Du fragst nach der Abgrenzung beim Kleiden...
Das Problem steckt heute genau betrachtet als erstes BEI DIR!
- Welches Ziel möchtest Du mit Deiner Bekleidung erreichen?
- Gehört zu Deinem Ziel, dass Du ein "anderer Mensch" sein möchtest?
- Liegt Dir mehr daran, Damenkleidung anzuziehen?
Mein Rat ist für eigentlich jeden Menschen in unserer "zuvielisierten" Gesellschaft lautet schon einige Zeit: Löse dich mal für eine möglichst lange Zeit von dem Wissen, es gäbe da die "Damen-" und dort die "Herren-Kleidung". Alles sei bei den Anbietern nur nach Farben, Mustern, Längen, Schnitten, Größen sortiert. Welche Probleme täten sich dann für uns auf? - Ich behaupte mal: KEINE...
Meine Vorstellung geht da sogar so weit, dass sich die Männerwelt endlich mal von dem Einheitsgrau oder dem absurden Bunt erlösen traute.
Wenn Du Dich in Deinem SEIN als Mensch einfach mal vor den Spiegel stellst und schaust, was könnte von den vielen Angeboten auf dem riesigen Textil-Markt zu diesem Menschen optisch so passen, dass Du Dir selbst in der Stadt oder im Dorf begegnen möchtest. - Du wirst staunen, es gibt die meisten Dinge für Dich (und ich kenne Dich nicht einmal!) in der Abteilung Damen. Dazu müsstest vielleicht noch nicht einmal MakeUP auflegen. Vielleicht sollte es eine behutsame (nicht übereilte) Nassrasur sein, und die wenigsten Frauen tragen im schnöden Alltag HighHeels. - WETTEN, DASS Du nicht auffallen wirst!?! - Nicht die anderen starren Dich an, sondern Du strahlst vielleicht eine zu starke Unsicherheit aus und das merken die Menschen - genauso wie Du es merken wirst, wenn jemand mit sich in der Öffentlichkeit hadert.
Vor einiger Zeit hatte in Kurz-Seminaren mit Erwachsenen wiederholt eine blass-blaues Kleidungsstück auf einem Bügel mit in den Raum genommen. Dem Kleidungsstück hatte ich eine Krawatte umgebunden - so richtig mit verschlungenem Knoten. Es sollte bei der Veranstaltung um die "Vorurteile und Voreingenommenheiten" gehen. - "Was ist ist?!" - jedes Mal waren sich alle einig: "ein Hemd mit Schlips" - - OK - ich hänge es an einen Kleiderständer in den Raum - - erzähle was von Verwirrung in der Sprache, und dass allein durch die verschiedenen Bezeichnungen für ein und das selbe Stück Unklarheiten und Missverständnisse entstehen. Beispiel: Blouson - Bluse - Shirt - Tunika - Hemd... ich gehe auf die Geschichte der Worte ein. - - - kurz vor Ende der Veranstaltung gehe ich noch einmal mit dem blauen Kleidungsstück unter die Anwesenden... näher anschauen bitte... "Das ist ja ein Bluse!" - warum? - "Die Knopfreihe!" - Selbst die Frauen hatten die eindeutigen Abnäher auf Brusthöhe nicht wahrgenommen.
DU fallst erst bei den Menschen auf und eckst damit an, wenn die Kleidung nicht zu DIR oder zu Anlass oder Umgebung passt.
Mich hat vor vierzig Jahren erstmals eine gute Bekannte ganz beiläufig auf den Weg gebracht. Ich sollte mich nicht so streng kleiden und sie schenkte mir einen leichten Pullover, der ihr als Fehlkauf nicht passte, "der passt viel besser zu Dir!" - und so kam ungeplant ein Impuls zum nächsten. Und komischerweise hatte nie jemand an meinem Outfitt Anstoß genommen - bis heute nicht - und ich trete im öffentlichen Raum auf...
Es geht - aber Du musst Du treu bleiben - DU bist Dir selbst die Grenze /Begrenzung.
Christel grüßt