Grenzen, grenzenlos oder einfach mal schauen?
Grenzen, grenzenlos oder einfach mal schauen? - # 2

Lebensplanung, Standorte
Christel_Inter
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Re: Grenzen, grenzenlos oder einfach mal schauen?

Post 16 im Thema

Beitrag von Christel_Inter »

Claire Gently Bee,
Du fragst nach der Abgrenzung beim Kleiden...
Das Problem steckt heute genau betrachtet als erstes BEI DIR!
  • Welches Ziel möchtest Du mit Deiner Bekleidung erreichen?
  • Gehört zu Deinem Ziel, dass Du ein "anderer Mensch" sein möchtest?
  • Liegt Dir mehr daran, Damenkleidung anzuziehen?
Allein diese drei Fragen solltest Du DIR in Ruhe beantworten können.

Mein Rat ist für eigentlich jeden Menschen in unserer "zuvielisierten" Gesellschaft lautet schon einige Zeit: Löse dich mal für eine möglichst lange Zeit von dem Wissen, es gäbe da die "Damen-" und dort die "Herren-Kleidung". Alles sei bei den Anbietern nur nach Farben, Mustern, Längen, Schnitten, Größen sortiert. Welche Probleme täten sich dann für uns auf? - Ich behaupte mal: KEINE...
Meine Vorstellung geht da sogar so weit, dass sich die Männerwelt endlich mal von dem Einheitsgrau oder dem absurden Bunt erlösen traute.

Wenn Du Dich in Deinem SEIN als Mensch einfach mal vor den Spiegel stellst und schaust, was könnte von den vielen Angeboten auf dem riesigen Textil-Markt zu diesem Menschen optisch so passen, dass Du Dir selbst in der Stadt oder im Dorf begegnen möchtest. - Du wirst staunen, es gibt die meisten Dinge für Dich (und ich kenne Dich nicht einmal!) in der Abteilung Damen. Dazu müsstest vielleicht noch nicht einmal MakeUP auflegen. Vielleicht sollte es eine behutsame (nicht übereilte) Nassrasur sein, und die wenigsten Frauen tragen im schnöden Alltag HighHeels. - WETTEN, DASS Du nicht auffallen wirst!?! - Nicht die anderen starren Dich an, sondern Du strahlst vielleicht eine zu starke Unsicherheit aus und das merken die Menschen - genauso wie Du es merken wirst, wenn jemand mit sich in der Öffentlichkeit hadert.

Vor einiger Zeit hatte in Kurz-Seminaren mit Erwachsenen wiederholt eine blass-blaues Kleidungsstück auf einem Bügel mit in den Raum genommen. Dem Kleidungsstück hatte ich eine Krawatte umgebunden - so richtig mit verschlungenem Knoten. Es sollte bei der Veranstaltung um die "Vorurteile und Voreingenommenheiten" gehen. - "Was ist ist?!" - jedes Mal waren sich alle einig: "ein Hemd mit Schlips" - - OK - ich hänge es an einen Kleiderständer in den Raum - - erzähle was von Verwirrung in der Sprache, und dass allein durch die verschiedenen Bezeichnungen für ein und das selbe Stück Unklarheiten und Missverständnisse entstehen. Beispiel: Blouson - Bluse - Shirt - Tunika - Hemd... ich gehe auf die Geschichte der Worte ein. - - - kurz vor Ende der Veranstaltung gehe ich noch einmal mit dem blauen Kleidungsstück unter die Anwesenden... näher anschauen bitte... "Das ist ja ein Bluse!" - warum? - "Die Knopfreihe!" - Selbst die Frauen hatten die eindeutigen Abnäher auf Brusthöhe nicht wahrgenommen.

DU fallst erst bei den Menschen auf und eckst damit an, wenn die Kleidung nicht zu DIR oder zu Anlass oder Umgebung passt.
Mich hat vor vierzig Jahren erstmals eine gute Bekannte ganz beiläufig auf den Weg gebracht. Ich sollte mich nicht so streng kleiden und sie schenkte mir einen leichten Pullover, der ihr als Fehlkauf nicht passte, "der passt viel besser zu Dir!" - und so kam ungeplant ein Impuls zum nächsten. Und komischerweise hatte nie jemand an meinem Outfitt Anstoß genommen - bis heute nicht - und ich trete im öffentlichen Raum auf...
Es geht - aber Du musst Du treu bleiben - DU bist Dir selbst die Grenze /Begrenzung.
Christel grüßt
Helga
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Re: Grenzen, grenzenlos oder einfach mal schauen?

Post 17 im Thema

Beitrag von Helga »

Claire Gently Bee hat geschrieben: Fr 23. Apr 2021, 16:35 In der Hinsicht ist meine menschliche Natur mein größter Feind. Letztendlich möchte ich mich nicht auf meine Wege begeben, sondern auf Gottes Wege.
Hallo Claire,
warum muß die menschliche Natur im Widerspruch zu Gottes Wegen stehen? Weil sich dies aus alten Geschichten ableiten lässt, die über Jahrhunderte mündlich weitererzählt, irgendwann aufgeschrieben, x-mal abgeschrieben, übersetzt und interpretiert wurden? Oder weil es verknöcherte alte Männer dir sagen? Weder die Bibel noch die Lehrmeinung der Kirchen können Gottes Wort widergeben sondern lediglich das, was sie für Gottes Wort halten. Diejenigen, die Gottes Wort verbreiten sind ausnamslos Menschen. Menschen, die in ihrem jeweiligen Bildungsstand, ihrer jeweiligen Kultur, in ihren jeweiligen Moralvorstellen etc. fest verhaftet sind. Dabei bleibt es nicht aus, dass die eine oder andere rein menschliche Idee in diese Texte reininterpretiert wurden. Es wäre sicherlich einmal eine interessante Aufgabe für einen Programmierer ein Programm zu entwickeln, durch das sämtliche gesellschaftlichen Einflüsse der jeweiligen Entstehungszeit aus den Bibeltexten herausgerechnet wird. Das Ergebnis dürfte überraschend werden.
Eine Interessante Beobachtung der letzten Jahre: Gott hat kein Geschlecht! Auch wenn kleinen Kindern vom "lieben Gott" erzählt und das "Vater unser" gebetet wird, in der fachlichen Diskussion wird nur von Gott gesprochen, ohne Pronomen. "Gott hat gesagt", "Geh mit Gott", "er ging zu Gott", "Gott vergib mir". Die Sprachregelung ist ähnlich wie bei nichtbinären Menschen.
Aber egal, ob Gott für uns ein menschenähnliches Wesen mit Geschlecht und Gefühlen ist, oder eine abstrakte höhere Ordnung, die irgendwie Kohlenstoffverbindungen zum Leben erweckt hat: Unsere Neigungen und Bedürfnisse, das was uns gut tut, kann Gottes Willen nicht widersprechen, da es auch von ihm geschaffen wurde. Sicherlich hat Gott auch destruktive Neigungen geschaffen wie die Mordlust und die Habgier, die unbedingt unterdrückt werden müssen, um den Fortbestand der Gesellschaft zu sichern. Diese spielen sich aber auf einer völlig anderen Ebene ab. Mit Crossdressing schaden wir niemandem. Im Gegenteil, wir bauen Brücken zwischen den (binären standard-) Geschlechtern, die sich seit dem Ursprung der Menschheit in einem Hass- Liebe- Konflikt befinden.
Du bist noch relativ jung. In deinem Alter lässt sich die Neigung zum Crossdressing noch relativ einfach in den Hintergrund drängen und von anderen emotional erfüllenden Ereignissen verdecken. Loswerden wirst du sie jedoch nicht, sie wird sich mit zunehmendem Alter wieder in den Vordergrund drängen.
Der bessere Weg als Verdrängung ist Versöhnung. Versöhne deinen Glauben mit deinen Neigungen. Dies ist keineswegs ein Widerspruch. Hier im Forum gibt es viele gläubige Menschen und Diskussionen über Glaubensfragen. Du musst in der Suche nur das Stichwort "Gott" eingeben.
Liebe Grüße
Helga
Was bin ich?- Zunächst einmal bin ich ein Mensch!
Meistens bin ich ein Mann.
Wenn mir danach ist bin ich eine Frau.
Ich muss mich nicht festlegen.
Christel_Inter
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Re: Grenzen, grenzenlos oder einfach mal schauen?

Post 18 im Thema

Beitrag von Christel_Inter »

So kurz schaffe ich das nicht - aber Du hast es verdammt hart und genau an der theologischen Faktenlage dargestellt. - - ich will mal sehen, ob ich dazu (mal wieder) eine kleine Abhandlung für das Forum verfasse.
Christel grüßt
Silke61
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Re: Grenzen, grenzenlos oder einfach mal schauen?

Post 19 im Thema

Beitrag von Silke61 »

Die große Frage ist doch, was der Glaube für Dich bedeutet -- nicht nur wie viel.
Ich denke auch, daß der Glaube eine große Kraftquelle sein kann und wirklich Freiheit schenken kann. Dazu gehört für mich aber auch die Erkenntnis, daß ein Gott, der wirklich Gott ist, immer größer ist als all unsere Vorstellungen.
Natürlich setzt ein gelebter Glaube auch Grenzen, er fordert einen verantwortungsvollen Umgang mit anderen und mit uns selbst. Das sagt aber doch schon, daß es bei Vorschriften und Grenzen letztlich darum geht, daß alle ein besseres Leben haben. Ich finde gerade die Bibelstellen befreiend, wo Grenzen, die dieses Kriterium nicht erfüllen hinweggefegt werden. Beispiele sind die Aussagen Jesu zum Sabbat aber für mich ganz besonders Petrus Traum in der Apostelgeschichte, wo er all die unreinen Tiere sieht und dann die klare Anweisung (Apg 10,13): "Steh auf Petrus, schlachte, und iß!" Da werden mit einem Schlag all die für so sicher für Gottes Gebot gehaltenen Speisegesetze über den Haufen geworfen.

Was interessanterweise auch immer dazu gehört (auch bei Petrus in der ang. Stelle): Der Widerstand, diese Grenzüberwindung Gottes zu akzeptieren. Da werden ja sicher geglaubte Wahrheiten infrage gestellt. Aber ja, genau das macht Gott, wenn er es nicht täte, hätten die Skeptiker Recht, die sich an einer verknöcherten Kirche stören.

Deshalb mein Rat/meine Meinung: Klar gibt es Grenzen, da wo andere betroffen sind, insbesondere die eigene Ehefrau und die Kinder (ich habe mich vor unserer Tochter auch erst geoutet, als sie aus der Pubertät war), doch laß sie nicht so mächtig werden, daß sie Dich hindern, Dein eigenes Leben zu leben, so wie Du nun einmal bist, mit Deiner weiblichen Seite. Ich bin sicher, Gott hat nichts dagegen, im Gegenteil, also: Schlachte und iß! (die Veganer mögen mir verzeihen)

LG
Silke
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Re: Grenzen, grenzenlos oder einfach mal schauen?

Post 20 im Thema

Beitrag von Lorelai74 »

Hallo Claire,

Grenzen die Freiheit schenken und Freiheit die begrenzt, das kann ich soweit noch Verstehen.

Was das jetzt so genau mit Jesus zu tun hat... das versteh ich mal nicht.

Ja, irgendwo im AT gibt"™s da nen Hinweis mit Kleidung des anderen Geschlechts tragen..
aber ist es nicht viel spannender wie Jesus den Menschen begegnet ist die "gefehlt" haben? Mit Zöllnern und Huren, mit römischen Soldaten -die sogar einen anderen Gott gehuldigt haben?

Meinst du wirklich er würde dir sagen: hör auf damit?
Ich denke was Dich nach der Grenze greifen lässt ist die Angst, die Unsicherheit was passieren würde wenn du es zulässt und dem nachgehst.
Ich meine er würde sagen:
"Fang an dich selbst ganz zu lieben - und würde meinen alle Anteile, Spalte nichts von dir ab.
Liebe dich in all deinen Widersprüchen.
Du bist schon perfekt so Unperfekt wie du bist.
Und: wie kannst du etwas loswerden wollen was doch ein Teil von dir ist?"


Letztlich kannst nur Du deinen Weg finden und gehen,
Aber schon jetzt wirst du von Gott geliebt. Du musst nichts dafür tun.
LG
Lori
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Re: Grenzen, grenzenlos oder einfach mal schauen?

Post 21 im Thema

Beitrag von Erika Bergmann »

Soweit ich weiß, ging es ursprünglich bei der Passage über gegengeschlechtliche Kleidung in der Bibel (Moses 22:5) um "götzendienste". Der Venus wurde zB gehuldigt, indem auch Männer bunte Frauenkleidung trugen und umgekehrt Frauen zb etwas trugen das wie Rüstung aussah.

Solange ihr beim crossdressen also nicht einem anderen Gott huldigt ( nein das passiert nicht automatisch) seid ihr also safe. ;-)

LG
Erika

Edit: Nein, meine Aussage steht nicht wörtlich in der Bibel, das ist der historisch kulturelle Kontext, unter dem diese Regeln mal einen Sinn ergaben.
Ich bin überzeugt Smartphones haben was gegen Rechtschreibung ;-)
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Re: Grenzen, grenzenlos oder einfach mal schauen?

Post 22 im Thema

Beitrag von michaela66 »

Moin Màdels,

ich bin ja ein sogenannter Frùhzùnder was CD anbelangt.
Trug schon im zarten Alter von 5 Jahren die heels meiner
Mum und das hat sich bis heute weiterentwickelt.

Von Anfang an hatte ich mir Grenzen gesetzt, wobei ich auch ein paar wenige einhalten konnte.

Am Anfang nur high heels und FSH war die erste Grenze

Dann kompletes weibliches Outfit

Das erste mal Outdoor

Treffen mit Gleichgresinnten

Das erste mal als Frau im Kodmetikstudio.


Das waren alles selbstgesteckte Grenzen die ich ùberschritten habe.


Die Ursache fùr diese Ùberschreitungen ist eindeutig meine Weiterentwicklung.


Eine ganz klare Grenze ist aber fùr mich gesetzt und unùberwindbar, das ist die HET und Gaop


Auch wenn ich mich zu TS weiterentwickelt habe,
mòchte ich diese Grenze nicht ùberschreiten.

Den Preis , den ich fùr diese Grenzverletzung zahlen mùsste, ist mir einfach zu hoch.


Denke, dass ich da nicht ein Einzelfall bin.

Glàubig bin ich auch, in dem Bereich nennt man die Grenzen einfach nur Gebote.

Ohne diese einzuhalten, wàre hier nur das absolute Chaos.

CD oder TS sehe ich nicht als Sùnde, wir haben uns nicht darum beworben, wir wurden einfach so programiert.

Es ist keine Laune, es wurde uns in die Wiege gelegt.

Gott liebt auch die Vielfalt, so lange kein anderer zu Schaden kommt, ist doch alles legitim.

Es gibt da ne Fischart, da werden alle Jungfische mànnlich geboren, dann werden sie im fortgeschritten
Alter weiblich, werden dann von den Jungfischen begattet, laichen und werden dann als Dank von den Jungfischen aufgefressen.

Wir stammen doch alle vom selben Schòpfer ab, lt.Bibel.



Wùnsche Euch ein schònes WE


LG Michaela
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