hr3: Toxische Beziehungen — Ich überlebte zwei Femizid-Versuche
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Anne-Mette
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hr3: Toxische Beziehungen — Ich überlebte zwei Femizid„Versuche

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Sendetermine

Do. 06.05.21, 21:45 Uhr
So. 09.05.21, 18:30 Uhr
So. 30.05.21, 21:45 Uhr
Mo. 31.05.21, 02:25 Uhr

https://www.hr-fernsehen.de/sendungen-a ... 17744.html
Michi
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Re: hr3: Toxische Beziehungen — Ich überlebte zwei Femizid„Versuche

Post 2 im Thema

Beitrag von Michi »

So sehr ich die Mordversuche verabscheue (wie jegliche Art von Gewalt) ...

... so sehr sträubt sich in mir alles bei dem Wort "Femizid"!

Ich verstehe sehr wohl den Gedanken, der dahinter steht. Jedoch wird dabei explizit auf Genozid abgestellt, also auf nicht weniger als Völkermord, welcher als das schlimmste Verbrechen im Völkerstrafrecht gilt.

In dieser selbstgerechten Art von maximaler dramatischer Übersteigerung sehe ich die große Gefahr, dass diesem sehr ernsten Problem, welches auf jeden Fall immer wieder angesprochen werden muss, durch eben diese maximale Übersteigerung ungewollt die Bedeutung und Ernsthaftigkeit entzogen wird, die es verdient hat.


Oder in wenigen, einfacheren Worten: "Femizid" ist ein Bärendienst, den man den weiblichen Mordopfern erweist.
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
Karla
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Re: hr3: Toxische Beziehungen — Ich überlebte zwei Femizid„Versuche

Post 3 im Thema

Beitrag von Karla »

-zid von lat. -cidium: Mord, Tötung, Abtötung

@Michi:
Es gibt nicht nur Genozid, sondern auch Suizid und Biozide.

Mit Femizid bzw. -versuch ist das Schicksal von Svenja Beck treffend beschrieben.
Das perfide an solchen Gewaltbeziehungen ist es ja, daß Opfer es oft lange Zeit nicht schaffen, daraus auszubrechen.
Aus Opfersicht ist sogar der Vergleich mit dem KZ verständlich: auch dort wurden Menschen systematisch entwürdigt und schließlich vernichtet.

Für 2 Tötungsversuche und das jahrelange Martyrium ist der Täter m.E. viel zu billig mit 13 Monaten auf Bewährung davongekommen!
Die Bezeichnung Femizid hilft hoffentlich zu einem Umdenken, so daß Gewalt v.a. gegen Partnerinnen nicht mehr bagatellisiert wird.

Größten Respekt habe ich davor, wie Frau Beck damit in die Öffentlichkeit gegangen ist um anderen einen so langen Leidensweg hoffentlich zu ersparen.
Ich gönne ihr und ihren Kindern die neue Beziehung von ganzem Herzen, andere haben sich leider zu Männerhasserinnen und TERFs entwickelt.

Ein bißchen Statistik:

https://taz.de/Femizide-in-Deutschland/!5728408/
...
Das BKA registrierte 2019 142.000 Fälle von Partnerschaftsgewalt in Deutschland, mehr als 80 Prozent der Betroffenen sind Frauen. Während Männer vor allem außerhalb von Partnerschaft Gefahr laufen, von anderen getötet zu werden, ist für Frauen die Beziehung am gefährlichsten: 117 Frauen starben in dem Jahr durch Partner oder Ex-Partner. Viele befürchten, dass sich die Situation durch Corona verschärft.
...

Wenn frau von 20 Mio. Partnerbeziehungen in Deutschland ausgeht, heißt das, daß fast in jeder 100. Beziehung ANGEZEIGTE Gewalt im Spiel ist, die Dunkelziffer will ich gar nicht so genau wissen. Für eine von 1000 betroffenen Frauen war dies im Jahr 2019 tödlich. Auch wenn es in 99 von 100 Beziehungen NICHT zu kriminalpolizeilich registrierter Gewalt kam, bleibt für die Gesellschaft noch einiges zu tun!

LG Elly
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Wally
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Re: hr3: Toxische Beziehungen — Ich überlebte zwei Femizid„Versuche

Post 4 im Thema

Beitrag von Wally »

Zufällig hat meine erste Ehe (das ist jetzt Gottseidank schon 35 Jahre her) auch 5 Jahre gedauert. Und zufällig hat meine damalige Frau auch zwei mal mein Leben bedroht (von den unzähligen, anderen, physischen wie psychischen Misshandlungen - bis hin zu ärztlich behandlungsbedürftigen Verletzungen - mal ganz abgesehen). Und zwar beide Male, als ich für mich allein nackt in der Badewanne lag - also ganz sicher nicht aktuell von mir provoziert... Das erste mal hat sie ein an Netzstrom angeschlossenes Kofferradio zu mir in die Badewanne geschmissen. Da der Trafo zum Glück in den Netzstecker eingebaut war (damals eher die Ausnahme, die modernen, kleinen Schaltnetzteile gab's damals noch nicht), überlebte ich den Anschlag. Das zweite Mal hat sie mit einem 30 Zentimeter langen Dachdeckerschraubenzieher die vor ihr verschlossene Badtür aufgebrochen (nein, sie mußte nicht aufs Klo - es gab noch eine zweite Toilette im Haushalt) und kam mit dem zum Zustechen erhobenen Mordinstrument auf mich zu, als ich nackt aus der Wanne stieg.

Nun ist es immer schwierig, so etwas zu vergleichen: waren das wirklich ernsthafte Mordversuche? Ich selber habe das damals jedenfalls nach der Gesamtlage sehr ernst genommen: nach der ersten Episode habe ich allen näheren Freunden eindringlich erklärt, wenn ich durch einen Stromschlag in der Badewanne ums Leben käme, dass das dann höchstwahrscheinlich KEIN Unfall, sondern Mord sein würde - und dass sie sich darum kümmern müßten. Das zweite Ereignis (es gelang mir, unter äußerster Selbstbeherrschung wenigstens äußerlich Ruhe zu bewahren und sie rein verbal zur Besinnung zu bringen) bedeutete dann in der Folge das unmittelbare und endgültige Ende der Ehe.

Eine Bewährungsstrafe für den Täter - wie im Fernseh-Fall - ist jetzt nicht unbedingt ein Indiz dafür, dass der im Fernsehen beschriebene Fall schlimmer gewesen wäre als der meine: wer - zumal als männlicher, deutschstämmiger Täter - wirklich, nachweisbar gleich zwei ernsthafte, geplante Mordversuche auf dem Gewissen hat, der kommt in unserer Justiz ganz sicher nicht mit einer Bewährungsstrafe davon. Und wenn ich damals meiner Frau all das angetan hätte, was sie mir (nachweisbar!) angetan hat, und mich danach vor Gericht dafür hätte verantworten müssen, wäre ich vermutlich auch nicht mit einer Bewährungsstrafe davongekommen - trotz der doch etwas unklaren Motivlage.

Ich habe damals meine (Ex-)Frau wegen dieser Geschichten nicht mal angezeigt. Ich fand es sinnvoller, mich zwecks Behandlung meiner psychischen Folgeschäden (die mich noch viele Jahre verfolgten) in psychotherapeutische Behandlung zu begeben; dort habe ich dann auch die (eigentlich gar nicht erwartete) Diagnose "Transsexualismus" gekriegt, mit der ich mein Leben schließlich insgesamt in bessere Bahnen leiten konnte. Schon gar nicht wäre ich auf die Idee gekommen, meine höchstpersönlichen, üblen Erfahrungen (nicht nur mit der Ehefrau, sondern in der Folge auch mit dem gesamten, sozialen Umfeld, in dem ich - als Mann - mit meiner Not einfach nicht wahrgenommen wurde) dann gleich noch medienwirksam zu einem "Maskuzid" aufzublasen. Die bloße Vorstellung, das so herum so zu benennen, entlarvt doch schon, wie lächerlich übertrieben das ist.

Noch ein Wort zu den angesprochenen Statistikdaten: da wird mit Erhebungen operiert, nach denen angeblich 80% der ehelichen "Gewalttaten" vom Mann ausgehen - und damit suggeriert, dass das Verhältnis der Gattenmorde ähnlich sei. Nicht erwähnt wird dabei, dass es sich bei den allermeisten der zitierten "Gewalttaten" um Taten wie "Schubsen", "Stoßen", Ohrfeigen u. ä. (laut anonymer Befragungen, über deren Repräsentativität man sehr unterschiedlicher Meinung sein kann) handelte. Ich versuche mir gerade das Gelächter auf der Polizeiwache vorzustellen, wenn ich als Mann jemals den Versuch gemacht hätte, solche (tatsächlich nahezu täglich erlittenen) "Gewalttaten" meiner Exfrau zur Anzeige zu bringen..."Ihre Frau hat Sie geschuubst? Und gar noch gestoooßen - eideidei... Hat sie Sie auch mit Wattebällchen beworfen?" Bei vollendetem Gattenmord (bei dem's ja kaum eine verfälschende Dunkelziffer gibt, sondern allenfalls eine geschlechtsspezifisch unterschiedliche Einstufung der Tatmotive durch Strafgerichte - zu wessen Gunsten dann wohl?) ist dagegen das Geschlechterverhältnis ziemlich ausgeglichen, es liegt zumindest in derselben Größenordnung.

Für mich - gerade, weil ich selber einschlägige Erfahrungen machen mußte! - ist dieser Artikel nichts weiter als die schon seit Jahrzehnten übliche, männerfeindliche Hetze. Eigentlich sogar ein wirklicher Fall strafrechtlicher "Volksverhetzung": pauschale Herabwürdigung nach schicksalhaftem Geschlecht, bewußte und gewollte Breitenwirkung mit handfesten, negativen Folgen für die pauschal Verleumdeten - also wirklich alles da, was zum Straftatbestand einer Volksverhetzung gehört. Trotzdem werde ich das jetzt genausowenig anzeigen, wie ich damals die Gewalttaten meiner Exfrau angezeigt habe - auch aus ganz ähnlichen Gründen :-(

Herzliche Grüße
Wally
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Wally
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Re: hr3: Toxische Beziehungen — Ich überlebte zwei Femizid„Versuche

Post 5 im Thema

Beitrag von Karla »

@Wally:
Du bist da wohl der Ausreißer in der Statistik:

https://www.bka.de/SharedDocs/Downloads ... onFile&v=2
Die Statistik auf S.7 zeigt, daß Männer ggü. Frauen insgesamt v.a. außerhalb der Partnerschaft häufiger von Gewalt betroffen sind: 486000 : 333000 = 146 %
bei Partnerschaftsgewalt insgesamt: 27000 : 115000 = 23,5 %
bei Tötungsdelikten incl. Versuchen: 93 : 301 = 31 %

Innerhalb der Partnerschaft ist das Risiko der Frauen damit 3 - 4 mal höher als das der Männer, aber auch einige Frauen "können Gewalt", wie Wally erleben mußte.
Deeskalation bei Konflikten zu lernen, schadet weder frau noch mann - da gibt es noch immer Nachholbedarf!

LG Elly
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Michi
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Re: hr3: Toxische Beziehungen — Ich überlebte zwei Femizid„Versuche

Post 6 im Thema

Beitrag von Michi »

Elizabeth hat geschrieben: Sa 8. Mai 2021, 04:57 @Wally:
Du bist da wohl der Ausreißer in der Statistik:
Hallo hallo .. hier ist noch so ein "Ausreißer" .. danke auch, wie wir marginalisiert werden.
Elizabeth hat geschrieben: Sa 8. Mai 2021, 04:57 Die Statistik auf S.7 zeigt, daß Männer ggü. Frauen insgesamt v.a. außerhalb der Partnerschaft häufiger von Gewalt betroffen sind: 486000 : 333000 = 146 %
bei Partnerschaftsgewalt insgesamt: 27000 : 115000 = 23,5 %
bei Tötungsdelikten incl. Versuchen: 93 : 301 = 31 %
Diese Verhältnisse sagen aber was anderes als!

Von "Ausreißer" und signifikant unterschiedlichen Verhältnissen spricht man im Allgemeinen, wenn sich die Zahlen um mindestens 1 bis 2 Größenordnungen*) unterscheiden.

Relativierung ist in beiden Richtungen Scheiße, und das ist auch der Grund, warum die Betroffenen .. Frauen UND AUCH MÄNNER zu oft schweigen!


*) Größenordnung bedeutet Zehnerpotenz .. "1 bis 2 Größenordnungen" entspricht also dem Faktor 10 bis 100
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: hr3: Toxische Beziehungen — Ich überlebte zwei Femizid„Versuche

Post 7 im Thema

Beitrag von Karla »

Den "Ausreißer" hätte ich in Anführungszeichen setzen müssen, aber:
146% : 23,5% ist Faktor 6,2, gerundet ist das 10 und nicht 0 oder 1!
d.h.: Männern droht Gewalt eher außerhalb der Beziehung, Frauen eher in der Beziehung
meine verstorbene Partnerin war ziemlich eifersüchtig und temperamentvoll: ich habe auch mal blaue Flecken abgekriegt.
Dennoch war es keine struktuelle Gewalt -> daher für mich kein Grund für eine Anzeige
"Bewältigen von Konflikten" kam in meiner Schulausbildung nicht vor - wäre (und ist) aber wichtig!!!
Ein Konflikt in den eigenen 4 Wänden kann sich leider immer weiter hochschaukeln, die Folgen - finanziell und emotional - sind schwerwiegend!
(in einem meiner 2 Scheidungsverfahren war ich mit einer Unterhaltsforderung konfrontiert, die mein Netto-Einkommen deutlich überstieg, die Sache ließ sich aber schließlich gewaltfrei regeln - Streß pur war es dennoch!)
Dies soll jetzt keine Rechtfertigung für Gewalt sein, aber ein Erklärungsversuch dafür, daß 1 von 1000 leider durchdreht.

LG Elly
Zuletzt geändert von Karla am So 9. Mai 2021, 22:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: hr3: Toxische Beziehungen — Ich überlebte zwei Femizid„Versuche

Post 8 im Thema

Beitrag von Michi »

Elizabeth hat geschrieben: So 9. Mai 2021, 22:09 Den "Ausreißer" hätte ich in Anführungszeichen setzen müssen, aber:
146% : 23,5% ist Faktor 6,2, gerundet ist das 10 und nicht 0 oder 1!
Da graust es den Hund mitsamt seiner Hütte, was du hier für eine Milchmädchenrechnung ablieferst .. so nach dem Motto: "Wenn ein Bauer 25 Äpfelbäume hat, und 30 Zentner Birnen verkauft, macht er 578% Verlust". :roll:
Elizabeth hat geschrieben: So 9. Mai 2021, 22:09 meine verstorbene Partnerin war ziemlich eifersüchtig und temperamentvoll: ich habe auch mal blaue Flecken abgekriegt.
Dennoch war es keine struktuelle Gewalt -> daher für mich kein Grund für eine Anzeige
Juijuijui .. was hat das mit "struktureller Gewalt" zu tun? Das ist ja ziemlich verquer! :shock:


Sorry, aber da komme ich bei dir nicht mit.


Beste Grüße
Michi
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Re: hr3: Toxische Beziehungen — Ich überlebte zwei Femizid„Versuche

Post 9 im Thema

Beitrag von Karla »

Liebe Michi,
einen Faktor von 6 sehe ich als signifikant an, ohne dabei Frauen die Fähigkeit zu Gewalt abzusprechen!
"Milchmädchenrechnung" wird der Sache nicht gerecht!
"strukturell": vielleicht gibt es einen besseren Ausdruck dafür - systematisch abgewertet und kaputtgemacht über 5 Jahre habe ich mich jedenfalls nicht gefühlt, im Unterschied zu dem Fall, der diesem Thread zugrunde liegt.
Die über 100000 angezeigten Fälle von Partnerschaftsgewalt dürfen uns alle nicht kalt lassen - auch wenn die Ursachen vielschichtig sind.

LG Elly
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Re: hr3: Toxische Beziehungen — Ich überlebte zwei Femizid„Versuche

Post 10 im Thema

Beitrag von Michi »

Elizabeth hat geschrieben: So 9. Mai 2021, 23:57 einen Faktor von 6 sehe ich als signifikant an
Dann nochmal deutlicher: Du siehst einen Faktor als signifikant an, denn du .. sorry, wenn ich es so direkt sage: bullshitmäßig konstruiert hast. Tut mir leid, ich weiß nicht, was ich darauf noch erwidern soll. :roll:
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Re: hr3: Toxische Beziehungen — Ich überlebte zwei Femizid„Versuche

Post 11 im Thema

Beitrag von Karla »

Bei den weiblichen der aufgeführten Delikte waren 34,5 % im Zusammenhang mit Partnerschaften
Opfer geworden (114.903 von insgesamt 333.304 weiblichen Opfern), bei den männlichen
Opfern lag der Anteil bei 5,5 % (26.889 von insgesamt 486.489 männlichen Opfern

Bei den männlichen Deliktopfern "erlebte" jeder 18. die Tat durch den Partner, bei den weiblichen war in 1 von 3 Fällen der Partner der Täter - das ist der bullshit - Faktor 6!

LG Elly
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Re: hr3: Toxische Beziehungen — Ich überlebte zwei Femizid„Versuche

Post 12 im Thema

Beitrag von Michi »

Du kannst doch nicht den prozentualen Anteil männlicher Opfer in Kategorie A mit dem prozentualen Anteil männlicher Opfer in Kategoire B ins Verhältnis setzen, um daraus eine weibliche Betroffenheit auszurechnen.

Das ergibt alles überhaupt keinen Sinn, ganz gleich, wie oft du dir mit Zahlenspielereien deine Milchmädchenrechnung bestätigst.

Hier nochmal deine beigebrachten Zahlen:
Elizabeth hat geschrieben: Sa 8. Mai 2021, 04:57 Die Statistik auf S.7 zeigt, daß Männer ggü. Frauen insgesamt v.a. außerhalb der Partnerschaft häufiger von Gewalt betroffen sind: 486000 : 333000 = 146 %
bei Partnerschaftsgewalt insgesamt: 27000 : 115000 = 23,5 %
Die Betroffenheit von Partnerschaftsgewalt kann man nur mit Zahlen zur Partnerschaftsgewalt betrachten. Und da ist das Verhältnis der angezeigten Delikte ca. 1:4.

Das sind nämlich alles einzelne Delikte, und nicht etwa die Zahlen der Betroffenen. D.h. eine Frau, die ihren Partner mehrfach anzeigt, taucht mehrfach in der Statistik auf. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mann seine Partnerin überhaupt anzeigt, geschweige denn mehrfach, ist auf Grund dessen, dass männliche Opfer im Gegensatz zu weiblichen noch viel weniger Akzeptanz erfahren, eher gering. Dazu kommt noch, dass weibliche Täterinnen ihr Opfer durch Falschbeschuldigung fälschlich zum Täter machen. (Damit hatte mir meine Ex auch gedroht, falls ich zur Polizei gehen sollte. Und wem die eher glauben, das liegt auf der Hand!) Außerdem ist in der Statistik nicht das Geschlecht der Täter erfasst, und Gewalt gibt es auch in homosexuellen Partnerschaften.

Was ich damit sagen will: Anhand der Statistik lassen sich nicht nicht wirklich aussagekräftige Aussagen über die Anzahl der Betroffenen ableiten. Aus Kreisen, die sich mit Partnerschaftsgewalt beschäftigen, ist jedoch zu hören, dass die Zahl der Betroffenen bei Männern und Frauen nicht sooo unterschiedlich ist (geschätzt irgendwo zwischen 40:60 und 50:50). Unterschiedlich ist vor allem der Umgang der Gesellschaft damit.

Wir müssen damit leben lernen, dass die Probleme nicht immer so plakativ einfach sind, wie sie uns präsentiert werden. Und damit will ich keineswegs auch nur die Probleme einer einzigen betroffenen Frau kleinreden. Mich stört nur, wie Männer als Betroffene in solchen Debatten allein auf Grund ihres Geschlecht marginalisiert werden. Wie sollen Betroffene unter solchen Umständen den Mut finden, ihre Peinigerinnen anzuzeigen?!


Beste Grüße
Michi
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Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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