Was passiert, wenn man seine Angst vor Ablehnung überwindet ?
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Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
ExUserIn-2026-04-08
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Was passiert, wenn man seine Angst vor Ablehnung überwindet ?

Post 1 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Moin,

viele, die meine Beiträge kennen, wissen das ich immer wieder mit mir ringe, viel nachdenke und so manches ausprobiert habe. Aber letztlich schwingt immer die Angst vor Ablehnung mit. Ich habe eine kleines Segelboot, auf dem ich in den letzten Jahren immer wieder für ein paar Tage en femme gelebt habe. Mir ging es darum, herauszufinden, ob ich das Leben als Frau leben kann. Ich habe dabei eine Menge guter Erfahrungen gemacht und ich weiß, dass ich zwischen den Geschlechter pendle. Heute habe ich die Vorstellung, dass bei der Geschlechtervergabe ich beim lieben Gott zweimal "hier" gerufen habe. Beim zweiten Mal sagte Gott, jetzt habe ich Dir bereits das kleine Teil zwischen Deinen Beinen verpasst, jetzt musst Du sehen, wie Du damit klar kommst ...

Ich bin wieder einmal für drei Tage en femme auf meinem Boot und ich habe jetzt wieder einmal einenSchritt gemacht. Ich bin früher oft angstvoll Begegnungen aus dem Weg gegangen, da ich befürchtete nicht ernst genommen zu werden. Ich glaube, das passiert auch, wenn man nicht von dem überzeugt ist, was man tut. Was aber passiert, wenn ich konsequent als Frau lebe, einfach so, als wäre alles normal ? Beim Kranen, bei Fragen in der Hafenverwaltung, beim Abgeben des Anhängers bei Privatleuten ?

Nun, die Antwort ist ganz einfach: nichts. Alle Menschen mit denen ich zu tn hatte, haben mich nichts ausgewöhliches spüren lassen. Ich bin sogar von anderen Menschen angesprochen worden (ohne Bezug zu trans). ICh habe nicht versucht, Frau zu spielen, meine Stimme zu manipulieren oder sonst etwas "unnatürliches zu tun. Meine Überwindung der Angst hat mir ein völlig neuartiges Lebensgefühl vermittelt. Es fühlt sich für mich in etwa so an, dass es von Bedeutung ist, man selber zu sein und nichts zu spielen. Hier in den Niederlanden ist man vielleicht besonders tolerant, was die Lebensumstände anderer Menschen betrifft, aber es ist für mich wieder ein sehr wichtiger Schritt.

Für mich lautet die Botschaft, sei einfach Du selber und nicht das, was Du glaubst, das andere von Dir erwarten. Eigentlich ein bekannter Satz, aber das persönlich zu erleben, ist für mich ein tiefgreifende Erfahrung. Es geht nicht darum, wie eine Frau zu sitzen oder zu reden, es geht darum, man selbst zu sein. Ich habe schon oft gedacht, dass ich das wäre, aber meine Erfahrungen zeigen mir immer wieder, dass nicht theoretische Betrachtungen, sondern die persönliche Erfahrung immer von größerer Bedeutung ist. Zwischen meinem erste Auftreten en emm in der Öffentlichkeit und heute liegen schätzungsweise 25 Jahre und ich binn immer wieder überrascht, dass ich überrascht werde.

Das wünsche ich Euch auch, aber nicht, dass Ihr dafür 25 Jahre braucht (abgesehen von denen, die sowieso schon viel weiter sind). Habt Mut, seid nicht der Abklatsch einer Frau, die Ihr nicht sein könnt. Seid diejenigen, die Ihr seid. Dafür sind Umwege und (Fehl-)Versuche notwendig. Fangt mit dem einfachsten an, aber fangt an. Zweifel verzögern den Prozess, nutzen tun sie in der Regel nichts. Machtdas, was Euch möglich ist, aber auch nicht mehr. Fordert viel von Euch, aber man kann nicht alles über Nacht erreichen. Nicht das Urteil von Anderen ist wichtig für Euch, sondern dass Ihr anständig behandelt werdet. Was die Menschen denken, ist nicht wichtig, sondern was Ihr über Euch denkt.

Ich bin auch noch weit davon entfernt, meine Zweigeschlechlichkeit ganz selbstverständlich zu leben. Aber ich habe wieder einen Schritt gemacht, der auch in die Zukunft strahlen wird. Selbstbewusstsein, sich selber bewusst sein, ist aus meiner Sicht eine entscheidenede Grundlage. Ich gebe damit Anderen keine Chance, mich despektierlich zu behandeln (besoffene Männergruppen mal ausgenommen ;-) ). Meine Erfahrungen in Alltagssituationen sind sehr positiv. Ich bin einfach nur ich. Man kann mit mir reden, ob ich nun Nagellack trage oder nicht, ist ohne Belang. Das ist für mich die Kernerfahrung. Mir ist es gelungen, vor Menschen zu stehen, und mein Äußeres als nicht wichtig zu betrachten. Das ist eine Riesenveränderung. Es stimmt natürlich nicht ganz, für mich war es wichtig, aber ich habe es nicht wichtig genommen. Schwer zu beschreiben.

Ich hoffe, nicht belehrend zu erscheinen. Das liegt mir fern. Ich möchte jedem und Jeder Mut machen, für sich einzustehen. Das ist das wichtigste, was aus meiner Sicht wirklich zählt. Je mehr Menschen mit uns die Erfahrung machen, dass wir keine Monster, sondern einfach nur Menschen sind, die auch nur ganz "normal" ihr Leben leben möchten, wird es irgendwann möglich sein, uns als Teil in der Gesellschaft zu sehen. In der Geschlechterfrage sind wir heute noch etwas Besonderes, aber das muss nicht so bleiben. Vieles ist in Bewegung, wir können auf Verständnis hoffen. Nicht bei jedem/r, aber bei vielen. Mir ist es die Anstrengung wert, ich selber zu sein.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Was passiert, wenn man seine Angst vor Ablehnung überwindet ?

Post 2 im Thema

Beitrag von Mara »

Merci Vicky_Rose, für den Einblick in dein Seelenleben. Dem ist auch grundsätzlich nichts wesentliches hinzuzufügen. Ich freue mich, dass du gute Erfahrungen machen konntest.
Ich finde die "Tagesform" meines Selbstbewußtseins immer entscheidend, die spielt aber in alle Bereiche meines Lebens.
LG Mara
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Re: Was passiert, wenn man seine Angst vor Ablehnung überwindet ?

Post 3 im Thema

Beitrag von Engelchen »

Ich finde nicht das du belehrend erscheinst.
Du beschreibst nur was die Erfahrungen mit dir gemacht haben.
Ja, mir ging es ja auch so.
Irgendwann konnte ich halt nur nicht anders und musste meinen Weg zu Ende gehen.
Und ja, wenn man anfängt sich selbst zu akzeptieren wird vieles leichter..

Liebe Grüße
Lisa
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Re: Was passiert, wenn man seine Angst vor Ablehnung überwindet ?

Post 4 im Thema

Beitrag von MichelleMarie »

Liebe Vicky,

vielen Dank für deinen wunderschönen Beitrag und ich werde ihn beherzigen ❤️

Fühl dich gedrückt 🍀
Michelle
"Durch die Leidenschaft lebt der Mensch; durch die Vernunft existiert er bloß."
– Nicolas-Sebastien Chamfort
Jasmine
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Re: Was passiert, wenn man seine Angst vor Ablehnung überwindet ?

Post 5 im Thema

Beitrag von Jasmine »

Liebe Vicky, danke für die schönen und wichtigen Worte die du hier gefunden hast. Dein Beitrag ist so schön. (he)
Liebe Grüße Jasmine
Wally
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Re: Was passiert, wenn man seine Angst vor Ablehnung überwindet ?

Post 6 im Thema

Beitrag von Wally »

Ich würde es kurz so zusammenfassen: es kommt nicht (mehr) auf die geschlechtliche Identität an, sondern auf den individuellen Ausdruck.

In früheren Jahrzehnten wäre es für mich undenkbar gewesen, in Rock und Bluse, aber OHNE Perücke auszugehen: weil dann meine Chance, als Frau "durchzugehen", trotz Rock und Bluse praktisch Null war, und ich andererseits Rock und Bluse nur als Frau tragen "durfte".

Das hat sich in den letzten zehn Jahren grundlegend geändert: ich muß heute mit meiner Kleidung nichts mehr demonstrieren, beweisen oder vorspiegeln. Ich trage Rock und Bluse, wenn und weil ich mich darin individuell wohl fühle; die Perücke lasse ich im Schrank, weil ich mich damit eben nicht wohl fühle. Wie meine Umgebung das Ganze dann geschlechtlich interpretiert, ist deren Problem, nicht meines :-)

Da genieße ich mittlerweile wirklich die goldene Freiheit: zum einen, weil die Leute sehr viel toleranter geworden sind, und weil ich als RentnerIn auch keine beruflichen Rücksichten mehr nehmen muß; auf der anderen Seite steht da aber auch die innere Freiheit, das Recht auf Individualität konsequent in Anspruch zu nehmen. Bei letzterem bin ich immer noch am Dazulernen - und es erweist sich als ein sehr lustvolles Lernen, weil von meiner Umgebung dazu fast nur positive Reaktionen kommen. Was ich mir mein ganzes Leben lang schon immer gewünscht habe, aber so gut wie nie durfte: wenigstens auf meine alten Tage darf ich's nun doch noch - und ich genieße es sehr!

Herzliche Grüße
Wally
Herzliche Grüße
Wally
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Re: Was passiert, wenn man seine Angst vor Ablehnung überwindet ?

Post 7 im Thema

Beitrag von Stefanie »

Liebe Vicky-Rose, Aus deinen Zeilen klingt heraus, wie froh und glücklich dich die positiven Erfahrungen gemacht haben. Nachdenklich hat mich allerdings das erwähnte Lokalkolorit gemacht.

Niederländer sind sehr tolerant, was das betrifft, und auch im Norden unserer Republik sind die Leute da offener, aber leider auch gleichgültiger. Und gleichgültig kann uns das zwar sein, was andere denken. Aber wollen wir das unbedingt? Gleichgültigkeit und Akzeptanz sind zwei verschiedene Dinge. So gut das erstere sein mag, so wünschen sich doch die meisten von uns letzteres. Diesen Wusch zurückzudrängen ist nicht einfach, aber du schreibst ganz richtig, wie das von der Einstellung her durchaus geht. Find ich prima!

Ich bin im südlichen Oberbayern daheim, in der ländlichen Provinz. Die Leute hier ticken ganz anders. Sicher, in München oder Garmisch kann man/frau die gleichen schönen Erfahrungen machen wie du. Hier auf dem Land wird das schwieriger. Es kann hier eben nicht gleichgültig sein, ob du vordergründig ganz normal behandelt wirst und hinter dir tuscheln dann die Leute, und zwar so, dass es sich wie ein Gebrüll anhört. Da wirst du in einer konservativen Dorfgemeinde schnell zum Außenseiter, der geschnitten wird. Dabei ändern dann auch gewisse Artikel zu diesem Thema in der Lokalpresse wenig, die Zeit scheint hier einfach noch nicht reif. So schön es ist, dort zu leben, wo andere Urlaub machen, so sehr ärgert es mich, wenn die Leute zu jeder Äußerung des Papstes sofort Beifall klatschen - aktuell wegen der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare. Da droht eine solche positive innere Einstellung wie du sie hast zu schmelzen wie Eis in der Sonne.

Voll zustimmen muss ich dem Beitrag von Wally. Wenn man eine Perücke nur braucht, um sein Aussehen zu vervollständigen, sich damit aber nicht wohl, sondern eher fremd fühlt, dann lässt man das eben weg. Es ist meistens auch so möglich, die Kleidung und den Rest so abzustimmen, dass es nicht gleich nach Fasching aussieht. Ist man/frau in sich selbst so zuhause, dass man sich dort auch wirklich daheim fühlt, ja, dann ist eine äußerliche Unperfektion doch egal.

Allerdings, Vicky-Rose, hast du auch mir deinem schönen Beitrag Mut gemacht. Vielen lieben Dank.

Stefanie
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Re: Was passiert, wenn man seine Angst vor Ablehnung überwindet ?

Post 8 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Was geht denn hierab ? Da konnte ich zwei Tage nicht ins Netz und schon habt Ihr so viele Komplimente, dass mir schwindelig wird. Herzlichen Dank dafür.

Wally, Du beschreibst genau den Schritt, den ich auch vor einiger Zeit gemacht habe. Ich habe hierzu ja einige Bilder in die Galerie gestellt. Und mit den jüngsten Erfahrungen bin ich auch wieder etwas weiter. Mal sehen, was daraus wird.

Stefanie, das kann ich gut verstehen und meine Frau hat genau die gleichen Bedenken, wenn es um unser Umfeld geht, in das wir nach dem Hausbau vor 3 Jahren gezogen sind. Der Yachthafen, in dem mein Boot liegt, ist mein Experimentierfeld. Nachdem ich schon mehrmals ein paar Tage en femme gelebt habe, dabei aber eine gewisse Scheu vor Begegnungen a den Tag gelegt habe, habe ich mir jetzt vorgenommen, kompromisslos so zu leben, wie es kommt, alle Begegnungen ohne Einschränkung inklusive. Im schlimmsten Fall lege ich ab und suche mir einen neuen Hafen. Es gibt genug. Am festen Wohnort ist das freilich etwas schwerwiegender. Aber malen wir uns nicht gelegentlich Schreckgespenster in unserem Kopfkino an die Wand ? Ich will damit nicht sagen, dass es das Problem nicht gibt, wahrscheinlich an ganz anderer Stelle als wir erwarten.

Die Kernfrage lautet für mich, will ich mich an den "Lebensregeln" anderer orientieren und mich elber kasteien oder ist mir meine Lebensphilosophie näher ? Wenn die "Zimmertranse" reicht, ist ja alles schön und gut, aber was wenn nicht ? Ich habe immer mehr den "Duft der Freiheit" kennen gelernt und es fühlt sich anders an als ich erwartet habe. Alle menschen mit denen ich zu tun hatte, hätten mich genau so behandelt, wäre ich en homme gewesen. darin steckt für mich der eigentliche Fortschritt. ich habe die Freiheit, so zu leben, wie ich es möchte. Es hat niemanden interessiert. Ich bin angesprochen worden, aber nicht, weil ich en femme war, sondern weil es um eine Frage zum Boot ging.

Die Freiheit für mich liegt darin, dass es egal war, was ich getragen habe. Bis zu dieser Erkenntnis war eine Menge Sturkopf, Verzweiflung und immer wieder neu probieren nötig. Auch heute bin ich noch nicht am Ziel meiner Wünsche. Vielleicht ist das Nichtaufgeben der Schlüssel, auch in Bayern. Mich haben die Bayern schon mehr als einmal überrascht und hinter Burschikosität kann sich auch Unsicherheit verbergen. Vielleicht kommt ja einmal einer daher, und klopft Dir auf die Schulter und sagt, dass Du das schon richtig machst. Wundern würde es mich nicht. Wenn Du es noch nicht gemacht hast, vielleicht probierst Du auch einmal Urlaub en femme, um Dich auszuprobieren. Es wird Dich verändern.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Was passiert, wenn man seine Angst vor Ablehnung überwindet ?

Post 9 im Thema

Beitrag von JuLa67 »

Hallo Vicky,
herzlichen Glückwunsch zu dieser tiefgreifenden Erfahrung!
Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis am größten. (cow)
Ist es nicht wundervoll, wenn mensch etwas theoretisch weiß und das sogar anderen versucht klarzumachen, und es dann in der Praxis erlebt. So am eigenen Leib erfahren; das Leben erfahren. Ist das nicht sowas wie Glück? Als würde mensch im Spiel des Lebens einen Level weiterkommen.
Ja, ich freue mich mit dir mit, und ich wünsche diese Erfahrung auch allen anderen!

Ganz herzliche Grüße
Larissa
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Re: Was passiert, wenn man seine Angst vor Ablehnung überwindet ?

Post 10 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo, Vicky,

"Was passiert, wenn man seine Angst vor Ablehnung überwindet?" -

Die Sonne geht auf.

Das war jedenfalls meine spontane Antwort auf Deine Frage in der Titelzeile. Und es passt auch zu deinem ausführlicheren Beitrag. Die Sonne geht auf. Es beschreibt das Gefühl von Freiheit, von Leichtigkeit, finde ich, wenn wieder etwas, das mit einigen Stückchen Angst und Vorbehalt besetzt war, einfach wie selbstverständlich gemacht wird. Weil es "sich selbst" widergibt.

Liebe Grüße
Inga
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Re: Was passiert, wenn man seine Angst vor Ablehnung überwindet ?

Post 11 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

JuLa67 hat geschrieben: Sa 3. Apr 2021, 21:33 Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis am größten.
Aber nur theoretisch ... ;-)
Inga hat geschrieben: Sa 3. Apr 2021, 22:03 Es beschreibt das Gefühl von Freiheit, von Leichtigkeit,
Hi Inga, mit wenigen Worten mein gefühl ausgedrückt ...
Viele Grüße
Vicky

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Re: Was passiert, wenn man seine Angst vor Ablehnung überwindet ?

Post 12 im Thema

Beitrag von YvonneTV »

Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 31. Mär 2021, 21:28 ...
Für mich lautet die Botschaft, sei einfach Du selber und nicht das, was Du glaubst, das andere von Dir erwarten. Eigentlich ein bekannter Satz, aber das persönlich zu erleben, ist für mich ein tiefgreifende Erfahrung. Es geht nicht darum, wie eine Frau zu sitzen oder zu reden, es geht darum, man selbst zu sein.
...
Was die Menschen denken, ist nicht wichtig, sondern was Ihr über Euch denkt.
...
Hallo Vicky (moin)

Vorweg: Belehrend finde ich da gar nix !!!! Und freu mich, dass Du damit so "umgehen" kannst (ap)

Das sind wundervolle Zeilen und ich meine, dass da unglaublich viel Wahrheit drin steckt !!!!

Viel zu oft "verstecken" sich Menschen, wegen dem "was die anderen Sagen/denken" - und das ist nicht gut :roll:
(nicht "nur" beim Trans* Thema, sondern vielleicht auch weil die Nase zu groß, die Beine zu kurz oder die Haare zu rot sind)

Doch das "so leben, wie es einem selbst entspricht, sich annehmen und einfach leben" - ich glaube, DAS macht wahre innere Zufriedenheit aus ! (smili) Authentisch sein (smili)

Genau hierbei meine ich oft eine positive Resonanz zu spüren, wobei es darum gar nicht geht (wie Du schreibst ist es ja NICHT wichtig, was andere denken) !
Doch diese innere Zufriedenheit strahlt aus auf andere Menschen, wenn man so ist, wie man ist und damit wäre es ansich schon gut für einen selbst.
Doch oft - sozusagen als Nebeneffekt - strahlt diese Zufriedenheit auch wieder zurück ....

Dein Weg und meiner sind sicher ganz anders und ich mag das gar nicht vergleichen (smili) nur konnte ich auf meinen Weg festellen, dass:
- Je mehr ich mich selbst so mag wie ich bin
- Je unwichtiger die Meinung anderer wird
- Je mehr ich zu mir stehe
- Je authentischer ich bin

* Desto besser geht es mir dabei
* Desto selbstbewusster bin ich
* Desto zufriedener fühlt es sich an
* Desto glücklicher fühle ich mich
* Desto mehr Freiheitsgefühl ist dabei

Just my 5 Cents ... )):m

Danke für das Teilen Deiner tollen Gedanken )))(: )))(:
Ganz liebe Grüsse - Yvi
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Re: Was passiert, wenn man seine Angst vor Ablehnung überwindet ?

Post 13 im Thema

Beitrag von Diana.65 »

Hallo Vicka, Hallo @ all.

Ein sehr interessantes Thema, welches du hier angeschnitten hast.
Am Anfang hatte ich auch einen Riesen Respekt, oder vielleicht auch Angst, davor, was passiert, wenn ich mich nach außen wage, so wie ich denke und fühle. Inzwischen kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass die Offenheit anderen gegenüber und das mich so zeigen, wie ich mich auch fühle, mir sehr gut tut. Sicherlich gibt es ein paar Mitmenschen die mit der neuen Situation nicht klar kommen, ganz einfach, da es ihrem bisher vorhandenen Weltbild wiederspricht. Aber andererseits muss ich auch immer wieder feststellen, dass ich inzwischen viel authentischer wirke und offener auf meine Mitmenschen zugehen kann.
Für mich war meine Angs vor Ablehnung auch ein Grund des Zögerns, aber inzwischen habe ich auch festgestellt, dass ich viel früher hätte zu mir selbst stehen sollen und dies hätte auch nach außen zeigen sollen.

Liebe Grüße,
Diana.
Ich bin und bleibe ich.
Und ... genieße mein neues Leben.
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Re: Was passiert, wenn man seine Angst vor Ablehnung überwindet ?

Post 14 im Thema

Beitrag von scheue_Sarah »

Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 2. Apr 2021, 13:25 Was geht denn hierab ? Da konnte ich zwei Tage nicht ins Netz und schon habt Ihr so viele Komplimente, dass mir schwindelig wird. Herzlichen Dank dafür.
Hallo Vicky,

das mag ganz einfach daran liegen, dass Du so vielen aus der Seele geschrieben hast!
Ich kann mich nicht an einen Beitrag erinnern, der so viele "Danke-Likes" bekommen hat.

Ich bin in einer "was werden die Nachbarn sagen" Umgebung aufgewachsen und erzogen worden. Da hilft auch kein "Mach doch einfach", es ist ein langer Prozess. Für viele von uns...

Danke!
Sarah
"Don't dream it, be it!"
aus der Rocky Horror Picture Show

"Es braucht einen echten Mann, um sich mit seiner weiblichen Seite wohlzufühlen..."
Backstreet Boy AJ McLean aus Solidarität zu Harry Styles' Foto im Kleid auf der Vogue
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Re: Was passiert, wenn man seine Angst vor Ablehnung überwindet ?

Post 15 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hallo Sarah,

das hat mich gerade überrascht, dass damit anscheinend ein Nerv getroffen wurde. Andererseits ist die Sichtbarkeit ja gerade ein kernproblem von vielen von uns, gerade wenn sie in einer Nachbarschaft leben, wie Du sie beschreibst. Meine frau hat auch Angst vor dem getratsche der Nachbarschaft. Ich wäre mit der Frage zuhause gerne offensiver, aber dafür ist es zu früh. Die Möglichkeiten, die sich mir bieten, hat nicht Jede. Aber viele fahren doch in den Urlaub oder haben ein Wohnmobil. Da kann man schon etwas probieren. Die Angst, man könne negatives erfahren, kann man damit austricksen, denn es kennt ja einen niemand. Aber auch das ist ein langer Prozess. Ich werde bald 60 und noch lange nicht am Ziel. Dass wir dort stehen können, wo wir heute stehen, verdanken wir dem Internet und seinen Freiheiten. Ich war 33 oder 34 Jahre alt, als ich das erste Mal im Netz auf Informationen über Transthemen fand. Das wohl erste umfassende Werk in deutscher Sprache war für mich der Crossdressing-Guide von Agnes. 600 (!) gedruckte Seiten.

Aber was gab es vorher ?

Für mich nichts. Ich war alleine und fühlte mich pervers. Trans* war in den Augen der Allermeisten im wesentlichen nur eine sexuelle Praxis. Ich habe mich da nicht getraut, etwas nach außen dringen zu lassen, zu niemanden. Keiner sagte, das sei normal oder ok. Mein Weg war bisher lang und steinig. Aber vieles ist so viel besser geworden. Vor allem, wenn man sein Leben mit Überzeugung leben kann. Damit meine ich nicht Trotz, sondern freundlich und hilfsbereit. Ich glaube, dass viele Nachbarschaften das akzeptieren können. Da wird vielleicht 3 Monate getratscht, aber in den meisten Fällen hat es sich dann erledigt. Ich will nicht leugnen, dass es auch schwierig sein kann, aber ich will Mut machen, Dinge zu versuchen. Warum soll man nicht einem Nachbarn sagen, dass man sich selber nicht sicher ist, ob man Trans ist und es deshalb ausprobiert ? Die Reaktion wäre spannend und man kann jederzeit zurück. Dann war es nur eine Eskapade. Vielleicht bekommt man auch Unterstützung ?

Für mich hat sich in meinem Kopf verändert. Das Leben als Frau ist "normaler" geworden und ich kann in meinem Yachthafen unbefangen(er) damit umgehen. Gleichzeit ist mein Gefühl für meine Weiblichkeit weniger oberflächlich geworden. das ist sicher nicht der Weisheit letzter Schluss, aber ein Riesenschritt. In 20 Jahren schreibe ich dann meine Memoiren ...;-)
Viele Grüße
Vicky

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