer Träne im Auge drückt mich Sandra nochmal. "Meine Stefanie", sagt sie seufzend. "Ich liebe Dich, Sandra", sage ich leise in ihr Ohr. "Sandra schaut mich an. "Ich liebe Dich auch", sagt Sandra. Langsam lösen wir die Umarmung. "Bis heute Abend", sagt Sandra. Sie winkt mir noch hinter her, bis ich um die nächste Kurve gefahren bin.
Ich komme auf dem Speditionsgelände an. Der Sprinter steht schon vor der Werkstatt. Tom und Antje verladen schon das Schlagzeug. Ich parke und gehe dann zu den Beiden. "Na ihr, schon fleißig?" frage ich. "Wir haben grade erst angefangen", sagt Antje lächelnd. Micha kommt auf den Hof gefahren. Kurz danach trudeln auch die anderen ein. Carlos schaut in den Sprinter. "Meine Güte, ist hier Platz drin", staunt er. "Einen Anhänger brauche wir dann wohl nicht", fügt Frank hinzu. Oben bauen Frank und Alex alles auseinander, während wir anderen alles runtertragen und einladen. Meine beiden neuen Gitarren lasse ich noch bei mir im Auto. Nach gut einer Stunde ist alles verstaut. "Abbauen geht immer schneller, als alles wieder aufzubauen", sagt Alex. "Und nach dem Aufbauen kommt ja der Soundcheck, der dauert auch etwas", sagt Frank, "und heute mit Premiere." "Inwiefern?" frage ich. "Ich habe die PA mit WLAN versehen, so dass ich das abmischen über ein Laptop vor der Bühne machen kann", antwortet Frank. "Cool, das ist ja mal innovativ", staune ich, "Du bist ja ein Bastelfuchs." Frank grinst. Wir gehen noch mal in die Werkstatt und trinken noch etwas. "Habt ihr schon jemanden ausgeguckt, der den Sprinter fährt?" frage ich in die Runde. "Tom und ich machen das", sagt Antje lächelnd. "Super", sage ich, "Du bist dann die ganze Zeit da?" "Ja klar", sagt Antje lächelnd. Samantha und Cordula kommen dann direkt hin", sagt Carlos. "Und Lukas, meine bessere Hälfte kommt auch", sagt Frank, "der ist auch ziemlich neugierig auf Dich, Steffi." "Okeee", sage ich. Auch Alex"˜ Lebenspartner Roger kommt. "Na das wird ja eine große Truppe", sage ich, "Sandra kommt später auch noch." "Toll", freut sich Antje, "Sandra mag ich gerne. Sie ist so total offen und locker." "Ja, das stimmt", sage ich mit übertrieben großen Augen. Wir unterhalten uns noch eine Weile, dann machen wir uns auf dem Weg zu den Autos. Antje holt aus ihrem Auto noch ein Kleid und bringt es zum Sprinter. Sie kommt bei mir vorbei. Ich bestaune ihr Kleid. "Wow! 50er Jahre Rock"™n"™Roll Vintage Design?" frage ich. "Genau", sagt Antje stolz. "da bin ich aber gespannt", sage ich noch. So langsam fahren wir nacheinander vom Hof.
Auf dem Weg komme ich am Flugplatz vorbei. Von weiten sehe ich Fallschirme am Himmel. "Na, die nutzen ja das gute Wetter aus", denke ich mir. Weiter weg sind auch Segelflieger am Himmel. "Nächste Woche muss ich aber auch mal wieder hin", denke ich noch, "und Sandra müsste dann ja auch mit ihrem Springerkurs anfangen." Bald kommen ich in meinem alten Heimatort an. Ich fahre direkt zum Festplatz. So nach und nach trudeln alle ein, unterwegs hatte die ein oder andere Ampel unseren Konvoi dann getrennt. Es gibt einen Hintereingang zum Festzelt, der ist aber zu. "Wir müssen dann erstmal vorne rein und melden uns beim Festwirt. Es ist schon einiges los auf dem Festplatz. Die Fressbuden sind offen, natürlich auch die Schießbude, der Autoskooter läuft; der Renner auf jedem Dorfschützenfest. Dort sehe ich auch meine Töchter mit ihren Freundinnen. Sie haben mich auch schon gesehen und kommen freudestrahlend angelaufen. "Hallo Frau Papi", begrüßen sie mich. Die Jungs staunen, also stelle ich sie natürlich vor. "Coole Mädels", sagt Tom erfreut. "Na, wer passt dann heute auf euch auf?" frage ich die beiden grinsend. "Niemand", sagt die Kleine grinsend. "Wir dürfen dann bei unseren Freundinnen übernachten", sagt meine Große noch. "Soso", sage ich lächelnd. Da musste meine Noch-Gattin aber ganz schön über ihren Schatten springen. Die beiden Mädels toben wieder zu ihren Freundinnen am Autoskooter. "Bis später Frau Papi", ruft die Kleine noch. Auf dem Platz haben das auch einige Leute mitbekommen und schauen zu uns rüber. "Das Geglotze wird ja wohl bald dann aufhören", sage ich grinsend. "Tolle Mädchen, deine Töchter", sagt Antje begeistert. "Danke schön", sage ich lieb. Wir gehen ins Festzelt. An einer großen Theke steht ein Schild mit der Aufschrift "Festleitung". Dort gehen wir hin. Eine Bedienung spricht uns an: "Kann ich ihnen etwas zu trinken anbieten?" "Nein Ma"™am, wir sind die Band", sage ich, in Anlehnung aus einer Filmsequenz aus dem Film "Blues Brothers". Tom und Antje stehen hinter mir und verkneifen sich das Lachen. Carlos schüttelt lächelnd den Kopf. Die Dame hinterm Tresen ist erst etwas verwirrt. "Ach so, ich hole mal eben den Artur", sagt sie dann und geht zu einem Herrn. Die Zeit nutzt Micha. "Ey Steffi, das war ja wieder Typisch für dich", sagt er lachend. "Was willste denn machen, bei so einer Steilvorlage", sage ich mit Schmollmund. "Oje, das kann ja heute was werden", flaxt Alex. Die Bedienung kommt wieder mit dem Herrn, den sie angesprochen hat. "Hallo, schön, das ihr da seid", sagt der freundlich und schaut dann mich an, "Du bist dann der Neuzugang? Hat sich ja schon rumgesprochen. Ich bin Artur und hier der Chef im Zelt." Er reicht mir die Hand. Ich nehme sie an und sage: "Angenehm, ich bin Stefanie, die neue im Bunde." Dann gibt er uns einen Schlüssel, für den hinteren Eingang, dass wir unser Equipment hereinbringen und aufbauen können. Das tun wir dann auch.
"Steeefaaaniiiiee?" fragt Sandra, nachdem wir nach dieser wunderschönen Nacht aufwachen, "Du bist aber nicht das Mauerblümchen?" "Wie Mauerblümchen?" frage ich lächelnd. "Also, hm, ganz ehrlich, ich habe Dich etwas unterschätzt", sagt Sandra dann etwas verlegen. "Hat die Landpomeranze Dich etwas überrascht?" frage ich grinsend, was Sandra zum Lachen bringt. "Ja, hat sie", antwortet Sandra lächelnd, "ich dachte echt, ich könnte Dir noch was beibringen." "Das tust Du aber", sage ich lächelnd, "Du bringst mir auf Deine supertolle Art und Weise bei, wie ich meinen unbekannten Teil meines Körpers so richtig genießen kann." Sandra schießen vor Freude die Tränen in die Augen. "Hach Stefanie, das ist alles so anders, aufregend mit Dir", sagt Sandra und kuschelt sich dicht an mich heran. "Mit Dir aber auch, meine Süße", sage ich, "Du machst so Sachen, die ich mir so eigentlich bei Frauen nie vorstellen konnte. Na ja ein bisschen Klischeedenken halt." "Da bin ich aber schon eine Ausnahme", sagt Sandra, "ich habe einige Artgenossinnen kennengelernt, die sich eben in genau diese Klischees haben pressen lassen." "Schön dass es dich gibt", sage ich. Sandra kuschelt sich nochmal richtig ran. Später im Badezimmer lassen wir uns richtig Zeit. Sandra gibt mir dann auch noch mal richtig tolle Tipps für das Augen Makeup, für heute Abend. "Ich habe bis ungefähr 19:00 Uhr noch etwas für eine Veranstaltung der Banker in Braunschweig zu tun", sagt Sandra, "danach komme ich dann zu euch." "Was machst Du da genau?" frage ich. "Ich empfange die Gäste und weise sie gegebenenfalls zu ihren Plätzen ein", antwortet Sandra, "das machen wir meisten zu zweit oder zu dritt." "Klingt spannend", sage ich. "Das ist nicht schwierig, du kannst gerne mal mitmachen", sagt Sandra, "einfach freundlich sein und den Gästen ein Wohlfühlgefühl geben." "Ja, das macht mich neugierig", sage ich, "kannst mich gerne vormerken." "Das wäre ja toll", freut sich Sandra. Dann erklärt sie mir noch dass das Event oft von ihrem Vater organisiert wird, obwohl der schon im Ruhestand ist. "Ich würde danach kurz nach Hause fahren und mich umziehen", sagt Sandra. "OK, was trägst Du so da am Empfang?" frage ich. "Wir Frauen tragen meistens ein Dirndl", antwortet Sandra, "ich würde dann für euren Auftritt abends ein Abendkleid anziehen." Meine Augen werden groß, sie werden größer. "Was ist denn Stefanie?" fragt Sandra lächelnd. "Dirndl?" frage ich fast sprachlos. "Ja, wieso?" fragt Sandra. "Das muss ja ein Traum sein, dich im Dirndl zu sehen", antworte ich staunend. Sandra ist richtig erfreut. "Aber ist dass das richtige für so ein Fest?" fragt sie dann. "In den letzten Jahren sind es immer mehr Frauen geworden, die eins tragen, auch jüngere", antworte ich, "Susanne wollte auch eins anziehen, wenn sie kommt." "Na dann", sagt Sandra freudestrahlend, "dann spare ich mir einmal umziehen." "Super, da bin ich mal gespannt", sage ich.
"Hast Du auch mal ein Dirndl getragen?" fragt Sandra. "Ja, ich habe ein paar", antworte ich und ziehe sie zu meinem Kleiderschrank. "Die hier sind etwas günstiger gewesen", sage ich zu den die ich grade zeige, "und das hier war schon hochwertiger." "Das sieht ja toll aus, schwarz, grün mit rosa schimmernder Schürze", staunt Sandra, "haben wir noch Zeit? Ich möchte das gerne mal an dir sehen." "Ja ein bisschen Zeit ist noch", sage ich und fange an, das Dirndl anzuziehen. "Siehst Du toll darin aus", sagt Sandra verzückt, "Stefanie, Du kannst das ja toll tragen." Sandra bewundert mich von allen Seiten. "Schöne Frau im schönen Dirndl", sagt Sandra, "und schön rot wirst Du grade." "Ach Du", sage ich verlegen. Sandra zuliebe lasse ich das Dirndl auch beim Frühstück an. Sie kann die Augen gar nicht von mir lassen. "Für mich ist ein Dirndl das tollste Kleid, was eine Frau tragen kann", sagt Sandra, "für dich auch?" "Ja", antworte ich leicht verschüchtert. "Stefanie, einfach toll", sagt Sandra. "Aber für heute Abend würde ich das Kleid, was du genäht hast vorziehen", sage ich, "ist für die Bühne besser." Sandra schwenkt abwägend den Kopf. "Ja stimmt schon, aber nur knapp", sagt sie grinsend. "Es gibt bestimmt jede Menge Anlässe, wo wir beide im Dirndl aufschlagen können", sage ich lieb. "Auf alle Fälle", sagt Sandra, "und nach München, in meinen Lieblings-Dirndl-Laden müssen wir auch unbedingt." Ich lächele sie lieb an. "Gerne", sage ich noch.
Während wir weiter frühstücken, klingelt mein Telefon. "Nanu? Meine Noch-Gattin? Was will die denn?" frage ich und melde mich dann: "Stefanie Boe." Ich kann erahnen, wie sie am anderen Ende sitzt und beinahe platzt. Dann sagt sie: "Du musst heute und morgen mal die Kinder nehmen." "Aha, und warum?" frage ich ruhig. "Wir gehen heute Abend aus und die Großeltern haben beide kurzfristig abgesagt. "Ja OK, meine Eltern gehen aufs Schützenfest", sage ich, deine auch?" "Ja!" antwortet sie knapp. "Und Du wahrscheinlich auch?" frage ich. Keine Antwort. Sandra grinst sich einen, weil ich das Telefon auf mithören gestellt habe. Dann sagt meine Noch-Gattin: "Ja wir gehen auch hin, wir haben eine Einladung." "Wie jetzt, dein Lebensgefährte ist doch im Schützenverein, der brauch doch keine Einladung", bemerke ich. Stille am anderen Ende. "Ja, dann müssen wir mal schauen, wie wir das mit den Kids machen", sage ich weiter, "ich bin ebenfalls auf dem Schützenfest." "WAS?" fragt die Gattin aufgeregt. Sandra reißt sich zusammen, sie fällt gleich lachend vom Stuhl. "Das geht nicht", sagt meine Gattin, "Du musst auf die Kinder aufpassen." "Nein, das geht nicht", sage ich, "außerdem sind sie schon alt genug, um auch alleine zu Hause zu bleiben. Die Große ist fast 16." "NEIN, das geht nicht!", sagt meine Gattin forsch. "Da hättest Du eher mit kommen müssen", sage ich, "ich habe jetzt Verpflichtungen, die ich nun nicht mehr absagen kann." "Interessiert mich aber nicht", keift die Gattin. Im Hintergrund versucht ihr Lover sie zu besänftigen. "Ich habe heute Abend einen Auftritt auf dem Fest", sage ich grinsend, "und wenn Du weiterhin darauf bestehst, werde ich Dich an unser Management weiterleiten." Stille am anderen Ende. "Frag mal deinen Lebensgefährten, ob es sich unter den Schützen schon rumgesprochen hat, wer die Dame ist, die jetzt neu bei der Band ist", sage ich dann noch. "Klack", sie hat aufgelegt. Sandra lacht jetzt lauter los. "Du bist so unglaublich", sagt sie dann. Meine Töchter müssen das Gespräch irgendwie mitbekommen haben, jedenfalls gibt es jetzt per WhatsApp Anfragen von den beiden, die ich artig und ehrlich beantworte. "Das wird ja geil", schreibt meine Kleine dann.
Nach dem Frühstück ziehe ich mich dann wieder um. Da wir nachher ja unser ganzes Equipment einladen müssen und an Ort und Stelle aufbauen müssen, ziehe ich einfach meine Röhre an und dazu ein weites Shirt. "Jetzt müssen wir noch zu mir und das Kleid holen", sagt Sandra. Ich nehme noch mein Schminkkram und die beiden Gitarren, so wie einen kleinen Übungsverstärker und meine Mundharmonika, dann verlassen wir die Wohnung. Unten stehen Lisa und Herbert mit ihren Einkäufen bei Anne, Willi und Ebi. "Na, ihr beiden hübschen", begrüßt uns Ebi, "heute der große Auftritt?" "Jau", antworte ich knapp. "Achim schaut dienstlich auch mal vorbei", sagt Ebi, "wir hatten gestern telefoniert." "Ah! Super", sage ich. "Vielleicht fahre ich mit", sagt Ebi, "je nachdem wie es mir so geht. Ich bin ja Meganeugierig." "Das wäre ja schön", sage ich noch. Dann verabschieden wir uns und gehen zu unseren Autos. Wir fahren zu Sandra. "Hallo ihr zwei", begrüßt uns Oma Wilhelmine, die grade vom Markt kommt, "die beiden Schnurrer sind schon gefüttert." "Vielen lieben Dank", sagt Sandra lächelnd. In dem Moment kommen die beiden Tiger auch schon um die Ecke und lassen sich von mir durchkraulen. Auch als wir in die Wohnung gehen folgen sie uns. "Sind die anhänglich", freue ich mich. Sandra holt dann das Kleid. Sie hat es auf einen Bügel gehängt und eine Kunststofftüte drüber gemacht. "Sehr professionell", sage ich. "Muss schon ordentlich sein", sagt Sandra zwinkernd. Dann nimmt sie mich noch mal in den Arm du küsst mich herzlich. "Danke, meine große Liebe", sage ich zärtlich. Mit einer Träne im Auge drückt mich Sandra nochmal. "Meine Stefanie", sagt sie seufzend. "Ich liebe Dich, Sandra", sage ich leise in ihr Ohr. "Sandra schaut mich an. "Ich liebe Dich auch", sagt Sandra. Langsam lösen wir die Umarmung. "Bis heute Abend", sagt Sandra. Sie winkt mir noch hinter her, bis ich um die nächste Kurve gefahren bin.
Ich komme auf dem Speditionsgelände an. Der Sprinter steht schon vor der Werkstatt. Tom und Antje verladen schon das Schlagzeug. Ich parke und gehe dann zu den Beiden. "Na ihr, schon fleißig?" frage ich. "Wir haben grade erst angefangen", sagt Antje lächelnd. Micha kommt auf den Hof gefahren. Kurz danach trudeln auch die anderen ein. Carlos schaut in den Sprinter. "Meine Güte, ist hier Platz drin", staunt er. "Einen Anhänger brauche wir dann wohl nicht", fügt Frank hinzu. Oben bauen Frank und Alex alles auseinander, während wir anderen alles runtertragen und einladen. Meine beiden neuen Gitarren lasse ich noch bei mir im Auto. Nach gut einer Stunde ist alles verstaut. "Abbauen geht immer schneller, als alles wieder aufzubauen", sagt Alex. "Und nach dem Aufbauen kommt ja der Soundcheck, der dauert auch etwas", sagt Frank, "und heute mit Premiere." "Inwiefern?" frage ich. "Ich habe die PA mit WLAN versehen, so dass ich das abmischen über ein Laptop vor der Bühne machen kann", antwortet Frank. "Cool, das ist ja mal innovativ", staune ich, "Du bist ja ein Bastelfuchs." Frank grinst. Wir gehen noch mal in die Werkstatt und trinken noch etwas. "Habt ihr schon jemanden ausgeguckt, der den Sprinter fährt?" frage ich in die Runde. "Tom und ich machen das", sagt Antje lächelnd. "Super", sage ich, "Du bist dann die ganze Zeit da?" "Ja klar", sagt Antje lächelnd. Samantha und Cordula kommen dann direkt hin", sagt Carlos. "Und Lukas, meine bessere Hälfte kommt auch", sagt Frank, "der ist auch ziemlich neugierig auf Dich, Steffi." "Okeee", sage ich. Auch Alex"˜ Lebenspartner Roger kommt. "Na das wird ja eine große Truppe", sage ich, "Sandra kommt später auch noch." "Toll", freut sich Antje, "Sandra mag ich gerne. Sie ist so total offen und locker." "Ja, das stimmt", sage ich mit übertrieben großen Augen. Wir unterhalten uns noch eine Weile, dann machen wir uns auf dem Weg zu den Autos. Antje holt aus ihrem Auto noch ein Kleid und bringt es zum Sprinter. Sie kommt bei mir vorbei. Ich bestaune ihr Kleid. "Wow! 50er Jahre Rock"™n"™Roll Vintage Design?" frage ich. "Genau", sagt Antje stolz. "da bin ich aber gespannt", sage ich noch. So langsam fahren wir nacheinander vom Hof.
Auf dem Weg komme ich am Flugplatz vorbei. Von weiten sehe ich Fallschirme am Himmel. "Na, die nutzen ja das gute Wetter aus", denke ich mir. Weiter weg sind auch Segelflieger am Himmel. "Nächste Woche muss ich aber auch mal wieder hin", denke ich noch, "und Sandra müsste dann ja auch mit ihrem Springerkurs anfangen." Bald kommen ich in meinem alten Heimatort an. Ich fahre direkt zum Festplatz. So nach und nach trudeln alle ein, unterwegs hatte die ein oder andere Ampel unseren Konvoi dann getrennt. Es gibt einen Hintereingang zum Festzelt, der ist aber zu. "Wir müssen dann erstmal vorne rein und melden uns beim Festwirt. Es ist schon einiges los auf dem Festplatz. Die Fressbuden sind offen, natürlich auch die Schießbude, der Autoskooter läuft; der Renner auf jedem Dorfschützenfest. Dort sehe ich auch meine Töchter mit ihren Freundinnen. Sie haben mich auch schon gesehen und kommen freudestrahlend angelaufen. "Hallo Frau Papi", begrüßen sie mich. Die Jungs staunen, also stelle ich sie natürlich vor. "Coole Mädels", sagt Tom erfreut. "Na, wer passt dann heute auf euch auf?" frage ich die beiden grinsend. "Niemand", sagt die Kleine grinsend. "Wir dürfen dann bei unseren Freundinnen übernachten", sagt meine Große noch. "Soso", sage ich lächelnd. Da musste meine Noch-Gattin aber ganz schön über ihren Schatten springen. Die beiden Mädels toben wieder zu ihren Freundinnen am Autoskooter. "Bis später Frau Papi", ruft die Kleine noch. Auf dem Platz haben das auch einige Leute mitbekommen und schauen zu uns rüber. "Das Geglotze wird ja wohl bald dann aufhören", sage ich grinsend. "Tolle Mädchen, deine Töchter", sagt Antje begeistert. "Danke schön", sage ich lieb. Wir gehen ins Festzelt. An einer großen Theke steht ein Schild mit der Aufschrift "Festleitung". Dort gehen wir hin. Eine Bedienung spricht uns an: "Kann ich ihnen etwas zu trinken anbieten?" "Nein Ma"™am, wir sind die Band", sage ich, in Anlehnung aus einer Filmsequenz aus dem Film "Blues Brothers". Tom und Antje stehen hinter mir und verkneifen sich das Lachen. Carlos schüttelt lächelnd den Kopf. Die Dame hinterm Tresen ist erst etwas verwirrt. "Ach so, ich hole mal eben den Artur", sagt sie dann und geht zu einem Herrn. Die Zeit nutzt Micha. "Ey Steffi, das war ja wieder Typisch für dich", sagt er lachend. "Was willste denn machen, bei so einer Steilvorlage", sage ich mit Schmollmund. "Oje, das kann ja heute was werden", flaxt Alex. Die Bedienung kommt wieder mit dem Herrn, den sie angesprochen hat. "Hallo, schön, das ihr da seid", sagt der freundlich und schaut dann mich an, "Du bist dann der Neuzugang? Hat sich ja schon rumgesprochen. Ich bin Artur und hier der Chef im Zelt." Er reicht mir die Hand. Ich nehme sie an und sage: "Angenehm, ich bin Stefanie, die neue im Bunde." Dann gibt er uns einen Schlüssel, für den hinteren Eingang, dass wir unser Equipment hereinbringen und aufbauen können. Das tun wir dann auch.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
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Bibi Melina
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Re: Blutengel
Aber hallo Nu hin ich gespannt wie die ex Gattin reagiert wenn Steffi auf der Bühne loslegt
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Stephanie
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Re: Blutengel
Soundcheck
Wir bringen erstmal alle zusammen die Gesangsanlage herein. Als alle Teile dafür da sind, fangen Frank und Alex an es anzuschließen. Lukas und Roger, die Lebensgefährten von Frank und Alex sind auch schon da und helfen mit. Die Vorstellungsrunde mit mir machen wir beim reintragen. Die Chemie stimmt sofort, wir flaxen rum, als würden wir uns schon ewig kennen. Auch Antje ist kräftig mit dabei. Sie kannte die beiden bis eben ja auch noch nicht. So langsam ist alles auf der Bühne. Antje hilft jetzt bei Tom mit. Ich verbinde meine Ausrüstung mit der PA. Dann gehe ich zum Auto und hole die beiden neuen Gitarren. Micha fragt mich gleich darauf: "Nanu, was hast Du denn da noch gefunden?" Ich grinse ihn an und singe mit einen leicht niederländischen Akzent: "Lass Disch überraschen, schnell kann es geschehn!". Mich winkt ab und lacht. "Ja, OK, Steffi", sagt er lachend. Ich stelle meine beiden Verstärker hin und schalte sie ein. Zur Tonabnahme für die PA postiere ich Mikros davor. Meinen Selbstgebauten nehme ich für die akustischen Gitarren und stelle ihn auf einen klaren Sound ein. Den VOX nehme ich für die E-Gitarren. Alex gibt mir noch mal eine genauere Einweisung auf die Effektgeräte und deren Bedienung. Frank schnappt sich sein Laptop und stellt sich ein paar Meter vor die Bühne. "Lasst uns den Check wie sonst auch immer machen", sagt er, erstmal einer nach dem anderen." Tom fängt als erster an. Er spielt die Trommel einzeln an, während Frank es durch Daumen hoch signalisiert, wenn es OK ist. Als alles soweit fertig ist, legt Tom ein geiles Solo hin. Ich schaue gebannt zu, was Tom mit einem Lächeln quittiert. Als nächster ist Micha dran. Er spielt seine Gitarren, während Frank das dementsprechend auf seinem digitalen Mischpult abspeichert. Das dauert so seine Weile. Zum Schluss kommt noch das Mikro dran. "OK, lassen wir erstmal so", sagt Frank, "das muss dann bestimmt nochmal nachkorrigiert werden, wenn die anderen dran waren." Als nächster ist Alex dran. Auch er spielt erst die Gitarren durch. Dann das Gesangsmikro. Als nächstes hat er eine Trompete in der Hand. Ich schaue mit großen Augen. "Habe ich das noch nicht erzählt?" fragt er mich grinsend. "Äh, nöö!?" sage ich leicht erstaunt. "Hihi, Steffi ist etwas Baff", flaxt Micha. "Tse", sage ich nur und winke ab. Alex spielt einige Melodien. "Sehr geil" sage ich begeistert. Danach spielt er noch seine Mundharmonika über Mikro. Das kommt auch recht gut rüber.
"OK, kann vielleicht einer meine Keyboards spielen?" fragt Frank. Lukas steht neben ihm und Frank zeigt ihm die Technik. "Na gut ich versuche das mal", sage ich und stelle mich an Franks Keyboards. "Klavier kann sie ja", sagt Tom von hinten. Ich schaue auf eins der Keyboards die Frank stehen hat. "Ah, Church Organ", sage ich, als ich eine entsprechende Einstellung sehe. Ich stelle sie ein und spiele ganz spontan die Toccata von Bach an. Meinen Bandkollegen, sowie deren Anhang klappt der Unterkiefer runter. Samantha und Cordula kommen auch grade herein. Im Gegensatz zu den anderen lächeln sie. Die Leute, die schon im Zelt sind schauen natürlich auch und von draußen kommen ein paar Leute neugierig hinein. Meine beiden Töchter kommen ebenfalls hinein. Sie strahlen über das ganze Gesicht. Ich hör auf zu spielen. "Auf einer Kirchenorgel kommt das natürlich besser", sage ich beiläufig. Micha spricht mich als erster an: "Sage mal, Steffi, bist Du verrückt geblieben?" Dabei grinst er. "Wiiiieeesooo?" frage ich treudoof gespielt. "Endlich kommt mal ein bisschen Stil in die Gruppe", flaxt Samantha. "Ähem, tut mir ja jetzt leid", sagt Frank verlegen, "das hat mich jetzt etwas abgelenkt, ich habe nichts eingespeichert." "Na gut war jetzt vielleicht auch etwas bombastisch", sage ich, "ich kann ja noch mal was ruhigeres spielen." Meine Töchter gehen zu Frank und fragen ihn irgendwas. Frank nickt. Die beiden kommen zu mir auf die Bühne. "Frau Papi mal auf die Finger schauen", sagt meine Kleine. "Die sind echt zu cool, die Beiden", lacht Alex. Ich schaue zu Frank und nicken, der nickt zurück. Ich stelle mich wieder an das Keyboard und lasse einen dunklen Dauerton erklingen. Ich schaue zu Tom nach hinten. Der grinst schon und weiß anscheinend, was ich vor habe. "Kannst Du auf einer tiefer gestimmten Trommel "tom, tom, tom, tom-tom" spielen?" "Woher wusste ich bloß, was Du vorhast",, lacht Tom und spielt den Takt. Carlos grinst auch schon, während Micha und Alex noch im dunklen tappen. "Das ist doch das Lied mit dem "Elefantengetröte"?" fragt meine Kleine. "Genau", sage ich und stelle nebenbei das auch dem Keyboard ein, während immer noch der sonore Dauerton erklingt. Bei Micha fällt der Groschen. "Das ist "Such a Shame", sagt er aufgeregt. Ich starte dann das "Elefantengetröte". Meine Kids grinsen. Danach fange ich an zu singen. Frank zeigt mir nach einer Weile wieder den Daumen. Ich beende das Spiel. "Alles im Kasten", sagt Frank. "Du hast ja eine tolle Stimme", sagt meine Große. "Aber keiner jammert so schön, wie Marc Hollis (Sänger von Talk Talk)", antworte ich. "Aber Du bist ganz nah dran", sagt Tom, "huah, ich habe Gänsehaut." "Und Frau Papi wird verlegen", flaxt meine Kleine. "Ach herje, jetzt ihr auch noch", sage ich und verdrehe die Augen.
Von draußen hört man Musik. Der Schützenumzug kommt zurück. Draußen vorm Zelt bauen sie sich auf um danach zum Schießen um die Schützenscheibe zu gehen. "Oh, da kommt Mami", sagt meine Kleine und schaut zum Eingang. Meine Gattin sieht uns drei und schaut völlig verwundert. Die Mädels winken ihr zu. Frank hat davon nichts mitbekommen und fragt mich: "Steffi, kannst Du dann noch das E-Klavier anspielen?" "Na klar", sage ich. Ich schaue meine Große an. "Kannst Du noch den Flohwalzer?" frage ich sie. Sie ziert sich erst etwas. "Ich kann es ja mal versuchen", sagt sie dann und fängt an zu spielen. Das gelingt ihr auch ganz gut. Meine Kleine fängt dann auch an und beiden spielen dann vierhändig. Das hört sich richtig gut an, und die beiden haben totalen Spaß. Meine Gattin steht immer noch am Eingang und staunt Bauklötze. Ihr Lover kommt kurz rein und sagt was zu ihr. Als er zur Bühne schaut, staunt er auch nicht schlecht. Dann geht er mit zum Schießen. Frank signalisiert, dass er fertig ist. Die Mädels haben das Stück auch zu Ende gespielt. Die Anwesenden im Zelt spenden einen dicken Applaus. Die Beiden genießen das sichtlich. "Na ihr beiden werdet nicht so schnell verlegen, wie Frau Papi, was?" flaxt Carlos. "Nee, da kann sie noch was von uns lernen", sagt die Kleine. "He da!", sage ich gespielt entrüstet. "Vielen Dank ihr drei", sagt Frank zu uns, "ich habe alles gespeichert." "Soll ich dann erstmal?" fragt Carlos. "Ja gerne", sage ich. "Dann bist Du nicht gleich wieder dran", sagt Carlos noch. Ich gehe kurz von der Bühne, meine Kids folgen. Meine Gattin kommt auf uns zu. Bevor sie was sagen kann, plappert die Kleine los. "Das war ja cool eben", sagt sie begeistert. Ich begrüße die Gattin knapp und frage die Mädels, ob sie denn was trinken wollen. "Aber keine Cola", wirft meine Gattin erwartungsgemäß ein. Die Mädels entscheiden sich für Zitronenbrause. Ich nehme ebenfalls eine. Meine Gattin will nichts. Es ist ihr auch augenscheinlich ziemlich unangenehm hier in meiner Nähe. Samantha und Cordula stehen in unserer Nähe. "Jetzt weißt Du vielleicht, warum ich kurzfristig deine "Bitte" nicht folgen konnte", sage ich trocken. Meine Gattin hat ein versteinertes Gesicht drauf. Samantha kommt zu uns. Freundlich stellt sie sich vor. "Eine der beiden Managerinnen", füge ich noch hinzu. Jedenfalls unterhält sich meine Gattin dann doch recht normal mit Samantha. Die Kids und ich schauen derweil Carlos zu. Zuerst spielt er seine Bässe, da hat er auch eine recht große Auswahl. Auf einem Fretless Bass (ohne Bünde) spielt er ein richtig fesselndes Solo, unter anderem lässt er die Saiten ordentlich slappen. "Sehr geil", sage ich. "Total gut", sagt meine Große. Dann schnappt sich Carlos seine Saxophone und spielt auch einige Soli, die mir eine ordentliche Gänsehaut erzeugen. "Boah! Wahnsinn", sage ich begeistert und gebe ihm einen ordentlichen Applaus. Viele im Zelt stimmen mit ein. "Kann er gut", sage ich grinsend zu Samantha, die immer noch mit meiner Gattin zusammensteht. Tatsächlich spricht mich meine Gattin dann auch an. "Wie lange spielst Du wieder?" fragt sie. Seit April, seitdem mich die Jungs "gekapert" haben", antworte ich wahrheitsgemäß. Ich führe das dann noch etwas genauer aus. Meine Gattin staunt.
Frank schaut zu mir. "Steffi nutzt alles nichts", sagt er, "Du bist dran." Ich gehe wieder auf die Bühne. "Machen wir erst die akustischen?" frage ich. "Klar, gerne", antwortet Frank. Ich hole die Gitarren aus den Koffern. Als erste nehme ich die mit den Nylonsaiten, stimme sie und spiele einen Blueslauf. "Jetzt bitte mal mit Mikro", sagt Frank grinsend, "mal sehen, was jetzt kommt." Ich nehme noch ein Röhrchen aus dem Koffer und stecke es auf den Ringfinger. Ich fange wieder an einen Blues zu spielen und fange an zu singen: "Ich hab "˜n Loch in meine Tasche und das kann man nicht mehr nähen"¦ ." (von Marius Müller-Westernhagen). "Die ist so abgefahren", lacht Alex. Als ich die Westerngitarre raushole, schaut Micha neugierig. "Die hat "™n Mikro drin", sage ich zu Frank und stöpsele sie an. Alex und Micha haben sich mittlerweile auf Lautsprecherboxen gesetzt und schauen mir zu. Ich schaue grinsend zu Ihnen rüber. Eigentlich fängt das Lied was ich gleich spiele mit einem Klavier an, ich spiele die Takte aber auf der Gitarre an. Micha erkennt es sofort, die anderen, als ich anfange zu singen: "Hoch stand der Sanddorn am Strand von Hiddensee, Micha mein Micha und alles tat so weh"¦" Cordula singt laut mit. "Du hast den Farbfilm vergessen mein Michael"¦", singe ich weiter. Micha winkt nur lachend ab. Ich spiele und singe das Lied ganz durch. Als ich fertig bin und die Gitarre in den Ständer stelle, sage ich: "Nina Hagen find ich übrigens super." "Merkt man", sagt Carlos lachend, "so einen geilen Soundcheck hatten wir ja noch nie." "Das stimmt", sagt Tom. Viele Leute im Zelt schauen uns die ganze Zeit zu und haben wohl auch ihren Spaß. "Steffi geht es auch noch mal mit einer tieferen Stimme?" fragt Frank, "deine Bandbreite ist ja nun mal enorm." "Warte kurz", sage ich und klemme meine Mundharmonika in den Halter ein und lege den um den Hals. "Oh, oh", höre ich Micha flaxen. Die Gitarre stimme ich kurz nach. Als ich mit dem "Subterranean Homesick Blues" von Bob Dylan anfange, klappen Micha und Alex, die beide noch auf der Bühne sitzen, wieder die Unterkiefer runter. Ich singe und zwischendrin spiele ich die Mundharmonika. Carlos geht voll ab und auch Cordula und Samantha klatschen begeistert mit. "OK, super", sagt Frank grinsend, "so wollte ich das hören." "Ey Mädel, hörst Du langsam mal auf uns zu überraschen?", sagt Micha lachend, "was kommt denn da noch?" Bevor ich antworte, sagt Frank: "Mal sehen, was sie macht, wenn sie die Harp alleine spielt." "Och nöö", sage ich, Alex spielt doch schon die Harp", sage ich. "Nee, nee, Steffi, jetzt sind wir angefüttert, sagt Alex lachend. Meine Gattin steht immer noch da und schaut ungläubig auf das was sie grade sieht und hört. "Na gut", sage ich, "vorhin hatten wir doch schon Talk Talk. Kennt ihr dieses abgefahrenen Harp-Solo in der Live Version von "Living in another World"?" "Ja!?" sagt Alex vorsichtig. Ich lächle und signalisiere Frank, dass sich bereit bin. Dann spiele ich dieses Solo alleine und ohne Begleitung. Als ich fertig bin, kommt Alex heran, kniet sich neben mir hin und beugt sich wie beim Gebet mit dem Oberkörper nach vorne. "Oh, Stefanie, Göttin auf der Harp"¦", sagt er beim nach vorne runterbeugen. Die anderen lachen, während ich natürlich knallrot im Gesicht werde. Was wiederum meine Töchter zum Lachen bringt.
"Und was hast Du da in dem anderen Gitarrenkoffer?" fragt Micha neugierig. Ich schaue zu Cordula. "Is"˜ er immer so neugierig?" frage ich. "Schlimmer als eine Frau", antwortet Cordula grinsend. Ich nehme mir jetzt erstmal meine rote E-Gitarre. "Mal schauen, ob die nachher farblich zum Kleid passt", sage ich. "Typisch Frau", flaxt Tom. Ich spiele sie trotzdem an. Danach kommt der rote Bass dran. Auch die Einstellungen hat Frank im Kasten. "Was trägst du dann für ein Kleid?" fragt Samantha. "Verschiedene Blautöne", antworte ich, "aus dem Grunde hat mir Sandra eine blaue Gitarre verpasst." Jetzt sind sie alle Meganeugierig und schauen gespannt. "Boah! Nun mach es doch nicht so spannend", sagt Micha und tut genervt. Meine Gattin steht nah an der Bühne. "Sandra?" fragt sie. "Ja die Dame, die Du am Teich und neulich, als wir die Mädels zurückgebracht haben, gesehen hast", antworte ich nett. Bevor ich den Beziehungsstand sagen kann, plappert meine Kleine dazwischen. "Frau Papis Freundin ist das doch", sagt sie. Meine Gattin schaut die Kleine staunend an. "So wie die Jungs mich hier für die Band regelrecht gekapert haben, hat sie mich als Lebensgefährtin gekapert", antworte ich, "Du weißt ja, ich habe ein Helfersyndrom." "Aha", sagt meine Gattin und ist nicht mehr ganz so verkrampft. Den Rest denkt sie sich grade wohl. Ich öffne dann den Koffer und hole die blaue Strat raus. "Steffiiiie?" was ist denn Das?" fragt Micha total erstaunt. Ich schaue ihn grinsend an. "Das ist eine E-Gitarre, Hersteller Fender, Modell Stratocaster in der Farbe Blau", sage ich dann. "Ja, sehe ich", sagt Micha immer noch erstaunt. "Warum fragst Du dann?" frage ich mit treuen Blick. Cordula, Samantha, Antje und die Jungs lachen sich grade kringelig. "Ja, äh, wie kommst Du dazu?" fragt Micha. "Habe ich doch gesagt, die hat Sandra mir verpasst, als ich die akustische gekauft habe", antworte ich, "sie hatte ein Stück Stoff von Kleid mit und die Gitarre passte dann halt." "Genauso macht Frau das", wirft Cordula ein. "Kannst ja Sandra dann nachher fragen, wenn sie dann kommt", sage ich, "sie erklärt es dir bestimmt bis in alle Details." Micha ist total perplex. "Unglaublich", sagt er dann. Ich lege die Gitarre um und stelle mich ans Mikro. "Ähem, an alle, die zuhören", sage ich, "das was wir hier spielen ist ausschließlich für den Soundcheck. Nachher haben wir dann festtauglichere Sachen drauf." Ein kleiner Applaus kommt auf. "Aber das ist schon cool eure Bandbreite zu sehen", ruft einer aus der Menge. Frank schaut zu mir. "Damit hatte ich die Gitarre im Laden getestet", sage ich dann und fange wieder an "Let me in" von R.E.M. zu spielen und zu singen. Micha staunt wieder Bauklötze. Als ich fertig bin, kommt Alex wieder, kniet sich hin und beugt sich wieder runter. "Oh, Stefanie, Göttin auf der Stratocaster", sagt er wieder beim runterbeugen. Ich schüttele lächelnd den Kopf und werde mal nicht rot. Roger hat es dieses Mal gefilmt und verteilt es an uns weiter. "Ihr seid schon ein richtig geiler Haufen, wisst ihr das?" bemerke ich. "Ja, so sind wir", haut Carlos ganz trocken raus. Die anderen lachen. Micha kommt zu mir und hat die Hellgraue Telecaster in der Hand. "Steffi, die brauchst Du ja später auch noch", sagt er. "Stimmt", sage ich und spiele sie kurz ein. Frank signalisiert, dass er auch hier alles eingespeichert hat.
"So einmal noch alle zusammen, dann haben wir es", sagt Frank. "OK, was spielen wir?" fragt Tom. "Living in another World" nochmal", ruft einer von ganz hinten. "Wollen wir das machen?" fragt Micha leise. "Wenn Steffi singt und Mundharmonika spielt", sagt Carlos. Ich schaue die Jungs an. "Machen wir", sage ich. Frank kommt auf die Bühne und Lukas bleibt zur Beobachtung mit dem Laptop vor der Bühne. Ich stelle mich dann ans Mikro und schaue in die Richtung, wo der Ruf herkam. "Das kam von Dir, gelle", spreche ich einen über das Mikro an. Der nickt. "Damals in den "˜80ern, im Club, wo wir immer Talk Talk auflegen mussten", sage ich, Codename "Hüfte", gelle?" "Jau", ruft der begeistert zurück. "Live Version "London 1986"?" fragt Tom. Wir nicken und Tom klackt an. Alex ist am Piano und steigt zeitgleich mit Frank ein. Ich steige mit dem Gesang ein. Während ich singe, schaue ich im Zelt herum. Die Leute schauen gespannt zu. Am Eingang sehe ich Achim und Ebi. Achim lächelt, aber Ebi staunt. Langsam kommen sie näher. Samantha winkt sie heran. Ebi schaut staunend zu uns hoch. Ich zwinkere ihm zu. Er schüttelt staunend den Kopf. Die Jungs sind richtig gut drauf. Tom läuft wie ein präzises Uhrwerk ab. Carlos"˜ Bassspiel unterstützt ihn dabei. Frank und Alex an den Tasten sorgen für die Dramatik im Spiel. Micha füllt den Sound mit seiner Halb-Akustischen auf. Ich versuche dabei der weinerlichen Stimme von Marc Hollies nahe zu kommen. Das gelingt mir auch ganz gut. Die Leute im Zelt schauen jedenfalls gespannt. Jetzt kommt das erste Mal ein kleineres Harp Solo. Danach kommt noch mal eine Strophe, und dann das eigentliche Harp Solo. Hierbei drehe ich dann ziemlich ab. Immer auf den Takt von Tom und den Bass von Carlos hörend. Ziemlich aus der Puste spiele ich am Ende noch einen langgezogenen Ton, den ich dunkler werden lasse und langsam ausklingen lasse. Es sind jetzt ein paar mehr Leute im Zelt, die wohl neugierig angezogen wurden. Es gibt einen beachtlichen Applaus. Meine Eltern sind mittlerweile auch da und kommen zur Bühne. Die Jungs und ich gehen hinunter. "Also, da kann man nicht mal in Ruhe seine Bratwurst essen", flaxt mein Vater. "War doch nur das Ende vom Soundcheck", flaxe ich zurück. "Das war schon mal nicht schlecht", sagt mein Vater noch. Ich stelle die Jungs meine Eltern vor und umgedreht. "Jetzt weiß ich auch, wo Steffi diesen trockenen Humor her hat", sagt Alex dann grinsend. Achim und Ebi begrüßen wir dann auch noch. "Meine Güte, so professionell hätte ich das aber nicht gedacht", sagt Ebi staunend. "Danke", sage ich lieb und stelle die beiden auch noch mal meinen Eltern und auch meiner Gattin vor, die immer noch bei uns steht.
Wir bringen erstmal alle zusammen die Gesangsanlage herein. Als alle Teile dafür da sind, fangen Frank und Alex an es anzuschließen. Lukas und Roger, die Lebensgefährten von Frank und Alex sind auch schon da und helfen mit. Die Vorstellungsrunde mit mir machen wir beim reintragen. Die Chemie stimmt sofort, wir flaxen rum, als würden wir uns schon ewig kennen. Auch Antje ist kräftig mit dabei. Sie kannte die beiden bis eben ja auch noch nicht. So langsam ist alles auf der Bühne. Antje hilft jetzt bei Tom mit. Ich verbinde meine Ausrüstung mit der PA. Dann gehe ich zum Auto und hole die beiden neuen Gitarren. Micha fragt mich gleich darauf: "Nanu, was hast Du denn da noch gefunden?" Ich grinse ihn an und singe mit einen leicht niederländischen Akzent: "Lass Disch überraschen, schnell kann es geschehn!". Mich winkt ab und lacht. "Ja, OK, Steffi", sagt er lachend. Ich stelle meine beiden Verstärker hin und schalte sie ein. Zur Tonabnahme für die PA postiere ich Mikros davor. Meinen Selbstgebauten nehme ich für die akustischen Gitarren und stelle ihn auf einen klaren Sound ein. Den VOX nehme ich für die E-Gitarren. Alex gibt mir noch mal eine genauere Einweisung auf die Effektgeräte und deren Bedienung. Frank schnappt sich sein Laptop und stellt sich ein paar Meter vor die Bühne. "Lasst uns den Check wie sonst auch immer machen", sagt er, erstmal einer nach dem anderen." Tom fängt als erster an. Er spielt die Trommel einzeln an, während Frank es durch Daumen hoch signalisiert, wenn es OK ist. Als alles soweit fertig ist, legt Tom ein geiles Solo hin. Ich schaue gebannt zu, was Tom mit einem Lächeln quittiert. Als nächster ist Micha dran. Er spielt seine Gitarren, während Frank das dementsprechend auf seinem digitalen Mischpult abspeichert. Das dauert so seine Weile. Zum Schluss kommt noch das Mikro dran. "OK, lassen wir erstmal so", sagt Frank, "das muss dann bestimmt nochmal nachkorrigiert werden, wenn die anderen dran waren." Als nächster ist Alex dran. Auch er spielt erst die Gitarren durch. Dann das Gesangsmikro. Als nächstes hat er eine Trompete in der Hand. Ich schaue mit großen Augen. "Habe ich das noch nicht erzählt?" fragt er mich grinsend. "Äh, nöö!?" sage ich leicht erstaunt. "Hihi, Steffi ist etwas Baff", flaxt Micha. "Tse", sage ich nur und winke ab. Alex spielt einige Melodien. "Sehr geil" sage ich begeistert. Danach spielt er noch seine Mundharmonika über Mikro. Das kommt auch recht gut rüber.
"OK, kann vielleicht einer meine Keyboards spielen?" fragt Frank. Lukas steht neben ihm und Frank zeigt ihm die Technik. "Na gut ich versuche das mal", sage ich und stelle mich an Franks Keyboards. "Klavier kann sie ja", sagt Tom von hinten. Ich schaue auf eins der Keyboards die Frank stehen hat. "Ah, Church Organ", sage ich, als ich eine entsprechende Einstellung sehe. Ich stelle sie ein und spiele ganz spontan die Toccata von Bach an. Meinen Bandkollegen, sowie deren Anhang klappt der Unterkiefer runter. Samantha und Cordula kommen auch grade herein. Im Gegensatz zu den anderen lächeln sie. Die Leute, die schon im Zelt sind schauen natürlich auch und von draußen kommen ein paar Leute neugierig hinein. Meine beiden Töchter kommen ebenfalls hinein. Sie strahlen über das ganze Gesicht. Ich hör auf zu spielen. "Auf einer Kirchenorgel kommt das natürlich besser", sage ich beiläufig. Micha spricht mich als erster an: "Sage mal, Steffi, bist Du verrückt geblieben?" Dabei grinst er. "Wiiiieeesooo?" frage ich treudoof gespielt. "Endlich kommt mal ein bisschen Stil in die Gruppe", flaxt Samantha. "Ähem, tut mir ja jetzt leid", sagt Frank verlegen, "das hat mich jetzt etwas abgelenkt, ich habe nichts eingespeichert." "Na gut war jetzt vielleicht auch etwas bombastisch", sage ich, "ich kann ja noch mal was ruhigeres spielen." Meine Töchter gehen zu Frank und fragen ihn irgendwas. Frank nickt. Die beiden kommen zu mir auf die Bühne. "Frau Papi mal auf die Finger schauen", sagt meine Kleine. "Die sind echt zu cool, die Beiden", lacht Alex. Ich schaue zu Frank und nicken, der nickt zurück. Ich stelle mich wieder an das Keyboard und lasse einen dunklen Dauerton erklingen. Ich schaue zu Tom nach hinten. Der grinst schon und weiß anscheinend, was ich vor habe. "Kannst Du auf einer tiefer gestimmten Trommel "tom, tom, tom, tom-tom" spielen?" "Woher wusste ich bloß, was Du vorhast",, lacht Tom und spielt den Takt. Carlos grinst auch schon, während Micha und Alex noch im dunklen tappen. "Das ist doch das Lied mit dem "Elefantengetröte"?" fragt meine Kleine. "Genau", sage ich und stelle nebenbei das auch dem Keyboard ein, während immer noch der sonore Dauerton erklingt. Bei Micha fällt der Groschen. "Das ist "Such a Shame", sagt er aufgeregt. Ich starte dann das "Elefantengetröte". Meine Kids grinsen. Danach fange ich an zu singen. Frank zeigt mir nach einer Weile wieder den Daumen. Ich beende das Spiel. "Alles im Kasten", sagt Frank. "Du hast ja eine tolle Stimme", sagt meine Große. "Aber keiner jammert so schön, wie Marc Hollis (Sänger von Talk Talk)", antworte ich. "Aber Du bist ganz nah dran", sagt Tom, "huah, ich habe Gänsehaut." "Und Frau Papi wird verlegen", flaxt meine Kleine. "Ach herje, jetzt ihr auch noch", sage ich und verdrehe die Augen.
Von draußen hört man Musik. Der Schützenumzug kommt zurück. Draußen vorm Zelt bauen sie sich auf um danach zum Schießen um die Schützenscheibe zu gehen. "Oh, da kommt Mami", sagt meine Kleine und schaut zum Eingang. Meine Gattin sieht uns drei und schaut völlig verwundert. Die Mädels winken ihr zu. Frank hat davon nichts mitbekommen und fragt mich: "Steffi, kannst Du dann noch das E-Klavier anspielen?" "Na klar", sage ich. Ich schaue meine Große an. "Kannst Du noch den Flohwalzer?" frage ich sie. Sie ziert sich erst etwas. "Ich kann es ja mal versuchen", sagt sie dann und fängt an zu spielen. Das gelingt ihr auch ganz gut. Meine Kleine fängt dann auch an und beiden spielen dann vierhändig. Das hört sich richtig gut an, und die beiden haben totalen Spaß. Meine Gattin steht immer noch am Eingang und staunt Bauklötze. Ihr Lover kommt kurz rein und sagt was zu ihr. Als er zur Bühne schaut, staunt er auch nicht schlecht. Dann geht er mit zum Schießen. Frank signalisiert, dass er fertig ist. Die Mädels haben das Stück auch zu Ende gespielt. Die Anwesenden im Zelt spenden einen dicken Applaus. Die Beiden genießen das sichtlich. "Na ihr beiden werdet nicht so schnell verlegen, wie Frau Papi, was?" flaxt Carlos. "Nee, da kann sie noch was von uns lernen", sagt die Kleine. "He da!", sage ich gespielt entrüstet. "Vielen Dank ihr drei", sagt Frank zu uns, "ich habe alles gespeichert." "Soll ich dann erstmal?" fragt Carlos. "Ja gerne", sage ich. "Dann bist Du nicht gleich wieder dran", sagt Carlos noch. Ich gehe kurz von der Bühne, meine Kids folgen. Meine Gattin kommt auf uns zu. Bevor sie was sagen kann, plappert die Kleine los. "Das war ja cool eben", sagt sie begeistert. Ich begrüße die Gattin knapp und frage die Mädels, ob sie denn was trinken wollen. "Aber keine Cola", wirft meine Gattin erwartungsgemäß ein. Die Mädels entscheiden sich für Zitronenbrause. Ich nehme ebenfalls eine. Meine Gattin will nichts. Es ist ihr auch augenscheinlich ziemlich unangenehm hier in meiner Nähe. Samantha und Cordula stehen in unserer Nähe. "Jetzt weißt Du vielleicht, warum ich kurzfristig deine "Bitte" nicht folgen konnte", sage ich trocken. Meine Gattin hat ein versteinertes Gesicht drauf. Samantha kommt zu uns. Freundlich stellt sie sich vor. "Eine der beiden Managerinnen", füge ich noch hinzu. Jedenfalls unterhält sich meine Gattin dann doch recht normal mit Samantha. Die Kids und ich schauen derweil Carlos zu. Zuerst spielt er seine Bässe, da hat er auch eine recht große Auswahl. Auf einem Fretless Bass (ohne Bünde) spielt er ein richtig fesselndes Solo, unter anderem lässt er die Saiten ordentlich slappen. "Sehr geil", sage ich. "Total gut", sagt meine Große. Dann schnappt sich Carlos seine Saxophone und spielt auch einige Soli, die mir eine ordentliche Gänsehaut erzeugen. "Boah! Wahnsinn", sage ich begeistert und gebe ihm einen ordentlichen Applaus. Viele im Zelt stimmen mit ein. "Kann er gut", sage ich grinsend zu Samantha, die immer noch mit meiner Gattin zusammensteht. Tatsächlich spricht mich meine Gattin dann auch an. "Wie lange spielst Du wieder?" fragt sie. Seit April, seitdem mich die Jungs "gekapert" haben", antworte ich wahrheitsgemäß. Ich führe das dann noch etwas genauer aus. Meine Gattin staunt.
Frank schaut zu mir. "Steffi nutzt alles nichts", sagt er, "Du bist dran." Ich gehe wieder auf die Bühne. "Machen wir erst die akustischen?" frage ich. "Klar, gerne", antwortet Frank. Ich hole die Gitarren aus den Koffern. Als erste nehme ich die mit den Nylonsaiten, stimme sie und spiele einen Blueslauf. "Jetzt bitte mal mit Mikro", sagt Frank grinsend, "mal sehen, was jetzt kommt." Ich nehme noch ein Röhrchen aus dem Koffer und stecke es auf den Ringfinger. Ich fange wieder an einen Blues zu spielen und fange an zu singen: "Ich hab "˜n Loch in meine Tasche und das kann man nicht mehr nähen"¦ ." (von Marius Müller-Westernhagen). "Die ist so abgefahren", lacht Alex. Als ich die Westerngitarre raushole, schaut Micha neugierig. "Die hat "™n Mikro drin", sage ich zu Frank und stöpsele sie an. Alex und Micha haben sich mittlerweile auf Lautsprecherboxen gesetzt und schauen mir zu. Ich schaue grinsend zu Ihnen rüber. Eigentlich fängt das Lied was ich gleich spiele mit einem Klavier an, ich spiele die Takte aber auf der Gitarre an. Micha erkennt es sofort, die anderen, als ich anfange zu singen: "Hoch stand der Sanddorn am Strand von Hiddensee, Micha mein Micha und alles tat so weh"¦" Cordula singt laut mit. "Du hast den Farbfilm vergessen mein Michael"¦", singe ich weiter. Micha winkt nur lachend ab. Ich spiele und singe das Lied ganz durch. Als ich fertig bin und die Gitarre in den Ständer stelle, sage ich: "Nina Hagen find ich übrigens super." "Merkt man", sagt Carlos lachend, "so einen geilen Soundcheck hatten wir ja noch nie." "Das stimmt", sagt Tom. Viele Leute im Zelt schauen uns die ganze Zeit zu und haben wohl auch ihren Spaß. "Steffi geht es auch noch mal mit einer tieferen Stimme?" fragt Frank, "deine Bandbreite ist ja nun mal enorm." "Warte kurz", sage ich und klemme meine Mundharmonika in den Halter ein und lege den um den Hals. "Oh, oh", höre ich Micha flaxen. Die Gitarre stimme ich kurz nach. Als ich mit dem "Subterranean Homesick Blues" von Bob Dylan anfange, klappen Micha und Alex, die beide noch auf der Bühne sitzen, wieder die Unterkiefer runter. Ich singe und zwischendrin spiele ich die Mundharmonika. Carlos geht voll ab und auch Cordula und Samantha klatschen begeistert mit. "OK, super", sagt Frank grinsend, "so wollte ich das hören." "Ey Mädel, hörst Du langsam mal auf uns zu überraschen?", sagt Micha lachend, "was kommt denn da noch?" Bevor ich antworte, sagt Frank: "Mal sehen, was sie macht, wenn sie die Harp alleine spielt." "Och nöö", sage ich, Alex spielt doch schon die Harp", sage ich. "Nee, nee, Steffi, jetzt sind wir angefüttert, sagt Alex lachend. Meine Gattin steht immer noch da und schaut ungläubig auf das was sie grade sieht und hört. "Na gut", sage ich, "vorhin hatten wir doch schon Talk Talk. Kennt ihr dieses abgefahrenen Harp-Solo in der Live Version von "Living in another World"?" "Ja!?" sagt Alex vorsichtig. Ich lächle und signalisiere Frank, dass sich bereit bin. Dann spiele ich dieses Solo alleine und ohne Begleitung. Als ich fertig bin, kommt Alex heran, kniet sich neben mir hin und beugt sich wie beim Gebet mit dem Oberkörper nach vorne. "Oh, Stefanie, Göttin auf der Harp"¦", sagt er beim nach vorne runterbeugen. Die anderen lachen, während ich natürlich knallrot im Gesicht werde. Was wiederum meine Töchter zum Lachen bringt.
"Und was hast Du da in dem anderen Gitarrenkoffer?" fragt Micha neugierig. Ich schaue zu Cordula. "Is"˜ er immer so neugierig?" frage ich. "Schlimmer als eine Frau", antwortet Cordula grinsend. Ich nehme mir jetzt erstmal meine rote E-Gitarre. "Mal schauen, ob die nachher farblich zum Kleid passt", sage ich. "Typisch Frau", flaxt Tom. Ich spiele sie trotzdem an. Danach kommt der rote Bass dran. Auch die Einstellungen hat Frank im Kasten. "Was trägst du dann für ein Kleid?" fragt Samantha. "Verschiedene Blautöne", antworte ich, "aus dem Grunde hat mir Sandra eine blaue Gitarre verpasst." Jetzt sind sie alle Meganeugierig und schauen gespannt. "Boah! Nun mach es doch nicht so spannend", sagt Micha und tut genervt. Meine Gattin steht nah an der Bühne. "Sandra?" fragt sie. "Ja die Dame, die Du am Teich und neulich, als wir die Mädels zurückgebracht haben, gesehen hast", antworte ich nett. Bevor ich den Beziehungsstand sagen kann, plappert meine Kleine dazwischen. "Frau Papis Freundin ist das doch", sagt sie. Meine Gattin schaut die Kleine staunend an. "So wie die Jungs mich hier für die Band regelrecht gekapert haben, hat sie mich als Lebensgefährtin gekapert", antworte ich, "Du weißt ja, ich habe ein Helfersyndrom." "Aha", sagt meine Gattin und ist nicht mehr ganz so verkrampft. Den Rest denkt sie sich grade wohl. Ich öffne dann den Koffer und hole die blaue Strat raus. "Steffiiiie?" was ist denn Das?" fragt Micha total erstaunt. Ich schaue ihn grinsend an. "Das ist eine E-Gitarre, Hersteller Fender, Modell Stratocaster in der Farbe Blau", sage ich dann. "Ja, sehe ich", sagt Micha immer noch erstaunt. "Warum fragst Du dann?" frage ich mit treuen Blick. Cordula, Samantha, Antje und die Jungs lachen sich grade kringelig. "Ja, äh, wie kommst Du dazu?" fragt Micha. "Habe ich doch gesagt, die hat Sandra mir verpasst, als ich die akustische gekauft habe", antworte ich, "sie hatte ein Stück Stoff von Kleid mit und die Gitarre passte dann halt." "Genauso macht Frau das", wirft Cordula ein. "Kannst ja Sandra dann nachher fragen, wenn sie dann kommt", sage ich, "sie erklärt es dir bestimmt bis in alle Details." Micha ist total perplex. "Unglaublich", sagt er dann. Ich lege die Gitarre um und stelle mich ans Mikro. "Ähem, an alle, die zuhören", sage ich, "das was wir hier spielen ist ausschließlich für den Soundcheck. Nachher haben wir dann festtauglichere Sachen drauf." Ein kleiner Applaus kommt auf. "Aber das ist schon cool eure Bandbreite zu sehen", ruft einer aus der Menge. Frank schaut zu mir. "Damit hatte ich die Gitarre im Laden getestet", sage ich dann und fange wieder an "Let me in" von R.E.M. zu spielen und zu singen. Micha staunt wieder Bauklötze. Als ich fertig bin, kommt Alex wieder, kniet sich hin und beugt sich wieder runter. "Oh, Stefanie, Göttin auf der Stratocaster", sagt er wieder beim runterbeugen. Ich schüttele lächelnd den Kopf und werde mal nicht rot. Roger hat es dieses Mal gefilmt und verteilt es an uns weiter. "Ihr seid schon ein richtig geiler Haufen, wisst ihr das?" bemerke ich. "Ja, so sind wir", haut Carlos ganz trocken raus. Die anderen lachen. Micha kommt zu mir und hat die Hellgraue Telecaster in der Hand. "Steffi, die brauchst Du ja später auch noch", sagt er. "Stimmt", sage ich und spiele sie kurz ein. Frank signalisiert, dass er auch hier alles eingespeichert hat.
"So einmal noch alle zusammen, dann haben wir es", sagt Frank. "OK, was spielen wir?" fragt Tom. "Living in another World" nochmal", ruft einer von ganz hinten. "Wollen wir das machen?" fragt Micha leise. "Wenn Steffi singt und Mundharmonika spielt", sagt Carlos. Ich schaue die Jungs an. "Machen wir", sage ich. Frank kommt auf die Bühne und Lukas bleibt zur Beobachtung mit dem Laptop vor der Bühne. Ich stelle mich dann ans Mikro und schaue in die Richtung, wo der Ruf herkam. "Das kam von Dir, gelle", spreche ich einen über das Mikro an. Der nickt. "Damals in den "˜80ern, im Club, wo wir immer Talk Talk auflegen mussten", sage ich, Codename "Hüfte", gelle?" "Jau", ruft der begeistert zurück. "Live Version "London 1986"?" fragt Tom. Wir nicken und Tom klackt an. Alex ist am Piano und steigt zeitgleich mit Frank ein. Ich steige mit dem Gesang ein. Während ich singe, schaue ich im Zelt herum. Die Leute schauen gespannt zu. Am Eingang sehe ich Achim und Ebi. Achim lächelt, aber Ebi staunt. Langsam kommen sie näher. Samantha winkt sie heran. Ebi schaut staunend zu uns hoch. Ich zwinkere ihm zu. Er schüttelt staunend den Kopf. Die Jungs sind richtig gut drauf. Tom läuft wie ein präzises Uhrwerk ab. Carlos"˜ Bassspiel unterstützt ihn dabei. Frank und Alex an den Tasten sorgen für die Dramatik im Spiel. Micha füllt den Sound mit seiner Halb-Akustischen auf. Ich versuche dabei der weinerlichen Stimme von Marc Hollies nahe zu kommen. Das gelingt mir auch ganz gut. Die Leute im Zelt schauen jedenfalls gespannt. Jetzt kommt das erste Mal ein kleineres Harp Solo. Danach kommt noch mal eine Strophe, und dann das eigentliche Harp Solo. Hierbei drehe ich dann ziemlich ab. Immer auf den Takt von Tom und den Bass von Carlos hörend. Ziemlich aus der Puste spiele ich am Ende noch einen langgezogenen Ton, den ich dunkler werden lasse und langsam ausklingen lasse. Es sind jetzt ein paar mehr Leute im Zelt, die wohl neugierig angezogen wurden. Es gibt einen beachtlichen Applaus. Meine Eltern sind mittlerweile auch da und kommen zur Bühne. Die Jungs und ich gehen hinunter. "Also, da kann man nicht mal in Ruhe seine Bratwurst essen", flaxt mein Vater. "War doch nur das Ende vom Soundcheck", flaxe ich zurück. "Das war schon mal nicht schlecht", sagt mein Vater noch. Ich stelle die Jungs meine Eltern vor und umgedreht. "Jetzt weiß ich auch, wo Steffi diesen trockenen Humor her hat", sagt Alex dann grinsend. Achim und Ebi begrüßen wir dann auch noch. "Meine Güte, so professionell hätte ich das aber nicht gedacht", sagt Ebi staunend. "Danke", sage ich lieb und stelle die beiden auch noch mal meinen Eltern und auch meiner Gattin vor, die immer noch bei uns steht.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
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Stephanie
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Re: Blutengel
Schützenfest Teil 2
Meine Mutter schaut mich an. "Bleibst Du so?" fragt sie dann. "Nee, um Gotteswillen, ich ziehe mich natürlich noch um", sage ich lachend. "Was denn?" fragt sie neugierig. "Oh, ein total tolles Kleid, was Sandra genäht hat", antworte ich geheimnisvoll. "Na gut, dann lassen wir uns überraschen", sagt meine Mutter lächelnd. Meine Töchter stehen auch bei uns. "Oma, Frau Papi ist aber super geil drauf, oder?" fragt die Kleine. Ich muss leise lachen. Antje kommt zu uns. "Steffi, so langsam müssen wir uns dann umziehen", sagt sie. Ich schaue auf die Uhr. "Ups, stimmt", sage ich, "in gut einer Stunde geht"™s los." "Dann komm mit, Tom und ich haben im Sprinter schon was vorbereitet", sagt Antje dann noch. Staunend gehe ich hinter Antje her. Sie erstaunt mich immer wieder. "Bis gleich", rufe ich noch in die Runde. Die Jungs gehen in einen abgeteilten Bereich hinter die Bühne und ziehen sich dort um. "Die brauchen ja nicht so ein Aufwand, wie wir beiden", grinst Antje. Ich gehe noch schnell zu meinem Auto und hole mein Kleid. Antje ist schon im Sprinter, als ich reinkomme. Ich mache die Schiebetür zu und verriegele sie. Antje bestaunt das Kleid. "Das sind ja tolle Blautöne", sagt sie verzückt, "und die Form, cool, One Shoulder!" Antje hat einen Tisch ausgeklappt, auf dem ein großer Spiegel ist, sowie eine ordentliche Beleuchtung. Ich staune nicht schlecht. "Den habe ich noch schnell mit Jessi und Kristin zusammengeschraubt", sagt Antje grinsend. "Werkstattmädels sind so", sage ich dann lächelnd. "Genau!", sagt Antje. Es klopft an der Tür. Ich mache sie ein Spalt auf. Meine Töchter stehen da. "Dürfen wir zugucken?" frage sie. "Gerne, kommt rein", sagt Antje. Ein paar leere Kisten stehen rum, darauf setzen sich die Beiden. "Mit dem Makeup bin ich immer auf Kriegsfuß", sagt Antje. "Lass mal schauen", sage ich, und packe meine Schminkutensilien aus. "Boah, das ist ja mal was", staunt meine Große. Antje hat schöne, leuchtende grüne Augen, die sehr schön mit ihren naturroten Haaren harmonieren. Als erstes machen wir zusammen das Makeup im Gesicht. "Den Liddeckel würde ich in Dunkelgrün machen", sage ich. "OK", sagt Antje. Ich trage ihr die Farbe auf. Sie schaut in den Spiegel. "Super, Steffi, das sieht ja gut aus", freut sich Antje. "Lidunterstrich würde ich auch in grün machen", sage ich, "und auf dem Lid dann dunkelbraun oder schwarz." Antje entscheidet sich für schwarz. Dann kommt noch ein passender, roter Lippenstift dazu. "Total gut", sagt Antje. "Ich würde das auch erstmal so lassen", sage ich, "und dann zeigst Du es nachher Sandra, die hat bestimmt auch noch eine Idee, das noch toller hinzukriegen." "Au ja", sagt Antje erfreut. Dann zieht sie sich ihr Kleid an. Meine Große hilft ihr dabei. Ich fange in der Zwischenzeit an mich zu schminken. Da ich braune Augen habe, nehme ich andere Farben, als bei Antje eben. Meine Kleine schaut gespannt zu. Die Mädels haben meine Augenfarbe geerbt und sind da nicht so recht zufrieden mit. "Das sieht ja geil aus", staunt meine Kleine, "hätte nicht gedacht, dass man die Augen so toll schminken kann." "Kannst Du mal sehen", sage ich lächelnd. Ich habe bei mir Brauntöne verwendet und ebenfalls auf dem Lid einen schwarzen Kajal benutzt. "Kannst Du mir das auch so machen?" fragt die Kleine. "Na klar", sage ich und wir tauschen die Plätze. Antje und meine Große kommen dazu. "Boah! Antje, was für ein tolles Kleid", sage ich erstaunt. Sie hat ein tolles Pettycoatkleid, mit einem voluminösen Unterrock an. Zwei zierliche Bänder halten das Oberteil. Es ist weiß mit großen roten Sommerblumen, die von oben über das Kleid zu fallen scheinen. "Ist das toll", staune ich. "Danke Steffi", sagt Antje fast schüchtern.
Ich bin mit meiner Kleinen fertig und fange an, mein Kleid anzuziehen. Meine Große setzt sich an den Schminktisch. Sie ordert die Kleine heran und schaut sich das Makeup an, um es bei sich aufzutragen. Nebenbei gebe ich noch Tipps. Für das Kleid brauche ich keinen BH, weil Sandra so eine Art Push-up eingenäht hat. "Ui", sage ich, als ich meine Oberweite begutachte, "da hat Sandra aber was feines eingebaut." "Ordentlich Holz vor der Hütte", sagt meine Große grinsend. Erstaunt schaue ich sie an. "Tse", sage ich kurz. Das Kleid sitzt perfekt. "Ganz toll, Steffi", sagt Antje, "das passt super zu Dir. Ich glaube ich gebe auch mal was bei Sandra in Auftrag." "Na klar, da freut sie sich drüber", sage ich und erzähle noch von Sandras Wissen. "Cool", staunt meine Große. Sandra muss wohl das Ohr geklingelt haben. Eine Nachricht erscheint auf dem Handy. "Bin gleich da, komme mit dem Taxi", schreibt sie. "Da bin ich aber gespannt", sage ich, "ob sie sich noch umgezogen hat." "Wieso?" fragt Antje. "Sie hatte vorher noch eine Veranstaltung, wo sie ein Dirndl trug", sage ich. "Wow", sagt Antje. "Ich habe sie noch nie im Dirndl gesehen, das muss ein Traum sein", sage ich. "Das glaube ich auch", sagt Antje leicht aufgeregt. Meine Große ist auch mit dem schminken fertig. "Dann können wir wohl wieder rüber", sage ich. Wir steigen aus dem Sprinter. Antje schließt ihn ab und wir gehen wieder ins Zelt. Antje hakt sich bei mir ein. Meine Kinder laufen vorweg direkt zu meine Gattin. "Mama, guck mal, was Frau Papi kann", sagt meine Kleine forsch und zeigt auf ihre Augen. Die Jungs haben sich schon in ihre üblich schwarze Kleidung geworfen. Antje und ich kommen hinter der Bühne hervor. Wir gehen direkt auf Tom zu. Ich nehme Antjes Hand. "Ich würde dich dann vor Tom leicht herausdrehen", sage ich. "Au ja", sagt Antje. Tom hat uns schon gesehen und schaut Antje völlig erstaunt an. Als wir bei ihm ankommen, hebe ich die Hand, die ihre festhält und lasse sie aus meinem Arm kreiseln, direkt in Toms Arme. "Bist Du schön", sagt er leise. Antje wiegt sich leicht in seinen Armen. "Du siehst wirklich sehr schön aus", bemerkt auch Cordula. Antje steht mit einem Mal im Mittelpunkt und genießt das auch richtig. Samantha und Cordula habe sich in der Zwischenzeit auch umgezogen. Cordula trägt einen Hosenanzug, während Samantha ein luftiges, blumiges Sommerkleid trägt. "Och menno Steffi, jetzt habe ich dich gar nicht bewundert", sagt Samantha. "Ist schon OK", sage ich grinsend, "ich werde doch immer gleich rot, wenn mich einer lobt." "Nee, nix da, zeigt Dich mal", sagt Cordula. Ich drehe mich einmal. "Das ist ja mal ein ganz cooles Kleid", sagt Cordula. "Wo hast Du das her?" fragt Samantha forsch. "Sandra Design", sage ich grinsend. "Sandra Design? Kenn ich irgendwie nicht", sagt Samantha. "Meine Sandra", antworte ich. Samantha staunt. "Nein", sagt sie erstaunt. "Doch", antworte ich. Nein!" "Doch!" "Nein!" "Doch!" "Nein!" "Doch!" "Nein!" "Doch!" "¦ geht das eine Weile. Meine Töchter lachen sich kaputt. "Das ist toll", sagt Samantha dann. "Sandra ist schon unterwegs", sage ich. "Dann frage ich sie aber gleich", sagt Samantha.
"Guten Abend!", sagt eine gutgelaunte Damenstimme hinter mir. Ich drehe mich um. Susanne steht da, zusammen mit ihrer Schwester und deren Ehemann. "Hey, Lieblingsnachbarin!", begrüße ich sie und nehme sie in den Arm. Wir drücken uns und wiegen uns leicht in den Armen. "Sabine kennst Du ja schon, der nette Herr daneben ist Clemens." "Hallo, angenehm, Stefanie, oder kurz Steffi", sage ich. "Ja, Susanne hat schon einiges über Dich erzählt", sagt Clemens lächelnd. Susanne nickt. Ich mache große Augen. "Aber nicht alles", sage ich dann noch. "Na ja", sagt Clemens grinsend und lässt die Antwort offen. Danach bewundere ich die beiden Mädels. Beide tragen ein Dirndl in dunkelblau, die sich sehr ähnlich sehen. "Wow, sehr schön ihr beiden", sage ich. "Dein Kleid ist aber auch der Hammer", sagt Sabine staunend. "Danke", sage ich lieb. Dann stelle ich den dreien unsere ganze Gruppe vor, auch meine Gattin, die noch bei uns steht, sowie meine Töchter, die auch grade da sind. "Ihr seid ja ein ganz schön großer Haufen", sagt Susanne lächelnd, "ich bin ja schon ganz gespannt." Ich frage Susanne dann, ob sie denn keine Begleitung hat. "Mal schauen, ob ich hier was brauchbares finde", sagt sie dann auf ihre trockene Art. "Oh Mann, Du bist so eine", sage ich lächelnd. Meine Gattin steht jetzt etwas weiter weg, weil einige ihrer Freundinnen grade gekommen sind. Anscheinend fragen diese meine Gattin grade über mich aus. "Fragt sie doch einfach selber", höre ich als Wortfetzen von ihr. Jetzt staune ich doch etwas über das "sie", bislang hatte sie doch damit ein Riesenproblem. Aber die Freundinnen trauen sich wohl nicht richtig. Ich stehe mit dem Rücken zum Eingang und unterhalte mich mit Susanne, Sabine und Clemens. Antje und Tom sind dazu gekommen. Auch hier wird Antje bewundert. Micha kommt auch dazu. "Ist gleich acht", sagt er, "eigentlich sollte es dann auch losgehen. Aber die Schützen sind noch nicht zurück." "Ist ja hier nichts neues", sagt Tom grinsend. "Ich sage da jetzt auch mal nicht dazu", sage ich grinsend. Aus den Augenwinkeln sehe ich einen an der Theke stehen, der Richtung Eingang schaut und dem steht grade vor Erstaunen der Mund offen. Der neben ihm ist ebenfalls erstaunt, sagt dann aber: "Meine Güte, wer ist denn das?" Ich drehe mich um, und sehe Sandra hereinkommen. Selbstbewusst geht sie den Gang in unserer Richtung, grüßt freundlich ab und zu mal rechts und links. Sie trägt ein knielanges, dunkelblaues Dirndl mit hellblauer Schürze. Dazu dunkelblaue Pumps mit recht hohem Absatz und zarte Spitzen-Kniestümpfe, die sie frecher Weise zu Hälfte heruntergerollt hat. Ich staune ebenfalls über diese Erscheinung. Sie kommt direkt auf mich zu und legt ihre Arme auf meine Schultern. "Hallo meine süße Stefanie", sagt sie leise. "Hallo Sandra", sage ich ebenso leise und gebe ihr einen leichten Kuss. "Lass dich nochmal sehen", sage ich und drehe sie vor mir, in dem ich ihre Hand halte und den Arm hebe. "Und?" fragt sie frech. "ein Traum", sage ich und drücke sie noch mal. Das wir grade von gefühlt zehntausend Augenpaaren angeschaut werden interessiert uns überhaupt nicht. Wir lösen die Umarmung, stehen nebeneinander und halten uns an leicht an der Taille fest.
"Hallo zusammen", grüßt Sandra in die Gruppe. Ich gehe mit ihr in Richtung Susanne und stelle sie untereinander vor. "Schön Dich mal richtig kennenzulernen", sagt Susanne freundlich. "Ja muss auch sein", sagt Sandra lieb, "sonst hatten wir das neulich ja nur per Telefon, als wir über Dir geflogen sind." Meine Töchter stehen bei uns. "Geflogen?" fragt meine Große. "Ja mit einem Segelflieger", antworte ich. "Oh cool, fliegst Du wieder?" fragt die Große. "Ja, seit diesem Jahr wieder", antworte ich. "Da will ich aber auch mitfliegen", sagt die Kleine aufgeregt. "Na, da müsst ihr bei Mama aber viel Überzeugungsarbeit leisten", sage ich grinsend. Und schwupp toben sie wieder zu meiner Gattin. Sandra unterhält sich angeregt mit Susanne. Die beiden scheinen sich auf Anhieb zu verstehen, was mich wiederum beruhigt. "Steffi, kommst Du mal herüber?" ruft mich Micha. Artur, der Chef im Zelt und ein Vorstandsmitglied aus dem Schützenverein stehen neben ihm. "Hallo Manfred", begrüße ich den Schützen. Der stutzt natürlich erstmal. "Stefanie Boe, Zwillingsschwester von Stefan Boe", sage ich freundlich. "Entschuldigung, es hat sich zwar rumgesprochen, aber jetzt habe ich auch ein Gesicht dazu", sagt Manfred lächelnd, "aber Ähnlichkeit ist da." "Muss ja", sage ich. "Also folgendes", sagt Manfred, "das Schießen verzögert sich etwas, weil die sich grade wohl im Stechen gar nichts gönnen. Ich würde jetzt nochmal eine Viertelstunde warten, dann würden wir hier den Ball eröffnen." "OK, sagt Micha und schaut uns von der Band an. Wir nicken zustimmend. Ich gehe wieder zu Sandra. Die unterhält sich noch mit Susanne. Die beiden gackern grade, was das Zeug hält. "Du hast vielleicht coole Freundinnen", sagt Sandra zu mir. "Ja, Susanne hat schon eine direkte Art", sage ich lächelnd. "Aber so was von", sagt Sandra. "Aber hey, Sandra ist aber auch nicht ohne", lacht Susanne. "Hat auch keiner was gegenteiliges behauptet", sage ich noch grinsend, "schön, dass ihr euch so gut versteht." Meine Gattin taucht neben mir auf. Bevor sie was sagen kann, plappert Sandra los: "Wir haben uns auch noch gar nicht richtig vorgestellt. Ich bin Sandra, und habe mir frecher Weise Stefanie als Lebenspartnerin geschnappt." Ich beiße mir grade auf die Lippen, damit ich nicht laut loslache. Meine Gattin ist etwas durch den Wind. "Äh, ja, hat meine kleine Tochter mir schon erzählt", sagt sie unsicher. Dann stellt Sandra auch noch Susanne vor und fragt danach meine Gattin richtig aus.
Ich schaue auf die Uhr und dann zu den Jungs. "Ist doof, wenn man so in der Luft hängt", flaxt Alex. Grade als die Viertelstunde um ist, hört man den Musikzug von weiter weg. "Na Gottseidank", sage ich, "dann ist unser Ding nicht so auseinandergerissen." Carlos nickt. Auch die anderen stimmen mir zu. Sandra kommt zu mir. "Na hast Du sie abgefertigt?" frage ich Sandra grinsend in Bezug auf meine Gattin. "Ach, wir haben schnell viele Gemeinsamkeiten gefunden", sagt Sandra, "auch beim Nähen. Sie hat mich z.B. über dein Kleid ausgefragt." "OK", sage ich, "ich wundere mich nur, warum sie heute so zahm ist." "So verkehrt ist die gar nicht", sagt Sandra noch. "Abwarten, der Rosenkrieg ist ja noch im Gange", sage ich. Der Musikzug kommt näher. Sie spielen grade den "Königgrätzer Marsch". Ich singe mit: "Wir ham den Kanal, wir ham den Kanal, wir ham den Kanal noch lange nicht voll." Sandra lacht laut los. "Ich glaube Steffi ist gut drauf heute", sagt Frank lachend. "Hey, ich habe hier heute ein Heimspiel", sage ich trocken. Meine Gattin geht Richtung Eingang. "Hoffentlich ist er nicht König geworden", sagt sie noch im Weggehen. Ich muss dann doch mal lächeln. Der Umzug kommt auf dem Platz vorm Zelt an. Die Schützen stellen sich auf. Von draußen hört man einige gerufene Befehle vom Zugführer. "Sehr militärisch heute", flaxe ich. Meine Eltern, sowie meine Tante und Onkel kommen herein. Auch sie haben sich zwischendrin etwas schicker angezogen. Meine Tante sieht mich und dirigiert die anderen zu uns. "Hallo nochmal, große Tochter", sagt meine Mutter lächelnd, "schickes Kleid." Dann schaut sie anerkennend an mir runter. "Ganz toll", sagt sie dann noch. Auch mein Vater staunt. "Hi Tantchen, hi Onkelchen", begrüße ich die beiden. "Hallo Neffin", sagt mein Onkel stilecht. "Darf ich euch bekannt machen?" fragt meine Mutter Sandra. "Gerne", sage ich. Sandra kennt ja meine Tante und Onkel bisher nur vom Erzählen. Nachdem meine Mutter die Vorstellung beendet hat und auch ein kleiner Smalltalk gehalten wurde, sagt mein Onkel: "Also, das ist ganz schön gefährlich, wenn ihr euch nebeneinander hinstellt." "Wieso?" fragt Sandra lächelnd. "Das ist blutdruckgefährdend", sagt mein Onkel grinsend, "ihr seid wirklich wunderschön." "Danke" sagt Sandra. "Ihr passt ja so super zusammen", freut sich meine Tante. Sandra schaut mich von der Seite an. Ich nehme ihr die Worte vorweg. "Wie süß, Stefanie wird rot", sage ich. Sandra lacht. Auch meine Eltern, Tante und Onkel sind erheitert.
Von draußen hört man wieder Befehle. Kurz danach setzt der Musikzug ein. Jetzt spielen sie "Preußens Gloria". "Alter Schwede hier wird ja heute aufgetragen", sage ich. Der Musikzug kommt herein dahinter die Schützen. Der Musikzug stellt sich vor der Bühne auf, während die Schützen sich in den Gängen verteilen und dort stehen bleiben. "Jetzt sieht man erst, wie groß das hier ist", staunt Alex. Der Vorstandsvorsitzende des Verein geht auf die Bühne. Frank ist ebenfalls da, gibt ihm ein Mikro und bleibt gleich bei seiner Technik. "Guten Abend meine Damen und Herren", begrüßt der Vorsitzende die Anwesenden. Dann redet er weiter. "Erstmal jede Menge Blah-Blah und Danksagungen", sagt Tom. Ich nutze die Zeit und schaue mich im Zelt um. Meine Eltern sind mittlerweile mit Tante und Onkel zu ihrem reservierten Tisch gegangen. Auch meine beiden Schwestern sind mit ihren Partnern da. Wir winken uns gegenseitig zu. Am Nebentisch sitzt meine Gattin mit ihren Schwestern und deren Anhang, sowie einigen befreundeten Ehepaaren. Nach einer ganzen Zeit ist der Vorsitzende mit seiner Ansprache fertig. "Kommen wir nun zur Proklamation der Majestäten", sagt er. Als erstes wird der große König verlesen. Der kommt nach vorne und muss sich auf die Schützenscheibe stellen. Danach wird er unter "Hoch soll er leben" dreimal hoch und runter gehoben. "Meine Güte, das ist ja beim langen Ralf mal eine Anstrengung", sage ich. Ralf ist locker über zwei Meter groß. Dementsprechend wackelig ist die ganze Sache. Aber es geht unfallfrei über die Bühne. Danach wird der zweit- und drittplatzierte verlesen. Bei beiden die gleiche Prozedur. Dann kommt noch der schwarze König und die jeweiligen palzierten dran. "Sind die Damenköniginnen morgen dran?" frage ich einen, der hinter uns an der Theke steht und uns die ganze Zeit anschaut. "Äh, ja", antwortet der verdattert. "Danke", sage ich lieb und zwinkere ihm zu. Jetzt scheint er richtig von der Rolle zu sein. Sein Kumpel sagt dann noch flaxend zu uns: "Ist er nicht gewöhnt, soviel geballte Schönheit." Wir sind ja auch gemein. Antje, Sandra, Susanne und ich stehen nebeneinander und alle vier mit außergewöhnlich schönen Kleidern. Außerdem zeigen wir ja viel Bein. "So, dann ist jetzt der Ehrentanz dran", sagt der Vorsitzende, "als erster ist natürlich der große König dran." Ralf steht allein auf der Tanzfläche, offensichtlich ist er zurzeit Single. Er versucht einige Damen aufzufordern, aber das klappt nicht so ohne weiteres. Schon alleine, weil er ja ziemlich groß ist, scheint das abzuschrecken. Der Vorsitzende hilft ihm und fragt über das Mikro nach. Aber niemand meldet sich. Ralf schaut hilfesuchend in unsere Richtung. "Na Mädels, wie isses?" frage ich grinsend. "Hm, nee", sagt Sandra leise. Nach einer weiteren Aufforderung des Vorsitzenden melde ich mich. Sandra schaut mich erstaunt an. Ich zucke mit den Schultern und grinse. Ralf kommt lächelnd auf mich zu. Er ist auch wirklich riesig. "Gnädige Frau, darf ich Dich zu einem Walzer auffordern", sagt Ralf. "Gerne", antworte ich, "ich würde nur gerne die Schuhe wechseln, um etwas höher zu kommen." Ich trage die ganze Zeit aus bequemlichkeitsgründen dunkelblaue Lackballerinas. Ich schaue Antje an. "Gleich hinter der Bühne steht eine Tasche mit Schuhen", sage ich zu ihr, "kannst Du mir die blauen Lackpumps holen?" "Aber so was von gerne , Steffi", sagt Antje und geht los. Sie kommt mit den Schuhe zurück und macht die ganze Zeit große Augen. "Die sind ja schön", sagt Antje. An der Spitze und der Ferse sind sie dunkelblau und zur Mitte werden sie mit einem Farbverlauf Mittelblau. Antje gibt sie mir lächelnd. "Bin gespannt, wie du drauf läufst", sagt sie lächelnd. Die Pumps haben einen 10cm hohen Stiletto Absatz. Ich ziehe sie an. "Ein Traum", sagt Sandra verzückt. "Jetzt bin ich fast 2 Meter groß und Du überragst mich immer noch locker", flaxe ich zu Ralf. Der lächelt und bietet mir seine Hand an. Ich nehme seine Hand an und er führt mich galant auf die Tanzfläche. In der Mitte lässt er mich einmal kreiseln. "Kannst Du Wiener Walzer?" fragt er leise. "Ja, wie in der Tanzschule gelernt", antworte ich, "Links- und Rechtsdrehung." "Super, dann lass Dich führen", sagt Ralf und wir nehmen die Tanzhaltung ein. Die Unterkörper drücken wir leicht aneinander während ich meinen Oberkörper leicht nach hinten nehme. "Ich glaube, das wird gut", sagt Ralf begeistert, "lass uns mit einem Wiegeschritt anfangen. "Alles klar", sage ich.
Ralf signalisiert, dem Musikzug, das wir bereit sind. Die Musik beginnt und wir wiegen uns, dann führt mich Ralf in die Rechtsdrehung. Viermal nach rechts, übergang, viermal nach links, usw. Dabei kreiseln wir über die gesamte Tanzfläche. Meinen Kopf drehe ich jeweils entsprechend der Drehrichtung. "Perfekt", sagt Ralf begeistert. "Macht auch riesig Spaß", antworte ich. Die Leute im Zelt klatschen begeistert mit. "Jetzt noch der zweite , der dritte und der Adjutant dazu", hören wir über die Lautsprecher, während die Musik weiterspielt. Ich staune nicht schlecht, als meine Gattin nebst Lebensgefährten an uns auftaucht. Dann ist ihr Lover wohl der Adjutant vom König. Innerlich muss ich grinsen, weil sie diesem Schützengetue eigentlich nichts abgewinnen konnte. Außerdem ist sie etwas bedient, was die Tanzkünste ihres Partners angeht. Der kann wohl nur den tumben "Schützenfestwalzer", während Ralf uns weiter über die Tanzfläche schweben lässt. Erschwerend kommt für meine Gattin dazu, dass wir das was ich grade zeige, in der Tanzschule und im Tanzclub gelernt haben. So langsam sind dann alle Majestäten auf der Tanzfläche. Dann fordert der Vorsitzende alle die wollen zum Tanzen auf. Jetzt wird es voll auf der Fläche, aber Ralf führt uns gekonnt durch das Getümmel. Die Musik hört auf und Ralf bringt mich galant zurück zu meinen Leuten. Er bedankt sich höflich und gibt mir einen Handkuss, den ich mit einem Knicks annehme. Ralf bleibt noch etwas bei uns stehen. Sandra schaut mich strahlend an. "Das bringst Du mir aber bei", sagt sie dann grinsend zu mir. "Du, Ralf kann das viel besser", antworte ich, "einfach führen lassen, er ist so gut, da brauchst Du keine Vorkenntnisse." Ralf lacht. "Danke Stefanie", sagt er dann. Dann werden die Majestäten zusammen gerufen. Jetzt müssen sie noch mal an den aufgestellten Schützen vorbei gehen. Der Musikzug spielt dazu den "preußischen Präsentiermarsch". "Sag"˜ mal was geht denn hier ab?" frage ich grinsend. "Warst wohl lange nicht mehr hier, was Steffi?" flaxt Tom, "seit einigen Jahren ist das schon so." "Wie lange spielt ihr jetzt hier?" frage ich weiter. "Mit Unterbrechung 12 Jahre ", sagt Alex. "Ups", bemerke ich grinsend. Die Schützen machen ihre Runde. Auf der gegenüberliegenden Seite schreiten sie die Schützen ab. Dann kommen sie in unseren Gang. "Mit Hand zum Gruß, ich werde weich", sage ich grinsend, "falls die hier langkommen, mache ich das aber auch." "Wie geht denn das?" fragt Sandra. Ich stelle mich vor ihr hin und biege ihren Arm richtig hin. "So", sage ich grinsend. Antje, Cordula und Samantha schauen sich das gleich ab. "Und schön mit dem Kopf hinterher gehen", sage ich dann noch. Tatsächlich kommen sie in unsere Richtung. Ich stehe als erste in unserer Gruppe und nehme die Hand hoch. Nach einander tuen das auch die anderen. Ralf lächelt uns an. Auch die Jungs grüßen so. Die Majestäten haben ihre Runde erledigt und stellen sich vor dem Musikzug auf. Der Vorsitzende bedankt sich recht herzlich. Dann schaut er zu uns. "Das war sehr zackig von euch, auch danke dafür", sagt er lächelnd. Wir nicken lächelnd zurück. "Oh Mann, mit unserer Steffi erlebst Du schon was", sagt Alex grinsend. "Wie jetzt? Ich habe doch noch gar nicht angefangen", sage ich mit übertriebenem Schmollmund. "Bevor wir mit dem Ball anfangen", sagt der Vorsitzende zu den Majestäten, möchte einer noch etwas sagen?" Ralf meldet sich. "Ich mache es kurz. Vielen Dank an alle. Ich stifte 50Liter Bier", sagt er. Natürlich bricht ein großer Applaus aus. Auch die anderen beteiligen sich. "Na dann können wir ja in aller Ruhe auf die Bühne gehen", sagt Micha grinsend. Der Vorsitzende geht von der Bühne und wechselt mit Frank und Micha noch ein paar Worte. "Und Du sei schön artig", sage ich zu Sandra, "wenn Deine Steffi den Leuten einheizt." "Hey Du", sagt Sandra lächelnd und gibt mir einen dicken Kuss, "das wird aber nicht einfach, ein paar Leuten haben wir schon den Kopf verdreht." "Alle gleich an mich weiterleiten", sagt Susanne neben uns. "I-hi, machen wir", sage ich. Sandra lacht. "Viel Spaß euch", sage ich. "Dir auch", sagt Sandra. "Zum ersten Lied kann man übrigens gut Cha-Cha-Cha tanzen", sage ich noch und gehe dann mit den Jungs zur Bühne.
Meine Mutter schaut mich an. "Bleibst Du so?" fragt sie dann. "Nee, um Gotteswillen, ich ziehe mich natürlich noch um", sage ich lachend. "Was denn?" fragt sie neugierig. "Oh, ein total tolles Kleid, was Sandra genäht hat", antworte ich geheimnisvoll. "Na gut, dann lassen wir uns überraschen", sagt meine Mutter lächelnd. Meine Töchter stehen auch bei uns. "Oma, Frau Papi ist aber super geil drauf, oder?" fragt die Kleine. Ich muss leise lachen. Antje kommt zu uns. "Steffi, so langsam müssen wir uns dann umziehen", sagt sie. Ich schaue auf die Uhr. "Ups, stimmt", sage ich, "in gut einer Stunde geht"™s los." "Dann komm mit, Tom und ich haben im Sprinter schon was vorbereitet", sagt Antje dann noch. Staunend gehe ich hinter Antje her. Sie erstaunt mich immer wieder. "Bis gleich", rufe ich noch in die Runde. Die Jungs gehen in einen abgeteilten Bereich hinter die Bühne und ziehen sich dort um. "Die brauchen ja nicht so ein Aufwand, wie wir beiden", grinst Antje. Ich gehe noch schnell zu meinem Auto und hole mein Kleid. Antje ist schon im Sprinter, als ich reinkomme. Ich mache die Schiebetür zu und verriegele sie. Antje bestaunt das Kleid. "Das sind ja tolle Blautöne", sagt sie verzückt, "und die Form, cool, One Shoulder!" Antje hat einen Tisch ausgeklappt, auf dem ein großer Spiegel ist, sowie eine ordentliche Beleuchtung. Ich staune nicht schlecht. "Den habe ich noch schnell mit Jessi und Kristin zusammengeschraubt", sagt Antje grinsend. "Werkstattmädels sind so", sage ich dann lächelnd. "Genau!", sagt Antje. Es klopft an der Tür. Ich mache sie ein Spalt auf. Meine Töchter stehen da. "Dürfen wir zugucken?" frage sie. "Gerne, kommt rein", sagt Antje. Ein paar leere Kisten stehen rum, darauf setzen sich die Beiden. "Mit dem Makeup bin ich immer auf Kriegsfuß", sagt Antje. "Lass mal schauen", sage ich, und packe meine Schminkutensilien aus. "Boah, das ist ja mal was", staunt meine Große. Antje hat schöne, leuchtende grüne Augen, die sehr schön mit ihren naturroten Haaren harmonieren. Als erstes machen wir zusammen das Makeup im Gesicht. "Den Liddeckel würde ich in Dunkelgrün machen", sage ich. "OK", sagt Antje. Ich trage ihr die Farbe auf. Sie schaut in den Spiegel. "Super, Steffi, das sieht ja gut aus", freut sich Antje. "Lidunterstrich würde ich auch in grün machen", sage ich, "und auf dem Lid dann dunkelbraun oder schwarz." Antje entscheidet sich für schwarz. Dann kommt noch ein passender, roter Lippenstift dazu. "Total gut", sagt Antje. "Ich würde das auch erstmal so lassen", sage ich, "und dann zeigst Du es nachher Sandra, die hat bestimmt auch noch eine Idee, das noch toller hinzukriegen." "Au ja", sagt Antje erfreut. Dann zieht sie sich ihr Kleid an. Meine Große hilft ihr dabei. Ich fange in der Zwischenzeit an mich zu schminken. Da ich braune Augen habe, nehme ich andere Farben, als bei Antje eben. Meine Kleine schaut gespannt zu. Die Mädels haben meine Augenfarbe geerbt und sind da nicht so recht zufrieden mit. "Das sieht ja geil aus", staunt meine Kleine, "hätte nicht gedacht, dass man die Augen so toll schminken kann." "Kannst Du mal sehen", sage ich lächelnd. Ich habe bei mir Brauntöne verwendet und ebenfalls auf dem Lid einen schwarzen Kajal benutzt. "Kannst Du mir das auch so machen?" fragt die Kleine. "Na klar", sage ich und wir tauschen die Plätze. Antje und meine Große kommen dazu. "Boah! Antje, was für ein tolles Kleid", sage ich erstaunt. Sie hat ein tolles Pettycoatkleid, mit einem voluminösen Unterrock an. Zwei zierliche Bänder halten das Oberteil. Es ist weiß mit großen roten Sommerblumen, die von oben über das Kleid zu fallen scheinen. "Ist das toll", staune ich. "Danke Steffi", sagt Antje fast schüchtern.
Ich bin mit meiner Kleinen fertig und fange an, mein Kleid anzuziehen. Meine Große setzt sich an den Schminktisch. Sie ordert die Kleine heran und schaut sich das Makeup an, um es bei sich aufzutragen. Nebenbei gebe ich noch Tipps. Für das Kleid brauche ich keinen BH, weil Sandra so eine Art Push-up eingenäht hat. "Ui", sage ich, als ich meine Oberweite begutachte, "da hat Sandra aber was feines eingebaut." "Ordentlich Holz vor der Hütte", sagt meine Große grinsend. Erstaunt schaue ich sie an. "Tse", sage ich kurz. Das Kleid sitzt perfekt. "Ganz toll, Steffi", sagt Antje, "das passt super zu Dir. Ich glaube ich gebe auch mal was bei Sandra in Auftrag." "Na klar, da freut sie sich drüber", sage ich und erzähle noch von Sandras Wissen. "Cool", staunt meine Große. Sandra muss wohl das Ohr geklingelt haben. Eine Nachricht erscheint auf dem Handy. "Bin gleich da, komme mit dem Taxi", schreibt sie. "Da bin ich aber gespannt", sage ich, "ob sie sich noch umgezogen hat." "Wieso?" fragt Antje. "Sie hatte vorher noch eine Veranstaltung, wo sie ein Dirndl trug", sage ich. "Wow", sagt Antje. "Ich habe sie noch nie im Dirndl gesehen, das muss ein Traum sein", sage ich. "Das glaube ich auch", sagt Antje leicht aufgeregt. Meine Große ist auch mit dem schminken fertig. "Dann können wir wohl wieder rüber", sage ich. Wir steigen aus dem Sprinter. Antje schließt ihn ab und wir gehen wieder ins Zelt. Antje hakt sich bei mir ein. Meine Kinder laufen vorweg direkt zu meine Gattin. "Mama, guck mal, was Frau Papi kann", sagt meine Kleine forsch und zeigt auf ihre Augen. Die Jungs haben sich schon in ihre üblich schwarze Kleidung geworfen. Antje und ich kommen hinter der Bühne hervor. Wir gehen direkt auf Tom zu. Ich nehme Antjes Hand. "Ich würde dich dann vor Tom leicht herausdrehen", sage ich. "Au ja", sagt Antje. Tom hat uns schon gesehen und schaut Antje völlig erstaunt an. Als wir bei ihm ankommen, hebe ich die Hand, die ihre festhält und lasse sie aus meinem Arm kreiseln, direkt in Toms Arme. "Bist Du schön", sagt er leise. Antje wiegt sich leicht in seinen Armen. "Du siehst wirklich sehr schön aus", bemerkt auch Cordula. Antje steht mit einem Mal im Mittelpunkt und genießt das auch richtig. Samantha und Cordula habe sich in der Zwischenzeit auch umgezogen. Cordula trägt einen Hosenanzug, während Samantha ein luftiges, blumiges Sommerkleid trägt. "Och menno Steffi, jetzt habe ich dich gar nicht bewundert", sagt Samantha. "Ist schon OK", sage ich grinsend, "ich werde doch immer gleich rot, wenn mich einer lobt." "Nee, nix da, zeigt Dich mal", sagt Cordula. Ich drehe mich einmal. "Das ist ja mal ein ganz cooles Kleid", sagt Cordula. "Wo hast Du das her?" fragt Samantha forsch. "Sandra Design", sage ich grinsend. "Sandra Design? Kenn ich irgendwie nicht", sagt Samantha. "Meine Sandra", antworte ich. Samantha staunt. "Nein", sagt sie erstaunt. "Doch", antworte ich. Nein!" "Doch!" "Nein!" "Doch!" "Nein!" "Doch!" "Nein!" "Doch!" "¦ geht das eine Weile. Meine Töchter lachen sich kaputt. "Das ist toll", sagt Samantha dann. "Sandra ist schon unterwegs", sage ich. "Dann frage ich sie aber gleich", sagt Samantha.
"Guten Abend!", sagt eine gutgelaunte Damenstimme hinter mir. Ich drehe mich um. Susanne steht da, zusammen mit ihrer Schwester und deren Ehemann. "Hey, Lieblingsnachbarin!", begrüße ich sie und nehme sie in den Arm. Wir drücken uns und wiegen uns leicht in den Armen. "Sabine kennst Du ja schon, der nette Herr daneben ist Clemens." "Hallo, angenehm, Stefanie, oder kurz Steffi", sage ich. "Ja, Susanne hat schon einiges über Dich erzählt", sagt Clemens lächelnd. Susanne nickt. Ich mache große Augen. "Aber nicht alles", sage ich dann noch. "Na ja", sagt Clemens grinsend und lässt die Antwort offen. Danach bewundere ich die beiden Mädels. Beide tragen ein Dirndl in dunkelblau, die sich sehr ähnlich sehen. "Wow, sehr schön ihr beiden", sage ich. "Dein Kleid ist aber auch der Hammer", sagt Sabine staunend. "Danke", sage ich lieb. Dann stelle ich den dreien unsere ganze Gruppe vor, auch meine Gattin, die noch bei uns steht, sowie meine Töchter, die auch grade da sind. "Ihr seid ja ein ganz schön großer Haufen", sagt Susanne lächelnd, "ich bin ja schon ganz gespannt." Ich frage Susanne dann, ob sie denn keine Begleitung hat. "Mal schauen, ob ich hier was brauchbares finde", sagt sie dann auf ihre trockene Art. "Oh Mann, Du bist so eine", sage ich lächelnd. Meine Gattin steht jetzt etwas weiter weg, weil einige ihrer Freundinnen grade gekommen sind. Anscheinend fragen diese meine Gattin grade über mich aus. "Fragt sie doch einfach selber", höre ich als Wortfetzen von ihr. Jetzt staune ich doch etwas über das "sie", bislang hatte sie doch damit ein Riesenproblem. Aber die Freundinnen trauen sich wohl nicht richtig. Ich stehe mit dem Rücken zum Eingang und unterhalte mich mit Susanne, Sabine und Clemens. Antje und Tom sind dazu gekommen. Auch hier wird Antje bewundert. Micha kommt auch dazu. "Ist gleich acht", sagt er, "eigentlich sollte es dann auch losgehen. Aber die Schützen sind noch nicht zurück." "Ist ja hier nichts neues", sagt Tom grinsend. "Ich sage da jetzt auch mal nicht dazu", sage ich grinsend. Aus den Augenwinkeln sehe ich einen an der Theke stehen, der Richtung Eingang schaut und dem steht grade vor Erstaunen der Mund offen. Der neben ihm ist ebenfalls erstaunt, sagt dann aber: "Meine Güte, wer ist denn das?" Ich drehe mich um, und sehe Sandra hereinkommen. Selbstbewusst geht sie den Gang in unserer Richtung, grüßt freundlich ab und zu mal rechts und links. Sie trägt ein knielanges, dunkelblaues Dirndl mit hellblauer Schürze. Dazu dunkelblaue Pumps mit recht hohem Absatz und zarte Spitzen-Kniestümpfe, die sie frecher Weise zu Hälfte heruntergerollt hat. Ich staune ebenfalls über diese Erscheinung. Sie kommt direkt auf mich zu und legt ihre Arme auf meine Schultern. "Hallo meine süße Stefanie", sagt sie leise. "Hallo Sandra", sage ich ebenso leise und gebe ihr einen leichten Kuss. "Lass dich nochmal sehen", sage ich und drehe sie vor mir, in dem ich ihre Hand halte und den Arm hebe. "Und?" fragt sie frech. "ein Traum", sage ich und drücke sie noch mal. Das wir grade von gefühlt zehntausend Augenpaaren angeschaut werden interessiert uns überhaupt nicht. Wir lösen die Umarmung, stehen nebeneinander und halten uns an leicht an der Taille fest.
"Hallo zusammen", grüßt Sandra in die Gruppe. Ich gehe mit ihr in Richtung Susanne und stelle sie untereinander vor. "Schön Dich mal richtig kennenzulernen", sagt Susanne freundlich. "Ja muss auch sein", sagt Sandra lieb, "sonst hatten wir das neulich ja nur per Telefon, als wir über Dir geflogen sind." Meine Töchter stehen bei uns. "Geflogen?" fragt meine Große. "Ja mit einem Segelflieger", antworte ich. "Oh cool, fliegst Du wieder?" fragt die Große. "Ja, seit diesem Jahr wieder", antworte ich. "Da will ich aber auch mitfliegen", sagt die Kleine aufgeregt. "Na, da müsst ihr bei Mama aber viel Überzeugungsarbeit leisten", sage ich grinsend. Und schwupp toben sie wieder zu meiner Gattin. Sandra unterhält sich angeregt mit Susanne. Die beiden scheinen sich auf Anhieb zu verstehen, was mich wiederum beruhigt. "Steffi, kommst Du mal herüber?" ruft mich Micha. Artur, der Chef im Zelt und ein Vorstandsmitglied aus dem Schützenverein stehen neben ihm. "Hallo Manfred", begrüße ich den Schützen. Der stutzt natürlich erstmal. "Stefanie Boe, Zwillingsschwester von Stefan Boe", sage ich freundlich. "Entschuldigung, es hat sich zwar rumgesprochen, aber jetzt habe ich auch ein Gesicht dazu", sagt Manfred lächelnd, "aber Ähnlichkeit ist da." "Muss ja", sage ich. "Also folgendes", sagt Manfred, "das Schießen verzögert sich etwas, weil die sich grade wohl im Stechen gar nichts gönnen. Ich würde jetzt nochmal eine Viertelstunde warten, dann würden wir hier den Ball eröffnen." "OK, sagt Micha und schaut uns von der Band an. Wir nicken zustimmend. Ich gehe wieder zu Sandra. Die unterhält sich noch mit Susanne. Die beiden gackern grade, was das Zeug hält. "Du hast vielleicht coole Freundinnen", sagt Sandra zu mir. "Ja, Susanne hat schon eine direkte Art", sage ich lächelnd. "Aber so was von", sagt Sandra. "Aber hey, Sandra ist aber auch nicht ohne", lacht Susanne. "Hat auch keiner was gegenteiliges behauptet", sage ich noch grinsend, "schön, dass ihr euch so gut versteht." Meine Gattin taucht neben mir auf. Bevor sie was sagen kann, plappert Sandra los: "Wir haben uns auch noch gar nicht richtig vorgestellt. Ich bin Sandra, und habe mir frecher Weise Stefanie als Lebenspartnerin geschnappt." Ich beiße mir grade auf die Lippen, damit ich nicht laut loslache. Meine Gattin ist etwas durch den Wind. "Äh, ja, hat meine kleine Tochter mir schon erzählt", sagt sie unsicher. Dann stellt Sandra auch noch Susanne vor und fragt danach meine Gattin richtig aus.
Ich schaue auf die Uhr und dann zu den Jungs. "Ist doof, wenn man so in der Luft hängt", flaxt Alex. Grade als die Viertelstunde um ist, hört man den Musikzug von weiter weg. "Na Gottseidank", sage ich, "dann ist unser Ding nicht so auseinandergerissen." Carlos nickt. Auch die anderen stimmen mir zu. Sandra kommt zu mir. "Na hast Du sie abgefertigt?" frage ich Sandra grinsend in Bezug auf meine Gattin. "Ach, wir haben schnell viele Gemeinsamkeiten gefunden", sagt Sandra, "auch beim Nähen. Sie hat mich z.B. über dein Kleid ausgefragt." "OK", sage ich, "ich wundere mich nur, warum sie heute so zahm ist." "So verkehrt ist die gar nicht", sagt Sandra noch. "Abwarten, der Rosenkrieg ist ja noch im Gange", sage ich. Der Musikzug kommt näher. Sie spielen grade den "Königgrätzer Marsch". Ich singe mit: "Wir ham den Kanal, wir ham den Kanal, wir ham den Kanal noch lange nicht voll." Sandra lacht laut los. "Ich glaube Steffi ist gut drauf heute", sagt Frank lachend. "Hey, ich habe hier heute ein Heimspiel", sage ich trocken. Meine Gattin geht Richtung Eingang. "Hoffentlich ist er nicht König geworden", sagt sie noch im Weggehen. Ich muss dann doch mal lächeln. Der Umzug kommt auf dem Platz vorm Zelt an. Die Schützen stellen sich auf. Von draußen hört man einige gerufene Befehle vom Zugführer. "Sehr militärisch heute", flaxe ich. Meine Eltern, sowie meine Tante und Onkel kommen herein. Auch sie haben sich zwischendrin etwas schicker angezogen. Meine Tante sieht mich und dirigiert die anderen zu uns. "Hallo nochmal, große Tochter", sagt meine Mutter lächelnd, "schickes Kleid." Dann schaut sie anerkennend an mir runter. "Ganz toll", sagt sie dann noch. Auch mein Vater staunt. "Hi Tantchen, hi Onkelchen", begrüße ich die beiden. "Hallo Neffin", sagt mein Onkel stilecht. "Darf ich euch bekannt machen?" fragt meine Mutter Sandra. "Gerne", sage ich. Sandra kennt ja meine Tante und Onkel bisher nur vom Erzählen. Nachdem meine Mutter die Vorstellung beendet hat und auch ein kleiner Smalltalk gehalten wurde, sagt mein Onkel: "Also, das ist ganz schön gefährlich, wenn ihr euch nebeneinander hinstellt." "Wieso?" fragt Sandra lächelnd. "Das ist blutdruckgefährdend", sagt mein Onkel grinsend, "ihr seid wirklich wunderschön." "Danke" sagt Sandra. "Ihr passt ja so super zusammen", freut sich meine Tante. Sandra schaut mich von der Seite an. Ich nehme ihr die Worte vorweg. "Wie süß, Stefanie wird rot", sage ich. Sandra lacht. Auch meine Eltern, Tante und Onkel sind erheitert.
Von draußen hört man wieder Befehle. Kurz danach setzt der Musikzug ein. Jetzt spielen sie "Preußens Gloria". "Alter Schwede hier wird ja heute aufgetragen", sage ich. Der Musikzug kommt herein dahinter die Schützen. Der Musikzug stellt sich vor der Bühne auf, während die Schützen sich in den Gängen verteilen und dort stehen bleiben. "Jetzt sieht man erst, wie groß das hier ist", staunt Alex. Der Vorstandsvorsitzende des Verein geht auf die Bühne. Frank ist ebenfalls da, gibt ihm ein Mikro und bleibt gleich bei seiner Technik. "Guten Abend meine Damen und Herren", begrüßt der Vorsitzende die Anwesenden. Dann redet er weiter. "Erstmal jede Menge Blah-Blah und Danksagungen", sagt Tom. Ich nutze die Zeit und schaue mich im Zelt um. Meine Eltern sind mittlerweile mit Tante und Onkel zu ihrem reservierten Tisch gegangen. Auch meine beiden Schwestern sind mit ihren Partnern da. Wir winken uns gegenseitig zu. Am Nebentisch sitzt meine Gattin mit ihren Schwestern und deren Anhang, sowie einigen befreundeten Ehepaaren. Nach einer ganzen Zeit ist der Vorsitzende mit seiner Ansprache fertig. "Kommen wir nun zur Proklamation der Majestäten", sagt er. Als erstes wird der große König verlesen. Der kommt nach vorne und muss sich auf die Schützenscheibe stellen. Danach wird er unter "Hoch soll er leben" dreimal hoch und runter gehoben. "Meine Güte, das ist ja beim langen Ralf mal eine Anstrengung", sage ich. Ralf ist locker über zwei Meter groß. Dementsprechend wackelig ist die ganze Sache. Aber es geht unfallfrei über die Bühne. Danach wird der zweit- und drittplatzierte verlesen. Bei beiden die gleiche Prozedur. Dann kommt noch der schwarze König und die jeweiligen palzierten dran. "Sind die Damenköniginnen morgen dran?" frage ich einen, der hinter uns an der Theke steht und uns die ganze Zeit anschaut. "Äh, ja", antwortet der verdattert. "Danke", sage ich lieb und zwinkere ihm zu. Jetzt scheint er richtig von der Rolle zu sein. Sein Kumpel sagt dann noch flaxend zu uns: "Ist er nicht gewöhnt, soviel geballte Schönheit." Wir sind ja auch gemein. Antje, Sandra, Susanne und ich stehen nebeneinander und alle vier mit außergewöhnlich schönen Kleidern. Außerdem zeigen wir ja viel Bein. "So, dann ist jetzt der Ehrentanz dran", sagt der Vorsitzende, "als erster ist natürlich der große König dran." Ralf steht allein auf der Tanzfläche, offensichtlich ist er zurzeit Single. Er versucht einige Damen aufzufordern, aber das klappt nicht so ohne weiteres. Schon alleine, weil er ja ziemlich groß ist, scheint das abzuschrecken. Der Vorsitzende hilft ihm und fragt über das Mikro nach. Aber niemand meldet sich. Ralf schaut hilfesuchend in unsere Richtung. "Na Mädels, wie isses?" frage ich grinsend. "Hm, nee", sagt Sandra leise. Nach einer weiteren Aufforderung des Vorsitzenden melde ich mich. Sandra schaut mich erstaunt an. Ich zucke mit den Schultern und grinse. Ralf kommt lächelnd auf mich zu. Er ist auch wirklich riesig. "Gnädige Frau, darf ich Dich zu einem Walzer auffordern", sagt Ralf. "Gerne", antworte ich, "ich würde nur gerne die Schuhe wechseln, um etwas höher zu kommen." Ich trage die ganze Zeit aus bequemlichkeitsgründen dunkelblaue Lackballerinas. Ich schaue Antje an. "Gleich hinter der Bühne steht eine Tasche mit Schuhen", sage ich zu ihr, "kannst Du mir die blauen Lackpumps holen?" "Aber so was von gerne , Steffi", sagt Antje und geht los. Sie kommt mit den Schuhe zurück und macht die ganze Zeit große Augen. "Die sind ja schön", sagt Antje. An der Spitze und der Ferse sind sie dunkelblau und zur Mitte werden sie mit einem Farbverlauf Mittelblau. Antje gibt sie mir lächelnd. "Bin gespannt, wie du drauf läufst", sagt sie lächelnd. Die Pumps haben einen 10cm hohen Stiletto Absatz. Ich ziehe sie an. "Ein Traum", sagt Sandra verzückt. "Jetzt bin ich fast 2 Meter groß und Du überragst mich immer noch locker", flaxe ich zu Ralf. Der lächelt und bietet mir seine Hand an. Ich nehme seine Hand an und er führt mich galant auf die Tanzfläche. In der Mitte lässt er mich einmal kreiseln. "Kannst Du Wiener Walzer?" fragt er leise. "Ja, wie in der Tanzschule gelernt", antworte ich, "Links- und Rechtsdrehung." "Super, dann lass Dich führen", sagt Ralf und wir nehmen die Tanzhaltung ein. Die Unterkörper drücken wir leicht aneinander während ich meinen Oberkörper leicht nach hinten nehme. "Ich glaube, das wird gut", sagt Ralf begeistert, "lass uns mit einem Wiegeschritt anfangen. "Alles klar", sage ich.
Ralf signalisiert, dem Musikzug, das wir bereit sind. Die Musik beginnt und wir wiegen uns, dann führt mich Ralf in die Rechtsdrehung. Viermal nach rechts, übergang, viermal nach links, usw. Dabei kreiseln wir über die gesamte Tanzfläche. Meinen Kopf drehe ich jeweils entsprechend der Drehrichtung. "Perfekt", sagt Ralf begeistert. "Macht auch riesig Spaß", antworte ich. Die Leute im Zelt klatschen begeistert mit. "Jetzt noch der zweite , der dritte und der Adjutant dazu", hören wir über die Lautsprecher, während die Musik weiterspielt. Ich staune nicht schlecht, als meine Gattin nebst Lebensgefährten an uns auftaucht. Dann ist ihr Lover wohl der Adjutant vom König. Innerlich muss ich grinsen, weil sie diesem Schützengetue eigentlich nichts abgewinnen konnte. Außerdem ist sie etwas bedient, was die Tanzkünste ihres Partners angeht. Der kann wohl nur den tumben "Schützenfestwalzer", während Ralf uns weiter über die Tanzfläche schweben lässt. Erschwerend kommt für meine Gattin dazu, dass wir das was ich grade zeige, in der Tanzschule und im Tanzclub gelernt haben. So langsam sind dann alle Majestäten auf der Tanzfläche. Dann fordert der Vorsitzende alle die wollen zum Tanzen auf. Jetzt wird es voll auf der Fläche, aber Ralf führt uns gekonnt durch das Getümmel. Die Musik hört auf und Ralf bringt mich galant zurück zu meinen Leuten. Er bedankt sich höflich und gibt mir einen Handkuss, den ich mit einem Knicks annehme. Ralf bleibt noch etwas bei uns stehen. Sandra schaut mich strahlend an. "Das bringst Du mir aber bei", sagt sie dann grinsend zu mir. "Du, Ralf kann das viel besser", antworte ich, "einfach führen lassen, er ist so gut, da brauchst Du keine Vorkenntnisse." Ralf lacht. "Danke Stefanie", sagt er dann. Dann werden die Majestäten zusammen gerufen. Jetzt müssen sie noch mal an den aufgestellten Schützen vorbei gehen. Der Musikzug spielt dazu den "preußischen Präsentiermarsch". "Sag"˜ mal was geht denn hier ab?" frage ich grinsend. "Warst wohl lange nicht mehr hier, was Steffi?" flaxt Tom, "seit einigen Jahren ist das schon so." "Wie lange spielt ihr jetzt hier?" frage ich weiter. "Mit Unterbrechung 12 Jahre ", sagt Alex. "Ups", bemerke ich grinsend. Die Schützen machen ihre Runde. Auf der gegenüberliegenden Seite schreiten sie die Schützen ab. Dann kommen sie in unseren Gang. "Mit Hand zum Gruß, ich werde weich", sage ich grinsend, "falls die hier langkommen, mache ich das aber auch." "Wie geht denn das?" fragt Sandra. Ich stelle mich vor ihr hin und biege ihren Arm richtig hin. "So", sage ich grinsend. Antje, Cordula und Samantha schauen sich das gleich ab. "Und schön mit dem Kopf hinterher gehen", sage ich dann noch. Tatsächlich kommen sie in unsere Richtung. Ich stehe als erste in unserer Gruppe und nehme die Hand hoch. Nach einander tuen das auch die anderen. Ralf lächelt uns an. Auch die Jungs grüßen so. Die Majestäten haben ihre Runde erledigt und stellen sich vor dem Musikzug auf. Der Vorsitzende bedankt sich recht herzlich. Dann schaut er zu uns. "Das war sehr zackig von euch, auch danke dafür", sagt er lächelnd. Wir nicken lächelnd zurück. "Oh Mann, mit unserer Steffi erlebst Du schon was", sagt Alex grinsend. "Wie jetzt? Ich habe doch noch gar nicht angefangen", sage ich mit übertriebenem Schmollmund. "Bevor wir mit dem Ball anfangen", sagt der Vorsitzende zu den Majestäten, möchte einer noch etwas sagen?" Ralf meldet sich. "Ich mache es kurz. Vielen Dank an alle. Ich stifte 50Liter Bier", sagt er. Natürlich bricht ein großer Applaus aus. Auch die anderen beteiligen sich. "Na dann können wir ja in aller Ruhe auf die Bühne gehen", sagt Micha grinsend. Der Vorsitzende geht von der Bühne und wechselt mit Frank und Micha noch ein paar Worte. "Und Du sei schön artig", sage ich zu Sandra, "wenn Deine Steffi den Leuten einheizt." "Hey Du", sagt Sandra lächelnd und gibt mir einen dicken Kuss, "das wird aber nicht einfach, ein paar Leuten haben wir schon den Kopf verdreht." "Alle gleich an mich weiterleiten", sagt Susanne neben uns. "I-hi, machen wir", sage ich. Sandra lacht. "Viel Spaß euch", sage ich. "Dir auch", sagt Sandra. "Zum ersten Lied kann man übrigens gut Cha-Cha-Cha tanzen", sage ich noch und gehe dann mit den Jungs zur Bühne.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
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Engelchen
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Re: Blutengel
Liebe Steffi, hab ganz lieben Dank für die neuen Teil - wie immer - so klasse
Bitte ganz schnell weiter..., bin doch Neugiernase
Liebe Grüße
Lisa
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Stephanie
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Re: Blutengel
Auftritt
In aller Ruhe gehen wir zu den Instrumenten. Unten sind sie alle mit den Freigetränken beschäftigt. Ich wechsele noch mal die Schuhe. Die Pumps ziehe ich aus und ziehe stattdessen silberne Sandaletten mit nicht ganz so hohem Absatz an. "Hm, auch niedlich", sagt Carlos. Ich schnappe mir meine akustische Gitarre und stimme sie noch mal nach. Dann sind wir alle soweit. Micha steht am Mikro. "Schönen guten Abend, wenn ihr soweit seid, würden wir gerne anfangen", sagt er und erntet gleich Beifall, "wir sind seit neustem zu sechst unterwegs, wir werden im Laufe des Abends unsere "Neue" dann mal vorstellen." Ich zwinkere ihm zu. Wieder gibt es Beifall. Ich stehe am Mikro. "Wer noch nicht auf der Tanzfläche ist, sollte das jetzt tun", sage ich, "alles was wir heute tun, ist Spaß haben. So heißt auch das erste Lied. Wer von euch Tanzschule hatte, kann gerne Cha-Cha-Cha tanzen." Und schon fangen wir mit Sheryl Crow, all I wanna do an. Als ich anfange zu singen, klatschen ein paar begeistert. Aber einige glauben erstmal gar nicht was sie da sehen und hören. Und ja, ich habe etwas Lampenfieber, aber das geht grade recht schnell weg. Und stillstehen kann ich bei dem Lied auch nicht. Auch die Jungs sind am mitwippen. Meine Gattin ist mit ihrem Typen auch auf der Fläche und es sieht bei den Beiden auch ein bisschen nach Cha-Cha-Cha aus. Ich muss dann doch etwas lächeln. Verstohlen versucht sie zu mir zu schauen. Ich schaue aber auch durch die Leute, während ich singe. Die Fläche ist brechend voll, dass man da noch Tanzen kann. Auch bei den folgenden Stücken ist die Fläche voll. Nach fünf Stücken machen wir eine kleine Pause. Ralf reicht Frank einen kleinen Zettel hoch. "Magst Du vorlesen, Steffi?" fragt er, "ich weiß nicht so recht, was das bedeuten soll." Ich schaue drauf und muss grinsen. "Es ist noch genug Suppe da", steht da drauf. "Bier wird hier gerne als Suppe bezeichnet", sage ich und gehe ans Mikro. "Bevor wir in eine kleine Pause gehen", sage ich, "aus zuverlässiger Quelle weiß ich, das noch genug Hopfenkaltschale für den freien Verzehr da ist." Und schwupp tobt ein großer Haufen Menschen an die Zapfstellen. Die Jungs schütteln lachend den Kopf. "Ich glaube, Du bist so eine kleine heimliche Rampensau", sagt Tom grinsend. "Und ein bisschen Comedian ist auch an ihr verloren gegangen", sagt Carlos, "ich glaube das wird noch lustig." "Ach ihr, ich bin doch so wie immer", sage ich. "Hihi", sagen die Jungs. Wir stellen uns neben die Bühne. Samantha und Cordula haben uns was zu trinken organisiert. Als Band haben wir ein gewisses Kontingent umsonst. "Das war schon gut", sagt Cordula, "ich glaube Live legst du grade noch "˜ne Schippe drauf, Steffi." "Sage ich doch", grinst Tom. Antja, Sandra und Susanne kommen von draußen rein und haben jeder eine Kunststoffrose dabei. "Wart ihr an der Schießbude?" fragt Alex. Die drei nicken. "Und schon ein paar Kavaliere gefunden, die euch die Rosen schießen", fragt Alex weiter. "Ach was", sagt Sandra mit Kulleraugen. "Das moderne Mädel schießt selber", sagt Antje selbstbewusst. "I-hi", sage ich nur. Meine Töchter kommen rein, auch jede so eine Rose in der Hand. "Na, wer hat die den für euch geschossen?" fragt Alex. "Keiner", antwortet die Große. "Haben wir selber gemacht", ergänzt die Kleine. "Moderne Mädels, wie Antje schon sagte", sage ich und ziehe lächelnd die Schultern hoch. "Neben uns waren zwei Jungs aus meiner Klasse, die haben gar nichts getroffen", sagt meine Große noch lachend. Unsere Runde lacht erheitert.
Nach der Pause gehen wir wieder auf die Bühne. Als erstes Lied steht ein instrumentales auf unserem Programm. "Wonderful Land" von Mike Oldfield. Micha startet mit seiner E-Gitarre. Alex und ich sitzen auf dem Bühnenrand, warten auf unseren Einsatz und lassen die Beine baumeln. Alex hat eine Mandoline, ich habe meine akustische mit den Nylonsaiten. Ein paar Leutchen kommen schon auf die Tanzfläche und schwofen. Alex und ich steigen im Laufe des Stückes mit ein. Micha kommt zu uns und setzt sich gekonnt neben uns, während er weiterspielt. Bei unseren Begleiter*innen kommt das gut an. Carlos hat sich hinter uns dreien gestellt und zupft seinen Bass. Sandra kommt mit ihrer Spiegelreflexkamera und fotografiert uns von der Tanzfläche aus. "Sieht das gut aus", sagt sie begeistert. Auch Achim macht einige Fotos. Es gibt einen begeisterten Applaus, nachdem wir fertig sind. Micha und Alex wechseln sich im Gesang mit gängigen 90er Jahre Hits ab. Am Rande der Tanzfläche beobachte ich nebenbei drei Typen, einer davon in Schützenuniform. Der in der Uniform ist stark angetrunken und der Sitz der Uniform hat stark nachgelassen. Ich erkenne den Typen. Er hatte früher den Spitznamen "Fackel" weil er gerne kompromisslos gesoffen hat. Fackel deswegen, weil man in unserer Gegend zum Saufen auch Brennen sagt. Er steht etwas zu weit auf der Tanzfläche und behindert dort die Tanzenden, was bei denen zu einigen Unmut führt. Obendrein kann er auch nicht mehr so ganz grade stehen und torkelt dann in die Tanzenden rein. Artur beobachtet ihn auch schon eine Weile.
Als wir mit unserer Runde fertig sind und in eine kurze Pause gehen, schaut Fackel mich an und ruft von weitem: "Da ist ja die Transe, hahaha!" Dieses "hahaha" ist so ein gekünsteltes, trockenes Gelächter, ist typisch für ihn. Die Jungs schauen mich etwas angespannt an. "Bleibt ruhig, ich regle das", sage ich lächelnd und gehe zu Fackel. Der schaut irritiert, als ich ihn direkt ansteuere. Mit übertrieben lauter Stimme frage ich ihn: "Wo ist denn diese "Transe"? Kannst Du die mir mal zeigen? Ich habe noch nie eine richtige Transe gesehen!" Fackel schaut mich weiter irritiert an, während alle umstehenden, die meine Ansprache gehört haben, laut loslachen. "Äh, äh", stottert Fackel. Weiter kommt er nicht, weil von hinten seine Ehefrau wutentbrannt erscheint. "Machst Du Dich wieder zum Idioten?" schreit sie ihn an und knallt ihm erstmal eine auf die Wange. "Los ab nach Hause, die Party ist für Dich vorbei", sagt sie noch und "Peng", hat er noch eine geklatscht bekommen. Sie treibt ihn vor sich her und schickt mir noch ein kurzes: "Entschuldigung." "Alles gut", sage ich und gehe wieder zu meinen Leuten. Sandra und die anderen Mädels haben noch Tränen vom Lachen in den Augen. Auch die Jungs sind schwer erheitert. Ebi kommt zu mir. "Hey, schöne Nachbarin, Du bist ja schräg drauf", sagt er lachend. "Ja nun", sage ich, "ich erkenne doch meine Schweine am Gang." "Hör auf jetzt", sagt Carlos gackernd. "Aber der Auftritt der Ehefrau war doch klasse, oder?" frage ich in die Runde. Wieder gackern alle los. "Steffi, Steffi, Steffi", sagt Frank lachend mit leicht schüttelndem Kopf. "Bis jetzt macht mir das Spaß hier", sage ich dann noch. "Hallo große Schwester!" höre ich neben mir. Meine beiden Schwestern stehen da. "Lass Dich mal anschauen", sagt die mittlere von uns dreien. "Total schön, das Kleid", sagt meine andere Schwester. Da sie Sandra noch nicht kennengelernt hat, stelle ich sie bei der Gelegenheit gleich vor. Sie kommt auch auf Anhieb mit Sandra klar. "Ist schon cool", sagt sie, "plötzlich ist dein großer Bruder eine große Schwester und mag dann auch noch Mädels." "Mochte ich schon immer", sage ich grinsend. Da wir drei grade fotogen nebeneinander stehen, macht Sandra ein Foto von uns dreien. "Das Bild möchte ich aber auch haben", sagt mein Vater, der plötzlich neben uns steht.
Nachdem wir unsere Getränke ausgetrunken haben, machen wir uns auf den Weg zur Bühne. Als nächstes ist als Instrumentalstück "Jessica" von den Allman Brothers dran. Ich hänge mir meine neue akustische Gitarre um. Die ersten Tanzwütigen stürmen schon die die Tanzfläche, als ich das Intro spiele. Die Jungs steigen mit ein. Im Nu ist die Tanzfläche voll. Erstaunt spreche ich Carlos an: "Ist das immer so?" "Nee Du, das erlebe ich eben auch zum ersten Mal", antwortet er. Micha spielt wie üblich Gitarre, Alex hat den Pianopart übernommen und Frank ist natürlich an den Keyboards. Die drei spielen den melodischen Teil des Stückes. Obwohl das schon recht anspruchsvoll ist, sind sie dabei recht locker. Carlos und ich stehen dicht neben einander und spielen unseren Part recht locker. Carlos ist eigentlich der ruhigste aus der Truppe, wenn er mal mitwippt, ist das schon viel. Jetzt fängt er an, auf der Stelle ein paar Schritte zu tanzen. Ich schaue mir das kurz ab und mache mit. Samantha sieht das und kann es gar nicht glauben. "So kenne ich ihn gar nicht", sagt sie erstaunt zu Cordula und Sandra. Carlos und ich legen noch eine Schippe drauf. Mal tanzen wir Rücken an Rücken, mal Schulter an Schulter, dann flirten wir uns mit den Augen an. Samantha staunt immer noch, während Sandra das richtig gut findet. Das nächste Stück ist "This is Life" von Amy McDonald, welches ich singe. Nebenbei spiel ich meine Akustische. Die Tanzfläche ist immer noch brechend voll. Meine Gattin schaut mich von ihrem Platz erstaunt an. "Was die dann wohl macht, wenn ich nachher noch voll aufdrehe", denke ich mir nach dem Stück. Ich muss innerlich grinsen. Während wir das nächste Stück spielen, kommt der örtliche Fleischermeister mit einigen Angestellten ins Zelt. Sie schieben Wagen mit belegten Brötchen und Broten herein. Jetzt bin ich mal wieder am Staunen, weil ich das von früher nicht kenne. Als letztes Stück der Runde spielen wir "Sussudio", von Phil Collins. Ich spiele für Carlos den Bass, weil er Saxophon spielt. Alex hat seine Trompete am Start und "Professor" Frank mischt die beiden Instrumente ordentlich auf, so dass es sich wie ein richtige Bläsereinheit anhört. Bei dem Stück kann ich absolut nicht stillstehen. Auch der Rest der Truppe ist in Bewegung. Dementsprechend gibt es einen heftigen Applaus, als ich uns in die Pause verabschiede. Bevor wir die Bühne verlassen, reicht mir der Lover meiner Gattin einen Zettel hoch. "Wartet mal Jungs, das ist eine Steilvorlage", sage ich und zeige grinsend den Zettel. "Freirunde Bommerlunder zu den Brötchen" steht da drauf. Ich frage in die Runde: "Ihr kennt doch bestimmt von den Toten Hosen "Eisgekühlter"¦ ." "Na klar!" unterbricht mich Alex grinsend. Ich schnappe mir meine Akustische wieder. "Eine kurze Anleitung, bevor es an den Verzehr der Brote und Brötchen geht", sage ich ins Mikro und fange ganz leise auf der Gitarre an zu spielen. Alex setzt leise mit dem Gesang an: "Eisgekühlter Bommerlunder"¦ ." Schon fängt das halbe Zelt mit an zu singen. Wie im Original steigern wir die Geschwindigkeit des Liedes, bis wir mit dem Gesang nicht mehr hinterher kommen. Lachend und gackernd beenden wir das Stück. "Sau Geil", sagt Tom mit Tränen in den Augen. Unten haben sich viele mit Broten und Bommi bewaffnet. Wir gehen zu unseren Leutchen. Sandra hat auch schon ein Brot und ein Bommerlunder in den Händen. "Stefanie, super geil", sagt sie, "war das spontan?" "Naja, bei so einer Steilvorlage", sage ich grinsend und nehme mir ein Schinkenbrot. "Herrlich", sagt Sandra, "magst Du auch einen Schnaps?" "Nee, solange ich auf der Bühne bin nicht", antworte ich lächelnd, "aber Du lass Dich nicht aufhalten, betrunkene Frauen sind Engel im Bett." Jetzt ist Sandra sprachlos, während sich Susanne neben ihr köstlich amüsiert. "Stark Steffi", lacht Susanne. "Also, Stefanie, nee, Du", sagt Sandra erstaunt, aber lächelnd. "Die ist auch nicht ohne, deine Stefanie", sagt Susanne lachend zu Sandra. Sandra schüttelt lachend den Kopf. Dann gibt sie mir einen dicken Kuss.
"In der nächsten Runde machen wir dann die Vorstellungsrunde", sagt Micha, "nachdem der jeweilige vorgestellt wurde, spielt der dann ein kleines Solo." "Ups, ich habe mir noch gar keinen Kopf gemacht, was ich spiele", sage ich. "Wenn Du nichts dagegen hast, würde ich Dich am Ende vorstellen", sagt Micha. "Ist OK", sage ich lächelnd. "Dann hast Du auch mehr Zeit, Dir etwas auszudenken", flaxt Tom. "I-hi!" sage ich grinsend. "Oha, sie hat bestimmt wieder eine Überraschung", sagt Alex lächelnd. Die Jungs gehen ohne mich auf die Bühne und spielen wieder zuerst ein Instrumentalstück. Dieses Mal ist ein älteres Stück aus den 60ern, "Telstar" von den Tornados. Ich schaue von unten zu. "Schon gut", sage ich zu Cordula. "Ihr seid richtig klasse heute, Steffi", lobt Cordula, "das habe ich so noch nicht erlebt. Du bist echt eine Bereicherung." "Ich bin lange nicht mehr rot geworden", sage ich, weil mir grade die Röte ins Gesicht steigt. Cordula bufft mich an. "Ist doch niedlich", sagt sie noch. Ich gehe dann langsam zur Bühne. Die Jungs sind fertig mit dem Stück und kriegen auch einen ordentlichen Applaus. Als der abebbt, hört man jemand rufen: "He, wo ist denn Stefanie?" "Kommt grade die Treppe hoch", antwortet Micha lächelnd. Ich gehe zu meinem Mikro und bedanke mich freundlich: "Danke schön." Dann stimmen die Jungs "Rolling in the deep" von Adele an. Als ich mit dem Gesang einsetze, schaue ich zum Tisch, wo meine Familie sitzt. Begeistert klatschen sie mit. Meine Schwestern sind auf der Tanzfläche und tanzen ordentlich ab. Am Nebentisch sitzt meine Gattin und ist jetzt völlig am Staunen. Auch ihre Freundinnen kommen damit wohl gar nicht klar, was sie grade hören und sehen. Was mich natürlich anspornt, das Lied noch besser rüberzubringen. Zumal wir es ohne Background Gesang spielen. Irgendwann nehme ich das Mikro aus dem Ständer und gehe auf der Bühne herum. Dabei streiche ich um die Jungs herum. Hinterher gibt es dann auch einen fetten Applaus dafür. Als letztes Stück in der Runde spielen wir "Shiny happy People" von R.E.M.. Alex singt den Hauptpart. Ich singe natürlich die weibliche Stimme. Das ist genau mein Lied, weil ich schön aus der Kelle schmettern kann, grade am Ende des Liedes.
Wie vorher stehen wir in der Pause alle zusammen, in der Nähe der Theke der Festleitung. Meine beiden Töchter kommen, grade mal wieder angetobt und haben jeweils eine Freundin dabei. "Na ihr?" frage ich, "alles in Ordnung?" "Na klar, Frau Papi", sagt meine Große. "Du drehst ja ganz schön auf", sagt die Kleine dann noch. "Mami ist ganz schön bedient", sagt die Große grinsend, "die kommt wohl grade gar nicht klar damit, was Du hier machst." "I-hi!", sage ich. "I-hi", macht meine Kleine nach. Dann ordere ich den beiden und ihren Freundinnen noch was zu trinken. "Müsst ihr nicht langsam in die Heia?" frage ich die Mädels. "Nöö, wir dürfen bis Mitternacht", antwortet meine Kleine. "Wer hat denn das erlaubt?" frage ich wieder. "Mami!" antwortet die Kleine schnippisch. "Alter Schwede", sage ich erstaunt, "hätte ich jetzt so nicht erwartet." Dass sie sich jetzt noch eine Cola bestellen verwundert mich noch mehr. Sandra hat das beobachtet und lächelt mich an. "Scheint so, als ob deine Gattin grade gute Vorsätze über Bord wirft", sagt sie. "Das muss echt hart sein, für so eine erzkonservative Frau", sage ich, nachdem ich mich etwas gerappelt habe. Von den Broten und Brötchen ist noch einiges über. Ich nehme mir auch noch mal eins. "Ein belegtes Brot mit Schinken, Schinken", singe ich leise grinsend. "Das ist hier die ganze Zeit DER Running-Gag", sagt Sandra grinsend. Neben mir taucht ein Typ auf, ziemlich besoffen. Irgendwie schaut er an mir vorbei, spricht mich aber direkt an. "Kannst Du Helene Fischer? Ich will Helene Fischer hören", sagt er. "Tut mir Leid", sage ich, "Helene kann ich nicht, die ist zu gut." Sandra hat schon gemerkt, dass ich den Typen hochnehme. Der haut auch gleich wieder ab und geht zu zwei Kumpel, die genauso besoffen sind wie er. Da regt er sich lautstark über mich auf. "Helene kann ich wirklich nicht", sage ich trotzig zu meinen Leuten. "Nee, das ist anders", sagt meine Kleine, "Helene mag Frau Papi gar nicht." "He, verrat doch nicht alles", sage ich gespielt entrüstet. "Ha!" lacht Sandra. "Hallo Steffi, jetzt möchte ich auch mal Hallo sagen", höre ich neben mir. Martin steht nebst Gattin da. "Hey grüßt euch", sage ich und umarme beide herzlich. "Gefällt"™s euch?" frage ich weiter. Total gut", sagt Martins Frau, "was ihr da auf der Bühne macht, habe ich hier noch gar nicht erlebt." "Danke", sage ich lieb. Den Jungs stelle ich die Beiden auch erstmal vor. Nach einiger Zeit fragt mich Martin: "Was wollte denn "Piesepampel" von eben Dir?" (Piesepampel ist in unserer Gegend die Bezeichnung für einen unangenehmen Menschen). Ich kläre Martin kurz auf. "Aha, aber der wird bestimmt noch weiter nerven", sagt Martin, "kennen wir ja noch von früher." Artur steht in unserer Nähe. "Ich habe den schon seit geraumer Zeit im Auge", sagt er, "dauert nicht mehr lange, dann fliegt er raus." Artur ist mit seinen Festzelten schon seit Ewigkeiten hier auf dem Fest. Ich habe schon einige Male erlebt, wie er auffällige Gäste rauswirft. Artur ist locker einen Kopf kleiner als ich, etwas untersetzt, aber Kraft ohne Ende. Dazu kommt, dass er recht große Hände hat, die ihm den Spitznamen "Bratpfanne" eingehandelt haben. Wenn er mit den Händen zupackt, gibt es kein Entkommen mehr. Ansonsten ist Artur aber ein lieber, netter Kerl. Piesepampel kommt wieder in unsere Richtung. "Kennst Du Conny Kramer?" fragt er mich in seinem besoffenen Kopf. "Nöö, bin ich nie begegnet", sage ich, "ich kenne Conny Mesola, das war aber eine Nutte." (Achtung, abgewandeltes Zitat aus den Blues Brothers Film). Piesepampel ist etwas irritiert, während unsere Gruppe schon wieder mit einem Lachanfall kämpft. "Nää, das Lied", sagt Piesepampel forsch. "Ach so", sage ich, "habe ich mal irgendwo von gelesen." Artur steht hinter ihm. Ich zwinkere Artur zu. "Das Lied spielt ihr jetzt", sagt Piesepampel, dreht sich um und geht weg. Ich drehe mich zu den Jungs. "Aber nicht in der Originalversion", sage ich beiläufig.
Wir gehen für die nächste Runde auf die Bühne. Als Instrumentalstück spielen wir wieder was von Mike Oldfield. Diese Mal ist es "Arrival". Piesepampel ist die ganze Zeit am rummeckern. Artur geht schon mit zwei seiner Leute in die Richtung. Ich gebe ihm ein Zeichen, dass er noch kurz warten soll. Als wir mit dem Mike Oldfield Song fertig sind, frage ich die Jungs: "Könnt ihr mal einen ruhigen, groovigen Reggae spielen?" "Äh?! Ja", sagt Micha. Carlos grinst. "Fragt nicht warum, macht einfach", sagt er zu den Jungs. "Ich weiß von früher, dass Piesepampel kein Reggae mag", sage ich, "aber er soll seine "Conny" kriegen." "Oh, oh", sagt Frank grinsend. Tom sitzt die ganze Zeit grinsend am Schlagzeug. "Los jetzt", sagt er, "lass Steffi machen." Die Jungs fangen an, einen wirklich groovigen Reggae zu spielen. Sofort sind auch ein paar Leute auf der Tanzfläche. Da habe ich auch mitgerechnet, weil ich das von ihnen von früher kannte. Frank lässt sogar den Text über den Prompter laufen. Ich swinge noch kurz mit, um den Takt zu verinnerlichen. Dann fange ich an zu singen. Eine Heiterkeit macht sich im Zelt breit. Ein paar mehr Leute kommen auf die Tanzfläche. Die Jungs sind auch am Grinsen. Am meisten Carlos. Piesepampel hingegen ist völlig außer sich. Artur steht schon etwas hinter ihm. Nach dem ersten Refrain mache ich eine Pause, mit dem Gesang und groove am Mikro. Frank sieht das und singt locker ein "Jo, jo" ins Mikro, was Carlos mit einem "Reggae, Reggae" vervollständigt. Jetzt muss ich mich arg zurückhalten, dass ich nicht laut loslache. Auch unsere Partner unten sind schon völlig fertig vor Lachen. Nach dem zweiten Refrain fängt Frank mit einem Sprechgesang an. Inhaltlich ist es der gleiche Text in Englisch, den er mit einigen Schimpfwörtern, wie "Motherfucker" erweitert. Ich muss mich mal kurz umdrehen und Lachen, so geil ist das. Als ich wieder nach vorne schaue, steht Piesepampel an seinem Platz und ist laut am Meckern. Im selben Moment schnappen Arturs Bratpfannenhände zu und er befördert Piesepampel Richtung Ausgang. Arturs Helfer schnappen sich die Begleiter. Ich kann jetzt beim besten Willen nicht mehr verhindern, dass mir vor Lachen die Tränen laufen. Irgendwie kriege ich dann aber die Kurve zum letzten Vers. Carlos lacht mittlerweile auch lauter. Das Publikum ist ebenfalls maximal erheitert. Nach dem Lied gibt es einen tosenden Applaus. Die Leute sind immer noch am Lachen. Als sie sich beruhigen, sagt Alex: "Den gleichen Applaus bitte auch noch mal für Artur." Natürlich tun sie das und Artur genießt es förmlich. Dann zeigt er uns den Daumen hoch. Während die Leute noch klatschen, fragt Micha: "Wie kriegen wir jetzt den Übergang zu "Back on the Chain Gang" von den Pretenders?" ""I got you Babe" in der Version von UB 40 mit Chrissie Hynde?" frage ich. "Haben wir zwar nicht geübt, aber Reggae können wir ja jetzt", flaxt Carlos. "Los, machen", sagt Micha grinsend. Und schon setzen sie ein. Alex und ich singen im Duett. Das Stück kommt gut an bei den Leuten im Zelt, auch die Tanzfläche ist gut gefüllt. Mit der Nummer haben wir auch Cordula und Samantha zum Staunen gebracht. Nach dem Stück lege ich mir die hellgraue Telecaster von Micha um. "Wir bleiben gleich bei Chrissie Hynde", sage ich, "ein schönes Stück von den Pretenders, Back on the Chain Gang." Ich spiele das Intro an, kurz danach setzen auch die Jungs ein. Während ich singe, schaue ich zu meiner Gattin. Die Pretenders gehören zu ihren Lieblingsbands. Dementsprechend erstaunt schaut sie zu mir. Dann schnappt sie sich ihren Kerl und schleift ihn auf die Tanzfläche. Ein wenig unbeholfen wirkt er ja. Sie scheint ja so langsam aufzutauen. Nach dem Stück ruft einer "Middle of the Road" aus den Zuschauern. Wir schauen uns an. "Wir weichen ja grade etwas vom Programm ab", sage ich grinsend. "Na und?" sagt Tom. "Dann los", kommt von Carlos. Und schon trommelt Tom das Intro. Das Ding rockt richtig los. Was der Begeisterung im Zelt keinen Abbruch tut. Den Mundharmonikapart am Ende übernehme ich dann. Als das Lied ausklingt, bricht wieder ein tosender Applaus los. Beiläufig schaue ich mir die Mundharmonika an. "Ich glaube mein Lippenstift ist verschmiert", sage ich, dass man es auch leise über das Mikro hört. "Wuhu Steffi", rufen einige Leute und fangen an rhythmisch zu klatschen. Die Jungs kommen zu mir, knien sich im Halbkreis um mich herum und präsentieren mich mit ihren Händen. Natürlich knallt mir eine Röte ins Gesicht. Mit den Händen wedele ich mir Luft zu. Dem Applaus der Leute wird etwas lauter. Die Jungs stehen auf. "Steffi, Du hast sie", sagt Micha lächelnd. So langsam normalisiert sich auch meine Gesichtsfarbe. Meine Große steht unten vor der Bühne und reicht mir einen kleinen Spiegel und meinen Lippenstift hoch. "Danke Dir", sage ich. Sie zeigt mir den Daumen hoch.
Als es sich im Zelt beruhigt hat, ergreift Micha das Wort. "Ich würde ganz gerne die Band mal vorstellen, vielleicht ist ja jemand dabei, der uns noch nicht kennt", sagt er. Wieder ertönt ein ordentlicher Beifall. "Und vor allem, wegen der netten Lady da", ruft einer aus den Zuschauern. Ich lächele in seine Richtung. "Fangen wir doch mit dem Schlagzeug an, denn ohne Tom läuft gar nichts", sagt Micha und erzählt noch kurz was zu Tom seiner Person. Dann legt Tom eins seiner genialen Solos hin. Da die Aufmerksamkeit der Leute eben bei Tom liegt, wage ich es, mir meine Lippen anzuschauen. So schlimm wie ich dachte, ist es nicht, das meiste ist wohl an der Harp hängengeblieben. Ich brauche nur die Kontur nachzuziehen. Es gibt dann einen super Beifall für Tom. Antje scheint Megastolz auf ihn zu sein. Dann stellt Micha Alex vor. "Alex ist einer der jetzt drei Gitarristen in der Gruppe", sagt Micha, "aber eine feste Zuordnung, wer Rhythmus- oder Sologitarre spielt gibt es bei uns nicht. Aber wenn es um Melodien geht dann ist er ganz vorne." Auch hier gibt es noch ein paar Detail zu Alex"˜ Person und den Instrumenten, die er außerdem spielt, dann legt er sein Solo hin. Er spielt eine unheimlich melodische Tonfolge, die mir nicht bekannt vorkommt. Er schaut kurz zu mir und zwinkert mir zu. "Eigene Kreation", sagt Frank leise zu mir. Alex bekommt auch einen riesen Beifall. "Kommen wir zu Micha", sagt Alex, "es gibt, so glaube ich, keine Griff oder Riff der ihm zu schwierig ist. Präzision ist sein zweiter Vorname." Auch Alex gibt ein paar Details zu Micha preis. Micha zeigt dann auch gleich, was Alex sagte. Natürlich bekommt er auch sein Beifall. Dann ergreift Micha wieder das Wort. "Professor Frank wird er von uns genannt", sagt Micha, "und nebenbei ist er das Gehirn der Gruppe. Ohne Frank kommt kein Ton aus den Lautsprechern. Und seine Tasten beherrscht er im Schlaf." Ich habe mir von den anderen sagen lassen, dass man Frank im Tiefschlaf aus dem Bett holen kann, ihm ein Stück nennt und bevor er richtig wach ist, ist das Stück perfekt gespielt. Frank legt dann eine Klangkollage aus Stücken hin, die man kennt, aber gar nicht so schnell zuordnen kann. Das ist schon großes Kino, was er da macht. Ein entsprechender Beifall lässt nicht auf sich warten. Micha schaut zu Carlos. "Unser Bassist war bisher der Ruhepol in der Gruppe", sagt Micha, "aber irgendein Einfluss lässt ihn auf einmal agil werden." Carlos und ich schauen uns grinsend an und zucken mit den Schultern. "Carlos ist das perfekte Bindeglied zwischen Schlagzeug und den anderen Instrumenten", sagt Micha, "wenn Tom das Uhrwerk ist, dann ist Carlos der Sekundenzeiger." Ich nicke anerkennend mit dem Kopf in Carlos Richtung. Dann legt Carlos ein Solo hin, was zum Dauerstaunen anregt. Das was er im Soundcheck gemacht hat war schon super, aber das hier toppt das noch. Während Carlos noch spielt, lege ich meine neue akustische Gitarre um. "Es ist übrigens keine Unhöflichkeit, das wir die Lady zum Schluss vorstellen", sagt Micha, "das war so abgesprochen." "Wuhu", hört man vereinzelt aus den Zuschauern. Meine Familie schaut gespannt zu. Auch Sandra ist aufmerksam. Micha erzählt kurz, wie wir uns getroffen haben und wie spontan wir im JB gerockt haben. "Eine Bereicherung ist sie allemal", sagt Micha, "nicht nur optisch. Steffi ist die dritte Gitarristin im Bunde, aber ihr eigentliches Instrument ist ihre Wahnsinnsstimme." Weiter kommt er nicht, weil es jetzt schon eine ordentliche Zustimmung gibt. Micha nimmt den Faden wieder auf. "Steffi spielt gerne eine Gitarre, die wir anderen irgendwie vernachlässigt haben", sagt er, "ihr habt es schon ein paarmal gesehen, sie spielt unter anderem sehr gerne die akustische Gitarre." Das war mein Stichwort. Statt gleich loszulegen, gehe ich ans Mikro, nehme meine Hände auf Kopfhöhe und klatsche einen schnellen Takt. Ich schaue die Bandkollegen an und animiere sie zum Mitmachen. Dann schaue ich ins Publikum und animiere die auch zum Mitmachen. Tom kommt hinter dem Schlagzeug vor und gesellt sich zu den anderen. Jetzt stehen die Fünf zusammen. "Okay?" frage ich. Die Jungs können nur erahnen, was ich vorhabe. "Okay", sagen sie lächelnd. Ich fange an einen recht schnellen Flamenco zu spielen. Ein anerkennendes Raunen geht durch das Publikum. Zwei Frauen gehen auf die Tanzfläche und tanzen dazu. Sandra geht ebenfalls auf die Fläche, was mich etwas erstaunt. Samantha folgt ihr. Die Jungs klatschen begeistert und animieren alle anderen. Als erster ruft Tom "Olé". Ein paar mehr Leute gehen auch auf die Fläche. Ich spiel ein kurzen ruhigeren Part und will dann eigentlich aufhören. Ich schaue die Jungs an. "Mach weiter, Steffi", sagt Alex, "das geht grade richtig ab." Nach ein paar Minuten gehe ich dann aber in den Endspurt. Ich hebe mein rechtes Bein leicht an und schaue zu den Jungs. Die machen das ebenfalls. Ich spiele dann einen Schlussakkord. Mit dem letzten Ton stampfen wir unsere Füße auf und rufen "Olé". "Ole" tönt es aus den Zuschauern zurück. Im nächsten Moment brandet ein dicker Applaus auf. Boah!" höre ich Sandra von der Tanzfläche sagen. Ich zwinkere ihr zu. "Wahnsinn!", sagt Frank und drückt mich spontan. Danach drücken mich die anderen auf ordentlich. Tom gibt mir sogar ein leichtes Küsschen hinters Ohr. "Super, Steffi", sagt er leise. ""Jetzt noch "Nah Neh Nah" und dann in die Pause oder?" frage ich. "Genauso", sagt Carlos. Die Jungs schnappen sich ihre Instrumente und dann legen wir los. Ich singe und spiel den akustischen Gitarrenpart. Durch den Flamenco vorher geht mir das auch recht leicht von der Hand. Die Tanzfläche ist wieder rappeldicke voll. Einige Paare tanzen, aber auch viele sind einzeln am Tanzen. Wieder gibt es einen heftigen Beifall, nachdem wir das Stück beendet haben. Einige Zugaben Rufe kommen, als wir zur Pause runtergehen. "Wir machen ja gleich weiter", sagt Tom noch lächelnd zur Beruhigung. "Puh, die Runde hat mich aber ganz schön geschafft", sage ich leise, als ich die Treppe runtergehe.
In aller Ruhe gehen wir zu den Instrumenten. Unten sind sie alle mit den Freigetränken beschäftigt. Ich wechsele noch mal die Schuhe. Die Pumps ziehe ich aus und ziehe stattdessen silberne Sandaletten mit nicht ganz so hohem Absatz an. "Hm, auch niedlich", sagt Carlos. Ich schnappe mir meine akustische Gitarre und stimme sie noch mal nach. Dann sind wir alle soweit. Micha steht am Mikro. "Schönen guten Abend, wenn ihr soweit seid, würden wir gerne anfangen", sagt er und erntet gleich Beifall, "wir sind seit neustem zu sechst unterwegs, wir werden im Laufe des Abends unsere "Neue" dann mal vorstellen." Ich zwinkere ihm zu. Wieder gibt es Beifall. Ich stehe am Mikro. "Wer noch nicht auf der Tanzfläche ist, sollte das jetzt tun", sage ich, "alles was wir heute tun, ist Spaß haben. So heißt auch das erste Lied. Wer von euch Tanzschule hatte, kann gerne Cha-Cha-Cha tanzen." Und schon fangen wir mit Sheryl Crow, all I wanna do an. Als ich anfange zu singen, klatschen ein paar begeistert. Aber einige glauben erstmal gar nicht was sie da sehen und hören. Und ja, ich habe etwas Lampenfieber, aber das geht grade recht schnell weg. Und stillstehen kann ich bei dem Lied auch nicht. Auch die Jungs sind am mitwippen. Meine Gattin ist mit ihrem Typen auch auf der Fläche und es sieht bei den Beiden auch ein bisschen nach Cha-Cha-Cha aus. Ich muss dann doch etwas lächeln. Verstohlen versucht sie zu mir zu schauen. Ich schaue aber auch durch die Leute, während ich singe. Die Fläche ist brechend voll, dass man da noch Tanzen kann. Auch bei den folgenden Stücken ist die Fläche voll. Nach fünf Stücken machen wir eine kleine Pause. Ralf reicht Frank einen kleinen Zettel hoch. "Magst Du vorlesen, Steffi?" fragt er, "ich weiß nicht so recht, was das bedeuten soll." Ich schaue drauf und muss grinsen. "Es ist noch genug Suppe da", steht da drauf. "Bier wird hier gerne als Suppe bezeichnet", sage ich und gehe ans Mikro. "Bevor wir in eine kleine Pause gehen", sage ich, "aus zuverlässiger Quelle weiß ich, das noch genug Hopfenkaltschale für den freien Verzehr da ist." Und schwupp tobt ein großer Haufen Menschen an die Zapfstellen. Die Jungs schütteln lachend den Kopf. "Ich glaube, Du bist so eine kleine heimliche Rampensau", sagt Tom grinsend. "Und ein bisschen Comedian ist auch an ihr verloren gegangen", sagt Carlos, "ich glaube das wird noch lustig." "Ach ihr, ich bin doch so wie immer", sage ich. "Hihi", sagen die Jungs. Wir stellen uns neben die Bühne. Samantha und Cordula haben uns was zu trinken organisiert. Als Band haben wir ein gewisses Kontingent umsonst. "Das war schon gut", sagt Cordula, "ich glaube Live legst du grade noch "˜ne Schippe drauf, Steffi." "Sage ich doch", grinst Tom. Antja, Sandra und Susanne kommen von draußen rein und haben jeder eine Kunststoffrose dabei. "Wart ihr an der Schießbude?" fragt Alex. Die drei nicken. "Und schon ein paar Kavaliere gefunden, die euch die Rosen schießen", fragt Alex weiter. "Ach was", sagt Sandra mit Kulleraugen. "Das moderne Mädel schießt selber", sagt Antje selbstbewusst. "I-hi", sage ich nur. Meine Töchter kommen rein, auch jede so eine Rose in der Hand. "Na, wer hat die den für euch geschossen?" fragt Alex. "Keiner", antwortet die Große. "Haben wir selber gemacht", ergänzt die Kleine. "Moderne Mädels, wie Antje schon sagte", sage ich und ziehe lächelnd die Schultern hoch. "Neben uns waren zwei Jungs aus meiner Klasse, die haben gar nichts getroffen", sagt meine Große noch lachend. Unsere Runde lacht erheitert.
Nach der Pause gehen wir wieder auf die Bühne. Als erstes Lied steht ein instrumentales auf unserem Programm. "Wonderful Land" von Mike Oldfield. Micha startet mit seiner E-Gitarre. Alex und ich sitzen auf dem Bühnenrand, warten auf unseren Einsatz und lassen die Beine baumeln. Alex hat eine Mandoline, ich habe meine akustische mit den Nylonsaiten. Ein paar Leutchen kommen schon auf die Tanzfläche und schwofen. Alex und ich steigen im Laufe des Stückes mit ein. Micha kommt zu uns und setzt sich gekonnt neben uns, während er weiterspielt. Bei unseren Begleiter*innen kommt das gut an. Carlos hat sich hinter uns dreien gestellt und zupft seinen Bass. Sandra kommt mit ihrer Spiegelreflexkamera und fotografiert uns von der Tanzfläche aus. "Sieht das gut aus", sagt sie begeistert. Auch Achim macht einige Fotos. Es gibt einen begeisterten Applaus, nachdem wir fertig sind. Micha und Alex wechseln sich im Gesang mit gängigen 90er Jahre Hits ab. Am Rande der Tanzfläche beobachte ich nebenbei drei Typen, einer davon in Schützenuniform. Der in der Uniform ist stark angetrunken und der Sitz der Uniform hat stark nachgelassen. Ich erkenne den Typen. Er hatte früher den Spitznamen "Fackel" weil er gerne kompromisslos gesoffen hat. Fackel deswegen, weil man in unserer Gegend zum Saufen auch Brennen sagt. Er steht etwas zu weit auf der Tanzfläche und behindert dort die Tanzenden, was bei denen zu einigen Unmut führt. Obendrein kann er auch nicht mehr so ganz grade stehen und torkelt dann in die Tanzenden rein. Artur beobachtet ihn auch schon eine Weile.
Als wir mit unserer Runde fertig sind und in eine kurze Pause gehen, schaut Fackel mich an und ruft von weitem: "Da ist ja die Transe, hahaha!" Dieses "hahaha" ist so ein gekünsteltes, trockenes Gelächter, ist typisch für ihn. Die Jungs schauen mich etwas angespannt an. "Bleibt ruhig, ich regle das", sage ich lächelnd und gehe zu Fackel. Der schaut irritiert, als ich ihn direkt ansteuere. Mit übertrieben lauter Stimme frage ich ihn: "Wo ist denn diese "Transe"? Kannst Du die mir mal zeigen? Ich habe noch nie eine richtige Transe gesehen!" Fackel schaut mich weiter irritiert an, während alle umstehenden, die meine Ansprache gehört haben, laut loslachen. "Äh, äh", stottert Fackel. Weiter kommt er nicht, weil von hinten seine Ehefrau wutentbrannt erscheint. "Machst Du Dich wieder zum Idioten?" schreit sie ihn an und knallt ihm erstmal eine auf die Wange. "Los ab nach Hause, die Party ist für Dich vorbei", sagt sie noch und "Peng", hat er noch eine geklatscht bekommen. Sie treibt ihn vor sich her und schickt mir noch ein kurzes: "Entschuldigung." "Alles gut", sage ich und gehe wieder zu meinen Leuten. Sandra und die anderen Mädels haben noch Tränen vom Lachen in den Augen. Auch die Jungs sind schwer erheitert. Ebi kommt zu mir. "Hey, schöne Nachbarin, Du bist ja schräg drauf", sagt er lachend. "Ja nun", sage ich, "ich erkenne doch meine Schweine am Gang." "Hör auf jetzt", sagt Carlos gackernd. "Aber der Auftritt der Ehefrau war doch klasse, oder?" frage ich in die Runde. Wieder gackern alle los. "Steffi, Steffi, Steffi", sagt Frank lachend mit leicht schüttelndem Kopf. "Bis jetzt macht mir das Spaß hier", sage ich dann noch. "Hallo große Schwester!" höre ich neben mir. Meine beiden Schwestern stehen da. "Lass Dich mal anschauen", sagt die mittlere von uns dreien. "Total schön, das Kleid", sagt meine andere Schwester. Da sie Sandra noch nicht kennengelernt hat, stelle ich sie bei der Gelegenheit gleich vor. Sie kommt auch auf Anhieb mit Sandra klar. "Ist schon cool", sagt sie, "plötzlich ist dein großer Bruder eine große Schwester und mag dann auch noch Mädels." "Mochte ich schon immer", sage ich grinsend. Da wir drei grade fotogen nebeneinander stehen, macht Sandra ein Foto von uns dreien. "Das Bild möchte ich aber auch haben", sagt mein Vater, der plötzlich neben uns steht.
Nachdem wir unsere Getränke ausgetrunken haben, machen wir uns auf den Weg zur Bühne. Als nächstes ist als Instrumentalstück "Jessica" von den Allman Brothers dran. Ich hänge mir meine neue akustische Gitarre um. Die ersten Tanzwütigen stürmen schon die die Tanzfläche, als ich das Intro spiele. Die Jungs steigen mit ein. Im Nu ist die Tanzfläche voll. Erstaunt spreche ich Carlos an: "Ist das immer so?" "Nee Du, das erlebe ich eben auch zum ersten Mal", antwortet er. Micha spielt wie üblich Gitarre, Alex hat den Pianopart übernommen und Frank ist natürlich an den Keyboards. Die drei spielen den melodischen Teil des Stückes. Obwohl das schon recht anspruchsvoll ist, sind sie dabei recht locker. Carlos und ich stehen dicht neben einander und spielen unseren Part recht locker. Carlos ist eigentlich der ruhigste aus der Truppe, wenn er mal mitwippt, ist das schon viel. Jetzt fängt er an, auf der Stelle ein paar Schritte zu tanzen. Ich schaue mir das kurz ab und mache mit. Samantha sieht das und kann es gar nicht glauben. "So kenne ich ihn gar nicht", sagt sie erstaunt zu Cordula und Sandra. Carlos und ich legen noch eine Schippe drauf. Mal tanzen wir Rücken an Rücken, mal Schulter an Schulter, dann flirten wir uns mit den Augen an. Samantha staunt immer noch, während Sandra das richtig gut findet. Das nächste Stück ist "This is Life" von Amy McDonald, welches ich singe. Nebenbei spiel ich meine Akustische. Die Tanzfläche ist immer noch brechend voll. Meine Gattin schaut mich von ihrem Platz erstaunt an. "Was die dann wohl macht, wenn ich nachher noch voll aufdrehe", denke ich mir nach dem Stück. Ich muss innerlich grinsen. Während wir das nächste Stück spielen, kommt der örtliche Fleischermeister mit einigen Angestellten ins Zelt. Sie schieben Wagen mit belegten Brötchen und Broten herein. Jetzt bin ich mal wieder am Staunen, weil ich das von früher nicht kenne. Als letztes Stück der Runde spielen wir "Sussudio", von Phil Collins. Ich spiele für Carlos den Bass, weil er Saxophon spielt. Alex hat seine Trompete am Start und "Professor" Frank mischt die beiden Instrumente ordentlich auf, so dass es sich wie ein richtige Bläsereinheit anhört. Bei dem Stück kann ich absolut nicht stillstehen. Auch der Rest der Truppe ist in Bewegung. Dementsprechend gibt es einen heftigen Applaus, als ich uns in die Pause verabschiede. Bevor wir die Bühne verlassen, reicht mir der Lover meiner Gattin einen Zettel hoch. "Wartet mal Jungs, das ist eine Steilvorlage", sage ich und zeige grinsend den Zettel. "Freirunde Bommerlunder zu den Brötchen" steht da drauf. Ich frage in die Runde: "Ihr kennt doch bestimmt von den Toten Hosen "Eisgekühlter"¦ ." "Na klar!" unterbricht mich Alex grinsend. Ich schnappe mir meine Akustische wieder. "Eine kurze Anleitung, bevor es an den Verzehr der Brote und Brötchen geht", sage ich ins Mikro und fange ganz leise auf der Gitarre an zu spielen. Alex setzt leise mit dem Gesang an: "Eisgekühlter Bommerlunder"¦ ." Schon fängt das halbe Zelt mit an zu singen. Wie im Original steigern wir die Geschwindigkeit des Liedes, bis wir mit dem Gesang nicht mehr hinterher kommen. Lachend und gackernd beenden wir das Stück. "Sau Geil", sagt Tom mit Tränen in den Augen. Unten haben sich viele mit Broten und Bommi bewaffnet. Wir gehen zu unseren Leutchen. Sandra hat auch schon ein Brot und ein Bommerlunder in den Händen. "Stefanie, super geil", sagt sie, "war das spontan?" "Naja, bei so einer Steilvorlage", sage ich grinsend und nehme mir ein Schinkenbrot. "Herrlich", sagt Sandra, "magst Du auch einen Schnaps?" "Nee, solange ich auf der Bühne bin nicht", antworte ich lächelnd, "aber Du lass Dich nicht aufhalten, betrunkene Frauen sind Engel im Bett." Jetzt ist Sandra sprachlos, während sich Susanne neben ihr köstlich amüsiert. "Stark Steffi", lacht Susanne. "Also, Stefanie, nee, Du", sagt Sandra erstaunt, aber lächelnd. "Die ist auch nicht ohne, deine Stefanie", sagt Susanne lachend zu Sandra. Sandra schüttelt lachend den Kopf. Dann gibt sie mir einen dicken Kuss.
"In der nächsten Runde machen wir dann die Vorstellungsrunde", sagt Micha, "nachdem der jeweilige vorgestellt wurde, spielt der dann ein kleines Solo." "Ups, ich habe mir noch gar keinen Kopf gemacht, was ich spiele", sage ich. "Wenn Du nichts dagegen hast, würde ich Dich am Ende vorstellen", sagt Micha. "Ist OK", sage ich lächelnd. "Dann hast Du auch mehr Zeit, Dir etwas auszudenken", flaxt Tom. "I-hi!" sage ich grinsend. "Oha, sie hat bestimmt wieder eine Überraschung", sagt Alex lächelnd. Die Jungs gehen ohne mich auf die Bühne und spielen wieder zuerst ein Instrumentalstück. Dieses Mal ist ein älteres Stück aus den 60ern, "Telstar" von den Tornados. Ich schaue von unten zu. "Schon gut", sage ich zu Cordula. "Ihr seid richtig klasse heute, Steffi", lobt Cordula, "das habe ich so noch nicht erlebt. Du bist echt eine Bereicherung." "Ich bin lange nicht mehr rot geworden", sage ich, weil mir grade die Röte ins Gesicht steigt. Cordula bufft mich an. "Ist doch niedlich", sagt sie noch. Ich gehe dann langsam zur Bühne. Die Jungs sind fertig mit dem Stück und kriegen auch einen ordentlichen Applaus. Als der abebbt, hört man jemand rufen: "He, wo ist denn Stefanie?" "Kommt grade die Treppe hoch", antwortet Micha lächelnd. Ich gehe zu meinem Mikro und bedanke mich freundlich: "Danke schön." Dann stimmen die Jungs "Rolling in the deep" von Adele an. Als ich mit dem Gesang einsetze, schaue ich zum Tisch, wo meine Familie sitzt. Begeistert klatschen sie mit. Meine Schwestern sind auf der Tanzfläche und tanzen ordentlich ab. Am Nebentisch sitzt meine Gattin und ist jetzt völlig am Staunen. Auch ihre Freundinnen kommen damit wohl gar nicht klar, was sie grade hören und sehen. Was mich natürlich anspornt, das Lied noch besser rüberzubringen. Zumal wir es ohne Background Gesang spielen. Irgendwann nehme ich das Mikro aus dem Ständer und gehe auf der Bühne herum. Dabei streiche ich um die Jungs herum. Hinterher gibt es dann auch einen fetten Applaus dafür. Als letztes Stück in der Runde spielen wir "Shiny happy People" von R.E.M.. Alex singt den Hauptpart. Ich singe natürlich die weibliche Stimme. Das ist genau mein Lied, weil ich schön aus der Kelle schmettern kann, grade am Ende des Liedes.
Wie vorher stehen wir in der Pause alle zusammen, in der Nähe der Theke der Festleitung. Meine beiden Töchter kommen, grade mal wieder angetobt und haben jeweils eine Freundin dabei. "Na ihr?" frage ich, "alles in Ordnung?" "Na klar, Frau Papi", sagt meine Große. "Du drehst ja ganz schön auf", sagt die Kleine dann noch. "Mami ist ganz schön bedient", sagt die Große grinsend, "die kommt wohl grade gar nicht klar damit, was Du hier machst." "I-hi!", sage ich. "I-hi", macht meine Kleine nach. Dann ordere ich den beiden und ihren Freundinnen noch was zu trinken. "Müsst ihr nicht langsam in die Heia?" frage ich die Mädels. "Nöö, wir dürfen bis Mitternacht", antwortet meine Kleine. "Wer hat denn das erlaubt?" frage ich wieder. "Mami!" antwortet die Kleine schnippisch. "Alter Schwede", sage ich erstaunt, "hätte ich jetzt so nicht erwartet." Dass sie sich jetzt noch eine Cola bestellen verwundert mich noch mehr. Sandra hat das beobachtet und lächelt mich an. "Scheint so, als ob deine Gattin grade gute Vorsätze über Bord wirft", sagt sie. "Das muss echt hart sein, für so eine erzkonservative Frau", sage ich, nachdem ich mich etwas gerappelt habe. Von den Broten und Brötchen ist noch einiges über. Ich nehme mir auch noch mal eins. "Ein belegtes Brot mit Schinken, Schinken", singe ich leise grinsend. "Das ist hier die ganze Zeit DER Running-Gag", sagt Sandra grinsend. Neben mir taucht ein Typ auf, ziemlich besoffen. Irgendwie schaut er an mir vorbei, spricht mich aber direkt an. "Kannst Du Helene Fischer? Ich will Helene Fischer hören", sagt er. "Tut mir Leid", sage ich, "Helene kann ich nicht, die ist zu gut." Sandra hat schon gemerkt, dass ich den Typen hochnehme. Der haut auch gleich wieder ab und geht zu zwei Kumpel, die genauso besoffen sind wie er. Da regt er sich lautstark über mich auf. "Helene kann ich wirklich nicht", sage ich trotzig zu meinen Leuten. "Nee, das ist anders", sagt meine Kleine, "Helene mag Frau Papi gar nicht." "He, verrat doch nicht alles", sage ich gespielt entrüstet. "Ha!" lacht Sandra. "Hallo Steffi, jetzt möchte ich auch mal Hallo sagen", höre ich neben mir. Martin steht nebst Gattin da. "Hey grüßt euch", sage ich und umarme beide herzlich. "Gefällt"™s euch?" frage ich weiter. Total gut", sagt Martins Frau, "was ihr da auf der Bühne macht, habe ich hier noch gar nicht erlebt." "Danke", sage ich lieb. Den Jungs stelle ich die Beiden auch erstmal vor. Nach einiger Zeit fragt mich Martin: "Was wollte denn "Piesepampel" von eben Dir?" (Piesepampel ist in unserer Gegend die Bezeichnung für einen unangenehmen Menschen). Ich kläre Martin kurz auf. "Aha, aber der wird bestimmt noch weiter nerven", sagt Martin, "kennen wir ja noch von früher." Artur steht in unserer Nähe. "Ich habe den schon seit geraumer Zeit im Auge", sagt er, "dauert nicht mehr lange, dann fliegt er raus." Artur ist mit seinen Festzelten schon seit Ewigkeiten hier auf dem Fest. Ich habe schon einige Male erlebt, wie er auffällige Gäste rauswirft. Artur ist locker einen Kopf kleiner als ich, etwas untersetzt, aber Kraft ohne Ende. Dazu kommt, dass er recht große Hände hat, die ihm den Spitznamen "Bratpfanne" eingehandelt haben. Wenn er mit den Händen zupackt, gibt es kein Entkommen mehr. Ansonsten ist Artur aber ein lieber, netter Kerl. Piesepampel kommt wieder in unsere Richtung. "Kennst Du Conny Kramer?" fragt er mich in seinem besoffenen Kopf. "Nöö, bin ich nie begegnet", sage ich, "ich kenne Conny Mesola, das war aber eine Nutte." (Achtung, abgewandeltes Zitat aus den Blues Brothers Film). Piesepampel ist etwas irritiert, während unsere Gruppe schon wieder mit einem Lachanfall kämpft. "Nää, das Lied", sagt Piesepampel forsch. "Ach so", sage ich, "habe ich mal irgendwo von gelesen." Artur steht hinter ihm. Ich zwinkere Artur zu. "Das Lied spielt ihr jetzt", sagt Piesepampel, dreht sich um und geht weg. Ich drehe mich zu den Jungs. "Aber nicht in der Originalversion", sage ich beiläufig.
Wir gehen für die nächste Runde auf die Bühne. Als Instrumentalstück spielen wir wieder was von Mike Oldfield. Diese Mal ist es "Arrival". Piesepampel ist die ganze Zeit am rummeckern. Artur geht schon mit zwei seiner Leute in die Richtung. Ich gebe ihm ein Zeichen, dass er noch kurz warten soll. Als wir mit dem Mike Oldfield Song fertig sind, frage ich die Jungs: "Könnt ihr mal einen ruhigen, groovigen Reggae spielen?" "Äh?! Ja", sagt Micha. Carlos grinst. "Fragt nicht warum, macht einfach", sagt er zu den Jungs. "Ich weiß von früher, dass Piesepampel kein Reggae mag", sage ich, "aber er soll seine "Conny" kriegen." "Oh, oh", sagt Frank grinsend. Tom sitzt die ganze Zeit grinsend am Schlagzeug. "Los jetzt", sagt er, "lass Steffi machen." Die Jungs fangen an, einen wirklich groovigen Reggae zu spielen. Sofort sind auch ein paar Leute auf der Tanzfläche. Da habe ich auch mitgerechnet, weil ich das von ihnen von früher kannte. Frank lässt sogar den Text über den Prompter laufen. Ich swinge noch kurz mit, um den Takt zu verinnerlichen. Dann fange ich an zu singen. Eine Heiterkeit macht sich im Zelt breit. Ein paar mehr Leute kommen auf die Tanzfläche. Die Jungs sind auch am Grinsen. Am meisten Carlos. Piesepampel hingegen ist völlig außer sich. Artur steht schon etwas hinter ihm. Nach dem ersten Refrain mache ich eine Pause, mit dem Gesang und groove am Mikro. Frank sieht das und singt locker ein "Jo, jo" ins Mikro, was Carlos mit einem "Reggae, Reggae" vervollständigt. Jetzt muss ich mich arg zurückhalten, dass ich nicht laut loslache. Auch unsere Partner unten sind schon völlig fertig vor Lachen. Nach dem zweiten Refrain fängt Frank mit einem Sprechgesang an. Inhaltlich ist es der gleiche Text in Englisch, den er mit einigen Schimpfwörtern, wie "Motherfucker" erweitert. Ich muss mich mal kurz umdrehen und Lachen, so geil ist das. Als ich wieder nach vorne schaue, steht Piesepampel an seinem Platz und ist laut am Meckern. Im selben Moment schnappen Arturs Bratpfannenhände zu und er befördert Piesepampel Richtung Ausgang. Arturs Helfer schnappen sich die Begleiter. Ich kann jetzt beim besten Willen nicht mehr verhindern, dass mir vor Lachen die Tränen laufen. Irgendwie kriege ich dann aber die Kurve zum letzten Vers. Carlos lacht mittlerweile auch lauter. Das Publikum ist ebenfalls maximal erheitert. Nach dem Lied gibt es einen tosenden Applaus. Die Leute sind immer noch am Lachen. Als sie sich beruhigen, sagt Alex: "Den gleichen Applaus bitte auch noch mal für Artur." Natürlich tun sie das und Artur genießt es förmlich. Dann zeigt er uns den Daumen hoch. Während die Leute noch klatschen, fragt Micha: "Wie kriegen wir jetzt den Übergang zu "Back on the Chain Gang" von den Pretenders?" ""I got you Babe" in der Version von UB 40 mit Chrissie Hynde?" frage ich. "Haben wir zwar nicht geübt, aber Reggae können wir ja jetzt", flaxt Carlos. "Los, machen", sagt Micha grinsend. Und schon setzen sie ein. Alex und ich singen im Duett. Das Stück kommt gut an bei den Leuten im Zelt, auch die Tanzfläche ist gut gefüllt. Mit der Nummer haben wir auch Cordula und Samantha zum Staunen gebracht. Nach dem Stück lege ich mir die hellgraue Telecaster von Micha um. "Wir bleiben gleich bei Chrissie Hynde", sage ich, "ein schönes Stück von den Pretenders, Back on the Chain Gang." Ich spiele das Intro an, kurz danach setzen auch die Jungs ein. Während ich singe, schaue ich zu meiner Gattin. Die Pretenders gehören zu ihren Lieblingsbands. Dementsprechend erstaunt schaut sie zu mir. Dann schnappt sie sich ihren Kerl und schleift ihn auf die Tanzfläche. Ein wenig unbeholfen wirkt er ja. Sie scheint ja so langsam aufzutauen. Nach dem Stück ruft einer "Middle of the Road" aus den Zuschauern. Wir schauen uns an. "Wir weichen ja grade etwas vom Programm ab", sage ich grinsend. "Na und?" sagt Tom. "Dann los", kommt von Carlos. Und schon trommelt Tom das Intro. Das Ding rockt richtig los. Was der Begeisterung im Zelt keinen Abbruch tut. Den Mundharmonikapart am Ende übernehme ich dann. Als das Lied ausklingt, bricht wieder ein tosender Applaus los. Beiläufig schaue ich mir die Mundharmonika an. "Ich glaube mein Lippenstift ist verschmiert", sage ich, dass man es auch leise über das Mikro hört. "Wuhu Steffi", rufen einige Leute und fangen an rhythmisch zu klatschen. Die Jungs kommen zu mir, knien sich im Halbkreis um mich herum und präsentieren mich mit ihren Händen. Natürlich knallt mir eine Röte ins Gesicht. Mit den Händen wedele ich mir Luft zu. Dem Applaus der Leute wird etwas lauter. Die Jungs stehen auf. "Steffi, Du hast sie", sagt Micha lächelnd. So langsam normalisiert sich auch meine Gesichtsfarbe. Meine Große steht unten vor der Bühne und reicht mir einen kleinen Spiegel und meinen Lippenstift hoch. "Danke Dir", sage ich. Sie zeigt mir den Daumen hoch.
Als es sich im Zelt beruhigt hat, ergreift Micha das Wort. "Ich würde ganz gerne die Band mal vorstellen, vielleicht ist ja jemand dabei, der uns noch nicht kennt", sagt er. Wieder ertönt ein ordentlicher Beifall. "Und vor allem, wegen der netten Lady da", ruft einer aus den Zuschauern. Ich lächele in seine Richtung. "Fangen wir doch mit dem Schlagzeug an, denn ohne Tom läuft gar nichts", sagt Micha und erzählt noch kurz was zu Tom seiner Person. Dann legt Tom eins seiner genialen Solos hin. Da die Aufmerksamkeit der Leute eben bei Tom liegt, wage ich es, mir meine Lippen anzuschauen. So schlimm wie ich dachte, ist es nicht, das meiste ist wohl an der Harp hängengeblieben. Ich brauche nur die Kontur nachzuziehen. Es gibt dann einen super Beifall für Tom. Antje scheint Megastolz auf ihn zu sein. Dann stellt Micha Alex vor. "Alex ist einer der jetzt drei Gitarristen in der Gruppe", sagt Micha, "aber eine feste Zuordnung, wer Rhythmus- oder Sologitarre spielt gibt es bei uns nicht. Aber wenn es um Melodien geht dann ist er ganz vorne." Auch hier gibt es noch ein paar Detail zu Alex"˜ Person und den Instrumenten, die er außerdem spielt, dann legt er sein Solo hin. Er spielt eine unheimlich melodische Tonfolge, die mir nicht bekannt vorkommt. Er schaut kurz zu mir und zwinkert mir zu. "Eigene Kreation", sagt Frank leise zu mir. Alex bekommt auch einen riesen Beifall. "Kommen wir zu Micha", sagt Alex, "es gibt, so glaube ich, keine Griff oder Riff der ihm zu schwierig ist. Präzision ist sein zweiter Vorname." Auch Alex gibt ein paar Details zu Micha preis. Micha zeigt dann auch gleich, was Alex sagte. Natürlich bekommt er auch sein Beifall. Dann ergreift Micha wieder das Wort. "Professor Frank wird er von uns genannt", sagt Micha, "und nebenbei ist er das Gehirn der Gruppe. Ohne Frank kommt kein Ton aus den Lautsprechern. Und seine Tasten beherrscht er im Schlaf." Ich habe mir von den anderen sagen lassen, dass man Frank im Tiefschlaf aus dem Bett holen kann, ihm ein Stück nennt und bevor er richtig wach ist, ist das Stück perfekt gespielt. Frank legt dann eine Klangkollage aus Stücken hin, die man kennt, aber gar nicht so schnell zuordnen kann. Das ist schon großes Kino, was er da macht. Ein entsprechender Beifall lässt nicht auf sich warten. Micha schaut zu Carlos. "Unser Bassist war bisher der Ruhepol in der Gruppe", sagt Micha, "aber irgendein Einfluss lässt ihn auf einmal agil werden." Carlos und ich schauen uns grinsend an und zucken mit den Schultern. "Carlos ist das perfekte Bindeglied zwischen Schlagzeug und den anderen Instrumenten", sagt Micha, "wenn Tom das Uhrwerk ist, dann ist Carlos der Sekundenzeiger." Ich nicke anerkennend mit dem Kopf in Carlos Richtung. Dann legt Carlos ein Solo hin, was zum Dauerstaunen anregt. Das was er im Soundcheck gemacht hat war schon super, aber das hier toppt das noch. Während Carlos noch spielt, lege ich meine neue akustische Gitarre um. "Es ist übrigens keine Unhöflichkeit, das wir die Lady zum Schluss vorstellen", sagt Micha, "das war so abgesprochen." "Wuhu", hört man vereinzelt aus den Zuschauern. Meine Familie schaut gespannt zu. Auch Sandra ist aufmerksam. Micha erzählt kurz, wie wir uns getroffen haben und wie spontan wir im JB gerockt haben. "Eine Bereicherung ist sie allemal", sagt Micha, "nicht nur optisch. Steffi ist die dritte Gitarristin im Bunde, aber ihr eigentliches Instrument ist ihre Wahnsinnsstimme." Weiter kommt er nicht, weil es jetzt schon eine ordentliche Zustimmung gibt. Micha nimmt den Faden wieder auf. "Steffi spielt gerne eine Gitarre, die wir anderen irgendwie vernachlässigt haben", sagt er, "ihr habt es schon ein paarmal gesehen, sie spielt unter anderem sehr gerne die akustische Gitarre." Das war mein Stichwort. Statt gleich loszulegen, gehe ich ans Mikro, nehme meine Hände auf Kopfhöhe und klatsche einen schnellen Takt. Ich schaue die Bandkollegen an und animiere sie zum Mitmachen. Dann schaue ich ins Publikum und animiere die auch zum Mitmachen. Tom kommt hinter dem Schlagzeug vor und gesellt sich zu den anderen. Jetzt stehen die Fünf zusammen. "Okay?" frage ich. Die Jungs können nur erahnen, was ich vorhabe. "Okay", sagen sie lächelnd. Ich fange an einen recht schnellen Flamenco zu spielen. Ein anerkennendes Raunen geht durch das Publikum. Zwei Frauen gehen auf die Tanzfläche und tanzen dazu. Sandra geht ebenfalls auf die Fläche, was mich etwas erstaunt. Samantha folgt ihr. Die Jungs klatschen begeistert und animieren alle anderen. Als erster ruft Tom "Olé". Ein paar mehr Leute gehen auch auf die Fläche. Ich spiel ein kurzen ruhigeren Part und will dann eigentlich aufhören. Ich schaue die Jungs an. "Mach weiter, Steffi", sagt Alex, "das geht grade richtig ab." Nach ein paar Minuten gehe ich dann aber in den Endspurt. Ich hebe mein rechtes Bein leicht an und schaue zu den Jungs. Die machen das ebenfalls. Ich spiele dann einen Schlussakkord. Mit dem letzten Ton stampfen wir unsere Füße auf und rufen "Olé". "Ole" tönt es aus den Zuschauern zurück. Im nächsten Moment brandet ein dicker Applaus auf. Boah!" höre ich Sandra von der Tanzfläche sagen. Ich zwinkere ihr zu. "Wahnsinn!", sagt Frank und drückt mich spontan. Danach drücken mich die anderen auf ordentlich. Tom gibt mir sogar ein leichtes Küsschen hinters Ohr. "Super, Steffi", sagt er leise. ""Jetzt noch "Nah Neh Nah" und dann in die Pause oder?" frage ich. "Genauso", sagt Carlos. Die Jungs schnappen sich ihre Instrumente und dann legen wir los. Ich singe und spiel den akustischen Gitarrenpart. Durch den Flamenco vorher geht mir das auch recht leicht von der Hand. Die Tanzfläche ist wieder rappeldicke voll. Einige Paare tanzen, aber auch viele sind einzeln am Tanzen. Wieder gibt es einen heftigen Beifall, nachdem wir das Stück beendet haben. Einige Zugaben Rufe kommen, als wir zur Pause runtergehen. "Wir machen ja gleich weiter", sagt Tom noch lächelnd zur Beruhigung. "Puh, die Runde hat mich aber ganz schön geschafft", sage ich leise, als ich die Treppe runtergehe.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
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Stephanie
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Auftritt Teil 2
Wir stehen in der Pause alle zusammen. Ich versuche grade mal etwas runterzukommen. Sandra steht neben mir und hat den Arm um meine Hüfte gelegt. Sie strahlt über das ganze Gesicht. "Ich bin so stolz auf Dich", flüstert sie leise in mein Ohr. Ich lächele sie an. Samantha kommt zu uns. Sie lächelt ebenfalls. "Das war ja eben eine Tolle Runde", sagt sie, "ist echt interessant, wie Du auf Störungen reagierst." "Danke", sage ich lieb, ich weiß auch nicht so richtig, was ich grade sagen soll. Sandra bemerkt das. Sie drückt mich leicht an der Hüfte. "Dann komm noch mal ein bisschen runter", sagt sie dann. Susanne kommt dazu. "Großes Kino", sagt sie zu mir, "Conny Kramer als Reggae ist schon mal eine Hausnummer." Ich zwinkere ihr zu. "Brauchst Du irgendetwas?" fragt Sandra. "Ich glaube ich brauche einen Zuckerschock", sage ich, "ein wenig energielos bin ich grade." "Eine Cola?" fragt Sandra. "Yes, am besten einen halben Liter", antworte ich. "Hole ich Dir", sagt Samantha", "macht frau so, als Managerin." Ich lächele ihr zu. Nach kurzer Zeit kommt sie mit der Cola wieder und gibt sie mir. "Danke", sage ich und trinke das Glas erstmal halb leer. "Jepp, das war es", sage ich dann grinsend. "Du legst aber auch eine Energie an den Tag", sagt Samantha lächelnd. In Ruhe trinke ich den Rest aus. Grade geht ein Vorstand vom Schützenverein auf die Bühne und fängt an, eine Rede zu schwingen. "Kann mir nur recht sein", sage ich grinsend. Cordula kommt zu uns. "Amazing Heinz hat mich grade angesprochen", sagt sie. Samantha verdreht die Augen. "Amazing Heinz?" frage ich. "Ja, der hat vor vielen Jahren zu einer schottischen Gemeinde Kontakt für einen Austausch aufgenommen", sagt Cordula. "Stimmt, ich erinnere mich dunkel", sage ich, "das ist dann im Gemeinderat gescheitert, weil es da unterschiedliche Befindlichkeiten gab." "Genau", sagt Cordula, "und besagter Heinz hatte damals Kontakt zu einigen Leuten aufgenommen und kriegt jedes Mal auf so einem Fest einen sentimentalen Anfall und ruft seine Kumpels in Schottland an." "Und warum Amazing Heinz?" fragt Sandra. Die Frage hätte ich sonst auch gestellt. "Wegen Amazing Grace", sagt Samantha, "Heinz sucht immer jemanden, der Amazing Grace vorträgt." "Soso, aha!" sage ich.
Während der Vorstand noch seine Rede schwingt, sagt Micha: "Die nächste Runde fängt ja mit "Time is tight", von Booker T. and the MG"™s an. Alex, Tom, Carlos und Frank wollen das machen." "Gerne, das kommt mir recht", sage ich. "Mir auch", sagt Micha, "kann man noch ein bisschen verschnaufen." Im Kopf lasse ich das Stück ablaufen, dabei groove ich nach außen hin leicht mit. Sandra beobachtet das mit einem Lächeln. "Kann man Disco Fox oder Cha Cha nach tanzen", sage ich zu ihr. "Cha Cha kann ich ein bisschen", sagt Sandra. "Wollen wir?" frage ich, "ich mache die Herrenschritte und führ Dich ein bisschen." Sandra strahlt. "Au ja gerne", sagt sie dann, "aber ich weiß grade nicht, wie das Stück geht." Leise pfeife ich die Melodie. "Ha! Kenne ich doch", sagt Sandra erfreut. Der Vorstandsmensch hat seine Rede beendet und unsere vier Kollegen gehen auf die Bühne. Sie bewaffnen sich mit ihren Instrumenten. Ich ziehe Sandra auf die Tanzfläche. Vor der Bühne nehmen wir die Tanzhaltung ein. "Huh, ein wenig aufgeregt bin ich", sagt Sandra. "Ich auch", sage ich beiläufig. "Ach Du", sagt Sandra lächelnd. Tom klackt den Takt an und die Jungs spielen los. "Eins, zwo, drei, Cha Cha Cha", sage ich und führe Sandra in den Grundschrift. "Cool", sagt sie leise. Ein paar Paare kommen auch auf die Fläche. "Drehung?" frage ich. Sandra nickt. Mit meinem linken Arm ziehe ich sie, während ich sie mit dem rechten Arm leicht in die Drehung schubse. "Drehn, drehn, Cha Cha Cha", sage ich. Wieder ein Grundschritt, dann frage ich sie: "Rückwärtsgehen?" Sandra nickt. Dann tuen wir das. Danach gehen wir in die Grundhaltung. "Kannst Du auch die Promenade?" frage ich, während wir Grundschritt tanzen. "Ja", sagt Sandra lächelnd. Also machen wir das auch. "Deine Gattin schaut grade ziemlich sparsam", sagt Sandra, weil sie da grade zufällig hinschaute. "I-hi", sage ich nur. "Promenade mit Vorwärtsgehen?" fragt Sandra. "Gerne", antworte ich und schon tanzen wir die Figur. Die Jungs bringen das Stück zu Ende. "War das schön", sage ich zu Sandra. Sie strahlt mich an. "Finde ich auch", sagt sie und bringt mich noch zur Treppe die auf die Bühne geht. "Danke Dir meine Süße", sagt Sandra. Ich gebe ihr einen dicken Kuss und gehe dann auf die Bühne. "Cool getanzt", sagt Micha. "Auch cool gespielt", sage ich zu ihm. Ich nehme mal wieder meine akustische Gitarre. "Als nächstes haben wir was von den Traveling Willburys", kündigt Micha das nächste Lied an. Wir fangen dann "Handle me with Care" an zu spielen. Ich staune grade, weil Frank auch Gitarre spielt. Frank zwinkert mir zu. Ich lächele ihn an. Wir spielen das Stück mit zwei akustischen und zwei E-Gitarren, Carlos spielt natürlich Bass. Dabei stehen wir fünf nebeneinander. Wie im Original singen wir mit mehreren Stimmen. Wobei ich die knarzige Stimme von Bob Dylan singe. Martin geht mit seiner Frau auf die Tanzfläche. Er schaut kurz zu uns hoch. Diesen Augenblick nutzt ein anderer und schnappt sich Martins Frau zum Tanzen. Martin ist jetzt etwas baff. Sandra hat das gesehen und geht zu Martin. Der nimmt das Angebot gerne an. Einige Leute schauen erstaunt, zumal Sandra vorher öfter Mal eine Aufforderung ausgeschlagen hatte. Ich schaue mir das ganze erheitert an. Martin führt Sandra auch gut und lässt sie ordentlich kreisen, was bei ihren Dirndl doppelt gut aussieht. Martins Frau hat jetzt nicht den so ganz so tollen Tänzer erwischt. Nach dem Lied bringt Martin Sandra zu ihrem Platz. Und Martins Frau schnappt sich gleich ihren Gatten. Ich stehe oben und amüsiere mich, was alle drei auch sehen. Ich zeige dann noch den "Gut gemacht Daumen".
Während des letzten Stücks in der Runde sehe ich Fackel wieder ins Zelt torkeln. Seine beiden Kumpels hat er im Schlepptau. Am Rande der Tanzfläche bleiben die drei schwankend stehen. Seine Gattin kann ich grade nicht sehen. Als wir nach dem Stück in die Pause gehen wollen, kommt Fackel an die Bühne. "Ich habe Dir eine Freundin mitgebracht, hahaha!" lallt er und wirft etwas auf die Bühne. Micha schaut etwas erbost in Richtung Fackel. Artur ist auch schon wieder wachsam. Ich hebe das was Fackel warf auf. "Cool", sage ich. Eine "Miss Piggy" Handpuppe hat er mir auf die Bühne befördert. Ich ziehe sie mir über die linke Hand und mache sofort eine Faust, so dass sich das Gesicht von Miss Piggy auf ärgerlich verändert. Ich schaue die Puppe an. "Hey cool dich mal kennenzulernen, Miss Piggy", sage ich zur Puppe. Miss Piggy legt einen noch ärgerlicheren Ausdruck drauf. Ich tue erschreckt. "Nicht gut?" frage ich. Viele Leute im Zelt schauen gespannt zur Bühne. Fackel hat sich ein paar Meter zurückgezogen und lacht wieder sein gekünsteltes Lachen. Mit Vornamen heißt er eigentlich Matthias, wird aber von vielen Matze genannt. Miss Piggy schaut mich immer noch total verärgert an. Ich tue so als wäre mir das peinlich. Meine Kinder sind mittlerweile mal wieder mit ihren Freundinnen im Zelt und schauen mir gespannt zu. Meinen Kinder zuliebe hatte ich mir mal vor einigen Jahren das Bauchreden beigebracht, jetzt nicht so professionell, aber ich kann den Mund einigermaßen ruhig halten dabei. Miss Piggy ist immer noch ärgerlich und schaut im Publikum rum. Die ersten fangen schon an zu kichern. "Willst Du jetzt hier nur schlechte Laune verbreiten?" sage ich zu Miss Piggy. Mit einer schnellen Handbewegung drehe ich sie zu mir. Mit einer ganz dunklen Stimme, die ich ganz hinten im Kehlkopf erzeuge, spricht Miss Piggy dann: "Ich heiße nicht Miss Piggy." (Diese Stimme macht Otto Waalkes z.B. bei Susi Sorglos, Heiliger Hain, sprechender Kaffee). Im Zelt bricht schallendes Gelächter aus. "Hm, OK, wie heißt Du dann?" frage ich Miss Piggy. "Matze Fackelmann", antwortet Miss Piggy mit der dunklen Stimme. Jetzt gackert auch der letzte im Zelt. Als sich die Leute so halb beruhigen, hört man von Fackel sein typisches "Hahahaha", was zum nächsten Lachanfall im Zelt führt. Miss Piggy schaut jetzt genervt in die Runde. "Was ist denn da so lustig dran?" fragt Miss Piggy in die Runde. Wieder lautes Gelächter. Einige Leute haben schon Tränen in den Augen. Ich schaue zu meine Leuten. Antje, Sandra, Cordula, Samantha und Susanne können sich gar nicht mehr einkriegen. Egal, was ich grade mit Miss Piggy mache, führt bei den Mädels zu Erheiterung. "Matze Fackelmann", wiederhole ich, "soso, siehst aber jetzt nicht so aus." "Ey Tussi, pass mal auf", sagt Miss Piggy ärgerlich zu mir, "es gibt gleich Megastress hier." "Is"˜ ja gut", beschwichtige ich. "Hahahaha" hört man wieder von Fackel. Mittlerweile weiß man auch nicht mehr über wen mehr gelacht wird, über Miss Piggys Show oder über Fackel sein dämliches, gekünsteltes Gelächter. "Ich mein ja nur", sage ich. Miss Piggy fällt mir ins Wort. "Was????" sagt sie . "Wegen der langen Haare und so", sage ich vorsichtig weiter. "Find mal ein Frisör, der die Borsten schneiden kann", grummelt Miss Piggy. Gekünstelt nicke ich und tue verständnisvoll. Die Zuschauer sind schon wieder am Lachen. Miss Piggy schaut mich jetzt missmutig an. "Du glaubst mir nicht?" fragt sie. Aus den Augenwinkeln sehe ich Fackels Frau ins Zelt kommen. Sie hat ihren Gatten wohl schon gesucht und findet ihn jetzt hier. Dementsprechend ärgerlich sieht sie aus. Miss Piggy dreht sich leicht in die Richtung und sagt: "Oh, oh!" Im nächsten Moment steht Fackels Gattin neben ihm, schaut ihn gaaaanz böse an und ohne Ansprache zieht sie ihm ihre Handtasche durchs Gesicht. Gespielt entsetzt mit leicht offenen Mund schauen Miss Piggy und ich zu. Fackels Gattin zieht ihm die Handtasche von der anderen Seite durchs Gesicht. "Aua", sagt Miss Piggy und verzieht das Gesicht. Fackel versucht seinen Kopf zu schützen, klappt aber nicht, seine Gattin klatscht ihm erstmal ein paar Ohrfeigen. "Hat dir das vorhin nicht gereicht", sagt Fackels Gattin lauter. Und wieder die Handtasche durchs Gesicht. Miss Piggy ist jetzt sichtlich geschockt und kann gar nicht mehr hinschauen. Die Leute im Zelt wissen irgendwie gar nicht, wo sie hingucken sollen, zu der Aktion unten, oder zu Miss Piggy, die trotzdem noch ihre Faxen macht. Ich muss echt aufpassen, dass ich jetzt nicht loslache. Fackels Gattin packt ihn dann am Kragen und treibt ihn vor sich her. Auf halber Strecke bleibt sie stehen, knallt ihm noch mal eine. "Du bleibst hier stehen", keift sie ihn an. Dann kommt sie zu mir. "Die Handpuppe ist meine", sagt sie ganz normal zu mir. Ich ziehe sie von der Hand und gebe sie ihr. "War aber nett, die Bekanntschaft von Miss Piggy zu machen", sage ich lächelnd und gebe die Handpuppe rüber. "Tut mir leid, ich hätte ihn einschließen müssen", sagt sie noch. "Ist OK", antworte ich. Dann treibt sie ihren Gatten aus dem Zelt. Ab und zu fängt er sich noch eine. Ich stehe noch auf der Bühne, als die Beiden das Zelt verlassen. "Unglaublich", sage ich dann mit der dunklen Stimme. Ein großer Applaus bricht los. Zwischendrin höre ich Steffi-Rufe. Ich verlasse winkend die Bühne und gehe zu meinen Leuten. Zum Teil sind die Frauen dabei ihre Augen nachzuschminken. "Schlechtes Makeup erwischt?" frage ich frech. "Ey, pass bloß auf", sagt Cordula lachend. Samantha steht neben mir und zuppelt an meinem Kleid. "Sage mal Steffi, was bist Du denn für eine Ulknudel?", sagt sie lachend, "jetzt hast Du in der kurzen Zeit dreimal den Laden zum Lachen gebracht." "Wir haben diesbezüglich auch schon die ein oder andere Anfrage bekommen", sagt Cordula. "Ups!" sage ich, "das war doch nur spontan aus der Situation heraus." "Müssen wir mal in Ruhe drüber reden", sagt Cordula lächelnd, "eine Anfrage für einen Kindergeburtstag habe ich vorhin bekommen." "Tse", sage ich. Sandra nimmt mich in den Arm, sie ist immer noch am Lachen. Mit strahlenden Augen schaut sie mich an. "Das war so groß eben, Stefanie", sagt sie, "mit Dir wird es wohl nie langweilig." Sie kuschelt sich an meine Schulter. Ich streiche durch ihre süßen Locken. Meine Töchter kommen mit ihren Freundinnen. Auch bei der Kleinen ist das Augenmakeup vom Lachen etwas verschmiert. Mit der dunklen Stimme frage ich sie: "Naa? Möchtest Du auch das Makeup repariert haben?" Sie nickt und Sandra übernimmt das. Sandra bessert das was ich vorhin gemacht habe noch etwas auf. "Dann will ich das auch so", sagt die Große. Zum Schluss haben die Freundinnen auch alle ein cooles Augenmakeup drauf. Zufrieden toben sie wieder nach draußen. Ich unterhalte mich mit Achim und Ebi. Tom und Frank sind auch dabei. Es geht um den Artikel, den Achim für die ein oder andere Zeitung verfasst. "Ich würde gerne noch ein Foto von euch als Band machen", sagt Achim. Sandra kommt dazu und hat ihre Kamera schon dabei. "OK, wo stellen wir uns hin?" fragt Frank, "auf die Bühne, mit Instrumenten?" "Haben wir schon", sagt Sandra, "vielleicht stellt ihr euch vor die Bühne und Achim fotografiert von der Bühne?" "Na los", sagt Carlos. Wir stellen uns vor der Bühne auf. Achim und Sandra gehen hoch. Natürlich klatschen ein paar Leute. Achim und Sandra machen einige Fotos. "Nicht so steif", sagt Achim. "Ihr könnt Steffi ruhig anfassen", sagt Sandra grinsend. Micha legt vorsichtig den Arm um meine Hüfte. Ich tue so als wäre ich kitzelig und gackere los. Micha ist etwas verunsichert, aber Tom spielt den Gag mit und umarmt mich von hinten an der Hüfte. "Ich habe sie", sagt er grinsend. Im Nu albern wir vor den Kameras. Irgendwie scheint das nicht Achims Ding zu sein, während Sandra einfach draufhält. "Cool", sagt sie dann. Danach stellen wir uns dichter zusammen, Tom und Carlos halten mich von hinten, Alex und Frank von der einen Seite. Auf der anderen Seite lege ich meinen Arm locker auf Michas Schultern. Während die Jungs versuchen cool und gelassen zu schauen, verändere ich meinen Gesichtsausdruck langsam von verruchtem Blick auf Schlafzimmerblick. Achim und Sandra schießen ein Bild nach dem anderen. Nach ein paar Minuten sind wir auch fertig. Wir gehen zurück zu den anderen. Sandra und Achim vergleichen auf den Displays ihrer Cams die Bilder. "Jei, da sind aber ein paar frech-frivole Bilder dabei", sagt Achim aufgeregt. Ebi schaut staunend zu. "Ja da sind schöne Dinger dabei", sagt Sandra grinsend. "Eins davon müsste man vergrößert bei uns im Treppenhaus aufhängen", sagt Ebi grinsend. Sandra lacht. "Dann kommt einer aber gar nicht mehr die Treppen hoch", sagt sie dann. Ich muss grinsen. "Stimmt auch wieder", sagt Ebi und klärt Achim über Jochen auf. "Ja, kann man teilweise nachfühlen", sagt Achim, "ist nicht grade einfach, sich nicht in Steffi zu verlieben." Grinsend schauen mich alle an, aber keiner verliert dieses Mal ein Wort über die Röte in meinem Gesicht. "Huh!" sage ich und fächele mir Luft zu.
Die nächste Runde steht an und wir entern die Bühne. Ich wechsele noch mal die Schuhe, jetzt habe ich wieder die blauen Pumps an. Das einleitende Instrumentalstück ist "Lily was here" von Candy Dulfer und Dave Stewart. Darauf haben Carlos und ich uns schon die ganze Zeit gefreut. Micha leitet das kurz ein. "Im Original spielen das Hauptthema eine Saxophonistin und ein Gitarrist, wir machen das einfach umgedreht", sagt er. Dann fangen die Jungs an den Grundrhythmus zu spielen. Nach einiger Zeit spiele ich die Melodie auf meiner neuen Akustischen. "Hey, Wuhu" kommt jubelnd aus dem Publikum von einigen, die es anscheinend erkannt haben. Carlos wiederholt die Melodie auf dem Sax. Wir spielen es immer hin und her, während Carlos Improvisationen einbaut. Die Begeisterung bei den Leuten ist groß. Auf der Tanzfläche ist einiges los. Carlos und ich haben die ganze Zeit Blickkontakt und flirten uns mit den Augen an. Das kommt zusätzlich gut an. Ab und zu schaue ich ins Publikum. Mein Blick fällt auch auf meine Gattin. Der scheint irgendwie gar nichts einzufallen, sie staunt mit halboffenen Mund, während ihre Bekannten um sie herum mitswingen. Langsam lassen wir das Lied ausklingen. Ein super Beifall kommt von den Leuten. Carlos und ich umarmen uns. "Ganz große Nummer", sage ich leise in sein Ohr. Er drückt mich etwas fester. "Find ich auch, Steffi", sagt er dann. Wir lösen uns und schauen zu den Jungs. "S-U-P-E-R!", sagt Alex. Wir lassen die Leute noch etwas jubeln. Micha geht ans Mikro "Eigentlich könnten wir dann mit den Eurythmics weitermachen", sagt er. Die Leute jubeln wieder lauter. "So auf die Fläche mit euch", sage ich, "wenn der Morgen kommt ist es langsam zu spät." Die Jungs spielen das Intro von "When tomorrow comes". Ich fange an zu singen. Während des Liedes schraube ich meine Stimme in astronomische Höhen. In der zweiten Hälfte unterstützt Carlos dann mit dem Sax. Im Zelt ist die Hölle los. Die Tanzfläche ist brechend voll und in den Gängen und an den Tischen tanzen auch einige. Ich fixiere mich wieder auf Carlos, der nimmt das dankend an. Dann ist auch dieses Stück zu Ende. Ein Wahnsinnapplaus bricht los. Ich trinke kurz einen Schluck Wasser, während die Jungs teilweise die Instrumente wechseln. Ich schaue zu Micha und Alex. "Ohne Ansage?" frage ich. "Jau, und los", sagt Micha und schaut zu Tom. Der leitet "I drove all Night" ein. Ich fange an zu singen. Die Jungs steigen ein. Das Stück geht auch noch mal richtig los. Meine Gattin hat sich wohl mittlerweile gerappelt. Sie ist mit einem Bekannten auf der Fläche. Der hat es mit dem Tanzen besser drauf, als ihr Lover. Sandra ist mit dem langen Ralf auf der Fläche. Beide tanzen einen flotten Disco-Fox. Ralf macht das auch bei diesem Tanz richtig gut. Sandra hat jedenfalls Spaß dabei. Ein heftiger Applaus ist die Folge, nachdem wir das Stück beendet haben. Ich schaue zu den Jungs. "Ich mache eine kleine Einleitung", sage ich. "OK", sagt Frank, die anderen nicken. Bisher hatte ich das Mikro im Ständer gelassen. Jetzt nehme ich es heraus. Die Leute im Zelt beruhigen sich langsam. Ich gehe langsam in Richtung Micha und Alex. "So, jetzt bist Du die ganze Nacht gefahren, um zum Partner zu kommen", leite ich ein, "und dann findeste heraus, dass er die ganze Zeit gelogen hat." In dem Moment stimmen Frank und Micha "Early Winter" an. Ich gehe langsam zu Carlos, der fängt leise an den Bass zu zupfen. Ich gehe noch ein Stück an ihm vorbei. An dem Ende der Bühne ist auch noch eine kleinere Treppe. Dort bleibe ich stehen und fange an zu singen. Die Tanzfläche ist jetzt ein bisschen leerer. Ich wage es, runterzugehen. Die tanzenden schauen mich erfreut an, während ich durch sie durchgehe. Beim ersten Refrain schaue ich zur Bühne. Das ist auch mal eine Ansicht, den Jungs zuzuschauen, wenn man mit ihnen spielt. Es scheint ihnen auch zu gefallen, jedenfalls lächeln sie alle. Vorgesehen war das eigentlich nicht, dass einer von uns von der Bühne geht. Es ist auch um einiges schwieriger, weil man dann seinen Monitor nicht mehr hat, wo man seine Stimme oder sein Instrument hört. Aber mit den Jungs klappt das jetzt hervorragend. Im zweiten Vers gehe ich weiter. Ich steuere den Tisch an, wo meine Familie sitzt. Die schauen mich begeistert an. Ich setze mich auf die Tischkante uns schaue beim Singen zum Nachbartisch, wo meine Gattin nebst Familie und Freunden sitzt. Die sind jetzt völlig Baff. Gerechnet haben sie mit so was wohl gar nicht. Beim nächsten Refrain rutsche ich vom Tisch, entferne mich rückwärtsgehend und drehe mich dann auch bald um. Schnellen Schrittes gehe ich über die Tanzfläche, in Richtung unserer Partner, die in der Nähe der Theke stehen. Sandra strahlt mal wieder über das ganze Gesicht. Ich gehe an der Gruppe vorbei und wieder auf die Bühne. Das Stück klingt aus. Auch diesmal gibt es einen gewaltigen Applaus. Ich schaue zu Sandra und nicke ihr zu, sie nickt zurück. Dann zwinkert sie mir zu.
Die Zuschauer beruhigen sich. "Das ist übrigens eine geile Band, wenn man von da unten zuschaut", sage ich ins Mikro. Der Applaus brandet wieder auf. "Da darf man ruhig mal klatschen", sage ich noch. Das war jetzt so nicht abgesprochen und Micha wird tatsächlich etwas verlegen, auch Tom schaut etwas verlegen zu mir. "I-hi", sage ich ohne Mikro. Carlos stellt sich neben mich und legt den Arm um meine Hüfte. "An der Gitarre ganz außen, Micha, daneben Alex, auch Gitarre, an der Schießbude Tom und an den Tasten "Professor" Frank", sage ich noch mal als Mini-Vorstellungsrunde, "und ich darf heute die Flügelfrau vom Bassmann sein, Carlos an Bass und Saxophon." "Juhu, wuhu", rufen sie aus dem Publikum. Die Jungs verbeugen sich einmal, zweimal, dreimal"¦ . Der Applaus hält an. "Danke, Steffi", sagt Alex zu mir. "Das musste jetzt sein", sage ich zu den Jungs. So langsam ebbt der Beifall ab. Ich schultere wieder meine akustische Gitarre. Dann stimmen wir "Torn" von Nathalie Imbruglia an. Ein paar Leute aus dem Vorstand des Schützenvereines stehen bei Cordula und Samantha und unterhalten sich angeregt mit den beiden Frauen. Nach dem Lied geh ich noch mal ans Mikro. "So, kleine Ruhepause, bevor ihr zu schmissigen Discorhythmen abtanzen dürft", sage ich. Dann gehen wir in die Pause. "Kommt ihr mit in die Sektbar?" fragt Samantha. Das tun wir dann auch. Außer Sekt bekommt man hier auch Drinks und Cocktails. "Wollen wir heute noch nach Hause?" frage ich Sandra, "sonst könnten wir auch bei meinen Eltern übernachten." "Nach Hause wär schon OK", sagt Sandra. "Gut, dann bleibe ich bei alkoholfreien Getränken und fahre das betrunkene Engelchen nach Hause", sage ich lächelnd. "Ey Stefanie", sagt Sandra gespielt entrüstet und boxt mich leicht. "Aua, aua", sage ich gespielt. "Das Geheimnis einer funktionierenden Partnerschaft", sagt Sandra dann grinsend. "I-hi", sage ich noch. Die anderen lachen. Ich bestelle mir einen alkoholfreien Cocktail, während sich Sandra einen "Tequila Sunrise" gönnt. "Du verträgst aber einen Stiefel, was?" flaxe ich. "I-hi", sagt Sandra. Während wir unsere Drinks schlürfen, sagt Samantha: "Eben war der Vorstand vom Verein da und hat gefragt, ob wir nächstes Jahr auch wieder spielen." "Poah! Wenn wir dann von der Welttournee schon zurück sind", feixe ich. In unserer Runde bricht Lachen aus. "Das sage ich dann so", gackert Samantha. "Wir könne ja unter Vorbehalt schon mal zusagen", sagt Micha, "und dann schauen wir in Ruhe mal, wie der Termin liegt." Wir anderen stimmen zu. Ich schaue Sandra mit einen unschuldigen Schlafzimmerblick an. "Und Early Winter war heute problemlos, ohne weinen?" frage ich sie. Sandra lacht laut los. "Wie sie guckt", gackert sie, "da soll man sich auch noch beherrschen." "Steffi ist heute richtig gut drauf", sagt Tom. Antje bestätigt ihn. "Alles in Ordnung, Stefanie", nimmt Sandra die Frage von mir wieder auf, "das war richtig toll gesungen und vorgetragen." Ich gebe ihr einen Kuss auf die Wange. Neben uns sitzt einer auf einem Barhocker, der uns schon eine Weile anschaut. "Darf ich mal was fragen?" sagt er zu Sandra und mir. "Joah!", antworte ich vorsichtig. "Seid ihr beiden ein Paar?" fragt der wieder. "Sind wir", antwortet Sandra vorsichtig. "Oh, schade", sagt der wieder und schaut traurig in sein Glas. In dem Moment kommt Susanne rein. "Na immer noch Single?" frage ich. Susanne gackert los. "Ja, ich habe vorhin einen netten Typen kennengelernt, ihn aber dann im Getümmel verloren", antwortet Susanne lachend. Der Typ der uns eben ansprach schaut erstaunt zu Susanne. "Hey, da bist Du ja wieder", sagt Susanne zu ihm und setzt sich auf seinen Schoß. Ich muss grinsen. "Ist schon eine Granate, unsere Nachbarin", sage ich zu Ebi, der seit ein paar Minuten mit Achim in der Sektbar steht. "Ja, die lässt nichts anbrennen", sagt Ebi grinsend zu mir.
Während Susanne mit dem Typen eine wilde Knutscherei anfängt, verabschieden sich Achim und Ebi. "Wir wollen dann mal wieder los", sagt Ebi, "meine Beine machen es langsam nicht mehr mit." "Hast aber lange durchgehalten", sage ich lächelnd. "Liegt auch ein Stück weit an dir, schöne Nachbarin", sagt Ebi darauf. Ich drücke ihn ganz lieb. Achim will dann natürlich auch gedrückt werden. "Tschüss ihr beiden", sage ich dann. "Ist wirklich ganz toll, was ihr hier macht", sagt Achim, habt noch viel Spaß." Dann verlassen sie über den Nebeneingang an der Bar das Zelt. Meine Gattin kommt mit ihren Schwestern in die Sektbar. Sie ist jetzt ein bisschen lockerer, wahrscheinlich auch, weil sie auch schon etwas alkoholisches getrunken hat. "Langsam wird es voll hier", sagt Cordula grinsend. Als dann auch noch die Partner von Gattin und ihren Schwestern reinkommen, fange ich an spontan zu singen: "Und jetzt kommt noch einer rüber, aus der Dröhn-Diskothek und ich glaube, das unser Dampfer bald untergeht." Alex und Frank steigen mit ein: "Aber sonst ist hier wieder alles klar, auf der Andrea Doria, da da da da da da, da da da da da da." "Ey das machen wir", gackert Carlos, "ich spiel auch Klarinette." "Steffi? Bass und Gesang?" fragt Micha. "Genauso", antworte ich. Da mich meine Frau und Anhang mal wieder völlig erstaunt anschauen, sage ich lächelnd: "So machen wir das zwischen den Programmstücken." Meine Gattin spricht mich dann auch direkt an. "So kenne ich dich gar nicht", sagt sie, "Du warst doch nicht früher so." "Doch, doch", antworte ich ruhig, "ich hatte nur selten Gelegenheit es raus zulassen." Seltsamerweise gibt sie sich damit zufrieden. Susanne verschwindet schnell mit ihrem Typen aus dem Zelt. Draußen dreht sie sich noch mal um. Ich schlage vorsichtig mit einer flachen Hand auf die Faust der anderen Hand. Susanne hat das Zeichen verstanden, nickt und lacht. "Was heißt das?" fragt mich Sandra. "Poppen!" antworte ich. "He, Stefanie, du bist wieder ziemlich direkt", lacht Sandra. "Wir müssen dann auch wieder", sagt Alex. Beim Rausgehen zwinkere ich noch meiner Gattin zu, die schaut erstaunt. Carlos, Tom, Frank und ich gehen auf die Bühne. "So weiter geht"™s", sagt Frank, "wir fangen erstmal ein bisschen jazzig an, bevor ihr wieder gefordert seid." Tom trommelt das Intro zu Take Five. Bei den Zuschauer kommt Jubel auf. Ein paar Frauen fangen spontan an mit zu swingen. Carlos ist wieder unheimlich gut. Sein Saxophonspiel nimmt die Zuschauer in den Bann. Natürlich gibt es dafür auch wieder einen tollen Beifall. Zur Überleitung auf das nächste Stück spricht mich Frank an: "Steffi, ist ganz schön voll hier, was?" Die Zeit nutzt Alex, um seine Trompete rauszuholen. Ich antworte auf Franks Frage mit verstellter Stimme, die wie Udo Lindenbergs Stimme klingt: "Der Dampfer ist ja auch maximal gefüllt." Erheiterung bricht im Zelt aus, während wir "Andrea Doria" von Udo Lindenberg anfangen zu spielen. Begeistert singen viele mit. Beim Refrain singe ich: "Ansonsten ist hier wieder alles klar"¦", und halte das Mikro zu den Zuschauern. ""¦auf der Andrea Doria", singen die lautstark. Von draußen kommen noch etliche Leute rein. Alex und Carlos stehen zusammen und swingen beim Spielen richtig ab. Nachdem wir mit dem Stück fertig sind, singen viele im Zelt weiter. Ich stelle meinen Bass ab und auch die Jungs wechseln ihre Instrumente. "Okay, wir haben euch ja vorhin schon auf ein bisschen Disco eingeschworen", sagt Frank. Ich stehe lächelnd am Mikro und sage zu den Jungs, so dass man es auch leise über die Anlage hört: "Ich singe es in der normalen Tonlage"¦. ." Und dann zum Publikum: "¦ von Debbie Harry." In dem Moment setzen die Jungs mit dem Stück "Heart of Glass" ein. Ich kriege es tatsächlich hin die hohen Töne zu erreichen. "Boah!" höre ich Alex neben mir sagen. Die Tanzfläche ist jedenfalls proppenvoll. Es ist zwar verdammt anstrengend, die Tonhöhe zu halten, aber ich lasse es mir nicht anmerken und tanze leicht zur Musik. Die Jungs singen das "da da da" im Background und lassen das Lied dann langsam ausklingen. "Whuhu", sage ich zum Schluss zu den Jungs. "Sehr geil Steffi", sagt Carlos halb neben mir. Das nächste Stück wird etwas elektronischer, der Anspruch an meine Stimme bleibt. "Love is a Stranger" von den Eurhythmics steht auf dem Programm. Die Leute im Zelt erkenne es sofort, Als Frank und Tom die ersten Takte spielen. Während sie das spielen, sage ich ganz kurz "Uh!" ins Mikro und schaue in die Leute, einige nehmen das sofort mit auf. Dann fange ich an zu singen: "Love is a stranger"¦ ." Hierbei kann ich mit der Stimme zwischendrin tiefer runtergehen , um dann wieder richtig hoch zu singen. Ist aber nicht weniger anstrengend. Das nächste Stück ist "Right beside you" von Sophia B. Hawkins. Die Leute im Zelt halten gut mit. Auch hier ist die Tanzfläche voll. Obwohl es schon nach Mitternacht ist, sehe ich noch meine Kinder. Sie stehen bei meiner Gattin und schauen zu mir rüber, als würden sie auf etwas warten. Ein Lied haben wir noch vor der nächsten kurzen Pause. Ich leite das Lied ein. "Kann jemand von euch französisch"¦?" frage ich. Erwartungsgemäß geht ein kleines Lachen los. Ich schaue grinsend durch die Leute. ""¦ verstehen, "¦ oder gar sprechen?" frage ich weiter. "Ach so" ruft einer aus der Menge. "Ja natürlich, oder dachtest Du"¦" sage ich und lecke mir leicht im Mundwinkel. Große Erheiterung bricht los. "Hier ist ein Song von Desireless", kündige ich an und Frank und Tom setzen mit der Musik ein. Die anderen Jungs steigen kurz danach ein. Ich habe schon etwas angestrengter geübt, um die Aussprache gut hinzubekommen. Es scheint wohl auch gut rüberzukommen. Die Jungs haben die ganze Zeit ein Grinsen drauf. Langsam merkt man dem ein oder anderen Paar Ermüdung an. "Kurze Pause, lauft nicht weg", sagt Frank, nachdem wir fertig sind. Aus den Augenwinkeln sehe ich meine Gattin winken. "Ich gehe da mal hin", sage ich. "OK, lass dich aber nicht unterwegs flachlegen, nach der Einleitung", lacht Alex. "I-hi!" sage ich und gehe die Treppe von der Bühne herunter über die Tanzfläche. Tatsächlich spricht mich einer auf halben Weg an: "Das war aber mal eine Ansprache." "Und jetzt kommt er nicht mehr runter, was?" sage ich und zwinkere ihm zu. Im Weitergehen sehe ich noch, wie ihm der Unterkiefer runterklappt. Dann komme ich bei Gattin und den Töchtern an. Ganz normal fragt meine Gattin mich: "Kannst Du die Mädels dann morgen von ihren Freundinnen abholen und erstmal mit zu dir nehmen?" Die Mädels schauen mich erwartungsvoll an, ihre Freundinnen stehen daneben. "Ja klar, wann denn?" "Nicht vor elf", antwortet die Freundin meiner Großen, "wir müssen ja ausschlafen. "Also, wir wollten uns von der Band um 13:00 Uhr am Übungsraum treffen und unser Equipment im Raum aufbauen", sage ich, "da müsstet ihr dann mit hinkommen." "Ja cool", sagt die Kleine, "dann kannst Du mich ja um 12:00 abholen und dann fahren wir ins Nachbardorf und holen die Lange." "Gerne, machen wir so", sage ich. Auch die Große ist begeistert. Seitens meiner Gattin kommen dieses Mal keine "Ratschläge". Kurz danach kommen die Mütter der Freundinnen und holen die Kids ab. Ich gehe zurück zu meinen Leuten. Sandra erzähle ich dann noch das mit meinen Mädels. "Cool", sagt sie, "da freue ich mich drauf."
Wir stehen in der Pause alle zusammen. Ich versuche grade mal etwas runterzukommen. Sandra steht neben mir und hat den Arm um meine Hüfte gelegt. Sie strahlt über das ganze Gesicht. "Ich bin so stolz auf Dich", flüstert sie leise in mein Ohr. Ich lächele sie an. Samantha kommt zu uns. Sie lächelt ebenfalls. "Das war ja eben eine Tolle Runde", sagt sie, "ist echt interessant, wie Du auf Störungen reagierst." "Danke", sage ich lieb, ich weiß auch nicht so richtig, was ich grade sagen soll. Sandra bemerkt das. Sie drückt mich leicht an der Hüfte. "Dann komm noch mal ein bisschen runter", sagt sie dann. Susanne kommt dazu. "Großes Kino", sagt sie zu mir, "Conny Kramer als Reggae ist schon mal eine Hausnummer." Ich zwinkere ihr zu. "Brauchst Du irgendetwas?" fragt Sandra. "Ich glaube ich brauche einen Zuckerschock", sage ich, "ein wenig energielos bin ich grade." "Eine Cola?" fragt Sandra. "Yes, am besten einen halben Liter", antworte ich. "Hole ich Dir", sagt Samantha", "macht frau so, als Managerin." Ich lächele ihr zu. Nach kurzer Zeit kommt sie mit der Cola wieder und gibt sie mir. "Danke", sage ich und trinke das Glas erstmal halb leer. "Jepp, das war es", sage ich dann grinsend. "Du legst aber auch eine Energie an den Tag", sagt Samantha lächelnd. In Ruhe trinke ich den Rest aus. Grade geht ein Vorstand vom Schützenverein auf die Bühne und fängt an, eine Rede zu schwingen. "Kann mir nur recht sein", sage ich grinsend. Cordula kommt zu uns. "Amazing Heinz hat mich grade angesprochen", sagt sie. Samantha verdreht die Augen. "Amazing Heinz?" frage ich. "Ja, der hat vor vielen Jahren zu einer schottischen Gemeinde Kontakt für einen Austausch aufgenommen", sagt Cordula. "Stimmt, ich erinnere mich dunkel", sage ich, "das ist dann im Gemeinderat gescheitert, weil es da unterschiedliche Befindlichkeiten gab." "Genau", sagt Cordula, "und besagter Heinz hatte damals Kontakt zu einigen Leuten aufgenommen und kriegt jedes Mal auf so einem Fest einen sentimentalen Anfall und ruft seine Kumpels in Schottland an." "Und warum Amazing Heinz?" fragt Sandra. Die Frage hätte ich sonst auch gestellt. "Wegen Amazing Grace", sagt Samantha, "Heinz sucht immer jemanden, der Amazing Grace vorträgt." "Soso, aha!" sage ich.
Während der Vorstand noch seine Rede schwingt, sagt Micha: "Die nächste Runde fängt ja mit "Time is tight", von Booker T. and the MG"™s an. Alex, Tom, Carlos und Frank wollen das machen." "Gerne, das kommt mir recht", sage ich. "Mir auch", sagt Micha, "kann man noch ein bisschen verschnaufen." Im Kopf lasse ich das Stück ablaufen, dabei groove ich nach außen hin leicht mit. Sandra beobachtet das mit einem Lächeln. "Kann man Disco Fox oder Cha Cha nach tanzen", sage ich zu ihr. "Cha Cha kann ich ein bisschen", sagt Sandra. "Wollen wir?" frage ich, "ich mache die Herrenschritte und führ Dich ein bisschen." Sandra strahlt. "Au ja gerne", sagt sie dann, "aber ich weiß grade nicht, wie das Stück geht." Leise pfeife ich die Melodie. "Ha! Kenne ich doch", sagt Sandra erfreut. Der Vorstandsmensch hat seine Rede beendet und unsere vier Kollegen gehen auf die Bühne. Sie bewaffnen sich mit ihren Instrumenten. Ich ziehe Sandra auf die Tanzfläche. Vor der Bühne nehmen wir die Tanzhaltung ein. "Huh, ein wenig aufgeregt bin ich", sagt Sandra. "Ich auch", sage ich beiläufig. "Ach Du", sagt Sandra lächelnd. Tom klackt den Takt an und die Jungs spielen los. "Eins, zwo, drei, Cha Cha Cha", sage ich und führe Sandra in den Grundschrift. "Cool", sagt sie leise. Ein paar Paare kommen auch auf die Fläche. "Drehung?" frage ich. Sandra nickt. Mit meinem linken Arm ziehe ich sie, während ich sie mit dem rechten Arm leicht in die Drehung schubse. "Drehn, drehn, Cha Cha Cha", sage ich. Wieder ein Grundschritt, dann frage ich sie: "Rückwärtsgehen?" Sandra nickt. Dann tuen wir das. Danach gehen wir in die Grundhaltung. "Kannst Du auch die Promenade?" frage ich, während wir Grundschritt tanzen. "Ja", sagt Sandra lächelnd. Also machen wir das auch. "Deine Gattin schaut grade ziemlich sparsam", sagt Sandra, weil sie da grade zufällig hinschaute. "I-hi", sage ich nur. "Promenade mit Vorwärtsgehen?" fragt Sandra. "Gerne", antworte ich und schon tanzen wir die Figur. Die Jungs bringen das Stück zu Ende. "War das schön", sage ich zu Sandra. Sie strahlt mich an. "Finde ich auch", sagt sie und bringt mich noch zur Treppe die auf die Bühne geht. "Danke Dir meine Süße", sagt Sandra. Ich gebe ihr einen dicken Kuss und gehe dann auf die Bühne. "Cool getanzt", sagt Micha. "Auch cool gespielt", sage ich zu ihm. Ich nehme mal wieder meine akustische Gitarre. "Als nächstes haben wir was von den Traveling Willburys", kündigt Micha das nächste Lied an. Wir fangen dann "Handle me with Care" an zu spielen. Ich staune grade, weil Frank auch Gitarre spielt. Frank zwinkert mir zu. Ich lächele ihn an. Wir spielen das Stück mit zwei akustischen und zwei E-Gitarren, Carlos spielt natürlich Bass. Dabei stehen wir fünf nebeneinander. Wie im Original singen wir mit mehreren Stimmen. Wobei ich die knarzige Stimme von Bob Dylan singe. Martin geht mit seiner Frau auf die Tanzfläche. Er schaut kurz zu uns hoch. Diesen Augenblick nutzt ein anderer und schnappt sich Martins Frau zum Tanzen. Martin ist jetzt etwas baff. Sandra hat das gesehen und geht zu Martin. Der nimmt das Angebot gerne an. Einige Leute schauen erstaunt, zumal Sandra vorher öfter Mal eine Aufforderung ausgeschlagen hatte. Ich schaue mir das ganze erheitert an. Martin führt Sandra auch gut und lässt sie ordentlich kreisen, was bei ihren Dirndl doppelt gut aussieht. Martins Frau hat jetzt nicht den so ganz so tollen Tänzer erwischt. Nach dem Lied bringt Martin Sandra zu ihrem Platz. Und Martins Frau schnappt sich gleich ihren Gatten. Ich stehe oben und amüsiere mich, was alle drei auch sehen. Ich zeige dann noch den "Gut gemacht Daumen".
Während des letzten Stücks in der Runde sehe ich Fackel wieder ins Zelt torkeln. Seine beiden Kumpels hat er im Schlepptau. Am Rande der Tanzfläche bleiben die drei schwankend stehen. Seine Gattin kann ich grade nicht sehen. Als wir nach dem Stück in die Pause gehen wollen, kommt Fackel an die Bühne. "Ich habe Dir eine Freundin mitgebracht, hahaha!" lallt er und wirft etwas auf die Bühne. Micha schaut etwas erbost in Richtung Fackel. Artur ist auch schon wieder wachsam. Ich hebe das was Fackel warf auf. "Cool", sage ich. Eine "Miss Piggy" Handpuppe hat er mir auf die Bühne befördert. Ich ziehe sie mir über die linke Hand und mache sofort eine Faust, so dass sich das Gesicht von Miss Piggy auf ärgerlich verändert. Ich schaue die Puppe an. "Hey cool dich mal kennenzulernen, Miss Piggy", sage ich zur Puppe. Miss Piggy legt einen noch ärgerlicheren Ausdruck drauf. Ich tue erschreckt. "Nicht gut?" frage ich. Viele Leute im Zelt schauen gespannt zur Bühne. Fackel hat sich ein paar Meter zurückgezogen und lacht wieder sein gekünsteltes Lachen. Mit Vornamen heißt er eigentlich Matthias, wird aber von vielen Matze genannt. Miss Piggy schaut mich immer noch total verärgert an. Ich tue so als wäre mir das peinlich. Meine Kinder sind mittlerweile mal wieder mit ihren Freundinnen im Zelt und schauen mir gespannt zu. Meinen Kinder zuliebe hatte ich mir mal vor einigen Jahren das Bauchreden beigebracht, jetzt nicht so professionell, aber ich kann den Mund einigermaßen ruhig halten dabei. Miss Piggy ist immer noch ärgerlich und schaut im Publikum rum. Die ersten fangen schon an zu kichern. "Willst Du jetzt hier nur schlechte Laune verbreiten?" sage ich zu Miss Piggy. Mit einer schnellen Handbewegung drehe ich sie zu mir. Mit einer ganz dunklen Stimme, die ich ganz hinten im Kehlkopf erzeuge, spricht Miss Piggy dann: "Ich heiße nicht Miss Piggy." (Diese Stimme macht Otto Waalkes z.B. bei Susi Sorglos, Heiliger Hain, sprechender Kaffee). Im Zelt bricht schallendes Gelächter aus. "Hm, OK, wie heißt Du dann?" frage ich Miss Piggy. "Matze Fackelmann", antwortet Miss Piggy mit der dunklen Stimme. Jetzt gackert auch der letzte im Zelt. Als sich die Leute so halb beruhigen, hört man von Fackel sein typisches "Hahahaha", was zum nächsten Lachanfall im Zelt führt. Miss Piggy schaut jetzt genervt in die Runde. "Was ist denn da so lustig dran?" fragt Miss Piggy in die Runde. Wieder lautes Gelächter. Einige Leute haben schon Tränen in den Augen. Ich schaue zu meine Leuten. Antje, Sandra, Cordula, Samantha und Susanne können sich gar nicht mehr einkriegen. Egal, was ich grade mit Miss Piggy mache, führt bei den Mädels zu Erheiterung. "Matze Fackelmann", wiederhole ich, "soso, siehst aber jetzt nicht so aus." "Ey Tussi, pass mal auf", sagt Miss Piggy ärgerlich zu mir, "es gibt gleich Megastress hier." "Is"˜ ja gut", beschwichtige ich. "Hahahaha" hört man wieder von Fackel. Mittlerweile weiß man auch nicht mehr über wen mehr gelacht wird, über Miss Piggys Show oder über Fackel sein dämliches, gekünsteltes Gelächter. "Ich mein ja nur", sage ich. Miss Piggy fällt mir ins Wort. "Was????" sagt sie . "Wegen der langen Haare und so", sage ich vorsichtig weiter. "Find mal ein Frisör, der die Borsten schneiden kann", grummelt Miss Piggy. Gekünstelt nicke ich und tue verständnisvoll. Die Zuschauer sind schon wieder am Lachen. Miss Piggy schaut mich jetzt missmutig an. "Du glaubst mir nicht?" fragt sie. Aus den Augenwinkeln sehe ich Fackels Frau ins Zelt kommen. Sie hat ihren Gatten wohl schon gesucht und findet ihn jetzt hier. Dementsprechend ärgerlich sieht sie aus. Miss Piggy dreht sich leicht in die Richtung und sagt: "Oh, oh!" Im nächsten Moment steht Fackels Gattin neben ihm, schaut ihn gaaaanz böse an und ohne Ansprache zieht sie ihm ihre Handtasche durchs Gesicht. Gespielt entsetzt mit leicht offenen Mund schauen Miss Piggy und ich zu. Fackels Gattin zieht ihm die Handtasche von der anderen Seite durchs Gesicht. "Aua", sagt Miss Piggy und verzieht das Gesicht. Fackel versucht seinen Kopf zu schützen, klappt aber nicht, seine Gattin klatscht ihm erstmal ein paar Ohrfeigen. "Hat dir das vorhin nicht gereicht", sagt Fackels Gattin lauter. Und wieder die Handtasche durchs Gesicht. Miss Piggy ist jetzt sichtlich geschockt und kann gar nicht mehr hinschauen. Die Leute im Zelt wissen irgendwie gar nicht, wo sie hingucken sollen, zu der Aktion unten, oder zu Miss Piggy, die trotzdem noch ihre Faxen macht. Ich muss echt aufpassen, dass ich jetzt nicht loslache. Fackels Gattin packt ihn dann am Kragen und treibt ihn vor sich her. Auf halber Strecke bleibt sie stehen, knallt ihm noch mal eine. "Du bleibst hier stehen", keift sie ihn an. Dann kommt sie zu mir. "Die Handpuppe ist meine", sagt sie ganz normal zu mir. Ich ziehe sie von der Hand und gebe sie ihr. "War aber nett, die Bekanntschaft von Miss Piggy zu machen", sage ich lächelnd und gebe die Handpuppe rüber. "Tut mir leid, ich hätte ihn einschließen müssen", sagt sie noch. "Ist OK", antworte ich. Dann treibt sie ihren Gatten aus dem Zelt. Ab und zu fängt er sich noch eine. Ich stehe noch auf der Bühne, als die Beiden das Zelt verlassen. "Unglaublich", sage ich dann mit der dunklen Stimme. Ein großer Applaus bricht los. Zwischendrin höre ich Steffi-Rufe. Ich verlasse winkend die Bühne und gehe zu meinen Leuten. Zum Teil sind die Frauen dabei ihre Augen nachzuschminken. "Schlechtes Makeup erwischt?" frage ich frech. "Ey, pass bloß auf", sagt Cordula lachend. Samantha steht neben mir und zuppelt an meinem Kleid. "Sage mal Steffi, was bist Du denn für eine Ulknudel?", sagt sie lachend, "jetzt hast Du in der kurzen Zeit dreimal den Laden zum Lachen gebracht." "Wir haben diesbezüglich auch schon die ein oder andere Anfrage bekommen", sagt Cordula. "Ups!" sage ich, "das war doch nur spontan aus der Situation heraus." "Müssen wir mal in Ruhe drüber reden", sagt Cordula lächelnd, "eine Anfrage für einen Kindergeburtstag habe ich vorhin bekommen." "Tse", sage ich. Sandra nimmt mich in den Arm, sie ist immer noch am Lachen. Mit strahlenden Augen schaut sie mich an. "Das war so groß eben, Stefanie", sagt sie, "mit Dir wird es wohl nie langweilig." Sie kuschelt sich an meine Schulter. Ich streiche durch ihre süßen Locken. Meine Töchter kommen mit ihren Freundinnen. Auch bei der Kleinen ist das Augenmakeup vom Lachen etwas verschmiert. Mit der dunklen Stimme frage ich sie: "Naa? Möchtest Du auch das Makeup repariert haben?" Sie nickt und Sandra übernimmt das. Sandra bessert das was ich vorhin gemacht habe noch etwas auf. "Dann will ich das auch so", sagt die Große. Zum Schluss haben die Freundinnen auch alle ein cooles Augenmakeup drauf. Zufrieden toben sie wieder nach draußen. Ich unterhalte mich mit Achim und Ebi. Tom und Frank sind auch dabei. Es geht um den Artikel, den Achim für die ein oder andere Zeitung verfasst. "Ich würde gerne noch ein Foto von euch als Band machen", sagt Achim. Sandra kommt dazu und hat ihre Kamera schon dabei. "OK, wo stellen wir uns hin?" fragt Frank, "auf die Bühne, mit Instrumenten?" "Haben wir schon", sagt Sandra, "vielleicht stellt ihr euch vor die Bühne und Achim fotografiert von der Bühne?" "Na los", sagt Carlos. Wir stellen uns vor der Bühne auf. Achim und Sandra gehen hoch. Natürlich klatschen ein paar Leute. Achim und Sandra machen einige Fotos. "Nicht so steif", sagt Achim. "Ihr könnt Steffi ruhig anfassen", sagt Sandra grinsend. Micha legt vorsichtig den Arm um meine Hüfte. Ich tue so als wäre ich kitzelig und gackere los. Micha ist etwas verunsichert, aber Tom spielt den Gag mit und umarmt mich von hinten an der Hüfte. "Ich habe sie", sagt er grinsend. Im Nu albern wir vor den Kameras. Irgendwie scheint das nicht Achims Ding zu sein, während Sandra einfach draufhält. "Cool", sagt sie dann. Danach stellen wir uns dichter zusammen, Tom und Carlos halten mich von hinten, Alex und Frank von der einen Seite. Auf der anderen Seite lege ich meinen Arm locker auf Michas Schultern. Während die Jungs versuchen cool und gelassen zu schauen, verändere ich meinen Gesichtsausdruck langsam von verruchtem Blick auf Schlafzimmerblick. Achim und Sandra schießen ein Bild nach dem anderen. Nach ein paar Minuten sind wir auch fertig. Wir gehen zurück zu den anderen. Sandra und Achim vergleichen auf den Displays ihrer Cams die Bilder. "Jei, da sind aber ein paar frech-frivole Bilder dabei", sagt Achim aufgeregt. Ebi schaut staunend zu. "Ja da sind schöne Dinger dabei", sagt Sandra grinsend. "Eins davon müsste man vergrößert bei uns im Treppenhaus aufhängen", sagt Ebi grinsend. Sandra lacht. "Dann kommt einer aber gar nicht mehr die Treppen hoch", sagt sie dann. Ich muss grinsen. "Stimmt auch wieder", sagt Ebi und klärt Achim über Jochen auf. "Ja, kann man teilweise nachfühlen", sagt Achim, "ist nicht grade einfach, sich nicht in Steffi zu verlieben." Grinsend schauen mich alle an, aber keiner verliert dieses Mal ein Wort über die Röte in meinem Gesicht. "Huh!" sage ich und fächele mir Luft zu.
Die nächste Runde steht an und wir entern die Bühne. Ich wechsele noch mal die Schuhe, jetzt habe ich wieder die blauen Pumps an. Das einleitende Instrumentalstück ist "Lily was here" von Candy Dulfer und Dave Stewart. Darauf haben Carlos und ich uns schon die ganze Zeit gefreut. Micha leitet das kurz ein. "Im Original spielen das Hauptthema eine Saxophonistin und ein Gitarrist, wir machen das einfach umgedreht", sagt er. Dann fangen die Jungs an den Grundrhythmus zu spielen. Nach einiger Zeit spiele ich die Melodie auf meiner neuen Akustischen. "Hey, Wuhu" kommt jubelnd aus dem Publikum von einigen, die es anscheinend erkannt haben. Carlos wiederholt die Melodie auf dem Sax. Wir spielen es immer hin und her, während Carlos Improvisationen einbaut. Die Begeisterung bei den Leuten ist groß. Auf der Tanzfläche ist einiges los. Carlos und ich haben die ganze Zeit Blickkontakt und flirten uns mit den Augen an. Das kommt zusätzlich gut an. Ab und zu schaue ich ins Publikum. Mein Blick fällt auch auf meine Gattin. Der scheint irgendwie gar nichts einzufallen, sie staunt mit halboffenen Mund, während ihre Bekannten um sie herum mitswingen. Langsam lassen wir das Lied ausklingen. Ein super Beifall kommt von den Leuten. Carlos und ich umarmen uns. "Ganz große Nummer", sage ich leise in sein Ohr. Er drückt mich etwas fester. "Find ich auch, Steffi", sagt er dann. Wir lösen uns und schauen zu den Jungs. "S-U-P-E-R!", sagt Alex. Wir lassen die Leute noch etwas jubeln. Micha geht ans Mikro "Eigentlich könnten wir dann mit den Eurythmics weitermachen", sagt er. Die Leute jubeln wieder lauter. "So auf die Fläche mit euch", sage ich, "wenn der Morgen kommt ist es langsam zu spät." Die Jungs spielen das Intro von "When tomorrow comes". Ich fange an zu singen. Während des Liedes schraube ich meine Stimme in astronomische Höhen. In der zweiten Hälfte unterstützt Carlos dann mit dem Sax. Im Zelt ist die Hölle los. Die Tanzfläche ist brechend voll und in den Gängen und an den Tischen tanzen auch einige. Ich fixiere mich wieder auf Carlos, der nimmt das dankend an. Dann ist auch dieses Stück zu Ende. Ein Wahnsinnapplaus bricht los. Ich trinke kurz einen Schluck Wasser, während die Jungs teilweise die Instrumente wechseln. Ich schaue zu Micha und Alex. "Ohne Ansage?" frage ich. "Jau, und los", sagt Micha und schaut zu Tom. Der leitet "I drove all Night" ein. Ich fange an zu singen. Die Jungs steigen ein. Das Stück geht auch noch mal richtig los. Meine Gattin hat sich wohl mittlerweile gerappelt. Sie ist mit einem Bekannten auf der Fläche. Der hat es mit dem Tanzen besser drauf, als ihr Lover. Sandra ist mit dem langen Ralf auf der Fläche. Beide tanzen einen flotten Disco-Fox. Ralf macht das auch bei diesem Tanz richtig gut. Sandra hat jedenfalls Spaß dabei. Ein heftiger Applaus ist die Folge, nachdem wir das Stück beendet haben. Ich schaue zu den Jungs. "Ich mache eine kleine Einleitung", sage ich. "OK", sagt Frank, die anderen nicken. Bisher hatte ich das Mikro im Ständer gelassen. Jetzt nehme ich es heraus. Die Leute im Zelt beruhigen sich langsam. Ich gehe langsam in Richtung Micha und Alex. "So, jetzt bist Du die ganze Nacht gefahren, um zum Partner zu kommen", leite ich ein, "und dann findeste heraus, dass er die ganze Zeit gelogen hat." In dem Moment stimmen Frank und Micha "Early Winter" an. Ich gehe langsam zu Carlos, der fängt leise an den Bass zu zupfen. Ich gehe noch ein Stück an ihm vorbei. An dem Ende der Bühne ist auch noch eine kleinere Treppe. Dort bleibe ich stehen und fange an zu singen. Die Tanzfläche ist jetzt ein bisschen leerer. Ich wage es, runterzugehen. Die tanzenden schauen mich erfreut an, während ich durch sie durchgehe. Beim ersten Refrain schaue ich zur Bühne. Das ist auch mal eine Ansicht, den Jungs zuzuschauen, wenn man mit ihnen spielt. Es scheint ihnen auch zu gefallen, jedenfalls lächeln sie alle. Vorgesehen war das eigentlich nicht, dass einer von uns von der Bühne geht. Es ist auch um einiges schwieriger, weil man dann seinen Monitor nicht mehr hat, wo man seine Stimme oder sein Instrument hört. Aber mit den Jungs klappt das jetzt hervorragend. Im zweiten Vers gehe ich weiter. Ich steuere den Tisch an, wo meine Familie sitzt. Die schauen mich begeistert an. Ich setze mich auf die Tischkante uns schaue beim Singen zum Nachbartisch, wo meine Gattin nebst Familie und Freunden sitzt. Die sind jetzt völlig Baff. Gerechnet haben sie mit so was wohl gar nicht. Beim nächsten Refrain rutsche ich vom Tisch, entferne mich rückwärtsgehend und drehe mich dann auch bald um. Schnellen Schrittes gehe ich über die Tanzfläche, in Richtung unserer Partner, die in der Nähe der Theke stehen. Sandra strahlt mal wieder über das ganze Gesicht. Ich gehe an der Gruppe vorbei und wieder auf die Bühne. Das Stück klingt aus. Auch diesmal gibt es einen gewaltigen Applaus. Ich schaue zu Sandra und nicke ihr zu, sie nickt zurück. Dann zwinkert sie mir zu.
Die Zuschauer beruhigen sich. "Das ist übrigens eine geile Band, wenn man von da unten zuschaut", sage ich ins Mikro. Der Applaus brandet wieder auf. "Da darf man ruhig mal klatschen", sage ich noch. Das war jetzt so nicht abgesprochen und Micha wird tatsächlich etwas verlegen, auch Tom schaut etwas verlegen zu mir. "I-hi", sage ich ohne Mikro. Carlos stellt sich neben mich und legt den Arm um meine Hüfte. "An der Gitarre ganz außen, Micha, daneben Alex, auch Gitarre, an der Schießbude Tom und an den Tasten "Professor" Frank", sage ich noch mal als Mini-Vorstellungsrunde, "und ich darf heute die Flügelfrau vom Bassmann sein, Carlos an Bass und Saxophon." "Juhu, wuhu", rufen sie aus dem Publikum. Die Jungs verbeugen sich einmal, zweimal, dreimal"¦ . Der Applaus hält an. "Danke, Steffi", sagt Alex zu mir. "Das musste jetzt sein", sage ich zu den Jungs. So langsam ebbt der Beifall ab. Ich schultere wieder meine akustische Gitarre. Dann stimmen wir "Torn" von Nathalie Imbruglia an. Ein paar Leute aus dem Vorstand des Schützenvereines stehen bei Cordula und Samantha und unterhalten sich angeregt mit den beiden Frauen. Nach dem Lied geh ich noch mal ans Mikro. "So, kleine Ruhepause, bevor ihr zu schmissigen Discorhythmen abtanzen dürft", sage ich. Dann gehen wir in die Pause. "Kommt ihr mit in die Sektbar?" fragt Samantha. Das tun wir dann auch. Außer Sekt bekommt man hier auch Drinks und Cocktails. "Wollen wir heute noch nach Hause?" frage ich Sandra, "sonst könnten wir auch bei meinen Eltern übernachten." "Nach Hause wär schon OK", sagt Sandra. "Gut, dann bleibe ich bei alkoholfreien Getränken und fahre das betrunkene Engelchen nach Hause", sage ich lächelnd. "Ey Stefanie", sagt Sandra gespielt entrüstet und boxt mich leicht. "Aua, aua", sage ich gespielt. "Das Geheimnis einer funktionierenden Partnerschaft", sagt Sandra dann grinsend. "I-hi", sage ich noch. Die anderen lachen. Ich bestelle mir einen alkoholfreien Cocktail, während sich Sandra einen "Tequila Sunrise" gönnt. "Du verträgst aber einen Stiefel, was?" flaxe ich. "I-hi", sagt Sandra. Während wir unsere Drinks schlürfen, sagt Samantha: "Eben war der Vorstand vom Verein da und hat gefragt, ob wir nächstes Jahr auch wieder spielen." "Poah! Wenn wir dann von der Welttournee schon zurück sind", feixe ich. In unserer Runde bricht Lachen aus. "Das sage ich dann so", gackert Samantha. "Wir könne ja unter Vorbehalt schon mal zusagen", sagt Micha, "und dann schauen wir in Ruhe mal, wie der Termin liegt." Wir anderen stimmen zu. Ich schaue Sandra mit einen unschuldigen Schlafzimmerblick an. "Und Early Winter war heute problemlos, ohne weinen?" frage ich sie. Sandra lacht laut los. "Wie sie guckt", gackert sie, "da soll man sich auch noch beherrschen." "Steffi ist heute richtig gut drauf", sagt Tom. Antje bestätigt ihn. "Alles in Ordnung, Stefanie", nimmt Sandra die Frage von mir wieder auf, "das war richtig toll gesungen und vorgetragen." Ich gebe ihr einen Kuss auf die Wange. Neben uns sitzt einer auf einem Barhocker, der uns schon eine Weile anschaut. "Darf ich mal was fragen?" sagt er zu Sandra und mir. "Joah!", antworte ich vorsichtig. "Seid ihr beiden ein Paar?" fragt der wieder. "Sind wir", antwortet Sandra vorsichtig. "Oh, schade", sagt der wieder und schaut traurig in sein Glas. In dem Moment kommt Susanne rein. "Na immer noch Single?" frage ich. Susanne gackert los. "Ja, ich habe vorhin einen netten Typen kennengelernt, ihn aber dann im Getümmel verloren", antwortet Susanne lachend. Der Typ der uns eben ansprach schaut erstaunt zu Susanne. "Hey, da bist Du ja wieder", sagt Susanne zu ihm und setzt sich auf seinen Schoß. Ich muss grinsen. "Ist schon eine Granate, unsere Nachbarin", sage ich zu Ebi, der seit ein paar Minuten mit Achim in der Sektbar steht. "Ja, die lässt nichts anbrennen", sagt Ebi grinsend zu mir.
Während Susanne mit dem Typen eine wilde Knutscherei anfängt, verabschieden sich Achim und Ebi. "Wir wollen dann mal wieder los", sagt Ebi, "meine Beine machen es langsam nicht mehr mit." "Hast aber lange durchgehalten", sage ich lächelnd. "Liegt auch ein Stück weit an dir, schöne Nachbarin", sagt Ebi darauf. Ich drücke ihn ganz lieb. Achim will dann natürlich auch gedrückt werden. "Tschüss ihr beiden", sage ich dann. "Ist wirklich ganz toll, was ihr hier macht", sagt Achim, habt noch viel Spaß." Dann verlassen sie über den Nebeneingang an der Bar das Zelt. Meine Gattin kommt mit ihren Schwestern in die Sektbar. Sie ist jetzt ein bisschen lockerer, wahrscheinlich auch, weil sie auch schon etwas alkoholisches getrunken hat. "Langsam wird es voll hier", sagt Cordula grinsend. Als dann auch noch die Partner von Gattin und ihren Schwestern reinkommen, fange ich an spontan zu singen: "Und jetzt kommt noch einer rüber, aus der Dröhn-Diskothek und ich glaube, das unser Dampfer bald untergeht." Alex und Frank steigen mit ein: "Aber sonst ist hier wieder alles klar, auf der Andrea Doria, da da da da da da, da da da da da da." "Ey das machen wir", gackert Carlos, "ich spiel auch Klarinette." "Steffi? Bass und Gesang?" fragt Micha. "Genauso", antworte ich. Da mich meine Frau und Anhang mal wieder völlig erstaunt anschauen, sage ich lächelnd: "So machen wir das zwischen den Programmstücken." Meine Gattin spricht mich dann auch direkt an. "So kenne ich dich gar nicht", sagt sie, "Du warst doch nicht früher so." "Doch, doch", antworte ich ruhig, "ich hatte nur selten Gelegenheit es raus zulassen." Seltsamerweise gibt sie sich damit zufrieden. Susanne verschwindet schnell mit ihrem Typen aus dem Zelt. Draußen dreht sie sich noch mal um. Ich schlage vorsichtig mit einer flachen Hand auf die Faust der anderen Hand. Susanne hat das Zeichen verstanden, nickt und lacht. "Was heißt das?" fragt mich Sandra. "Poppen!" antworte ich. "He, Stefanie, du bist wieder ziemlich direkt", lacht Sandra. "Wir müssen dann auch wieder", sagt Alex. Beim Rausgehen zwinkere ich noch meiner Gattin zu, die schaut erstaunt. Carlos, Tom, Frank und ich gehen auf die Bühne. "So weiter geht"™s", sagt Frank, "wir fangen erstmal ein bisschen jazzig an, bevor ihr wieder gefordert seid." Tom trommelt das Intro zu Take Five. Bei den Zuschauer kommt Jubel auf. Ein paar Frauen fangen spontan an mit zu swingen. Carlos ist wieder unheimlich gut. Sein Saxophonspiel nimmt die Zuschauer in den Bann. Natürlich gibt es dafür auch wieder einen tollen Beifall. Zur Überleitung auf das nächste Stück spricht mich Frank an: "Steffi, ist ganz schön voll hier, was?" Die Zeit nutzt Alex, um seine Trompete rauszuholen. Ich antworte auf Franks Frage mit verstellter Stimme, die wie Udo Lindenbergs Stimme klingt: "Der Dampfer ist ja auch maximal gefüllt." Erheiterung bricht im Zelt aus, während wir "Andrea Doria" von Udo Lindenberg anfangen zu spielen. Begeistert singen viele mit. Beim Refrain singe ich: "Ansonsten ist hier wieder alles klar"¦", und halte das Mikro zu den Zuschauern. ""¦auf der Andrea Doria", singen die lautstark. Von draußen kommen noch etliche Leute rein. Alex und Carlos stehen zusammen und swingen beim Spielen richtig ab. Nachdem wir mit dem Stück fertig sind, singen viele im Zelt weiter. Ich stelle meinen Bass ab und auch die Jungs wechseln ihre Instrumente. "Okay, wir haben euch ja vorhin schon auf ein bisschen Disco eingeschworen", sagt Frank. Ich stehe lächelnd am Mikro und sage zu den Jungs, so dass man es auch leise über die Anlage hört: "Ich singe es in der normalen Tonlage"¦. ." Und dann zum Publikum: "¦ von Debbie Harry." In dem Moment setzen die Jungs mit dem Stück "Heart of Glass" ein. Ich kriege es tatsächlich hin die hohen Töne zu erreichen. "Boah!" höre ich Alex neben mir sagen. Die Tanzfläche ist jedenfalls proppenvoll. Es ist zwar verdammt anstrengend, die Tonhöhe zu halten, aber ich lasse es mir nicht anmerken und tanze leicht zur Musik. Die Jungs singen das "da da da" im Background und lassen das Lied dann langsam ausklingen. "Whuhu", sage ich zum Schluss zu den Jungs. "Sehr geil Steffi", sagt Carlos halb neben mir. Das nächste Stück wird etwas elektronischer, der Anspruch an meine Stimme bleibt. "Love is a Stranger" von den Eurhythmics steht auf dem Programm. Die Leute im Zelt erkenne es sofort, Als Frank und Tom die ersten Takte spielen. Während sie das spielen, sage ich ganz kurz "Uh!" ins Mikro und schaue in die Leute, einige nehmen das sofort mit auf. Dann fange ich an zu singen: "Love is a stranger"¦ ." Hierbei kann ich mit der Stimme zwischendrin tiefer runtergehen , um dann wieder richtig hoch zu singen. Ist aber nicht weniger anstrengend. Das nächste Stück ist "Right beside you" von Sophia B. Hawkins. Die Leute im Zelt halten gut mit. Auch hier ist die Tanzfläche voll. Obwohl es schon nach Mitternacht ist, sehe ich noch meine Kinder. Sie stehen bei meiner Gattin und schauen zu mir rüber, als würden sie auf etwas warten. Ein Lied haben wir noch vor der nächsten kurzen Pause. Ich leite das Lied ein. "Kann jemand von euch französisch"¦?" frage ich. Erwartungsgemäß geht ein kleines Lachen los. Ich schaue grinsend durch die Leute. ""¦ verstehen, "¦ oder gar sprechen?" frage ich weiter. "Ach so" ruft einer aus der Menge. "Ja natürlich, oder dachtest Du"¦" sage ich und lecke mir leicht im Mundwinkel. Große Erheiterung bricht los. "Hier ist ein Song von Desireless", kündige ich an und Frank und Tom setzen mit der Musik ein. Die anderen Jungs steigen kurz danach ein. Ich habe schon etwas angestrengter geübt, um die Aussprache gut hinzubekommen. Es scheint wohl auch gut rüberzukommen. Die Jungs haben die ganze Zeit ein Grinsen drauf. Langsam merkt man dem ein oder anderen Paar Ermüdung an. "Kurze Pause, lauft nicht weg", sagt Frank, nachdem wir fertig sind. Aus den Augenwinkeln sehe ich meine Gattin winken. "Ich gehe da mal hin", sage ich. "OK, lass dich aber nicht unterwegs flachlegen, nach der Einleitung", lacht Alex. "I-hi!" sage ich und gehe die Treppe von der Bühne herunter über die Tanzfläche. Tatsächlich spricht mich einer auf halben Weg an: "Das war aber mal eine Ansprache." "Und jetzt kommt er nicht mehr runter, was?" sage ich und zwinkere ihm zu. Im Weitergehen sehe ich noch, wie ihm der Unterkiefer runterklappt. Dann komme ich bei Gattin und den Töchtern an. Ganz normal fragt meine Gattin mich: "Kannst Du die Mädels dann morgen von ihren Freundinnen abholen und erstmal mit zu dir nehmen?" Die Mädels schauen mich erwartungsvoll an, ihre Freundinnen stehen daneben. "Ja klar, wann denn?" "Nicht vor elf", antwortet die Freundin meiner Großen, "wir müssen ja ausschlafen. "Also, wir wollten uns von der Band um 13:00 Uhr am Übungsraum treffen und unser Equipment im Raum aufbauen", sage ich, "da müsstet ihr dann mit hinkommen." "Ja cool", sagt die Kleine, "dann kannst Du mich ja um 12:00 abholen und dann fahren wir ins Nachbardorf und holen die Lange." "Gerne, machen wir so", sage ich. Auch die Große ist begeistert. Seitens meiner Gattin kommen dieses Mal keine "Ratschläge". Kurz danach kommen die Mütter der Freundinnen und holen die Kids ab. Ich gehe zurück zu meinen Leuten. Sandra erzähle ich dann noch das mit meinen Mädels. "Cool", sagt sie, "da freue ich mich drauf."
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...