Sorry, nein. Der Grund "weil ich [so wie ich die gesellschaftliche Realität erlebe] lieber mit folgendem Marker und Namen leben möchte" ist vollkommen ausreichend. Und das kann meinetwegen gerne oben in das Formblatt der Erklärung gedruckt werden. ((Erklärung. Nicht Antrag. Wichtiger Unterschied.))Elizabeth hat geschrieben: Fr 2. Apr 2021, 21:50 ... und IRGENDEINE kleine Begründung für einen Antrag auf PÄ sollte jede_r liefern können (und müssen!).
IRGENDWAS sollte frau Birgit Kelles blödem Spruch "Frau mit Penis" entgegensetzen! Sonst spielen wir der in die Hände!
Ich glaube, ich hatte es schon mal auseinander gedröselt, aber sei's drum.
Die Kurzfassung:
1. Entscheidend im täglichen Umgang, also auch bei den behaupteten Begegnungen in Toilettenräumen, ist die optische Wahrnehmung und Einschätzung durch ANDERE. Kein amtlicher Eintrag ändert daran irgendwas und Operationen übrigens auch nicht - ausser Mastektomie bei transmännlichen Menschen vielleicht. Manche Crossdresser haben ein unauffälligeres Passing als manche trans Personen und werden überhaupt nicht bemerkt.
2. Mit geändertem Personenstand und Vornamen sind explizit keine medizinischen Maßnahmen verknüpft. Das wäre grundgesetzwidrig und ausserdem inhuman. Aber auf genau dem slippery slope rutschen diese Zugeständnisse an Gegner"¢innen entlang. D.h. auch mit jedem noch zulässigen Gatekeeping wird es Frauen mit Penis geben. Ohne Gatekeeping ändert sich an der Stelle nichts.
3. Menschen quasi binäres Passing vorschreiben zu wollen, wie es implizit in der Idee steckt, dass es keine Frauen mit Penis geben sollte, bleibt Lichtjahre hinter der Realität und dem Stand der Erkenntnisse zurück. Nicht nur nichtbinäre trans Personen wären ausgegrenzt - und das sind immerhin 30% aller trans Personen - sondern es würde im Endeffekt auf eine regulative Festschreibung binär gegenderter Erscheinung hinauslaufen. Es wäre also fraglich, ob Frauen dann noch Hosen oder "boyfriend mode" tragen dürften, oder Männer in Röcken gesetzlich verfolgt würden. Gedanklich wären wir dann bei jenen Gutachtys, die stereotypische Performance vorgetanzt haben wollen.
4. Reaktionäre wie B.Kelle werden nie zufrieden sein, egal wie so ein Gesetz aussieht. Sie demonstrieren dagegen, dass Schülys oder sonstwer überhaupt was über Sex und Lebensformen erfahren. Gegen Support und Respekt für irgendwen ausserhalb von cis-het. Gegen jede Liberalisierung seit 1945. Gegen Verhütung, Abtreibung, Ehe und_oder Kinder jenseits von Männchen/Weibchen und wenn sie könnten, würden sie die Nürnberger Gesetze von 1935 wieder in Kraft setzen.
Es lohnt nicht, diesen Haters auch nur den kleinen Finger zu reichen. Sie werden ihn abreissen und erst den Arm und dann den Kopf fordern.