Blutengel
Blutengel - # 11

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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Stephanie
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Auf dem Standesamt

"Hallo meine Süße Sandra", sage ich leicht verschlafen, als ich am Morgen aufwache. Sandra ist auch grade wachgeworden und gibt mir als Antwort einfach einen Kuss. "Es ist einfach zu schön mit Dir", sagt sie erfreut. Sie steht auf und geht um das Bett zu mir. Dann nimmt sie mich an der Hand und zieht leicht. "Kommst Du mit ins Bad, wir müssen noch einmal duschen nachholen", sagt sie. "Aber gerne", sage ich, stehe auf und lasse mich von ihr ins Bad führen. "Das ist aber auch nicht grade klein", sage ich staunend. Die Dusche ist gemauert und mit einem super aufwendigen Mosaik versehen. Innen ist auch richtig Platz. Während ich noch staune, macht Sandra das Wasser an. Dann seifen wir uns gegenseitig ein. Natürlich kitzeln wir uns dabei und gackern was das Zeug hält. "Weißt Du was ich an Dir so mag?" fragt Sandra, als wir uns abtrocknen. Ich schaue sie mit großen Augen an und schüttle den Kopf. "Du bist so herrlich ungezwungen", sagt Sandra dann, "bleibt das so?" "Ich bin eigentlich immer so", antworte ich lächelnd, "ich bin zwar älter geworden, aber dabei immer noch Kind geblieben." Sandra legt die Arme auf meine Schultern. "Ich bin genauso", sagt Sandra, immer ein bisschen Blödsinn im Kopf." "Na da haben sich aber zwei gesucht und gefunden", sage ich lächelnd. "Ja!" haucht Sandra und küsst mich.

Nach dem wir uns angezogen haben, gehen wir in die Küche. Auch hier staune ich. "Das sieht alles so neu aus in deiner Wohnung", sage ich, "wie lange wohnst Du hier denn eigentlich?" "Ach, schon ein halbes Jahr", antwortet Sandra. "Ah, so lange schon", flaxe ich. Sandra grinst mich an. Wir machen uns ein kleines Frühstück. Nebenbei kommen die beiden Katzen immer mal wieder an und lassen sich kraulen. "Magst Du sie vielleicht füttern?" fragt Sandra. "Na klar", sage ich und tue das. Ich komme fast gar nicht dazu, das Futter aus der Verpackung zu bekommen, weil die beiden so um mich rumschnurren. "Wie früher zu Hause", lache ich. Irgendwie schaffe ich es dann aber doch, das Futter in die Näpfe zu bekommen. Dann machen wir uns auf den Weg zu den Autos und fahren los. Sandra fährt die ganze Zeit hinter mir. Auch als ich auf dem Parkplatz vor der Halle ankomme. Sie parkt neben mir. Ich lächele sie an und steige zu ihr. "Ich habe mir schon fast so was gedacht", sage ich grinsend. "Na ja, wenn ich schon reinfahren darf"¦", sagt Sandra lächelnd. Wir fahren durch das Werktor und Sandra hält wieder vor der Halle. "Ich bin so glücklich, Stefanie, das wir beide ein Paar sind", sagt sie mit funkelnden Augen. Ich gebe ihr einen dicken Kuss. "Ich auch, du süßes Mädel", antworte ich. "Bis nachher", sagt Sandra. "Bis nachher", sage ich auch und steige aus.

Nach der üblichen Begrüßung durch die Kollegen, gehe ich an meinen Platz. Während mein Rechner hochfährt klingelt mein Handy. Die Nummer, die angezeigt wird kommt mir zwar bekannt vor, aber ich kann sie nicht zuordnen. Nach einigem zögern gehe ich doch ran. "Standesamt Braunschweig, Broc"¦ mein Name", höre ich eine Damenstimme, "spreche ich mit Herrn Stefan Boe?" Ich muss mich ja stark zurückhalten, dann sage ich nur kurz: " Ja!" "Prima, ich habe hier eine Nachricht von Ihnen bekommen", sagt die Dame, "hätten Sie heute Zeit, hier zu erscheinen?" "Spricht nichts dagegen", sage ich, "wann wäre das?" "Um 14:15 Uhr", sagt die Stimme. Ich stutze innerlich. Normal sind die Sprechzeiten ab 15:00 Uhr. Ich sage dennoch zu. Die Dame verabschiedet sich freundlich. So ganz verstanden habe ich das grade nicht, ein wenig komisch kommt es mir trotzdem vor. Ich rufe Sandra an. "Hallo Stefanie", freut sich Sandra, "was gibt es?" Ich erzähle ihr von dem Telefonat eben. "Ist ja spannend", sagt Sandra. "Ich würde dann die Mittagspause durcharbeiten und komme dann nicht in die Kantine", sage ich, "ich komme dann hinterher einfach mal zu Dir ins Büro." "OK, so machen wir das", antwortet Sandra. Ich suche mir noch eine Straßenbahn Verbindung heraus, dann widme ich mich meiner Arbeit. Um Viertel vor Zwei gehe ich zur Haltestelle. Mit der Bahn bin ich schneller da und muss mir nicht noch aufwendig einen Parkplatz suchen. Fünf Minuten vor dem Termin betrete ich die Abteilung. Ich gehe zur Sekretärin. Die schaut mich etwas erstaunt an. "Wo möchten Sie hin?" fragt sie freundlich. Ebenso freundlich erkläre ich es ihr. "Ok, das ist das Zimmer grade aus", sagt sie, "aber die Uhrzeit macht mich stutzig." "Ich habe mich auch gewundert", sage ich dann noch und gehe in Richtung des genannten Zimmers. Vorsichtig klopfe ich an. Freundlich werde ich hereingebeten. Die Dame stutzt kurz, als sie mich sieht. Das wundert mich umso mehr, weil es hier ja um eine Namensänderung geht.

Auf dem Schreibtisch steht ein Ordner mit meinem Namen. Einige Dokumente liegen auf dem Tisch, so auch das Schreiben vom Anwalt. Damit fängt sie dann auch gleich an. "Ich habe ja hier das Schreiben ihres Anwaltes", sagt sie, "aber so einfach ist das nicht." "Inwiefern?" frage ich. Ich muss echt aufpassen, dass ich nicht explodiere. "Ich bräuchte da noch die Aussage eines Vertrauensarztes", antwortet sie. "Noch einen?" frage ich, "ich war in der Vergangenheit schon bei zweien." "Ich würde aber noch eine weitere Meinung einholen", sagt die Angestellte. "Wie jetzt?" frage ich angesäuert. "Ich verstehe ihre Verwunderung", sagt sie, "aber den Eingriff den sie vorhaben erfordert ein große Genauigkeit." "Moment, haben sie die richtige Akte da?" frage ich, "ich habe weder eine Hormontherapie vor, noch eine anpassende OP." "Was möchten Sie dann hier?" fragt sie. Gleich platze ich, aber ich bleibe dennoch ruhig. "Ich möchte meinen Namen von Stefan auf Stefanie ändern lassen", sage ich, "die Begründung dafür ist unter anderem mein Hermaphroditismus. Das ist auch in den ganzen Ihnen vorliegenden medizinischen Unterlagen beschrieben worden. Bei mir liegt keine Transsexualität vor. Einfach ausgedrückt, ich will keine Frau werden, ich bin schon eine." Sie schaut mich an, eine leichte Verunsicherheit ist bei ihr zu erkennen. Zwischenzeitlich scheint jemand hinter mir ins Zimmer gekommen zu sein, dem ich aber keine Beachtung schenke. Jetzt blättert sie wild im Ordner herum. "Ich möchte von hier jetzt nicht wieder ohne Ergebnisse nach Hause gehen", sage ich fordernd, "ich würde gerne mit ihrem Chef reden." "Gerne", sagt eine Stimme hinter mir, "ich bin schon da." Ich drehe mich um und begrüße den Herrn. Während die Angestellte deutlich jünger zu sein scheint als ich, schätze ich den Abteilungsleiter ungefähr auf mein Alter. "Um was geht es hier", fragt er freundlich. Die Angestellte will grade erklären, da sagt der Abteilungsleiter: "Ich möchte es aber von Frau"¦" "Boe", sage ich. ".. von Frau Boe hören." Also erkläre ich den gesamten Werdegang. Er hört mir aufmerksam zu, aber als ich dann das Schreiben des Anwalts erwähne, unterbricht er mich und schaut seine Angestellte ernst an. "Warum weiß ich da nichts von?" fragt er sie. Die Angestellte stottert irgendwas unverständliches. "Frau Boe, ich möchte sie gerne bitten draußen zu warten, ich habe hier Klärungsbedarf", sagt er zu mir. Ich nicke und stehe auf. Er begleitet mich zur Tür. Dann sagt er zur Sekretärin: "Bieten sie Frau Boe etwas zu trinken an und kommen dann hier ins Büro?" Ich entscheide mich für einen Kaffee und nehme im Wartebereich Platz. Die Sekretärin geht in das Büro. Nach wenigen Minuten kommt sie wieder heraus. Sie schließt die Tür, zieht die Lippen nach innen und wedelt mit der Hand vorm Körper. Sie geht wieder an ihren Schreibtisch und sagt dann leise zu mir: "Das Schreiben von ihrem Anwalt ging nicht über meinen Schreibtisch." Ich mache ein erstauntes Gesicht. Den Rest kann ich mir denken.

Während ich noch im Wartebereich sitze und meinen Kaffee trinke, kommt eine andere Angestellte und geht in das Zimmer, wo ich eben war. Nach ein paar Minuten kommt sie wieder heraus und hat meine Unterlagen dabei. "Trinken Sie ruhig noch einen Kaffee, ich muss mich mal eben fix in Ihre Unterlagen einarbeiten", sagt sie freundlich zu mir. Ich bekomme noch einen Kaffee. Dann kommt der Abteilungsleiter zu mir. "Das tut mir jetzt leid, was Ihnen passiert ist", sagt er, "meine Mitarbeiterin ist mit der Aufgabe komplett überfordert. Ich habe ihr den Fall wegnehmen müssen. Frau Schi"¦ wird sich jetzt drum kümmern, bitte haben Sie noch etwas Geduld." "Ist OK, vielen Dank", sage ich. Ich nutze die Zeit, schaue auf mein Handy und arbeite ein paar Nachrichten ab. "Frau Boe, würden Sie bitte mal zu mir kommen?" fragt mich die andere Angestellte. "Gerne", sage ich und gehe dort hin. "Nach Durchsicht und Rücksprache mit dem Chef steht ihrer Namensänderung nichts im Weg. Die Unterlagen sind in Ordnung", sagt sie, "möchten Sie gleich neue Ausweisdokumente anfordern?" "Ja, sehr gerne", sage ich. Passbilder hatte ich schon gemacht und lege sie ihr vor. Dann bekomme ich eine Quittung, gehe zur Kasse und bezahle. Als ich zurückkomme, hat die Dame schon alles vorbereitet. Ich muss nur noch meine Unterschriften leisten. "Das ging ja fix", sage ich erstaunt. "Danke", sagt die Angestellte lächelnd, "hier sind dann noch ihr Unterlagen und ihr vorläufiger Personalausweis. Wir benachrichtigen sie, wenn die anderen Ausweise abholbereit sind." "Vielen, lieben Dank", sage ich begeistert und verabschiede mich freundlich. Von der Sekretärin verabschiede ich mich natürlich auch. Draußen auf der Treppe zum Gebäude bleibe ich kurz stehen. Ich kann es irgendwie nicht ganz glauben. Erst die verkorkste Situation, dann klärt sich alles und ich stehe hier als offizielle Stefanie. Irgendwie Geil. Aber zweieinhalb Stunden hat es dann doch gedauert.

Ich hole mein Handy heraus und rufe meine Eltern an. Mein Vater meldet sich normal. "Hallo hier ist Eure älteste Tochter Stefanie", sage ich. Irgendwie scheint es nicht gezündet zu haben. "Hallo schön Dich zu hören", antwortet er, Was machst Du grade?" "Ich stehe auf den Stufen vom Standesamt und bin grade aus selbigen herausgegangen", antworte ich. Am anderen Ende, "¦ Pause. "Wie Standesamt?" fragt er. Im Hintergrund höre ich meine Mutter Fragen stellen. Dann höre ich sie etwas lauter. "Hallo älteste Tochter, hat es endlich geklappt?" fragt sie, nachdem sie den Hörer gekapert hat. "Jaha, eben grade, ich kann es selber noch gar nicht glauben", antworte ich. "Du musst unbedingt mal vorbeikommen, mein Bruder sieht Dich ja langsam öfter, als ich Dich", sagt meine Mutter lachend. "Ich versuche es nachher mal", sage ich feixend, "wenn meine Lebensgefährtin mich lässt." "Oho, dann bring sie einfach mit", sagt meine Mutter noch. "OK, ich melde mich dann nochmal", sage ich und verabschiede mich. Ich mache mich auf den Weg zur Anwaltskanzlei, die ja in der Nähe ist. Unterwegs rufe ich Sandra an. Sie geht auch gleich ran. "Darf ich jetzt offiziell Stefanie sagen?" fragt sie erwartungsvoll. "Ja darfst Du", antworte ich, "obwohl das wieder eine Sache war." In kurzen Sätzen erkläre ich es ihr. "Ich glaube bei Dir läuft gerne mal was neben der Spur, was?" fragt Sandra lachend. "Scheint meine Bestimmung zu sein", antworte ich auch lachend. Ich erzähle noch, das ich nochmal kurz zum Anwalt gehe. "Bist Du noch im Büro?" frage ich. "Ja, eine Stunde habe ich noch mindestens zu tun", sagt Sandra. "OK, dann komme ich zu Dir, ja?" "Aber gerne, Stefanie, ich freue mich", antwortet Sandra. Ich gehe in die Kanzlei. "Hallo Frau Stefanie", sagt die Dame am Empfang lächelnd, "kann ich helfen?" "Ich wollte nur kurz eine Rückmeldung in Bezug auf das Schreiben neulich geben", sage ich. "Ich schau mal ob Cornelius grade frei hat", sagt sie und geht in Richtung Cornelius"˜ Büro. "Er kommt gleich mal raus", sagt sie dann als sie zurückkommt, "hat es geklappt?" Ich nicke. "Cool", sagt sie. Dann kommt Cornelius aus dem Büro. "Darf man gratulieren?" fragt er. "Ja", antworte ich kurz. "Super", sagt Cornelius. Dann erkläre ich noch kurz wie es gelaufen ist. "Unglaublich" sagt Cornelius, "aber da hast Du gut reagiert. Warte mal kurz." Dann geht Cornelius zum Büro von Alexander, klopft an und öffnet die Tür. "Magst Du mal kurz rauskommen?" fragt er Alexander. Alexander kommt raus und kommt erfreut zu mir. "Nee bleib lieber drin", sagt Cornelius in das Büro, "nicht dass Du wieder panisch wirst." Alexander und ich müssen lachen. "Jochen?" frage ich. Alexander nickt grinsend. "So, keine Gefahr mehr", sagt Cornelius dann grinsend zu Alexander. "Wie?" fragt der. "Ich bin jetzt offiziell Stefanie", sage ich. "Toll, ich freue mich für Dich, das ist echt stark", sagt Alexander erfreut. Wir halten noch kurz einen Smalltalk, dann müssen beide wieder in ihre Büros. "Ach eine Sache noch", sagt Alexander, "Jochen ist ein wenig geknickt." "Hat er gesagt warum?" frage ich. Alexander grinst. "Er glaubt Du hättest einen Freund", sagt Alexander geheimnisvoll, "er hat vorgestern so komische Geräusche aus Deiner Wohnung gehört." "Ups, das waren Sandra und ich", sage ich lächelnd. "Soso, Du stehst auf Mädels", stellt Cornelius lächelnd fest. "Ja, und jetzt auch offiziell", sage ich grinsend. "Wie heißt die Sandra weiter? Wenn ich fragen darf?" fragt Alexander. "Klar darfst Du", antworte ich, sie heißt Sandra van Rick"¦", antworte ich. Alexander macht große Augen. "Boah Steffi", sagt Alexander erstaunt, "wie hast Du sie den kennengelernt." "Eher umgedreht, sie hat mich regelrecht gekapert", antworte ich lächelnd und erkläre es ganz kurz, "Du kennst sie?" "Na ja so flüchtig", sagt Alexander, "aber ihre Eltern kenn ich durch das Immobiliengeschäft ganz gut. Aber das ist ja ein Ding." Ich lächele ihn an. Dann verabschieden wir uns aber endlich.

Ich gehe zur Haltestelle steige in die nächste Straßenbahn nach Norden. An der Firma steige ich aus und gehe direkt zu dem Gebäude, wo Sandras Büro ist. Die Treppe gehe ich hoch und dann betrete ich das Büro. Ihre Sekretärin ist auch noch da. "Guten Tag", sage ich, "ich möchte gern zu Sandra." Sandras Bürotür ist offen. "Stefanie darf sofort zu mir kommen", hört man Sandra. Die Sekretärin und ich müssen lachen. "Ist ja gut drauf deine Chefin", sage ich zur Sekretärin. "Die beste, die man haben kann", sagt sie dann. Ich gehe zu Sandra ins Büro. Sie kommt auf mich zu und nimmt mich in den Arm. "Ich gratuliere Dir recht herzlich", sagt sie, "willkommen bei dem "echten" starken Geschlecht." Ich muss lachen. Die Sekretärin steht in der Tür. "Wie jetzt?" fragt sie. "Wir sind ab heute eine mehr auf der Welt", sagt Sandra lächelnd. "Oh super, ich gratuliere aber auch herzlich", sagt die Sekretärin. Dann geht sie wieder zu ihrem Schreibtisch. Sandra strahlt mich an. "Du siehst irgendwie entspannt aus", sagt sie. "Bin ich auch", sage ich, "da ist eine riesen Last von mir abgefallen." "Ach Stefanie, ich freue mich so", sagt Sandra. "Hast Du noch viel zu tun?" frage ich sie. "Eigentlich nicht", antwortet Sandra, "die Telefonkonferenz ist abgesagt worden, ich habe dann jetzt frei." "Und du?" fragt sie. "Ich habe auch frei", sage ich grinsend, "aber ich wollte meine Eltern mal wieder besuchen, telefoniert haben wir schon." "Darf ich mitkommen?" fragt Sandra. "Natürlich, ich habe schon mal erzählt von meiner Lebensgefährtin", sage ich. "Schön, Stefanie", sagt Sandra, "ich bereite nur noch eben was für morgen vor." "Dann bringe ich mal mein Auto nach Hause und Du holst mich dann da ab?" frage ich. "Okay Stefanie, bis gleich dann", sagt Sandra. Ich verlasse das Büro und gehe zum Parkplatz. In ein paar Minuten bin ich dann schon zu Hause. Das Auto fahre ich in die Garage. Grade als ich sie zu mache, kommt Sandra auf den Hof gefahren. "Na das ist ja ein Timing", sage ich grinsend. "Steig ein mein Mädchen", sagt Sandra lächelnd. "Ach ist das ein schönes Gefühl", sage ich verträumt. Sandra lächelt mich an und fährt dann vom Hof.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
Engelchen
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Re: Blutengel

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Beitrag von Engelchen »

Wieder wunderschöne Fortsetzungen, ich freu mich schon auf mehr...
Lisa
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Stephanie
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Re: Blutengel

Post 153 im Thema

Beitrag von Stephanie »

Bei meinen Eltern

Mein Handy stelle ich auf mithören und rufe bei meinen Eltern an. "Hallo Stefanie", begrüßt mich meine Mutter. "Hallo", grüße ich zurück, "ich bin unterwegs." "Oh Schön, kommst Du alleine?" fragt meine Mutter. Ich schaue Sandra an. Die lächelt und sagt: "Nein, ihre Hoheit kommt in Begleitung." Meine Mutter lacht. "Wir freuen uns schon", sagt sie dann noch. Wir fahren am Ortschild des Dorfes vorbei. Ich dirigiere Sandra zum Haus meine Eltern. Das liegt in einer großzügigen 30er Zone. "Ich liebe 30er Zonen", sagt Sandra grinsend, "man ist schön langsam und kann ein wenig schauen." "Und man wird gesehen", sage ich grinsend. Ein Radfahrer kommt uns entgegen und verdreht seinen Kopf, als er an uns vorbeifährt. Ich drehe mich vorsichtig um und schaue ihm hinterher. "Plumps", sage ich. Sandra schaut in den Rückspiegel. "Unsanft abgestiegen", sage ich, "scheint aber nichts passiert zu sein." Er steigt wieder auf sein Rad und fährt weiter. "Du solltest deine Scheiben noch mehr abtönen, sonst sind wir eine Gefahr für den Straßenverkehr", sage ich zu Sandra. "Oh je Stefanie, Du bist eine Marke", sagt Sandra lachend. Wir biegen in die Straße ein, wo mein Elternhaus steht. "Da vorne links ist es", sage ich, "gleich hinter dem Parkstreifen." Meine Eltern sind im Vorgarten. Auch auf den anderen Grundstücken sind Nachbarn zu sehen, die zum Teil am Werkeln sind. "Ja, jetzt gibt es gleich was zu gucken, für die neugierige Nachbarschaft", sage ich grinsend. "Dann bleib mal sitzen, ich komme rum", sagt Sandra. Sie öffnet ihre Tür und steigt aus. Dabei lächelt sie freundlich zu den Leuten. Dann geht sie um das Auto zur Beifahrertür und grüßt nickend zu meinen Eltern. Die sind etwas sprachlos und staunen. Sandra öffnet die Beifahrertür und reicht mir ihre Hand. Ich nehme sie und steige lächelnd aus. Meine Eltern sind mittlerweile auf den Gehweg gekommen, wo Sandra und ich stehen. "Guten Tag", sage ich grinsend, "da sind wir, einmal Sandra, meine bezaubernde Lebensgefährtin und ich, eure älteste Tochter Stefanie." "Herzlich willkommen", sagt meine Mutter, während mein Vater uns staunend anschaut. "Du siehst mich doch nicht das erste Mal so", sage ich grinsend. "So viel geballte Schönheit auf einmal muss er erstmal verkraften", sagt meine Mutter lachend und bittet uns herein.

Wir gehen auf die Terrasse. "Möchtet ihr etwas trinken?" fragt mein Vater, der sich dann wieder gefasst hat. "Ein Wasser reicht erstmal", antwortet Sandra. Nachdem wir alle was zu trinken haben fragt meine Mutter: "Dürfen wir Du sagen?" Ja gerne", sagt Sandra. Ich nicke, was meine Mutter zum Lächeln bringt. Sandra schaut zwischen meiner Mutter und mir hin und her. "Ihr seht euch aber verdammt ähnlich", sagt sie dann. "Ja, verleugnen kann ich sie nicht", feixt meine Mutter. "Jetzt weiß ich auch, wo Stefanie ihren Humor her hat", sagt Sandra lächelnd. Dann möchten meine Eltern natürlich wissen, wie wir uns kennengelernt haben und natürlich möchten sie von Sandra wissen, wer sie so ist. Sandra erklärt das sehr neutral. Sie lässt es auch generell nicht raushängen, welchen Stand sie eigentlich hat. Meine Eltern nicken dennoch anerkennend. Dann fragt Sandra meine Eltern über mich aus. Es kommt unter anderem auch zur Sprache, dass ich ja ein Wunschmädchen gewesen wäre, und auch als Kind viele weibliche Züge hatte. "Es ist zwar etwas ungewohnt jetzt", sagt mein Vater, "andererseits ist es interessant zu sehen, wie die Tochter, die man sich damals "gewünscht" hat heute aussieht. Hübsch ist sie." "Danke", sage ich leicht verlegen. Wir unterhalten uns dann über allerlei Dinge. Das Telefon klingelt und meine Mutter geht ran. "Das war Deine Schwester", sagt sie danach zu mir, "sie hat grade Feierabend und wollte noch mal auf dem Nachhauseweg vorbeischauen." "Haste gesagt, das ihr große Schwester hier ist?" frage ich grinsend. Meine Mutter schüttelt den Kopf. Der eine Nachbar schleicht die ganze Zeit auf seinem Grundstück herum und versucht "ganz unauffällig" zu uns rüber zuschauen. Mein Vater hat das auch bemerkt. "Gleich platzt er vor Neugier", sagt er grinsend, "so richtig weiß keiner hier über Dich Bescheid. Außer vielleicht dem Dorftratsch." "Hihi", sage ich. "Ganz nach meinem Geschmack", sagt Sandra grinsend.

Kurz danach kommt Meine Schwester um die Ecke vom Haus. Lächelnd kommt sie auf die Terrasse. "Das ist ja mal eine Überraschung", sagt sie erfreut, "lass Dich mal sehen." Ich stehe auf. "Respekt", sagt sie. Dann umarmen wir uns herzlich. "Ist schön eine große Schwester zu haben", sagt sie dann noch. Ich stelle ihr Sandra vor. Herzlich begrüßen sich die zwei. Dann setzt sich meine Schwester in unsere Runde. Natürlich darf ich noch mal erzählen, was bei mir die letzte Zeit passiert ist. Auch erzählen Sandra und ich, wie und wo wir uns kennengelernt haben. "Warte mal", sagt meine Schwester, "über die Party habe ich etwas in der Stadtzeitung gelesen." Sie holt ein Exemplar aus ihrer Tasche und blättert eine Seite auf. "Ich habe mir schon gedacht, dass Du das bist", sagt sie und legt uns die Zeitung hin. "Super, Stefanie in voller Aktion", sagt Sandra. Es sind mehrere Bilder, auf einem bin ich zu sehen, mit Gitarre und am Mikro. Jetzt staunen meine Eltern. "Wie, du spielst mit einer Band und singst auch noch?" fragt mein Vater. "Ja, seit dem Abend, wieder", antworte ich grinsend. "Und sie ist richtig gut", sagt Sandra begeistert. Meine Mutter freut sich. "Das finde ich richtig gut", sagt sie. Mein Vater schaut sich die Bilder genauer an. "Ich glaube, den ein oder anderen aus der Band kenne ich vom sehen", sagt er. Meine Mutter schaut auch genauer hin. "Waren die nicht öfter hier auf dem Schützenfest?" fragt sie. "Stimmt", sagt mein Vater. Sandra und ich schauen uns an und lächeln. Dann schaut meine Mutter mich an. "Ich habe gehört, die sind dieses Jahr wieder dabei", sagt sie dann. Sandra und ich lächeln geheimnisvoll. "Du "¦ "¦ du bist mit dabei?" fragt meine Schwester. Ich nicke langsam. "Na dann gehen wir doch hin", sagt meine Mutter und bufft meinen Vater an. Der zögert. "Eigentlich wollten wir dieses Mal nicht", sagt mein Vater, "irgendwann wird es ja langweilig." "Ich glaube nicht, dass es das dieses Mal so wird", sage ich grinsend, "wird bestimmt interessant, wenn der oder die ein oder andere merkt, wer die Tussi auf der Bühne ist." Sandra lacht. "Es sei denn ihr könnt bis dahin dichthalten", füge ich noch hinzu. Meine Mutter lacht auch. "Das wird nicht einfach", sagt sie dann. Meine Mutter fragt noch, ob wir zum Abendbrot dableiben, was wir auch zusagen. Meine Schwester ruft zu Hause an und sagt das sie auch noch bei uns bleibt. Damit hat sie natürlich meinen Schwager neugierig gemacht. "Er macht sich jetzt auf den Weg", sagt meine Schwester grinsend. Nach zehn Minuten ist er dann auch da. "Donnerschlach", sagt er, als er auf die Terrasse kommt, "das ist ja mal ein Anblick."

Nach dem Abendbrot bleiben wir noch lange sitzen und erzählen. Langsam wir es dunkel. Unsere Runde löst sich dann auch auf. Zusammen gehen wir zu den Autos. Es folgt noch eine große Verabschiedung mit viel Lachen. Dann steigen wir ein und fahren los. Bald kommen wir bei mir zu Hause an. "Es fällt mir zwar schwer dich jetzt hier rauszulassen", sagt Sandra, "aber wir sehen uns ja bald wieder." Ich gebe ihr einen dicken Kuss. "Wir sehen uns dann am Samstag am Teich?" frage ich. "Auf alle Fälle", sagt Sandra, "ich bringe auch eine Schaufel mit." "Und die Gummistiefel nicht vergessen", sage ich. "Stimmt", sagt Sandra. Dann küssen wir uns noch mal richtig lange. "Tschüss meine Süße", sagt Sandra. "Ebenfalls Tschüss, mein Engel", sage ich. Dann steige ich aus und schließe die Tür. Sandra fährt los. Ich winke hinterher und bleibe auch noch stehen, als sie schon lange um die Kurve gefahren ist. "Ja, ich bin wahnsinnig verliebt in sie", sage ich halblaut vor mich hin. Dann gehe ich zur Haustür. Im Treppenhaus ist das Licht an. Durch den blickdichten Fenstereinsatz in der Haustür sehe ich schemenhaft die Umrisse einiger Personen. Ich kann mir schon was denken. Leise schließe ich auf und mache die Tür dann schnell auf. Ich sehe Ebi, Willi und Jochen. Erstaunt schauen sie mich an. "Tada, die königliche ist da", sage ich grinsend und schließe die Tür. Ebi und Willi lächeln, während Jochen völlig verdattert ist. "Wieso königliche?" fragt Willi. "Der Name Stefanie bedeutet "die königliche"", sage ich lächelnd. "Wenn man dich so sieht, dann stimmt das auch", sagt Ebi lachend. Jochen steht da immer noch völlig perplex. Ich schaue ihn gespielt erstaunt an. "Du flüchtest ja gar nicht", sage ich feixend, "muss ich mir Sorgen machen." Er schaut noch erstaunter. "Ähem, ich habe Jochen mal ein wenig über Dich aufgeklärt", sagt Ebi etwas zurückhaltend. "Ah OK", sage ich lächelnd, "aber das neuste kennt ihr noch nicht." Mittlerweile ist auch Anne aus der Wohnung gekommen. "Was denn?" fragt sie. Ich hole den vorläufigen Perso raus und gebe ihn Anne. "Kannst Du gerne mal durch reichen", sage ich. Anne macht die Augen groß. "Das ist ja toll für Dich oder?" fragt sie und gibt den Perso weiter an Willi. "Ja total", sage ich, "ich fühle mich richtig erleichtert." "Stefanie Boe", sagt Willi erstaunt und zeigt es Jochen. Dem fällt jetzt gar nichts mehr ein. Er sagt immer noch nichts. "Super Steffi", sagt Ebi dann schließlich und drückt mich ordentlich. "Ich wünsche euch noch einen schönen Abend", sage ich dann, "ich muss morgen früh raus. Die eigentliche Arbeit geht ja jetzt erst los, über all den Namen ändern lassen." "Oje" sagt Anne lachend, "da hast Du ja was vor Dir." Ich nicke zustimmend und gehe die Treppe hoch. Dann höre ich Jochen leise zu den anderen sagen: "Ich kann das grade gar nicht glauben." Ich muss grinsen und schließe meine Tür auf. "Überwinde dich mal und sprich mit ihr", höre ich Ebi sagen, "sie ist eigentlich ganz lieb und beißen tut sie auch nicht." Na, das geht aber runter wie Öl bei mir. Ich schließe meine Tür und stelle mich vor den großen Spiegel. Ich lächele mich an und sage laut: "Angekommen, Stefanie."
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Re: Blutengel

Post 154 im Thema

Beitrag von Stephanie »

Rundlauf auf der Arbeit

Ich stehe recht früh auf, obwohl ich mir mit Sandra noch lange Nachrichten geschrieben habe. Sandra hat heute außerhalb ein Seminar und kommt wahrscheinlich erst spät am Abend wieder. Ich mache mich im Badezimmer zurecht. Anschließend suche ich mir mein Outfit zusammen. Ich entscheide mich für einen ausgestellten, knieumspielenden dunkelblauen Rock mit großen Blumen darauf und ein einfaches Shirt, über dem ich noch eine flatterige Shirtbluse trage. Dazu suche ich mittelhohe, blaue Pumps mit bequemen Trichterabsatz heraus. Dann bereite ich mir mein Frühstück. Nebenbei mache ich meinen Laptop an, um zu schauen, was der Tracker so meldet. Während der Laptop hochfährt schaue ich auf mein Handy in die Nachrichten und sehe, das Katja auch schon online ist. Also rufe ich sie an. "Hallo Steffi", grüßt sie mich. "Hallo Katja", grüße ich zurück, "bist ja früh wach." "Och, eigentlich wie immer", sagt sie. Wir unterhalten uns kurz darüber, was wir so gemacht haben, dann konzentrieren wir uns auf den Tracker. "Der Torben ist ja jetzt viel in Berlin und der näheren Umgebung unterwegs", sage ich. "Ja und man sieht, dass er immer wieder einen Ort zwischen Berlin und Brandenburg ansteuert", sagt Katja, "nur kann ich mir nicht erklären, was der da macht." "Ich vermute mal da hat er sein Gewächshaus stehen", sage ich. "Ja, aber, da ist auf Google Maps keins zu sehen", sagt Katja. "Rausretuschiert", sage ich, das kannst Du beantragen, wenn Du nicht möchtest, dass es einer sieht." "Aha, das macht Sinn", sagt Katja, "dann müsste man da mal vorbeifahren." "Oder drüber wegfliegen", sage ich. "Das wäre ja eine Idee", sagt Katja begeistert. "Ich schau mal, das ich das irgendwie eintüten kann, Ende nächster Woche", sage ich, "Du kommst dann aber mit, oder." "Was für eine Frage, natürlich Steffi", sagt Katja erfreut, "ich bin schon soooo lange nicht mehr mit dir geflogen." "Stimmt", sage ich lachend. "Dann wünsche ich Dir noch einen schönen Tag", sagt Katja. "Das wünsche ich Dir auch", sage ich.

Ich mache mich dann mit dem Fahrrad auf den Weg zur Arbeit. Um kurz nach sieben betrete ich das Sekretariat. Anja ist auch schon da. "Na Steffi, welch freundlicher Wind treibt Dich hierher?" fragt sie erfreut. "Na ja, ich muss mal ein kleinen Rundlauf im Werk starten", sage ich, "angefangen bei der Personalbetreuung." Anja macht große Augen. Ich zeige ihr die Bescheinigung. "Ach, das ist ja stark", sagt sie erfreut, "ich gratuliere ganz herzlich." In dem Moment kommt grade unser Chef herein. "Gratuliere?" fragt er, "du hattest doch schon Geburtstag." "Das ist wie Geburtstag", antworte ich grinsend. Anja reicht ihm die Bescheinigung. "Darf ich vorstellen, Frau Stefanie Boe", sagt Anja zum Chef. "Super, schön, Steffi da freue ich mich auch für Dich", sagt mein Chef. Ich rufe dann bei meiner Personalbetreuerin an und frage, ob ich vorbei kommen kann. Sie ist auch schon da und sagt mir zu. "Kommst Du dann noch mal hier vorbei hinterher?" fragt mich Anja. "Na klar, ich muss ja dann auch noch irgendwann zur Krankenkasse", sage ich, "da liegt ihr ja auf dem Weg." "OK, bis dann", sagt Anja. Ich gehe dann zur Personalbetreuung und klopfe an der Tür meiner Sachbearbeiterin. "Herein", sagt sie freundlich und stutzt kurz, als ich den Raum betrete. "Guten Tag, mein Name ist jetzt Stefanie Boe", sage ich lächelnd. Sie lächelt zurück und sagt: "Ich habe es ja schon gehört, aber das überrascht mich jetzt aber." Dann gebe ich ihr die Unterlagen. Sie tippt das gleich in die elektronische Akte und scannt die Unterlagen ein. "Das war es schon", sagt sie, "spätestens ab Montag tauchst Du dann in allen Systemen als Stefanie Boe auf." "Danke schön", sage ich und verstaue meine Unterlagen. "Magst Du vielleicht noch einen Kaffee mit mir trinken?" fragt sie dann, "ich bin ja noch ein bisschen neugierig, wie das so alles ging." Da sage ich gerne zu und erzähle ihr den Werdegang. "Sehr schön", sagt sie hinterher", und das sieht auch total stimmig aus. Selbst Deine dunkle Stimme klingt sehr weich." Auch dafür bedanke ich mich lieb. Solche Feedbacks sind immer hilfreich. Nach dem Kaffee verabschiede ich mich und steuere die nächsten Stationen an. Auf dem Weg zur Krankenkasse komme ich wieder bei Anja vorbei. Das Büro ist jetzt etwas voller. Die Kolleg*innen stehen auf und klatschen. "Hey, so was außergewöhnliches ist jetzt doch auch nicht", sage ich leicht verlegen. Ich gehe weiter zur Krankenkasse. Auch hier werde ich nett empfangen. Während die Sachbearbeiterin meine Daten aufnimmt, muss ich natürlich meine Erfahrungen mitteilen. "Das kommt halt nicht so häufig vor, dass es eine solche Vornamensänderung gibt, sagt sie dann noch lächelnd. Dann wird noch ein Foto für die Krankenkassenkarte gemacht. "Die kommt dann in den nächsten Tagen", sagt die Dame dann.

Jetzt fehlt nur noch der Betriebsausweis. Vor dem Büro steht ein paar Leute und warten schon. Ich stelle mich brav hinten an. Die Leute vor mir schauen mich mehr oder weniger auffällig an. Der vor mir fragt mich dann auch gleich: "Na fangen Sie hier auch heute an?" Wahrheitsgemäß antworte ich: "Nein, ich arbeite schon seit über 30 Jahren hier, ich brauche nur einen neuen Ausweis, auf dem alten stimmt das Bild nicht mehr so richtig." "Ach so", sagt der vor mir. Die Tür zum Ausweis Büro geht auf. Heraus kommt ein Kollege von mir, mit dem ich lange zusammengearbeitet habe bevor ich Angestellte wurde. Er schaut mich erstaunt an. Ich rede ihn mit seinem Spitznamen an: "Hey Torte, schön Dich zu sehen." Etwas verpeilt schaut er mich an. Ich setze nach. "Jetzt sag bloß, Du erkennst mich nicht", frotzele ich. "Helf mir mal auf die Sprünge", sagt er. Ich bin Stefanie, Stefanie Boe", antworte ich. Jetzt fällt der Groschen. "Alter, das gibt"™s doch nicht", sagt er staunend, "und ich dachte damals war das immer Jux, wenn du sagtest, Du wärst ein Mädchen." "Na ja, damals war das noch nicht so klar", sage ich grinsend. "Aber lass Dich mal anschauen", sagt er. "Und?" frage ich forsch. "Wahnsinn", sagt er. Und dann kommt er näher ran und fragt leise, dass es die anderen nicht hören können: "Und geht auch , äh, "¦" "Poppen meinste?" frage ich leise dagegen. Wir kennen uns schon ewig, von daher ist der Umgang miteinander auch so locker. Trotzdem schaut er mich erstaunt an. "Ja, meinte ich", sagt er dann grinsend. "Würde wohl gehen, wenn ich auf Kerle stehen würde", sage ich leise, aber grinsend. "Och nöö, Du", sagt er auch grinsend, "ich muss dann wieder rüber." "Grüße mal schön, alle, die aus der alten Truppe noch da sind." "Mache ich, schöne Kollegin", sagt Torte im Weggehen. Der vor mir mag mich irgendwie gar nicht mehr anschauen. Ich grinse in mich herein. Dann bin ich auch dran. Dadurch, dass ich schon so lange im Unternehmen bin, kenne ich natürlich auch viele Leute. So auch die Dame im Ausweisbüro. Freundlich, aber leicht irritiert schaut sie mich an. "Guten Morgen", sage ich, "ich brauche einen neuen Ausweis, auf dem alten stimmt das Bild nicht mehr." Ich lege den Ausweis auf den Tisch. Sie schaut auf den Ausweis, dann zu mir, dann wieder auf den Ausweis. "Ich glaub es nicht!", sagt sie lächelnd, "das ist ja ein Unterschied, Wahnsinn." Ich lege noch die anderen, notwendigen Unterlagen vor. Sie tippt etwas in ihren Computer. Dann sagt sie: "Jetzt noch ein Foto." Ich stelle mich vor die Kamera. Dann fotografiert sie mich. Auf einem Bildschirm sieht man das Bild. "Sieht doch schon gut aus", sagt sie. Ich nicke. "Können wir so nehmen", sage ich lächelnd. "Du bist aber auch niedlich", sagt sie dann noch, "den Stefan sieht man gar nicht mehr." "Danke", sage ich lieb. Der Ausweis wird nebenbei gleich erstellt. Nach kurzer Zeit bekomme ich ihn. Ich schaue ihn mir an und nicke. "Sieht gut aus", sage ich. "Dann mach es mal gut, Stefanie", sagt sie dann. "Du auch, Tschüss dann", sage ich und verlasse das Büro.

Ich gehe noch mal zu Anja. Dieses Mal bleibt es etwas ruhiger in dem Büro, aber die ein oder andere Frage kommt dennoch. "Na, hast Du alles erledigt?" fragt Anja. "Hier ja, aber dann geht es ja mit den ganzen Ämtern weiter, nächste Woche", antworte ich. Dann sage ich ihr noch, dass ich Mittags schon Feierabend machen möchte, was dann auch kein Problem ist. Ich mache mich dann auf den Weg zu meinem Arbeitsplatz. Ein kurzes Stück muss ich dazu auf öffentlichen Straßen radeln, weil unser Werk nicht so zusammenhängt, wie man das sonst von Fabriken gewöhnt ist. Ich komme auf dem Gelände an und fahre an der Bank vorbei. "Hier hole ich mir noch schnell einen Termin", denke ich mir und fahr zum Fahrradständer. Dann gehe ich zum Eingang der Kundenbetreuung der Bank. Ich werde auch gleich von einer Angestellten begrüßt und nach meinen Wünschen gefragt. Ich erkläre die Situation. "Ich schau mal ob eine Sachbearbeiterin frei ist", sagt die Dame, "vielleicht klappt es ja gleich." "Das wär nett, danke", sage ich lächelnd. Sie geht durch eine Tür und kommt recht schnell wieder. "Es kommt gleich jemand", sagt sie dann. Dann geht eine Tür auf und heraus kommt Juliane. Ich schaue sie erstaunt an. Sie ist allerdings auch überrascht. Dann sagt sie: "Kommst Du mit?" "Na klar", antworte ich und folge ihr. "Das ist ja eine Überraschung", sagt Juliane, als wir im Büro sind. "Das kannst Du so sagen", antworte ich lächelnd, "arbeitest Du hier immer?" "Ich vertrete eine Kollegin", sagt Juliane, "früher hatte ich hier gearbeitet." Sie bietet mir einen Platz an und fragt dann: "Möchtest Du etwas trinken?" Ich entscheide mich für einen Cappuccino, den sie aus einem Vollautomaten holt. "Machen wir erst das schriftliche?" fragt Juliane, "und dann würde ich dich gerne etwas ausfragen." "Machen wir so", antworte ich. Auf ihrem Bildschirm macht sie meine Daten auf und ändert dann alles. Ein paar Fragen hat sie noch, dann sagt sie: "Fertig. Alles auf Stefanie umgeschrieben." "Super", sage ich. Wir unterhalten uns über alles Mögliche. Dann sagt sie: "Mit Sandra hat es jetzt endlich geklappt, habe ich gehört?" "Ja, war etwas schwierig am Anfang", antworte ich, "aber jetzt weiß ich wie sie tickt." Juliane lacht. "Nur was mich noch wundert, dass sie Dich neulich mal zur Rede gestellt hat", sage ich. "Eifersucht", sagt Juliane. "In wie fern?" frage ich verwundert. "Hat sie Dir wohl noch nicht erzählt", sagt Juliane. "Na ja, so viel Zeit hatten wir noch nicht, unsere Vergangenheiten zu erzählen", sage ich grinsend, "aber was ist denn mal zwischen euch vorgefallen, dass sie so reagierte neulich?" "Vorgefallen kann man so nicht sagen", antwortet Juliane, "wir waren vor vielen Jahren mal ein Paar." Ich schaue sie erstaunt an. "Ist ja interessant", sage ich völlig erstaunt. "Sie hatte den Tag wohl Angst, ich schnappe dich vor ihr weg", sagt Juliane grinsend, "aber keine Angst, ich bin auch vergeben." Ich lächele sie an. "Das ist ja interessant", sage ich, "aber gut zu wissen." "Wie kommst Du mit ihr so klar?" fragt Juliane, "ich hatte immer so meine Probleme mit ihrer Spontanität." "Na ja, ich bin ähnlich drauf wie Sandra", sage ich, "das wird noch spannend." "Ich wünsche euch alles Gute und grüße sie mal von mir", sagt Juliane. "Danke, mache ich", sage ich. Wir verabschieden uns dann. Ich gehe zum Büro zu meinen Schreibtisch. Natürlich werde ich wieder von Ulrich auf seine unnachahmliche Art angesprochen. "Du kommst auch wann es Dir passt, was?" "War nur unvermeidbarer Bürokratismus", sage ich grinsend. "Aha und was?" fragt er. "Ich habe meinen Namen umschreiben lassen", sage ich grinsend. "Aha, und wie heißt Du jetzt?" fragt er flaxend. "Guiseppa Manggifazulla Grandesa", antworte ich mit gespielt ernstem Gesicht. Die anderen Kollegen schauen auch erstaunt bis irritiert. "Na wenn schon, dann richtig", sage ich und gehe an meinen Platz. "Äh echt jetzt?" fragt Andreas. "Ja, ich wollte schon immer einen italienischen Namen haben", sage ich weiter mit ernster Miene, "das war jetzt die beste Gelegenheit." Seltsamerweise ist Ruhe im Büro. Nach einer Weile rappelt sich Torsten. "Hier, ey, Du veräppelst und doch", sagt er. Mit Unschuldsmiene sage ich: "Nicht doch, das würde ich nie! machen." Torsten kommt zu mir an den Platz. "Jetzt sag mal", quengelt er. Ich stehe von meinem Platz auf und sage grinsend ins Büro: "Mal herhören, bevor ihr vor Neugier zu platzen droht, ich heiße jetzt offiziell Stefanie. Frau Stefanie Boe. Okay?" "Angekommen!" ruft Andreas in die Runde. "Na dann meinen herzlichen Glückwunsch", sagt Ulrich. Die anderen schließen sich an. "Danke", sage ich noch lieb. "Und was ist mit einem Einstand?" fragt Andreas. Ich schüttele grinsend den Kopf "Montag dann", sage ich, "ich bringe was mit."
Zuletzt geändert von Stephanie am Fr 29. Jan 2021, 13:37, insgesamt 1-mal geändert.
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bella49
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Re: Blutengel

Post 155 im Thema

Beitrag von bella49 »

Eieieiei....Du schreibst ja fast so schnell, wie ich lese... :lol:
Nochmal ein Kompliment, das ist eine tolle Geschichte!
Ein herzliches Dankeschön dafür! (flow)
Engelchen
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Re: Blutengel

Post 156 im Thema

Beitrag von Engelchen »

Danke schön, ich liebe den Schreibstil von Dir.
Lass mich bitte nicht zulange warten...

Liebe Grüße

Lisa
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Stephanie
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Re: Blutengel

Post 157 im Thema

Beitrag von Stephanie »

Hallo Bella, hallo Lisa,

Danke für das Lob, Danke für die Komplimente. Ich bin grade an der nächsten Fortsetzung dran. :)
( Und mal unter uns, unter dem Skript was ich in Word schreibe ist eine Liste mit Stichworten für die nächsten Fortsetzungen, der Stoff geht mir so schnell nicht aus)
Schön das es euch gefällt, wie Stefanie sich in ihrem Leben so durchschlägt.

Libe Grüße
Stephanie )))(:
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Re: Blutengel

Post 158 im Thema

Beitrag von Stephanie »

Teich auspumpen


Die Mittagspause lasse ich ausfallen und mache um zwölf Uhr Feierabend. Auf dem Weg nach Hause halte ich an einer Döner Bude und nehme einen Döner im Fladenbrot mit. Zu Hause verspeise ich den dann auch gleich. Ich packe noch eine Tasche mit Kleidung zum Wechseln, weil ich ja gleich weiter zum Teich will. Dann verlasse ich die Wohnung. Kurz vor Eins komme ich am Teich an. Ich schließe das Tor auf und öffne beide Torflügel, damit Jürgen gleich reinfahren kann. Dann gehe ich weiter auf das Grundstück Richtung Haus. Auf dem Steg sitzt wieder der dicke Angler. "Was machst Du hier, Großvater?" spreche ich ihn genervt an, "das ist nicht dein Teich, verschwinde." "Was willst Du, Kindchen", sagt er, "das ist mein Teich." Ich zücke mein Handy und frage ihn: "Soll ich die Polizei holen, damit die das klären. Ich habe kein Bock mich mit Dir weiter zu streiten." Plötzlich wird er panisch und sammelt schnell seine Ausrüstung zusammen. Er lädt alles auf sein Fahrrad und schiebt es umständlich in Richtung Tor. In diesem Moment kommt Jürgen mit dem Sprinter von der Spedition, hinten dran hat er die Pumpe. Völlig irritiert bleibt Großvater vor ihm stehen. Jürgen hupt, aber Großvater kapiert es irgendwie nicht. Jürgen schaut aus dem Fahrerfenster. "Aus dem Weg, du Leguan", sagt er zu Großvater. Ich lache mich halb schlapp. Umständlich schiebt er sein Fahrrad am Sprinter vorbei und verschwindet. Jürgen kommt weiter reingefahren und steigt dann aus. "Hallo Steffi", sagt er, "schön hast Du es hier." "Herzlich willkommen in meinem kleinen Königreich", sage ich lächelnd. Dann nehmen wir uns zur Begrüßung in die Arme. "Was war das denn eben für ein Patient?" fragt mich Jürgen. Ich kläre Jürgen auf. "Mit dem werden wir noch unseren Spaß haben, glaube ich", sage ich dann noch.

"Wo soll die Pumpe denn dann stehen?" fragt Jürgen, "wo ist die tiefste Stelle?" "Am tiefsten war er früher da vorne am Haus", sage ich und zeige dahin", das haben wir auch neulich mal vom Boot aus gepeilt." "OK, dann schieben wir sie mal dahin", sagt Jürgen und hängt die Pumpe vom Auto ab. "Hallo ihr zwei", hören wir eine Stimme hinter uns. Thomas steht da. "Ich habe doch noch eher Feierabend bekommen", sagt er. "Super", sagt Jürgen, "dann fass mal gleich mit an." Zusammen schieben wir die Pumpe an ihren Platz. "Schläuche habe ich im Sprinter", sagt Jürgen. Wir gehen hin. Ich mache die Hecktüren auf. "Hey, das sind ja Saugschläuche, wie bei der Feuerwehr", sage ich. "Die sind von der Feuerwehr", sagt Jürgen, "aussortiert von unserer freiwilligen Feuerwehr. Für unsere Zwecke aber noch voll tauglich." "Stark", sage ich und belade mich mit Schläuchen. Von der Pumpe weg legen wir zwei B-Schläuche parallel. Das Wasser leiten wir dann in die Gräben, die als Bypass um den Teich laufen. Die Gräben führen dann in den Fluss, der 200 Meter weiter weg ist. Jürgen begutachtet die Gräben. "Das schaffen die", sagt er zuversichtlich. Dann bauen wir die Saugschläuche zusammen. Vorne ist zwar ein Filter dran, aber Jürgen sagt: "Wartet kurz, ich hole noch mal zusätzlich was zum Vorfiltern." Er geht zu Sprinter und holt ein altes Ölfass. Als er näherkommt sieht man viele kleine reingebohrte Löcher. "Das hält noch mal gröbere Partikel ab und verhindert, das kleinere Fische am eigentlichen Filter durch den Sog hängenbleiben", sagt er. "An was Du alles denkst", sage ich lächelnd. Fass und Saugleitung versenken wir dann im Teich. "Na dann schalten wir mal ein, was?", sagt Jürgen. "Ich bin gespannt", sage ich. Jürgen schaltet die Pumpe an. Der Saugschlauch rumpelt und zuckt ein bisschen, dann sprudelt das Wasser munter aus den Schläuchen hinten heraus. "Meine Fresse, die zieht aber was weg", sage ich. "Gut, ne?", sagt Jürgen. Ich staune nicht schlecht. Dann räumen wir noch ein paar Sachen aus dem Sprinter, u. a. Kescher, für den Fall das noch Fische im Teich sein sollten. "Meistens sind noch Aale in so einem Teich", sage ich. Thomas und Jürgen nicken. "Mögt ihr was trinken?" frage ich. "Au ja gerne", sagt Jürgen. Martin hatte mir vor ein paar Tage geschrieben, dass er den Kühlschrank auf munitioniert hatte. "Nicht schlecht", staunt Thomas, als er in den Kühlschrank schaut, "hier gibt"™s alles, Cola, Fanta, Bier." "Gib mal ein Bier heraus, eins dürfen wir, wir bleiben ja noch ein bisschen", sagt Jürgen. Kurz danach kommt Martin mit seiner Pritsche auf den Platz. Er hat Olaf gleich mitgebracht. Martin kommt zu uns, während Olaf am Auto stehen bleibt. Sein Gesichtsausdruck schwankt zwischen Staunen und Lächeln, als er mich sieht. "Trau Dich, ich beiße nicht", sage ich grinsend. Langsam kommt er näher. "Ich glaube das nicht", sagt er immer noch erstaunt, "das "¦ "¦ das sieht ja echt aus." "Das ist echt", sage ich immer noch grinsend. "Wir drei kennen uns aus der Sandkiste", sagt Martin. "Aha", sagt Thomas. "Nun komm mal ran, ich möchte euch einander bekannt machen", sage ich zu Olaf. Zögernd kommt Olaf ran. "So sprachlos kenne ich Dich gar nicht", sage ich grinsend, "hast doch sonst immer "˜nen Spruch auf den Lippen." "Ich dachte, ich hätte Dich auf der Fahrt vorbereitet", flaxt Martin. Langsam fasst sich Olaf. Er schaut mich genauer an. "Unglaublich, da sieht man ja nix mehr von Stefan", sagt er. "Der ist auch seit gestern zu den Akten gelegt worden", sage ich grinsend. "Du bist jetzt 100% Stefanie?" fragt Jürgen. Ich nicke. "Hat es endlich geklappt, super", sagt Jürgen. "Ich kann das gar nicht richtig glauben", sagt Olaf. "Hast ja noch zwei Tage", sagt Martin. Dann stelle ich sie alle untereinander vor. Jürgen zeigt Martin und Olaf die Pumpe. Die beiden sind begeistert. Thomas und ich gehen einmal um den Teich. Als wir an den Zulaufgräben ankommen, sage ich: "Irgendwo muss hier Wasser weglaufen und unten im Teich raussprudeln. In der Mitte hat sich schon so ein kleiner Sandvulkan gebildet." "Ja, so schemenhaft zeichnet sich da schon was ab", sagt Thomas. Jürgen, Martin und Olaf kommen zu uns dazu. "Du bist aber auch eine heiße Schnecke", sagt Olaf dann. "Puh, Gott sei Dank, Olaf findet zu alter Stärke zurück", sage ich grinsend, "danke für das Lob." "Willste die ganze Zeit im Röckchen arbeiten?" fragt er dann. Bevor ich antworten kann, sagt Martin: "In einer Jeans sieht sie aber auch knusprig aus." Ich schaue zu Jürgen und Thomas. "Gute Kumpels dürfen das sagen", sage ich grinsend. "Wie wird man bei Dir guter Kumpel?" fragt Jürgen grinsend. "Keine Ahnung", sage ich mit Augenzwinkern, "ihr seid es jedenfalls schon." "Oh danke, Cheffin", sagt Jürgen. "Cheffin?" fragt Martin. Dann erklärt Thomas noch den Zusammenhang mit der Spedition und der Werkstatt, was bei Olaf und Martin auf offene Ohren stößt; die beiden sind auch begeisterte Schrauber. "Da schaue ich aber mal vorbei", sagt Martin. "Gerne", antwortet Jürgen.
Wir gehen zum Haus zurück, holen uns ein paar Stühle raus und setzen uns in die Sonne. Nebenbei beobachten wir die Pumpe. Nach einiger Zeit kommt ein Auto auf das Grundstück gefahren. Unser Verpächter steigt aus. Ich habe ihn bezüglich meiner Veränderung vorgewarnt, aber dennoch sehe ich ihm ein Staunen an. Er kommt in unsere Runde. "Hallo zusammen", sagt er. "Hallo", schallt es aus der Gruppe zurück. Ich stehe auf. "Also Martin und Olaf habe ich ja gleich erkannt", sagt er lachend und dann schaut er mich genauer an, "aber so hätte ich das nie für möglich gehalten. Hübsche Frau." "Danke", sage ich und mach ihn mit den anderen bekannt. Bisher hatten wir mit unserem Verpächter wenig zu tun und waren beim Sie. "Der Einfachheit halber würde ich vorschlagen, wir sagen Du", sagt er dann, "ich heiße Hartmut." "OK, finde ich gut", sagt Olaf. Dann lässt sich Hartmut noch mal genau die Situation erklären. Dann hört er gespannt zu, was Jürgen über die Pumpe erzählt. "Das sieht sehr professionell aus", sagt er dann. "Morgen bringen wir dann am Vormittag noch einen kleinen Radlader und einen kleinen Bagger mit", sagt Thomas. "Ich würde dann auch noch einen Radlader zur Verfügung stellen", sagt Hartmut. "Dann habe ich nur noch eine Frage, wo soll der Aushub dann hin?" frage ich. "Der kann neben der Einfahrt, auf die Wiese gekippt werden", sagt Hartmut, "die gehört einem Freund, der sich dann eventuell, den Aushub abholt." "Also dann eher einen Hügel aufschütten?" fragt Thomas. "Das wäre gut", sagt Hartmut.

Wir erzählen noch eine Weile weiter. Auf dem Weg hinter dem Grundstück fährt langsam ein Transporter durch. Ich schaue hinterher. Drinnen sitzen drei Leute, die sehr aufmerksam schauen. Hartmut schaut auch sehr gespannt. Dann fahren sie weiter. Ich kann noch das Kennzeichen erkennen. "Irgendwas Osteuropäisches", bemerke ich. "Nicht das die auf die Pumpe aus sind", sagt Martin besorgt. "Es gibt in der Gegend öfter mal Diebstähle von Baumaschinen", sagt Hartmut besorgt, "immer nachts und keine Hinweise wer es war." "Hm, wir müssen die Pumpe aber durchlaufen lassen, sonst schaffen wir den Zeitplan nicht", sagt Jürgen. "Dann bleibe ich heute Nacht hier", sage ich, "und halte Wache." "Das ist aber gewagt, Steffi", sagt Hartmut besorgt. "Och unsere Steffi ist hart im Nehmen", sagt Jürgen, "wenn ich an den Angler neulich an der Kiesgrube denke "¦ ." "Martin und Olaf nicken. "Wir haben jahrelang Ju Jutsu und Teak Won Do gemacht", sagt Olaf grinsend, "ich würde mir eher Sorgen um die Typen in ihrem Lieferwagen da machen, falls die was vorhaben." "Leute, mal nicht von der Kirchweih jubeln", sage ich, "vielleicht passiert ja auch nichts."

Der Wasserstand im Teich ist schon etwas gesunken. Mittlerweile schaut der Berg in der Mitte heraus und oben sprudelt leise das Wasser heraus. "Das muss irgendwo von den Gräben kommen", sagt Martin. "Wir kriegen das raus", sagt Thomas, "morgen kommen dann auch noch einige aus der Werkstatt. Zum Teil bringen sie ihre Familie mit." "Cool", sage ich, "dann können wir für abends ja ein dickes Grillen planen." "So hör ich dich gerne", sage Matin lachend. Eine Weile schauen wir alle auf den Teich. "Ach eine Frage habe ich noch", sage ich und schaue Hartmut an. " Schieß los", sagt er grinsend. "Und zwar, kennst Du einen dicken älteren Herr vielleicht", sage ich und beschreibe ihn genauer, "der sitz hier öfter und angelt." "Ja den kenne ich", antwortet Hartmut grinsend. "Der behauptet unentwegt, er wäre der Besitzer des Teiches", sage ich weiter, "war er das vielleicht irgendwann mal?" Hartmut schüttelt den Kopf. "Nein, der Teich ist seit Generationen in unserem Besitz", sagt Hartmut, "der Herr ist etwas geistig verwirrt und bildet sich ein ihm gehören die Teiche hier. Das macht er bei den anderen Teichen auch. Wenn ihr wieder öfter hier seid, wird sich das wohl von alleine lösen." Na gut, dann weiß ich erstmal Bescheid", sage ich.

"OK, dann fahre ich mal wieder", sagt Hartmut, "war schön euch kennengelernt zu haben, ihr scheint ja eine gute Truppe zu sein." "Danke", sagt Jürgen. Hartmut fährt vom Platz. Jürgen und Thomas verabschieden sich dann auch. "Bis morgen dann", sagen beide. Ich bleibe noch eine Weile mit Martin und Olaf sitzen. Olaf fragt mich auch gleich erstmal richtig aus. Brav beantworte ich ihm alle Fragen. "Ich glaube es trotzdem noch nicht so ganz, plötzlich ist einer deiner besten Kumpels ein Mädchen", sagt er abschließend, aber lächelnd. Dann brechen die beiden auch auf. "Bis morgen", sage ich noch. "Halt die Ohren steif", sagt Martin noch, als er einsteigt. Mit beiden Händen drücke ich meine Brüste leicht nach oben und sage: "Aber gerne doch." Olaf lacht. "Wetten, jetzt kann er nicht mehr geradeaus fahren?" "Oje, da muss ich mich noch dran gewöhnen", sagt Martin lachend, "aber ihr Humor ist noch der Gleiche." Dann fahren sie vom Platz. Ich stelle die Stühle noch rein und schließe das Haus ab. Ich will noch mal schnell nach Hause und mir eine Schlafunterlage holen. Die Pumpe schnurrt auch noch. Ich schwinge mich auf das Fahrrad und fahr vom Platz. Auf dem Weg peile ich noch mal, ob ich diesen komischen Lieferwagen sehe. Dem ist nicht so. Also fahre ich nach Hause. Ich gehe in den Keller und hole das Luftbett, was ich auch bei Jens und Bernie mit hatte. Dann gehe ich noch mal in meine Wohnung du hole eine kuschelige Decke und eine dicken Pullover. Dann gehe ich wieder zum Fahrrad und verlade meinen Sachen auf dem Gepäckträger. Da ich schon wieder Hunger habe, fahre ich noch bei der Pizzeria vorbei und hole mir ein Pizza zum mitnehmen.

Als ich wieder in den Weg zum Teich einbiege, sehe ich von weiten den Transporter dort stehen. Allerdings fährt der weiter, als ich mich nähere. Ich fahre wieder auf den Platz und schließe hinter mit das Tor. Aus dem Haus hole ich mir wieder einen Stuhl und setze mich vor das Haus. In Ruhe esse ich die mitgebrachte Pizza. Nebenbei schaue ich über den Teich, der Wasserstand ist schon ordentlich gesunken. Nach einiger Zeit lade ich das Fahrrad ab und bringe alles ins Haus. Hier blase ich das Luftbett auf und lege die Decke schon mal drauf. Langsam fängt es draußen an zu dämmern. Ich mache noch mal eine Runde um den Teich und schaue noch mal nach, ob ich vielleicht erkennen kann, wo das Wasser wegläuft. Ich finde mehrere verdächtige Stellen, aber keine ist eindeutig. Ich gehe weiter um den Teich. Der Lieferwagen kommt schon wieder angefahren und bleibt am Teich stehen. Ich komme an der Pumpe an und schaue wie sie das Wasser wegzieht. Plötzlich taucht am Zaun hinter mir ein Mann auf. "Challo, was kostet Pumpe, ich möchte kaufen", sagt der. Ich erkenne ihn als einen der im Lieferwagen saß. Ich schaue ihn an und sage: "Die steht nicht zum Verkauf", sage ich. "Die ist gut ich möchte haben", sagt er wieder", dein Preis ist mein Preis." "Die verkaufe ich nicht", sage ich diese mal energischer. "Ja, aber"¦", sagt er. "Nichts aber", sage ich, "ich pumpe hier den Teich aus, muss morgen fertig sein." Er nickt und geht. Misstrauisch schaue ich hinterher. Er steigt in den Lieferwagen. Dieser fährt dann auch wieder weiter. Ist vielleicht nicht so schlecht, dass ich hier bleibe. Ich gehe wieder ins Haus und schaue, ob ich mir vielleicht ein Tee kochen kann. In einem Schrank finde ich tatsächlich Teebeutel. Die muss Martin hierhergebracht haben, als er den Kühlschrank gefüllt hat, die Packung sieht jedenfalls neu aus. Also brühe ich mir eine Tee auf. Ich setze mich wieder draußen hin und trinke meinen Tee. Plötzlich höre ich wieder ein rufendes: "Challo!" Jetzt stehe da schon zwei Typen. "Was kostet Pumpe?" fragt der eine wieder. "Ich verkaufe nicht!" sage ich energisch, "und jetzt verschwindet." "Ist besser Du verkaufen", sagt der wieder. Ich schaue hin und schüttle den Kopf. Dann hole ich mein Handy raus. Das scheint einigen Eindruck zu machen, jedenfalls verschwinden sie. Ich rufe bei der Polizei bei uns im Ort an. Ich schildere den Vorfall und gebe das Kennzeichen durch. "Das Kennzeichen ist bekannt", sagt der Polizist am anderen Ende, "die Herrschaften sind öfter in der Gegend unterwegs, meistens in der Nähe von Baustellen." Dann teile ich noch mit, dass ich die Nacht hierbleibe und mal drauf achte, ob die noch mal wieder kommen. Der Polizist ermahnt mich freundlich, trotzdem vorsichtig zu sein. Außerdem soll die nächtliche Streife auch den Weg entlangfahren. Freundlich verabschiede ich mich dann.

Den ganzen Tag über habe ich immer mal wieder mit Sandra Nachrichten ausgetauscht. Jetzt scheint ihr Seminar zu Ende zu sein. Ich rufe sie einfach mal an. "Hallo Ste-Fa-Nie", sagt sie erfreut. "Hallo S-A-N-D-R-A", sage ich ebenso gut gelaunt, "na, alles gut bei Dir?" "Ja, das Seminar ist durch, und wir sind hier mit ein paar Mädels noch in der Bar", sagt sie. "So muss das auch sein", sage ich lachend. "Und was machst Du grade?" fragt sie. "Ich bin am Teich und passe auf die Pumpe auf", sage ich. "Die ganze Nacht?" fragt sie. "Ja, ich habe es mir auch schon kuschelig eingerichtet", antworte ich. "Hm, macht es Dir etwas aus, wenn ich hier noch übernachte und morgen erst komme?" fragt sie vorsichtig. "Nein, ist OK, kein Problem", sage ich. "Es ist so eine lustige Truppe hier und ein bisschen was getrunken habe ich auch schon", sagt Sandra vorsichtig. "Hey Mädel, ist völlig OK", sage ich , "genieße es." "Danke Stefanie, das Seminar war ganz schön anstrengend", sagt Sandra. "Na siehst Du, dann erst recht ,oder?" antworte ich. "Du bist so lieb", sagt Sandra, "ich freue mich schon auf morgen." "Ich freue mich auch, meine Süße", sage ich. "Tschüss meine liebste Stefanie", sagt Sandra dann noch. Mittlerweile ist es dunkel geworden und es wird langsam frisch im Kleidchen. Ich gehe ins Haus und ziehe mir eine Jeans an. Abschließend mache ich noch mal eine Runde um den Teich, dann schaue ich auf dem Weg. Von der anderen Seite des Weges sieht man von weitem Scheinwerfer eines Autos. Langsam kommen sie näher und ich erkenne eine Polizeiwagen. Der Wagen kommt neben mir zum stehen. "Sie hatten heute auf der Wache angerufen?" fragt mich der Polizist auf der Beifahrerseite aus dem Auto heraus. "Genau", sage ich. "OK, dann sind sie Frau Boe?" "Ja, das bin ich", antworte ich. "Waren die Herrschaften nach ihrem Anruf noch mal da?" fragt er wieder. "Nein, ich habe sie dann nicht mehr gesehen", antworte ich wahrheitsgemäß. "OK, wir versuchen noch mal öfter hier vorbeizuschauen", sagt der Polizist, "je nach dem, was noch so los ist." Dann fahren sie langsam weiter. Beim Reingehen ins Haus, fällt mir eine in die Wand eingemauerte, dicke Öse auf. "Ich habe doch im Haus Stahlseile mit Schlaufen gesehen", denke ich mir und schaue genauer nach. Ich finde sie auch und nehme sie mit nach draußen. Dort fädele ich sie einerseits durch die Öse am Haus und andererseits durch die Deichsel der Pumpe. In der Mitte schließe ich sie mit dem Fahrradschloss zusammen. Das Fahrrad nehme ich mit ins Haus. So langsam bin ich auch müde und lege mich hin. Neben das Bett stelle ich einen kleinen Tisch, auf den ich meine Taschenlampe lege. Na ja, Taschenlampe ist ziemlich harmlos für dieses Ding, mit seinen 1500 Lumen, ist eher ein tragbarer Flakscheinwerfer. Das sonore Brummen der Pumpe höre ich bis ins Haus. Es macht schläfrig und recht schnell schlafe ich auch ein.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
Stephanie
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Teich auspumpen Teil 2

Irgendwann werde ich wach, weil sich zu dem Brummen der Pumpe nun auch noch das Rattern eines Dieselmotors gesellt hat. Schlaftrunken stehe ich auf und versuche rauszukriegen, was das ist. Schnell ziehe ich mir noch die Jeans an und schlüpfe in meine Turnschuhe. Licht mache ich keins an. Das Haus hat neben dem großen doppelflügeligen Tor zum Teich, auf der anderen Seite, zum Weg hin eine normale Tür. Ein kleines Fenster ist in dieser Tür eingelassen. Vorsichtig schaue ich heraus. Zwei Typen springen über die abgeschlossene Pforte. Ich verstecke mich in einer Ecke, die von draußen durch die Fenster nicht einsehbar ist. Mit einer funzeligen Taschenlampe leuchten sie ins Haus. Dann scheinen sie weiter zugehen. Das Motorgeräusch entfernt sich langsam. Vorsichtig bewege ich mich und schaue nach draußen Richtung Pumpe. Die zwei Typen stehen da jetzt und scheinen sich über das Seil aufzuregen. Ich nehme mein Handy, rufe die Polizei an und schildere, was hier grade passiert. "Wir schicken sofort eine Streife los", sagt der Polizist am anderen Ende, "bewahren sie Ruhe." Ich mache vorsichtig die Schnürsenkel von den Turnschuhen zu. Dann bemerke ich, denn Lieferwagen, wie er rückwärts in die Einfahrt fährt. Der Fahrer steigt aus und knackt das Schloss vom Tor. Einer der Typen, die an der Pumpe stehen geht zum Fahrer und holt sich den Bolzenschneider ab. Dann steigt der Fahrer wieder ein. "Scheiße, warte ich jetzt auf die Polizei", denke ich mir, "oder gehe ich raus und schreite ein." Mein Herz klopft bis zum Hals. Ich nehme vorsichtig meine Taschenlampe und gehe zur kleinen Tür. Von dort aus sehe ich durch die Fenster sowohl die Typen an der Pumpe als auch den Lieferwagen. Anscheinend sind die sich total sicher, das hier keiner ist. Ich schließe leise die Tür auf und gehe raus. Leise schließe ich die Tür und gehe langsam um das Haus. Ich sehe den Lieferwagen. Hinter einen Strauch bin ich vom Fahrer aus nicht sichtbar. Ich gehe in die Knie und schaue zur Pumpe. Einer der Typen hat sie grade ausgeschaltet, als der Fahrer des Lieferwagens seine Tür auf macht und so etwas wie "Polizei" ruft. Hektisch rennt der eine von der Pumpe los. Der andere stolpert über das Stahlseil und landet unsanft mit dem Gesicht auf einem Findlingstein. Ich springe aus meiner Deckung, leuchte dem anderen mit meiner Taschenlampe an und stelle ihm ein Bein. Er schlägt lang hin, rappelt sich aber recht schnell und will aufstehen. Er kniet grade, da schlage ich ihm meine Faust ins Gesicht. Er kippt seitlich um. Der Fahrer des Wagens schaut entsetzt nach hinten aus seiner Tür. Der, dem ich eben eine verpasst habe brüllt irgendwas. Der Fahrer schließt seine Tür und gibt Gas. Dabei reißt er den einen Flügel des Tores ab. Von der einen Seite des Weges hört man ein Martinshorn und auch das Blaulicht ist schon zu sehe. Der Lieferwagen fährt in die Gegenrichtung. Der Polizeiwagen kommt auf das Gelände gefahren. Zwei Polizisten springen raus. Danach kommt noch ein Wagen. "Haben sie uns gerufen?", fragt mich der eine Polizist, während sich die anderen, die beiden Typen vornehmen. "Ja, ich habe sie gerufen", sage ich noch aufgeregt, "da ist aber noch einer, mit einen Lieferwagen geflüchtet." "Ja, der kommt aber nicht weit", sagt der Polizist grinsend. Kurz darauf geht sein Funkgerät. Ein anderer Polizist gibt die Meldung ab, dass sie den Transporter gestoppt haben. "Ich glaube, wir brauchen einen Krankenwagen", sagt ein Polizist, der den Typen am Wickel hat, der über das Seil gestolpert ist. Ich erkläre kurz, wie der zu seinen Verletzungen gekommen ist. "Und der andere, wie ist der zu Fall gekommen?" fragt mich der Polizist, leicht amüsiert. "Adidas, Größe 44", antworte ich. Er schaut mich erstaunt an. "Ich habe ihm ein Bein gestellt", sage ich erklärend. "Ganz schön mutig", sagt der Polizist, "aber auch gefährlich." "Ich habe es abwägen können", sage ich, "außerdem habe ich ihn mit dieser Taschenlampe geblendet. "Na gut", sagt der Polizist und schaut mich von der Seite an.

Kurz darauf hört man eine weitere Sirene. Ein Krankenwagen und ein Notarztwagen kommen den Weg hoch. Während der Verletzte betreut wird, fragt mich ein Polizist zum Hergang. Ein weiterer kommt hinzu und hört sich das an. Als ich mit meiner Aussage fertig bin, sagt der hinzugekommene Polizist: "Sie sind ja ganz schön mutig und sie passen auf eine Beschreibung, die mein Schwager mir vor einiger Zeit gesagt hat." Ich stutze. Vorsichtig frage ich: "Wo bin ich den auffällig gewesen?" Der Polizist lächelt. "Mein Schwager ist in Goslar stationiert", sagt er dann. Jetzt dämmert es mir. "Die Kneipe in Dingensrode", sage ich, "die Sache mit dem bekloppten Bürgermeister." "Genau", sagt der Polizist lächelnd. "Tse, so klein ist die Welt", sage ich lächelnd. "Finde ich auch", sagt der Polizist erfreut, "und jetzt kenn ich auch das Gesicht dazu." Irgendwie steigt mir grade wieder eine leichte Verlegenheitsröte ins Gesicht. Man gut, dass man das im dunklen nicht sieht. Ein weiterer Polizist kommt dazu. "Also, der mit der Gesichtsverletzung ist versorgt, so schlimm wie es aussieht ist es nicht", sagt er, "wir können alle drei mitnehmen und erstmal festsetzen." Gefesselt werden sie dann zu den Wagen gebracht. "Vielen Dank nochmal für ihre Hilfe, Frau Boe", sagt der Polizist, "aber seien sie trotzdem in Zukunft vorsichtig in solchen Situationen. Es kann auch mal anders ausgehen." Ich nicke und bedanke mich auch noch mal herzlich. Dann fahren die Wagen nach einander vom Gelände. Ich gehe erst zur Pumpe und schalte sie wieder ein. Dann gehe zum Tor und versuche den Beschädigten Torflügel irgendwie noch zu schließen. Anschließend gehe ich wieder ins Haus und versuche wieder einzuschlafen. Ziemlich bald schlafe ich dann ein.

Das summen und brummen der Pumpe wirkt ziemlich schlaffördernd. Ich wache auf, weil ich das nicht mehr höre. Schlaftrunken setze ich mich hin. "Was ist denn nun wieder los, Sprit alle?" denke ich mir. Ich ziehe mir wieder die Jeans und die Turnschuhe an. Aus den Augenwinkeln sehe ich draußen schemenhaft jemanden am Haus vorbeilaufen und in Richtung Zulauf gehen. Ich schaue genauer hin. Es ist wieder der dicke Angler. Draußen dämmert es schon leicht, trotzdem nehme ich meine Taschenlampe. Mein Handy nehme ich auch mit und gehe leise wieder hinten raus. Langsam schleiche ich ihm hinter her. Großvater ist mittlerweile am Zulauf angekommen. Mit den Händen versucht er an dem Sperrmechanismus rumzureißen, dann tritt er auch noch mehrmals dagegen. Dass ich mittlerweile auf ein paar Meter herangekommen bin, hat er nicht mitgekriegt. Ich schalte mein Handy auf fotografieren und schalte dann die Taschenlampe ein. Mehrmals fotografiere ich ihn. Behäbig dreht er sich um, verliert das Gleichgewicht und fällt hin. "Jetzt weiß ich auch, wer hier die Wehre zerstört", schreie ich ihn an. Dabei leuchte ich ihn mit meiner Taschenlampe an. "Verschwinde hier und komm ja nie wieder", sage ich weiter lautstark. Er steht hektisch auf und fällt mehrmals wieder hin, weil er von meiner Taschenlampe geblendet wird. Ich habe aber echt kein Pardon dafür über. Schließlich ist er an seinem Fahrrad angekommen und verschwindet. Ich schließe wieder das demolierte Tor. Anschließend gehe ich zur Pumpe und schalte sie wieder ein. Ich betrachte noch mal den Wasserstand im Teich. Trotz der beiden Störungen heute Nacht, hat die Pumpe schon ordentlich was weggezogen. Wieder gehe ich ins Haus und lege mich schlafen. "Ein bisschen mehr Schlaf wäre schon nicht schlecht gewesen", denke ich mir. Bald darauf bin ich schon wieder eingeschlafen.
Ich höre ein Klopfen an der Tür, und dann ein: "Guten Morgen, Schlafmütze, Frühstücksdienst ist da." Verschlafen steige ich aus dem Bett und ziehe Hose und Schuhe an. Nebenbei schaue ich auf die Uhr. "Mist schon halb Neun", sage ich leise. Ich gehe zu Tür und öffne sie. Draußen stehen Jürgen und Thomas mit Familien. "Guten Morgen", sage ich immer noch verschlafen. "Na, hast Du die Nacht zum Tage gemacht?" fragt Thomas flaxend. "Nee, das waren andere", sage ich. "Ja, irgendwas muss hier losgewesen sein", sagt Jürgen, "wenn man das Tor sieht." "Erzähl es einfach beim Frühstück", sagt Thomas. Während er und Jürgen Tisch und Stühle rausräumen, stellen wir anderen uns vor. Die Kinder der beiden erkunden derweil schon mal das Gelände. Die Ehefrauen der Beiden sind locker drauf. Wir verstehen uns sofort. Zusammen kochen wir Kaffee und Tee, während Jürgen und Thomas den Tisch decken. Wir haben uns grade hingesetzt, da kommen der Präsi und Jessi. Sie setzen sich gleich dazu. Während wir frühstücken, erzähle ich meine nächtlichen Erlebnisse. "Du hast aber auch immer ein Glück", sagt der Präsi lachend. Ich nicke und lächele.
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Teich ausbaggern

"Ich glaube, wir müssen die Pumpe mal umstellen", sagt Jürgen, "langsam verhindert der Berg in der Mitte, dass das Wasser von der anderen Seite rüberläuft." "Okay, was machen wir dann mit dem Wasser, was durchsickert?" frage ich. "Jürgen grinst und zieht eine Augenbraue hoch. "Ich habe noch eine Tauchpumpe mit C-Rohr-Anschluss dabei." "Na dann", sage ich lächelnd. Ich gehe mit Jürgen zum Transporter. Er holt die Pumpe heraus. Ich schnappe mir zwei aufgerollte C- Schläuche. Dann gehen wir Richtung große Pumpe. Am Frühstückstisch sitzen die anderen noch. Ich grinse in die Runde und sage: "Wasserentnahmestelle, offenes Gewässer, Entwässerungstrupp mit zwei C-Längen in Richtung Wassergraben, marsch!" "Warst Du mal in der Feuerwehr?" fragt mich Thomas"˜ großer Sohn. "Bin ich immer noch", antworte ich lächelnd. "Ich bin seit letztem Jahr in der Jugendfeuerwehr", sagt er. "Wie alt bist Du?" frage ich. "12", antwortet er. "Dann kannst Du bestimmt schon einen Schlauch ausrollen", sage ich. "Na klar gib mal her", sagt der Große. Ich gebe ihm einen Schlauch und er rollt ihn akkurat ab. "Respekt!" sage ich lächelnd. Jürgen schließt das eine Ende an der Pumpe an und lässt die Pumpe ins Wasser. Der Präsi hat ein Kabel zu uns gelegt. Thomas"˜ Sohn nimmt das andere Schlauchende und geht mit mir Richtung Graben. Dann rollt er den anderen Schlauch genauso elegant ab wie den ersten. Ich verbinde die Kupplungen, dann gehen wir beiden weiter zum Graben. "Wasser marsch", rufe ich, als wir den Schlauch am Graben abgelegt haben. Nach einiger Zeit sprudelt dann auch Wasser aus dem Schlauch. Dafür hören die beiden anderen Schläuche auf zu sprudeln. Als wir zwei wieder auf dem Platz ankommen, haben Thomas, Jürgen und der Präsi schon die Schläuche von der Pumpe abmontiert. Olaf und Martin sind auch grade angekommen. Olaf hat Seine Frau und Tochter mitgebracht. Herzlich begrüßen wir uns alle. Mit vereinten Kräften schieben wir die Pumpe an den neuen Platz und holen den Saugschlauch. Nachdem alles wieder verbunden ist, startet Jürgen die Pumpe. "Da ist ja schon ordentlich was weg!" bemerkt Martin. "Mal schauen, hier ist die Wasserfläche kleiner", sagt Thomas, "dann können wir spätesten um 12 anfangen zu baggern." Vielleicht auch schon eher", sage ich, "hier ist es nicht ganz so tief." "So, Pumpe läuft", sagt Jürgen, "jetzt kann man noch mal in Ruhe einen Kaffee trinken." "Wir gehen zum Tisch zurück. "Wir haben noch mal ein paar Brötchen geschmiert, für den Hunger zwischendurch", sagt Jessi. Olafs Frau hat losen Tee mit gebracht und eine Kanne gekocht. "Ich habe ihr gesagt, dass Du gerne Tee trinkst", sagt Olaf, "den hat sie aus ihrer Heimat mitgebracht." "Mmh, der riecht schon lecker", sage ich, während ich dran schnuppere." Olafs Frau freut sich.

Ich stehe vor dem Haus. Mein Handy klingelt. Ich schaue auf das Display. "Meine Gattin?" frage ich erstaunt, "was will die denn?" Ich gehe ran und melde mich: " Hallo, hier ist Stefanie Boe." "Lass den Quatsch", höre ich am anderen Ende. "Wieso, hast Du es noch nicht erfahren?" frage ich scheinheilig." "Was denn?" fragt sie schnippisch. "Ich heiße seit vorgestern offiziell Stefanie", antworte ich ganz lieb. "Klack" aufgelegt. "Tse", sage ich. Martin grinst. "Muss sie sich jetzt drangewöhnen", sage ich. Wieder klingelt mein Handy. Diesmal ist es Sandra. "Hallo Sandra", begrüße ich sie erfreut. "Hallo meine Süße", sagt Sandra, "ich bin eben zu Hause angekommen, packe jetzt ein paar Sachen ein und komme dann." "Super", antworte ich, "ich freue mich schon." "Bis gleich dann", sagt Sandra dann. Wir haben grade das Gespräch beendet, da klingelts wieder. Die Gattin nochmal. "Stefanie Boe", melde ich mich wieder. Sie versucht ruhig zu bleiben. "Du musst heute mal die Kinder nehmen", sagt sie in einem Befehlston, "aber Du bist bitte schön nicht als Frau verkleidet." "Also, zuerst mal ist das etwas kurzfristig", sage ich. Sie unterbricht mich. "Ja, Robert (ihr Neuer) und ich fahren für zwei Tage weg", sagt sie, "die Großeltern haben auch keine Zeit." "Soso", sage ich gelangweilt, "ihr wollt auf ein Wellness und Spa-Wochenende und jetzt sind die Kinder im Weg." Stille am anderen Ende. "Du kannst die Mädels gerne vorbeibringen", sage ich, "ich bin am Teich." "Nee, Du holst sie ab und bitte nicht in Verkleidung", sagt sie. "Geht beides nicht", sage ich, "wir sind hier mit etlichen Leuten und pumpen und baggern den Teich aus. Und Verkleiden kann ich mich hier auch grade nicht." "Klack" aufgelegt. "Tse", sage ich wieder. Nach fünf Minuten klingelt sie wieder an. Und wieder melde ich mich mit: "Stefanie Boe." "Also, die Große kann auch bei ihrer Freundin bleiben, aber nur heute", sagt meine Noch-Gattin. Ich unterbreche sie und sage: "Die Freundin kann gerne mitkommen, pack den Kindern für zwei Tage Klamotten ein, auch welche die dreckig werden können und Gummistiefel nicht vergessen. Dann bringst Du sie hier vorbei und Du kannst mit deinem Lover ins Wochenende starten. Es sind auch schon etliche Kinder von meinen Freunden hier. Langweilig wird das hier bestimmt nicht." "Das geht gar nicht", sagt sie in einem abwertenden Ton. "Klack", jetzt habe ich aufgelegt.
Von weitem sieht man einen größeren Radlader herankommen. Beim Näherkommen erkenne ich Hartmut am Steuer. Jürgen kommt zu mir. "Das ist ja mal ein Ding", sagt er grinsend. Hartmut fährt mit dem Radlader auf das Grundstück und steigt aus. "So, hier ist der versprochene Bagger", sagt er grinsend. "Cool" ,staunt Jürgen. "Ich muss aber gleich wieder los", sagt Hartmut, "mein Sohn holt mich gleich ab. Lasst uns kurz eine Einweisung machen. "Jürgen hat ja schon die Erfahrung mit dem kleinen Radlader", sage ich. "Im Prinzip ist es das Gleiche", sagt Hartmut. Er und Jürgen steigen ein. Nach einiger Zeit steigt Hartmut wieder aus und Jürgen macht sich mit dem Ding vertraut. "Geiles Ding", sagt er dann. "Ich komme dann heute Abend noch mal vorbei", sagt Hartmut und steigt in das Auto seines Sohnes, der grade angekommen ist. Und wieder klingelt mein Handy, und wieder ist es die Gattin. "Stefanie Boe", melde ich mich. "Also, wir fahren jetzt los", sagt meine Gattin, "die Freundin von der Kleinen kommt auch noch mit." "Nur zu", sage ich. "Auf was muss ich mich denn einstellen, wenn ich dich sehen muss?" fragt sie. "Komm, bleib zu Hause, du regst mich auf", sage ich genervt und lege auf. Kurz darauf ruft sie wieder an. Statt mich, wie zuvor mit dem Namen zu melden, schnauze ich sie an: "Merkst Du eigentlich gar nicht, was Du hier die ganze Zeit für ein Blödsinn ablieferst? Hast Du eigentlich noch keine Post von Deiner Rechtsanwältin bezüglich meiner Person und deren Änderung bekommen? Wenn Du weiterhin damit ein Problem hast, wie ich aussehe, dann bleib weg. Und wenn Du weiterhin die Kinder manipulierst und instrumentalisierst, dann bleib erst recht weg." Dieses Mal lege ich nicht auf und male mir aus, wie sie grade Schnappatmung bekommt. "Hast Du die Kinder drauf vorbereitet, das sie hier Stefanie treffen?" frage ich weiter, "ansonsten renne ich hier relativ normal im Sweatshirt, einer Röhrenjeans und Gummistiefel herum." Sie murmelt irgendwas und legt dann auf. Dafür bekomme ich jetzt von meinen Mädels Nachrichten. "Ich würde dich schon gerne sehen, Frau Papi", schreibt meine Große.
Martin hat mich die ganze Zeit beobachtet und grinst sich einen. "Du kannst ja richtig abgehen", sagt er, "so kenne ich Dich gar nicht." Ich lächele ihn an. "Ja, nicht nur das Äußere hat sich etwas verändert. Und wieder klingelt das Telefon, wieder die Gattin. "Wir fahren dann los", sagt sie kleinlaut. "OK", quittiere ich das, als wär nichts gewesen. Ich gehe zur Pumpe. "Ui, das ging ja flott", sage ich, als ich den Wasserstand begutachten will. Die Pumpe zieht immer mal wieder Luft. Jürgen sitzt schon auf dem größeren Radlader und wartet auf seinen Einsatz. Auf der Seite vom Teich ist das Ufer flacher, so dass man da mit den Radladern reinfahren kann. Jürgen fährt schon mal vorsichtig die Schräge runter. "Das sind höchsten noch 10 Zentimeter Wasser", sage ich. Jürgen fährt weiter rein und senkt die Schaufel. Nachdem sie voll ist, fährt er raus und bringt die Ladung weg. Das macht er noch ein paar Mal, dann sammelt sich das restliche Wasser in dem ausgehobenen Loch. Wir anderen bugsieren den Saugschlauch der Pumpe dahin. "Super", sagt Thomas und zeigt Jürgen den gut-gemacht-Daumen.
Auf dem Weg oben nähert sich ein Auto. Ich erkenne es als den Mini-Van vom Lover meiner Gattin. Also gehe ich zum Weg. Das Auto hält. Die hinteren Türen gehen auf und meine Töchter und ihre jeweiligen Freundinnen springen heraus. Der Versuch meiner Gattin, sie zu zähmen misslingt. Das ist so typisch für sie, immer über alles die Kontrolle behalten. Ist auch ein Grund, warum die Ehe in die Brüche gegangen ist. Meine Kiddies stürmen auf mich zu. "Hallo Frau Papi, gib mir Fünf", sagt meine Kleine. Nacheinander klatschen wir ab. "Das ist ja voll cool hier", sagt meine Große. Meine Gattin ist grade ausgestiegen. Sie hat echt ein Problem mich anzuschauen, scheint aber auch etwas überrascht zu sein. Ich frage sie dann auch ganz direkt: "Hast Du hier ein Olivia Jones Verschnitt erwartet." Zu meine Überraschung schüttelt sie den Kopf. Sie macht den Kofferraum auf und sagt zu den Kindern: "Holt ihr noch eure Sachen, bitte." Die Kinder kommen und laden ihre Taschen aus. Im Augenwinkel sehe ich ein Auto langsam den Weg hoch kommen. Ich erkenne Sandras dunkelblauen Audi. "Ups, das wird jetzt richtig lustig", denke ich mir und versuche mir nichts anmerken zu lassen. "Wo können wir unsere Tasche hinbringen?" fragt meine Große. "Einfach erstmal ins Haus", sage ich. Die Kiddies toben sofort dahin. In einigen Abstand parkt Sandra hinter uns. Ich lächele sie an und sie lächelt auch zurück, beobachtet aber genau die Szenerie. Dann steigt sie aus. "Hallo Sandra", schön das Du da bist", sage ich erfreut. Sandra hat schon kapiert was hier los ist und hält sich zurück. Trotzdem drücken wir uns und geben uns Küsschen links, Küsschen rechts. "Hallo Stefanie", sagt sie dann mit einer absichtlich dunklen Stimme. Sie bleibt neben mir stehen. Meine Gattin schaut etwas erstaunt, dann muss sie mir nochmal sagen, dass ich ja auch auf die Kinder aufpassen soll. Ich nicke. Dann steigt sie ins Auto ein und fährt mit ihrem Typen davon. "Boah, ist die anstrengend", sage ich. "Deine Gattin, vermute ich", sagt Sandra. "Genau", antworte ich kurz. Das Auto ist langsam aus der Sichtweite. "Jetzt muss ich dich aber erstmal küssen", sage ich. "Ich bitte darum", sagt Sandra lächelnd. Es folgt ein wunderschöner, leidenschaftlicher Kuss. Von weitem beobachtet uns lächelnd meine große Tochter. Dann gehen wir wieder zum Teich. Ich stelle dann Sandra den anderen vor. Herzlich wird sie aufgenommen. Meine Große kommt zu uns. "Bist Du Frau Papis Freundin?" fragt sie auf ihre forsche Art Sandra. "Ja-a", sagt Sandra ebenso forsch. "Cool", kommentiert meine Große und tobt dann wieder zu den anderen. "Frau Papi finde ich ja ziemlich gut", sagt Sandra. "Kann man mit leben, oder?" sage ich. Sandra lacht und nickt.
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Teich ausbaggern

"Wie alt sind die Beiden?" fragt Sandra. "13 und 15", antworte ich. "Ui, Stresspubertär", sagt Sandra grinsend", und wie ist es mit Jungs?" "Soweit ich weiß noch gar nichts", antworte ich, "aber wenn Du mal die Große mit ihrer Freundin beobachtest, dann schlägt sie ein wenig nach Frau Papi." Sandra lächelt. "Das ist mir auch schon aufgefallen, die paar Minuten, die ich hier bin", sagt sie. Eine Weile beobachten wir die Kinder. Meine Große und ihre Freundin sind mit ihren 15 Jahren die ältesten. Die anderen sind zwischen 10 und 13 Jahren alt. Im Moment schauen sie bei Martin und dem Präsi, der eigentlich Harald heißt, zu. Die Beiden verändern den Durchfluss des vorderen Grabens. Weiter hinten ist Thomas dabei, mit dem kleinen Schaufelbagger von der Spedition, einen älteren Graben wieder freizulegen. Über den soll eventuell das Wasser geleitet werden, für den Fall, dass vorne ein Loch in anderen Graben gefunden wird. Sandra und ich gehen zu Martin und Harald. Die ganze Kinder schar kommt dazu. "So, jetzt fließt nur noch soviel Wasser, dass man vielleicht erkennen kann wo es wegläuft", sagt er. "Sollen wir mal mit schauen?" fragt meine Kleine. "Na klar, teilt euch ein bisschen auf und schaut am besten, ob irgendwelche Steine an den Wehren locker sind", sage ich. "Au ja!" rufen die Kids und recht schnell teilen sie sich auf. Thomas hört kurz auf zu baggern. "Das ist ganz schön zu gewachsen hier", sagt er, "das dauert wohl ein bisschen länger." "Hm, dann frage ich mal rum, ob jemand den kleinen Radlader fahren kann und will", sage ich. "Brauchst nicht weiter suchen", sagt Sandra, "ich mache das." Ich schaue sie erstaunt an. Sie grinst mich an und sagt keck: "Ein typisches Mädchenspielzeug." Dann geht sie zum Bagger und steigt auf. Sie startet ihn und macht sich mit dem Ding vertraut. Dann fährt sie los in Richtung Teich. "Sieht so aus, als macht sie das nicht zum ersten Mal", sagt Martin grinsend. Auch Jürgen ist kurz am Staunen. Recht schnell haben die beiden ihren Rhythmus gefunden. Meine Kinder haben das auch bemerkt. "Ist ja cool, deine Freundin", sagt meine Große.

"Wir haben was gefunden", ruft Olafs Tochter. Ich gehe mit hin. "Hier unter dem Stein läuft es runter", sagt sie, "man merkt da richtig einen Sog." Ich halte meine Hand dahin und merke eine Strömung. "Super, das habt gut gemacht", sage ich. "Sollen wir es zuschütten?" fragt Thomas"˜ Sohn. "Vielleicht erstmal einen Sandsack drauflegen", sage ich, "Säcke liegen am Haus, müsst nur noch Sand reingefüllt werden." "Jau, das machen wir", sagen die Kids und rennen los. Eine Weile sind sie damit beschäftigt. Ich schaue auf die Uhr. "Ups schon zwölf", ich muss noch zum Schlachter, das Grillgut für heute Abend abholen", sage ich. Martin reicht mir seinen Autoschlüssel. "Hier nimmste schnell meinen", sagt er. "Alles klar", sage ich und gehe zum Auto. Beim Schlachter geht es auch schnell. Ich hatte vorbestellt und das Paket ist schon fertig. Beim Bezahlen halten wir noch einen kleinen Smalltalk, dann gehe ich zum Auto und fahre weiter zum Bäcker. Auch hier hatte ich vorbestellt, jede Menge Brötchen, Baguette usw.. Dann fahre ich zurück. Am Teich angekommen, lege ich erstmal alles im Haus ab, das Grillgut kommt in den Kühlschrank. Dann fällt mir auf, dass außer Sandra und Jessi keine der Frauen da sind. "Wo sind die denn?" frage ich. "Zutaten für ein paar Salate holen", sagt Olaf. "Aha, super", sage ich. Ich verschaffe mir grade einen Überblick über den Fortschritt, da kommen Kalle und seine Familie an. "Ist ja ordentlich was los hier", sagt Kalle grinsend. Seine Kinder zögern etwas, als sie die anderen Kinder sehen. "Einfach hingehen und Hallo sagen", sage ich, "und einfach mitmachen." "OK", sag Kalles Tochter und zieht den kleinen Bruder mit. "Die sind echt zu cool, die Kids hier", sage ich lächelnd zu Kalle und seiner Frau, "komplett selbstorganisiert." Kalles Kinder sind in der Gruppe angekommen, und meine Kleine erklärt ihnen grade um was es geht, da ruft ihre Freundin: "Hier ist noch so ein Loch!" Alle Kinder rennen natürlich sofort dahin. Dann schauen einige zu mir und rufen mich. Ich gehe hin und schaue. "Guck hier, Steffi", sagt Thomas"˜ Tochter. Ich schaue nach und fühle mit der Hand. "Komisch, mitten im Graben und nicht wie da vorne bei den Wehren unter den gemauerten Steinen", sage ich verwundert. "Wieder Sandsäcke drauflegen?" fragt Olafs Tochter. Ich nicke und schon tobt die Meute wieder los, holt die Säcke und befüllt sie.

Jürgen und Sandra sind unermüdlich dabei, die Sandmengen rauszufahren. Jürgen kümmert sich um den Berg in der Mitte, Sandra hat sich auf die flacheren Ecken konzentriert. Außerdem haben sie schon einen beachtlichen Hügel auf der Wiese neben der Einfahrt aufgeschüttet. Ein riesengroßer Radlader kommt den Weg hoch und steuert auf unsere Einfahrt zu. Auf der Seite von dem Fahrzeug steht die Adresse vom ortsansässigen Bauunternehmen. Der Fahrer steigt aus. Ich gehe hin. "Hallo, Hartmut hat gesagt ihr hättet hier einiges an Aushub?" sagt er. "Jau, einmal hier auf der Wiese", sage ich "und da unten im Teich ist auch noch einiges." "Das ist ja allerfeinster Sand", sagt der Fahrer erfreut. "Ja die oberen beiden Drittel schon", sage ich, "im unteren Drittel ist etwas mehr Morast drin." Der Fahrer schaut sich die Schräge an, die in Teich geht. "Hm, da müsste ich doch auch runterkommen", sagt er dann. Jürgen ist mittlerweile dazu gekommen. "Also, der Berg besteht nur aus Sand", sagt Jürgen dann. "Dann nehme ich mal ein paar Fuhren da raus", sagt der Baggerfahrer grinsend, "dann müsst ihr nicht ganz so oft rein." "Ja, deine Schaufel ist schon eine andere Hausnummer", sagt Jürgen. Sandra steht mit ihrem Bagger schräg hinter dem ganz großen. Als der Fahrer wieder in seinen Bagger einsteigt sieht er sie und vergisst kurzfristig das einsteigen. Sandra lächelt lieb. Dann schaut der Fahrer wieder zu Jürgen mir. "Meine Güte, hier sind aber hübsche Frauen unterwegs", sagt er dann. "Und es sind noch nicht mal alle grade da", sage ich grinsend. Dann fährt er mit seinen Riesenbagger in die Teichgrube und nimmt ein paar Meter Sand raus. "Ich komme noch ein paar Mal", sagt er dann noch und fährt los. Jürgen steigt wieder auf seien Bagger und stimmt sich mit Sandra ab, dass sie den Berg in der Mitte erstmal lassen und die flacheren Ecken ausbaggern.

Ich überlege mir, was ich jetzt mache. Weit komme ich nicht, weil jetzt ein Traktor mit Anhänger auf dem Weg kommt und stehen bleibt. Ich gehe hin. "Moin, ich bin Henning", sagt der Fahrer. "Moin, angenehm, Stefanie", erwidere ich. Dann sieht er den Hügel, mit dem aufgeschütteten Sand. "Deswegen bin ich hier", sagt er, "Hartmut sagte ihr hättet hier Teichaushub." "Genau, das ist der Haufen hier", antworte ich. "Das ist das was ich brauche, Sand mit ein wenig organischem Material", sagt er. Weil ich ihn staunend anschaue, sagt er: "Wir wollen da hinten auf einem Acker den Boden etwas abmagern und dazu ist das hier ideal." "Ah OK, verstanden", sage ich lächelnd, "bediene Dich." Er hängt seinen Anhänger ab und fängt dann an mit dem Traktor aufzuladen. Sandra kommt mit ihrer nächsten Fuhre grade aus dem Teich. "Soll ich es gleich aufladen?" fragt sie, "das ist von ganz unten." "Ja gerne, schöne Frau", sagt Henning. Vorsichtig schüttet Sandra den Aushub auf den Anhänger. Dann kommt Jürgen und lädt seine Schippe auch gleich auf den Anhänger. Recht schnell ist der Anhänger voll. Ich helfe Henning noch beim anhängen des Anhängers. "Ich komme dann noch mal wieder", sagt er und fährt los. Kaum ist er weg, kommt der große Radlader wieder. Der Fahrer wartet, bis Sandra und Jürgen wieder aus der Teichgrube kommen. Ich nutze die Gelegenheit und frage ihn: "Wir hatte uns noch gar nicht vorgestellt, ich bin Stefanie." "OK, ich bin Nils, der Sohn vom hiesigen Bauunternehmer", sagt er. "Alles klar", sage ich und Nils fährt in die Grube. Er macht seine Schaufel voll und fährt wieder los.

Inzwischen sind die Frauen vom Einkaufen gekommen und bereiten die Salate zu. Kurz danach kommt Martins Frau. Sie parkt oben auf dem Weg und kommt zu mir. "Wow, Martin hat ja schon was gesagt", sagt sie erfreut, "Du siehst ja echt toll aus." "Danke schön", sage ich lieb. "Ich habe Kuchen gebacken und mitgebracht", sagt sie dann, "hilfst Du mir tragen?" "Na klar", sage ich und folge ihr zum Auto. Ich staune nicht schlecht, als sie den Kofferraum aufmacht und ich die Kuchen sehe. "Alle heute gebacken?" frage ich. Sie nickt. Zusammen tragen wir die Kuchen ins Haus. Ich fange an Kaffee zu kochen. "Thermoskannen haben wir einige da", sage ich. "Ich habe auch noch welche mitgebracht", sagt Martins Frau. Nach einiger Zeit habe ich einige Thermoskannen gefüllt. Für die Kinder haben wir auch Kakao gekocht. Dann bringen wir alles raus auf den großen Tisch draußen. Ich gehe zur Grube und schaue rein. Es ist schon ordentlich was rausgebaggert worden. Ich stehe am Rand der Grube. Vor mir ist Jürgen grade dabei seine Schaufel zu füllen. Er schaut zu mir hoch. "Halb vier, allerbeste Kaffeezeit", sagt er grinsend. "Kein Problem", antworte ich, "ist fertig und Kuchen ist auch da." "Lecker, dann können wir ja mal eine Pause machen", sagt Jürgen. "Ich trommle mal alle zusammen", sage ich dann. Neben dem Haus steht ein großer rot-weiß geringelter Verkehrspylon. Den nehme ich als Sprachrohr. Ich nehme ihn hoch und halte die kleine Öffnung vor den Mund. "ACHTUNG! Mal herhören! Kaffeepause, es gibt Kaffee, Kakao und Kuchen", sage ich. Als erstes sind die Kinder da und bedienen sich. Danach verteilen sie sich ein wenig und setzen sich einfach auf den Boden. Ich staune mal wieder, wie gut die sich verstehen. So langsam sind alle am Tisch eingetroffen und bedienen sich. "Lecker der Kuchen", sagt Sandra.

"Sage mal, Sandra, wo hast Du denn Baggerfahren gelernt?" frage ich sie. "In Hamburg, bei meinem Onkel", antwortet sie und lächelt geheimnisvoll. "Und bei welcher Gelegenheit?" bohre ich weiter. "Schiffe entladen", sagt Sandra, "oder Ladung löschen, wie man auch sagt." Am Tisch wird es ruhig, alle schauen Sandra an. "Wenn der Kran zum entladen keine Schaufel hat, wird einfach ein kleiner Bagger in das Schiff gehoben", sagt Sandra weiter, "und der belädt dann einen Behälter am Kran." "Und da hast Du den Bagger gefahren?" frage ich. "Ja, in den Ferien habe ich das frühe oft gemacht", antwortet Sandra. "Coole Nummer", sage ich begeistert. "Respekt", sagt Jessi. Die anderen nicken zustimmend. Nils kommt mal wieder mit seinem großen Radlader und fährt in die Grube. Als er uns bei der Kaffeerunde sieht, kann er sich einen Spruch nicht verkneifen. "Magst auch einen Kaffee und einen Kuchen?" frage ich ihn, "ich bringe es dir auch rüber." "Gerne, aber das mit dem rüberbringen will ich sehen", sagt er grinsend. Ich hole neben den Haus eine dicke, lange Bohle raus und ziehe sie zum Teich. Olaf hilft dabei. Dann legen wir die Bohle vom Teichrand zum Bagger rüber. Nils lacht. Ich teste, ob die Bohle hält. "Dick genug ist sie ja", sage ich. Für die Kinder ist das wieder eine Attraktion. Nils schüttelt lachend den Kopf. Kalles Frau schenkt Kaffee in einen großen Pappbecher, während Martins Frau Nils nach dem Kuchenwunsch fragt. Anschließen trage ich alles zu Nils herüber. "Vielen Dank", sagt er lachend, "ihr seid ja ein toffer Haufen." Die Bohle ziehen wir wieder weg. Dann füllt er seine Schaufel und fährt wieder los. Seinen Kaffee jongliert er gekonnt, als er über die Schräge aus dem Teich fährt. Grade als er vom Grundstück fährt, kommt Hartmut mit einem Anhänger hinterm Auto. Er kommt zu uns. "Na das geht ja heute wie im Taubenschlag hier", sagt Olaf grinsend. Hartmut schaut auf den Tisch. "Lecker sieht das aus", sagt er. "Such Dir was aus", sage ich, "einen Kaffee dazu?" "Gerne", sagt Hartmut und setzt sich zu uns.

"Weiter geht"™s?" fragt Thomas nach einiger Zeit. "Kannst Du mal weiterbaggern?" fragt Jürgen ihn. "Mache ich", antwortet Thomas und macht sich mit dem Radlader vertraut. "Und bei Dir?" frage ich Sandra. "Wenn niemand anderes möchte, kann ich gerne weitermachen", antwortet sie. Es meldet sich auch keiner. "Ich habe schon mal ein paar Blöcke Ton mit gebracht", sagt Hartmut, "für den Fall das wir an der Teichabdichtung was machen müssen." Wir gehe mit ein paar Helfern zu seinem Anhänger und laden die Blöcke ab. Mit einer Schubkarre fahren wir sie erstmal zum Haus. Ein Rüttler steht noch auf dem Anhänger. "Den nehme ich lieber wieder mit", sagt Hartmut. "Ja, ich glaube soweit kommen wir heute nicht mehr", sage ich. Nach einiger Zeit ist das Gröbste aus der Grube gebaggert. "So langsam können wir mit den Schaufeln rein und holen den Rest aus den Ecken", sagt Jürgen. "Ich trommele mal die Kiddies zusammen", vielleicht haben die ja auch Lust dazu", sage ich. "Ich glaube schon", sagt Jürgen grinsend. Ich nehme wieder den Pylon als Megaphon. "Alle Kiddies, die Lust haben, mit mir in der Grube schaufeln wollen, zu mir." Aus allen Ecken kommen sie heran. "Was sollen wir tun?" fragen einige. "Guckt mal, in den Ecken liegt noch überall Sand, wo die Bagger nicht hinkommen", sage ich, "das müssen wir da wegschaufeln und zusammentragen." "Kommst Du auch mit?" fragt mich Kalles Tochter. "Na klar", sage ich. Wir bewaffnen uns mit allen möglichen Schaufeln und Besen. Dann gehe wir in die Grube. Einige Erwachsene kommen auch dazu. "Ihr könnt ja nebenbei Ausschau halten, wo das Loch ist, wo immer das Wasser reingesprudelt ist", sage ich zu den Kiddies. Dann geht"™s los. Wir werfen den Sand in die Mitte, wo einige ihn zusammenfegen. Dann kommt Sandra vorsichtig hineingefahren. Der Sand wird in die Schaufel vom Bagger geschippt.

"Wie lange braucht ihr noch?" fragt Harald, "ich würde dann schon mal den Grill anwerfen." "Eine Stunde, maximal", antwortet Jürgen. Ich nicke zustimmend. "Zünd an, das Ding", sage ich grinsend. Ein paar der Kinder stehen an einer Stelle und schauen nach unten. "Steffi? Kannst Du mal gucken?" rufen sie mich. Ich gehe hin. "Guck mal, das sieht komisch aus hier", sagen sie, "kann sein dass es hier reinläuft." "Sieht gut aus", sage ich, "habt ihr gut gemacht." "Und was machen wir jetzt? fragen sie. "Ich würde sagen, ein paar von euch nehme oben mal einen Sandsack an einem Loch weg und dann gucken wir mal ob es läuft", antworte ich. Tatsächlich stimmen sie sich ab, wer hochgeht. Oben angekommen nehmen sie an dem Loch am Wehr den Sandsack weg. Es dauert kurz, das läuft tatsächlich Wasser. "Das war es", rufen die Kids, die in der Grube geblieben sind. "Jetzt noch mal das andere Loch", sagt meine kleine Tochter. Oben legen sie dann Sack wieder hin und gehen zum anderen Loch und nehmen den Sack weg. Wieder dauert es kurz, dann läuft Wasser. "Hurra!" rufen einige Kids, wir haben es gefunden." Hartmut steht neben mir und freut sich. "Die sind schon locker drauf, was?" sagt er. Ich nicke lächelnd. "Mit Steffi als Kindergärtnerin"¦ "¦", sagt Olaf flaxend. "Tse", sage ich und grinse ihn an. Hartmut geht zu einer Stelle an der Teichwand. Von weitem fällt mir jetzt eine langgezogene Delle in der Wand auf. Ich gehe auch hin. "Kann mir jemand mal eine kleine Handschaufel geben?" fragt Hartmut. Kurz danach wird ihm eine reingereicht. Er sticht ein rechteckiges Stück heraus. Dahinter fließt Wasser. "Bingo!", sagt er. "Da vorne ist noch so"™ ne Delle, sagt Thomas"˜ Sohn. "Macht mal da oben wieder zu", sage ich, "und nehmt an der andere Stelle noch mal den Sack weg." Hartmut sticht dort auch ein Stück heraus. Als die Kinder oben den Sandsack wegnehmen, rauscht auch hier das Wasser. "Dann schauen wir mal, wie wir das stopfen", sagt Hartmut, "morgen dann." "OK, Feierabend für heute", sage ich. "Die ersten Würstchen sind fertig", hören wir Harald vom Grill rufen. "Das ist Timing", sagt Hartmut lächelnd. Wir gehen hoch zum Tisch. Der ist gedeckt, lecker Salate stehen da, Brot und Brötchen und die ersten Würstchen. "Guten Appetit", sagen die Frauen von Olaf und Martin. Sandra kommt zu mit und hat eine Bratwurst im Brötchen. Sie hält es zwischen uns und wir beißen von jeder Seite ab. "Lecker", sage ich und lächele sie an.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
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Re: Blutengel

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Beitrag von Dwt-Lilo-SL »

Steffie, super wieder mal
gelunger Verlauf der Story
Mache bitte weiter so und
DIR dann noch eine hoffentlich gesunde Zeit.
UND FAHR HEUTE VORSICHTIG !!!
lg
LILO-GINA
Seufzer gleiten die Seiten des Herbstes entlang,
Treffen mein Herz mit einem Schmerz dumpf und bang
Stephanie
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Beitrag von Stephanie »

Übernachtung am Teich

Sandra und ich suchen uns einen Platz und nehmen uns noch mal was zu essen. "Das ist aber auch alles lecker", sage ich. "Wenn unser Präsi was kann, dann ist es grillen", faxt Jürgen. "Ph!" sagt der nur grinsend. Ich mache mit meinen Kindern einen Feuerkorb an. Martins Frau hat zwischendrin einen Brotteig für Stockbrot gemacht. Die Kinder suchen sich Stöcker und wickeln den Teig darum. Dann halten sie ihre Stockbrote an die Hitze. Wir bleiben noch lange sitzen. Mittlerweile ist es auch schon dunkel geworden. Die Kinder sitzen am Feuer und erzählen sich Schauermärchen. Sandra schmiegt sich an mich ran. "Na Sandra?" frage ich. "Ach Stefanie", sagt sie leise, "das ist schon ein schöner Tag heute." So langsam verabschieden sich die ersten Familien. "Morgen geht"™s dann ja weiter", sagt Thomas. "Genau", sage ich noch. Jürgen und Kalle schließen noch die Bagger ab. Wir hängen wir die große Pumpe bei Jürgen ans Auto. "Die Tauchpumpe lassen wir noch mal hier", sagt Jürgen. Dann fährt auch er mit seiner Familie vom Platz. Mit den noch verblieben Leuten räumen wir alles ins Haus. Olaf und Martin fahren dann auch nach Hause.

"Wollen wir auch nach Hause, oder bleiben wir hier?" frage ich die Kinder. "Hierbleiben!" rufen sie im Chor. "Na dann lasst uns mal schauen, wo wir alle schlafen können. Das Haus ist ziemlich groß für das Grundstück. Es war früher mal ein Schuppen oder Stall. Es hat unter dem Dach noch einen Boden. Meine kleine Tochter und ihre Freundin klettern die Leiter nach oben. "Hier ist es cool, hier bleiben wir", stellen die beiden dann fest und räumen ihre Schlafsachen nach oben. "Hast Du eine Pumpe für die Luftmatratze?" fragt meine Kleine. "Was habt ihr denn für eine?" frage ich. "So "˜ne dicke mit so "˜n großen Ventil", antwortet meine Tochter. "Moment", sage ich und hole eine E-Pumpe und ein Verlängerungskabel. Ich schließe alles an und gebe es hoch. "Machen wir selber", sagt meine Tochter. "Wir brauchen die Pumpe dann auch", sagt meine Große. Nachdem die beiden oben fertig sind, reichen sie die Pumpe runter. Die beiden Mädels hier unten haben jeder auch so eine dicke Luftmatratze. Sie pumpen sie auf und legen sie über einander. Dann legen sie sich drauf. "Das ist mal Schlafkomfort", sagt die Freundin meiner Tochter. Ich habe ja noch das Luftbett von gestern hier stehen. Sandra hat sich schon mal draufgesetzt. Meine Große und ihre Freundin schieben ihren Matratzenstapel neben unser Bett. "Dann machen wir uns mal Bettfein", sagt meine Große.
Eine Toilette hat das Haus auch. Das Kuriose ist, das es zwar einen Abwasseranschluss gibt, aber kein Frischwasser. Zum Waschen und Kochen haben wir sauberes Wasser von zu Hause in Kanistern. Für die Klospülung kommt es per Pumpe aus dem Teich. Nur ist der jetzt grade leer. Deswegen mache ich mich mit zwei Eimern auf den Weg zum Graben. Meine Kleine leuchtet von oben mit meiner hellen Taschenlampe, damit ich den Weg finde. "Ach ist das herrlich rustikal hier", sagt Sandra, als ich zurückkomme. "Was ist denn das für eine helle Lampe, die sie da hat?" fragt meine Große. Ich krame in meinem Rucksack und hole noch so eine heraus. "So eine ist das", sage ich grinsend und gebe sie ihr, "kannst Du gerne behalten." "Oh, cool" freut sich die Große, "aber dann hast Du keine mehr." "Doch", sage ich und befördere noch so eine Lampe aus meinem Rucksack. Sandra grinst mich von der Seite an. "Die hatte ich neulich in dem Laden gefunden, wo ich den Flamingo her habe", sage ich. Schließlich sind wir alle dann mit der Abendtoilette durch und gehen zu Bett.

"Gute Nacht!", rufen die beiden von oben. "Gute Nacht", rufen wir von unten zurück. Wir legen uns dann hin. Ich lege eine Decke über Sandra und mich. Sandra nimmt mich gleich in den Arm. "Seid ihr eigentlich gute Freundinnen?" fragt meine Tochter, "oder seid ihr ein Liebespaar?" "Beides", sagt Sandra lächelnd, "und ihr?" "Hm, wissen wir auch nicht so genau", sagen die beiden. "Schlaft gut ihr beiden", sage ich. Ziemlich schnell sind wir dann alle auch eingeschlafen. War ja auch ein anstrengender Tag. Irgendwann werde ich wach, weil ich ein "Ts! Ts! Ts!" höre, zeitgleich wachen auch die andern drei auf. Ich setze mich hin und schaue verschlafen im Haus herum. "Hier oben", höre ich leise. Meine kleine Tochter und ihre Freundin schauen aus der Luke zum Dachboden runter. "Da draußen schleicht einer rum", sagt meine Kleine leise, "und meckern tut er auch." Ich stehe auf und ziehe meine Jeans an. Dann wackelt einer an dem Tor zum Haus. Das ist abgeschlossen, aber der da draußen ist am rummaulen. Langsam gehe ich zum Fenster und schaue raus. "Das gibt es doch nicht", sage ich leise. Ich drehe mich um zu den Mädels. Die schauen mich verängstigt an. "Was ist da?" fragt Sandra ängstlich. "Der bekloppte Angler, den ich hier schon ein paar Mal vertrieben habe", antworte ich. Dann hört man ein metallisches Geräusch. Mit einem Stock haut er auf den Kotflügel vom kleinen Bagger. Dann geht er weiter zu den Zuläufen. "Was machen wir jetzt?" fragt meine Große. "Ich rufe mal bei der Polizei an", antworte ich, "ich könnte zwar rausgehen und ihm eine ballern, aber der ist wohl geistig verwirrt." Dann nehme ich mein Handy und rufe wie gestern auf der gleichen Wache an. Dort meldet sich auch gleich jemand. Ich schildere dann den Sachverhalt und beschreibe den Angler genau. "OK, der Herr ist bekannt", sagt der Polizist, "ich informiere die Streife."

In der Zwischenzeit beobachten wir den Angler. Jetzt steht er an den Zuläufen und ist weiter am meckern. Das Wasser ist ja über andere Gräben abgeleitet und die eigentlichen Zuläufe sind mit Sandsäcken verbarrikadiert. Er versucht die Sandsäcke wegzunehmen. "Da kommt ein Auto", meldet meine Kleine von oben, "sieht aus wie ein Polizeiauto." Mit ausgeschalteten Scheinwerfern fährt das Polizeiauto auf das Gelände. Zwei Polizisten steigen aus. Dann rufen sie zum Angler. "Kommen sie bitte mal hierher?" sagt einer der Polizisten. Ein anderer kommt zum Haus. Ich schließe auf und gehe hinaus. Der Angler geht schnurstracks auf sein Fahrrad zu und will abhauen. Der Polizist hält ihn auf. "Sehr vorbildlich, heute, Frau Boe", sagt der andere Polizist lächelnd, "dass sie dringeblieben sind." "Sie musste uns beschützen", sagt meine Große grinsend. "Huch, heute nicht alleine?" fragt der Polizist lächelnd. "Nee", antworte ich und erkläre kurz die Hintergründe. "Kannst Du mir mal helfen?" ruft der andere Polizist, "der Herr hier ist etwas ungehalten." Also geht der Polizist da hin. Der dicke Angler ist am randalieren. "Frau Boe, kommen sie mal?" fragt einer der Polizisten. Ich gehe hin. Der Angler hört auf zu zappeln schaut mich erstaunt an. Ich beantworte noch einige Fragen der Polizisten und schildere das, was ich bisher mit dem Typen erlebt habe. Dann wird der Angler ins Polizeiauto bugsiert. Der eine Polizist holt sein Notizenheft heraus. "Etwas Licht wär schon gut", sagt er grinsend. Ich schaue zum Dachfenster hoch. Die Mädels schauen oben raus. "Habt ihr mal Licht?" frage ich sie. "Na klar", kommt von oben und sie machen alle drei Taschenlampen an. Die leuchten den ganzen Platz vorm Haus hell aus. "Gut so?" frage ich lächelnd. "Ja, ganz schön hell diese Dinger", sagt er dann. Er nimmt noch ein paar Daten auf, dann verabschiedet er sich. Das Polizeiauto fährt dann vom Platz. Ich gehe wieder ins Haus und schließe das Tor wieder ab. "Voll cool ist das hier", sagt meine Kleine grinsend, "mit Frau Papi ist immer was los." Ich erkläre allen dann noch mal genauer, was das für ein Typ ist. Anschließend legen wir uns alle wieder hin. So nach und nach schlafen wir auch bald wieder ein.

So um Acht werde ich wach. Sandra ist auch grade wachgeworden. "Machst Du Tee, Kakao und Kaffee?" fragt sie mich, "ich hole was zum Frühstücken." "OK, machen wir so", sage ich und gebe ihr einen dicken Kuss. Zusammen machen wir uns etwas frisch, dann geht Sandra zu ihrem Auto und fährt los. Vom Rauschen des Wasserkochers werden die Mädels dann auch wach. Sie machen sich auch frisch. Als sie fertig sind, kommt Sandra auch schon wieder. Ich habe die warmen Getränke auch fertig. "So, hier sind Brötchen, Marmelade und Honig", sagt Sandra, "und ein wenig was herzhaftes habe ich auch." "Mh lecker", sagen die Kiddies. Während des Frühstücks fragen meine Kinder mich noch mal richtig aus. Sandra sitzt dabei, lächelt und staunt, wie locker das alles abgeht. Dann wird sie natürlich auch ausgefragt. Locker beantwortet sie alle Fragen. Wir sitzen noch eine Weile. So langsam kommen die ersten Helfer von gestern auch wieder an. "Na, ihr habt es aber kuschelig hier", sagt Thomas, der auch gerade ankam. Ich schaue raus. "Na dann können wir wohl weitermachen", sage ich. Die Rasselbande der Kinder ist sowieso schon wieder unterwegs. Sandra und ich räumen noch den Frühstückstisch auf. "Stefanie, wo wir hier grade alleine sind"¦" , sagt Sandra. "Gute Idee"¦", sage ich. Im nächsten Moment zieht sie mich an ihre Lippen und wir küssen uns lange und innig.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
Stephanie
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Beitrag von Stephanie »

Teich reparieren und befüllen

Von draußen hört man das Klappern eines Anhängers. Sandra und ich gehen raus. Hartmut ist grade angekommen. Auf seinem Anhänger hat er groben und feineren Kies, sowie seinen Rüttler. Unten in der Teichgrube sind ein paar Leutchen dabei, die letzten Reste raus zu schaufeln. Die Tauchpumpe fördert noch das letzte Wasser heraus. Henning und Nils sind auch immer noch dabei, den Aushub abzufahren. Sandra hat sich wieder den kleinen Radlader geschnappt und lädt Hennings Anhänger auf. Hartmut kommt auf mich zu und drückt mir eine Art langes Messer in die Hand. "Damit schneiden wir den Ton der Teichabdichtung an den Stellen auf, wo das Wasser läuft", sagt er, "und dann verfüllen wir das mit Kies." "Okay, lass uns starten", sage ich. Man erkennt die Läufe des Wasser recht einfach, an den Stellen ist der Ton etwas eingefallen. "Können wir helfen?" fragen einige Kinder. "Klar, sucht euch Eimer und füllt den Kies rein", sagt Hartmut, "und dann bringt es hier runter." "Aber nur so viel, wie ihr tragen könnt", füge ich noch hinzu. Die Kinder laufen los. Im Haus haben sie etliche Eimer gefunden und füllen sie munter mit Kies. "Ich könnt gerne beide Sorten mischen", ruft Hartmut. Wir haben mittlerweile die Läufe freigelegt. Die ersten Eimer kommen bei uns an. "Einfach reinschütten", sagt Hartmut. Den eingefüllten Kies verdichte ich mit einem Vorschlaghammer, den einfach senkrecht aufstampfe. "Steffi, kannst Du uns helfen?" fragt mich Kalles Tochter, "das ist ganz schön schwer." "Na gut", sage ich und gehe mit hoch, "darf ich auch eine Schubkarre nehmen?" "Ja klar", sagen die Kids. Ich schnappe mir die Schubkarre und lade sie zusammen mit den Kiddies voll. Dann gehe ich mit der Rasselbande wieder in die Grube. Auf der Schräge in den Teich kann ich mir den Spaß nicht verkneifen, so zu tun als würde die Karre mich runterziehen. Als ich unten ankomme ist das Gejohle groß. Hartmut schüttelt lachend den Kopf. Dann verteilen wir den Kies. "Möchte jemand umsonst mit nach oben in der Karre mitfahren?" frage ich in die Runde. Das lassen die sich nicht zweimal sagen, und schon sitzen auch zwei der jüngeren Kids in der Karre. Auf der Rampe machen ich natürlich wieder meine Faxen. Dann befüllen wir wieder gemeinsam Karre und die Eimer. Nachdem der Inhalt der Karre verteilt ist, staunt Olafs Tochter. "Da passt ja ganz schön was rein", sagt sie, "immer noch nicht voll." "Dann holen wir halt noch mal eine Fuhre", sage ich. Wieder zwei Kids in die Karre und ab nach oben. Sandra hat grade eine Pause und lacht. "Na, heute weißt Du aber, was du getan hast", sagt sie. Nach einer Weile haben wir die Stellen im Teichboden verfüllt. Dafür ist der Anhänger von Hartmut alle. "Dann hole ich mal Nachschub", sagt er und fährt los. Ich hole schon mal einen Block Ton und fahre ihn in Grube. Mein Große und ihre Freundin haben den Kies ordentlich festgestampft. Ich gehe zu Sandra. "Kannst Du mal den Rüttler in die Grube fahren?" frage ich sie. "Na klaro", sagt sie. Ich befestige Stahlseile am Rüttler und hänge sie dann an der Schaufel vom Bagger ein. Gekonnt fährt Sandra den Rüttler in die Grube. Ich gehe mit in die Grube und hänge dann den Rüttler ab. Ich lächele zu Sandra. "Du bist schon eine Wucht", sage ich lieb zu ihr. "Danke, Stefanie", antwortet sie lächelnd.

Hartmut kommt mit der Zweiten Ladung Kies. Kalle und Thomas haben schon mal angefangen, den Ton zurecht zuschneiden und zu verlegen. Mit den Kindern verfüllen wir jetzt die ausgespülten Rinnen in der Teichwand. Die Kinder schütten von oben den Kies hinein, während wir von unten gleich verdichten und den Ton aufbringen. Die Teichwände sind angeschrägt, so dass das verfüllen problemlos ist. Wir sind auch grade fertig, da hören wir Martins Frau rufen: "Mittagessen!" Ich schaue auf die Uhr. "Huch, ist ja schon halb Eins", sage ich erstaunt. Vor dem Haus ist schon der Tisch gedeckt. Ein riesiger Topf mit heißer Erbsensuppe dampft vor sich hin. Ich staune. "Haben wir beide gekocht", sagt Olafs Frau, die neben Martins Frau steht. "Mhh, riecht schon lecker", sagt Sandra. Die beiden Frauen verteilen die Suppe, wer mag bekommt auch noch ein Würstchen dazu. "Und schmeckt auch lecker", sage ich lobend. Es ist auch noch so viel da, das man nochmal nachnehmen kann. Nach einiger Pause geht"™s dann weiter. Hartmut schmeißt den Rüttler an und rüttelt den Ton am Teichgrund fest. "Was machen wir an der schrägen Teichwand?" fragt Kalle. "Mit Seilen von unten hochzeihen?" frage ich dagegen. "Ich habe Gurte im Kofferraum", sagt Hartmut, "hole ruhig mal alle." Ich hole die dann auch. Hartmut ist am Teichgrund fertig. "Von oben brauchen wir drei Gurte", sagt Hartmut, "zum Hochziehen und lenken. Und unten zwei, auch zum Lenken." "Klingt spannend", sage ich. Wir befestigen die Gurte am Rüttler. Für die Kinder ist das natürlich wieder ein Highlight. So langsam versammeln sie sich oben und in der Grube. Oben stehen Thomas, Jürgen und Kalle an den Gurten. In der Grube haben sich die Kinder an den Gurten aufgeteilt. "Glaubt ihr, ihr schafft das?" frage ich lächelnd. "Na klar", tönt es im Chor. "Dirigierst Du die Kiddies?" fragt mich Hartmut. Ich nicke. Dann startet Hartmut den Rüttler. Ein paar Kiddies verziehen kurz das Gesicht. "Zu laut?" frage ich. "Geht schon", kommt als tapfere Antwort.

Die drei oben ziehen den Rüttler langsam hoch. Ich zeige mit den Armen, auf welcher Seite die Kids ziehen müssen, wenn der Rüttler droht, aus der Spur zu laufen. Die Kiddies machen einen guten Job und haben auch ihren Spaß dabei. Mehrmals wird der Rüttler hoch gezogen und wieder runter gelassen. Dann prüft Hartmut die Festigkeit. "Sieht gut aus", sagt er dann. Dann verfüllen wir noch die Löcher in den Gräben und dichten sie ab. Nebenbei habe ich gemerkt, dass die Frauen den Tisch vorm Haus schon wieder gedeckt haben. "Ich würde mich nicht wundern, wenn es gleich Kaffee gibt", sage ich grinsend in die Runde. In dem Moment ruft auch schon Jessi: "Kaffee und Kuchen!" "Siehste?" sage ich lächelnd. "Die Zeit vergeht aber auch", sagt Kalle. Wir gehen rüber. Henning und Nils sind auch da. Ich schaue zu dem Aushub rüber. Ein winzig kleiner Haufen liegt da noch. Ich staune nicht schlecht. "Haben wir alles unterbuttern können", sagt Nils flaxend. Martin und Olaf kommen auch dazu. "Wir haben den vorderen Absperrschieber repariert", sagt Olaf, "der läuft wieder einwandfrei." "Dann Könnte man es doch wagen, wieder Wasser in den Teich zu lassen", sagt Hartmut. Ich nicke und schaue zu den Kindern. Deren Augen leuchten vor Freude. "Das ist euer Tag heute, was?" frage ich. "Ja! Super", rufen sie gemeinsam. Nach dem Kaffee gehen wir in Richtung Zulaufgraben. Ein Auto kommt den Weg zu uns. Es bleibt oben stehen. Eine Frau und ein Mann steigen aus und kommen zögerlich zu uns. Hartmut steht noch neben mir und sagt leise: "Das sind Angehörige von dem dicken Angler." Dann stehen sie auch schon vor uns und stellen sich vor. Dann sagt die Frau: "Wir möchten uns bei Ihnen entschuldigen, für die Unannehmlichkeiten die mein Vater Ihnen heute bereitet hat." "Ja, so einen kleinen Schrecken hat er uns schon eingejagt", sage ich lächelnd. "Die Polizei hat uns das alles erklärt", sagt die Frau, "wegen Ihrer Kinder tut es mir auch leid." "Och so schlimm war es nun auch nicht", sagt meine kleine Tochter, die grade vorbeikommt und das Gespräch mitbekommen hat. Etwas erstaunt schauen wir hinter ihr her. Dann sagt uns die Frau noch, dass ihr Vater sich immer unter dem Vorwand spazieren zu gehen, rausgeht, bzw. sich Nachts einfach wegschleicht. "Wo er die Angelausrüstung her hat und die versteckt, wussten wir bis dahin auch nicht", sagt sie dann noch. "Wenn sie möchten, lassen wir Ihnen unsere Telefonnummer da", sagt der Mann, "dann können Sie uns direkt anrufen, falls er noch mal auftauchen sollte." "Ja gerne", sage ich und sage dann noch, was wir bisher mit ihm erlebt hatten. Danach verabschieden wir uns freundlich. Die beiden nehmen noch das Fahrrad von Großvater mit, was er ja nun hierlassen musste. Als das Auto der Beiden wegfährt sagt Hartmut: " Das ist denen wirklich peinlich, was der alte Herr abzieht. Das sind wirklich nette Menschen." "Ja, ich fand sie auch ganz OK", sage ich.

Martin und Olaf nehmen einige Absperrbalken vor dem Zulaufwehr weg, die ich vor einigen Wochen mit Martin dort eingefädelt hatte. "Wir lassen unten noch mal zwei drin, damit sich dort eventuell Sand absetzen kann", sagt Olaf. "Gute Idee", sagt Hartmut. Dann schließt Martin das Wehr für den Bypass. Weiter hinten lagern Thomas, Kalle und Harald mit den Kindern die Sandsäcke in den Graben um, den Thomas gestern als Überlauf noch freigelegt hatte. Dahinter verfüllt Jürgen mit dem Radlader den restlichen Graben wieder. Langsam staut sich das Wasser vor dem Zulaufwehr. "So, jetzt können wir das öffnen", sagt Hartmut, "wer mag das tun?" "Steffi soll das machen", ruft Jürgen und sofort stimmen alle anderen ein. Nicht nur das mir grade eine Verlegenheitsröte ins Gesicht steigt, Sandra muss auch noch sagen: "Wie süß, Stefanie wird rot im Gesicht." Egal, ich atme kurz durch, dann betätige ich die Kurbel. "Butterweich!" sage ich zu Martin und Olaf. Langsam fließt das erste Wasser über den Sperrschieber. Sandra filmt mich auch noch dabei. "O"˜ zapft is"˜!" sage ich grinsend. Alle anderen klatschen. Als sie sich beruhigt haben nutze ich die Gelegenheit, um mich auch im Namen von Martin und Olaf mit einer improvisierten Rede bei allen Helfern zu bedanken. Das gibt dann auch noch mal einen Applaus.
Vom Grillen gestern haben wir noch ordentlich Würstchen über, weil ich absichtlich mehr eingekauft hatte. "Während Harald den Grill anwirft, machen wir die Bagger sauber", sagt Jürgen. "Und wie?" frage einige Kinder. "Passt auf"¦" sagt Jürgen und geht zum Sprinter. Er sagt Zu mir: "Steffi, holst Du die Tauchpumpe und die C-Schläuche aus dem Haus?" "Na klar", sage ich. Als ich damit wieder komme, holt Jürgen ein C-Rohr aus dem Sprinter. Thomas"˜ Sohn bekommt große Augen. "Organisierst Du die Wasserentnahme und die Leitung zu den Baggern?" frage ich ihn. "Ja klar", sagt er begeistert. Ein paar Kinder helfen ihm. Die Pumpe versenken sie vor den Absperrbalken. Im Nu haben sie die Leitung gelegt. Ich habe in der Zwischenzeit Strom zur Pumpe gelegt. Hartmut und Jürgen sagen den Kiddies noch, wo sie hin spritzen müssen, dann kommt : "Wasser Marsch!" Thomas"˜ Sohn schließt die Pumpe an. "Huch", sagen die beiden Kinder, die vorne das Strahlrohr halten, weil das einströmende Wasser ganz schon Dampf hat. Brav lösen sich die Kids beim Spritzen ab. Als sie alle durch sind, sind die Bagger mehr als dreimal sauber. "Würstchen sind dann auch fertig", ruft Harald.

Beim Essen sitze ich neben meinen Töchtern. "Hat sich Mama schon bei euch gemeldet?", frage ich sie, "sie wollte euch doch zwischen Sechs und Sieben abholen." "Nöö hat sie sich nicht", sagt meine Kleine. "Ich schreibe ihr mal eine Nachricht", sagt meine Große. Kurz danach klingelt das Handy meine Tochter. Meine Tochter meldet sich und wechselt ein paar Worte, dann reicht sie mir den Hörer. "Mama will Dich mal sprechen", sagt sie. Also melde ich mich neutral. "Wir sind später losgekommen, wir schaffen das nicht um Sieben", sagt sie, "Du musst sie dann nach Hause bringen." ""¦ Kannst Du sie nach Hause bringen", unterbreche ich sie, "Du sprichst doch hier nicht mit einem Schwerverbrecher. Oder bricht Dir dann ein Zacken aus der Krone." Am anderen Ende Stille. Meine Töchter müssen aufpassen, dass sie nicht laut loslachen. "Und wie soll ich mitkriegen, dass Du angekommen bist?" frage ich weiter. "Äh, ich rufe dann an", stammelt sie und legt auf. "Unglaublich", sage erstaunt und rufe sie noch mal an. Sie geht ran und ich frage gleich: "Hättest Du vielleicht noch die Güte abzuschätzen, wann ihr ankommt? Immerhin müssen die Mädels ja morgen wieder zur Schule." "Äh, ja", stottert sie und stimmt sich wohl mit ihrem Kerl ab, "um Neun dann." Und schon hat sie wieder aufgelegt. "Tse", sage ich. Dann sage ich meine Mädels Bescheid.

Nach dem Essen verladen Jürgen und Thomas die Bagger von der Spedition. Hartmuts Sohn holt den anderen Radlader ab. Die Eltern von den Freundinnen meiner Töchter kommen kurz nacheinander an, um ihre Töchter abzuholen. Vorher lassen sie sich aber von den Mädels zeigen, was hier die zwei Tage los war, inklusive gefühlt tausender Fotos auf dem Handy. Die Eltern sind jedenfalls beeindruckt. Die Mädels verabschieden sich. In der Zwischenzeit sind auch alle Geräte und Sachen verstaut. Wir versammeln uns noch einmal. Martin, Olaf und ich bedanken uns noch mal recht herzlich bei allen. Dann gibt"™s es noch eine große Verabschiedung. So nach und nach verlassen sie alle das Gelände. Hartmut ist noch da. Wir schauen auf den Zulauf. "Na, zwei Tage wird das dauern, bis der Teich wieder voll ist", sagt er. "Der Überlauf ist auch eingestellt", sage ich. Dann verabschiedet sich auch Hartmut. "Und wir fahren jetzt zu mir und gehen erstmal duschen, oder?" frage ich. "Au ja, mal sehen, wie Frau Papi wohnt", sagt meine Kleine. Wir schauen noch mal, ob alles weggeräumt ist, dann schließe ich das Haus ab. Als ich mein Fahrrad nehmen will, sagt Sandra: "Gib mal her." Sie schiebt mein Fahrrad zu ihrem Auto und befestigt es auf einem Fahrradträger auf der Anhängerkupplung. "Na sowas", sage ich staunend. Ich schließe das Tor und wundere mich, dass das auch heile ist. "Was habe ich denn hier nicht mitbekommen?" frage ich Sandra. Die grinst und antwortet: "Das waren Jessi und Harald." "Habe ich echt nicht mitbekommen", sage ich etwas verdattert. Sandra grinst. "Und einsteigen bitte", sagt sie dann. "Cooles Auto", sagt meine Große dann noch. Dann fahren wir los. Nach zehn Minuten sind wir auch schon bei mir zu Hause. Sandra parkt einfach vor meiner Garage. Dann gehe wir zum Haus. Auf dem Weg dahin erklären ich den dreien noch kurz, was vielleicht gleich im Treppenhaus los sein kann. Meine Kinder grinsen.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
Stephanie
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Re: Blutengel

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Beitrag von Stephanie »

Bei mir

Die Tür zum Treppenhaus steht offen. Ich schaue als erste rein und sehe Ebi vor seiner Tür. Willi steht auf der Treppe in den Keller. Anne steht in der Wohnungstür und Jochen steht auf den ersten Treppenstufen nach oben. "Na ihr?" grüße ich, "die abendliche Austauschrunde im Treppenhaus?" Bevor jemand antworten kann, schauen meine Töchter um die Ecke. ""˜N Abend", sagen sie so locker, als würden sie schon ewig hier wohnen. Ebi und Anne lächeln, während Willi lächelnd fragt: "Nanu? Wer seid ihr denn?" Jochen steht schon wieder mit ungläubigem Blick auf der Treppe. "Wir sind die Töchter von Frau Papi", antwortet meine Kleine forsch. Hinter mir kichert leise Sandra. "Die ist zu cool"¦", sagt sie dann. "Aha, Frau Papi ist ja auch eine schöne Beschreibung", sagt Anne lächelnd. In dem Moment kommt Sandra hinter mir hervor. "Guten Abend", wünscht sie. Als Jochen sie sieht, klappt ihm der Unterkiefer herunter. "Das ist jetzt zuviel", sagt er leise und geht schnell die Treppe nach oben. Sandra schaut verwundert. "Er hat Angst vor schönen Frauen", sagt Willi leise grinsend. "Na sowas", sagt Sandra. Herbert und Lisa kommen grade von einem Spaziergang wieder. "Hallo, hier ist ja was los", sagt Lisa. "Alle auf einmal zusammen, da kann ich euch ja mal alle miteinander bekannt machen", sage ich und tue das dann auch. "OK, die beiden sind deine Kinder", sagt Ebi und schaut dann zu Sandra und mir, "und wie steht ihr beiden zueinander?" bevor Sandra oder ich was sagen können, sagt meine Kleine grinsend: "Die beiden sind ein Liebespaar." "Du musst doch nicht immer alles gleich ausplappern", sagt meine Große gespielt entrüstet. Ich schaue Sandra grinsend an. "Was soll man auch lange drum herum reden", sagt sie dann lachend. Auch die anderen lachen. Dann erzählen wir noch, was wir die beiden Tage gemacht haben. "Aha, deshalb der rustikale Kleidungsstil", sagt Anne lächelnd, "sonst kennen wir Steffi ja nur im Kleid oder im Rock."

Dann gehen wir in meine Wohnung. "Erstmal duschen und dann schauen wir uns in Ruhe die Wohnung an", sagt meine Große und schon sind beide im Bad verschwunden. Ich gehe in die Küche und koche Früchte-Tee und Kakao. Sandra folgt mir. "Ich finde die beiden Mädels ja super", sagt Sandra, "so locker und ein bisschen frech." "Ja, die beiden sind auch ganz froh, wenn sie mal so sein können", sage ich, "meine Gattin schaut da ja schon ein bisschen strenger." "Helikopter-Mami?" fragt Sandra. "Kann man so sagen", antworte ich, "es gab oft Zoff zwischen mir und ihr deswegen." Die Mädels kommen aus der Dusche. "Wollt ihr einen Tee oder Kakao?" frage ich, "ist auch schon fertig." "Ja, gerne", sage sie und schnappen sich eine Tasse. "Jetzt will ich aber die Wohnung sehen", sagt die Kleine. "Ich aber auch", sagt Sandra, "ich kenn ja auch nur Küche, Bad und Schlafzimmer." "Reicht doch auch", sagt meine Große grinsend. Sandra staunt. "Ja, verleugnen kannst Du sie nicht", sagt sie dann lächelnd. Dann schauen sie kurz ins Schlafzimmer, dann ins Wohnzimmer. Die Tür zu dem Zimmer, wo die Eisenbahn steht ist zu. Meine Kleine macht die Tür auf und bleibt sprachlos in der Tür stehen. "Das Gesicht, "¦ unbezahlbar", flaxe ich. Meine Große geht ins Zimmer. "Alter", sagt sie nur. "Geht die?" fragt die Kleine. Ich nicke und mache den Hauptschalter an. "Was ist denn das?" fragt Sandra völlig erstaunt. "Eine Eisenbahn", sagt meine Große grinsend. Ich grinse Sandra an. "Hat mein Zwillingsbruder über viele Jahre gebaut", sage ich dann. "Das ist ja toll", sagt Sandra immer noch total erstaunt. "Ein typisches Mädchenspielzeug", sage ich und erkläre den Kiddies noch, wie sie die Züge steuern. "Wir fahren mal eine Runde", sagt meine Große, "und ihr könnt dann duschen." Sandra kann ihre Augen kaum von der Anlage lösen. "Ist das was für dich?" frage ich sie. "Ich finde das total toll", sagt sie dann. Ich hole mir schon mal neue Sachen zum Anziehen und gehe ins Bad. Langsam kommt Sandra hinterher. Sie schließt die Tür und nimmt mich erstmal in den Arm. "Du bist schon was ganz Besonderes", sagt sie leise zu mir und gibt mir einen dicken Kuss. Unter der Dusche geht es ohne kitzeln und rumkichern natürlich nicht. Nach dem Abtrocknen ziehe ich ein Kurzarmshirt und einen Skaterrock an. Sandra hat ein luftiges, einfarbiges Kleid dabei. Dann gehen wir wieder zu den Kindern. Die sitzen noch begeistert an der Eisenbahn. "So ganz haben wir die noch nie gesehen", sagt meine Große. Nach einiger Zeit klingelt mein Telefon, die Gattin ist dran. "Wir sind dann zu Hause", sagt sie kurz und fragt dann, ob sie mal eine der Mädels sprechen kann. Meine Große spricht kurz mit ihr. "Die müssen erstmal alles auspacken", sagt meine Tochter nach dem Telefonat, "in einer halben Stunde können wir dann los." "Soll ich euch fahren?" fragt Sandra. Ja, gerne", sagen meine Mädels. "Fahren wir danach zu mir?" fragt mich Sandra, "die Katzen haben bestimmt schon Sehnsucht." Na klar", sage ich, "hat die irgendwer gefüttert?" "Ja natürlich", antwortet Sandra, "meine Nachbarin macht das." "Hast Du Fotos von den Katzen?", fragt meine Große. "Ja", sagt Sandra und zeigt Fotos auf dem Handy. Meine Kinder staunen. "Die sehen ja toll aus", sagt meine Kleine, "wie ein kleiner Leopard." "Die möchte ich aber mal in echt sehen", sagt meine Kleine begeistert. Meine Große stimmt ihr zu. "Dann kommt ihr nächstes Mal zu mir", sagt Sandra. Meine Kiddies zeigen Sandra dann noch Fotos von ihren Katzen. "Die sind aber auch hübsch", sagt Sandra begeistert. Ich habe mir in der Zwischenzeit noch Sachen für morgen eingepackt.

Ich schalte in der Wohnung dann alles aus und gehe mit den Dreien raus. Unten stehen noch Ebi, Willi und Jochen und erzählen. Jochen flüchtet wieder in den Keller, als er uns sieht. "Der wird aber auch nicht mehr erwachsen", sage ich grinsend. Ebi und Willi schütteln lachend den Kopf. Wir gehen zu Sandras Auto, und steigen ein. Ich steige hinten mit meiner Großen ein. Die Kleine freut sich, dass sie vorne bei Sandra sitzt. "Sandra ist nämlich meine beste Freundin", sagt die Kleine. "Meine aber auch", sagt die Große gespielt entrüstet. Ich grinse. "Na Sandra, das geht doch runter wie Öl, was?" frage ich. Sandra schaut in den Rückspiegel und zwinkert mit dem linken Auge. Dann fährt sie vom Hof. Nach einer Viertelstunde kommen wir an. Die Kids und ich steigen aus, ich hole die Sachen meiner Töchter aus dem Kofferraum. "Kommst Du nicht mit, Sandra?" fragt meine Große. "Ich wollte hier warten", sagt Sandra. "Nöö, das geht nicht", sagt die Kleine lächelnd, "du sollst auch mitkommen." Ein wenig Unbehagen bereite ihr das wohl, dann kommt sie aber mit. Meine Große schließt die Haustür auf und mit dem Fahrstuhl fahren wir dann hoch. An der Wohnungstür klingeln sie dann. Sandra und ich bleiben ein wenig dahinter stehen. Meine Gattin öffnet die Tür und begrüßt natürlich erstmal die Kinder. Und wieder hat sie ein Problem damit, mich anzuschauen. Die Kinder gehen erstmal rein. "Wir müssen dann aber noch tschüss sagen", sagt meine Große, "nicht weglaufen." Dann fragt meine Gattin tatsächlich, ob wir reinkommen wollen, was ich dankend ablehne. Ich habe im Hintergrund ihren Typen rumlaufen sehen und dem möchte ich nicht unbedingt begegnen, dem Ehebrecher. Vor der Tür erzähle ich dann was wir so gemacht haben. "Das war total toll", sagt meine Kleine, die grade wieder zur Tür kommt, "und Sandra kann Bagger fahren." Und schon ist sie wieder weg. Ich sehe meiner Gattin an, dass ihr die Worte fehlen, dann siegt ihre Neugier und sie fragt Sandra direkt: "Sie sind die Lebensgefährtin?" "Meinetwegen können wir Du sagen", sagt Sandra lächelnd und dann sagt sie: "Ja, wir bezeichnen uns so." Meiner Gattin ist das irgendwie unangenehm, ich fühle mich aber auch nicht so richtig wohl. "Dann fahren wir mal wieder los", sage ich dann. Meine Gattin ruft die Kinder. Die kommen freudestrahlend raus und verabschieden sich bei uns. "Tschüssi, ihr", sage ich. "Bis zum nächsten Mal, das war super toll", sagt die Große und wir klatschen ab, das es im Treppenhaus nur so schallt. Brav verabschiede ich mich noch von der Gattin und gehe dann mit Sandra zum Fahrstuhl. "Meine Güte, ist die unterkühlt", sagt Sandra leise, als wir im Fahrstuhl runterfahren. Ich lächele Sandra an. "Das ist ja bei Dir ganz anders", sage ich lächelnd, "irgendwie liebe ich ja Extreme." Sandra lacht. "Hauptsache du bleibst bei dem jetzigen Extrem", sagt sie dann. Ich ziehe sie an mich ran und küsse sie herzlich. Als der Fahrstuhl unten ist und die Tür aufgeht, knutschen wir immer noch. Aus den Augenwinkeln sehe ich einen Nachbarn, der vorm Fahrstuhl wartet. Irritiert schaut er uns an. "Tschuldigung, frisch verliebt", sage ich grinsend und gehe mit Sandra Hand in Hand aus dem Fahrstuhl. Während wir das Haus verlassen, schaut er uns ungläubig hinterher. Hinter den Hausecke fragt Sandra grinsend: "Hat wohl noch nie zwei verliebte Mädels getroffen, was?" "Hm, der ist in einigen einschlägigen Clubs unterwegs und ebenfalls vom anderen Ufer", sage ich lächelnd, "er hat mich früher auch öfter gesehen und mir Avancen gemacht. Vielleicht hat er nie realisiert, dass ich lesbisch bin." "Oder so", sagt Sandra und hält mir die Autotür auf. Auf der Fahrt nach Hause schaue ich die ganze Zeit Sandra an. Sie lächelt mich lieb an. "Ich bin wahnsinnig in Dich verliebt, Sandra", sage ich dann. Sandra lächelt mich an. "Ich auch", sagt sie dann. "Und ich freue mich auf dein Wasserbett", sage ich dann noch. Sandra schaut wieder kurz rüber. Ihren Augen haben jetzt ein unheimlich tolles Funkeln.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
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