TAGESSPIEGEL: SPD debattiert Umgang mit queeren Menschen
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Anne-Mette
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TAGESSPIEGEL: SPD debattiert Umgang mit queeren Menschen

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

hier erfahren wir mehr: https://www.tagesspiegel.de/gesellschaf ... obal-de-DE

Gruß
Anne-Mette
Cybill
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Re: TAGESSPIEGEL: SPD debattiert Umgang mit queeren Menschen

Post 2 im Thema

Beitrag von Cybill »

Es ist nicht leicht Sozialdemokratin und Queer zu sein. Das liegt daran, dass es viele in meiner Partei verstehen, mit beiden Füßen und vollem Anlauf in die queerpolitischen Fettnäpfchen zu springen. Danach wird noch das Parkett bzw die Auslegware ordentlich eingesaut und fertig.

Wir sehen uns immer gerne als Zukunftspartei. An dieser Stelle haben wir wirklich in die Zukunft geschaut und einen Konflikt vorweg genommen, der den anderen demokratischen Parteien noch bevorsteht.
Ich versuche mal im Folgenden nicht nur die SPD im Auge zu haben, sondern stütze mich auch auf Erfahrungen, die ich aus Gesprächen mit Mitgliedern anderer Parteien habe.

Wir haben extreme Probleme damit, die Bevölkerung abzubilden und zwar auch so abzubilden, dass sie sich mit uns identifizieren kann. Das fängt damit an, dass Frauen unterrepräsentiert sind und es ihnen schwer gemacht wird zu Parteiämtern und Mandaten zu kommen. Geht weiter in der Repräsentation der Queeren Gemeinde und hört beim Umgang mit Genossen mit Migrantionshintergrund nicht auf.

Nach meiner Wahrnehmung sind dafür die "Männerseilschaften" verantwortlich. Als Mann ist es ziemlich einfach zu einem politischen Amt zu kommen. Wer sich ans "Programm" hält, der wird gefördert.

Selbst als Zugehöriger in den vorgenannten marginalisierten Gruppen hat es ein Mann einfacher.
Ich weiß wovon ich hier schreibe, denn ich sitze seit meinem 14 Lebensjahr in politischen Gremien und davon über 40 Jahre als Mann. Das war leicht.

Was mich erschreckt, ist die Perfidie mit der Frauen, Queere und Migranten von wichtigen Ämtern fern gehalten werden. Da kann Machiavelli noch was lernen.

Aber die Strukturen sind in dieser Hinsicht bei allen demokratischen Parteien ähnlich - für das Spektrum rechts der FdGO kann ich nichts sagen, da ich mich mit denen nicht unterhalte.

Dazu kommt, dass mit mehr Parteien auch die Anzahl politischer Ämter für die einzelnen Parteien sinkt. Das befördert einen Verteilungskampf. Da werden natürlich die Buddies eher berücksichtigt, als die anderen.
Schließlich kann man mit Politik ordentlich Geld verdienen.

Ich denke, dass man insgesamt dem Problem nur mit verbindlichen Paritätsvereinbarungen Herr wird.
Unsere freiheitlich demokratische Grundordnung ist keine Veranstaltung für Männer und Frauen von deren Gnaden, sondern eine für alle Bürger dieses Landes.

Ich werde jedenfalls weiterhin dafür kämpfen, auch wenn mich bereits viele Herren der Schöpfung dafür hassen!

Ein schönes Wochenende

Cybill
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

Im Übrigen: Ich bin nicht hauptberuflich transsexuell!
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Re: TAGESSPIEGEL: SPD debattiert Umgang mit queeren Menschen

Post 3 im Thema

Beitrag von Jenina »

Cybill hat geschrieben: Fr 5. Mär 2021, 07:07 ....
Ich werde jedenfalls weiterhin dafür kämpfen, auch wenn mich bereits viele Herren der Schöpfung dafür hassen!
...
Cybill,
ich wünsche Die weiter so viel Kraft und noch mehr für Deinen politischen Weg. Wenn man den Artikel liest kann ich das genau verstehen was Du aus Deiner eigenen Praxis berichtest.

Hir im MDR war diese Woche ein Interview mit Gesine Schwan und ich muss sagen, dass die Kritik an ihr bestimmt berechtigt war. Sie kam mir eher wie eine gestrige Konservative vor und nicht wie die Vertreterin einer Partei die alte sozialdemokratische Werte wieder erwecken will. Dazu gehört eben auch eine zukunftsweisende LGBTQI Politik.

Unsere Feine sind nicht die "alten weißen Männer" sondern dieses Denken in den Köpfen bestimmter Menschen, die wie man sieht eben nicht auf Männer beschränkt ist und auch nicht auf das Alter. Ich kenne genügend junge A*löcher deren Äußerungen zu LGBTQI absolut unterirdisch ist.

Fühle dich gedrückt und bestärkt, liebe Cybill

von Jenina
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Marlene K.
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Re: TAGESSPIEGEL: SPD debattiert Umgang mit queeren Menschen

Post 4 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Wie sich an Gesine Schwan, Engelken und... zeigt ist toxische Männlichkeit und/oder patriarchalisches Denken nicht an ein Gender/Geschlecht gebunden...
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
Marlene K.
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Re: TAGESSPIEGEL: SPD debattiert Umgang mit queeren Menschen

Post 5 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Aber auch das ist die SPD:
https://taz.de/SPD-Debatte-um-Diversitaet/!5750919/
Einbinden, zuhören, verstehen — und Platz schaffen für jede Identität: Nur das hilft nachhaltig. Seit wann aber haben Solidarität und Empathie etwas mit "Identitätspolitik" zu tun? Die sozialen Fragen unserer Zeit lassen sich jedenfalls nicht mit der Frage nach dem "Was denn noch?" lösen.

Als Sohn von Gastarbeitern weiß ich genau, wie schwer es war, alle davon zu überzeugen, mehr draufzuhaben als das, was die Hauptschule für mich bereit hielt. Ich erinnere mich gut an den Schmerz meiner Eltern, wenn sie nach der Arbeit weinend am Küchentisch saßen, weil sie am Fließband wieder als Spaghettifresser beschimpft wurden. Oder wie schwer es war zu akzeptieren, als uns die Wohnung verwehrt wurde, weil Italiener angeblich zu viele Bambini hätten und anscheinend zu laut und zu kriminell seien.
...und queere und klassistische und herkunftbewertende Belange gehören zusammen und widersprechen sich nicht.
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
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