Die Grenze zwischen CD und TS?
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Carrie_C
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Die Grenze zwischen CD und TS?
Liebe Community,
mich treibt gerade eine zentrale Frage um, die sich viele von euch sicherlich auch schon gestallt haben:
Wo liegt die Grenze zwischen Crossdressing und Transsexualität? Bis zu welchem Punkt ist es "nur" Crossdresing und wo beginnt Transsexualität? Wie findet man seine eigene Positio in diesem weiten Feld?
Sicherlich gibt es da Überschneidungen und bei einigen fängt dieses Thema sicherlich erstmal beim Crossdressing an, aber ich denke doch, dass es keine "fließenede" Grenze im wörtlichen Sinne ist, sondern dass man sich letztlich doch einem der beiden "Lager" zuordnen kann (oder gibt es Transgender, die auch von sich behaupten Crossdresser zu sein?).
Herauszufinden, ob man nun Crossdresser oder Transgender ist, ist zumindest für mich aktuell eine unglaublich große Herausforderung und ich war weiß gar nicht, wie ich diese Frage beantworten soll.
Wie habt ihr für euch eure Position herausgefunden? Was waren die Kernfragen, die ihr euch gestellt habt, entscheidenede Erlebnisse und Erkenntnisse?
Ich freue mich über eure Kommentare!
Liebe Grüße
Carrie
mich treibt gerade eine zentrale Frage um, die sich viele von euch sicherlich auch schon gestallt haben:
Wo liegt die Grenze zwischen Crossdressing und Transsexualität? Bis zu welchem Punkt ist es "nur" Crossdresing und wo beginnt Transsexualität? Wie findet man seine eigene Positio in diesem weiten Feld?
Sicherlich gibt es da Überschneidungen und bei einigen fängt dieses Thema sicherlich erstmal beim Crossdressing an, aber ich denke doch, dass es keine "fließenede" Grenze im wörtlichen Sinne ist, sondern dass man sich letztlich doch einem der beiden "Lager" zuordnen kann (oder gibt es Transgender, die auch von sich behaupten Crossdresser zu sein?).
Herauszufinden, ob man nun Crossdresser oder Transgender ist, ist zumindest für mich aktuell eine unglaublich große Herausforderung und ich war weiß gar nicht, wie ich diese Frage beantworten soll.
Wie habt ihr für euch eure Position herausgefunden? Was waren die Kernfragen, die ihr euch gestellt habt, entscheidenede Erlebnisse und Erkenntnisse?
Ich freue mich über eure Kommentare!
Liebe Grüße
Carrie
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ExUserIn-2026-04-08
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Re: Die Grenze zwischen CD und TS?
Hallo Carrie,
ich kann natürlich nur für mich sprechen, aber meine zentrale Frage lautet: Wozu soll eine solche Grenze dienen ? Ich brauche sie nicht. Im Urlaub lebe ich manchmal komplett als Frau, zuhause auch. Manchmal trage ich einfach nur gerne meine Kleider nach Stimmung, manchmal brav, manchmal weniger brav und schminke mich auch entsprechend. Aber ich fühle mich nicht ständig als Frau, sondern manchmal, z.B. beim Tanzen, nehme ich gerne die männliche Rolle ein (da hat meine Frau zu folgen
), oftmals ist es auch einfach egal.
Auch hat sich das Gefühl für meine Weiblichkeit geändert. Es war noch nie so normal wie heute und damit ist die Ausdrucksform auch weniger "intensiv". Ich möchte auch einfach nur "normal" sein. Da reichen mir etwas "Körpergestaltung", Jeans, Oberteil und etwas Mascara.
Ist das jetzt TS oder CD ? Für "echte" TS ist das wahrscheinlich CD und für CD ist das schon TS ? Aber das sind doch auch nur wieder Schubladen. Zeige ich meine Weiblichkeit aus erotischen Gründen ? Ja, ich habe auch als Frau eine Erotik, aber meist ist das doch nebensächlich.
ich habe für mich gelernt, dass mir diese Schubladen völlig egal sind und sogar hinderlich sein können. Würde ich mich als TS oder CD bezeichnen, wäre damit eine Erwartungshaltung (nicht nur von Anderen, sondern auch von mir) verbunden. Ich habe verstanden, dass ich die nicht erfüllen kann. Mein Ausleben und mein Ausdruck habe ich am liebsten so, dass sie mir gerecht werden. D.h. ich lebe möglichst jeden Augenblick so, wie ich ihn erleben möchte.
ich kann natürlich nur für mich sprechen, aber meine zentrale Frage lautet: Wozu soll eine solche Grenze dienen ? Ich brauche sie nicht. Im Urlaub lebe ich manchmal komplett als Frau, zuhause auch. Manchmal trage ich einfach nur gerne meine Kleider nach Stimmung, manchmal brav, manchmal weniger brav und schminke mich auch entsprechend. Aber ich fühle mich nicht ständig als Frau, sondern manchmal, z.B. beim Tanzen, nehme ich gerne die männliche Rolle ein (da hat meine Frau zu folgen
Auch hat sich das Gefühl für meine Weiblichkeit geändert. Es war noch nie so normal wie heute und damit ist die Ausdrucksform auch weniger "intensiv". Ich möchte auch einfach nur "normal" sein. Da reichen mir etwas "Körpergestaltung", Jeans, Oberteil und etwas Mascara.
Ist das jetzt TS oder CD ? Für "echte" TS ist das wahrscheinlich CD und für CD ist das schon TS ? Aber das sind doch auch nur wieder Schubladen. Zeige ich meine Weiblichkeit aus erotischen Gründen ? Ja, ich habe auch als Frau eine Erotik, aber meist ist das doch nebensächlich.
ich habe für mich gelernt, dass mir diese Schubladen völlig egal sind und sogar hinderlich sein können. Würde ich mich als TS oder CD bezeichnen, wäre damit eine Erwartungshaltung (nicht nur von Anderen, sondern auch von mir) verbunden. Ich habe verstanden, dass ich die nicht erfüllen kann. Mein Ausleben und mein Ausdruck habe ich am liebsten so, dass sie mir gerecht werden. D.h. ich lebe möglichst jeden Augenblick so, wie ich ihn erleben möchte.
Viele Grüße
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.
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Patricia
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Re: Die Grenze zwischen CD und TS?
Hallo Carrie,
ich werde Dir sicherlich keine Universalantwort geben, aber eine die für mich funktioniert. Ich bin transsexuell und kein Crossdresser oder Transvestit. Woher ich das weiß? Mir geht es weniger um das Tragen von weiblicher Kleidung, auch wenn es mit Sicherheit eine gewisse Rolle in meinem Leben spielt. Es ist aber nur ein kleiner Teil dessen was mich ausmacht. Schon seit meiner Kindheit war mir bewußt, dass ich anders bin als die anderen Jungs auch wenn ich es damals nicht genau sagen konnte woran es lag. Anscheinend sahen das viele unserer Nachbarn auch so, denn von meiner Mutter und meiner Großmusster weiss ich dass die Nachbarn wohl öfter gesagt hätten ich wäre wohl besser ein Mädchen geworden. Irgendwann so mit 11 oder 12 habe ich dann eine Kurzdokumentation über Transsexuelle gesehen und ich kann mich an meine damalige Reaktion gut erinnern, denn eine Stimme in mir sagte, "das bist du, das ist dein Weg wenn du erwachsen bist!". Außerdem kann ich mich daran erinnern, dass ich bereits in meiner Jugend hier und da Berichte über Transsexualität gesehen oder gehört habe und diese sich in mein Gedächtnis förmlich eingebrannt haben.
Schon als Kind hatte ich einen enorm ausgeprägten Familieninstinkt, es war für mich klar, dass ich eine Familie und vor Allem Kinder haben wollte. Das war auch schon so mit 11 oder 12 Jahren. Auch kümmerte ich mich als Kind gerne um andere kleinere Kinder. Ich führe das auf eine Form des Mutterinstinktes zurück. So irgendwann 1995-1997 habe ich wieder ein paar Dokumentationen im Fernsehen gesehen über Menschen die gerne ihre weibliche Seite ausleben und kann mich bis heute an eine Doku erinnern in der eine junge trans Frau vorgestellt wurde die dann gemeinsam mit ihrer Mutter Makeup und Kleidung einkaufte. ICh wollte das auch, vermutete aber dass meine Mutter das nicht akzeptieren würde. Für sehr lange Zeit blieb dies ein unerfüllter Traum
Irgendwann, so Anfang 2000 habe ich angefangen nach Informationen über alle möglichen trans-Menschen im Internet zu suchen und Informationen darüber zu sammeln. Ich habe mir versucht einzureden, dass es bei mir nur darum geht weibliche Kleidung zu tragen, doch mit der Zeit wurde mir wirklich bewußt, dass es weniger um die Kleidung ging, als darum wer ich bin und wie ich von den Menschen behandelt werde. Ebenso wurde mir klar, dass ich den Wunsch verspüre meinen Körper in Richtung weiblich anzupassen. Was meine Geschlechtsorgane angeht, so hatte ich schon lange ein gespaltenes Verhältnis dazu. Sie waren nun mal da, aber toll fand ich sie nicht. Gemeinsames Duschen mit anderen Jungs war immer ein Graus für mich. Ich erwog mich in eine Hormontherapie anzufangen, denn irgendwie wusste ich das sei der richtige Weg für mich. 2001 lernte ich meine Ex-Verlobte kennen und 2002 zogen wir zusammen. Sie wusste, dass ich trans bin und akzeptierte das, solange ich nur "Teilzeitfrau" bleibe, also Crossdressing war ok, mehr aber nicht. Sie war aber auch bereit mit mir ein Kind zu haben, was für mich extrem wichtig gewesen ist. Also habe ich mich darauf "eingelassen", denn was konnte ich mehr vom Leben erwarten? Ich fand eine Frau die mich liebte und meine weibliche Seite akzeptierte. Ich dachte damals es würde funktionieren und Crossdressing würde mir ausreichen. Doch weit gefehlt. Mit der Zeit merkte ich, dass mich das Crossdressing eher traurig stimmte, denn es zeigte mir schmerzlich was ich sein wollte. Auch meine Ex-Verlobte, welche mich am Anfang ganz toll beim Crossdressen unterstützte, verlor sehr schnell Spaß daran und als ich sie fragte woran das lag, sagte sie mir, ich würde zu einer komplett anderen Person werden sobald ich enfemme war. Und diese Person wäre nicht der Mann den sie liebte. Also fing ich an das zu unterdrücken. Anfangs ging das gut und ich redete mir einfach nur ein, es sei ein krankhafter Fetisch den ich da habe und es wäre besser ihn zu unterdrücken. Doch immer wieder holten mich Phasen ein in denen ich wusste ich will mehr, ich will nicht als Mann leben sondern als Frau. Wohlwissend, dass das das Ende meiner Beziehung bedeuten würde, also unterdrückte ich das immer mehr. Doch mit der Zeit ging es mir immer schlechter, ich wurde über die Jahre depressiv und 2014 war es dann so weit, dass ich auf die Todesnachricht des Schauspielers Robin Williams mit dem Gedanken "Der Glückliche hat es endlich hinter sich" reagierte. Da wurde mir bewußt wie schlecht es mir psychisch geht. Ich habe angefangen mich selbst zu analysieren und recht schnell wurde mir klar, dass meine Transsexualität ein großes Teil des Problems ist. Ich war aber nicht bereit mein Leben aufzugeben, also versuchte ich alle anderen Faktoren zu beseitigen die ebenfalls zu den Depressionen geführt haben. Und gegen den Rest habe ich angefangen Antidepressiva zu nehmen. Denn mir war klar, ich darf das Thema Transsexualität nicht anpacken, denn es wäre die Büchse der Pandora. Einmal aufgemacht, würde ich sie nie wiedr zubekommen. Ich machte so noch 5 weitere Jahre bis mich meine Ex-Verlobte verliess und zwar aufgrund der Depressionen unter denen ich immer noch litt. Ebenso war die fehlende Sexualität zwischen uns beiden ein wichtiger Grund, denn ich verweigerte den Geschlechtsverkehr mit ihr, da ich keinen Sex als Mann mehr haben wollte.
Zu diesem Zeitpunkt war es aber auch so dass ich bereits seit Langem wieder daran dachte mir Hormone zu besorgen und mir, auch wenn ich es mir nciht einstand, wünschte, dass meine Ex aus meinem Leben auf eine wunderbare Art und Weise verschwindet. Und das obwohl ich diese Frau sehr geliebt habe. Im August 2019 war es dann so weit, sie verliess mich. Im November 2019 ging ich dann in die Transition und seit dem geht es mir so viel besser als die ganzen Jahre davor. Und seit dem ist mir auch bewußt geworden, wieviel von dem wie ich handelte oder was ich dachte rein rollenbezogen gewesen ist, weil ich nicht bereit war die Beziehung aufzugeben und einfach versucht habe eine Rollenerwartung zu erfüllen.
Es beantwortet vielleicht nicht direkt deine Frage, aber vielleicht hilft es Dir den Unterschied zu sehen.
LG
Patricia
ich werde Dir sicherlich keine Universalantwort geben, aber eine die für mich funktioniert. Ich bin transsexuell und kein Crossdresser oder Transvestit. Woher ich das weiß? Mir geht es weniger um das Tragen von weiblicher Kleidung, auch wenn es mit Sicherheit eine gewisse Rolle in meinem Leben spielt. Es ist aber nur ein kleiner Teil dessen was mich ausmacht. Schon seit meiner Kindheit war mir bewußt, dass ich anders bin als die anderen Jungs auch wenn ich es damals nicht genau sagen konnte woran es lag. Anscheinend sahen das viele unserer Nachbarn auch so, denn von meiner Mutter und meiner Großmusster weiss ich dass die Nachbarn wohl öfter gesagt hätten ich wäre wohl besser ein Mädchen geworden. Irgendwann so mit 11 oder 12 habe ich dann eine Kurzdokumentation über Transsexuelle gesehen und ich kann mich an meine damalige Reaktion gut erinnern, denn eine Stimme in mir sagte, "das bist du, das ist dein Weg wenn du erwachsen bist!". Außerdem kann ich mich daran erinnern, dass ich bereits in meiner Jugend hier und da Berichte über Transsexualität gesehen oder gehört habe und diese sich in mein Gedächtnis förmlich eingebrannt haben.
Schon als Kind hatte ich einen enorm ausgeprägten Familieninstinkt, es war für mich klar, dass ich eine Familie und vor Allem Kinder haben wollte. Das war auch schon so mit 11 oder 12 Jahren. Auch kümmerte ich mich als Kind gerne um andere kleinere Kinder. Ich führe das auf eine Form des Mutterinstinktes zurück. So irgendwann 1995-1997 habe ich wieder ein paar Dokumentationen im Fernsehen gesehen über Menschen die gerne ihre weibliche Seite ausleben und kann mich bis heute an eine Doku erinnern in der eine junge trans Frau vorgestellt wurde die dann gemeinsam mit ihrer Mutter Makeup und Kleidung einkaufte. ICh wollte das auch, vermutete aber dass meine Mutter das nicht akzeptieren würde. Für sehr lange Zeit blieb dies ein unerfüllter Traum
Irgendwann, so Anfang 2000 habe ich angefangen nach Informationen über alle möglichen trans-Menschen im Internet zu suchen und Informationen darüber zu sammeln. Ich habe mir versucht einzureden, dass es bei mir nur darum geht weibliche Kleidung zu tragen, doch mit der Zeit wurde mir wirklich bewußt, dass es weniger um die Kleidung ging, als darum wer ich bin und wie ich von den Menschen behandelt werde. Ebenso wurde mir klar, dass ich den Wunsch verspüre meinen Körper in Richtung weiblich anzupassen. Was meine Geschlechtsorgane angeht, so hatte ich schon lange ein gespaltenes Verhältnis dazu. Sie waren nun mal da, aber toll fand ich sie nicht. Gemeinsames Duschen mit anderen Jungs war immer ein Graus für mich. Ich erwog mich in eine Hormontherapie anzufangen, denn irgendwie wusste ich das sei der richtige Weg für mich. 2001 lernte ich meine Ex-Verlobte kennen und 2002 zogen wir zusammen. Sie wusste, dass ich trans bin und akzeptierte das, solange ich nur "Teilzeitfrau" bleibe, also Crossdressing war ok, mehr aber nicht. Sie war aber auch bereit mit mir ein Kind zu haben, was für mich extrem wichtig gewesen ist. Also habe ich mich darauf "eingelassen", denn was konnte ich mehr vom Leben erwarten? Ich fand eine Frau die mich liebte und meine weibliche Seite akzeptierte. Ich dachte damals es würde funktionieren und Crossdressing würde mir ausreichen. Doch weit gefehlt. Mit der Zeit merkte ich, dass mich das Crossdressing eher traurig stimmte, denn es zeigte mir schmerzlich was ich sein wollte. Auch meine Ex-Verlobte, welche mich am Anfang ganz toll beim Crossdressen unterstützte, verlor sehr schnell Spaß daran und als ich sie fragte woran das lag, sagte sie mir, ich würde zu einer komplett anderen Person werden sobald ich enfemme war. Und diese Person wäre nicht der Mann den sie liebte. Also fing ich an das zu unterdrücken. Anfangs ging das gut und ich redete mir einfach nur ein, es sei ein krankhafter Fetisch den ich da habe und es wäre besser ihn zu unterdrücken. Doch immer wieder holten mich Phasen ein in denen ich wusste ich will mehr, ich will nicht als Mann leben sondern als Frau. Wohlwissend, dass das das Ende meiner Beziehung bedeuten würde, also unterdrückte ich das immer mehr. Doch mit der Zeit ging es mir immer schlechter, ich wurde über die Jahre depressiv und 2014 war es dann so weit, dass ich auf die Todesnachricht des Schauspielers Robin Williams mit dem Gedanken "Der Glückliche hat es endlich hinter sich" reagierte. Da wurde mir bewußt wie schlecht es mir psychisch geht. Ich habe angefangen mich selbst zu analysieren und recht schnell wurde mir klar, dass meine Transsexualität ein großes Teil des Problems ist. Ich war aber nicht bereit mein Leben aufzugeben, also versuchte ich alle anderen Faktoren zu beseitigen die ebenfalls zu den Depressionen geführt haben. Und gegen den Rest habe ich angefangen Antidepressiva zu nehmen. Denn mir war klar, ich darf das Thema Transsexualität nicht anpacken, denn es wäre die Büchse der Pandora. Einmal aufgemacht, würde ich sie nie wiedr zubekommen. Ich machte so noch 5 weitere Jahre bis mich meine Ex-Verlobte verliess und zwar aufgrund der Depressionen unter denen ich immer noch litt. Ebenso war die fehlende Sexualität zwischen uns beiden ein wichtiger Grund, denn ich verweigerte den Geschlechtsverkehr mit ihr, da ich keinen Sex als Mann mehr haben wollte.
Zu diesem Zeitpunkt war es aber auch so dass ich bereits seit Langem wieder daran dachte mir Hormone zu besorgen und mir, auch wenn ich es mir nciht einstand, wünschte, dass meine Ex aus meinem Leben auf eine wunderbare Art und Weise verschwindet. Und das obwohl ich diese Frau sehr geliebt habe. Im August 2019 war es dann so weit, sie verliess mich. Im November 2019 ging ich dann in die Transition und seit dem geht es mir so viel besser als die ganzen Jahre davor. Und seit dem ist mir auch bewußt geworden, wieviel von dem wie ich handelte oder was ich dachte rein rollenbezogen gewesen ist, weil ich nicht bereit war die Beziehung aufzugeben und einfach versucht habe eine Rollenerwartung zu erfüllen.
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LG
Patricia
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sbsr
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Re: Die Grenze zwischen CD und TS?
Irgendwo wurde behauptet, wenn die gute Fee einen weiblichen Körper anbietet und man diesen ohne zu Zögern annehmen würde, ist man TS. In der Realität stellt sich dann die Frage, wie weit man gehen will und wie viel man auf sich nimmt, um der Wunschvorstellung möglichst nahe zu kommen.
Wenn ich attraktive Frauen sehe, wünsche ich mir doch auch so zu sein. Das geht nicht, es wird keine Fee auftauchen, also bleibt es im Alltag bei femininer Kleidung. Ich bin "nur CD", von außen gesehen. Wenn meine Frau nicht wäre und ich freien Lauf hätte, vielleicht würde ich etwas mehr unternehmen, lange Haare ganz sicher, Makeup hin und wieder, HET, wer weiß. Meistens habe ich Angst vor dieser Phantasie. Bin ich immer noch "nur CD", wie es äußerlich scheint?
Ich weiß was ich bin, einen voll umfassenden Begriff dafür wird es nie geben.
Wenn ich attraktive Frauen sehe, wünsche ich mir doch auch so zu sein. Das geht nicht, es wird keine Fee auftauchen, also bleibt es im Alltag bei femininer Kleidung. Ich bin "nur CD", von außen gesehen. Wenn meine Frau nicht wäre und ich freien Lauf hätte, vielleicht würde ich etwas mehr unternehmen, lange Haare ganz sicher, Makeup hin und wieder, HET, wer weiß. Meistens habe ich Angst vor dieser Phantasie. Bin ich immer noch "nur CD", wie es äußerlich scheint?
Ich weiß was ich bin, einen voll umfassenden Begriff dafür wird es nie geben.
LG, Svenja
Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.
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Nicole Fritz
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Re: Die Grenze zwischen CD und TS?
Hallo Carrie,
aus meiner Sicht gibt es eine solche Grenze nicht. Wir müssen nur immer alles in irgendwelche Schubladen pressen, und die Psychotherapeuten brauchen Richtlinien für ihre Indikation bei medizinischen Maßnahmen. Wollte ich also körperliche Angleichungen, müsste ich ihnen wohl überzeugend eine "richtige" TS vorspielen.
Die Seele oder das, was unsere Persönlichkeit ausmacht, hat kein Geschlecht. Dass es männliche und weibliche Gehirne geben soll, halte ich auch für Unsinn. Da gibt es sicherlich einen Einfluss der Hormone, aber der ist wie alles andere auch bei jedem Menschen unterschiedlich. Bei den meisten ist es so, dass das Denken und Empfinden nicht so stark von den Klischees abweicht, die unsere Gesellschaft dem jeweiligen Geschlecht zuordnet, dass es zu Konflikten kommt. Sie kommen gar nicht erst auf die Idee, etwas anderes zu sein als die äußeren Merkmale vorgeben.
Falls es aber nicht passt, ist der Übergang fließend, von gelegentlichem Crossdressen bis zur heftigen Dysphorie gegenüber dem biologischen Geschlecht. Falls also jemand "nur ein Hobby oder einen Fetisch hat", ist die Ursache die selbe wie bei einem*r TS. Die Persönlichkeit passt nicht mit den Klischees zusammen, die die Gesellschaft den Geschlechtern zuordnet. Die Art (körperlich, psychisch, sozial) und Heftigkeit einer daraus resultierenden Dysphorie ist bei jedem ganz individuell.
So weit meine nicht binäre Sichtweise.
Liebe Grüße
Nicole
aus meiner Sicht gibt es eine solche Grenze nicht. Wir müssen nur immer alles in irgendwelche Schubladen pressen, und die Psychotherapeuten brauchen Richtlinien für ihre Indikation bei medizinischen Maßnahmen. Wollte ich also körperliche Angleichungen, müsste ich ihnen wohl überzeugend eine "richtige" TS vorspielen.
Die Seele oder das, was unsere Persönlichkeit ausmacht, hat kein Geschlecht. Dass es männliche und weibliche Gehirne geben soll, halte ich auch für Unsinn. Da gibt es sicherlich einen Einfluss der Hormone, aber der ist wie alles andere auch bei jedem Menschen unterschiedlich. Bei den meisten ist es so, dass das Denken und Empfinden nicht so stark von den Klischees abweicht, die unsere Gesellschaft dem jeweiligen Geschlecht zuordnet, dass es zu Konflikten kommt. Sie kommen gar nicht erst auf die Idee, etwas anderes zu sein als die äußeren Merkmale vorgeben.
Falls es aber nicht passt, ist der Übergang fließend, von gelegentlichem Crossdressen bis zur heftigen Dysphorie gegenüber dem biologischen Geschlecht. Falls also jemand "nur ein Hobby oder einen Fetisch hat", ist die Ursache die selbe wie bei einem*r TS. Die Persönlichkeit passt nicht mit den Klischees zusammen, die die Gesellschaft den Geschlechtern zuordnet. Die Art (körperlich, psychisch, sozial) und Heftigkeit einer daraus resultierenden Dysphorie ist bei jedem ganz individuell.
So weit meine nicht binäre Sichtweise.
Liebe Grüße
Nicole
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Engelchen
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Re: Die Grenze zwischen CD und TS?
Hallo Carrie,
es ist eine schwierige Frage und ich kann sie dir nicht beantworten.
Ich war Crossdresser einst, dachte ich zumindest - Jahre ist es her. Verschämt in dem was ich tue und fühlte sich pervers und krank an.
So wurde es mir anerzogen..., Unverständnis wohin ich auch blickte.
Nach Jahren der Unterdrückung kam ich eben an diesem Punkt wo ich keine Wahl mehr hatte und erkannte ich bin eine Frau.
Zu meinem 60. Geburtstag outete ich mich war von da an die sogenannte Freizeitfrau..., bis es 2018 zur fast Katastrophe kam.
Ab diesem Zeitpunkt gab es den "Mann" nicht mehr.
In meiner Begleitherapie erfuhr ich so einiges über mich selbst und musste feststellen das ich eigentlich nie ein "Mann" war.
Ich spielte ihn nur...
Ich denke das ist es was für mich Trans ausmacht - der vollständige Wechsel.
Und wenn ich meine Zeilen lese, stellt sich schon wieder eine Frage... - ich war ja nie "Mann"
Bevor ich noch mehr für Verwirrung sorge
Lisa
es ist eine schwierige Frage und ich kann sie dir nicht beantworten.
Ich war Crossdresser einst, dachte ich zumindest - Jahre ist es her. Verschämt in dem was ich tue und fühlte sich pervers und krank an.
So wurde es mir anerzogen..., Unverständnis wohin ich auch blickte.
Nach Jahren der Unterdrückung kam ich eben an diesem Punkt wo ich keine Wahl mehr hatte und erkannte ich bin eine Frau.
Zu meinem 60. Geburtstag outete ich mich war von da an die sogenannte Freizeitfrau..., bis es 2018 zur fast Katastrophe kam.
Ab diesem Zeitpunkt gab es den "Mann" nicht mehr.
In meiner Begleitherapie erfuhr ich so einiges über mich selbst und musste feststellen das ich eigentlich nie ein "Mann" war.
Ich spielte ihn nur...
Ich denke das ist es was für mich Trans ausmacht - der vollständige Wechsel.
Und wenn ich meine Zeilen lese, stellt sich schon wieder eine Frage... - ich war ja nie "Mann"
Bevor ich noch mehr für Verwirrung sorge
Lisa
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Bibi Melina
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Re: Die Grenze zwischen CD und TS?
genau wie bei mir ich spielte die rolle des mannes bis eines tages der vorhang fiel und die rolle beendet war.Engelchen hat geschrieben: Di 6. Apr 2021, 13:44 In meiner Begleitherapie erfuhr ich so einiges über mich selbst und musste feststellen das ich eigentlich nie ein "Mann" war.
Ich spielte ihn nur...
ich weiss genau was du meinst lisa sogar sehr gut
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Franka
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Re: Die Grenze zwischen CD und TS?
Bei mir war es eigentlich ganz einfach. Habe mich immer für einen Crossdresser gehalten, so ab und zu mal "verkleiden" und dann meist etwas übertrieben, die Zeit war halt immer kurz. Irgendwann habe ich mich einfach geweigert die Damengarderobe wieder abzulegen, nur damit niemand etwas mitbekommt. Es war mir in dem Moment einfach egal, was andere über mich denken. Meine Frau hat mich damals dabei unterstützt ohne es zu wohl wirklich zu wollen. Leider sind wir heute nicht mehr zusammen, aber nicht nur wegen meiner TS Entwicklung, da haben andere Gründe ebenfalls eine Rolle gespielt. Trotzdem bereue ich nichts und wir sind ja immerhin beste Freundinnen geblieben.
Wir bekommen mit unserer Geburt das Leben geschenkt, doch viele von uns haben noch nicht einmal das Geschenkpapier abgemacht.
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Melanie72
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Re: Die Grenze zwischen CD und TS?
Ich kann da Vicky nur zustimmen. Eigentlich ist es für einem selber egal was man ist, wenn man sich wohl fühlt. Mit den Bezeichnungen kommen wieder nur Schubladen, in die man sich versucht hineinzuzwängen, wenn das Eine oder Andere dann doch nicht passt. "Ich bin xy, also muss ich doch eigentlich auch Dies und Das mögen". Aber ich kann dich verstehen. Bei mir ist es ja auch noch nicht so lange her, dass ich entdeckt habe, dass es Crossdressing überhaupt gibt. Man versucht sich selber einzuordnen. Deshalb sind Schubladen dann doch irgendwie sinnvoll. Auch um sich gegenüber anderen erklären zu können. Aber ich habe immer mehr das Gefühl, dass ich sie immer weniger brauche. Dass sie mehr hinderlich sind als sie nützen.
Ich liebe es ab und zu ( zur Zeit immer öfter
) Frauenkleidung anzuziehen. Aber ich könnte mir nicht vorstellen mein restliches Leben ganz als Frau weiterzuleben. Das ist aber auch nur meine derzeitige Sicht. Keine Ahnung, ob es sich in der Zukunft ändern wird. Wie bei Svenja würde es vielleicht auch bei mir anders aussehen, wenn ich keine Familie hätte.
Als ich damals meine liebe zu Frauenkleidung entdeckte (das war so in den 80ern mit Anfang der Pubertät) kannte man noch nicht so feine Abstufungen wie heute. Damit zeigt sich auch das Problem mit den Schubladen. Damals galten solche Leute, die Frauenkleider anziehen, als "Transen" (sorry) und die waren schwul und wollten sich sowieso nur irgendwann umoperieren lassen, wenn sie nur die Gelegenheit dazu hätten. Also war der Schluss für mich der: Ich mag Frauenkleidung also muss ich auch schwul sein und werde irgendwann als Frau leben. Einfach um in diese kleine Schublade zu passen. Das mit schwul habe ich damals wirklich probiert und es war eine Katastrophe
. Seit dem weiß ich, dass ich 100%ig auf Frauen stehe. Mit meinem Körper und "Mann sein" kam ich auch klar. Der nächste Schluss daraus: Weil die anderen beiden Eigenschaften nicht passen ist das mit der Frauenkleidung nur so eine Spinnerei. Also weg damit. Sage es bloß niemanden, dass du sowas magst, sonst hält man dich für Abartig.
Ich habe danach immer mal wieder Strumpfhosen, Schuhe und Röcke besorgt und heimlich angezogen, wenn das verlangen danach wieder besonders groß war. Aber ich habe mich immer dafür geschämt. Es gibt ja sonst keinen, der so ist wie ich. Die Anderen, die das machen, passen ganz bestimmt in diese Schublade... nur ich nicht ... dachte ich. Bis letztes Jahr. In einem Youtube Video habe ich eine Frau, die doch sehr männlich wirkte, entdeckt. Sie/Er erzählte, dass sie/er Frau und Kind hätte und dass sie/er sich schon seit seiner Jugend gerne als Frau kleidet und hetero ist. Dort erfuhr ich, dass das "Crossdressing" heißt. Plötzlich gab es wieder eine Schublade, in die ich hinein passte! Ich habe immer weiter gesucht und immer mehr gefunden. Unter anderem dieses Forum, das mir am meisten geholfen hat
Hätte ich damals nicht so sehr in Schubladen gedacht, wäre es bestimmt anders gekommen. Es hat mich solange davon abgehalten wirklich ich zu sein, bis ich meine richtige Schublade gefunden habe. Dadurch habe ich sehr viel Zeit verloren.
Um auf die ursprüngliche Frage zurückzukommen
CD, TS etc, sind nur Labels auf Schubladen. Es bringt einen nur dazu, sich der Schublade anzupassen und dann wieder an sich selbst zu zweifeln, wenn Dies oder Jenes dann doch nicht passt. Es gibt so viele Schattierungen dazwischen. Selbst wenn man sich nur in der CD Schublade umschaut. Dort sind Leute, denen es reicht nur Unterwäsche zu tragen. Andere, wie ich, wollen als Frau authentisch rüberkommen und so wahrgenommen werden, aber nicht für immer Frau sein. Darum verzichte für Dich auf die Schubladen. Lebe dein Leben so wie Du Dich wohlfühlst. Um sich anderen zu erklären (z.b. Outing) sind sie OK. Wenn Du weiter ganz als Frau leben möchtest, sicher auch noch für die Behörden und Ärzte. Mehr aber nicht.
Sorry für den langen Text
Ganz liebe Grüße
Melanie
Ich liebe es ab und zu ( zur Zeit immer öfter
Als ich damals meine liebe zu Frauenkleidung entdeckte (das war so in den 80ern mit Anfang der Pubertät) kannte man noch nicht so feine Abstufungen wie heute. Damit zeigt sich auch das Problem mit den Schubladen. Damals galten solche Leute, die Frauenkleider anziehen, als "Transen" (sorry) und die waren schwul und wollten sich sowieso nur irgendwann umoperieren lassen, wenn sie nur die Gelegenheit dazu hätten. Also war der Schluss für mich der: Ich mag Frauenkleidung also muss ich auch schwul sein und werde irgendwann als Frau leben. Einfach um in diese kleine Schublade zu passen. Das mit schwul habe ich damals wirklich probiert und es war eine Katastrophe
Ich habe danach immer mal wieder Strumpfhosen, Schuhe und Röcke besorgt und heimlich angezogen, wenn das verlangen danach wieder besonders groß war. Aber ich habe mich immer dafür geschämt. Es gibt ja sonst keinen, der so ist wie ich. Die Anderen, die das machen, passen ganz bestimmt in diese Schublade... nur ich nicht ... dachte ich. Bis letztes Jahr. In einem Youtube Video habe ich eine Frau, die doch sehr männlich wirkte, entdeckt. Sie/Er erzählte, dass sie/er Frau und Kind hätte und dass sie/er sich schon seit seiner Jugend gerne als Frau kleidet und hetero ist. Dort erfuhr ich, dass das "Crossdressing" heißt. Plötzlich gab es wieder eine Schublade, in die ich hinein passte! Ich habe immer weiter gesucht und immer mehr gefunden. Unter anderem dieses Forum, das mir am meisten geholfen hat
Hätte ich damals nicht so sehr in Schubladen gedacht, wäre es bestimmt anders gekommen. Es hat mich solange davon abgehalten wirklich ich zu sein, bis ich meine richtige Schublade gefunden habe. Dadurch habe ich sehr viel Zeit verloren.
Um auf die ursprüngliche Frage zurückzukommen
Sorry für den langen Text
Ganz liebe Grüße
Melanie
„Ich glaube, dass die einzig wahre Religion darin besteht, ein gutes Herz zu haben“ - Dalai Lama
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Re: Die Grenze zwischen CD und TS?
Für mich steht im Vordergrund welchem Geschlecht ich mich zugehörig fühle - völlig unabhängig von irgendwelcher Kleidung. Wenn du das für dich beantworten kannst, ist deine Frage doch gelöst.Carrie_C hat geschrieben: Di 6. Apr 2021, 11:21 Herauszufinden, ob man nun Crossdresser oder Transgender ist, ist zumindest für mich aktuell eine unglaublich große Herausforderung und ich war weiß gar nicht, wie ich diese Frage beantworten soll.
Ich gehe mit vielen bereits gemachten Aussagen konform, dass es vom Crossdressing oft ein fließender Übergang ist - weil man sich vielleicht dem Vorgenannten noch nicht bewusst ist.
Für mich selbst ist es einfach zu beantworten: Ich bin ein Mädchen und war es schon immer.
Liebe Grüße vom
Blümchen
Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.
Billie Jean King (*1943)
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easygoing
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Re: Die Grenze zwischen CD und TS?
Ja kenn ich gut. Fragen über Fragen und nirgendwo gibt's endlich mal ne Antwort. Ein kleiner Trick hat mir damals weitergeholfen. Versuche mal aufzuhören zu fragen, bin ich Trans, sondern stelle dir für ein paar Tage vor ich bin es. Sage dir, okay ich bin trans. Geh einfach davon aus das du es bist. Bei mir ging es dann recht schnell. In den nächsten Tagen wurden meine Fragezeichen immer weniger, in Luft aufgelöst. Alles paste plötzlich zusammen und ergab endlich einen Sinn. Versuche es einfach und schau wie es dir mir dem Gedanken, ja ich bin transident, geht.
LG Johanna
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Anne-Mette
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Re: Die Grenze zwischen CD und TS?
Guten Tag,
Der Versuch sollte mit anderen Optionen fortgeführt werden, z.B.: "ich bin nicht trans, bin mir (noch nicht) sicher. Ist das ein Problem? Muss ich die Fragezeichen auslöschen? Das geht sowieso nicht; denn oftmals verbergen sie sich nur. Und was mache ich dann, wenn sie wieder auftauchen? Dann stürzt meine schönes 'Trans-Gebäude' vielleicht zusammen".
Eine feste Grenze wird es nicht geben. Insofern: warum nicht erstmal alles als GrenzgängerIn erkunden?
Seriöse BeraterInnen beraten ergebnisoffen, wenn Ratsuchende mit Grenzfragen kommen.
"Ergebnisoffen" sollte auch mit sich selbst umgegangen werden; zumindest erstmal.
Gruß
Anne-Mette
das kann in meinen Augen zu einer (zu) frühen Festlegung führen.easygoing hat geschrieben: Di 6. Apr 2021, 15:38 Sage dir, okay ich bin trans. Geh einfach davon aus das du es bist. Bei mir ging es dann recht schnell. In den nächsten Tagen wurden meine Fragezeichen immer weniger, in Luft aufgelöst. Alles paste plötzlich zusammen und ergab endlich einen Sinn. Versuche es einfach und schau wie es dir mir dem Gedanken, ja ich bin transident, geht.
Der Versuch sollte mit anderen Optionen fortgeführt werden, z.B.: "ich bin nicht trans, bin mir (noch nicht) sicher. Ist das ein Problem? Muss ich die Fragezeichen auslöschen? Das geht sowieso nicht; denn oftmals verbergen sie sich nur. Und was mache ich dann, wenn sie wieder auftauchen? Dann stürzt meine schönes 'Trans-Gebäude' vielleicht zusammen".
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Re: Die Grenze zwischen CD und TS?
Carrie,Carrie_C hat geschrieben: Di 6. Apr 2021, 11:21 ...
Wo liegt die Grenze zwischen Crossdressing und Transsexualität? Bis zu welchem Punkt ist es "nur" Crossdresing und wo beginnt Transsexualität? Wie findet man seine eigene Positio in diesem weiten Feld?...
früher habe ich mir diese Frage auch gestellt. Doch mittlerweile ist es so, dass sie für mich sinnlos geworden ist. Denn ich weiß jetzt, dass ich Mann und Frau sein in einem vereinen kann. Die Ausflüge in die Weibliche Welt sind begrenzt und von ganz unterschiedlicher Art. Von fast Drag bis zu androgyn. Und die männliche Seite ist nicht mehr toxisch, seit ich mir darüber keine Gedanken mehr mache die angeblichen Anforderungen an diese Rolle zu erfüllen.
Man nennt es nicht binär. Ich lebe auf der Grenze oder bin die Grenze oder die Grenze ist für mich nicht existent - egal wie man es formuliert. Und das ist es, was mir die eigentliche Befriedigung gebracht hat. Nach sehr langem Suchen übrigens..
Vielleicht sollten wir alle als trans* Menschen umdenken. Denn das Errichten von vermeintlichen Grenzen grenzt eben auch aus. Und das ist es, was wir aus gegenseitiger Solidarität vermeiden müssen. Denn es gibt viel zu tun für uns alle um mehr Akzeptanz zu erreichen, egal wie wir unsere Transidentität auch zeigen. Und dazu ist gemeinsames Handeln gefragt - unbegrenzt.
Jenina
Disclaimer: Dies ist eine persönliche Meinung, sie ist möglicherweise inkompatibel mit Deinem Glauben/Lifestyle/Parteiprogramm!
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Re: Die Grenze zwischen CD und TS?
Ich stimme denjenigen zu, die sagen, dass man sich nicht immer in eine Schublade stecken muss. Es ist egal wie du bist, sei es einfach. Und wenn es jemand nicht versteht und du es erklären willst, dann versuch es auf deine eigene Art und Weise ohne dich auf irgendwelche Begriffe zu stützen. Weil die Grenzen da fließend sind, interpretiert das jeder auch anders.
Aber ich kann dir einen Extremfall geben, der dir vielleicht einen anderen Blickwinkel gibt.
Ich bin 25 und habe nicht erst einen Suizidversuch hinter mir gehabt, bevor ich meine Therapie gestartet habe. Meine primären Geschlechtsmerkmale bringen mich um, ich kann damit nicht leben, ich kann keinen Körperkontakt aufbauen, von Sex ganz zu schweigen. Ich leide an einer starken Geschlechtsdysphorie und bin deshalb in Therapie und bin Transfrau. Meine Transsexualität hat nichts mit Kleidung zu tun, sondern mit meinem Körper. Wenn ich irgendwann mein Glück erreicht habe, spielt es für mich keine Rolle was ich trage, stattdessen geht es um mein Körpergefühl.
Geh deinen Weg und du wirst selber sehen, was es für dich bedeutet.
Aber ich kann dir einen Extremfall geben, der dir vielleicht einen anderen Blickwinkel gibt.
Ich bin 25 und habe nicht erst einen Suizidversuch hinter mir gehabt, bevor ich meine Therapie gestartet habe. Meine primären Geschlechtsmerkmale bringen mich um, ich kann damit nicht leben, ich kann keinen Körperkontakt aufbauen, von Sex ganz zu schweigen. Ich leide an einer starken Geschlechtsdysphorie und bin deshalb in Therapie und bin Transfrau. Meine Transsexualität hat nichts mit Kleidung zu tun, sondern mit meinem Körper. Wenn ich irgendwann mein Glück erreicht habe, spielt es für mich keine Rolle was ich trage, stattdessen geht es um mein Körpergefühl.
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Re: Die Grenze zwischen CD und TS?
Hallo Carrie,
Das Genderunicorn könnte dir vielleicht helfen dich etwas zurecht zu finden.
https://transstudent.org/gender/
Wenn du transsexuell bist dann lehnst du dein Geschlecht ab, du LEIDEST an einer Genderdysphorie.
Nach der " American Psychiatric Association"
Müssen mindestens 2 der folgenden Kriterien über mehr als 6 Monate vorliegen um die Diagnose einer Geschlechtsdysphorie bei Jugendlichen oder Erwachsenen zu erfüllen:
1. Ein starker Wunsch, ein anderes als das zugewiesene Geschlecht zu haben
2. Ein starker Wunsch, als ein anderes als das zugewiesene Geschlecht behandelt zu werden
3. Eine signifikante Inkongruenz zwischen dem erlebten oder ausgedrückten Geschlecht und den eigenen Geschlechtsmerkmalen
4. Ein starkes Verlangen nach den Geschlechtsmerkmalen eines anderen als des zugewiesenen Geschlechts
5. Ein starker Wunsch, die eigenen Geschlechtsmerkmale aufgrund der Inkongruenz mit dem erlebten oder ausgedrückten Geschlecht loszuwerden
6. Eine starke Überzeugung, dass man die typischen Reaktionen und Gefühle eines anderen als des zugewiesenen Geschlechts hat
Crossdressing ist nicht scharf abgegrenzt: vorsichtig ausgedrückt könnte man es als einen Wunsch definierten, ein anderes Geschlecht als das eigene durch Kleidung, Verhalten und Stimme auszudrücken.
Es gibt Crossdressing auch noch in der Kunst (Drag Queen"™s)
Und es gibt Überschneidungen zwischen Crossdressing als sexuellen "Fetisch" (Transvestit)
Bzw. Überschneidungen von allem.
Ich hoffe das hilft dir weiter.
LG
Lori
Das Genderunicorn könnte dir vielleicht helfen dich etwas zurecht zu finden.
https://transstudent.org/gender/
Wenn du transsexuell bist dann lehnst du dein Geschlecht ab, du LEIDEST an einer Genderdysphorie.
Nach der " American Psychiatric Association"
Müssen mindestens 2 der folgenden Kriterien über mehr als 6 Monate vorliegen um die Diagnose einer Geschlechtsdysphorie bei Jugendlichen oder Erwachsenen zu erfüllen:
1. Ein starker Wunsch, ein anderes als das zugewiesene Geschlecht zu haben
2. Ein starker Wunsch, als ein anderes als das zugewiesene Geschlecht behandelt zu werden
3. Eine signifikante Inkongruenz zwischen dem erlebten oder ausgedrückten Geschlecht und den eigenen Geschlechtsmerkmalen
4. Ein starkes Verlangen nach den Geschlechtsmerkmalen eines anderen als des zugewiesenen Geschlechts
5. Ein starker Wunsch, die eigenen Geschlechtsmerkmale aufgrund der Inkongruenz mit dem erlebten oder ausgedrückten Geschlecht loszuwerden
6. Eine starke Überzeugung, dass man die typischen Reaktionen und Gefühle eines anderen als des zugewiesenen Geschlechts hat
Crossdressing ist nicht scharf abgegrenzt: vorsichtig ausgedrückt könnte man es als einen Wunsch definierten, ein anderes Geschlecht als das eigene durch Kleidung, Verhalten und Stimme auszudrücken.
Es gibt Crossdressing auch noch in der Kunst (Drag Queen"™s)
Und es gibt Überschneidungen zwischen Crossdressing als sexuellen "Fetisch" (Transvestit)
Bzw. Überschneidungen von allem.
Ich hoffe das hilft dir weiter.
LG
Lori
Männlich / Weiblich: das sind doch bürgerliche Kategorien.